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Ungarisch: Thematischer Grundwortschatz: Lehnwörter/Weitere Lehnwörter (Turksprachen, Spanisch, Französich)

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Lehnwörter aus Turksprachen und dem Persischen
Diese Wörter sind vor so langer Zeit ins Ungarische übernommen worden, dass sie heute meist nicht mehr auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind, da sie sich im Laufe der Zeit sehr stark gewandelt haben.
Zu Lernzwecken ist das also nicht hilfreich.
alma - Apfel (Almaty - Alma-Ata = Stadt der Äpfel; Stadt in Kasachstan)
bátor - mutig, tapfer (Ulaanbaatar - Ulan-Bator = Roter Held; Hauptstadt der Mongolei)
balta – Axt (Proto-Türkisch: *baltu „Axt”; Osmanisch-türkisch: balta)
csizma – Stiefel (Osmanisch-Türkische „çizme”, dann übernommen ins Serbokroatische „čizma)
csorba - saure Fleischsuppe (Türkisch: çorba [čorba])
kajszi = kajszibarack - Aprikose (Osmanisch-Türkisch: kāyısı; Neu-Persisch: qaisī)
padlizsán – Auberginen (Persisch: بادنجان bâdenjân, dann Osmanisch-Türkische: پاتلجان patlıcan, dasn Bulgarisch: патладжан patladžan)
pamut - Baumwolle (Persische پنبه [panbe], Osmanisch-Türkisch: پاموق [pamuk], Türkisch: pamuk; wahrscheinlich indirekt über das Südslawische ins Ungarische gelangt - Kroatisch: pamuk; Serbisch/Bulgarisch: памук [pamuk])
papucs – Pantoffeln (Persisch: پاپوش pâ-puš - pâ = „Fuß” + puš = „Bedeckung/überziehen”; dann Osmanisch-Türkisch: پابوج pâbûc bzw. پاپوج papuç)
sátor - Zelt (Türkisch: çadır, Russisch: шатёр [šatër], Serbisch: шатор [šator])
szakáll – Bart (Osmanisch-Türkisch: „sakal”)
tábor - Lager (Türkisch: tabur - Bataillon, Truppenteil, Regimentseinheit [das war auch die urspüngliche ungarische Bedeutung], Tschechisch: tábor - Zeltlager, Bulgarisch: табор [tabor] - Zeltlager)
tarhonya - Eiergraupen


Lehnwörter aus dem Französischen
szappan - Seife (Kroatisch/Bosnisch/bulgarisch: sapun - ursprünglich französisch: savon)
plafon - Zimmerdecke (französisch: plafond)
kanapé - Kanapee, Sofa (französisch: canapé)
fotel - Sessel (französisch: fauteuil)
makett - Modell (französisch: maquette)


Lehnwörter aus dem Spanischen
narancs - Apfelsine (spanisch: naranja)
Das ungarische Wort „narancs” (deutsch „Apfelsine / Orange“) stammt von einem italienisch-venezianischen Lehnwort narancia / naranz / narancio ab, das seinerseits auf das spanische naranja zurückgeht. Letzteres kommt aus dem arabischen نَارَنْج (nāranj), das wiederum dem persischen نارَنگ (nârang) entstammt und letztlich auf das Sanskrit नारङ्ग (nāraṅga) „Orangenbaum“ zurückgeführt wird.


Lehnwörter aus dem Italienischen
piac – Markt (Piazza)
pojáca – Clown, Possenreißer (Pagliaccio)


Lehnwörter aus dem Altgriechischen
diák - Schüler (Altgriechisch: διάκονος diákonos = „Diener, Gehilfe”; dann Kirchenslawisch: дѣкъ djakŭ - „Schreiber, Kleriker, Diakon”, dann Südslawisch: - Bulgarisch: дяк [djak]; Kroatisch: đak - Schulkind, Schüler)
kabát - Mantel (Persisch: قبا qabâ; Byzantinisch-Griechisch: καβάδης kabádēs; Osmanisch-Türkisch: kabā)


Lehnwörter aus dem Lateinischen
Diese werden aus didaktischen Gründen in einem anderen Kapitel gemeinsam mit den deutschen Lehnwörtern abgehandelt


Lehnwörter ausm (Proto-)Iranischen
Etwa 500 v. Chr. kamen die Magyaren in Kontakt mit den iranischen Völkern der Skythen und Sarmaten, nachdem sie in die Richtung des südlichen Ural zogen.
arany - Gold
tej - Milch
tíz - zehn
fizetni - zahlen