Mathematik: Wahrscheinlichkeitstheorie
Aus Wikibooks
Dieser Artikel ist leider sehr kurz. Das Prinzip der Wikibooks heißt Wiki. Das heißt, dass jeder diesen Text erweitern kann, auch Du! Also: Sei mutig und mache aus ihm bitte einen guten Artikel, wenn du mehr zu diesem Thema weißt. Klicke einfach auf "Bearbeiten"!
Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheorie
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wahrscheinlichkeit
Es gibt zwei zentrale Begriffe in der Wahrscheinlichkeitstheorie: Ereignis und Maß. Das Ereignis ist ein möglicherweise fiktives und/oder zukünfiges und/oder unbekanntes Ergebnis eines Zufallsexperiments. Ein Zufallsexperiment liefert aus einer Menge von Ergebnissen eines. Das Ergebnis selber kann man aber nicht vorhersagen oder es ist (noch) unbekannt.
Mit dem Maß kann ich Ereignisse bewerten, d.h. jedem Ereignis eine Zahl zuordnen. Diese ist umso größer, je wahrscheinlicher der Eintritt des Ereignisses ist. Willkürlich legen wir fest, dass für das sichere Ereignis der Wert '1' zugewiesen wird. Das sichere Ereignis ist das Ereignis, das ich bekomme, wenn ich alle möglichen Ergebnisse vereinige.
An diesem Beispiel erkennen wir, dass das, was wir als Ereignis ansehen, von uns selber bestimmt wird. Ansonsten gilt das Zufallsexperiment als 'nicht durchgeführt'.
Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Wahrscheinlichkeitsbegriffe. Den frequentistischen und den bayesschen Wahrscheinlichkeitsbegriff. Beim frequentistischen führt man Experimente hinreichend häufig durch und führt eine Statistik. Je häufiger man dieses Experiment durchführt, desto kleiner werden die Abweichungen der relativen Häufigkeiten. Man nimmt jetzt axiomatisch an, dass es eine objektive Wahrscheinlichkeit gibt, die genau diese statistische Verteilung liefert, wenn man das Experiment beliebig häufig bzw. unendlich oft durchführt.
Der bayessche Wahrscheinlichkeitbegriff ist eher ein Maß für die persönliche Überzeugung, dass ein gewisses Ereignis eintritt. Wie haben oben den bayesschen Wahrscheinlichkeitsbegriff propagiert.
[Bearbeiten] Mathematische Folgerungen aus der semiheuristischen Definition von Wahrscheinlichkeit
Ereignisse können auch nicht eintreten. Dann sagen wir, das Gegenereignis sei eingetreten.
Ebenso soll die Schnittmenge zweier Ereignisse auch wieder eine Ereignismenge sein.
Es sollen auch abzählbar endlich viele Vereinigungen von Ereignissen wieder ein Ereignis sein. Identifizieren wir ein Ereignis mit einer Menge, so bekommen wir ein Mengen-System, das man σ-Algebra nennt.
[Bearbeiten] σ-Algebra
Eine σ-Algebra über eine Menge Ω ist ein System
von Teilmengen von Ω, das die folgenden Axiome erfüllt:
Die Bewertung der Mengen erfolgt über eine Mengenfunktion.
[Bearbeiten] Maß
Sei
eine σ-Algebra. Dann heißt eine Abbildung
ein (Wahrscheinlichkeits-)Maß, falls μ σ-additiv ist, d.h.
Wenn
und die An's paarweise disjunkt sind,
, dann gelte
(und μ(Ω) = 1).Für Abbildungen, die obige Bedingungen erfüllen, jedoch andere Werteberiche haben, nennt man
ein signiertes Maß und
ein komplexes Maß.
Die letzte Bedingung sorgt dafür, dass unsere Wahrscheinlichkeit nur Werte zwischen 0 und 1 annehmen kann.
heißt Maßraum, das Tupel
heißt Meßraum.Bemerkung: Ein Meßraum ist soetwas wie ein unfertiger Maßraum. Oft wird durch eine Abbildung von oder in den Meßraum ein Maß induziert, z.B. Bildmaße.
. Dann gilt für ein Maß
.[Bearbeiten] Die Wahl der Wahrscheinlichkeitsmaße
Wie findet man sinnvolle Wahrscheinlichkeitsmaße. Eine wichtige Hilfe ist das Indifferenzprinzip, auch Prinzip vom unzureichenden Grunde genannt. Grob gesprochen ordnet man zwei Ereignissen dieselbe Wahrscheinlichkeit zu, falls es keinen Grund gibt, zwischen Ihnen zu unterscheiden.
- Die Würfelseiten sind alle gleich bis auf dem Zahlenaufdruck, der den Wurf nicht stört. Wir nehmen daher an, dass alle Würfelseiten gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen.
- Die Münze ist, bis auf die Prägung 'Kopf' oder 'Zahl' auf beiden Seiten gleich. Deshalb ordnen wir beiden Seiten die gleiche Wahrscheinlichkeit zu.
Man muss die Wahl des Maßes anpassen, falls ein hinreichender Grund hinzutritt.
Wir erkennen auch hier, dass sich die Wahrscheinlichkeit mit den uns zur Verfügung stehenden Informationen ändert. Durch das Indifferenzprinzip sind auch gleichzeitig alle Symmetrien erfasst. Beispielsweise kann man durch Drehung einen (Spiel-)würfel in sich selbst überführen, wenn wir wieder den unterschiedlichen Aufdruck der Augen vernachlässigen können. Dieses Würfeldrehen ist eine Gruppenwirkung. Systematisch wird diese Symmetrien in der Theorie der Haarschen Maße untersucht.
[Bearbeiten] Laplace-Experiment
Definition:
Ein Laplace-Experiment ist ein Zufallsexperiment, dessen
Ergebnisse alle gleichwahrscheinlich auftreten können.
Z.B.: Eine Münze hat die Seite "Zahl" und "Kopf". Die Warscheinlichkeit, dass die Seite "Zahl" fällt, liegt bei 50%. Ebenso hoch ist die Warscheinlichkeit, dass die Seite "Kopf" fällt. Man kann es nicht beeinflussen.




