Geschichte des römischen Weltreiches/ Druckversion

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[Bearbeiten] Zusammenfassung des Projekts

Dieses Buch ist für Geschichtslaien gedacht. Daher sind keine Vorkenntnisse nötig, weil diese durch das Buch erst geschaffen werden sollen.

Dieses Buch umfasst den Zeitraum der ersten Siedlung am Tiber bis zum Untergang des römischen Gesamtreiches.


Geschichte des römischen Weltreiches

[Bearbeiten] Inhalt

Chronologie: Gründung und Ausbreitung in Italien (7 Jh. bis 270 v.Chr.)


Chronologie: Auf dem Weg zur größten Macht im Mittelmeer (270 bis 146 v. Chr.)


Chronologie: Von der Republik zur Kaiserzeit (146 bis 44 v. Chr.)

Von den Soldatenkaisern zur Teilung Roms

Weitere Kapitel

Ausbreitung des römischen Weltreiches
Die größte Ausdehnung des römischen Imperiums im dritten Jahrhundert



[Bearbeiten] Gründung und Königszeit (7. Jh bis 510 v.Chr.)

7. Jahrhundert v. Chr Bei den Römern gab es zwei Legenden über die Entstehung Roms:

Die eine war, dass das römische Königreich entstand mit der Gründung Roms am 21. April 753 v. Chr. durch Romulus und Remus. In Wirklichkeit war das Latium in Italien schon viel früher von Bauern und Hirten besiedelt. Erst am Ende des 7. Jahrhunderts fasste man die dörflichen Siedlungen nahe des Tibers zur Stadt Rom zusammen. Das römische Königreich hatte angeblich bis 509 v. Chr. bestanden, als der letzte König Lucius Tarquinius Superbus gestürzt wurde und das Königreich zur römischen Republik wurde. Die andere Legende ist die Aeneis, in der der Trojaner Aeneas nach dem Fall Trojas nach vielen Irrfahrten zum Tiber kommt, wo seine Nachfahren, wie die Götter es ihm gesagt hatten, Rom gründen sollten. Dort aber musste er einige erbitterte Schlachten schlagen, ehe er sich niederlassen konnte. Romulus und Remus gehören zu seinen Nachfahren.


Die junge Stadt lag an einem sehr günstigen Ort. Sie befand sich an einem Verkehrsknotenpunkt, einer Tiberfurt und nahe am Meer. In Rom herrschte nach etruskischem Vorbild ein König, der die weltliche und sakrale Macht in seinen Händen vereinigte. Beraten wurde er durch den Senat und die weit schwächere Volksversammlung (comitia curiata).

[Bearbeiten] Ende der Königsherrschaft (510 bis 471 v.Chr.)

510 v. Chr Unter Führung von Lucius Junius Brutus wird der inzwischen 7. König Tarquinius Superbus (der Hochmütige) aus Rom vertrieben. Laut der Sage hatte Tarquinius Superbus' Sohn, Sextus Tarquinius, eine angesehene Frau namens Lucretia vergewaltigt. Luctretias Ehemann Collatinus wandte sich an seinen Freund Brutus, der einige Römer gegen den unbeliebten Tarquinius Superbus und seinen Sohn kämpfen ließ. Dies ist der Anfangspunkt der römischen Republik und das Ende des politischen Einflusses der Etrusker. Die Macht geht zunächst in die Hände der reichen Adelsreiterei über (nur Reiche konnten sich Pferde leisten). Ihr Ältestenrat (Senat) bestimmte den obersten Heerführer.

[Bearbeiten] Beginn der Ständekämpfe (471 bis 396 v.Chr.)

Zu Beginn der Republik bestand die Bevölkerung Roms aus Patriziern, den Reichen und Priviligierten, Sklaven und den Plebejern (von plebs -> Volk), die zunächst nahezu machtlos waren und keine Ämter besetzen konnten.
471 v.Chr. Als erstes Zugeständnis der Patrizier wurde das Amt des Volkstribunen geschaffen, der den Willen des Volkes vertrat und auch selbst Plebejer war.
470 v.Chr. In diesem Jahr beginnen die langwierigen Ständekämpfe. Sie werden mit Unterbrechungen bis 287 v.Chr. fortdauern. Die Volkstribune schaffen, um die Forderung des Volkes nach Gleichberechtigung besser durchsetzen zu können, die plebejische Volksversammlung (concilium plebis).
Auf deren Druck wird neben der für die Plebejer ungerechten Volksversammlung (comitia curiata) eine neue Volksversammlung (comitia centuriata) geschaffen, die nun nach Bewaffnungsklassen geordnet ist. Da die Plebejer im Zuge der neuen Kriegstaktik wichtigster und größter Bestandteil des Heeres sind, wird ihnen hiermit mehr Macht zuteil.
450 v.Chr Mit der schriftlichen Fixierung des geltenden Rechtes und somit auch der Rechte der Plebejer in Form der Zwölftafelgesetze war ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung getan.
445 v.Chr Die Plebejer-Patrizier-Ehe wird zugelassen.

[Bearbeiten] Etrusker und Kelten (396 bis 370 v. Chr.)

396 v. Chr. Nach zehnjähriger Belagerung nehmen die Römer die bedeutende etruskische Stadt Veii ein. Ihr Stadtgebiet verdoppelt sich damit von 800 auf 1500 km².
387 v. Chr. Um 400 v.Chr. fallen die Kelten (Gallier) in Oberitalien ein. Am 18. Juli 387 v.Chr. erleiden die römischen Streitkräfte gegen sie eine herbe Niederlage. Da die Stadt nicht zu verteidigen ist, verschanzen sich die Römer auf dem gut befestigten Kapitol. Die Kelten verwüsten die Stadt, können jedoch das Kapitol nicht einnehmen und ziehen nach einer Lösegeldzahlung ab.
Nach diesem Schock wird, wo vorher nur Erdwälle und Pallisaden waren, die Servianische Stadtmauer errichtet. Die Stadt wird wieder aufgebaut und hat sich bald neuer Bedrohungen zu erwehren.
370 v. Chr. Rom gründet den Latinischen Bund mit seinen Nachbarn. Die Bündnisspartner bleiben jedoch autonom und nur der oberste Heerführer kommt aus Rom.

[Bearbeiten] Plebejer auf dem Weg zur Gleichberechtigung (370 bis 343 v. Chr.)

367 v. Chr. Es wurden nun 3 neue Beamtenstellen geschaffen - 2 Konsulen und 1 Prätor. Die 2 Konsulen hatten im römischen Staat die oberste Befehlsgewalt inne. Sie waren oberste Heerführer, besaßen ein gegenseitiges Vetorecht und mussten sich meist den Ratschlägen des mächtigen Senates unterordnen. Der Prätor war der oberste Richter und hatte die Schlichtung von Rechtsstreitigkeiten zur Aufgabe. Alle Beamten, auch die Zensoren, Quästoren und Ädilen wurden für ein Jahr von den verschiedenen Volksversammlungen gewählt. Die wichtigste Neuerung war jedoch, dass auch den Plebejern alle diese Ehrenämter und damit auch die Ämterlaufbahn (cursus honorum -> Weg der Ehre) sowie die Aufnahme in den Senat offenstanden.

[Bearbeiten] Latinischer Krieg und Samnitenkriege (343 bis 287 v. Chr.)

343 - 341 v. Chr. Durch den erheblichen Landzuwachs waren die Römer nun Nachbarn der Samniten geworden. Im 1. Samnitenkrieg, der nur 2 Jahre dauerte, siegte Rom und besetzte das nördliche Kampanien.
340 - 338 v. Chr. Rom unterwirft nun nacheinander im Latinischen Krieg alle abtrünnigen Bundesgenossen. Am Ende wird der Latinische Bund aufgelöst und die eroberten Städte gehen im römischen Staatsverband auf.
326 - 304 v. Chr. Im Vorfeld des 2. Samnitenkrieges scharen sich alle von den Samniten bedrohten Städte und Stämme um Rom, welches dann einem Hilferuf Neapels folgt und den Krieg auslöst. Nach mehreren Niederlagen erringt die römische Armee auch einige Siege, welche die Eroberung Kampaniens abschlossen. Die Samniten können jedoch nicht niedergeworfen werden, so dass es wieder zu einem Waffenstillstand kommt. Während des Krieges legen die Römer mit ihrer intelligenten Stadtgründungspolitik den Grundstein für den späteren Frieden, indem sie den Gegner mit befestigten, strategisch günstig gelegenen Kolonien einschnüren.
300 v. Chr. Plebejer werden zu den Priesterämtern zugelassen (Pontifices und Augurn)
298 - 290 v. Chr. Im 3. Samnitenkrieg waren die Römer gezwungen einen Zweifrontenkrieg zu führen. Nördlich griffen Sabiner und Kelten gleichzeitig an, während sich an der Südgrenze Siege und Niederlagen abwechselten. 290 v.Chr. - die Gallier und Sabiner waren besiegt - schloss man wieder Frieden.

[Bearbeiten] Ende der Ständekämpfe und Pyrrhuskrieg (287 bis 275 v. Chr.)

287 v. Chr. Nach 183 Jahren innenpolitischer Instabilität wurden die Ständekämpfe endlich beigelegt. Zuletzt wurden nicht nur die in den Ständekämpfen enstandenen Institutionen, wie die plebejische Volksversammlung und das Volkstribunat bestätigt und sogar gestärkt, sondern auch die Plebiszite werden als Volksbeschlüsse anerkannt.
280 - 275 v. Chr. Die letzte Etappe auf dem Weg zur Herrschaft über ganz Italien war der Pyrrhuskrieg. Die im Süden Italiens gelegene Stadt Tarent rief bei der Bedrohung der Römer den epirotischen König Pyrrhus zu Hilfe. Dieser folgte dem Hilferuf gerne, da sein Ziel eine süditalienische-sizilianische Kolonie war.
Pyrrhus erringt zwar zunächst Siege, doch sind diese so verlustreich und nutzlos, dass heute sogar der Begriff "Pyrrhussieg" für zu teuer erkaufte Erfolge gebräuchlich ist. Auch die Kathager haben Interesse daran Pyrrhus aus Italien und vor allem Sizilien zu vertreiben. Mit ihrer Hilfe schlagen die Römer zurück und Pyrrhus verlässt geschlagen das italische Festland um den griechischen Kolonien auf Sizilien gegen Karthago beizustehen.
Doch Pyrrhus kann Sizilien nicht erobern, sodass er zunächst nach Italien zurückkehrt und dort bei Beneventum 275 v.Chr. wiederum gegen die Römer verliert. Nun muss er seine Pläne endgültig begraben und kehrt nach Griechenland zurück.

[Bearbeiten] Herrschaft über ganz Italien (275 bis 270 v.Chr.)

Ohne starken Gegner gelingt es Rom nun alle Stämme und Städte Süditaliens niederzuwerfen und sie in sein Bundesgenossensystem einzugliedern. Auch alle Samnitenstämme treten einzeln in ein Bündnisverhältnis zu Rom.
270 v. Chr. Rom ist nun Herrin über das ganze festländische Italien.



[Bearbeiten] Die Punischen Kriege

Karthago wurde 800 v.Chr. von der phönizischen Stadt Tyros als Handelsniederlassung gegründet. Ab ungefähr 500 v.Chr. gilt sie als die wichtigste phönizische Stadt. Bis zum Beginn des 1. Punischen Krieges (die Karthager wurden von den Römern auch Punier genannt) wurden zwischen den späteren Konkurrenten, Karthago und Rom, 4 Verträge abgeschlossen. Die drei letzten versicherten die gegenseitige Unterstützung im Kampf gegen den zunehmenden griechischen Einfluss. Ab 270 v.Chr. ist Rom die Herrin über ganz Mittel- und Süditalien. Nun möchte sie ihren Einfluss auf Sizilien vergrößern, wodurch es unweigerlich zum Konflikt mit der ansässigen Seemacht Karthago kommen muss.

[Bearbeiten] Erster Punischer Krieg (264 bis 241 v. Chr.)

264 v. Chr Die von Hieron von Syrakus belagerte sizilische Stadt Messana fleht um römischen Beistand. Rom nimmt sie in ihr Bundesgenossensystem auf und schickt Truppen. Doch bevor diese eintreffen, besetzen die Karthager die Stadt. Der erfolglose Hieron wechselt nun die Seiten und verbündet sich mit Rom. Im folgenden langen, harten Krieg (1. Punischer Krieg 264 - 241 v. Chr. ) muss sich Karthago also zweier Feinde erwehren.
260 - 256 v. Chr. Rom muss sich indes eine Flotte zulegen, um die Karthager besiegen zu können. Dies zahlt sich aus und die Römer erringen zuerst in der Seeschlacht bei Milazzo 260 v. Chr. und dann 256 v. Chr. am Kap Ecnomus den Sieg.
256 - 255 v. Chr. Selbstbewusst auf Grund der beiden errungenen Siege greift Rom Karthago an. Dies scheitert aber.
241 v. Chr. Bei den Ägatischen Inseln fällt dann die Entscheidung. Die römische zerstört die gesamte karthagische Flotte. Damit ist die Versorgung des karthagischen Landheeres auf Sizilien nicht mehr gewährleistet und es kommt zum Friedensschluss.
Der Friedensvertrag erwirkt die Räumung Siziliens durch Karthago und die Zahlung einer hohen Kriegsentschädigung. Sizilien wird zur ersten römischen Provinz. Provinzen werden durch einen Prätor, den Statthalter, verwaltet und ihre Einwohner müssen hohe Steuern zahlen.

[Bearbeiten] Kämpfe gegen Illyrer und Kelten (241 bis 219 v. Chr.)

238 v. Chr Die auf Sardinien stationierten karthagischen Soldaten erheben sich und wenden sich Rom zu. Dies nutzt die Gunst der Stunde und weitet die Klausel des Friedensvertrages "Räumung aller Inseln zwischen Italien und Sizilien" auf Sardinien und Korsika aus. Sie werden die zweite Provinz Roms und Karthago bleibt nur noch die Expansion nach Spanien.
229 - 228 v. Chr. Im Ersten Illyrischen Krieg versucht Rom der zunehmenden organisierten Piraterie im Adriatischen Meer Herr zu werden. Das ist die Begründung der römischen Seeherrschaft in der Adria.
226 v. Chr. Besorgt über die schnelle Expansion Karthagos in Spanien legt Rom mit dem Karthager-Feldherrn Hasdrubal (Onkel Hannibals) in einem Vertrag den Ebro als Nordgrenze des karthagischen Interessengebietes fest.
222 v. Chr. 227 v.Chr. starteten die Römer eine Offensive gegen die Kelten in der Poebene. 5 Jahre später sind die Kelten unterworfen und ihre Gebiete werden zur Provinz "Gallia cisalpina".

[Bearbeiten] Zweiter Punischer Krieg (218 bis 201 v. Chr.)

219 v. Chr Der Nachfolger Hasdrubals Hannibal belagert das mit Rom befreundete Sagunt und nimmt es nach neunmonatiger Belagerung ein. Außerdem führt Rom in Illyrien den 2. Illyrischen Krieg.
218 v. Chr. Hannibal überschreitet den Ebro. Obwohl der Feldherrenvertrag Roms mit Hasdrubal für ihn nicht bindend ist, erklärt Rom Karthago den Krieg (2. P.K. 218 - 201 v. Chr.).
218 - 216 v. Chr. Hannibal überschreitet mit 37 Kriegselefanten und mehreren zehntausend Soldaten die Alpen. Rom unterliegt ihm in der Folge an der Trebbia (218 v.Chr.), am Trasimenischen See (217 v.Chr.) und schließlich bei Cannae (216 v.Chr.) .
Das Römische Heer ist vernichtend geschlagen und Hannibal steht mitten in Italien. Doch aus unerklärlichen Gründen verzettelt er sich in Süditalien und will dort die römischen Bundesgenossen abwerben, anstatt gegen das ungeschützte Rom zu ziehen. Die Römer entziehen sich immer wieder einem militärischen Zusammentreffen und bauen ihr Heer neu auf.
Hannibal verbündet sich nach Cannae mit dem makedonischen König Philipp V.. Rom untergräbt dieses Bündniss jedoch, indem es den Ätolischen Bund unterstützt, der gegen Makedonien Krieg führt (1. Makedonischer Krieg).
211 - 209 v. Chr. Rom nimmt zuerst 211 v.Chr. Capua ein und wendet sich dann nach Spanien, wo es 209 v. Chr. Neukarthago einnimmt. Damit gewinnen die Römer schließlich doch noch in Spanien die Oberhand und unterbrechen die Versorgung des Heeres von Hannibal.
204 v. Chr. Als die römischen Truppen in Afrika landen, muss Hannibal Italien den Rücken kehren und sein Heimatland verteidigen.
202 v. Chr. Bei Zama unterliegt er schließlich seinem Widersacher Feldherr Scipio.
201 v. Chr. Dieser Friedensvertrag trifft Karthago sehr hart. Es muss Spanien abgeben, verliert seine Kriegsflotte, muss eine hohe Kriegsentschädigung zahlen und kann nun nur noch mit Zustimmung Roms Krieg führen. Es ist verständlich, dass Rom Karthago nun nicht mehr als selbstständige Großmacht akzeptieren wollte.

[Bearbeiten] Kriege in Griechenland (201 bis 171 v. Chr.)

200 - 197 v. Chr Philipp V. dehnt seine Herrschaft in Griechenland und Kleinasien aus. Pergamon und Rhodos, die das verhindern wollen, bitten in Rom um Beistand. Die Römer, die Philipp wegen des Bündnisses mit Karthago noch in schlechter Erinnerung haben, treten in diesen 2. Makedonischen Krieg ein.
197 v. Chr. Die römischen Truppen besiegen Philipp bei Kynoskephalai.
196 v. Chr. Der folgende Friedensvertrag setzt die Verdrängung der Makedonier aus Griechenland voraus. Die Römer erklären die von ihnen angestrebte Befreiung Griechenlands für abgeschlossen.
191 - 188 v. Chr. Doch der Seleukidenkönig Antiochos III. nutzt die Niederlage Philipps aus und will die griechischen Städte in seinen Besitz bringen. Rom muss, um sein Gesicht zu wahren, wieder zu den Waffen greifen.
190 v. Chr. Sieg Roms bei Magnesia.
188 v. Chr. Der folgende Friedensvertrag ist im Wesentlichen der selbe, wie der mit Philipp V.. Antiochos muss Griechenland räumen.
180 v. Chr. In Rom werden nun Mindestalter für wichtige politische Ämter eingeführt. So kann ein Quästor erst ab 31, ein Ädil ab 27, ein Prätor ab 40 und ein Consul erst ab 43 Jahren gewählt werden.

[Bearbeiten] Dritter Punischer Krieg und Kolonisierung Griechenlands (171 bis 146 v. Chr.)

171 - 168 v. Chr Als Makedonien wieder zu einer Macht in Griechenland aufzusteigen droht, führt Rom Krieg gegen Philipps' Sohn Perseus.
168 v. Chr. Doch auch diesmal siegen die Römer, diesmal bei Pydna, und schaffen letztendlich die makedonische Monarchie ab. Sie teilen das Reich in 4 voneinander unabhängige Teile.
151 - 146 v. Chr. Ein Aufstand für die griechische Freiheit zwingt Rom, militärische Maßnahmen zu ergreifen.
146 v. Chr. Das römische Heer zerstört das Unruhezentrum Korinth. Makedonien wird zur Provinz Macedonia und Griechenland zu Achaia.
149 - 146 v. Chr. Die Karthager führen Krieg gegen Roms Verbündeten Masinissa. Daraufhin gewinnen in Rom diejenigen die Oberhand, die die komplette Zerstörung Karthagos forden (3. P.K. 149 - 146 v.Chr.).
146 v. Chr. Die Römer machen Karthago dem Erdboden gleich. Die wenigen überlebenden Einwohner werden versklavt.
Rom ist nun die stärkste Macht im Mittelmeerraum.



[Bearbeiten] Von der Republik zur Kaiserzeit

Aufgrund der vielen Kriege, die das Römische Reich führte, kam es zu weit reichenden gesellschaftlichen Umwälzungen. Vor allem die Differenz zwischen Arm und Reich vergrößerte sich. Großgrundbesitzer kauften landwirtschaftliche Flächen von Kleinbauern oder eigneten sie sich an, während die Eigentümer Kriegsdienst leisteten. Sie ließen die erworbenen Flächen von den billigsten Arbeitskräften überhaupt, den Sklaven, bewirtschaften, sodass die Kleinbauern, wenn sie denn noch Land besaßen, nicht mit den Erzeugnissen der Großgrundbesitzer und den billigen Exporten konkurrieren konnten. In der Folge strömten massenhaft Besitzlose nach Rom und in die Städte, um nur von Spenden zu leben. In dieser Zeit entstanden 2 konkurrierende Parteien. Auf der einen Seite die Popularen (Volkspartei) und auf der anderen die Optimaten (Senatspartei).


[Bearbeiten] Die Gracchen und die Heeresreform des Marius (133 bis 100 v. Chr.)

133 v. Chr Tiberius Gracchus, Angehöriger der Volkspartei, wird in diesem Jahr Volkstribun. Sein Ziel ist es, das gestohlene Land den Bauern wieder zurückzugeben. Er setzt ein Ackergesetz durch, welches jedoch nicht sehr erfolgreich ist. 132 v.Chr. wird er von Gegnern erschlagen .
123 v. Chr. Zehn Jahre später wird sein Bruder Gaius Volkstribun. Er setzt die Landverteilung fort und löst damit einen Bürgerkrieg aus. 121 v.Chr. wird auch er umgebracht.
111 - 106 v. Chr. Der Populare und Konsul C. Marius kämpft gegen den Numidierkönig Jugurtha. 106 nimmt er ihn gefangen und beendet damit den Krieg.
Das Römische Imperium gerät zunehmend unter Druck, da die Zahl der Wehrpflichtigen sinkt. Ein Soldat muss seine Ausrüstung selbst bezahlen, was vielen durch zunehmende Armut nicht möglich ist.
104 - 100 v. Chr. Marius setzt aus diesem Grund eine Heeresreform durch. Er lässt nun auch Besitzlose zum Wehrdienst zu. Ihre Ausrüstung wird vom Staat oder dem Feldherrn gestellt. Die Soldaten erhalten nach 25-jähriger Dienstzeit Grund und Boden, um ihren weiteren Lebensunterhalt zu verdienen. Damit vergrößert sich die Zahl der Soldaten erheblich und die Soldaten bauen eine starke persönliche Bindung zu ihrem Feldherren auf, denn er sorgt für ihr Wohl, ihre Besoldung und die Landzuteilung nach erbrachtem Dienst.
102 - 101 v. Chr. Marius siegt zunächst 102 v.Chr. bei Aquae Sextiae gegen die Teutonen und Ambronen und dann 101 v.Chr. gegen die Kimbern bei Vercellae.
100 v. Chr. Marius wird von den Optimaten entmachtet.

[Bearbeiten] Kriege gegen die Bundesgenossen und Pontus (100 bis 84 v. Chr.)

91 - 89 v. Chr Aufgrund der Ablehnung des Senats, allen Bewohnern Italiens (Italiker) das römische Bürgerrecht zu verleihen, kommt es zum Bundesgenossenkrieg. Trotz der militärischen Niederlage wird den Italikern das Bürgerrecht verliehen.
88 - 81 v. Chr. Da römische Steuerpächter in Kleinasien ihre Provinzen zu sehr ausbeuten, kommt es zu vielen Aufständen. Mithridates IV., der König von Pontus, lässt daraufhin in der so genannten Vesper von Ephesus 80000 Römer ermorden. Es folgen die Mithridatischen Kriege.
86 v. Chr. Sulla, Führer der Optimaten, wird Oberbefehlshaber in diesen Kriegen. Er besiegt Mithridates in Athen und Delphi. Während Sullas Feldzügen tobt in Rom der Bürgerkrieg zwischen Popularen und Optimaten.
84 v. Chr. Mithridates wird zum Friedensschluss von Dardanos gezwungen.

[Bearbeiten] Sullas Diktatur und Ende; Pompeius und Crassus (84 bis 60 v. Chr.)

82 v. Chr Sulla kehrt nun wieder nach Italien zurück. 82 v.Chr. zieht er auf Rom und besiegt am Collinischen Tor die Anhänger der Volkspartei. An diesem 1. November beginnt die Diktatur Sullas.
82 - 79 v. Chr. Während dieser Diktatur schwächt Sulla systematisch seine Gegner. Es kommen 90 Senatoren und 2600 Ritter ums Leben. Viele werden vertrieben oder enteignet. Die Stellung des Senats erfährt eine letzte Stärkung. 79 v.Chr. tritt Sulla freiwillig zurück.
73 - 71 v. Chr. 73 v.Chr. brechen 200 Sklaven, unter Führung des Spartakus aus einer Gladiatorenschule aus. Nach und nach wächst ihre Zahl auf 10000. Nach kräftezehrenden Kämpfen und mehrmaliger Aufspaltung des Trupps wird die Sklavenarmee 71 v.Chr. von den beiden Feldherren Crassus und Pompeius besiegt.
70 v. Chr. In diesem Jahr sind Crassus und Pompeius Konsuln. Sie beseitigen die Sullanische Verfassung und stellen das von Sulla beseitigte Volkstribunat wieder her.
64 - 63 v. Chr In einem erneuten Krieg gegen Pontus beseitigt Pompeius Mithridates endgültig. Er ordnet daraufhin den Osten des Reiches neu und es entstehen die Provinzen Bithynien, Pontus und Syrien.
63 - 62 v. Chr. Die Verschwörung des Catilina, der die Macht an sich reißen will, wird vom Konsul Cicero aufgedeckt.

[Bearbeiten] Emporkommen Caesars, 1. Triumvirat und Gallischer Krieg (60 bis 53 v. Chr.)

60 v. Chr. Der Senat verweigerte seine Zustimmung zur genannten Neuordnung Kleinasiens und Landvergabe an die Veteranen des Pompeius. Pompeius geht daraufhin ein Bündniss mit Crassus und Caesar ein, der Unterstützung gegen die Optimaten im Senat suchte. Dieses Bündniss trug den Namen Triumvirat (-> Dreimännerherrschaft). Es wurde festgelegt, dass keiner der Bündnisspartner gegen die Interessen der anderen handeln sollte. Damit schlossen sich mitten in Rom der Mächtigste (Pompeius), der Reichste (Crassus) und der politisch Klügste (Caesar) gegen den Senat zusammen, um ihre Ziele durchzusetzten.
59 v. Chr. In diesem Jahr wird Caesar Konsul und erlässt ein neues Agrargesetz, die lex Iulia agraria.
58 - 51 v. Chr. Caesar ist Statthalter in Norditalien und Südfrankreich. Zunächst hilft er nur den mit Rom befreundeten Häduern gegen die einfallenden Germanen, erobert dann im Gallischen Krieg schrittweise ganz Gallien (etwa das heutige Frankreich und Belgien) bis zum Rhein. 52 v.Chr. wird der letzte Widerstand der Gallier unter Vercingetorix in der Schlacht um Alesia gebrochen.
56 v. Chr. Caesar erneuert in Luca das Triumvirat. Es wird vereinbart, dass Caesar weiter Statthalter in Gallien bleibt, dass Crassus und Pompeius sich das nächste Jahr zu Konsulen wählen lassen und dass sie nach diesem Jahr in ihre jeweiligen Provinzen gehen.
53 v. Chr. Beim Partherfeldzug des Crassus wird dieser durch Verrat getötet. Das Triumvirat zerbricht daraufhin.

[Bearbeiten] Bürgerkrieg und Diktatur Caesars (53 bis 44 v. Chr.)

52 v. Chr Pompeius wird vom Senat als einziger Konsul eingesetzt. Er soll die anarchischen und terroristischen Zustände in Rom bekämpfen.
49 - 45 v. Chr. Nun beginnt der Bürgerkrieg des Caesar gegen Pompeius. Caesar wird vom Senat aus Gallien abberufen. Er soll seine Soldaten entlassen, stattdessen zieht er mit seinen Legionen auf Rom und überschreitet am 10.1.49 den Rubikon. Seine Gegner fliehen nach Griechenland, während Caesar in einem Blitzkrieg Italien unter seine Kontrolle bringt. Danach erobert er Spanien und zieht schließlich nach Osten. In der Entscheidungsschlacht bei Pharsalos 48 v.Chr. siegt er über Pompeius, welcher jedoch entkommt und nach Ägypten flüchtet. Als Caesar in Ägypten eintrifft, ist Pompeius bereits ermordet worden. Caesar entscheidet den Thronfolgerstreit Ägyptens zu Gunsten seiner Geliebten Kleopatra und unterwirft anschließend Kleinasien. Die Anhänger des Pompeius sammeln sich erneut in Afrika und Caesar besiegt sie 46 v.Chr. bei Thapsus und 45 v.Chr. bei Munda in Spanien endgültig.
44 v. Chr. Caesar war schon mehrere Male zum Diktator ernannt worden. 44 v.Chr. wird er zum Dikator auf Lebenszeit. Doch schon an den Iden des März, dem 15. März, wird er im Senatsgebäude ermordet.



[Bearbeiten] Die Krise des 3. Jahrhunderts

Mit der Verschärfung der Bedrohung von Außen(Germanen, Perser und Berber)und dem Mord des letzten Kaisers der Severer Alexander Severus beginnt die Krise des römischen Imperiums. Sie ist vom ständigen Wechsel des Kaisers durch die Soldaten,Bürgerkriegen,hohe Inflation und Plünderungen der Germanen geprägt.


[Bearbeiten] Die Verfassung der römischen Republik

Verschiedene Elemente bestimmten die Staatsordnung, die wichtigsten waren der Senat, der Magistrat und die Volksversammlungen.

Der Senat bestand aus ehemaligen Magistraten, sie hatten allerdings zu Anfang der Republik keine politischen Rechte, sondern nur eine beratende Funktion. Außerdem bewahrten sie die Traditionen. Die Magistrate folgten meist den Ratschlägen der Senatoren, da sie sich dieses hoch geachtete Amt auch für die Zukunft sichern wollten.

Der Magistrat bestand im 1. Jahrhundert v. Chr. aus verschiedenen Ämtern, und zwar aus den zwei Konsuln (Militärmacht und Staatslenkung), den sechs Prätoren (Jurisdiktion und Vertreter der Konsuln), den vier Ädilen (Spiele), den Quästoren (Helfer der Oberbeamten) und den zehn Volkstribunen (Vetorecht gegen Handlungen der Magistrate, Leitungen der Versammlungen der Plebs(siehe unten)). Ein Zensor zur Vermögensschätzung wurde alle 5 Jahre bestimmt.

Es gab verschiedene Volksversammlungen, in denen nach Gruppen, nicht nach Einzelstimmen abgestimmt wurde (also pro Gruppe eine Stimme). Die Zenturiatskomitien, nach der finanziellen Lage der wahlberechtigten Bürger, also keine Frauen sondern nur Männer, die nicht unter der Vormundschaft ihres Vaters standen, gebildet, die Tributkomitien, nach dem Wohnort gebildet, die Kuriatkomitien, nach Männergemeinschaften gebildet, und die Versammlungen der Nichtadligen, auch nach Wohnort gebildet, stimmten einem Gesetzesvorschlag zu oder lehnten ihn ab. Es war ihnen nicht möglich, selbst Vorschläge zu machen.


[Bearbeiten] Punische Kriege

[Bearbeiten] Der Weg zur Auseinandersetzung zwischen Karthago und Rom

Der hegemoniale Kampf im westlichen Mittelmeer besteht nicht nur aus dem Konflikt zwischen Karthago und Rom. Dass dies schlussendlich der Hauptkonflikt ist, erklärt sich aus den drei Kriegen, welche beide austrugen. Doch wie war es zu diesem Konflikt gekommen? Im Vorfeld der Auseinandersetzung zwischen der phönizischen Kolonie Karthago und der Stadt Rom lag eine Zeit von gegenseitiger Interessensabgrenzung. So waren im dritten vorchristlichen Jahrhundert die Griechen auf Sizilien (Syrakus) die Hauptgegner von Karthago, da sie der Ausdehnung des Herrschaftsbereichs im Wege standen. Um sich abzusichern, schlossen die Punier sogar Verträge mit den Etruskern. Nach der Abschaffung der etruskischen Monarchie bemühte sich Karthago um Verträge mit Rom. Der erste dieser für Rom Prestige einbringende Vertrag wurde 503 v. u. Z. geschlossen.

Durch diesen Vertrag hoffte man in Karthago Rom zu binden, da man dort dem Aufstiegs Roms nicht tatenlos zusehen wollte. Dieser Vertrag, welcher 120 Jahre hielt, schuf gute Beziehungen zwischen beiden Staaten. Während dieser Zeit änderten sich die wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten im westlichen Mittelmeer (Karthagos Hauptfeind war immer noch Syrakus, während Rom nun mit den Kelten zu kämpfen hatte) entscheidend, so dass im Jahre 348 v. u. Z. zwischen beiden Mächten ein neuer Vertrag ausgehandelt wurde. Dieser neue Vertrag war zwar eine Erneuerung des alten, doch kamen für Karthago neue Vertragspartner (Tyros und Utica) hinzu. Es erfolgte eine Interessensabgrenzung und beide schlossen ein Bündnis gegen Syrakus.

Zirka 40 Jahre später hatte Karthago Syrakus besiegt und Rom die Vormachtstellung in Italien errungen. Nun wurde es wieder notwendig einen Vertrag abzuschließen. Diesmal war es ein politisches Abkommen, in dem vereinbart wurde, dass Rom Sizilien und Karthago Italien fernblieb. Hier schon zeichnete sich ein Interessenkonflikt ab: Die griechische Pufferzone in Süditalien. Rom und Karthago wurden immer mehr zu Kontrahenten. Im Jahre 278 v. u. Z. schloss man einen letzten Vertrag. Pyrrhus war in Süditalien eingefallen. Tarent und Syrakus sandten sowohl an Rom als auch an Karthago einen Hilferuf. Dadurch kamen beide Mächte noch einmal zusammen. Bei der gegen Pyrrhus gerichteten Aktion hatte Karthago Oberbefehl über die Flotte. Die bis dahin existierende Pufferzone ging durch die Eroberung beider verloren und der Konflikt trat offensichtlich zu Tage (um 266 v. u. Z.).

[Bearbeiten] Erster Punischer Krieg

Nachdem Magna Graecia unter römische Kontrolle gelangt war, stießen die Interessensphären Roms und Karthagos an der Straße von Messina aneinander. Karthago war allerdings nicht an Italien interessiert. Es wollte seine Besitztümer wahren und verbat sich die Einmischung der Römer auf Sizilien. Rom hatte sich, auf seine Kraft als Landmacht stützend, durch die Eroberung Süditaliens saturiert. Gleichzeitig übernahm man durch die eroberten Griechenstädte deren Karthago feindliche Stimmung. Es fehlte nur noch ein Auslöser für einen Kampf zwischen beiden: Den lieferte der seit ca. 20 Jahren bestehende Gegensatz zwischen Syrakus und Messana, welches kurz vor der Eroberung der Archimedesstadt stand. Hier nun intervenierte Karthago und unterhielt darauf hin eine Armee in der Stadt der Marmertiner.

Messana wollte seinerseits in das Bundesgenossensystem der Römer aufgenommen werden, und rief deshalb Rom zu Hilfe. Das Gesuch aus dem Süden löste im römischen Senat eine heftige Debatte aus. Zwar forcierte die Kriegspartei unter App. Claudius Caudex den Krieg mit Karthago, (»Roms Zukunft liegt im Süden.«) doch die Scheu vor einem Vertragsbruch verhinderte den Ausbruch. Im Senat bildete sich der Gegensatz zwischen der alten (Optimaten) und der neuen Aristokratie (Popularen). Nun wandte sich Caudex an die Vollversammlung. Diese folgte seinem Vorstoß und beschloss Messana mit zwei Legionen zu Hilfe zu kommen. Nachdem die Straße von Messana überschritten worden war, erzwang man den Abzug der Karthager.

Das Ultimatum der Punier ließ nicht lange auf sich warten. Doch Rom ignorierte dies und musste nun mit ansehen, dass Messana von der karthagischen Flotte belagert wurde. Zwar wurde versucht den Frieden zu retten, es kam aber zu keiner Einigung. Caudex eroberte zuerst das Gebiet der Marmertiner, danach Syrakus, welches sich ergab. Und nachdem man auch auf karthagisches Gebiet ausgegriffen hatte, kam es kaum noch zu entscheidenden Siegen. Die Römer erkannten, dass sie Karthago nicht nur mit Landkämpfen besiegen konnten. So entschloss man sich eine Flotte zu bauen. Als Modell diente eine gekaperte karthagische Quinquereme, ein massiv gebautes Kriegsschiff. Auf deren Grundlage schuf man die erste römische Flotte, welche mit dem Seesieg von Mylae (260 v. u. Z.) einen gebührenden Einstand feierte. Dieser Erfolg veranlasste Rom nun die karthagische Machtposition auf Sardinien und Korsika in Frage zu stellen, indem man dort römische Schiffe kreuzen ließ (259 v. u. Z.).

Drei Jahre später landen die Römer in Afrika. Im gleichen Jahr unterliegt Karthago erneut in einer Seeschlacht bei den Ägadischen Inseln. Damit einher geht die Festsetzung römischer Truppen am Kap Gon und die Unterwerfung einiger Städte im Osten Karthagos. Trotz dieser Erfolge scheiterte sowohl die Gewinnung der Numidier (als Verbündete) als auch der endgültige Sieg. Dies lag wohl auch an der unverhofft an die Karthager herangetretenen griechischen Söldner unter Xanthippos. Gemeinsam schlagen sie 252 v. u. Z. im Tal des Bagradas Rom, welches sich auf den eigentlichen Kriegsschauplatz (Sizilien) zurückzog.

Nach den Niederlagen übernahm 249 v. u. Z. Hamilkar Barkas in Karthago die militärische Führung. Um 245 v. u. Z. zeichnete sich ein Friedensschluss ab, da beide Seiten kriegsmüde waren. Doch sollte es noch einmal eine Schlacht und ein paar Jahre dauern bis der Krieg beendet war. Rom wollte mit seiner 243 v. u. Z. aufgestellten Flotte die Entscheidung erzwingen. Man gewann erneut bei den Ägadischen Inseln und nahm karthagische Städte (z. B. Lilybaeum) ein. Zwar konnte man Karthago von Sizilien vertreiben, es auf zehn Jahre Konstributionen verpflichten und die Machtposition zu Gunsten Roms verschieben, doch blieb Karthago auch weiterhin ein Machtfaktor.

[Bearbeiten] Rom und Karthago zwischen den ersten beiden Punischen Kriegen

Karthago hatte für den Ersten Punischen Krieg Söldnertruppen angeworben, welche nun nicht mehr bezahlt werden konnten. Dadurch kam es zu einem Söldneraufstand, der auch auf andere Bevölkerungsschichten übergriff. Hamilkar Barkas unternahm einige Angriffe auf Numidien. Dieses rief Rom zu Hilfe. Die Römer nutzten die politische Situation Karthagos aus und besetzte Sardinien und Korsika (238 v. u. Z.). Karthago konnte keinen Krieg führen und fügte sich so dem Vertragsbruch. Die Provinzen Sizilien (außer Syrakus), Sardinien und Korsika wurden nicht in das bestehende Drei-Säulen-System der herrschenden Ordnung eingefügt. Es wurde ein praetor provinciae eingesetzt – der Anfang der Provinzialverwaltung.

Rom unterwarf im Norden Italiens die Kelten, nahm sich ab 230 v. u. Z. dem Problem der Piraterie (Illyricum) an und errichtete ein Protektorat auf dem Balkan. In Karthago war die Lage weitaus schwieriger. Es wurde ein Ersatz für Sizilien gesucht. Alle politischen Parteien waren für die Aufrechterhaltung des Status quo, doch war man sich über die weiteren außenpolitischen Aktivitäten außerhalb der römischen Interessensphäre uneinig. Hier trat der Gegensatz zwischen Armee und alter Aristokratie hervor. Viele Kaufleute unterstützten die Armee unter Führung von Hamilkar Barkas.

Die Barkiden forcierten die Besiedlung der Iberischen Halbinsel (um Gades). Ab 237 v. u. Z. begann die Unterwerfung, erleichtert durch die Zersplitterung der Völker in Stämme, die dem straff organisierten Heer kaum Gegenwehr leisten konnten. Zwar wurde dieses Gebiet mehr der Machtbereich der Barkiden, als der Ersatz für Sizilien, doch gelang es ihnen durch politische und militärische Erfolge die politischen Gegner mundtot zu machen. Hamilkar war ständig um den Frieden mit Rom bemüht und sicherte durch den Erzabbau die pünktliche Bezahlung der Reputationen.

Durch die Politik Karthagos kam es zu Unstimmigkeiten mit Massalia. Massalia bat Rom um Hilfe, welches eine Gesandtschaft nach Spanien schickte, um die Meinungsverschiedenheit zu beseitigen. Nach Hamilkars Tod übernahm Hasdrubal, welcher in die Familie der Barkiden eingeheiratet hatte, durch Wahl der Armee die militärische Führung. Er gründete die Hauptstadt Spaniens: Carthago Nova. Im Jahre 226 v. u. Z. wurde der Ebrovertrag abgeschlossen. In diesem wurde die karthagische Einflusssphäre abgesichert, gleichzeitig durfte Karthago den Ebro nicht nach Norden hin überqueren. Nach Hasdrubals Tod übernahm Hannibal die Macht und setzte die Expansionspolitik seiner Vorgänger fort. Im Laufe der Zeit war die spanische Kolonie größer als das karthagische Mutterland. Um 220 v. u. Z. spitze sich der bis dahin vergessene Dualismus wieder zu, der wenig später im Zweiten Punischen Krieg enden sollte.

[Bearbeiten] Hannibal ante portas! – Der Zweite Punische Krieg

Ab 221 v. u. Z. wurde die Expansionspolitik Hannibals aggressiver. Besonders brüskiert darüber war Saguntum, welches einen Freundesvertrag mit Rom abgeschlossen hatte. Eine römische Gesandtschaft sollte die Spannungen beilegen, aber sie verschärfte sie nur. Daraufhin spitzte sich der Konflikt, der in der Belagerung und Zerstörung Saguntums gipfelte, zu. Rom stellte den Puniern ein Ultimatum. Es kam zum Krieg – hauptsächliche Ursache war die antirömische Einstellung Hannibals, aber auch der Eindruck Roms, dass die Grenze der Interessensphären, welche durch den Ebrovertrag (226 v. u. Z.) geschützt war, verletzt worden war.

Rom stürzte sich in einen Krieg, dessen Dimensionen es unterschätzte. Man nahm an, dass der Kriegsschauplatz wie im Ersten Punischen Krieg karthagisches Gebiet sei, und entsandte zwei Legionen nach Spanien. Diese wurden von Hannibal vernichtet. Hannibal seinerseits überraschte den Gegner, indem er ihn nicht über See angriff, sondern über die Alpen marschierte. Neben dem Effekt war auch der Aufstieg des Heeres zur gleichberechtigten Teilstreitkraft neben der Flotte dafür verantwortlich, dass man über Land angriff.

Im Juli 218 v. u. Z. überschritt er die Alpen und erreichte die Rhône im August, an der er auch auf die Römer traf (P. Cornelius Scipio). Der Alpenübergang erfolgte im September desselben Jahres. Der Punier kam zwar nur mit der Hälfte seines Heeres in Norditalien an, konnte aber seine Streitkräfte durch die zu ihm übergetretenen Kelten wieder verstärken. Hannibal richtete seine Politik auf die Aufspaltung des Bundesgenossensystems und auf die Isolierung Roms aus. Die Römer zogen sich in ihre norditalienischen Festungen (Cremona, Piacenza) zurück. Nun folgte es Schlag auf Schlag. Noch im gleichen Jahr schlug Hannibal die Römer am Ticinus. Durch die Niederlage des P. Cornelius Scipio mussten die Römer einsehen, dass Hannibal Italien zum Kriegsschauplatz machte. Dies gab Rom die Möglichkeit propagandistisch tätig zu werden (Befreiung der Italiker). Aber dies war erst der Anfang. Im folgenden Jahr schlug Hannibal die Römer am Trasimenischen See, was die Ausrufung des Notstandes in Rom zur Folge hatte. Q. Fabius Maximus »Cunctator« (Zögerer) wurde zum Diktator ernannt. Hannibal zog an der Adria entlang, vermied es aber gen Rom zu marschieren. Nachdem die Diktatur beendet war, suchte Rom den offenen Schlagabtausch, welcher durch Fabius Maximus nicht zu Stande kam, da er die ausgehobenen Legionen nicht gleich wieder verlieren wollte.

Die Konsuln L. Aemilias Paullus und C. Terentius Varro zogen nach Apulien um das karthagische Herr zu besiegen. Bei Cannae (216 v. u. Z.) musste Rom dann die größtmögliche Niederlage einstecken. Mit seiner Umfassungstaktik besiegte der Punier die letzten 21 Legionen. Rom war schutzlos! Da Hannibal hoffte, dass das Bundesgenossensystem nun auseinanderfiel, zog er nicht nach Rom. Gleichzeitig begann eine Hinhaltetaktik, die darauf abzielte, den Karthagern den Nachschubweg abzuschneiden. 215 v. u. Z. trat Makedonien auf die Seite Karthagos in den Krieg ein. Fortschritte wurden aber nicht erzielt, da der Staat in innergriechische Streitigkeiten verwickelt war. Mit dem Fall von Syrakus 212 v.Chr. wurde der Versorgungsweg beseitigt.

Spanien war bis dato nur Nebenschauplatz. Hier war der Kriegsverlauf sehr wechselhaft. Erst als P. Cornelius Scipio Africanus die militärische Führung übernahm, wendete sich das Blatt – um 206 v. u. Z. war Spanien erobert. Danach gewann Rom die Oberhand. Hannibal war in Bedrängnis. Auch ein Entsatzheer unter Hasdrubal konnte die Lage nicht verbessern. Nachdem sich der Senat für Africanus entschieden hatte, ging dieser 204 v. u. Z. zur Belagerung Karthagos über. Ein Hilferuf aus Karthago zwang Hannibal ein Jahr später zur Einschiffung. 202 v. u. Z. erzwangen die Römer die Entscheidung. Bei Zama schlägt Scipio Africanus Hannibal mit dessen eigener Umfassungstaktik. Ein Jahr später diktierte Rom den Frieden. Karthago wurde auf Afrika beschränkt (Verzicht auf Sardinien, Korsika, Sizilien und Spanien). Rom untersagte jede Kriegführung. Bis auf zehn Schiffe wurde die gesamte karthagische Flotte eingestampft. Alle Elefanten wurden aus dem Kriegsdienst verbannt. Der afrikanische König Massinisa wurde Verbündeter Roms und Aufseher über Karthago. Auch bestimmte Rom Karthagos Außenpolitik. Trotz dieser Restriktionen ist Rom noch zu einer Geste fähig: Alle Kriegsgefangenen werden ohne Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Nach dem Zweiten Punischen Krieg entwickelte sich das Imperium Romanum zu einer multikulturellen Gemeinschaft.

[Bearbeiten] Der Untergang Karthagos

Nach der Niederlage im Zweiten Punischen Krieg war die Macht der Barkiden innerhalb des karthagischen Reiches nicht gebrochen. Hannibal zog sich von seinen Feldherrenposten zurück und ging in die Politik. Dort war er mit massiven politischen Problemen konfrontiert. (Reparationszahlungen, Massinisa von Numidien) Seine Beliebtheit beim punischen Adel sank soweit, dass dieser ihn bei Rom anschwärzte. Doch war er an dieser Entwicklung nicht unbeteiligt. Denn schließlich schmiedete er ein Komplott mit Antiochos III. von Syrien gegen Rom. Bald hatte er das gesamte Vertrauen seitens des Adels verloren. Deshalb verließ er 195 v. u. Z. Afrika in Richtung Syrien, wo er antirömische Politik betrieb. Er wurde in der seleukidschen Flotte Heerführer und führte Krieg gegen Rhodos. Später verließ er Syrien und ging nach Bithynien. Auch dort wurde er abermals als Heerführer eingestellt und führte Krieg gegen Pergamon. Die Römer, wahrscheinlich verfolgt von der Vorstellung Hannibal könnte ein zweites Mal in Italien einfallen und dann erfolgreicher sein, forderten seine Herausgabe. Dieser kam Hannibal 183 v. u. Z. durch Selbsttötung (Gift) zuvor.

Um 190 v. u. Z. setzt durch Aufblühen des Handels eine Erholung des karthagischen Staatswesens ein. Das ging soweit, dass Karthago bereit war, seine gesamte Kriegsschuld auf einmal zurückzuzahlen. Dies lehnte Rom ab, wohl wissend, dass Karthago so von Rom abhängig blieb. Karthago erfüllte auch seine Bündnispflicht gegen die Seleukiden und steuerte der römischen Flotte sechs Schiffe bei. Was Karthago besonders zu schaffen machte, war die ständig, latent von Numidien ausgehende Gefahr. Traten Grenzstreitigkeiten auf, rief das Rom auf den Plan, welches meistens für Numidien stimmte. Durch die Expansionspolitik Massinissas von Numidien spaltete sich die politische Schicht Karthagos in Rom freundlich, Rom feindlich und in Verständigungswillige.

Nach erneuten Plünderungen Massinisas auf karthagischen Gebiet, schlug Karthago zurück. Diese Verletzung des Friedens von 201 v. u. Z. sah Rom als casus belli. Jetzt wandelte sich auch die Außenpolitik Roms. Kolonien mussten Rom direkt unterstehen anstatt ein Partner im Bündnissystem zu sein. Der römische Senat beschloss 150 v. u. Z. die Zerschlagung des karthagischen Reiches. Einer der glühensten Fürsprecher war Cato d. Ä. (»Ceterum censeo Carthaginesem esse delendam - Im übrigen bin ich dafür, dass Karthago zerstört werden muss!«). Die Scipionen hingegen befürworteten die bisherige Lösung. Im Senat setzten sich die »Radikalen« durch.

Ein Jahr später setzte sich eine römische Kriegsflotte in Richtung Karthago in Bewegung. Karthago versuchte alles um die Auseinandersetzung zu verhindern. Deswegen ging man auf alle Forderungen der Römer ein - bis auf die Herausgabe Karthagos. Das Jahr 149 v. u. Z. war der Beginn einer dreijährigen Belagerung Karthagos. Danach begann 146 v. u. Z. die sechstägige Eroberung der Stadt unter P. Cornelius Scipio Aemilianus. Von geschätzten 500.000 Einwohnern ergaben sich 50.000 den Römern. Sie wurden in die Sklaverei verkauft. Rom ließ die Stadt nach deren Eroberung schleifen und auf dessen Grund und Boden Salz ausstreuen um die Gegend unfruchtbar zu machen. Das karthagische Gebiet wurde die römische Provinz »africa prokonsularis« und spielte im Römischen Reich nur noch eine untergeordnete Rolle.


[Bearbeiten] Vordringen ins östliche Mittelmeer

[Bearbeiten] Rom als Schiedsmacht

Rom hatte bereits seit dem dritten vorchristlichen Jahrhundert Kontakt mit dem östlichen Mittelmeer. Es unterhielt ein fast freundschaftliches Verhältnis zum Ptolemäerreich. Im Gegensatz dazu war das Verhältnis zu Makedonien gespannt. Nachdem Makedonien sich im 3. Jahrhundert v. Chr. konsolidiert hatte, schloss es 215 v. u. Z. ein Bündnis mit den Karthagern gegen Rom. (Erster Makedonisch-Römischer Krieg). Zu den Seleukiden hatte Rom kein Verhältnis. Der römische Senat hatte die Parteinahme Philipps V. von Makedonien zu Gunsten Karthagos nicht vergessen und wartete auf eine Möglichkeit ihn zu bestrafen. Diese ergab sich, als Philipp Rhodos und Pergamon erobern wollte, und Rhodos Rom um Hilfe bat. Daraufhin beschloss der Senat einen Präventivkrieg gegen Makedonien. Die Volksversammlung wollte den Krieg verhindern und unterbreitete Philipp ein Verhandlungsangebot, welches wohl eher einem Ultimatum glich. Die Ablehnung der Aufforderung sich nicht in innergriechische Angelegenheiten einzumischen, stellte für Rom den Casus Belli da. Im Jahre 200 v. u. Z. landeten zwei römische Legionen in Epeiros und eröffneten den zweiten Makedonisch-Römischen Krieg. Alle griechischen poleis (außer Sparta) schlossen sich den Römern an. Ein langer Krieg schien sich abzuzeichnen, doch wendete sich das Blatt unter T. Quinctus Flamininus ab 199 v. u. Z. durch die Gewinnung der griechischen Öffentlichkeit. Bei den Hundsköpfen (Kynoskepailai) wurden die Makedonier 197 v. u. Z. geschlagen. Ein Jahr später genossen alle griechischen poleis Autonomie. Die letzte römische Legion zog 194 v. u. Z. aus Griechenland ab. Nun war ein Machtvakuum durch die Beseitigung der makedonischen Hegemonie entstanden. Dieses Vakuum wollte Antiochus III. füllen, um seinen Traum der Wiedererrichtung des Alexanderreiches näher zu kommen. Er und der zu ihm geflohene Hannibal landeten mit einer Streitmacht 192 v. u. Z. in Griechenland und beginnen so den Syrisch-Römischen Krieg. Zwar verkündete Antiochus die Freiheit aller Griechen, aber das verfehlte seine Wirkung. Ein Jahr später landeten die Römer wieder in Griechenland und schlugen den Seleukidenkönig bei den Thermophylen vernichtend. Nach weiteren Niederlagen floh Antiochus nach Bithynien. Im Frieden von Appinai (188 v. u. Z.) musste das Seleukidenreich alle kleinasiatischen Gebiete abtreten, seine Flotte ausliefern und eine Kriegsentschädigung zahlen. Wiederum ziehen sich alle Römer zurück. Die geräumten Gebiete wurden unter den Bundesgenossen aufgeteilt.

[Bearbeiten] Niedergang der hellenistischen Staaten

Ab diesen Zeitpunkt begann der Niedergang der hellenistischen Staaten. Rom war bis jetzt nicht an einer Expansion im Osten interessiert. Dadurch, dass das Gleichgewicht der Kräfte zerstört wurde, und das neue durch Rom (Rhodos, Pergamon) garantiert wird, war es plötzlich zum Schiedsrichter in allen erdenklichen Fragen geworden. Unerfahrenheit in der Verwaltung solcher Situationen ließ das Ansehen Roms sinken. Als Alternative zu dieser Gesandtschaftspolitik entwickelte sich wieder Makedonien. Perseus, der neue makedonische König (seit 179 v. u. Z.), heiratete die Tochter des neuen Seleukidenkönigs und forcierte so eine Blockbildung. Daraufhin brachte Eumenes II. von Pergamon die Römer dazu den dritten Makedonisch-Römischen Krieg zu beginnen. Rom beanspruchte nun die gesamte griechisch/kleinasiatische Welt. Der Krieg begann für Rom mit einer Niederlage. Rhodos und Pergamon nahmen daraufhin wieder politische Beziehungen zu Makedonien auf. Unter L. Aemilius Paullus gelang der endgültige Sieg über Makedonien durch die Schlacht von Pydna (168 v. u. Z.). 167 v. u. Z. erklärt Rom Makedonien für frei und teilte es in vier Republiken auf, gleichzeitig strafte Rom Rhodos durch die Errichtung des Freihafens von Delos ab. Rom unterließ es noch Provinzen zu bilden, da es Scheu vor der Eingliederung ganzer Staatensysteme hatte. Erst 148 v. u. Z. als der letzte makedonische König besiegt war, verwandelte Rom Makedonien in eine Provinz und zog gleichzeitig einen Schlussstrich unter die verhaltene Politik im Osten. Aber erst zwei Jahre später, wohl im Ergebnis des dritten Punischen Krieg und der Niederschlagung der letzten Erhebung der Griechen, entschloß sich Rom endgültig für die Provinzialverwaltung der hellenistischen Staatenwelt.

133 v. u. Z. starb Attalos III. von Pergamon. Er vermachte sein gesamtes Reich den Römern. Dadurch ging den Römern einer der ältesten Bündnispartner verloren, auch wenn das Verhältnis wechselvoll war. Rom nahm das Erbe an und verwandelte Pergamon, welches neben Athen und Alexandria die bedeutendste Kulturstadt der Alten Welt war, in die Provinz Asia. Nach und nach warfen sich nun die Staaten im Osten den Römern zu Füßen. Rom wurde auch im östlichen Mittelmeer zur Hegemonialmacht. Ehemals mächtige Staaten wie das Seleukidenreich und das Reich der Ptolemäer sanken zu abhängigen Gebieten bzw. Vasallenstaaten herab. Mit dem Selbstmord Kleopatra VII. (30 v. u. Z.) endete dann das letzte Diadochenreich und wird römisches Dominat. Zum Schluss gelang es Rom die Mehrheit der Nachfolgestaaten Alexanders wieder zu vereinen.


[Bearbeiten] Bundesgenossensystem und Provinzialverwaltung

Die römische Ordnung Italiens beruhte seit dem Latinerkrieg (338 v. u. Z.) bis zum Ende der Republik auf dem Bundesgenossensystem. Dieses System bestand aus drei Säulen (Römer, Latiner und Bundesgenossen) und garantierte sowohl die Vormachtstellung der Römer als auch deren Macht in diesem System.

  • Römer (cives Romani)
  1. Römer waren alle vollständig in den römischen Staat integrierten Personen und Gemeinden, deren frühere Rechtsstellung beseitigt wurde
  2. Ebenso waren alle in den römischen Staat integrierten Städte (municipia) Römer. Deren Einwohner erhielten das römische Bürgerrecht und behielten ihre Selbstverwaltung, so geschehen mit Tusculum 381 v. u. Z.
  3. Schließlich waren auch die vom römischen Staat gegründeten Bürgerkolonien (coloniae civium Romanorum) Römer. Die Siedler blieben römische Bürger und erhielten eine begrenzte Selbstverwaltung.
  • Latiner (nomen Latinum)
  1. Latiner waren die nach dem Latinerkrieg selbständig gebliebenen Städte des aufgelösten Latinischen Bundes, hierzu zählen Tibur und Praeneste.
  2. Die von Rom gegründeten Kolonien latinischen Rechts (coloniae civium Latinorum) wurden als souveräne Gemeinwesen mit eigenem Bürgerrecht und eigener staatlicher Organisation eingerichtet. Die latinische Rechtsstellung (ius Latii) beinhaltete Sonderrechte, wie: Handels- und Heiratsrecht in Rom, Erwerb des römischen Bürgerrecht durch Übersiedlung nach Rom und Stimmrecht in die Komitien bei zeitweiligen Aufenthalten in Rom.
  • Bundesgenossen (socii)
  1. Besiegte oder zum Anschluss bereite Stämme und Städte wurden Bundesgenossen. Ihr Verhältnis zu Rom wurde durch ein auf ewig geschlossenes Militärbündnis (foedus) geregelt.

[Bearbeiten] Wissenschaft

Die Wissenschaft Roms beschränkte sich im wesentlichem auf die Ingenieurtechnik; da dies aber Thema des nächsten Kapitels sein soll, brauchen wir uns hier damit nicht beschäftigen. Fast alle anderen wissenschaftlichen Arbeiten wurden aus Griechenland, Ägypten und Babylon entnommen.

[Bearbeiten] Technik

Die Römer waren das antike Volk, welches sich vor allen Dingen in der Technik einen Namen machte. Während die Babyloner und Ägypter zwar auch Technik betrieben, ihr Hauptaugenmerk aber auf der Astronomie lag, und die Griechen Mathematik, Philosophie und Literatur studierten, revolutionierten die Römer die Ingenieurwissenschaft mit Aquätukten, Heizungen und vielem mehr.

[Bearbeiten] Fußbodenheizungen

Die Fußbodenheizung ist eigentlich eine Erfindung der Kreter. Der Geschäftsmann Gaius Sergius Orata integrierte um 80 v. Chr. diese Idee in den römischen Haushalt. Die Grundidee ist, dass die in einer Heizkammer zu erwärmende Luft durch Zwischenräume - diese befinden sich unter den zu beheizenden Räumen - geleitet wird. Ein technischer Grund, weshalb es zu erlauben ist, die antike Fußbodenheizung mit einem typisch römischen Charakter zu versehen, ist, dass jene diese Heizung mit nach oben laufenden Tonröhren in den Wänden zu erweitern versuchten, was dann bewirkte, dass diese Röhren als Rauchabzug dienten. Eine Fußbodenheizung mit dieser Neuerung nennt man Hypokaustum. Verwendung fand sich zunächst nur in reichen Wohnhäusern, Palästen und ähnlichem. Einige Zeit später aber wurden die Hypokausten dann auch in Thermenbädern eingesetzt, wodurch ein Großteil der Bevölkerung die Möglichkeit hatte, hygienisch, bei angenehmer Temperatur, zu baden. In einem Limeskastell nahmen Archäologen ein Hypokaustum wieder in Betrieb. Die Wissenschaftler maßen eine Bodentemperatur von zwischen 30 und 50 Grad und an der Wand zwischen 18 und 30 Grad Celsius.


[Bearbeiten] Lizenz

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