Ing Mathematik: Reelle Funktionen einer reellen Veränderlichen

Aus Wikibooks

Wechseln zu: Navigation, Suche
Zurück zu Reihen | Hoch zu Gesamtinhaltsverzeichnis | Vor zu Differentialrechnung


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grundbegriffe

Monotone Funktionen
Eine Funktion y=f(x) ist genau dann monoton, wenn es für jedes y genau ein x gibt (eineindeutige Funktion). x liege in dem Intervall [a, b] und y in dem Intervall [A,B].


Monoton steigende Funktion
Wird x größer, so wird auch y=f(x) größer.

Beispiel:

Bild:Monoton_steigend.png


Monoton fallende Funktion
Wird x größer, so wird y=f(x) kleiner.

Beispiel:

Bild:Monoton_fallend.png


Beschränkte Funktionen
Eine Funktion heißt beschränkt, wenn es zwei Zahlen S1 und S2 gibt, sodass S_{1}\le f(x)\le S_{2} für alle x gilt.

Beispiel: sin(x) und cos(x) sind beschränkte Funktionen mit S1 = − 1 und S2 = 1.


Symmetrische (gerade) Funktion
Ein Funktion heißt symmetrisch (zur Ordinate), wenn gilt f(x) = f(-x)

Beispiele: y = cos(x), y = x2


Schiefsymmetrische (ungerade) Funktion
Ein Funktion heißt schiefsymmetrisch, wenn gilt f(-x) = -f(x)
Dies entspricht einer Spiegelung der Funktion an der Winkelhalbierenden

Beispiele: y = sin(x), y = x3


Periodische Funktion
f(x)=f(x\pm kT), wobei T als Periode der Funktion bezeichnet wird.

Beispiel: f(x)=sin(x) Periode T=Pi/2

[Bearbeiten] Grenzwert und Stetigkeit

[Bearbeiten] Grenzwert von Funktionen

Gegeben sei ein Funktion y=f(x). Weiters sei ein Punkt x0 aus dem Definitionsbereich dieser Funktion gegeben. Nähert man sich mit x diesem Punkt beliebig weit an, so gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. f(x) nähert sich einem einem Wert y_0=f\left( x_0\right)
  2. f(x) entspricht nicht y_0=f\left( x_0\right).

Nur im ersten Fall existiert für y=f(x) ein Grenzwert (Limes) an der Stelle x0

\lim_{x\rightarrow x_0} f(x)= y_0


Beispiel: Gegeben sei die Funktion f(x) = \frac{1}{x} . Gesucht ist der Grenzwert für x0 = 0.

Nähert man sich x0 von der linken Seite, so wird der linksseitige Grenzwert f(x_0) = -\infty. Nähert man sich von rechts, so wird der rechtsseitige Grenzwert f(x_0) = +\infty . Diese Funktion besitzt also für x0 keinen Grenzwert.

[Bearbeiten] Stetigkeit

Die Funktion y=f(x) heißt stetig an der Stelle x0, wenn an dieser Stelle

  1. ein endlicher Grenzwert existiert, und
  2. dieser Grenzwert gleich dem Funktionswert ist.

Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, so heißt die Funktion unstetig an der Stelle x0. Dies ist dann der Fall, wenn

  • die Funktion keinen Grenzwert besitzt.

Bild:Unstetig1.png

oder

  • die Funktion einen Grenzwert besitzt, aber y_0\ne f(x_0) oder f(x0) ist nicht definiert. Man spricht hierbei auch von einer hebbaren Unstetigkeitsstelle x0. Durch die Definition von f(x_0)=\lim_{x\rightarrow x_0} f(x) kann die Funktion in x0 stetig gemacht werden.

Bild:Unstetig2.png


[Bearbeiten] Einseitiger Grenzwert

Schränkt man die Funktion ein auf Werte, die nur links von einer Stelle x0 liegen und besitzt diese Teilfunktion dann an dieser Stelle einen Grenzwert, so besitzt die Funktion an dieser Stelle einen linksseitigen Grenzwert

\lim_{x\rightarrow x_{o}-}f(x)


Schränkt man die Funktion ein auf Werte, die nur rechts von einer Stelle x0 liegen und besitzt diese Teilfunktion dann an dieser Stelle einen Grenzwert, so besitzt die Funktion an dieser Stelle einen rechtsseitigen Grenzwert.

\lim_{x\rightarrow x_{o}+}f(x)


Beispiel: Funktionen mit einer Sprungstelle besitzen dort zwar links- und rechtsseitige Grenzwerte, aber keinen Grenzwert.

[Bearbeiten] Uneigentlicher Grenzwert

Ersetzt man x0 durch \infty oder -\infty und existiert dort ein Grenzwert

\lim_{x\rightarrow \infty} f(x) oder \lim_{x\rightarrow -\infty} f(x)

so spricht man von uneigentlichen Grenzwerten.

Beispiel: \lim_{x\rightarrow \infty} \frac{1}{x}=0

[Bearbeiten] Stückweise stetige Funktionen

Bild:Stueckweise_stetig.png


[Bearbeiten] Zwischenwertsatz für stetige Funktionen

Eine in einem Intervall [a,b] stetige Funktion f(x) nimmt jeden zwischen f(a) und f(b) gelegenen Wert mindestens einmal an.

[Bearbeiten] Satz vom Minimum und Maximum

Eine in einem Intervall [a,b] stetige Funktion f(x) nimmt in diesem Intervall immer einen größten und einen kleinsten Wert an.

Bild:Min_max.png


Infimum (Minimum): f(x_{1})=\inf_{ a\le x\le b}f(x)

Supremum (Maximum): f(x_{2})=\sup_{ a\le x\le b}f(x)


[Bearbeiten] Übungen

Berechnen sie

  • \lim_{x\rightarrow 4}\frac{\sqrt{x}-1}{5-x^{2}}
  • \lim_{ x\rightarrow -\infty}\frac{x}{1+x}


[Bearbeiten] Exponentialfunktionen

Es sei a\ >\ 0, sowie n\in \mathbb{N}. Dann ist

a^n = \underbrace{a\cdot a\cdot \ldots \cdot a}_{n\;mal}


a nennt man Basis und n den Exponenten der Potenz an (Exponentialfunktion zur Basis a). Es gilt auch, daß an für jedes 0<a<\infty und n\in \mathbb{R} definiert ist.

Eine Exponentialfunktion ist stetig und für a > 1 monoton steigend, für 0 < a < 1 monoton fallend.

Bild:Exponentialfunktion.png

[Bearbeiten] Rechenregeln

  • a^0\ = 1
  • a^1\ = a
  • a^{-n}=\frac{1}{a^n}
  • r=\frac{p}{q}:\; a^r=\sqrt[q]{a^p}
  • a^{n+m}=a^n \cdot a^m
  • a^{n-m}=\frac{a^n}{a^m}
  • a^{n\cdot m}=(a^{n})^{m}
  • a^n \cdot b^n=(a \cdot b)^n

[Bearbeiten] Natürliche Exponentialfunktion

Die Exponentialfunktion zur Basis e (e = 2,718..., Eulersche Zahl) kann für alle z \in \mathbb{C} folgendermaßen definiert werden

  • e^z = \sum_{i=0}^\infty \frac{z^i}{i!}

oder

  • e^z = \lim_{n \to \infty} \left( 1 + {\frac{z}{n}}\right)^n


[Bearbeiten] Logarithmen

Den Logarithmus zur Basis a schreibt man \,\log_{a}x. Manchmal ist das auch in dieser Schreibweise \,_{a}\log x zu sehen.

Logarithmen sind Umkehrfunktionen zu den Exponentialfunktionen.

y = ax

x = logay

Bild:Logarithmen1.png Bild:Logarithmen2.png

[Bearbeiten] Rechenregeln

  • a^{\log_{a}x}=x
  • \log_{a}\left(a^{x}\right)=x
  • \log_{a}\left(1\right)=0
  • \log_{a}\left(a\right)=1
  • \log_{a}\left(xy\right)=\log_{a}x+\log_{a}y
  • \log_{a}\left(\frac{x}{y}\right)=\log_{a}x-\log_{a}y
  • \log_{a}\left(\frac{1}{x}\right)=-\log_{a}x
  • \log_{a}\left(x^{y}\right)=y\log_{a}x
  • \frac{\log_{a}x}{\log_{a}y}=\frac{\log_{b}x}{\log_{b}y}

[Bearbeiten] Wichtige Basen

[Bearbeiten] Basis 2

Zweierlogarithmus, Duallogarithmus oder binärer Logarithmus

\log_{2}x\ =\ \mbox{lb}\ x

oder

\log_{2}x\ =\ \mbox{ld}\ x

[Bearbeiten] Basis 10

Zehnerlogarithmus, dekadischer Logarithmus oder Briggscher Logarithmus

\log_{10}x\ =\ \lg x

[Bearbeiten] Basis e

natürlicher Logarithmus, Logarithmus naturalis

\log_{e}x\ =\ \ln x

oder

\log_{e}x\ =\ \log x

[Bearbeiten] Umrechnung zwischen verschiedenen Basen

x=a^{\log_{a}x}=b^{\log_{b}x}

b=a^{\log_{a}b}


eingesetzt

a^{\log_{a}x}=a^{\log_{a}b^{\log_{b}x}}=a^{\log_{b}x\cdot\log_{a}b}


daraus folgt, dass

\log_{a}x=\log_{b}x\cdot\log_{a}b

sein muss.


Alternativ kann man diese Beziehung auch aus der Rechenregel

\frac{\log_{a}x}{\log_{a}y}=\frac{\log_{b}x}{\log_{b}y}

ableiten.


\frac{\log_{a}x}{\log_{a}b}=\frac{\log_{b}x}{\log_{b}b}

\log_{a}x=\log_{b}x\cdot\log_{a}b

[Bearbeiten] Trigonometrische Funktionen (Winkel-, Kreisfunktionen)

[Bearbeiten] Das Bogenmaß

Bild:Bogenmass.png

Das Bogenmaß ist definiert als dimensionslose Größe

\phi\ =\frac{s}{r}

Bekannt ist der Umfang eines Kreises

U=2\pi r = \phi_{V}\cdot r.

Somit gilt für den Vollkreis

\phi_{V}\ =\ 2\pi

Genauso wird das Bogenmaß definiert. 360° entsprechen 2\ \pi im Bogenmaß. Das Bogenmaß ist eigentlich dimensionslos, wird aber oft mit der Einheit Radiant [rad] versehen.

Winkel in [°] Bogenmaß in [1] oder in [rad]
1 \frac{2\pi}{360}=\frac{\pi}{180}
45 \frac{\pi}{4}
~57,3 1
90 \frac{\pi}{2}
180 \pi\
360 2\pi\


Umrechnung von Graden in das Bogenmaß:

\phi = \frac{\pi}{180}\varphi

mit \phi\ in [rad] und \varphi in [°].


Sind Kreisbogenlänge und Radius gleich lang, dann wird \phi\ =\ 1. Am Einheitskreis enspricht das Bogenmaß der Kreisbogenlänge.

[Bearbeiten] Die trigonometrischen Funktionen am Einheitskreis

Bild:Trig_function.png

[Bearbeiten] Sinus und Cosinus

Bild:Sin_cos.png


sin x ist eine schiefsymmetrische Funktion, während cos x eine symmetrische Funktion repräsentiert, d.h.

  • \sin(-x)\ =\ -\sin x
  • \cos(-x)\ =\ \cos x

Sinus und Kosinus sind periodische Funktionen, es gilt:

  • \sin(x+2k\pi)\ =\ \sin x
  • \cos(x+2k\pi)\ =\ \cos x

Desweiteren gilt:

  • \cos(x)\ =\ \sin(x-\frac{\pi}{2})

Definition:

  • \sin x=  \Im \left(e^{ix} \right) = \frac{e^{ix}-e^{-ix}}{2i}
  • \cos x=  \Re \left(e^{ix} \right) = \frac{e^{ix}+e^{-ix}}{2}


Daraus folgt unmittelbar die Eulerformel:

e^{ix} =  \Re \left(e^{ix} \right) + \Im \left(e^{ix} \right) = \cos x + i \sin x

Direkt aus den Verhältnissen am Einheitskreis läßt sich mittels des Satzes von Pythagoras die Beziehung

\sin^2x+\cos^2 \ = \ 1

ableiten.

Alternativ muss sich natürlich auch aus der obigen Definiton selbiges Ergebnis ableiten lassen:

e^{ix}e^{-ix}\  =\ e^{ix-ix}\ =\ 1

e^{ix}\ =\ \cos x + i \sin x e^{-ix}\ =\ \cos x - i \sin x

e^{ix}e^{-ix}\ =\ \sin^2x+\cos^2x\ =\ 1

Am Einheitskreis läßt sich auch leicht erkennen, dass

  • |\sin x|\ \le 1
  • |\cos x|\ \le 1

sein muss.

[Bearbeiten] Additionstheoreme

  • \sin\left(x\pm y\right)= \sin x \cos y \pm \cos x \sin y
  • \cos\left(x\pm y\right)= \cos x \cos y \mp \sin x \sin y
  • \sin x + \sin y =  2\sin\frac{x+y}{2} \cos\frac{x-y}{2}
  • \cos x + \cos y =  2\cos\frac{x+y}{2} \cos\frac{x-y}{2}
  • \sin x - \sin y =  2\cos\frac{x+y}{2} \sin\frac{x-y}{2}
  • \cos x - \cos y =  -2\sin\frac{x+y}{2} \sin\frac{x-y}{2}

[Bearbeiten] Tangens und Cotangens

[Bearbeiten] Umkehrfunktionen zu den trigonometrischen Funktionen

[Bearbeiten] Hyperbelfunktionen

[Bearbeiten] Polynome

[Bearbeiten] Rationale Funktionen

[Bearbeiten] Parameterdarstellung

Zurück zu Reihen | Hoch zu Gesamtinhaltsverzeichnis | Vor zu Differentialrechnung
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen