Wikijunior Großkatzen/ Luchs

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Ein Rotluchs

Beim Luchs fällt zuerst der sehr ausgeprägten Backenbart auf, den er weit abspreizen kann. Typisch sind auch die langen schwarz zulaufenden Pinselhaare an den Ohren. Der Luchs ist nicht so schlank wie andere Raubkatzen, und besitzt zudem recht breite Pranken, die verhindern, dass er im Schnee einsinken kann. Daher kann ein Luchs recht gut in kälteren Regionen leben. Luchse sind als mittelgroße Raubtieren zu groß, um sich allein von Mäusen zu ernähren, aber zu klein, um gesundem und erwachsenem Wild gefährlich zu werden. Aber sie erledigen eine wichtige Aufgabe hervorragend: Sie halten die Hasenpopulation unter Kontrolle. Mit ihren langen Beinen und dem kurzen Schwanz sind sie erstklassig ausgestattet, um von einem kleinen Wildkaninchen bis hin zu einem großen Schneeschuhhasen alles zu überwältigen.

Nicht alle Luchse sehen gleich aus. Einige haben dunkle Flecken, andere haben ein einfarbiges gelbes oder graues Fell. Alle haben eine weiße Bauchseite. Der einzigartigste Teil von Luchs und Rotluchs ist ihr Schwanz. Ihre Schwänze sind nur halb so lang wie die einer normalen Hauskatze. Keine andere Großkatze weist diese Eigenart auf.

Der Rotluchs wird in Nordamerika deswegen auch „Bobcat“ genannt (bob = stutzen; also „die Katze mit dem gestutzten Schwanz“). Rotluchse haben im Gegensatz zu den anderen Luchsen schmalere Füße und kürzere Beine und weisen fast immer Flecken auf. Die Ohrenbüschel des Rotluchses sind nicht so stark ausgeprägt, und er ist auch nicht so groß, wie die anderen Luchsarten, so dass man ihn auch mit einer großen verwilderten Hauskatze verwechseln könnte.

Wo leben Luchse?[Bearbeiten]

Gebiete, wo Luchse leben, sind farbig markiert.
Orange: Eurasischer Luchs, violett: Kanadischer Luchs, grün: Rotluchs, rot: Iberischer (oder Spanischer) Luchs

Es gibt vier Luchsarten, die in fast allen gemäßigten Zonen der nördliche Halbkugel verbreitet sind, wo sie kleine Beutetiere jagen können. Der Eurasische Luchs lebt in Nordeuropa und Asien. Der Kanadische Luchs lebt in Nordamerika. Der Iberische (oder Spanische) Luchs lebt nur in unberührten Gegenden Spaniens. Leider ist er eine sehr stark vom Aussterben bedrohte Katzenart. Der Rotluchse aus Nordamerika stellen die kleinste Luchsart dar.


Luchs[Bearbeiten]

Ein Luchs
  • Gewicht: Männchen 18 kg oder schwerer, Weibchen wiegen 8 kg bis 14 kg.
  • Höhe: 80 cm bis zu 110 cm.
  • Lebensspanne: rund 15 Jahre.

Rotluchs[Bearbeiten]

  • Gewicht: Männchen 7 kg bis zu 13 kg, Weibchen wiegen 5 kg bis 8 kg.
  • Höhe: 43 cm bis zu 58 cm.
  • Lebensspanne: rund 13 Jahre.

Was fressen Luchse und wie fangen sie ihre Beute?[Bearbeiten]

Ein jagender Luchs

Luchse jagen hauptsächlich Hasen. Manchmal fressen sie auch Eichhörnchen, Schneehühner (Vögel, die wie große Tauben aussehen) und Rauhfußhühner (welche wie gemusterte Hühnchen aussehen). Der Rotluchs jagt kleinere Tiere, wie Eichhörnchen, Kaninchen und Mäuse.

Ihre seltsame Gestalt mit langen Beinen, einem kurzen Nacken und kurzem Schwanz ist eine Anpassung an die Jagd auf Beutetiere, die mit einem plötzlichen Spurt und einem vernichtenden Sprung überwältigt werden müssen. Um ihre Beute zu fangen, müssen sie sich zuerst so vorsichtig und so nah wie möglich anpirschen (anschleichen) und schließlich die flüchtende Beute in einer Hetzjagd überwältigen. Klar ist, je näher sie sich vor dem Rennen anschleichen, desto größer ist ihre Chance auf Erfolg. Sie können nicht mehr als 1,5 kg Fleisch auf einmal fressen.

Wie ziehen Luchse ihre Jungen auf?[Bearbeiten]

Zwei spielende Luchskätzchen

Luchse haben drei bis fünf Junge, während die kleinen Rotluchse üblicherweise drei Junge haben. Die männlichen Luchse helfen nicht bei der Aufzucht ihres Nachwuchses. Das mag auf den ersten Blick selbstsüchtig klingen. Aber in der Tierwelt liegt häufig die ganze Verantwortung für die Ernährung der Jungen bei der Mutter. Die Beutetiere im Jagdgebiet eines Luchses sind häufig nicht genug, um zwei ausgewachsene Tiere und noch die Kinder mit zu ernähren. Zudem wären zwei erwachsene Luchse bei der Jagd viel zu geräuschvoll und hätten letztlich weniger Chancen, Beutetiere für sich und ihre Jungen zu erlegen.

Ein Luchskätzchen

Luchse werden zwischen Mai und Juni geboren, spätestens jedoch bis Juli. In dieser Jahreszeit gibt es zahlreiche Beutetiere. Rotluchse werden gewöhnlich im April oder Mai geboren. Bevor der Winter hereinbricht, muss die Mutter den Jungen beigebracht haben, wie sie selbstständig überleben können. Hasen besitzen ein empfindliches Gehör, und die Luchsmutter muss ihren Jungen beibringen, ihre Ungeduld zu zügeln, und sich still und heimlich anzuschleichen, damit sie für einen guten Angriff nahe genug an die Hasen herankommen. Nicht alle Jagden sind erfolgreich, sogar wenn die Jungen fähige Jäger sind.

Tatsächlich besitzt ein häufiges Beutetier der Luchse, der Schneehase, eine geheime Abwehrwaffe. Jedes Jahr, wenn der Schnee in der arktischen Tundra (sumpfiges Grasland) schmilzt, tauscht das furchtsame Tier sein weißes Winterfell gegen ein braunes Fell aus. Das geschieht aber nicht auf einmal. So besitzt der Hase noch weiße Flecken, die zur Umgebung passen, solange noch einzelne Schneehaufen am Boden vorhanden sind. Wenn sie ganz still sitzen bleiben, haben diese Hasen oft bessere Chancen als wenn sie weglaufen würden. Luchse lernen ihre Beute zu überlisten, indem sie ihre Mutter dabei beobachten. Die Jungen tendieren dazu, ihre Mutter im Alter von 10 Monaten zu verlassen. Kätzchen des selben Wurfs mögen noch für eine Weile zusammen bleiben, bevor sie ihrer eigenen Wege gehen. Erwachsene Luchse sind meistens Einzelgänger.

Lustige Fakten[Bearbeiten]

  • Einige Rotluchse singen gerne und amüsieren sich beim Nachahmen von Geräuschen anderer Tiere.

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