Handbuch Webdesign: AllInOne

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Ein Lehrbuch für künftige WebdesignerInnen.

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Inhaltsverzeichnis


Einleitung

[Bearbeiten] Zielpublikum

Das Handbuch Webdesign wendet sich an alle, die Webseiten gestalten wollen und sich selbst als DesignerInnen (nicht so sehr als ProgrammiererInnen) verstehen.

Es entstand aus Schulungsunterlagen und Skripten, die ich in den Jahren 1996 bis 2006 erstellt habe. Im August 2006 publizierte ich es als Wiki-Book, in der Hoffnung, dass so mehr Leute davon profitieren können.

Dieses Buch setzt bei der LeserIn die professionelle Anwendung des Betriebssystems Windows bzw. MacOS, insbesondere die Handhabung von Dateien und Ordnern, voraus. Die Handhabung von Maus und Tastatur, von Menüs und Standard-Dialogen ist daher nicht Inhalt dieses Buches.

Die wichtigsten Prinzipien und die wichtigsten HTML-Tags (für Links, Bilder, Tabellen, Formulare) werden hier kurz vorgestellt. Alle Details können und sollen Sie bei selfhtml[1] oder in einem ähnlichen Referenzwerk nachschlagen. Sie sollten – wie bei allen Themen – parallel auch andere Quellen konsultieren und die Aussagen in diesem Buch kritisch hinterfragen!

[Bearbeiten] Für MitautorInnen

Liebe potentielle Mitautorin, Lieber potentieller Mitautor!

In dieser ersten Phase (August 2006) möchte ich das Buch gemeinsam mit meinem Kollegen m.e.g. inhaltlich fertigstellen. Für Lektorat bez. Rechtschreibung und österreichischer Umgangssprache bin ich dankbar.

Details siehe Diskussion Handbuch Webdesign.


[Bearbeiten] Das World Wide Web

[Bearbeiten] Einleitung

Was ist das WWW eigentlich? In diesem ersten Kapitel werden zuerst wichtige technische Grundbegriffe vorgestellt. Auf diesen technischen Grundlagen werden wir dann die zentralen gestalterischen Herausforderungen des Webdesign erörtern. Am Ende des Kapitels haben Sie einen guten Überblick über die technischen Grundlagen, Möglichkeiten und Beschränkungen des World Wide Web.

[Bearbeiten] Das World Wide Web

[Bearbeiten] Mögliche Definitionen des World Wide Web

Man könnte das World Wide Web von vielen Seiten betrachten. Ein paar mögliche Definitionen wären:

  • Das Web ist die Gesamtheit aller Webseiten. Das sind über eine Milliarde Seiten (wenn man den Angaben von Google, Stand Frühjahr 2005, glaubt)
  • Das Web ist ein soziales Phänomen: es gibt Leute die Webpages gestalten, Leute die im Web surfen um Webseiten zu lesen. Manchmal nehmen diese Leute über E-Mail Kontakt miteinander auf, und treffen sich vielleicht auch "in der realen Welt", meist aber nicht.
  • Das Web ist ein ökonomisches Phänomen: Leute kaufen und verkaufen über das Web, die einen leben davon, Webseiten zu gestalten, die anderen leben davon, Suchmaschinen zu betreiben, und viele sind bei dem Versuch mit dem Web etwas zu verdienen in Konkurs gegangen.
  • Das Web ist die größte Akkumulation vernetzter Information, die es in der Geschichte der Menschheit gegeben hat.
  • Das Web ist der größte Sauhaufen, die größte Daten-Müllhalde, die es in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Die Daten am Web sind weit davon entfernt "Information" oder "Wissen" zu sein.
  • Als naive Computer-Userin benutze ich einen Webbrowser (z.B. Internet Explorer oder Mozilla Firefox oder Opera). Ich lese damit einzelne Webseiten. Aber ich weiß vielleicht nicht, was das Web ist.

[Bearbeiten] Technische Definition des World Wide Web

  • Die "technische" Antwort ist: Das World Wide Web ist ein Internet-Dienst mit Client-Server Architektur, der durch die Standards URL, HTTP und HTML definiert wird. Die aktuelle Version dieser Standards finden Sie am Webserver des World Wide Web Consortiums.

Diese letzte, technische Antwort sollten Sie verstehen. Aber dazu müssen wir zuerst ein paar Grundlagen klären.

[Bearbeiten] Technische Grundlagen

[Bearbeiten] Internet

Das Internet ist ein weltweites Computernetzwerk. Es sind verschiedene Computer daran angeschlossen: PCs mit Betriebssystem Windows oder Linux, Macs, UNIX-Workstations und noch viele mehr. Die Leitungen zwischen den Computern sind sehr unterschiedlich: Kupfer­leitungen, Glasfaserleitungen, Satelliten-Verbindungen, Funkstrecken.

[Bearbeiten] Wem gehört das Internet?

Die Besitz­verhältnisse sind kompliziert: die Leitungen und Computer gehören verschiedenen Firmen, Universitäten, Schulen, Vereinen, Privatpersonen.

Was kann das Internet? Daten von einem Computer zum anderen übertragen. In Diagrammen wird das Internet oft als Wolke dargestellt, da es zu kompliziert ist, um ein "korrektes" Bild davon zu zeigen. Gezeigt werden nur die beiden Computer die über das Netz Daten austauschen, und dazwischen die Internet-Wolke wie in Abbildung 1.

Image:Handbuch Webdesign-InternetDatenaustausch.jpg
Abbildung 1: Zwei Computer die über das Internet Daten austauschen

[Bearbeiten] Internetdienste

Internetdienste sind zum Beispiel das World Wide Web, die E-Mail, das Chat-System ICQ, die Tauschbörse Napster. Nehmen wir das Beispiel E-Mail: Es gibt viele verschiedene E-Mail Programme. Aber mit all den Programmen funktioniert E-Mail doch immer gleich. Wie die Programme genau ihre Daten austauschen, ist durch ein so genanntes Protokoll festgelegt. (So, wie durch ein Protokoll festgelegt ist, wie Sie sich verhalten, wenn Sie der Königin von England vorgestellt werden? nur, dass die Protokolle für Computer noch wesentlich genauer festlegen, wer was wann in welcher Reihenfolge tun darf).

Image:Infrastructure-vs-Services.jpg
Abbildung 2: Verschiedene Dienste benutzen eine gemeinsame Infrastruktur

Das Internet ist die Infrastruktur für die verschiedenen Internet-Dienste. So wie das Straßennetz die Infrastruktur ist für LKWs, PKWs, Fahrräder, und so weiter, siehe Abbildung 2. Bei Internet-Diensten unterscheidet man zwei verschiedene Architekturen: Client/Server und Peer zu Peer:

[Bearbeiten] Client / Server

Viele Internet-Dienste unterscheiden zwischen Client ( Client: englisch: KlientIn, KundIn / Server: englisch: KellnerIn, Zusteller) und Server. Der Client ist das Programm, das von einem Menschen direkt benutzt wird - im Fall von E-Mail also zum Beispiel das Mail-Programm, wie Outlook oder Thunderbird. Der Server ist ein Programm das meist auf einem Computer läuft der ständig im Betrieb und mit dem Internet verbunden ist. Wenn Sie jetzt Ihre E-Mails abrufen, dann sendet der Client dem Server eine Nachricht, in der er die neuen E-Mails anfordert. Der Server sendet ihm darauf als Antwort die neuen E-Mails, die er für Sie gespeichert hat.

[Bearbeiten] Peer zu Peer

Die Alternative zur Client/Server Architektur ist eine Peer zu Peer-Architektur (Peer: englisch: Gleichgestellter, oft in der Bedeutung von "gleich alt"). Ein Beispiel dafür ist die Tausch-Netzwerk Gnutella: Das Gnutella-Programm auf meinem Computer (z.B. Kazaa) nimmt Verbindung auf zum Gnutella-Programm auf einem anderen Computer (z.B. Limewire) und tauscht direkt Daten aus, ohne dass ein Server beteiligt sein muss. Wenn Sie nun zurückdenken zur technischen Definition des World Wide Web: "Das World Wide Web ist ein Internet-Dienst mit Client-Server Architektur, der durch die Standards URL, HTTP und HTML definiert wird." Sie sollten nun die erste Hälfte des Satzes verstehen. Nun wenden wir uns einigen Grundbegriffen des World Wide Web zu.

[Bearbeiten] Browser

Ein Webbrowser, oder kurz Browser, ist ein Programm, das Webseiten anzeigen kann, es ist also der Client zum World Wide Web. Es gibt sehr viele verschiedene Webbrowser. Abbildung 3 zeigt drei davon: den Browser "Mosaic", der im Jahre 1993 als zweiter Webbrowser für grafische Oberfläche stark zur Verbreitung des World Wide Web beigetragen hat, und die Browser Opera und Mozilla die im Jahre 2004 verwendet werden.


Abbildung 3: Webbrowser: Mosaic (1993), Opera und Mozilla (2004)

Alle eben erwähnten Browser haben gemeinsam, dass sie auf einem typischen "Büro-Computer" eingesetzt werden, einem Computer mit grafischer Oberfläche und einem Farb-Monitor.

[Bearbeiten] Andere Browser

Es gibt aber auch "exotischere" Browser. Abbildung 4 zeigt den Browser lynx, der nur Text darstellt, aber keine Bilder. Daneben sehen Sie eine "Braille Ausgabezeile", ein Gerät, das eine Zeile Text in eine Zeile Blindenschrift übersetzt. Mit diesem Webbrowser und diesem Ausgabegerät können Blinde im Web surfen.

Image:Handbuch Webdesign-Lynx and Braille-Display.jpg
Abbildung 4: Text-Only Browser lynx und Braille Ausgabegerät

[Bearbeiten] Webseite

Das Dokument, das im Webbrowser dargestellt wird, nennt man Webseite. Eine Webseite kann "im Gegensatz zu einer Seite in einem Buch" beliebig lang sein. Ist die Seite zu groß / zu lang für das Browser-Fenster, dann erscheint ein Scrollbalken mit dem man den Rest der Seite erreichen kann, wie in Abbildung 5 gezeigt.

Image:Handbuch Webdesign-Lange Webseite.jpg
Abbildung 5: Ein Browser zeigt eine lange Webseite an

[Bearbeiten] Website

Als Webseite wird also ein Dokument bezeichnet. Verwechseln Sie diesen Begriff nicht mit dem englischen Wort Website. Eine Website besteht aus mehreren Webseiten die zusammen gehören, und untereinander verlinkt sind. Browser, Webseite, Website sind wichtige Begriffe im World Wide Web. Es sind die Teile, die für die LeserInnen am einfachsten "greifbar" sind. In unserer Definition kommen aber ganz andere Begriffe vor: "Das World Wide Web ist ein Internet-Dienst mit Client-Server Architektur, der durch die Standards URL, HTTP und HTML definiert wird." Es fehlt immer noch die Erklärung zu diesen drei Abkürzungen. Dazu werden wir nun genauer betrachten was passiert, wenn eine Webseite angezeigt wird.

[Bearbeiten] URL

Es beginnt damit, dass eine URL in einen Browser eingetippt wird, wie in Abbildung 6 gezeigt. Die URL ist die Adresse einer Webseite.

Image:Handbuch Webdesign-URL in den Browser eintippen.jpg
Abbildung 6: Eine URL wird in einen Browser eingetippt

Der Webbrowser analysiert die URL, und zerlegt sie in folgende Teile: www.irgendwo.at ist der Name eines bestimmten Computers am Internet.

[Bearbeiten] HTTP

Der Webbrowser stellt eine Verbindung zu diesem Computer her. Über diese Daten-Verbindung schickt er eine Anfrage an den Computer: GET /datei.htm - dabei wird der 2. Teil der URL verwendet. Am Computer www.irgendwo.at wird diese Anfrage von einem Programm ent­gegen­genommen, das man Webserver nennt. Der Webserver http://bjwiki.local/index.php?title=Handbuch_Webdesign:Das_World_Wide_Web&action=edit&section=2 schickt als Antwort Daten zurück (die er wahrscheinlich aus einer Datei namens datei.htm liest (aber das ist seine Sache). Wie die Anfrage genau gestellt wird, wie die Antwort genau aussieht das wird vom Hyper Text Transfer Protocol (http) beschrieben.

[Bearbeiten] HTML

Der Browser nimmt diese Daten entgegen. Meistens handelt es sich um Daten im HTML-Format, das heißt die Daten enthalten Text und HTML-Befehle, die beschreiben wie der Text zu formatieren ist. Der Browser befolgt diese Befehle und stellt den Text entsprechend dar. In Abbildung 7 sehen Sie ein Beispiel für HTML-Code aussieht, und wie ein Browser diesen HTML-Code dann darstellt.


Image:Handbuch Webdesign-HTML Code und Darstellung im Browser.jpg
Abbildung 7: HTML-Code und Darstellung dieses Codes im Browser

Diese lange, komplizierte Prozedur ist notwendig, um eine einzige Webseite zu laden. Falls in dieser Webseite ein Bild dargestellt werden soll wiederholt sich die ganze Prozedur, um das Bild zu laden. Das Bild wird dann als Teil der Webseite dargestellt. Klickt die LeserIn auf einen Link in der Webseite wiederholt sich die Prozedur um die nächste Webseite zu laden. Nun haben Sie einen Überblick über das Zusammenwirken von URL, HTTP und HTML. Damit sollte Ihnen die Definition des World Wide Web schon sehr viel sagen: "Das World Wide Web ist ein Internet-Dienst mit Client-Server Architektur, der durch die Standards URL, HTTP und HTML definiert wird."

[Bearbeiten] URL - Uniform Resource Locator

Eine URL ist die Adresse eines Dokuments am Web oder in einem anderen Online-Informationssystem. URL steht für "Uniform Resource Locator" – zu Deutsch also etwa "einheitliches Lokalisierungs-Schema für Ressourcen". Das World Wide Web Consortium legt fest, was eine URL ist, und zwar im Dokument rfc 1738. Dieses Dokument finden Sie unter anderem am Webserver des World Wide Web Consortiums. Wir werden uns hier vorerst nur mit Web-URLs und mailto-URLs beschäftigen. Ein Beispiel:

http://kurse.horus.at/2004-ws/mmprog/index.html#literatur

Diese URL kann man in 4 Teile zerlegen:

http Übertragungsprotokoll
kurse.horus.at Domain Name (oder IP-Adresse) des Webservers - das ist der Name eines bestimmten Computers am Internet
/2003-ws/tks-webprog/index.html Wird vom Webserver interpretiert, meist eine Pfad-Angabe
literatur Wird vom Browser interpretiert, Textmarke innerhalb des HTML-Dokuments

Im Zusammenhang mit Web-Formularen werden wir auch mit URLs zu tun haben, die Parameter enthalten, in diesem Beispiel sind es die Parameter
a und b:

http://webwelt.horus.at/html/form/echo.cgi?a=10&b=20#copy
http Übertragungsprotokoll
webwelt.horus.at Domain Name (oder IP-Adresse) des Webservers ? das ist der Name eines bestimmten Computers am Internet
/html/form/echo.cgi Wird vom Webserver interpretiert. In diesem Fall wahrscheinlich nicht der Pfad zu einem HTML-Dokuments, sondern der Pfad zu einem Programm, das als Ausgabe HTML erzeugt.
a=10&b=20 Diese Parameter werden an das Programm übergeben.
copy Wird vom Browser interpretiert, Textmarke innerhalb des fertigen HTML-Dokuments

HTTP-URLs sind nicht die einzigen URLs, ein Beispiel mit einem anderen Über­tragungs­protokoll:

mailto:musterfrau@sag.i.net

Wie werden Sie mit URLs zu tun haben? Wenn Sie Webseiten erstellen, erschaffen Sie dabei URLs: Sie erstellen Ordner und legen Dateinamen fest. Eventuell entscheiden Sie auch über die Auswahl des Domain-Namens für einen Webserver. Beim Festlegen von Datei- und Ordnernamen für Webseiten müssen Sie folgendes beachten: Die Zeichen : / # ? & = haben eine besondere Bedeutung in URLs, sie teilen die URL in ihre verschiedenen Bestandteile. Wenn Sie also einen Datei- oder Ordnernamen für eine Webseite festlegen, dürfen Sie diese Zeichen nicht verwenden.

[Bearbeiten] Keine Leerzeichen

Eine URL kann keine Leerzeichen enthalten, deswegen sollten Sie auch keine Leerzeichen in den Datei- oder Ordnernamen von Webseiten verwenden. Es gäbe zwar die Möglichkeit statt des Leerzeichens die Zeichenfolge %20 in der URL zu verwenden aber wollen Sie das wirklich? Da ist es doch besser, Leerzeichen ganz zu vermeiden.

[Bearbeiten] HTTP

HTTP ist das Protokoll mit dem der Webbrowser mit dem Webserver kommuniziert. HTTP steht für "Hypertext Transfer Protocol". Auch HTTP wird vom World Wide Web Consortium standardisiert, siehe rfc 2616. Einen groben Überblick über HTTP haben Sie schon auf Seite 8 gelesen. In der einfachsten Form sieht HTTP so aus wie in Abbildung 8 am Beispiel der URL http://kurse.horus.at/2004-ws/mmprog/index.html#literatur gezeigt.

Image:Handbuch Webdesign-Funktionsweise HTTP.jpg
Abbildung 8: Diagramm zur Funktionsweise von HTTP
  1. eine URL wird in den Browser eingetippt, oder ein Link wird im Browser angeklickt
  2. Der Browser analysiert die URL, und ermittelt die Adresse des Webservers (kurse.horus.at)
  3. Der Browser baut eine Verbindung zum Webserver auf
  4. Er sendet eine http-Anfrage:
    GET /2004-ws/mmprog/index.html HTTP/1.0\n\n
  5. Der Server nimmt die Anfrage entgegen und analysiert sie. Meistens interpretiert er sie als Aufforderung, eine bestimmte Datei von der Festplatte zu lesen
  6. Der Server schickt die http-Antwort an den Browser, diese besteht aus einem Statuscode, z.B. 200 OK, gefolgt von einigen Zeilen mit Information über das Dokument, gefolgt von einer leeren Zeile, gefolgt vom Inhalt der Datei
  7. Der Browser nimmt das Dokument in Empfang und beendet die Verbindung
  8. Der Browser stellt das Dokument dar. Er zeigt den Text an, und positioniert dann die Webseite so im Browser-Fenster, dass die Textmarke literatur links oben im Fenster ist.

7) und 8) können gleichzeitig ausgeführt werden - während das Ende der Seite noch über das Netz geladen wird, wird der Anfang der Seite schon dargestellt.

Mit HTTP werden Sie beim Erstellen und Publizieren von Webseiten wenig zu tun haben. Sie sollten sich von diesen Ausführungen auf jeden Fall eines merken: jede Datei am Web hat eine eigene URL und wird einzeln geladen.

[Bearbeiten] HTML

Die Abkürzung HTML steht für "HyperText Markup Language". HTML wird vom World Wide Web Consortium standardisiert.

[Bearbeiten] Auszeichnungs­sprache vs. Programmier­sprache

Eine Markup Language - zu Deutsch "Auszeichnungssprache" - ist nicht das gleiche wie eine Programmiersprache. Eine Auszeichnungssprache dient dazu, in einem Text Formatierungs-Anweisungen zu codieren. Eine Programmier­sprache kann noch viel mehr: Variablen, Verzweigungen, Schleifen gibt es nur in Programmiersprachen, aber nicht in Auszeichnungssprachen.

   <h1>Mein Lieblingsbaum</h1>
   <p><img src="baum.gif" alt="Bild eines Baumes" width="93" height="84"></p>
   <p>Die Birke wächst eigentlich gerne im Sumpf- 
   oder Moor-Gebiet. Diese Birke w&auml;chst vor meinem Fenster, zwischen Haus und Strasse.
   </p>

Abbildung 9: Beispiel für HTML-Code

Abbildung 9 zeigt ein Beispiel, wie ein Teil eines HTML-Dokumentes aussehen kann. Das Dokument enthält den Text, der auf der Webseite zu lesen sein soll. Zusätzlich enthält es die so genannten "HTML-Tags". ("Tag" ist hier ein englisches Wort für "Etikett" oder "Anhängsel", nicht das deutsche Wort Tag). Ein Tag beginnt jeweils mit dem mathematischen Kleiner Zeichen und endet mit dem Größer Zeichen, zum Beispiel <P>.

Image:Bluefish (text editor).png
Abbildung 10: Erstellen einer HTML-Datei mit einem Text-Editor

Sie können HTML mit jedem Text-Editor erstellen – z.B. wie in Abbildung 10 gezeigt mit dem Programm Bluefish, oder mit Notepad/Editor auf Windows oder SimpleText auf Mac OS X. Das fertige HTML-Dokument speichern Sie in einer Datei mit der Endung .htm oder .html. Das Ergebnis Ihrer Arbeit sehen Sie erst, wenn Sie die erstellte Datei in einem Browser betrachten, wie in Abbildung 11 gezeigt.

Image:Handbuch Webdesign-Darstellung im Browser.gif
Abbildung 11: HTML-Datei wird im Browser dargestellt

Eine Alternative zur Erstellung des HTML-Dokuments "im Code" ist die Verwendung eines so genannten "WYSIWYG"-Editors. WYSIWYG steht für "what you see is what you get", und bedeutet hier, dass Sie im Editor während der Erstellung des Dokuments nicht den HTML-Code sehen, sondern schon eine Darstellung wie im Browser. Abbildung 12 zeigt den Editor Dreamweaver.

Abbildung 12: Bearbeitung einer HTML-Datei in Dreamweaver

Im zweiten Kapitel erfahren Sie mehr über HTML.

[Bearbeiten] Die gestalterische Herausforderung

Wenn Sie eine einzelne Webseite oder eine ganze Website gestalten, müssen Sie sich mit den Eigenschaften und spezifischen Bedingungen des Mediums Web auseinandersetzen.

  • Verschiedene Ausgabegeräte
  • Verschiedene Browser
  • Verschiedene Bildschirmgrößen / Auflösungen
  • Beschränkung der Schriftarten
  • Nicht kontrollierbare Schriftgrößen
  • Unbekannte Lesereihenfolge
  • Verschiedene Zusatzprogramme und Plugins

[Bearbeiten] Verschiedene Ausgabegeräte

Wie oben in Abbildung 2 gezeigt, gibt es neben dem Büro-Computer in seinen verschiedenen Varianten auch noch andere Ausgabegeräte, mit denen Webseiten dargestellt werden können, in Abbildung 2 war es eine Braille-Ausgabezeile für Blinde. Weitere Beispiele wären Handys und Palmtops, also sehr kleine ?Taschencomputer?, die Webseiten auch grafisch, aber auf einem sehr kleinen Display darstellen können.

[Bearbeiten] Verschiedene Browser

Verschiedene Browser und Browser-Versionen stellen den gleichen HTML-Code oft leicht unterschiedlich dar. Dies war besonders in der ?heißen Entwicklungsphase? des Web zwischen 1995 und 2000 ein großes Problem. Aber auch heute (2006/2007) müssen Sie darauf gefasst sein, dass Firefox, Opera, Safari und Internet Explorer Ihre Webseite jeweils leicht unterschiedlich darstellen. Ja, sogar zwischen Internet Explorer für Windows und Internet Explorer für Mac gibt es oft Darstellungs-Unterschiede.

An dieser Stelle sei auf die Webseite "selfhtml[2]" von Stefan Münz hingewiesen. Dort können sie die Details zu den einzelnen HTML-Tags nachschlagen. Falls der Tag nicht in jedem Browser funktioniert, wird das (durch Icons) angezeigt.

[Bearbeiten] Bildschirmgrößen und Auflösungen

Das Thema der Bildschirmgrößen und Auflösungen wollen wir genauer behandeln.

[Bearbeiten] Wie messen?

Zuerst stellt sich die Frage: woher weiß ich, wie hoch die Auflösung am Computer meiner Leserin/meines Lesers ist? Die Antwort lautet: ich weiß es nicht, und es gibt keine zuverlässige Methode, mit der man diese Information in jedem Fall herausfinden kann. Es gibt eine Messmethode mit Hilfe der Programmiersprache Javascript, mit der man die Größe des Browserfensters messen kann ? das Ergebnis der Messung ist natürlich dadurch verfälscht, dass Browser ohne Javascript ganz aus der Messung herausfallen. Diese Beschränkung sollten Sie bei den folgenden Überlegungen immer beachten. Abbildung 13 zeigt die derzeit (2006/2007) gängigen Bildschirm-Auflösungen von PCs.

Image:Handbuch Webdesign-Vergleich-Bildschirme.gif
Abbildung 13: gängige Bildschirmauflösungen 2006

Vergleichen Sie die höchste hier dargestellte Auflösung (1600x1200 Pixel) mit der geringsten Auflösung (800x600). Da Breite und Höhe verdoppelt sind, steht bei der höchsten Auflösung also die vierfache Fläche zur Verfügung! Abbildung 14 zeigt eine Statistik über die Bildschirmauflösung aus dem Jahre 2006. Mit einer Breite von 750 Pixel ist die Seite also auf 80% der Browser vollständig sichtbar, mit 800 Pixel Breite nur noch bei 50%. Ein zweiter wichtiger Grenzwert ist eine Breite von 1000 Pixel: knapp darunter bedeutet in 40%, knapp darüber nur noch in 20% der Browser vollständig sichtbar zu sein.

Image:Inner-browser-width-2006.png
Abbildung 14: Statistik über die Bildschirmauflösung, 2006, Quelle: [Horus]

[Bearbeiten] Brutto vs. Netto

Von diesen Brutto-Angaben über die Größe der zur Verfügung stehenden Fläche, sind nun noch der Platz für den Fensterrahmen des Browsers, für Scrollbalken, Symbolleisten, und eventuell eingeblendete Favoritenleisten abzuziehen, um zum netto verbleibenden Raum für die Gestaltung zu kommen. Abbildung 15 zeigt diese Problematik an Hand einer Webseite.

Abbildung 15: Platzbedarf von Browser-Elementen an zwei Beispielen

Beide Browser zeigen dieselbe Webseite, beide Browser wurden auf einem Computer mit einer Bildschirm-Auflösung von 1024x768 Pixel verwendet. Links in der Abbildung sehen sie den Browser Firefox. Nach Abzug von Symbolleisten oben, Statusleiste unten, Scrollbalken rechts und dem (sehr dünnen) Fensterrahmen links bleiben 1003x615 Pixel für die Webseite. Rechts in der Abbildung sehen Sie dieselbe Seite in Internet Explorer. Zusätzlich zu den üblichen Symbolleisten ist hier auch die ?Favoriten-Leiste? am linken Rand des Browser sichtbar. Es bleiben 743x562 Pixel für die Darstellung der Webseite. Wie Sie sehen können ist die Seite so gestaltet, dass das Foto, das in Firefox in der rechten oberen Ecke der Webseite sichtbar ist, in Internet Explorer nicht mehr sichtbar ist. Abbildung 16 zeigt eine Statistik über die Netto-Grössen von Browser-Fenstern. Laut dieser Statistik kann eine Webseite mit Breite 950 Pixel auf ca. 70% der Browser vollständig angezeigt werden. Bei 1050 Pixel Breite sind es nur noch 20%.

Image:Inner-browser-width-2006.png
Abbildung 16: Netto-Breite von Browser-Fenstern, 2005-2006, Quelle: [webwelt.horus.at]

Wie werden Sie als DesignerIn einer Webseite mit diesem Wissen umgehen? Ihr eigener Computer hat wahrscheinlich eine hohe Auflösung ? das ist für DesignerInnen typisch. Werden Sie beim Entwurf Ihrer Webseiten auf die Mehrheit der LeserInnen vergessen, und die Seite so gestalten, dass sie nur mit hoher Auflösung verwendbar ist? Zwei gute Faustregeln sind:

  • die wichtigsten Inhalte Ihrer Webseite sollten im linken, oberen Bereich der Webseite platziert sein, innerhalb eines Bereiches von 750x500 Pixel.
  • Nach unten zu scrollen ist für die LeserInnen gewohnter (und mit Scrollrad an der Maus auch einfacher) als nach rechts zu scrollen.

Es gibt aber sicher Umstände, unter denen Sie diese Faustregeln ignorieren können. Z.B. wenn Sie eine Webseite für einen Kiosk gestalten, und wissen, dass das Ausgabegerät immer ein Touchscreen mit einer Auflösung von 1200x600 Pixel ist. Oder wenn Sie eine Webseite mit künstlerischem Anspruch absichtlich so gestalten, dass die Lese-Gewohnheiten des Web durchbrochen werden.

[Bearbeiten] Beschränkung der Schriftarten

Auf den verschiedenen Ausgabe-Geräten für Webseiten stehen nicht überall die selben Schriftarten zur Verfügung. Welche Schriftarten das sind hängt einerseits vom Betriebssystem (Windows, Apple, Linux, ), andererseits von den installierten Programmen ab. Als DesignerIn haben Sie vielleicht noch extra Schriftpakete installiert. Falls ja, dann haben Sie einen ganz "untypischen" Computer. Die meisten anderen User haben nur die Standard-Schriften auf ihrem Computer.

Abbildung 17: Standard-Schriftarten, ca, 1996

Wenn Sie im HTML-Code "c00lfont2u" als Schriftart vorgeben, und dann Ihre Seite auf einem Computer betrachten auf dem es keine Schriftart namens "c00lfont2u" gibt, dann wird statt dessen die Standardschriftart (Times) ver­wendet. Abbildung 17 zeigt die Standard-Schriftarten, die auf den Betriebssystemen Windows 95 und Mac OS 9 sicher installiert waren. Beachten Sie auch die Größen­unterschiede: Alle Schriftarten sind in der Größe 12 Punkt abgebildet, erscheinen aber verschieden groß. Diese Schriftarten sind also seit vielen Jahren im Web bekannt und gerne verwendet, weil sie seit vielen Jahren zur Verfügung stehen. Abbildung 18 zeigt eine aktuellere Statistik für die 800 Browser getestet wurden.

Abbildung 18: Statistik über installierte Schriftarten

Aus dieser Statistik können Sie z.B. herauslesen, dass die Schrift "Haettenschweiler" auf 63% aller Computer installiert ist. Wenn man nur die Apple-Computern betrachtet sind es nur 13%, bei Linux-Rechnern nur 14%. (Auf Windows-Rechnern ist sie entsprechend häufiger um auf den Durchschnitt von 63% zu kommen). Es ist deswegen sinnvoll, nicht eine bestimmte Schriftart zu verlangen, sondern eine Liste von Schriftarten vorzugeben: wenn die erste Schriftart auf der Liste nicht installiert ist wird die zweite verwendet, dann die dritte,..... Abbildung 19 zeigt drei Beispiele für solche Listen.

 Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;
 "Times New Roman", Georgia, Times, serif;
 "Courier New", Courier, monospace;
Abbildung 19: Beispiele für Schriftarten-Listen

Eine gute Sammlung von Links zum Thema Web-Typografie bietet Dr.Web's Weblog[3]

Es gibt zwei unterschiedliche Methoden, Schriftarten in Webseiten einzubetten, so dass sie bei Bedarf herunter geladen und verwendet werden können. Um eine Schriftart in dieser Weise zu verwenden, brauchen Sie eine (meist kostenpflichtige) Lizenz. Ein Trick um den Einsatz von Fonts zu vermeiden ist das Ersetzen von Text (hauptsächlich Überschriften) durch Bilder mit Hilfe von Stylesheets.[4]

[Bearbeiten] Nicht kontrollierbare Schriftgrößen

Datei:Handbuch Webdesign-Schriftgroesse aendern.gif
Schriftgröße ändern im Internet Explorer
Jede LeserIn kann die Schriftgröße im Webbrowser selbst beeinflussen, z.B. in MSIE unter Ansicht → Schriftgrad. Das ist auch gut so: Leute mit Sehschwäche können so die Schrift permanent größer stellen, und so erst die Webseiten lesen.

Als WebdesignerIn werden Sie nicht dafür bezahlt, den Zeilenumbruch zu erledigen. Das ist die Aufgabe des Browsers. Je nach Schriftgröße und zur Verfügung stehendem Platz im Browser-Fenster wird der Browser die Absätze geeignet in Zeilen umbrechen, wie in Abbildung 20 gezeigt.

Image:Handbuch Webdesign-Zeilenumbruch im Browser.jpg
Abbildung 20: Zeilenumbruch im Browser

[Bearbeiten] Unbekannte Lesereihenfolge

Wenn Ihre Website aus mehreren Webseiten besteht, haben Sie keine Kontrolle darüber, in welcher Reihenfolge diese Seiten gelesen werden. Ganz im Gegenteil: Web-LeserInnen gehen sehr selektiv vor, und navigieren sehr lange, bevor sie sich "zum Lesen niederlassen".

[Bearbeiten] Keine eindeutiger Eingang

Die LeserInnen "betreten" Ihre Site auch nicht durch die "Eingangstüre" - also über die von Ihnen definierte Hauptseite. In Abbildung 21 sehen Sie ein Beispiel.

Image:Handbuch Webdesign-Navigationsstruktur und Navigationspfad.gif
Abbildung 21: Navigationsstruktur und Reales Navigationsverhalten
[Bearbeiten] Links und Lesereihenfolge

Die dicken Pfeile symbolisieren die Links, die zwischen den Seiten existieren. Die dünnen Pfeile symbolisieren den Weg, den eine bestimmte Leserin durch die Seite nimmt. Diesen Weg kann man aus dem Logfile des Servers rekonstruieren: Sie kommt von Google, wo Sie die "Seite 1" gefunden hat. Von dort navigiert sie zur "Hauptseite", und von dort weiter zu "Seite 5". Hier verlässt sie die Site wieder - vielleicht, indem Sie dreimal auf den "Zurück"-Button drückt um wieder zu ihren Suchergebnissen bei Google zu kommen, oder indem sie das Browserfenster schließt, oder indem sie eine neue URL eintippt, Im Logfile der Website ist das nicht mehr erkennbar. Die Hauptseite ist ein neuralgischer Punkt jeder Website - die zentrale Navigationsstelle. Die Gestaltung der Hauptseite ist also sehr wichtig. Ein "Deckblatt", oder eine "Intro-Seite" braucht eine Website hingegen nicht. Das ist eine Idee aus der Print-Welt, die am Web keinen Sinn macht.

[Bearbeiten] Verschiedene Zusatzprogramme und Plugins

Jeder Browser kann HTML und "reinen Text" darstellen. Falls der Browser Bilder darstellen kann, dann in den Formaten gif und jpg, eventuell auch png.

[Bearbeiten] Zusatz­programme

Alle anderen Formate (Word, CAD-Pläne, Audio und Video-Dateien, Flash, PDF, ...) können aber trotzdem im Web eingebunden werden. Der Browser kann Zusatzprogramme starten, um diese Formate darzustellen. Das ist technisch immer möglich, ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Spielen wir die Sinnfrage am Beispiel von Office-Dokumenten (Word, Excel, Access) durch.

  • Nicht jede LeserIn hat Excel, Word und/oder Access auf ihrem Computer. z.B. Apple, z.B. Palm Pilot, z.B. Linux
  • Office-Dokumente können Makro-Viren enthalten. Deswegen
  • können Sie Probleme bekommen wenn Sie einen Virus verbreiten
  • sind die Leute vielleicht nicht gewillt Office-Dokumente von Fremden entgegenzunehmen.
  • Office-Dokumente sind meist sehr groß, jedenfalls größer als ein entsprechendes HTML-Dokument. Die längere Download-Zeit könnte Leute abschrecken.
  • Office gibt es in vielen verschiedenen Versionen. Um möglichst viele Leute zu erreichen, muss man eine leicht veraltete Version (z.B. das Word-Format von Office 2003) anbieten.

Wenn Sie das alles bedenken, und dann zu dem Schluss kommen, dass es im konkreten Fall sinnvoll ist, z.B. ein Excel-Dokument in Ihre Website einzubauen, dann ist das technisch ganz einfach: Sie setzen einen Link zur Excel-Datei. Für verschiedene LeserInnen wird die Handhabung sich unterschiedlich darstellen:

1. Beispiel: Billy G. benutzt einen Windows-Rechner mit der neuesten Office-Version, um Ihre Seite anzusehen. Wenn er auf den Link klickt bekommt er eine Warnung mit dem ungefähren Inhalt: "Achtung, das könnte gefährlich sein". Wenn er trotzdem weitermacht, wird Excel gestartet und die Datei geöffnet.

2. Beispiel: Alyssa P. Hacker benutzt einen Linux-Rechner, dort gibt es kein Excel. Wenn Sie auf den Link klickt, erscheint ein Fenster "Unbekannte Datei, wollen Sie die Datei speichern". Sie kann die Datei so herunterladen und mit OpenOffice öffnen, oder auf Diskette zu einem Windows-Rechner tragen.

[Bearbeiten] Plugins

Ein Spezialfall von Zusatzprogrammen für Webbrowser sind Plugins. Diese übernehmen die Darstellung eines rechteckigen Bereiches innerhalb einer Webseite. Ein bekanntes Beispiel ist das Flash-Plugin zur Darstellung von swf-Dateien.

Image:Handbuch Webdesign-Webseite mit Flash und Kontextmenue.gif
Abbildung 22: Plugin im Webbrowser und das Kontextmenü (beim Rechtsklick)

In Abbildung 22 wird das Rechteck am rechten Rand der Webseite nicht vom Webbrowser selbst, sondern vom Flash-Plugin dargestellt. Für die LeserIn ist das nicht erkennbar. Erst wenn sie/er die mit der rechten Maustaste in diesen Bereich klickt erscheint ein Flash-spezifisches Kontext-Menü, wie in der Abbildung rechts neben der Webseite gezeigt. Welche Verbreitung die verschiedenen Plugins haben, ist schwer zu sagen. Macromedia, die Firma die Flash herstellt, publiziert auf Ihrer Website eine Statistik laut der 97% aller Browser das Flash-Plugin benutzen (siehe Abbildung 23). Wenn man nach anderen Statistiken im Web sucht, kommt man aber zu ganz anderen Ergebnissen. Verschiedene Sites bieten Statistiken über die jeweils eigenen Zugriffe. Hier bilden sich die Vorlieben des jeweiligen Zielpublikums ab. Abbildung 24 zeigt zwei Statisiken von einer Forum-Site (sunniforum.com) im arabischen Raum, und einem Webcounter-Anbieter. Mit 51% bzw. 89% Anteil des Flash-Plugins findet man hier ganz andere, und widersprüchliche Zahlen. Es bleibt also bei jedem Projekt einzeln abzuwägen, ob Plugins für das Zielpublikum der Site sinnvoll sind oder nicht.

Abbildung 23: Statistik über Browser-Plugins, Quelle: Macromedia
Abbildung 24: Statistik über Browser-Plugins, Quellen: sunniforum.com, goodcounter.com

[Bearbeiten] Zusammenfassung

Wenn Sie in diesem Buch lernen, wie man Webseiten erstellt, sollten Sie dabei nie vergessen, dass Sie ihr Ausgabemedium, den Browser in dem Ihre Webseite schlussendlich dargestellt wird, nicht kontrollieren können, und dass dieses Ausgabemedium sehr vielfältig ist - genau so vielfältig wie die Menschen, die diese Programme benutzen. Ein paar mögliche Szenarien:

  • Home-User in der 1.Welt, die viel Geld haben und sich aus Spaß am Computer immer die neueste Hardware leisten, immer die best-mögliche Internetanbindung haben, immer die neueste Software benutzen.
  • Firmen-User, die mit dem Computer vorlieb nehmen müssen, den Ihnen die EDV-Abteilung zur Verfügung stellt. Das heißt selbst im Jahre 2006 vielleicht noch 1024x768 Auflösung, Windows XP, ein veralteter Browser und keine "Spass-Plugins" wie Flash.
  • BesucherInnen von Internet-Cafés irgendwo auf diesem Globus, die weder Software noch Hardware kontrollieren, sondern verwenden müssen, was da ist. Und das ist vielleicht ein sieben Jahre alter PC mit ebenso alter Software.
  • Blinde, die mit einem Text-To-Speech Programm oder einer Braille-Ausgabezeile im Web surfen, wie oben in Abbildung 4 gezeigt.
  • Menschen mit Rot-Grün Blindheit, die zwar den Text und die Bilder sehen, aber nicht zwischen bestimmten Farben unterscheiden können.
  • Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik, die nur schwer mit einem Maus umgehen können.

und so weiter.


[Bearbeiten] XHTML

[Bearbeiten] Einleitung

Dieses Kapitel ist sehr trocken geschrieben, es handelt nur vom HTML-Code und den genauen Vorschriften, wie dieser Code zu schreiben ist. Verlieren Sie dabei nie aus dem Auge: es geht um die Gestaltung von Webseiten. Das Ergebnis der trockenen Arbeit mit dem Code ist immer eine Webseite. Hoffentlich eine lesbare, bunte, interessante Webseite – auch wenn der Code selbst Ihnen unleserlich, trist und uninteressant erscheinen mag. Den Code beherrschen heißt, durch ihn hindurch die lebendige Webseite sehen zu können.

Vielleicht erlernen Sie mit HTML zum ersten Mal so etwas Ähnliches wie eine Programmiersprache. Dazu gehört auch der Erwerb des Fachvokabulars: Tags, Attribute, Whitespace, Character Entities – diese Fachbegriffe müssen Sie verstehen und korrekt verwenden können.

[Bearbeiten] XHTML und HTML

Die Abkürzung HTML steht für "HyperText Markup Language". HTML wird vom World Wide Web Consortium standardisiert. 4.01 ist die letzte/höchste Version von HTML, nach dieser Version wurde von HTML auf XHTML umgestellt. XHTML ist zu XML kompatibel, deswegen das X am Anfang.

Es ist etwas schwieriger, korrektes XHTML zu schreiben als korrektes HTML, da die Schreibweise in HTML weniger genau geregelt ist. Die aktuellen Browser stellen sowohl HTML als auch XHTML dar. Wir werden XHTML verwenden, es aber einfach HTML nennen.

Die wichtigsten Prinzipien und die wichtigsten HTML-Tags (für Links, Bilder, Tabellen, Formulare) werden hier kurz vorgestellt. Alle Details können und sollen Sie bei selfhtml [5] oder in einem ähnlichen Referenzwerk nachschlagen. Sie sollten – wie bei allen Themen – parallel auch andere Quellen zu HTML konsultieren und die Aussagen in diesem Buch kritisch hinterfragen!

In diesem Kapitel wird nur der HTML-Code beschrieben, nicht das Erstellen von HTML-Dateien mit einem Programm, das nach dem "what you see is what you get" – Prinzip funktioniert. Sie können den HTML-Code mit jedem Text-Editor erstellen. Die HTML-Datei sollten Sie – auch während Sie die Datei noch erstellen und verändern – immer wieder in einem Browser betrachten und überprüfen, ob das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht. Der Arbeitsablauf ist immer:

  1. Code im Editor ändern
  2. Datei im Editor abspeichern
  3. in den Browser wechseln
  4. Die Anzeige im Browser aktualisieren / neu laden

Und wieder zurück zu Punkt 1. So lange wiederholen, bis die Webseite fertig ist.

[Bearbeiten] Characterset

HTML-Dateien bestehen aus reinem Text, auch ASCII-Text genannt – so wie Dateien mit der Endung .txt.

Wordpad vs. Notepad

Achtung: Erstellen Sie Ihren HTML-Code nicht mit dem Programm Wordpad unter Windows. Dieses Programm kann zwar ASCII-Text erzeugen, aber auch Dokumente im rtf-Format. Das kann zu dem in Abbildung 25 gezeigten Fehler führen:

Abbildung 25: Fehler: HTML-Code wurde als rtf gespeichert

Hier wurde der Text nicht (nur) mit HTML-Tags formatiert, sondern auch mit der von WordPad angebotenen Formatierungs-Leiste. Verwendet man diese, dann erscheint der Text zwar im Programm Wordpad größer / fett, im Browser sieht er dafür nicht mehr richtig aus.

Westeuropäisch

Die korrekte Art, HTML zu speichern, ist entweder ANSI, auch bekannt als Format ISO 8859-1 (Latin-1). Das ist der traditionelle Computer-Zeichensatz ASCII, ergänzt um die in westeuropäischen Sprachen nötigen Zeichen wie die Umlaute üöä ÜÖÄ sowie ß é ñ. (Um ganz genau zu sein, wird seit Einführung des Euros und des €-Zeichens ISO 8859-15 (Latin-15) verwendet – das ist Latin-1, ergänzt um das Euro-Zeichen und ein paar Ligaturen für Französisch.) Unter Windows und Linux wird dieses Format standardmäßig verwendet, nur am Mac müssen Sie beim Speichern im TextEdit darauf achten, das richtige Format, nämlich ?Westeuropäisch (Windows Latin 1)? einzustellen.

Abbildung 26: Speichern einer HTML-Datei im Mac-Programm TextEdit
Unicode = International

Eine Alternative zu Latin-1 ist Unicode in der Variante utf-8. Das hat den Vorteil, dass Sie die Sonderzeichen verschiedener Sprachen in einem Dokument mischen können. Falls Sie Ihre HTML-Datei als utf8 speichern, müssen Sie das im Head der HTML-Datei angeben, siehe Tags für den Head.

[Bearbeiten] Zeichenreferenzen

Zeichenreferenzen (engl.: character entities) dienen dazu, bestimmte Zeichen darzustellen. Eine Zeichenreferenz hat immer die Form &entityname; Folgende Zeichenreferenzen müssen Sie verwenden:

kleiner, kaufmännisches Und

Gewünschtes Zeichen

Zeichenreferenz

<

&lt;

&

&amp;

Folgende Zeichenreferenzen müssen Sie nicht verwenden, Sie können das Zeichen auch direkt im HTML-Code eingeben. Die Schreibweise als Zeichenreferenz ist vielleicht praktisch, wenn Sie das Zeichen nicht auf Ihrer Tastatur finden können (z.b. auf einer englischen Tastatur).

Gewünschtes Zeichen

Zeichenreferenz

Ä

&Auml;

ä

&auml;

ß

&szlig;

&euro;

©

&copy;

Die Umlaute ü, Ü, ö und Ö funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie ä und Ä.

[Bearbeiten] HTML-Tags

Die gewünschte Formatierung des Textes wird mit HTML-Tags angegeben.

  • Tags sind zwischen spitzen Klammern ("kleiner" und "größer"-Zeichen) eingeschlossen.
  • Zu (fast) jedem "Anfangs-Tag" gibt es einen "End-Tag", der sich nur durch einen Schrägstrich vom Anfangs-Tag unterscheidet. Z.B. <p>hier der Absatz</p>.
  • "alleinstehende" Tags müssen in XHTML mit einem Schrägstrich am Ende geschrieben werden: <br /> (früher, in HTML, ging auch <br>)

Die wichtigsten Tags werden weiter unten noch vorgestellt. Welche Tags es gibt und was sie jeweils bewirken, ist im HTML-Standard festgelegt. Sie können nicht einfach einen neuen Tag erfinden.

[Bearbeiten] Whitespace

Sogenannter whitespace - das sind mehrere Leerzeichen, Tabulatoren und Zeilen­umbrüche hintereinander – wird vom Browser völlig ignoriert. Ob Sie also in Ihrer HTML-Datei ein Leerzeichen oder 7 Leerzeilen einfügen macht keinen Unterschied. Die beiden Dokumente werden vom Browser gleich dargestellt:

 <p>Halli Hallo</p>
 <p>
 Halli
 Hallo
 </p>

Abbildung 27: Zwei HTML-Dokumente die gleich dargestellt werden Nur die Tags beeinflussen die Darstellung der Webseite. Sie müssen den Tag <br /> verwenden, um einen Zeilenumbruch auf der Webseite zu erzeugen – dies ist aber nur selten sinnvoll, da der Browser einen automatischen Zeilenumbruch durchführt.

[Bearbeiten] Attribute

Manche Tags können Attribute enthalten. Ein Beispiel ist der Tag <img>, der ein Bild in die Webseite einfügt (Englisch: Image). Die wichtigsten Attribute von <img> sind src (von Source = Quelle) und alt (Alternative Darstellung). (Ein häufiger Fehler ist es, scr statt src zu schreiben)

  <img src="neu.gif" alt="Das ist neu!" />

Es ist egal, in welcher Reihenfolge Sie die Attribute schreiben. Ebenso sind Zeilenumbrüche, Tabulatoren, Leerzeichen auch hier, innerhalb eines Tag ohne Auswirkung auf die Darstellung im Browser:

  <img alt="Das ist neu!" src="neu.gif" />
  <img 
alt="Das ist Neu!"
src="neu.gif"
bli="bla, blu"
/>

Das Attribut bli, welches HTML nicht kennt, wird wie andere unbekannte Attribute vom Browser einfach ignoriert. Der Wert eines Attributes wird in Anführungszeichen geschrieben, auch Zahlen (das war in HTML noch nicht verpflichtend):

   <img alt="Das ist Neu!" src="neu.gif" 
width="50" height="15" />

ACHTUNG: ein häufiger Fehler ist es, das zweite Anführungszeichen zu vergessen:

   <img alt="Das ist neu!"
src="neu.gif><p>Text nach dem Bild, der "zufällig" auch Anführungszeichen enthält – aber das kommt nicht immer vor. .</p> <p>Und noch mehr Text</p>
Abbildung 28: Fehler im HTML-Code: Anführungszeichen vergessen

Wenn Sie, wie in Abbildung 28 gezeigt, das zweite Anführungszeichen vergessen, hat das enorme Auswirkungen auf die Darstellung der Webseite: der Browser sucht konsequent nach dem zweiten Anführungszeichen, wenn es sein muss bis zum Schluss des Dokuments. In diesem Beispiel findet er schon in der nächsten Zeile ein Anführungszeichen. Damit ist der Wert des Attributs beendet. Nun sucht der Browser noch nach der schließenden spitzen Klammer des img-Tags. Das Ergebnis ist, dass der Text gar nicht im Browser angezeigt wird.

[Bearbeiten] Kompatibilität

Neue Tags, die z.B. ein Browser nicht erkennt, sind zu ignorieren - es gibt keine Fehlermeldungen. Wenn das W3C in einer zukünftigen XHTML-Version 21 beispielsweise den neuen Tag <jump> (hüpfenden Text) einführt, können Sie diesen Tag auf Ihrer Webseite verwenden. Der Text wird jedoch nur in den neuesten Versionen der Browser (die schon XHTML 21 kennen) hüpfend dargestellt. In Netscape 6 oder MSIE 5 wird der Tag <jump> ignoriert:

Code

Ein älterer Browser interpretiert das als:

<p>Dies ist meine erste <jump>supercoole</jump> Webseite!!!! </p>

<p>Dies ist meine erste supercoole Webseite!!!!</p>

Abbildung 29: Neue HTML-Tags und Kompatibilität mit alten Browsern

Bevor Sie also einen neuen Tag einsetzen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, welche Versionen der Browser diesen Tag darstellen und wie viel Prozent Ihres Zielpublikums schon eine passende Browser-Version benutzen. Meist können Sie eine Seite so gestalten, dass auch mit älteren Browsern der gesamte Inhalt lesbar ist.

Schlecht

Besser:

<p>Zu den hüpfenden Terminen sind noch Plätze im Kurs frei:
</p>
<ul>
<li>
<jump>Montag</jump>
<li>Dienstag
<ul>

<p>Zu den markierten Terminen sind noch Plätze im Kurs frei</p>
<ul>
<li>
<jump>Montag *</jump>
<li>Dienstag
<li>

In älteren Browsern geht die wichtigste Information verloren!

Durch das Einfügen des * ist auf allen Browsern erkennbar zu welchen Terminen noch Plätze frei sind.

Abbildung 30: Vorsichtiger Einsatz von ?neuen? HTML-Tags

Das war eine Überlegung zur Kompatibilität der Browser. Auch Menschen sind nicht kompatibel: so sind ca. 9% aller Männer und ca. 0,8% aller Frauen rot-grün-blind[6] - verwenden Sie also nicht den Farbunterschied zwischen rot und grün, um wichtige Information anzuzeigen.

[Bearbeiten] Text formatieren

Folgende Tags nennt man blockbildende Tags weil sie im Browser immer als rechteckige Fläche angezeigt werden, als "Block":

Normaler Fließ-Text

<p>Text text text, text text. Text text text, text text. Text text text, text text. Text und text text, text text.</p>

Zentrierter Text

<p align="center">Text text text, text text. Text text text, text text. Text text text, text text. Text und text text, text text.</p>

Haupt-Überschrift
(1. Ebene)

<h1>Überschriftstext</h1>

Unter-Überschrift
(2. Ebene)

<h2>Überschriftstext</h2>

Unter-Überschrift
(3. Ebene)

<h3>Überschriftstext</h3>

Block-Zitat (eingerückt)

<blockquote>Alle meine Entchen schwimmen auf dem See</blockquote>

Tabelle 1: Blockbildende Tags

Da diese Tags nicht ineinander verschachtelt werden können ist der folgende Code nicht korrekt:

´ <h1><p>Absatz in der Überschrift</p></h1>

Es gibt keinen Absatz in der Überschrift. Entweder ein Stück Text ist ein Absatz, oder es ist eine Überschrift:

  <h1>Überschrift</h1>
  <p>Absatz</p>
  <p>noch ein Absatz</p>

Der Browser stellt zwischen den blockbildenden Tags jeweils einen Abstand dar. Dieser kann mit Stylesheets verändert, bzw. auf Null gesetzt werden. Im Browser Firefox kann man als zusätzliches Hilfsmittel die ?Web Developers Toolbar? installieren. Mit dieser Toolbar können Sie sich unter anderem die ?Blocks? der blockbildenden Elemente anzeigen lassen wie in Abbildung 31.

Abbildung 35: Blockbildende Elemente im Browser Firefox angezeigt

Format für kleinere Text-Abschnitte müssen Sie innerhalb eines Blocks verwenden, sie werden auch als inline-Tags bezeichnet:

Fettgedruckter Text

Eine <b>fette</b> Sache

Kursiver Text

und eine <i>schräge</i> Sache

Unterstrichener Text

Dafür gibt es zwar einen Tag, Sie sollten ihn aber nicht verwenden ? unterstrichener Text wird zu leicht mit einem Link verwechselt.

Text in einer bestimmten Schriftart

<font face="Arial,Helvetica">Text</font>

Text in einer bestimmen Farbe

<font color="red">rot</font>

Tabelle 2: Inline-Tags
statt <font> Stylesheets

Der <font>-Tag ist ein "altmodischer" Tag, der durch Stylesheets ersetzt wurde, und den Sie in neuen Dokumenten möglichst nicht verwenden sollten. Um alte Dokumente zu bearbeiten, müssen Sie diesen Tag aber kennen. Diese inline-Tags können ineinander verschachtelt werden:

   <p>Absatz mit 
   <b>fett und <i>fett-kursiv</i></b> ist in Ordnung </p>

Beim Verschachteln muss die Reihenfolge passen:

   <p>Absatz mit 
   <b>fett und <i>fett-kursiv</b></i> ist in Ordnung </p>

[Bearbeiten] Bilder

Wenn in einer Webseite Bilder verwendet werden, so sind diese jeweils als eigene Datei gespeichert. Enthält eine Webseite z.B. vier Bilder, dann besteht das ?Gesamtkunstwerk? aus fünf Dateien: einer HTML-Datei, und vier Bild-Dateien.

Abbildung 32: Eine Webseite und die Dateien aus denen sie besteht

Wenn Sie die gesamte Webseite auf USB-Stick speichern und mitnehmen wollen, müssen Sie alle fünf Dateien mitnehmen! Falls die Bilder in einem Unter-Ordner gespeichert waren, muss auch diese Ordnerstruktur erhalten bleiben.

Bild

<img src="neu.gif">

Bild mit Ersatztext (für Blinde, oder für den Fall, dass das Bild nicht angezeigt werden kann)

<img alt="neu" src="neu.gif">

Bild mit Größenangabe (beschleunigt in manchen Browsern das Layout der restlichen Seite)

<img width="10" height="5"
src="neu.gif">

Tabelle 3: Varianten des img-Tags
Bild-Dimension

Noch ein Wort zur Größe von Bildern: Bei den Breiten- und Höhen-Angaben (width und height) sollten Sie immer die echte Größe des Bildes (gemessen in Pixel) angeben. Wieso? Betrachten wir die zwei möglichen Fälle:

  • Bild ist in Wirklichkeit kleiner, width- und height-Angaben sind zu groß
  • Bild ist in Wirklichkeit größer, width - und height-Angaben sind zu klein
    Größer dargestellt

Im ersten Fall wird das Bild im Browser nicht gut aussehen: in einem Bild, das zu groß dargestellt wird, werden die einzelnen Pixel sichtbar. Kompressions-Artefakte ? das sind Bildfehler, die durch die Kompression entstehen ? werden besser sichtbar. In Abbildung 33 sehen Sie typische jpeg-Artefakte rund um die Nase.

Image:Handbuch Webdesign-Bild und Vergroesserung.jpg
Abbildung 33: Ein Pixel-Bild wird auf 4-fache Breite und Höhe vergrößert
Kleiner dargestellt

Im zweiten Fall (verkleinerte Darstellung) gibt es keine Probleme mit der Bildqualität, sondern mit der Übertragungszeit.

Das Bild in Abbildung 34 ist im Original 450x450 Pixel groß, und hat eine Dateigröße von 115KB. Diese 115KB müssen übertragen werden, auch wenn das Bild dann im Browser kleiner (z.B. 225x225 Pixel groß) dargestellt wird. Die Alternative wäre, das Bild im Grafikprogramm auf 225x225 Pixel zu verkleinern. Dabei wird auch die Dateigröße kleiner, in diesem konkreten Beispiel 35KB. Das ist ein Faktor 3 in der Dateigröße, und damit auch in der Download-Zeit. Der typische Arbeitsablauf ist also:

  • Bild erstellen oder einspielen (Scannen, von Digitalkamera, etc)
  •  ?Beste? Version des Bildes archivieren
  • Bild im Grafikprogramm auf die richtige Dimension und Format bringen
  • Fertiges Bild in den Web-Ordner kopieren
  • <img>-Tag in das HTML-Dokument einfügen.
Bilder und Layout

Das Bild wird wie ein Wort im Text behandelt, und kann nicht frei auf der Webseite positioniert werden. Später lernen Sie verschiedene Methoden kennen, wie man Text und Bild mittels Tabellen oder Ebenen doch noch positionieren kann. Bis dahin gilt: Wenn Sie das Bild wie in Abbildung 35 mitten in einen Absatz hinein setzen, ergibt das meist ein sehr hässliches Layout.

Image:Handbuch Webdesign-Bild mitten im Absatz.gif
Abbildung 35: Bild mitten im Absatz

Besser ist es, das Bild in einen eigenen Absatz zu setzten, und den Absatz dann z.B. zu zentrieren:

Image:Handbuch Webdesign-Hand.gif
Bildformate

Als Bildformate für Webseiten können nur Pixel-Formate verwendet werden:

gif

Palette von 255 Farben + 1 Transparenz-Farbe (kein Alpha). ?animiertes Gif? enthält mehrere Bilder, die der Reihe nach angezeigt werden (Daumenkino). Besonders geeignet für Bilder mit klaren Kanten, einfärbigen Flächen, wenigen Farben, z.B. Comics, Logos.

jpg

Millionen von Farben, variable Kompression, keine Transparenz. Besonders geeignet für Bilder mit Farbverläufen, z.B. Photos.

png

Nachfolge-Format für gif, Alpha-Transparenz, wird noch nicht von allen Browsern unterstützt.

{{
Tabelle 4: Bildformate im Vergleich

Es kann jedes Bild in allen drei Formaten gespeichert werden. Ideal wäre, das Format auszuwählen, in dem das Bild nichts an Qualität verliert, und die Dateigröße möglichst gering ist. Der vorher beschriebene Arbeitsablauf kann also weiter verfeinert werden

  • Bild erstellen oder einspielen (Scannen, von Digitalkamera, etc)
  • Das Ergebnis, ein Bild mit hoher Auflösung + Dateigröße,
    Format z.B. tiff oder jpg mit geringer Kompression archivieren
  • Bild im Grafikprogramm auf die richtige Dimension und Format bringen;
    Ergebnis: Bild im Format gif, jpg, png, Dateigröße möglichst klein (=web-tauglich).
  • Fertiges Bild in den Web-Ordner kopieren
  • <img>-Tag in das HTML-Dokument einfügen

Das Ergebnis ist ein web-taugliches Bild im richtigen Ordner.

[Bearbeiten] Links + Anker

Das Web heißt Web, weil es wie ein Spinnennetz ist ? die Stränge dieses metaphorischen Netzes sind die Hyperlinks. Links im Web sind unidirektional, sie funktionieren nur in eine Richtung. Sie können von Ihrer Seite zur ORF-Seite einen Link machen, Sie können nicht von der ORF-Seite zu Ihrer Seite einen Link machen. Bevor Sie einen Link setzen, müssen Sie sich über zwei Dinge klar werden:

  1. Welcher Text auf Ihrer Webseite soll anklickbar sein?
  2. Wohin soll der Link führen (URL)?

Alle Links auf einer Seite sind gleich gestaltet, normalerweise sind sie alle blau und unterstrichen. Mit Stylesheets können Sie diese Gestaltung ändern.

Link zu einer Seite draußen am Web Suchmaschine
<a href="http://www.altavista.com">Alta Vista</a>
Link zu Webseite im selben Ordner <a href="seite2.htm">mehr</a>
Link zu E-Mail Adresse <a href="mailto:aa@bb.cc">Mail</a>
Bild statt Linktext <a href="home.htm"><img src="home.gif" alt="Home" /></a>
Tabelle 5: der a-Tag für Hyperlinks

Stilistischer Tipp: Vermeiden Sie Formulierungen wie ?Klicken Sie hier, um zu Yahoo zu gelangen?. Die LeserInnen Ihrer Seite wissen, wie ein Link zu bedienen ist. Schreiben Sie e