Innere Medizin kk: Elektrische Kardioversion
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Die elektrische Kardioversion ist ein Elektroschock zur Wiederherstellung eines regelmäßigen Herzrhythmus bei schnellen Vorhof- oder Kammerrhythmusstörungen . Im Gegensatz zur Defibrillation handelt es sich nicht um eine Notfallmaßnahme. Es wird dabei auf die elektrische Eigenaktion des Patienten Rücksicht genommen, um kein Kammerflimmern zu induzieren . Die Kondensatorentladung ist R-Zacken getriggert (synchronisiert). Sie erfolgt ca 10 - 30 ms nach der Erkennung einer R-Zacke.
Die Methode wird vor allem beim Vorhofflimmern, Vorhofflattern und der Kammertachykardie unter Monitorkontrolle eingesetzt. Sie ist in ca 70 - 80 % der Fälle wirksam und kann mit medikamentösen Maßnahmen kombiniert werden.
[Bearbeiten] Indikation
[Bearbeiten] Einverständniserklärung
Siehe http://www.dasherz.ch/fileadmin/user_upload/EKVEinverstaendnis.pdf
[Bearbeiten] Durchführung
[Bearbeiten] Komplikationen und Probleme
[Bearbeiten] Gefahren
- Auslösung von Kammerflimmern ( selten )
- Thrombembolien insbesondere Apoplex Risiko
- bei guter Indikationsstellung gering
- Es ist bisher nicht bewiesen , daß die Maßnahme selbst Thrombembolien auslöst
- sondern die Rhythmuswechsel bzw das Vorhofflimmern selbst sind die Ursache von Thrombembolien
- Muskelkater durch Zuckungen
- Verbrennungen
- Risiken des Kurznarkose mit Ethomidate
[Bearbeiten] Probleme der Methode, Fehlinterpretationen, Grenzen
Defibrillator muß unbedingt auf R Zacken erkennung ( Synchronisation) gestellt sein !
bei kurz vorher aufgetretenen Rhythmusstörungen ist die Kardioversion sehr wirksam
( Erfolgsrate 70 - 80 % ) und effektiver als alle anderen Methoden.
Problem:
- durch Narkose wird die Spontanatmung ungünstig beeinflußt
[Bearbeiten] Kontraindikationen
- Digitalisintoxikation
- Schwere Mitralvitien
- Thrombus im Linken Vorhof oder linken Ventrikel
- Unverträglichkeit des Narkosemittels
[Bearbeiten] Fragen
[Bearbeiten] Was ist effektiver die elektrische Kardioversion in Rückenlage oder in Seitenlage ?
siehe
- Kirchhof P, Eckardt L, Loh P, Weber K, Fischer RJ, Seidl KH, Bocker
D, Breithardt G, Haverkamp W, Borggrefe M. Anterior-posterior versus anterior-lateral electrode positions for external cardioversion of atrial fibrillation: a randomised trial . Lancet 2002;360: 1275–9.
[Bearbeiten] Welchen Einfluß hat die elektrische Kardioversion auf die Herzenzyme ?
Nach externer biphasischer elektrischer Kardioversion kommt es nicht zu einem signifikanten Anstieg des kardialen Troponin I. Bei hohen kumulativen Energiedosen kann es zu einem Anstieg der CK aus dem Muskel kommen.
Quelle:
[Bearbeiten] Was ist effektiver : die elektrische oder die medikamentöse Kardioversion ?
Eine prospektive randomisierte Studie, in der die pharmakologische und die elektrische Kardioversion verglichen werden, gibt es bisher nicht. Trotzdem sind sich die meisten Kardiologen einig, daß die elektrische Kardioversion etwas wirksamer ist.
[Bearbeiten] Macht es Sinn nach einer erfolglosen elektrischen Kardioversion noch eine medikamentöse zu versuchen ?
Siehe http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=6948
-
- Ibutilide und Amiodaron als intravenöse Vorbehandlung vor elektrischer Kardioversion bei Vorhofflimmern. Eine randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studie zweier Klasse III Antiarrhythmika
[Bearbeiten] Was ist bei der elektrischen Kardioversion von Schrittmacher oder ICD Patienten zu beachten ?
- Ist meistens gefahrlos möglich
- Möglichst weit weg von der SM-Batterie in anterior-posteriorer Position
- Vorher SM auf bipolares Sensing programmieren
- Beim ICD internen Schock als Alternative möglich
[Bearbeiten] Alternativen
- Abwarten
- Frequenzsenkung
- medikamentöse Kardioversion
- Amiodaron
- Metoprolol
- Flecainid
- Verapamilperfusor
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Monophasisch vs biphasisch
- Mittal S et al. (2000): Transthoracic Cardioversion of Atrial Fibrillation: Comparison of rectilinear biphasic versus damped sine wave monophasic shocks. Circulation 101:1282-1287.
- Ricard P et al. (2001): External cardioversion of atrial fibrillation: comparison of biphasic vs. monophasic waveform shocks. Europace 3:96-99.
[Bearbeiten] Einfluß auf die Muskelwerte
- Cemin R (2005): Serum troponin i level after external electrical direct current synchronized cardioversion in patients with normal or reduced ejection fraction: no evidence of myocytes injury. Clin Cardiol 28(19):467-470.
- Kosior DA et al (2005): Serum Troponin I and Myoglobin after monophasisc versus biphasic transthoracic shocks for cardioversion of persistent atrial fibrillation. Pace 28:128-132.
- Lund M et al (2000): Serum Troponins T and I after elective cardioversion. Eur Heart J 21:245-253.
- Skulec R et al. (2006): Serum cardiac markers response to biphasic and monophasic electrical cardioversion for supraventricular tachyarrhythmia - a randomised study. Resuscitation 70(3):423-431.
[Bearbeiten] Links
- http://www.dasherz.ch/fileadmin/user_upload/EKVEinverstaendnis.pdf
- Formular für die Einverständniserklärung
- http://www.cardio-bielefeld.de/downloads/infoafundkardioversionneu.pdf
- http://herzzentrum-saar.de/docs/Kardioversion.pdf
- Biphasische externe elektrische Kardioversion von Vorhofflimmern führt nicht zu einem Anstieg des kardialen Troponin I
- Dokumentation von 15 Fällen
- Biphasische externe elektrische Kardioversion von Vorhofflimmern führt nicht zu einem Anstieg des kardialen Troponin I
[Bearbeiten] Linklisten
- http://www.der-arzneimittelbrief.de/Schlagwortverzeichnis_Medizin/Absolute_Arrhythmie,.htm
- Artikel im Arzneimittelbrief zum Thema elektrische Kardioversion