Wikijunior Großkatzen/ Luchs
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Diese eigenartig gebauten, kragengesichtigen Katzen sind nicht so hoheitsvoll wie Löwen oder so kraftvoll wie Tiger. Sie sind mittelgroße Raubtiere, zu groß, um sich mit Mäusen herumzuplagen und zu klein um gesundes erwachsenes Wild anzugreifen. Aber sie erledigen eine Aufgabe hervorragend – sie halten die Hasenpopulation unter Kontrolle. Mit ihren langen Beinen und dem kurzen Schwanz sind sie erstklassig ausgestattet, um, angefangen von einem kleinen Wildkaninchen bis hin zu einem großen Schneeschuhhasen, alles zu überwältigen.
[Bearbeiten] Wo leben Luchse?
Die vier Luchsarten sind weit verstreut. Der Eurasische Luchs lebt in Nordeuropa und Asien. Der Kanadische Luchs lebt in Nordamerika. Der Iberische (oder Spanische) Luchs ist eine der am meisten vom Aussterben bedrohten Katzenarten und lebt nur in unberührten Gegenden Spaniens. Rotluchse stellen die kleinste Luchsart dar und leben in Nordamerika. Weil sie kleine Beutetiere jagen, leben sie in einer breiten Vielfalt von Lebensräumen.
[Bearbeiten] Wie sehen Luchse aus?
[Bearbeiten] Luchs
- Körpermasse: Männchen 18 kg oder schwerer, Weibchen wiegen 8 kg bis 14 kg.
- Höhe: 74 cm bis zu 107 cm.
- Lebensspanne: rund 15 Jahre.
[Bearbeiten] Rotluchs
- Körpermasse: Männchen 7 kg bis zu 13 kg, Weibchen wiegen 5 kg bis 8 kg.
- Höhe: 43 cm bis zu 58 cm.
- Lebensspanne: rund 13 Jahre.
Nicht alle Luchse sehen gleich aus. Einige haben dunkle Flecken, andere haben ein einfarbiges gelbes oder graues Fell. Alle haben eine weiße Bauchseite. Luchse haben lange Haare auf der Oberseite ihrer Ohren und einen Bart rund um ihr Kinn. Ein Rotluchs ist viel kleiner als ein regulärer Luchs, hat keine deutlich wahrnehmbaren Ohrenbüschel und sieht mehr wie eine große Hauskatze aus. Rotluchse haben schmalere Füße und kürzere Beine verglichen mit den anderen Luchsen und weisen fast immer Flecken auf. Der einzigartigste Teil von Luchs und Rotluchs ist ihr Schwanz. Der Rotluchs wird in Nordamerika deswegen auch „Bobcat“ genannt (bob = stutzen; also „die Katze mit dem gestutzten Schwanz“). Ihre Schwänze sind rund halb so lang wie die einer normalen Hauskatze. Keine andere der Großkatzen weist diese Eigenart auf.
[Bearbeiten] Was fressen Luchse und wie fangen sie ihre Beute?
Luchse fressen hauptsächlich Schneehasen. Sie fressen manchmal Eichhörnchen, Schneehühner (Vögel, die wie große Tauben aussehen) und Rauhfußhühner (welche wie gemusterte Hühnchen aussehen). Rotluchse fressen kleinere Tiere, wie Eichhörnchen, Kaninchen und Mäuse.
Ihre seltsame Gestalt mit langen Beinen, einem kurzen Nacken und kurzem Schwanz ist eine Anpassung an die Jagd auf Beutetiere, die mit einem plötzlichen Spurt und einem vernichtenden Sprung überwältigt werden müssen. Um ihre Beute zu fangen, müssen sie sich zuerst so vorsichtig und nah wie möglich anschleichen (anpirschen) und als Finale die flüchtende Beute in einer Hetzjagd schlagen. Klar ist, je näher sie sich vor dem Rennen annähern, desto größer ist ihre Chance auf Erfolg. Sie können nicht mehr als 1,5 kg Fleisch auf einmal fressen.
[Bearbeiten] Wie ziehen Luchse ihre Jungen auf?
Luchse haben drei bis fünf Junge, während Rotluchse üblicherweise drei Junge haben. Die männlichen Luchse helfen nicht bei der Aufzucht ihres Nachwuchses. Das mag selbstsüchtig klingen, ist es aber nicht. In der Tierwelt liegt die ganze Verantwortung für die Ernährung der Jungen bei der Mutter. Luchse und viele andere Fleischfresser wären bei einer paarweisen Jagd zu geräuschvoll und hätten somit weniger Chancen, Beutetiere zu erlegen.
Luchse werden zwischen Mai und Juni geboren, spätestens jedoch bis Juli. In dieser Jahreszeit gibt es zahlreiche Beutetiere. Rotluchse werden gewöhnlich im April oder Mai geboren. Bevor der Winter hereinbricht, muss das Muttertier angefangen haben die Jungen zu lehren, wie sie selbstständig überleben können. Hasen besitzen ein empfindliches Gehör, und die Luchsmutter muss ihren von Natur aus ungestümen, verspielten Kätzchen Geduld und Heimlichkeit lehren, damit sie nahe genug an Hasen für einen guten Angriff herankommen. Nicht alle Jagden sind erfolgreich, sogar wenn die Jungen fähige Jäger sind. Tatsächlich besitzt ein häufiges Beutetier der Luchse, der Schneehase, eine geheime Abwehrwaffe. Jedes Jahr, wenn der Schnee in der arktischen Tundra (sumpfiges Grasland) schmilzt, tauscht das furchtsame Tier sein weißes Winterfell gegen ein braunes Fell aus. Das geschieht aber nicht auf einmal. So besitzt der Hase noch weiße Flecken, die zur Umgebung passen, solange noch einzelne Schneehaufen am Boden vorhanden sind. Wenn sie ganz still sitzen bleiben, haben diese Hasen oft bessere Chancen als wenn sie weglaufen würden. Luchse lernen ihre Beute zu überlisten, indem sie ihre Mutter dabei beobachten. Die Jungen tendieren dazu, ihre Mutter im Alter von 10 Monaten zu verlassen. Kätzchen des selben Wurfs mögen noch für eine Weile zusammenbleiben, bevor sie ihrer eigenen Wege gehen. Erwachsene Luchse sind meistens Einzelgänger.
[Bearbeiten] Lustige Fakten
- Einige Rotluchse singen gerne und amüsieren sich beim Nachahmen von Geräuschen anderer Tiere.
[Bearbeiten] Klassifikation
Luchs und Rotluchs gehören zur Gattung Carnivora, Familie Felidae, und ihre wissenschaftlichen Namen sind:
- Kanadischer Luchs - Lynx canadensis
- Eurasischer Luchs - Lynx lynx
- Iberischer Luchs - Lynx pardalis
- Rotluchs - Lynx rufus
[Bearbeiten] Mehr Informationen
- Wikipedia: Luchse
- Wikipedia: Eurasischer Luchs
- Wikipedia: Iberischer Luchs
- Wikipedia: Kanadischer Luchs
- Wikipedia: Rotluchs