Religionskritik: Teufel
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Der Teufel spielt besonders in der christlichen und der islamischen Theologie eine besondere Rolle als Personifizierung des Bösen. Er wird in verschiedenen Religionen als eigenständiges Geistwesen angesehen.
Aus religionskritischer Sicht handelt es sich um ein Fabelwesen aus der christlichen und islamischen Mythologie.
Altes (z.B. im Buch Hiob) und Neues Testament (z.B. Versuchung von Jesus in der Wüste) sowie führende Kirchenlehrer, Päpste und Reformatoren charakterisieren ihn mit dem Namen Satan jedoch als real existierenden personalen Geist. Volkstümlich wird er sogar in körperlicher Form als der Leibhaftige bezeichnet. Kurz in der Bibel vor Noah ohne Namen und besonders ausführlich als Azazel im apokryphen Buche
Henoch wird er als einer der Gottessöhne erwähnt, welche durch ihr Begehren der Menschentöchter die Nephilim, die „Riesen der Vorzeit“ zeugten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Der Teufel in verschiedenen Religionen
[Bearbeiten] Christentum
Im Christentum ist der Teufel der Inbegriff der Bosheit, er wird auch „Satan“ oder manchmal fälschlicherweise „Luzifer“ genannt. Luzifer, wörtlich „der Lichtbringer“ ist die Bezeichnung des Morgensterns, nicht des Teufels. Der Teufel ist ein eigenständiges Geistwesen, d. h. es steht mit seinem freien Willen nicht unter der direkten Herrschaft und der direkten Befehlsgewalt Gottes. Der Teufel ist ein aus dem Himmel gefallener Engel, der gegen Gott rebellierte und seitdem die Welt heimsucht. Im Christentum hat sich die Vorstellung entwickelt, dass der Teufel die Schlange im Garten in Eden war, deren Lügen zur Erbsünde der Menschheit geführt hätten und der nötigen, einzig möglichen Heilung davon durch das blutige Menschenopfer des Jesus von Nazareth für Gott. In der Tradition des Christentums wird der Teufel als Verfasser der Lügen und die Ursache des Bösen in der Welt beschrieben, der auf der Erde herumgeistert und auf Menschen und die Welt einwirkt, etwa, indem er Menschen Lügen sagen lässt oder Unheil für Menschen verursacht. Viele fundamental gläubige Christen und besonders auch
freikirchliche Christen nehmen an, dass ein ungläubiger Mensch vom Teufel besessen sein kann oder als Teufel wirken kann. Viele liberale Christen sehen die Bedeutung des Teufels jedoch nur noch in übertragener Weise. Die Antwort auf die Frage Warum gibt es das Böse in der Welt? wird so in liberalen christlichen Kreisen, in übertragener Weise mit dem Teufel beantwortet, obwohl die Existenz eines personifizierten Geistwesens, das auf der Welt herumgeistert, abgelehnt wird.
Im Neuen Testament wird Satan als „Der große Drache, die uralte Schlange, die Widerwirker und Satan heißt“ (
Offenbarung 12,7) und „Fürst des Vollmachtsgebiets der Luft“ (
Epheser 2,2) vorgestellt. Das christliche Verständnis beinhaltet zudem, dass die Schlange, die im Garten Eden Adam und Eva versuchte, vom Teufel gebraucht worden oder auch eine Erscheinungsform des Teufels gewesen sei. In der Offenbarung des Johannes 12,9 und 20,2 wird Satan als die Urschlange bezeichnet. Auch die Aussage Jesu aus dem Johannesevangelium stützt dies, da dort Satan und nicht die Schlange als der Vater der Lüge bezeichnet wird.
Im Neuen Testament wird Satan mit einem Engel des Lichts verglichen (2. Korintherbrief 11,14) und als personifiziertes Geistwesen vorgestellt, das stets als Teufel agiert. So heißt es: „der Widerwirker sündigte von Anfang an“ (1. Brief des Johannes 3,8). Und außerdem war er „ein Menschentöter von Anfang an und hat nicht in der Wahrheit gestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist“ (Evangelium nach Johannes 8,44).
Paulus bezeichnet den Teufel als den Gott dieser Welt (2. Korintherbrief 4,4) und in den Evangelien tritt der Teufel in der Rolle des Versuchers auf, der Jesus zu einem Missbrauch seiner göttlichen Macht verleiten will (Evangelium nach Matthäus 4). In den christlichen Erzählungen bezieht sich Jesus darüber hinaus in diversen Gleichnissen auf den Teufel. U. a. das Gleichnis vom Unkraut und Weizen, beschreibt eine Begründung der Existens des Teufels:
Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Matthäus 13,24-30):
24 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann (Gott), der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.
Vor dem Tausendjährigen Reich gibt es nach der christlichen Offenbarung des Johannes einen Kampf zwischen den Kräften des Guten (Michael und seine Engel) und Satan, der damit endet, dass der Teufel und seine Anhänger auf die Erde geworfen werden. Für die Dauer des Tausendjährigen Reichs wird er gefesselt, um danach wieder kurz freigelassen zu werden. Er verführt dann für eine gewisse Zeit Menschen, ehe er in einem Feuersee landet.
In der Frühen Neuzeit, genauer etwa seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bis weit ins 18. Jahrhundert hinein, trug der christliche Glaube an die Existenz des Teufels, als Personifikation des Bösen, der als Wesen mit übermenschlicher Macht und freiem Willen gegen Gott und die christlichen Gläubigen arbeitet, wesentlich zur damaligen
Hexenverfolgung bei. Der Hauptvorwurf, der den Hexen bzw. Hexenmeistern damals gemacht wurde, war, dass sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten und darüber hinaus mit ihm Geschlechtsverkehr treiben würden. Eine damalige christliche Form des juristischen Zirkelschlusses, der dem Justizmissbrauch, dem Unrecht und der Bereicherung Tür und Tor öffnete.
[Bearbeiten] Darstellung im christlichen Volksglauben, Heidentum
Die volkstümliche Darstellung des christlichen Teufels geht oft auf ursprünglich heidnische Götter zurück. Es besteht eine weitgehende äußere Übereinstimmung mit dem griechischen Gott
Pan. Der Teufel wird meist schwarz und behaart, mit Bocks- oder Pferdefüßen, Hörnern, einem Schwanz, hässlichem Gesicht und langer Habichtsnase dargestellt. Bei seinem Verschwinden hinterlässt er demnach einen argen Gestank.
Der angebliche Wohnort des oder der Teufel ist die Hölle. Der Begriff Hölle wiederum ist von dem Namen der germanischen Unterwelt
Hel abgeleitet. Die Herrscherin über diese Unterwelt trägt ebenfalls den Namen Hel.
Manchmal wird der Teufel auch gedeutet als der Repräsentant des lüsternen und potenten Mannes sowie ein Symbol für die inneren Triebe und Kräfte, die in den Menschen ruhen.
[Bearbeiten] Ansätze in der christlichen Reflexion der Gegenwart
In der gegenwärtigen theologischen Reflexion wird die Figur des Satans so gut wie nicht mehr thematisiert. Selbst wenn an der Existenz des Teufels im Katechismus der Katholischen Kirche festgehalten wird und Papst Johannes Paul II. während seines Pontifikates sie wiederholt bekräftigt hat, gibt es keine dogmatische Definition des Satans. Die katholische Lehre gibt mithin den biblischen Befund wieder. Seitens der Bibelkritik hingegen scheint Satan als theologischer Begriff das Programm der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung von
Rudolf Bultmann nicht überlebt zu haben.
Im freikirchlichen protestantischen Raum nimmt die Figur des Teufels und die Warnung vor seinem Wesen und Wirken vielfach weiterhin einen nicht unbeträchtlichen Raum ein.
[Bearbeiten] Islam
Im Islam ist Schaitan der Widersacher der Menschen. Nach islamischer Lehre ist Schaitan nur ein Geschöpf Allahs.
Im Islam ist der Teufel durch Allah zum Anführer der Engel ernannt worden, als Geschenk für seine guten Taten. Er selbst ist jedoch kein Engel, sondern ein
Dschinn. Deshalb weigerte er sich aus Hochmut, sich vor Adam auf den Befehl Allahs niederzuwerfen, da er aus rauchlosem Feuer geschaffen ist und den Menschen als minderwertig betrachtet.
(12.) Er (Allah) sprach: „Was hinderte dich, dich niederzuwerfen, als Ich es dir befahl?“ Er (der Teufel) sagte: „Ich bin besser als er (Adam). Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber erschufst Du aus Ton.“ (13.) Er (Allah) sprach: „Weg und hinab mit dir! Es geziemt dir nicht, hier hochmütig zu sein. Darum hinaus mit dir, siehe, du bist einer der Gedemütigten.“ (14.) Er (der Teufel) sagte: „Gib mir eine Frist bis zum Tag der Auferstehung.“ (15.) Er sprach: „Fürwahr, die Frist ist dir gewährt.“ (16.) Er sagte: „Wie Du mich in die Irre gehen ließt werde ich ihnen auf deinem geraden Weg auflauern.“ (17.) „Dann will ich von vorn und von hinten, von ihrer rechten und ihrer linken über sie kommen, und Du wirst die Mehrzahl von ihnen undankbar finden.“ (18.) Er sprach: „Weg von hier, verachtet und verstoßen! Wahrlich, wer von ihnen dir folgt, mit euch allesamt fülle ich die Hölle!“
Der Teufel bat Allah, ihm eine Frist bis zum jüngsten Gericht zu gewähren, um versuchen zu können die Menschen vom Rechten Weg abzubringen. Allah gewährte ihm diese Frist und sagte, dass Er die Hölle mit dem Teufel und denen, die ihm folgen werden, füllen wird (vgl. Sure 7, A'râf (Die Anhöhnen), Vers 12-18)
Es gehört zu den Prüfungen der Menschheit, sich zu entscheiden, d.h. für Allah oder für Schaitan. Somit ist Schaitan, ob er es will oder nicht, Gottesdiener, weil auch er nur Werkzeug des Planes von Allah ist, dem er sich nicht entziehen kann. Am Tag des Gerichts wird er seine Strafe bekommen. Dem Islam ist die Vorstellung, dass Schaitan Widersacher Gottes oder eine Art Kräfte-Gegenpol ist, fremd. Das Prinzip Gut gegen Böse als Gegenkräfte ist hier nicht anwendbar. Denn nur Allah ist der absolut Mächtige, Schaitan ist dagegen lediglich Versucher der Menschen, dem Allah eine Frist gesetzt hat. Schaitan ist nicht allmächtig - aber gefährlich für die Menschen, solange sie wanken und sich Allah nicht völlig ergeben.
[Bearbeiten] Judentum
Es gibt keinen Teufel im Judentum. Die Vorstellungen von Satan sind im Judentum deutlich verschieden zu den Vorstellungen und der Verwendung des Begriffs Satan im Christentum und im Islam. Weil das „Alte Testament“ der christlichen Bibel in etwa wortgleich von der
Hebräischen Bibel übernommen wurde, jedoch in der Deutung und der Lehre sowie in den Diskussionen der jeweiligen Gelehrten ziemlich von der Tradition und Lehre der hebräischen Bibel abweicht, ergeben sich hier bedeutende Unterschiede.
Satan ist in der hebräischen Bibel vor allem der Titel eines Anklägers am göttlichen Gerichtshof. Die hebräische Bezeichnung „Satan“ (שטן, Sin-Teth-Nun) bedeutet soviel wie „Ankläger“.
Die Bezeichnung „Satan“, kann auch
- für Menschen verwendet werden, das hebräische Wort wird dann im Allgemeinen ohne den bestimmten Artikel benutzt (Numeri 22,22.32; 1. Samuel]] 29,4; 1. Könige 5,18; 11,14.23.25; Psalm 109,6;
- als Verben im Sinne von „Anfeindungen“ in Psalm 38,21; 71,13; 109,4.20.29). Üblicherweise wird der Titel Satan auf einen Engel angewendet.
Wichtiges Unterscheidungskriterium zu den Satans- und Teufelsbegriffen anderer Religionen, ist, dass Satan im Judentum nicht als etwas Personifiziertes oder gar als das personifizierte Böse betrachtet und gelehrt wird. So sind die Vorstellungen eines personenhaften Satan als Gegenspieler der Gläubigen oder etwa eigenständiger „Versucher“ und Gegenspieler von Jesus, dem personifizierten Guten, Vorstellungen des Christentums, die jenen des Islam ähneln. Im Judentum wird sowohl das Gute als auch das Böse als zwei Seiten einer Zusammengehörigkeit gesehen, die beide z. B. in Gott, das ewige Wesen, begründet sind. Gut und Böse sind von dieser Welt, der Gott, das ewige Wesen, transzendent gegenübersteht. Der Satan, wenn der Titel einem Engel in einem Zusammenhang oder in einer Erzählung gegeben wurde, handelt dabei stets nicht eigenmächtig und nicht nach eigenem Willen, sondern im Auftrag Gottes und steht voll unter der Kontrolle und dem Willen Gottes. Der Titel Satan wird in der hebräischen Bibel und anderen heiligen Schriften des Judentums verschiedenen Engeln verliehen.
Die ausführlichste Darstellung, in der ein Engel mit dem Titel „Satan“ in Gottes Auftrag wirkt, findet sich im Buch Hiob der hebräischen Bibel. Die Erzählung beginnt mit der Szene am himmlischen Gerichtshof, bei dem Engel und Gott anwesend sind. Aufgrund des Einwands eines Engels in dieser göttlichen Gerichtshofsrunde, der als Ankläger, also als Satan fungiert, kommt es zu einem Vorwurf an Gott. Der fromme und wohlhabende Hiob halte Gott nur deshalb die Treue, weil Gott um ihn herum kein Unglück zulasse. Daraufhin gestattet Gott Satan, Hiobs Gottvertrauen auf die Probe zu stellen. Trotz der Unglücke und trotz der leidvollen Krankheit, die den nichtsahnenden Hiob daraufhin in Form der sprichwörtlichen Hiobsbotschaften durch den Satan im Auftrage Gottes ereilen, akzeptiert Hiob sein trauriges Los und flucht seinem Gott nicht. Er kritisiert ihn jedoch und besteht darauf, dass er nichts Unrechtes getan habe. Hiobs Freunde sind davon überzeugt, dass er ein Unrecht begangen haben müsse, denn Gott lasse es nicht zu, dass ein Unschuldiger so viel Unglück zu erleiden habe. Damit wird der Einwand des Engels widerlegt, es gebe keinen Menschen, der Gott in jeder Situation treu bliebe oder von Gott abfalle, sobald es ihm aus menschlicher Sicht schlecht ergehe.
In den außerbiblischen volkstümlichen jüdischen Erzählungen des europäischen Mittelalters wird der Titel Satan manchmal einem Engel, der von Gott verstoßen wird, weil er sich selbst gottgleich stellen wollte, gegeben. Die Geschichten, in denen dies geschieht, sind dabei in vollem Bewusstsein und Kenntnis der Lehren des Judentums, die solche Vorstellungen stets ablehnten, gegenüberstellend erzählt. Er gilt als Träger des Prinzips des Bösen. Hier werden auf alte Begrifflichkeiten des persischen Kulturkreises, in dem das duale Prinzip des Kampfs Gut gegen Böse eine große Rolle spielt, und die Vorstellungen der umgebenen christlichen Kultur angespielt. Es sind daher eher phantastische Erzählungen oder Schauergeschichten und nicht biblische jüdische Lehren oder lehrhafte jüdische Erzählungen der Tradition. Evtl. werden die Vorstellungen des Christentums auch nur illustratorisch nacherzählt, um die Position der Christen, die in Widerspruch zu denen des Judentum stehen, vorzustellen.
[Bearbeiten] Jesidentum
Im
Jesidentum existiert die Gestalt des Bösen nicht. Die jesidische Vorstellung ist, dass Gott allmächtig ist und neben Gott auch keine zweite Kraft existieren kann, die ohne seine Fürsprache, ohne sein Dazutun etwas Böses verrichten kann. Die Jesiden sprechen auch nicht das Wort des Bösen aus, weil allein der Ausspruch dieses Wortes die Anzweiflung der Einzigartigkeit Gottes sei. Nach Jesidischer Vorstellung wäre Gott schwach, wenn er noch eine zweite Kraft neben sich existieren lassen würde. Diese Vorstellung wäre mit der Allmacht Gottes nicht vereinbar.
[Bearbeiten] Zarathustrismus
Die Religion Zarathustras, der
Zarathustrismus, ist dualistisch geprägt:
Und im Anbeginn waren diese beiden Geister, die Zwillinge, die nach ihrem eigenen Worte das Gute und das Böse im Denken, Reden und Tun heißen. Zwischen ihnen haben die Guthandelnden richtig gewählt.
Gerald Messadié sieht den Wandel Satans vom Ankläger in Gottes Rat zum Gegenspieler Gottes als Übernahme des Ahriman] aus dem Zoroastrismus an; dort sind der böse Welterschaffer und der gute Gott Ahura Mazda in der Tat Gegenspieler.
Im Zarathustrismus (auch Zoroastrismus) gelangen die Seelen nach dem Tod über die Činvat-Brücke. Hier wird Gericht gehalten: Für den rechtschaffenen Menschen ist die Brücke breit wie ein Pfad, für den anderen schmal wie eine Messerspitze. Die Guten gelangen in die seligen Gefilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman), des „Orts der Lobgesänge“; die Seele des Bösen aber kommt an den „schlechtesten Ort“, d. h. in die Hölle. Die Dämonen des Zoroastrismus werden Daeva, Drudsch und Pairikas (Peri) genannt und teils als Unholdinnen gedacht, die mit bösen Menschen in fleischlichem Verkehr stehen und die guten zu verführen trachten, teils als tückische Dämonen, welche Trockenheit, Missernten, Seuchen und andere Plagen über die Welt verhängen.
Die Schöpfungsgeschichte des Zarathustrismus besagt, das Gott in den ersten 3000 Jahren durch einen langherrschenden Windhauch zuerst den eiförmigen Himmel und daraufhin die Erde und die Pflanzen erschuf. Im zweiten Zyklus von 3000 Jahren entstanden die Ur-stiere und danach der Urmensch. Danach erfolgte der Einbruch des Anramainyu (der „Teufel“), welcher den Urmenschen und den Urstier tötet und eine Periode des Kampfes eröffnet, die ihr Ende erst mit der Geburt des Zarathustra erreicht. Dieses Ereignis fällt in das 31. Jahr der Regierung des Königs Vistaspa. Und von da an werden wieder 3000 Jahre vergehen, bis der Heiland Saoschjant geboren wird, welcher die bösen Geister vernichten und eine neue, unvergängliche Welt herbeiführen wird; auch die Toten sollen dann auferstehen.
Statt des einen Messias werden an anderen Stellen deren drei genannt, wodurch sich also diese Lehre von der entsprechenden des Alten Testaments unterscheidet. Dagegen stimmt die Lehre von der Auferstehung sogar in Details mit der christlichen überein, so dass die Annahme einer Entlehnung der letzteren aus der Religion der den Hebräern benachbarten Zarathustristen eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich hat. Speziell die Begriffe Himmel und Hölle waren im alten Judentum nicht bekannt.
[Bearbeiten] Der Teufel in der Psychoanalyse
Wenn der gütige und gerechte Gott ein Vaterersatz ist, so darf man sich nicht darüber wundern, daß auch die feindliche Einstellung, die ihn haßt und fürchtet und sich über ihn beklagt, in der Schöpfung des Satans zum Ausdruck gekommen ist. Der Vater wäre also das individuelle Urbild sowohl Gottes wie des Teufels. Die Religionen würden aber unter der untilgbaren Nachwirkung der Tatsache stehen, daß der primitive Urvater ein uneingeschränkt böses Wesen war, Gott weniger ähnlich als dem Teufel.
S. Freud in Eine Teufelsneurose im Siebzehnten Jahrhundert, Die Geschichte des Malers Christoph Haitzmann
[Bearbeiten] Namen des Teufels
- Ahriman, Ahryman (mittelpersisch „arger Geist“, zoroastrischer Ursprung)
- Angat, Bezeichnung des Teufels in Madagaskar
- Antichrist
- Asrael (hebr.: Fürst der Teufel, auch Samiel, Sammael)
- Baphomet
- Beelzebub (von Baal Sebul, Fürst Baal. Weil den Baalstatuen auch im Sommer geopfert wurde, lockte das Opferblut die Fliegen an. Polemisch wird der Teufel deshalb, von der Bibel her, mit „Herr der Fliegen“ übersetzt. Durch verschiedene Lesarten wurde aus Baal Sebul später Beelsebul, woraus volksetymologisch Beelzebub wurde.)
- Beliar (von Baal, auch Bheliar, Belial)
- Chutriel (hebräische Mythologie: er ist dazu bestimmt, die Verdammten in der Hölle zu geißeln)
- Diabolus, auch adverbial als diabolisch (teuflisch) gebraucht
- Gottseibeiuns
- Herr Urian
- Höllenfürst
- Iblis oder auch Azazil (arabisch)
- Luzifer (vgl. Christopher der Christusträger) der Lichtträger(-bringer)
- Mephistopheles (kurz: Mephisto) (literarische Figur in Goethes Drama Faust)
- Satan (hebr.: „Widersacher“)
- Schaitan, oft auch Scheitan
- Voland (der Name des Teufels im mittelalterlichen Nordfrankreich sowie in Michail Bulgakows Roman Der Meister und Margarita)
- Sanny (hebr.; weibliche Gestalt des Teufels)
[Bearbeiten] Umschreibungen und verhüllende Bezeichnungen
Manche Menschen nehmen an, dass die Nennung des Namens des Teufels dazu führen könne, dass dieser herbeigerufen wird. Es gibt daher eine Vielzahl von verhüllenden Bezeichnungen und Umschreibungen für den Teufel. Ein anderer Grund für die Benutzung einer Umschreibung kann es sein, einen Aspekt seines Wesens besonders zu betonen. Beispiele:
- Der Fürst dieser Welt (Luther)
- Der Leibhaftige
- Die Idee des absoluten Egoismus (Immanuel Kant)
- Verführer
- Widersacher
- Sohn der Verdammnis
- Der gefallene Morgenstern
[Bearbeiten] Andere Namen für den Teufel
Es gibt viele Gottheiten aus anderen Mythologien, die innerhalb des Christentums mit dem Teufel identifiziert wurden. Luzifer -- Satan -- Asmodis / Asmodeus -- Beelzebub -- Pan -- Baal
[Bearbeiten] Religionskritische Sicht
Aus religionskritischer Sicht handelt es sich beim Teufel und allen bösen Geistern um Fabelwesen der menschlichen Phantasie.
Da die Religionen in Argumentationsnot angesichts der Ungerechtigkeiten in der Welt sind, ist die Vorstellung von der Existenz des Teufel hilfreich als Erklärungsmuster. Wahrscheinlich hat der Teufel sich aus den Göttern der Naturreligionen, die Naturgewalten, Unglück und Aggressionen verkörperten, weiterentwickelt zu einer einzigen Person.
Statistisch gesehen glauben nur noch ca 30 % aller Christen in der BRD an den Teufel als geistiges Wesen und es werden immer weniger. Offensichtlich fällt es leicht, die Vorstellung von der Existenz des Teufels los zu werden. Sie hat einen ja sowieso nur unnötig bedrückt und geängstigt.
Gruner-und-Jahr Meldung 1.11.1991: Der Teufel lebt in Amerika! Wo dort? In 52 Prozent der US-Köpfe: So viele Amis glauben an den Teufel. Das Paradies für Exorzisten entdeckte GALLUP durch eine Umfrage."
[Bearbeiten] das Böse
Wie kommt das Böse in die Welt ?
[Bearbeiten] die Lüge
Wie kommt die Lüge in die Welt ?
[Bearbeiten] Der Teufel in der Natur
In der Natur gibt es eine Reihe von Tieren und Pflanzen mit dem Zusatz Teufel. Auch die Hölle ist meist als Landschaftsteil in Form eines engen Tales anzutreffen. Weitere böse Geister sind als Hexen- und Zaubertiere und - pflanzen anzutreffen. Aus diesen Namensgebungen kann man sich eine Vorstellung von der Entstehung des Teufelsglauben machen.
- Tiere
- Der
Beutelteufel - Der südamerikanische
Schlammteufel - Hyänen, die Teufel der Savanne
- Der
- Pflanzen
- Die
Teufelskralle
- Die
- Landschaftsteile
- Teufelsstein (Fichtelgebirge), ein doppelter Felsblock in Bayern (Deutschland)
Teufelsstein (Pfalz), ein Berg mit gleichnamigem Felsblock auf der Kuppe in Rheinland-Pfalz (Deutschland)
Teufelsstein (Haßberge), eine Burgruine in Franken
Teufelsstein (Ilztal), ein Steinmassiv bei Passau
Teufelsstein (Schöllenenschlucht), ein Felsblock in der Nähe der
Teufelsbrücke über die Reuss (Schweiz)- Die
Teufelssteine bei Heiden
[Bearbeiten] Der Teufel in Film und Fernsehen
Viele bekannte Schauspieler haben im Laufe der Zeit den Teufel verkörpert, wobei unterschiedlichste Ansätze, von sehr humoristisch bis ausgesprochen ernsthaft und böse, gewählt wurden:
- Gustaf Gründgens - 1960 in Faust (1960)
- Danny Elfman - 1980 in Forbidden Zone
- David Warner - 1981 in Time Bandits
- Tim Curry - 1985 in Legende
- Jack Nicholson - 1987 in Die Hexen von Eastwick
- Robert de Niro] - 1987 in Angel Heart
- Roberto Benigni - 1988 in Ein himmlischer Teufel
- Jeff Goldblum - 1990 in Der teuflische Mr. Frost
- Max von Sydow - 1993 in Needful Things - In einer kleinen Stadt
- Viggo Mortensen - 1995 in God's Army
- Al Pacino - 1997 in Im Auftrag des Teufels
- Gabriel Byrne - 1999 in End of Days
- Harvey Keitel - 2000 in Little Nicky - Satan Junior
- Elizabeth Hurley - 2000 in Teuflisch
- Armin Rohde - 2002 in 666 - Trau keinem mit dem du schläfst
- Rosalinda Celentano - 2004 in Die Passion Christi
- Peter Stormare - 2005 in Constantine
- John Light - 2005 in The Prophecy: Uprising
- Peter Fonda - 2007 in Ghost Rider
Viele weitere Filme beschäftigen sich mit dem Teufel, ohne dass er physisch direkt in Erscheinung tritt:
- Rosemaries Baby (1968)
- Der Exorzist (1973)
- Das Omen (1976)
- Die neun Pforten (1999)
- Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
- Das Omen (2006)
- Halloween – Die Nacht des Grauens
- The Reaping – Die Boten der Apokalypse
[Bearbeiten] Musik
Von den Rolling Stones gibt es ein sehr erfolgreiches Lied mit dem Titel
Sympathy for the Devil.
I rode a tank held a gen'rals rank when the blitzkrieg raged and the bodies stank Pleased to meet you hope you guess my name. Oh yeah Ah what's puzzling you is the nature of my game. Oh yeah
Ich fuhr auf einem Panzer im Range eines Generals als der Blitzkrieg wütete und die Körper stanken Es freut mich sehr euch zu treffen. Was euch verstört ist die Art meines Spiels.
[Bearbeiten] Literatur
- Alfonso M. DiNola: Der Teufel. Wesen, Wirkung, Geschichte, Dtv, München 1993, ISBN 3-423-04600-7
- Walter Simonis: Woher kommt das Böse? ... wenn Gott gut ist, Graz 1999, ISBN 3-222-12740-9
- Klaus Berger: Wozu ist der Teufel da?, Gütersloher Verlag, Gütersloh 2001, ISBN 3-5790-1454-4
- Anna M. Crispino u.a. (Hrsg.): Das Buch vom Teufel. Geschichte, Kult, Erscheinungsformen, Gondrom, Bindlach 1991, ISBN 3-8112-0909-4
- Herbert Haag: Teufelsglaube, Katzmann, Tübingen 1980, ISBN 3-780-50393-X
- Wassilios Klein, Kirsten Nielsen u.a.: Teufel.
- In: Theologische Realenzyklopädie 33 (2002), S. 113-147
- Sylvia Mallinkrodt-Neidhardt: Satanische Spiele. Die Renaissance von Teufel und Co; eine kritische Analyse, Neukirchener Verlagshaus, Neukirchen-Vluyn 2002, ISBN 3-7975-0049-1
- Gerald Messadié: Teufel, Satan, Luzifer. Universalgeschichte des Bösen, Komet-Verlag, Frechen 1999, ISBN 3-9333-6619-4
- Elaine Pagels: Satans Ursprung, Suhrkamp, Frankfurt/M. 1996, ISBN 3-518-39368-5
- Georg Gustav Roskoff: Geschichte des Teufels. Eine kulturhistorische Satanologie von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert, Greno, Nördlingen 1987, ISBN 3-89190-805-9
[Bearbeiten] Weblinks
- Wer ist Satan, bzw. der Teufel? - Ein Text zum Thema aus Sicht der Zeugen Jehovas.
- Stefan Greif: Sympathie für den Teufel? Zum Teufelsbild der Goethezeit (PDF)
- Artikel „Satan“ in der JewishEncyclopedia
- Sigmund Freud: Zwei Fallberichte, »Schreber« (Paranoia), »Haitzmann« (Teufelsneurose)

