Zum Inhalt springen

Universelle Farbenlehre/ Künstlerisch-ästhetische Farbenlehre

Aus Wikibooks

Künstlerrisch-ästhetische Farbenlehre

[Bearbeiten]

Die künstlerisch-ästhetische Farbenlehre nach Goethe (Itten) kann als bekannt vorausgesetzt werden. Zunächst unterscheiden wir drei Grundfarben, die wir auch Primärfarben nennen:


Blau (B)


Rot (R)


Gelb (Y)


Das Farbdreieck

[Bearbeiten]

(Y)




(R) (B)

Die Mischfarben

[Bearbeiten]

Durch subtraktive Farbmischung von je zwei Grundfarben erhalten wir die drei ersten Mischfarben, die wir auch Sekundärfarben nennen:


Blau (B) + Gelb (Y) = Grün (G)


Rot (R) + Blau (B) = Dunkelviolett (DV)


Gelb (Y) + Rot (B) = Orange (O)


Der Farbstern

[Bearbeiten]

(Y)


(O) (G)



(R) (B)


(DV)


Der sechsteilige Farbkreis (frei nach Goethe)

[Bearbeiten]

(Y)


(O) (G)


(R) (B) (


.DV)

Der Farbkreis von Johannes Itten

[Bearbeiten]
Farbkreis nach Johannes Itten (1961)

„Als Einleitung in die konstruktive Farbenlehre entwickeln wir den zwölfteiligen Farbkreis aus den Farben erster Ordnung: Gelb, Rot, Blau (siehe nebenstehende Abbildung).

Es ist bekannt, dass der normale Farbsichtige in der Lage ist, ein Rot zu finden, das weder bläulich noch gelblich ist, ein Gelb zu finden, das weder grünlich noch rötlich ist und ein Blau zu finden, das weder grünlich noch rötlich ist. Es ist ratsam für die Prüfung jeder Farbe, diese vor einem neutralen grauen Untergrund zu betrachten.

Die Farben erster Ordnung müssen auf das sorgfältigste ausgewählt werden. In ein gleichseitiges Dreieck setzen wir die drei Farben erster Ordnung so, dass Gelb oben, Rot unten rechts und Blau unten links stehen. Das Dreieck ist einem Kreis eingeschrieben, in welchem wir ein Sechseck entwickeln. In die Restdreiecke geben wir die drei Mischfarben, gebildet aus je zwei Farben erster Ordnung. So erhalten wir die Farben zweiter Ordnung.“ (Johannes Itten: Kunst der Farbe – Studienausgabe, S.30)

Die Farbkugel von Philipp Otto Runge

[Bearbeiten]
Runges Farbenkugel

„Am 27. September 1809 äußerte Runge: „Ich bin jetzt dabei, ein Schriftchen über das Verhältnis der Farben zu weiß und schwarz herauszugeben.“ Diese Schrift erschien in Hamburg 1810 im Verlag von Friedrich Pertes. Sie trägt den Titel: „Farben-Kugel oder Konstruktion des Verhältnisses aller Mischungen der Farben zueinander und ihrer vollständigen Affinität; mit angehängtem Versuch einer Ableitung der Harmonie in den Zusammenstellungen der Farben“…

Nach Meinung des Physikers Wilhelm Ostwald hat Runge mit seiner Farbkugel eine nahezu vollkommene Lösung des alten Problems erreicht, die Totalität der Farben einschließlich ihrer Beziehungen zu Weiß, Schwarz und Grau in einem dreidimensionalen Schema darzustellen.“ (Jörg Traeger: Philipp Otto Runge, S.162)

Die Tertiärfarben

[Bearbeiten]

Die Tertiärfarben entstehen, wenn man je zwei Komplementärfarben mischt. Komplementärfarben nennt man die Farben, die sich im Farbkreis gebenüberliegen:


Blau (B) + Orange (O) = Schiefer


Rot (R) + Grün (G) = Braun


Gelb (Y) + Dunkelviolett (DV) = Oliv


Die Farbmetrik der künstlerisch-ästhetischen Farbenkehre sollte hinreichend klar geworden sein.