Sei doch vernünftig: Erkenntnis als Frage-und-Antwort-Spiel
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Erkenntnis als Frage-und-Antwort-Spiel
Denk an Ratespiele wie auf dem Bild: Wer ist das hinter dem Vorhang? (Mann, Frau? - klein, groß? - Politiker oder nicht? usw.)
So ähnlich ist die heutige Auffassung vom Funktionieren der Wissenschaft: Der Verstand funktioniert nicht ganzheitlich (alles auf einmal), sondern linear. Er kann immer nur eine Frage auf einmal beantworten. Wir erhalten auch nicht detaillierte Antworten wie "mittelgroß" oder "Politiker", sondern jeweils nur ein Ja oder ein Nein auf die entsprechende Frage.
Und noch ein Unterschied: Sie (die Wirklichkeit) gibt keine ganzheitlichen sprachlichen Antworten wie hier, wo wir hinter den Vorhang gucken können und die Person, wenn das Bild etwas deutlicher wäre, plötzlich erraten: Gorbatschow!
Der Verstand pickt sich immer nur Teile der Wirklichkeit heraus, so wie wenn man einen Fremden errät: Es bleibt immer die Unsicherheit, wie die Person 'wirklich' aussieht. Wir können nicht hinter den Vorhang schauen, und wir kennen nur Ja-Nein-Antworten und nicht den Gegenstand der Erkenntnis selbst!
- "Wirklich"? Was ist dann die Wirklichkeit?
- Unsere Vorstellung, weil wir nichts Besseres haben.
- Diese Vorstellung ist eine selbstgemachte Konstruktion.
- Aber wir können immer weitere Fragen an die 'Wirklichkeit' stellen. Die 'Wirklichkeit' ist für uns die Instanz, die Antworten gibt.
- Sie ist nicht eingebildet, sie existiert auch ohne unsere Konstruktion; denn alles, was uns mit Ja oder Nein antworten kann, muss existieren.
