Chirurgie: AC - Milz
Aus Wikibooks
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Allgemeines
- Leitsymptom: Splenomegalie
- Jedoch ist die Ursache einer Splenomegalie nur selten in der Milz selber zu suchen (siehe unten)!
[Bearbeiten] DD der Splenomegalie
(häufige Erkrankungen)
Begleitsymptome Verdachtsdiagnose leicht vergrößerte Milz, Infektiöse Mononukleose weiche Konsistenz (evtl.+ Übelkeit und Oberbauchbeschwerden, Fieber, Gliederschmerzen, Halsschwellung, Halsschmerzen, Foetor ex ore, Ikterus) stark vergrößerte Milz, CML harte Konsistenz (evtl. + Druckgefühl im Oberbauch, B-Symptomatik, Abgeschlagenheit, Blässe)
stark vergrößerte Milz, Osteomyelosklerose harte Konsistenz (evtl. + häufige Infekte, Druck im linken Oberbauch, Leistungsminderung, Petechien, B-Symptomatik)
Arthralgien, Myalgien, M. Still (systemische juvenile rheumatoide Arthritis) intermittierendes hohes Fieber, Exantheme
[Bearbeiten] Splenektomie
- Zugangswege: Linksseitiger subcostal-Schnitt oder Medianer Oberbauchschnitt.
- Laparoskopische Splenektomie in der Regel bei benignen hämatologischen Erkrankungen, z.B. der idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (M.Werlhof).
- Der OP folgt fast immer eine Thrombozytose!
- Besonderheit: Splenosis peritonei ist eine Versprengung von Milzgewebe durch die OP oder das Trauma in das Peritoneum, selten mit Darmverschlüssen, Blutung oder Persistenz einer hämatologischen Symptomatik als Folge.
[Bearbeiten] Milzresektion
Manchmal kann auch versucht werden die Milz nur teilweise zu entfernen, dies wird dann Milzresektion genannt.
[Bearbeiten] Folgen des Milzverlusts
- erhöhte Infektionsgefahr (besonders bei Kindern < 3 Jahren)
- Nach Splenektomie müssen die Patienten über ihr erhöhtes Infektionsrisiko und über ihre Tropenuntauglichkeit aufgeklärt werden!
- OPSI-Syndrom: Overwhelming post splenectomy infection: Dabei entsteht im Rahmen von Bakteriämien (wie z.B. bei Pneumonie oder Meningitis) eine häufig tödliche Sepsis.
- Pathomechanismus: Nur die lienalen Makrophagen sind in der Lage bekapselte (LPS) Keime ohne Antikörper-Opsonierung zu phagozytieren.
- Sepsisrisiko mindestens um das 35fache erhöht!
- Zur Prophylaxe des OPSI-Syndroms wird grundsätzlich die Impfung mit polyvalenter Pneumokokken-Vakzine und die Impfung gegen Haemophilus influenza Typ B sowie gegen Meningokokken empfohlen. Möglichst 2 Wochen vor Splenektomie.
[Bearbeiten] Fehlbildungen
- Akzessorische Milzen (Nebenmilzen): kommen sogar recht häufig vor
[Bearbeiten] Erkrankungen
[Bearbeiten] Zysten
- entstehen zu zwei Dritteln parasität (Echinokokken)
- Therapie: Die Echinokokkuszyste führt zur Splenektomie, alle anderen Formen werden nur bei Beschwerden enukleiert
[Bearbeiten] Tumoren
- selten
- manchmal Hämangiome, andere sehr selten.
[Bearbeiten] Milzruptur
- stumpfe Gewalt (auch indirekt): Milz bricht dann oft in querer Richtung, weil sie durch ihre Bänder sehr fest fixiert ist.
- Bei linksseitigen Rippenfrakturen oder Kontusionsmarken ist immer eine Milzruptur auszuschließen!
- Symptomatik: hypovolämischer Schock
- Kehr-Zeichen: Druckschmerz im linken Oberbauch mit Abwehrspannung und Ausstrahlung in die linke Schulter durch Phrenicusreizung
- Diagnostik: Sonographie: freie Flüssigkeit
- Therapie: bei nicht kreislaufwirksamen Blutverlust eventuell abwartend, ansonsten notfallmäßige Laparotomie mit Blutstillung eventuell (ca. 50%) auch Splenektomie
- Cave: Spontanruptur bei Malaria oder Infektiöser Mononukleose
[Bearbeiten] Hypersplenismus
- Symptome die durch eine (funktionellen) Hypersplenismus entstehen:
- periphere Zytopenie
- zellreiches hyperplastisches Knochenmark
- Therapie: eventuell Splenektomie
[Bearbeiten] Beteiligung der Milz an Systemerkrankungen
[Bearbeiten] Hereditäre Spärozytose
- Therapie: Splenektomie
[Bearbeiten] Idiopathische thrombozytopenische Purpura (M.Werlhof)
- Therapie: Cortison, bei Kortikoidresistenz --> Splenektomie
[Bearbeiten] Thrombotisch-thrombozytopensiche Purpura (M. Moschcowitz)
- Therapie: eventuell Splenektomie
[Bearbeiten] Weitere Erkrankungen bei denen eventuell Splenektomiert wird:
- Haarzellleukämie, Prolymphozytenläukämie, maligne Lymphome, Elliptozytose, Autoimmunhämolytische Anämie, Idiopathische thrombozytopenische Purpura, Osteomyelosklerose, CML