Zufall: Psychologie

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zufall in der Psychologie

Die meisten menschlichen Handlungen sind kein Zufall sondern teilweise unterbewußtes Abwägen von Alternativen und Auswahl der zum gegebenen Zeitpunkt anscheinend vorteilhaftesten. (Ökonomie des Alltagslebens)

Es ist bis heute in der Psychologie und Neurophysiologie umstritten, ob es im menschlichen Gehirn einen Zufallsgenerator gibt oder nicht.

In Situationen in denen man sich ganz schnell zwischen zwei Alternativen entscheiden muß, wäre so ein Zufallsgenartor vielleicht hilfreich. Eine Situation, die in der Evolution sicher sehr häufig aufgetreten ist, war die Frage Kampf oder Flucht, wenn einem ein feindliches Tier plötzlich gegenüberstand.

Siehe z.B. http://www.jneurosci.org/cgi/content/abstract/13/1/334

[Bearbeiten] Der freie Wille

Zwischen den Begriffen Zufall und freier Wille existiert ein enger Zusammenhang. Man kann argumentieren, dass eine freie Entscheidung eine Entscheidung ist, die zumindest teilweise nicht von anderen Einflüssen (innerer und äußerer Art) bestimmt wird. Sie ist also nicht determiniert. Dies kann aber gerade auch als Definition von Zufall angesehen werden. Nach dieser Auffassung kann es in einem Universum ohne Zufall keinen freien Willen geben, da jede Entscheidung bei Kenntnis aller Einflussgrößen vorhergesagt werden könnte.

Es ist nun eine Aufgabe der Philosophie, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Begriffe genauer herauszuarbeiten. Der englische Begriff random number (wörtlich: freie Zahl) für Zufallszahl weist auf diesen Zusammenhang hin.

[Bearbeiten] Zufall im Leben jedes einzelnen

Es ist Zufall ob man männlich oder weiblich geboren wird. (In Indien und anderswo versucht man dies zu manipulieren)

Es ist Zufall in welche Familie man hinein geboren wird.

Es ist Zufall in welchem Land und in welcher Zeit man auf die Welt kommt.

Viele Erbkrankheiten treten mehr oder minder zufällig auf.

Vieles was man als Schicksal bezeichnet, kann man auch als Einfluß des Zufalls ansehen.

[Bearbeiten] Schicksal

Das Schicksal (von altniederländisch schicksel, „Fakt“), auch Geschick (zu schicken „machen, dass etwas geschieht“, „Faktum“), lateinisch fatum, griechisch moira, oder das Los (ahd., mhd. (h)lôჳ „Omen“, „Orakel“) umfasst ein weites Begriffsfeld dessen, was den Lebenslauf des Menschen darstellt oder beeinflusst:

  • Einerseits wird als Schicksal eine Art personifizierte höhere Macht begriffen, die ohne menschliches Zutun das Leben einer Person entscheidend beeinflusst. Beispiel: „Das Schicksal meint es gut mit ihr“, „Er wurde vom Schicksal dazu bestimmt“, „Das Schicksal nahm seinen Lauf“, oder der Schicksalsschlag als Handlung der Macht.
  • Andererseits versteht man unter Schicksal aber auch die nicht beeinflussbare Bestimmung als persönliches Attribut, das Los eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen. In diesem Sinne ist es der Inbegriff unpersönlicher Mächte. Beispiel: „Sie hat ein trauriges Schicksal“

In den meisten Kulturen gilt das Schicksal als unausweichlichen Schicksalsschlag:

  • In der Mythologie entwickelte sich der Gedanke des Schicksals als personifizierte Macht (die Schicksalsgottheiten), die sowohl das individuelle Leben als auch den Weltlauf beherrschen, und das Schicksal dem Menschen „schicken“.

Die Einstellung gegenüber dem Schicksal reicht

  • von völliger Ergebung (Fatalismus)
  • über den Glauben an seine Überwindbarkeit (nimmer sich beugen, / kräftig sich zeigen / rufet die Arme / der Gottheit herbei – so Goethe)
  • bis zur völligen Willensfreiheit des Individuums (Voluntarismus)

Aus der Vorstellung, das Schicksal läge vorbereitet, kommt der Glaube, es gäbe Möglichkeiten, im Voraus zumindest Andeutungen darauf zu bekommen. Dieses Konzept liegt der ganzen Mantik (Wahrsagerei) zugrunde.

Im Christentum wird anstelle der Vorstellung des Schicksals die der göttlichen Vorsehung (Geschick, Prädestination) verwendet.
Schicksal wird oft in Verbindung mit Karma gebracht, hat jedoch mit der buddhistischen Bedeutung nichts zu tun.

[Bearbeiten] Weitere Stichworte

  • Chance, Glück, Unglück, Pech
  • Schicksalskonzepte:
    • Schicksalsglaube, Determination, Heil, Kismet, Serendipity, Fatalismus, Voluntarismus
  • Personifiziertes Schicksal:
    • Fortuna, Nornen, Tyche, Moiren, Parzen
  • Schicksalsanalyse, Schicksalsdrama
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