Wikijunior Großkatzen/ Einleitung

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Eine afrikanische Löwin begutachtet ihr „Reich“

In Afrika sagt man, ein Löwe brüllt „Hii inchi na ya nani? Ni yangu, yangu, yangu!“. (Wem gehört dieses Land? Es ist meins, meins, meins!) Es ist schwer, dieser alten Geschichte zu lauschen, ohne am Lagerfeuer dichter zusammen zu rücken. Aber was versteckt sich hinter diesem außergewöhnlichen Ruf? Sicherlich, alle Katzen sind Katzen, egal, wo du hinschaust. Wenn du der Nachbarkatze dabei zuguckst, wie sie ein Eichhörnchen oder einen Vogel verfolgt, siehst du einen Tiger, der einem Hirsch in den Wiesen nachstellt – allerdings im Miniformat! Und trotzdem unterscheiden sich diese majestätischen Katzen von dem nachbarlichen Stubentiger. Sie sind die Herren ihres Reviers und bewegen sich selbstsicher von einem Ort zum anderen, während kleinere Tiere hin- und herhuschen und sich verstecken. Lange Zeit mussten sie sich nur gegenseitig fürchten; mit der Erfindung des Schießpulvers aber drohte das Königreich dieser Tiere zerstört und diese Katzenherrscher ausgerottet zu werden.

Großartige Jäger

Großkatzen gehören zu den besten Jägern in der Natur. Ein Grizzlybär ist vielleicht größer als der Sibirische Tiger, aber der Tiger ist viel schneller. Ein Wolf hat möglicherweise einen besseren Geruchssinn als der Jaguar, aber der Jaguar kann große Beute alleine handhaben, während der Wolf in Rudeln jagt. Katzen haben eine äußerst gute Nachtsicht, ein scharfes Gehör und eine enorme körperliche Stärke. Mit ihrer gut tarnenden Musterung des Felles und ihren graziösen, leisen Bewegungen schleichen sie sich an ihre Beute, ohne von dieser bemerkt zu werden.

Jeder Kontinent außer Australien und der Antarktis hat seinen eigenen „Katzenkönig“. Afrika wird vom Löwen beherrscht, Asien vom Tiger. In Süd- und Mittelamerika ist der Jaguar unbestritten der König. Und Nordamerika ist unter der Herrschaft des Pumas.

Der natürliche Kreislauf ist sehr ausgeglichen. Es gibt ein paar wenige große Jäger. Dann kommen mehrere mittelgroße Katzen, deren Beute ebenfalls im Mittelfeld liegt (von Hasen bis zu Antilopen und Rentieren). Letztendlich gibt es eine Menge kleine Katzen, die sehr kleine Beute wie Nagetiere, Eidechsen und Vögel fressen. Das Geheimnis ihres Erfolgs ist das „Konzept der Lücke“, jede Katze hat einen ganz speziellen Job, der sie davon abhält, mit anderen Katzen zu konkurrieren und gleichzeitig eine Aufgabe macht, die ihr von der Natur zugewiesen ist. Darum ist es von Grund auf ein falsches Verhalten, in den „Kreislauf der Natur“ eingreifen zu wollen.

In einer Einkaufspassage mit nichts als Musikläden würde es auch einen erbitterten Kampf um die Kunden geben. Dies ist durch diese „Aufteilung“ ausgeschlossen. Wie in solch einer Einkaufpassage ist die natürliche Umgebung ausgeglichen durch eine Vielzahl an verschiedenen Pflanzen, Beutetieren und Jägern. Die Feldmaus, die den Löwen nicht interessiert, macht die Wildkatze glücklich, und der Gepard läuft der kleinen Antilope hinterher und lässt den Büffel für die stärkeren Löwen.

Die „Speisekarte“

Katzen jagen, weil sie Fleisch für das Überleben benötigen. Andere Tiere, die Gras und Blätter fressen, haben spezielle Mägen, die es erlauben, dass bestimmte gute Bakterien genug Zeit haben, um das Grünzeug aufzuspalten und dann zu verdauen.

Katzen hingegen haben einen sehr kurzen Verdauungstrakt, der schnell Fleisch verdauen kann und die Energie und Stoffe aufnehmen kann, die den Erhalt der Lebensfunktionen des Körpers bewirken. Katzen können nicht mit einer Gras-„Diät“ überleben. Deshalb leben sie vom Fleisch der grasfressenden Tiere. So läuft der Futterkreislauf.

Werden Beutetiere ihnen vollständig entzogen bzw. verdrängt, folgen sie diesen Tieren und verschwinden auch auf Nimmerwiedersehen. Einige Großkatzen, mit Ausnahme der Löwen, folgen sehr oft bestimmten gleichbleibenden Wegen, so haben Wilderer leichtes Spiel, um sie zu töten.

Intelligenz

Katzen gehören zu den intelligentesten Tieren auf dieser Welt. Sie stehen gleich hinter den Primaten (Affen), Walen und Delfinen, Elefanten, Robben und den Caniden (Hunde, Wölfe, Füchse und Bären). Löwen benutzen Gruppenstrategien, um große und gefährliche Beute zu jagen. Alle Katzen sind sehr neugierig und lernen sehr schnell. Große Jäger müssen sehr schlau sein, um Erfolg zu haben. Katzenmütter verbringen eine lange Zeit mit ihrem Nachwuchs (etwa ein bis zwei Jahre), um ihm alle Dinge beizubringen, die zum Überleben notwendig sind. Du kannst diese Zeit mit deiner Schulzeit vergleichen, nur dass die Jungen hier lernen, wie sie mit ihrer Umgebung umgehen müssen.

Überall verbreitet, aber nirgends sicher

Katzen sind auf allen Kontinenten außer Australien und der Antarktis zu finden. Unglücklicherweise müssen viele dieser wundervollen Tiere der Ausrottung ins Gesicht sehen oder sie sind schon sehr gefährdet. Katzen werden oftmals wegen ihrer Felle und ihres Fleisches von den Menschen gejagt. Sie werden aber auch von Menschen getötet, die die Katzen als Beute im Sinne von Trophäen für sich haben möchten. Andere Leute wiederum jagen Katzen zum Sportzweck. Auch wird die Umwelt der Katzen nicht mit dem nötigen Respekt behandelt.

Wie andere Tiere auch benötigen Katzen eine sehr saubere Umwelt.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Menschen, die diese Tiere eher als einen Gefährten als einen Feind betrachten. Lerne mehr über diese großartigen Katzen und ihre außergewöhnliche Welt und teile dieses Wissen mit deiner Familie und deinen Freunden. Wenn wir etwas verstehen, können wir seinen Wert mehr würdigen. Wertvolle Dinge, wie diese wunderbaren Katzen, groß und klein, sind es wert beschützt zu werden. Aber nun soll es losgehen, lernen wir die Tiere kennen und verstehen, als Botschafter ihrer Art.


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