Wie mein Buch auf die Welt kommt/ Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Buchformen

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Don Norman, Interaction Design Guru:
„No product is an island. A product is more than the product. It is a cohesive, integrated set of experiences... Make them all work together seamlessly. That's systems thinking.“

Quelle: [1]


Kein anderer Gegenstand verkörpert die abendländische Kultur mehr als das Buch. Zumindest galt das bis in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts, als die neuen digitalen Medien den traditionellen Medien Konkurrenz zu machen begannen und sie in vielen Bereichen verdrängten oder sogar ersetzten. Es ist offensichtlich, dass das gebundene Buch seine zentrale Bedeutung als Medium der Wissensbewahrung und Gedankenbelebung eingebüßt hat.[2]

Im Gegensatz zu vielen Schriftstellerinnen und Schriftstellern sieht die renommierte Buchgestalterin Judith Schalanski diesen Prozess jedoch positiv. „Dadurch, dass es [das Buch] Konkurrenz in Form der E-Books bekommt, wird es als Medium prekär, aber das ist ja gerade hochinteressant. In diesem Moment muss sich das Buch neu erfinden. [...] In diesem Moment der Konkurrenz muss jedes Buch auch zeigen, was es kann, und sich seines Buch-Seins neu bewusst werden: Was kann ein Buch, was andere Medien nicht haben?”[3]

Die Gesellschaft hat es also mit zwei Medien zu tun, mit dem gebundenen Buch und dem E-Book, mit zwei verschiedenen Formen des Archetypus Buch. Es bildet in literalen Gesellschaften durch seine vielfältigen Erscheinungsformen einen wesentlichen Anteil an der medialen Umwelt und erfüllt dabei unterschiedlichste Funktionen. Auffallend dabei ist, dass es in der Gesellschaft ein breites Einvernehmen darüber gibt, was mit dem Begriff Buch gemeint ist, aber beim Bezeichnen konkreter Ausformungen ziemliche Verschwommenheit darüber herrscht, ob das Artefakt als Buch zu sehen ist oder nicht.

Was ist ein Buch? Die landläufige Beschreibung ist wohl „die Einheit aus gebundenem Papier, Rücken, Pappe vorne, Pappe hinten.”[4]

Quellen

  1. Norman 2009, o. S.
  2. Vgl. Kisters 2012, o. S.
  3. in einem Interview mit Platthaus 1992, o. S.
  4. Rheinischer Merkur o. J., o. S.