Wandern/ Material

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Nuvola apps bookcase.svg Outdoor-Aktivitäten Nuvola apps bookcase 1.svg Wandern


Der Themenkomplex Material enthält ausführlichere Informationen zu Wanderutensilien, Bekleidung und sonstigen mit dem Wandern verbundenem Materialien. Dabei werden hier alle erdenklichen beim Wandern benutzten Materialien beschrieben und auf Besonderheiten einzelner Produkte etwa Alleinstellungsmerkmale von Produkten gegenüber anderen Produkten ähnlicher Funktion hingewiesen. Hier werden diese auch kritisch betrachtet. Allgemeingültige Beschreibungen der Nutzung bestimmter Produktklassen wie Orientierungshilfen allgemein können dabei eher in den noch folgenden allgemeineren Themenkomplexen gefunden werden.

Den Themenbereich Material vertiefen...


Die Informationen in diesem Kapitel sollen die Auswahl des passenden und benötigten Materials erleichtern. Dabei sollen vorrangig folgende Fragen beantwortet werden:

  • Was ist das?
  • Wozu braucht man das?
  • Was macht man damit?
  • Auch: Was brauche ich als Anfänger?

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bekleidung

Ein weiteres Reizthema ist die passende Kleidung: je nach Jahreszeit, Wetter und Umgebung soll sie entweder wärmen oder kühlen, leicht oder robust sein und natürlich gegen sämtliche Unbill schützen, die die Natur dem Wanderer entgegensetzt. Ein weiteres wichtiges Kriterium für Kleidung - vor allem bei mehrtägigen Wanderungen - ist ihre Masse, da letztendlich jedes zusätzliche Gramm Last mehr Anstrengung bedeutet.

[Bearbeiten] Zwiebelprinzip

Eine grundlegende Regel bei der Auswahl der Kleidung beim Wandern ist das Zwiebelprinzip. Es lässt sich kurz so zusammenfassen: Es ist besser, mehrere dünne Schichten zu tragen, statt einer dicken. In der Natur trifft man oft auf das Zwiebelprinzip, so haben beispielsweise Vögel mehrere Schichten unterschiedlichen Gefieders. Zwischen diesen verschiedenen Federsorten bilden sich Luftpolster, die den Vogel sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte isolieren. Der Mensch kann diesen Effekt mit mehreren Schichten Kleidung nachahmen und so seinen Wärmehaushalt stabilisieren.

[Bearbeiten] Jacken

Eine gute Jacke ist - selbst für den „Gelegenheitswanderer“ - sehr wichtig. Neben dem persönlichen Geschmack, was Schnitt und Farbe angeht, spielen Masse, Wasserdichte und Atmungsaktivität eine wichtige Rolle. Jacken lassen sich in Hardshells und Softshells unterscheiden.

[Bearbeiten] Hardshells

Hardshells sind meist mehrlagige, durch Membranen oder Beschichtungen gegen Wasser abgedichtete Jacken. Je nach Anzahl der Lagen sind Hardshells für verschiedene Aufgaben ausgelegt: Während der Tageswanderer - da er kein allzuschweres Gepäck trägt - mit einer zweilagigen Jacke aus Oberstoff und Membran bzw. Beschichtung gut zurecht kommt, benötigt der Fernwanderer manchmal dreilagige Jacken aus Futter, Oberstoff und Membran, damit selbst schwere Rucksäcke das Wasser nicht durch die Poren in die Jacke drücken. Durch Membranen und Beschichtungen sind die meisten Hardshells mehr oder weniger atmungsaktiv.

[Bearbeiten] Softshells

Softshells sind variabel einsetzbare, windabweisende oder winddichte Jacken. Im Vergleich zu Hardshells ist ihr Material weich und dehnbar. Außerdem isolieren Softshell-Jacken wesentlich besser als Hardshells. Softshells bieten guten Schutz gegen leichten Regen, bei stärkerem Regen ist allerdings eine Kombination aus Hard- u. Softshell günstiger.

Kritische Punkte beider Jackenformen sind folgende:

  • Kapuze

Je nach persönlichem Geschmack werden Kapuzen mit oder ohne Schild bevorzugt

  • Belüftung

Reißverschlüsse unter den Achseln dienen der Belüftung der Jacke, „Durchzug“ kann allerdings zu Kältegefühl führen

  • Kragen

Ebenfalls von persönlichem Geschmack hängt die Kragenform ab: Soll der Kragen eher dicht schließen und mit einer eingenähten Kordel „zuziehbar“ sein, oder soll er luftig schließen, damit ein Schal getragen werden kann

[Bearbeiten] Taschen

Taschen an Jacken haben drei Funktionen:

  • Aufbewahren von Gegenständen - Taschen mit Reißverschluss verhindern ein Herausfallen.
  • Wärmen der Hände - Mit weichem Stoff ausgeschlagene Taschen sind dafür besonders angenehm.
  • Belüftung - Durch Öffnen des Reißverschlusses kommt Luft in die Jacke. Taschen, bei denen der Taschenbeutel aus Netzmaterial ist, lassen besonders viel Luft in die Jacke.

Eine Tasche kann natürlich mehrere Funktionen erfüllen.

Taschentypen:

  • Außentasche - für die Hände und für Gegenstände, die leicht zugänglich sein sollen. Zu tief sitzende Außentaschen stören beim Tragen eines Rucksackgurts. Auf Brusthöhe sitzende Außentaschen sind auch beim Tragen eines Rucksacks gut zugänglich, allerdings für die Hände nicht sehr bequem.
  • Innentasche - eignen sich für Gegenstände, die man sicher aufbewahren oder vor Kälte schützen will. Nachteil: Die Taschen sind nicht ohne Öffnen der Jacke zugänglich.
  • Brusttasche - Für Material.
  • Napoleontasche - Sitzt da, wo Napoleon immer seine Hand hatte. Ist von außen ohne Öffnen der Jacke zugänglich, aber trotzdem hervorragend gegen Nässe geschützt. Gut zur Aufbewahrung von Karten geeignet.
  • Ärmeltasche - Für kleinere Gegenstände, die ständig erreichbar sein sollen. Ärmeltaschen aus transparentem Material eignen sich für Höhenmesser. Der Höhenmesser ist geschützt, kann aber trotzdem abgelesen werden.

Eine wasserdichte Jacke sollte wasserdichte Taschen haben. Unter Umständen ist aber auch ein Ablauf in der Tasche sinnvoll, damit eindringendes Wasser wieder nach außen gelangen kann.

[Bearbeiten] Beschichtungen und Membranen

Um Kleidung und Schuhe wasserabweisend bzw. wasserdicht zu machen, werden Beschichtungen und Membranen verwendet. Beschichtungen sind Verbindungen, die durch Aufdampfen oder Einwaschen auf ein Kleidungsstück aufgebracht werden. Membranen sind eine Art Folie, die mittels Hitze auf ein Trägermaterial laminiert werden. Hersteller von Regenjacken sind bestrebt, ihre Produkte sowohl wasserdicht als auch atmungsaktiv zu gestalten. Unter Atmungsaktivität ist die Fähigkeit eines Stoffes zu verstehen, Wasserdampf vom Inneren der Jacke nach außen zu leiten. Dafür ist ein Temperaturunterschied zwischen der Innenseite der Jacke und der Außentemperatur notwendig. So kann es vorkommen, dass man auch in einer atmungsaktiven Jacke schwitzt, allerdings verhindert die Atmungsaktivität das berüchtigte „Schwimmen im eigenen Saft“.

Vergleich Beschichtung-Membran
Vergleichspunkt Beschichtung Membran
Wasserdichte Wasserdicht Wasserdicht
Atmungsaktivität Etwas weniger atmungsaktiv Atmungsaktiv
Haltbarkeit Abrieb nach längerer Benutzung, vor allem durch Rucksack Abriebfester durch Laminieren
Preis Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Oft teuer

Ein Beispiel für häufig verwendete Membranen sind die Gore-Tex-Membranen. Die Gore-Tex-Membranen sind nach dem US-amerikanischen Chemiker Robert Gore benannt, der 1969 ein Verfahren entwickelte, mit dem es möglich wurde, die Eigenschaften des Polymers Polytetrafluorethylen auf Textilien zu übertragen. Da die Unterschiede zwischen den einzelnen Membran-Arten für den Laien oft schwer zu erkennen sind, werden sie hier kurz aufgeführt.

  • Gore-Tex Classic

Die klassische Gore-Tex-Membran

  • Gore-Tex XCR

Etwa 25% atmungsaktiver als Classic-Variante

  • Gore-Tex Paclite

In Punkto Atmungsaktivität der XCR ebenbürtig; Wird in sehr leichten Jacken verwendet

  • Gore-Tex Soft Shell

Im Gegensatz zu klassischen Soft-Shells wasserdicht, mit dünnem Microfleecefutter

  • Gore-Tex Duratherm

Besonders wasserdichte und atmungsaktive Membran, die oft in Schuhen eingesetzt wird

  • Gore-Tex Windstopper

100% winddichte Membran

Andere Membranen sind eVent, Dermizax, Membrain und Venturi. Häufig verwendete Beschichtungen sind Drytech, Hyvent und Texapore.

[Bearbeiten] Schuhe

  • fest, aber nicht zu schwer
  • Möglichst wasserdicht
  • vorher einlaufen
  • Ein Paar dünne und ein Paar dicke Socken anziehen. Das innere Paar scheuert dann gegen das äußere. Ansonsten scheuert der Fuß gegen den Socken und es gibt wieder mal Blasen.
  • Das Paar Socken für den nächsten Tag schon in der Nacht vorher anziehen, damit Seifenreste den Fuß nicht am nächsten Tag aufweichen und daran scheuern. ...gibt wieder mal Blasen.
  • In den Pausen ruhig mal die Schuhe ausziehen... tut gut (hoffentlich auch dem Nebenmann ;-)) und der Fuß trocknet wieder. ...klar damit´s keine Blasen gibt.(Leute deren Füße dazu neigen anzuschwellen sollten hier vorsichtig sein. Sonst geht der Fuß nacher nicht mehr in den Schuh)

[Bearbeiten] Rucksäcke

Einen der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände beim Wandern (vielleicht nach Schuhen und Kleidung) stellt der Rucksack dar. Seine Bedeutung wächst mit der Länge der Wanderung. So genügt für eine Tageswanderung, die mit der Einkehr in einem Wirtshaus endet, ein kleiner Rucksack (Daypack), der nur die Wegzehrung und einige Annehmlichkeiten der Zivilisation enthält. Handelt es sich jedoch um eine längere Wanderung, wächst die Bedeutung des Rucksacks immens: Mit einem guten Rucksack steht und fällt jede Mehrtages-Tour. So kann ein Rucksack mit einem unpassenden oder schlecht kostruierten Tragesystem eine Wanderung schnell zur Qual werden lassen, während ein optimal gepackter und eingestellter Rucksack es seiner Trägerin/seinem Träger ermöglicht, die Wanderung zu genießen, ohne dass er oder sie sich mit schmerzenden Schulter plagen muss.

Im Kletterbuch findet sich ein Kapitel mit ausführlichen Informationen zu Rucksäcken, sodass hier nur kurz und zusammenfassend auf die drei wichtigsten Rucksackmodelle eingegegangen wird.

  • Tagesrucksäcke - Daypacks

Tagesrucksäcke haben ein Volumen von etwa 10 bis 30 Litern. Sie bieten genügt Stauraum für Tageswanderungen sowie für die Benutzung im alltäglichen Leben. Die Formen, sowie Farben und Ausstattungen sind sehr variabel. So haben viele Daypacks spezielle Taschen und Öffnungen, um sogenannte Trinksysteme verwenden zu können, oder sind gepolstert, um beispielsweise Notebooks Schutz zu bieten.

  • Tourenrucksäcke

Das Volumen von Tourenrucksäcken beträgt zwischen 30 und 45 Litern. Damit sind sie für Mehrtages-Touren bestens geeignet. In ihrer Form und Ausstattung sind sie für verschiedene Aktivitäten ausgelegt: So sind die Rucksäcke mit verschiedenem Zubehör (Halter für Eispickel, Lavinenschaufel u.Ä.) auf die Bedürfnisse von Skifahrern, Hüttenwanderern oder Alpinisten eingestellt.

  • Trekkingrucksäcke

Trekkingrucksäcke sind großvolumige (50 bis 70, teils über 100 Liter) Rucksäcke, die für Wochentouren oder Expeditionen bestens geeignet sind. Die Tragegurte und die Raumaufteilung sind bis ins Detail durchdacht, um den Tragekomfort sowie die Verfügbarkeit von Ausrüstung zu maximieren. Charakteristisch für diese Art von Rucksäcken sind die Bodenfächer, die Platz für Schlafsack und Iso-Matte bieten.

[Bearbeiten] Ernährung

Vor allem diejenigen, die länger als einen oder zwei Tage etwas Abstand von der Zivilisation gewinnen wollen, kennen das Problem: Wohin mit den Lebensmitteln? Dieser Teil dürfte für die Menschen interessant sein, die über längere Zeiträume wandern bzw. wandern wollen. Aber auch für Tageswanderer könnten einige Dinge von Interesse sein.

[Bearbeiten] Nahrung

Ernährung unterwegs ist ein weites Feld, das hier nur in aller Kürze behandelt werden soll. Grundsätzlich gilt: Gut ist, was einen hohen Brennwert hat und dabei vielleicht noch schmeckt. Ein durchschnittlicher Erwachsener benötigt ca. 7000 kJ (=ca. 1750 kcal) Energie pro Tag. Dieser Wert kann sich jedoch durch Sport oder anstrengende Arbeiten drastisch erhöhen. Um diese Energiemenge mit möglichst wenig Masse aufzunehmen, ist es günstig, sehr energiereiche Lebensmittel auf Wanderungen mitzunehmen. So eignen sich Müsliriegel oder Fisch aus der Dose gut als Zwischenmahlzeit, während dehydrierte Nahrung (Tütensuppe etc.) und Nudeln gute Hauptmahlzeiten darstellen. Leicht verderbliche Lebensmittel können entweder nur über kurze Zeiträume oder in einigen Fällen in entwässerter Form mitgenommen werden. Um weitere Inspirationen für "Trekking-Essen" zu bekommen, kann es hilfreich sein, beispielsweise beim Einkaufen Nahrungsmittel im Kopf bewusst auf Wander-Tauglichkeit zu überprüfen oder gezielt Nahrungsmittel mit hohem Energiegehalt zu suchen.

[Bearbeiten] Verpflegungsaufbewahrung

Die meiste Nahrung ist, wenn sie gekauft wird, bereits verpackt, sodass es möglich ist, sie (der Ordnung halber) in einem einfachen Kunststoffbeutel zu transportieren. Mehl und andere hygroskopische Substanzen müssen unbedingt wasserdicht aufbewahrt werden (in Kunststoffbeutel, Brotbüchse o.Ä.), da sie sonst möglicherweise verderben.

Andere nützliche Gegenstände zur Aufbewahrung von Lebensmitteln sind:

  • Thermoskannen

eignen sich besonders für Flüssigkeiten , die warm oder kalt getrunken werden sollten.

  • PET-Flaschen (Kunststoffflaschen)

sind extrem leicht, reagieren aber empfindlich auf höhere Temperaturen.

  • Trinksäcke

ermöglichen über einen Schlauch leichten Zugang zu Getränken, können aber nur in speziell ausgestatteten Rucksäcken optimal verwendet werden.

  • Aluminiumflaschen ("Sigg-Flaschen")

sind universell einsetzbar, isolieren allerdings schlechter als Thermoskannen.

[Bearbeiten] Kocher

Mindestens einmal am Tag sollte der Mensch eine warme Mahlzeit haben. Ein warmes Essen hebt nicht nur die Stimmung, es trägt auch zur Gesunderhaltung des Körpers bei, also ist es unumgänglich auf jeder längeren Wanderung einen Kocher dabei zu haben (es sei denn, es werden nur Speisen aus Imbissbuden und Gaststätten konsumiert, allerdings steigen dann die Kosten für die Reise immens). In diesem Teil werden die für den Wandereinsatz wichtigsten Kocher-Bauarten mit ihren Vor- u. Nachteilen vor- u. gegenübergestellt.

[Bearbeiten] Spirituskocher

Spirituskocher

Wie der Name schon sagt, verbrennen Spirituskocher Spiritus, also Ethanol. Sie sind einfach in der Handhabung und deshalb vor allem bei Anfängern beliebt. Da Spiritus jedoch einen relativ geringen Heizwert (ca. 6700 kcal) hat und die Leistung von Spirituskochern bei niedrigen Temperaturen noch weiter sinkt, werden sie bei Expeditionen kaum eingesetzt. Allerdings ist die Versorgung mit Brennstoff relativ einfach, da Spiritus in vielen Teilen der Erde erhältlich ist. Spiritus ist als Brennstoff in sofern von Nachteil, als das die Verbrennung viel Ruß hinterlässt. Dieser Effekt lässt sich durch Zugabe von 10% Wasser zwar reduzieren, allerdings sinkt durch diese Maßnahme die Leistung noch weiter.

Es gibt zwei grundlegende Funktionsprinzipien bei Spirituskochern: Das einfachste findet sich bei Kochern der sogenannten Rechaud-Bauweise. Hier wird in einer Schale im Boden des Kochers der Spiritus entzündet. Auf dem Prinzip der Rechaud-Kocher aufbauend arbeiten die sogenannten Spiritus-Vergaser. Diese Kocher benötigen zunächst einige Zeit, um Brennstoff vorzuwärmen und zu verdampfen. Dieser Brennstoff, der sich in einer seperaten Kammer befindet, tritt gasförmig aus Düsen aus. Daraus resultiert bei der Verbrennung eine bessere Energieausbeute und damit eine höhere Leistung.

[Bearbeiten] Gaskocher

Gaskocher mit Kartusche und Transportbox

Eine weitere Kocherbauweise sind die Gaskocher. Wie der Name schon sagt, verbrennt dieser Kochertyp Gas (meist ein Butan-Propan-Gemisch) aus Flaschen oder - für den Wanderer relevanter - aus Gaskartuschen. Dieser Kochertyp hat den Vorteil, dass er wartungsfrei über Jahre hinweg funktioniert, da das Gas beim Verbrennen keine Rückstände hinterlässt. Wie der Spirituskocher reagiert der Gaskocher allerdings empfindlich auf die Außentemperatur u. -druck, was ihn für extremere Touren eher ungeeignet macht. Ein weiteres Problem ist die Versorgung mit Gaskartuschen während einer Wanderung. Da es verschiedene Systeme (Stech-, Steck- u. Schraubkartuschen) gibt, wie der Kocher mit der Kartusche verbunden wird und eine solche nicht wiederbefüllt werden kann, ist der Wanderer unter Umständen darauf angewiesen, den Brennstoff für die gesamte Tour im Rucksack mit sich zu tragen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Gaskartuschen in Flugzeugen nicht mitgeführt werden dürfen und somit erst im Reiseland beschafft werden müssen.

[Bearbeiten] Benzinkocher

Benzinkocher mit Pfanne, Wärmereflektor, Windschutz und Gaskartusche

Auch bei dieser Kocherbauweise ist der Brennstoff namensgebend. Benzinkocher verbrennen entweder unverbleites Autobenzin oder gereinigtes Waschbenzin. Außerdem gibt es sogenannte Mehrstoff-Kocher, die neben den oben genannten Flüssigkeiten mit Hilfe spezieller Düsen auch Petroleum, Kerosin, Dieselkraftstoff, Heizöl oder Flüssiggas verbrennen können. Mit dieser Variabilität sind Benzinkocher in allen Gebieten der Erde einsetzbar, da sie Dank ihrer Brennstoffe (ausgenommen Gas) unempfindlich für Kälte und Luftdruck sind, die Benzinflaschen jederzeit nachgefüllt werden können und dabei eine hohe Heizleistung bringen. Nachteilig sind der relativ hohe Anschaffungspreis, die Notwendigkeit von Reinigungen zur Beseitigung von Verbrennungsrückständen sowie die recht komplizierte Konstruktion, die darauf zurückzuführen ist, dass flüssige Brennstoffe zunächst verdampft werden müssen, um verbrannt werden zu können.

[Bearbeiten] Vergleich

Vergleich der Kochertypen
Vergleichspunkt Spirituskocher Gaskocher Benzinkocher
Brennstoff(e) Spiritus (Ethanol) Gas (Butan-Propan-Gemisch) Autobenzin, Waschbenzin, Petroleum, Kerosin, Dieselkraftstoff, Heizöl, Flüssiggas
Handhabung und Aufbau Einfach in Handhabe und Aufbau Nach kurzer Eingewöhnung einfache Handhabe; Relativ einfacher Aufbau Verwendung erfordert Übung; Kompliziert im Aufbau
Wartung Wartung gelegendlich notwendig; Entfernung von Ruß Wartungsfrei Je nach verwendetem Brennstoff seltene bis häufige Wartung; Reinigung der Düse und der Brennstoffleitung
Reaktion auf Umwelteinflüsse Empfindlich Sehr empfindlich Unempfindlich
Leistung Gering; Oft nur zum Erwärmen oder Warmhalten geeignet Gut; Kocht 1 Liter Wasser in mittlerer Zeit (7-10 min) Sehr gut; Kocht 1 Liter Wasser in kurzer Zeit (4-5 min)
Verfügbarkeit von Brennstoff Nahezu überall verfügbar Oft verfügbar, allerdings unterschiedliche Systeme Überall verfügbar
Anschaffungspreis Sehr günstig (ca. 20€) Günstig (20-50€) Teuer (50-200€)
Brennstoffkosten ca. 2,50€ pro Liter ca. 20€ pro Liter ca. 3€ pro Liter (Reinbenzin)

[Bearbeiten] Ausruhen und Übernachten

Besonders auf Wanderungen mit Gepäck sind Pausen unerlässlich. Sie bieten den Füßen, Beinen und Schultern die Möglichkeit, sich zu entspannen, sodass der nächste Streckenabschnitt erholt angegangen werden kann. Doch jeder noch so lange Tag neigt sich einmal dem Ende zu und ein Lager für die Nacht muss her. Das Übernachten in Gasthöfen, Hotels o.Ä. ist eine Möglichkeit, allerdings ist es weitaus reizloser als das Übernachten unter freiem Himmel oder im Zelt. Um das bequeme und erholsame Schlafen in freier Natur soll es in diesem Abschnitt gehen.

[Bearbeiten] Zelte

Kuppelzelt

Auf einer Wanderung, auf der man so wenig wie möglich auf die Zivilisation angewiesen sein möchte, bietet sich die Möglichkeit entweder unter freiem Himmel oder im Zelt zu nächtigen. Zelte sind in Aufbau und Funktion ihrem Einsatzgebiet angepasst, daher ist es ausgesprochen schwer, das eine Zelt zu finden, das in allen Regionen allen Widrigkeiten strotzt. Es gibt verschiedene Zeltarten, die im Folgenden genauer erläutert werden.

[Bearbeiten] Kuppelzelte

Tunnelzelt

Kuppelzelte bilden die einfachste Bauform, die ein Zelt haben kann. Zwei Gestängebögen verlaufen diagonal durch Schlaufen oder Kanäle im Innenzelt (in seltenen Fällen auch im Außenzelt) und kreuzen sich über der Zeltmitte. Ist das Innenzelt errichtet, wird das Außenzelt darübergestülpt und befestigt. Kuppelzelte sind selbst ohne Abspannleinen und Zeltnägel sehr stabil, sodass diese nicht immer notwendig sind. Mit Abspannleinen und Zeltnägeln trotzen Kuppelzelte fast jedem Wetter. Zu den Kuppelzelten gehören ebenfalls die Geodät-Zelte. Hier kreuzen sich mehrere Geschtängebögen mehrmals, was die Stabilität, aber auch das Gewicht des Zelts erhöht.

[Bearbeiten] Tunnelzelte

Tarp

Bei einem Tunnelzelt verlaufen mindestens zwei Gestängebögen parallel, was dem Zelt die Form eines Tunnel und somit seinen Namen verleiht. Tunnelzelte bieten die beste Raumausnutzung und sind deshalb im Relation zu ihrer Größe recht leicht. Da Innen- und Außenzelt meist verbunden sind, lassen sich Tunnelzelte schnell aufbauen. Nachteilig ist, dass sie in jedem Fall in Längsrichtung abgespannt werden müssen, um stehen zu bleiben. Mit der schmalen Seite in den Wind gedreht sind Tunnelzelte sehr windstabil.

[Bearbeiten] Tarps

Neben den klassischen Zeltformen gibt es noch wesentlich mehr - teils improvisierte - Bauweisen, von denen das Tarp exemplarisch vorgestellt wird. Ein Tarp ist ein Stück schweres, beschichtetes Gewebe, das ähnlich einem Sonnensegel entweder vollständig oder mit Hilfe von Zeltstangen aufgehängt wird. Es eignet sich als unauffälliger Zeltersatz oder als Überdachung eines für längere Zeit angelegten Camps. Mittlerweile hat setzt sich das Tarp im Wanderbereich aufgrund der neuen leichten Materialien durch. Durch Verwendung von Cuben oder Sylnylon kann man ein Tarp herstellen das zwischen 100 und 600g wiegt. Dadurch ergibt sich ein beachtlicher Gewichtsvorteil den traditionellen Zelten gegenüber.

[Bearbeiten] Schlafsäcke

Für den Wanderer, der auf bequeme Hotelbetten und Einheitsbettwäsche verzichten will, wird der Erwerb eines Schlafsackes unumgänglich sein. Neben dem Schnitt unterscheiden sich Schlafsäcke vor allem im Füllmaterial. So eignen sich Schlafsäcke die mit Kunstfaser gefüllt sind, für den Einsatz in Gebieten, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht, da Kunstfaser kaum Feuchtigkeit aufnimmt und im Fall der Fälle trotzdem isoliert. Außerdem trocknen Schlafsäcke mit Kunstfaserfüllung schneller, sind einfacher zu pflegen und billiger in der Anschaffung. Daunen nehmen die Feuchtigkeit auf und verklumpen dadurch mit der Zeit, was die Isolation erheblich verringert.Eine Ausnahme bilden Teflon beschichtete Daunen. Daunenschlafsäcke sind leichter und kleiner im Packmaß. Außerdem bieten sie ein natürlicheres Schlafklima.

[Bearbeiten] Mumienschlafsäcke

Mumienschlafsäcke sind die häufigste Schlafsackform, denn sie bieten das beste Verhältnis zwischen Größe, Packmaß und Masse. Mumienschlafsäcke sind relativ eng geschnitten, damit kein überschüssiger Raum im Inneren entsteht, der durch die Körperwärme des Menschen erhitzt wird und so von diesem zuviel Energie aufgewendet werden muss, wodurch ein Kältegefühl entsteht.

[Bearbeiten] Eiförmige Schlafsäcke

Eiförmige Schlafsäcke sind eine Übergangsform zwischen Mumien- und Deckenschlafsack. Sie sind für Menschen geeignet die sich beim Schlafen viel bewegen, da im Knie- und Schulterbereich zusätzlicher Platz vorhanden ist. Durch den zusätzlichen Platz sind sie allerdings im Vergleich zu Mumienschlafsäcken schwerer und größer im Packmaß.

[Bearbeiten] Deckenschlafsäcke

Deckenschlafsäcke sind meist rechteckig geschnitten und damit in der Regel wesentlich komfortabler als eiförmige- oder Mumienschlafsäcke. Durch eine spezielle Reißverschlussführung können Deckenschlafsäcke auch - wie der Name schon sagt - als Decke benutzt werden. Sie eignen sich besonders in Hütten oder Jugendherbergen, jedoch sind sie für Trekking wegen ihres Packmaßes weniger geeignet.

Unabhängig von der Bauweise des Schlafsackes sollte immer ein Inlett, das ist ein dünner Innenschlafsack aus Baumwolle oder Seide, verwendet werden, um Schweiß aufzufangen und damit dem eigentlichen Schlafsack unnötige Wäschen zu ersparen. Des Weiteren sollte es vermieden werden, den Schlafsack zwischen zwei Touren im engen Packsack aufzubewahren, was zur Folge hätte, dass die Füllung des Schlafsacks gepresst würde und Isolationsvermögen verloren ginge.

[Bearbeiten] Isomatten

Aufgerollte Vollschaum-Matte

Trotz der gut isolierenden Wirkung moderner Schlafsäcke wird immer eine kleine Menge Wärme an die Umgebung abgegeben. Besonders problematisch ist dieser Effekt in der Gegend, wo der Schlafsack durch das Körpergewicht zusammengedrückt wird und dadurch eine Wärmebrücke, durch die dem Körper Wärme verloren geht, entsteht. Um diesem Verlust vorzubeugen, gibt es Isoliermatten - kurz Isomatten genannt.

[Bearbeiten] Vollschaum-Isomatten

Bei diesen Isomatten handelt es sich um Matten aus Polyethylen-Schaum (PE), die zwischen 5 und 20 mm dick sind. Diese Matten sind leicht und billig, haben aber den Nachteil, dass sie (meist) nicht faltbar und damit schlecht zu transportieren sind. Außerdem bieten sie weniger Liegekomfort als Thermoluftmatratzen.

[Bearbeiten] Thermoluftmatratzen

Thermoluftmatratzen sind eine Weiterentwicklung der Vollschaum-Matten. Sie bestehen aus einer Polyurethanschaum-Matte, die von einer luftdichten Tuchhülle umgeben ist. Über ein oder mehrere Ventile kann Luft in die Matte gelassen werden. Damit kombinieren Thermoluftmatratzen das Isolationpotential von Vollschaum-Matten mit dem Komfort von Luftmatratzen. Um Gewicht zu sparen, ist es bei den meisten Herstellern üblich, Löcher in den Schaum zu stanzen. Dadurch wird die Isolationswirkung kaum beeinträchtigt, aber einiges an Gewicht gespart. Auch im Transport sind Thermoluftmatratzen Vollschaum-Matten überlegen, da sie sich normalerweise ohne Probleme falten und damit kompakt verstauen lassen. Ein Nachteil ist allerdings der hohe Preis (selten unter 50 €).

[Bearbeiten] Regenschutz

  • Regenschirm (nur für Spaziergänge zu empfehlen; für Wandertouren im Gebirge ungeeignet)
  • Regenbekleidung
  • Wasserdichte Schuhe

[Bearbeiten] Orientierungshilfen

Allgemeine Informationen zur Benutzung und Einsatz von Orientierungshilfen sind im Themenkomplex Orientierung zu finden. Im Themenkomplex Material wird dabei hauptsächlich auf speziellere Produkte und deren spezifische Besonderheiten eingegangen.

[Bearbeiten] Wanderkarte

[Bearbeiten] Kompass

  • Recta Global System

[Bearbeiten] Höhenmesser

[Bearbeiten] Fernglas

[Bearbeiten] GPS Gerät

  • Spezielle Geräte mit Moving-Map erleichtern die Orientierung in unübersichtlichen Gebieten.
  • Ein GPS gerät sollte NIEMALS den Kompass ersetzen (sondern ihn höchstens ergänzen)!
  • Die Empfangsqualität sollte vor Beginn einer Wanderung getestet werden (gerade in Wäldern oder Schluchten ist der Empfang oft eingeschränkt)!
  • Vor allem auf längeren Wanderungen in spärlicher besiedelten Gegenden, ist es empfehlenswert, Ersatzbatterien mitzuführen
  • Trotz GPS sind Grundkenntisse in Orientierung unerlässlich (beispielsweise bei Ausfall des GPS-Empfängers)
  • Sollte wasserdicht (oder zumindest spritzwassergeschützt sein)!

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Erste-Hilfe-Ausrüstung (Pflaster (auch Blasenpflaser!), Verbandszeug, Schere, Notfalldecke, Dreieckstuch etc.)
  • Trillerpfeife (Eventuell Signalpistole)
  • Messer nach eigenen Präferenzen (bitte bedenken, dass manche Messer als Waffen zählen und nicht überall getragen werden dürfen)
  • Uhr
  • Wanderkarte (Optimal sind Maßstäbe zwischen 1:50000 und 1:25000)
  • Sonnenbrille
  • Schrittzähler

[Bearbeiten] Wanderstöcke

Wanderstöcke dienen der Entlastung der Rumpf- und Beinmuskulatur, besonders aber der Entlastung von Wirbelsäule, Hüfte und Knien bei andauernden und längeren Belastungen. Sind allgemein Probleme des Wanderers in diesen Bereichen bekannt, so sollte auch bereits präventiv mindestens ein Wanderstock verwendet werden, nicht erst, wenn Schmerzen auftreten.

Es werden Wanderstöcke aus Holz, Carbonfasern und Metallrohren, meist Leichtmetall (Aluminium) verwendet. Neben den starren Wanderstöcken (Festlängenstöcke), die aus einem Teil gefertigt sind, gibt es auch längenverstellbare Teleskopstöcke mit zwei oder drei Gliedern.

Der Vorteil eines längenverstellbaren Wanderstocks liegt in der geländeabhängigen Einstellbarkeit. So kann bei Abstiegen ein Stock länger eingestellt werden als bei Aufstiegen, beziehungsweise bei Querungen am Hang der talseitige Stock länger als der bergseitige eingestellt werden. Zur Reduktion des Packmaßes kann der Teleskopstock zusammengeschoben werden, solange er nicht eingesetzt wird.

Generell gilt, dass der Stock so eingestellt beziehungsweise gewählt werden sollte, dass bei aufrechtem Stehen und vertikalen Halten des Stockes mit Bodenberührung der Spitze der Griff des Wanderstockes derart in der Hand liegt, dass das Ellbogengelenk einen nahezu rechten Winkel bildet.

Die Einstellung erfolgt entweder über einen Einrastmechanismus oder über die heutzutage am meisten verbreitete Form eines Spreizdübelmechanismus, bei dem die einzelnen Stockglieder durch Längsdrehung gelöst oder fixiert werden.

Am gebräuchlichsten sind heutzutage - besonders durch die Nutzung im Nordic Walking - Teleskopstöcke mit eingebauter Dämpfungsfeder (Antishock-System). Die Dämpfung ist dabei meist zuschalt-, beziehungsweise abschaltbar.

Der moderne Wanderstock hat eine anatomische Griffform mit zuziehbarer Handschlaufe am Griff (Automatikschlaufe) für einen sicheren Halt. Die Griffe sind aus Kunststoff, Naturkautschuk (festem Gummi oder geschäumtes Material) oder Kork gefertigt. Die Handschlaufe kann auf ihrer Innenseite aus Fleece hergestellt sein. In den luxuriöseren Ausführungen ist der Griff gegenüber dem längenverstellbaren Schaft des Wanderstockes leicht nach vorne gebogen. Diese Biegung des Griffes erlaubt ein leichteres Raumgreifen des Stockes nach vorne während dem Wandern.

Am unteren Stockende findet man jeweils eine Hartmetallspitze, auf die Gummihülsen aufgesetzt werden können. Hier handelt es sich um sogenannte Gummipuffer, Walkingaufsätze oder Spitzenschoner. Diese sollen die Hartmetallspitze gegebenenfalls schonen oder den Stock an seinen Einsatzzweck anpassen. Allzuoft gehen diese Aufsätze allerdings leider verloren und liegen dann in freier Natur als Sondermüll herum. Kleiner Trost: Sie sind bereits so konzipiert, dass sie nachgekauft werden können.

Überhalb der Spitze lässt sich der (Tiefschnee-)teller anbringen. Dies ist eine kleine Plastikscheibe, welche die Auflagefläche des Stockes im weichen Boden oder Schnee deutlich erhöht und so für besseren Halt sorgt.

Persönliche Werkzeuge