Entropie: Formel
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[Bearbeiten] Abkürzungen
Die Entropie wird meist mit H oder S abgekürzt.
Da der Buchstabe H in der Physik bereits für die Enthalpie reserviert ist, sollte man hier immer den Buchstaben S gebrauchen, wenn man von Entropie spricht.
In der Mathematik (Informationstheorie) hat sich die Abkürzung H eingebürgert.
Die Benutzung von klein und groß S geschieht sehr uneinheitlich. Klein s ist dabei meist die spezifische Entropie d.h. die Entropie bezogen auf 1 Kilogramm des Stoffes.
[Bearbeiten] Einheiten
- Physik:
- Joule / Kelvin
- (Energie / Temperatur)
- Joule / Kelvin
- Mathematik und Informationstheorie
- bit
Die Entropieeinheit 1 Joule / Grad Kelvin entspricht der Entropiemenge, mit der man bei Normaldruck 0,893 cm^3 Wassereis schmelzen kann
[Bearbeiten] Entropie Formeln Informationstheorie
[Bearbeiten] Shannonformel
Shannon definierte die Entropie H einer gegebenen Information I über einem Alphabet Z durch
,
wobei pj die Wahrscheinlichkeit ist, mit der das j-te Symbol zj des Alphabets Z im Informationtext I auftritt.
Die Entropie erhält die Einheit bit.
H = Summe der Teilentropien aus n Zufallsereignissen mit der Wahrscheinlichkeit pn
Teilentropie H = − p * log2p = p * log2(1 / p)
dabei ist p die Wahrscheinlichkeit einer Möglichkeit eines Zufallsereignisses
[Bearbeiten] Entropie Formeln Physik
[Bearbeiten] Formel für die verschiedenen Aggregatzustände eines Stoffes mit gleicher Stoffmenge
Festkörper, insbesondere Kristalle, haben eine kleinere Entropie als Flüssigkeiten und Flüssigkeiten eine kleinere als Gase, wenn man denselben Stoff und diesselbe Stoffmenge betrachtet.
SFeststoff < SFlüssigkeit < SGas
Ss < Sl < Sg
wobei s = solid = fest, l = liquid = flüssig, g = gasförmig ist
[Bearbeiten] Entropiefluß
Diese Formel ist wichtig zur Berechnung von Heizungen, Wärmpumpen und ähnlichem.
Der Entropiefluß IS ist gleich der Wärmemenge (Entropiemenge) ΔS die pro Zeiteinheit Δt transportiert wird
IS = ΔS / Δt
VORSICHT: Nicht Groß T ( Temperatur) mit klein t (Zeit) verwechseln.
Davon abgeleitet gilt:
P = T * IS
Die Leistung P ( Energie / Zeit) ist gleich dem Produkt aus der absoluten Temperatur T mal dem Entropiefluß Is ( Entropie / Zeit).
Die dazugehörigen Einheiten lauten:
Watt = Kelvin * Joule / Kelvin / Sekunde Watt = Joule / Sekunde
[Bearbeiten] Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik
dS/dt >= 0 für abgeschlossene Systeme
In einem abgeschlossenen System kann die Gesamtentropie nicht abnehmen. Sie bleibt im Laufe der zeitlichen Entwicklung dieses Systems entweder konstant oder sie nimmt zu.
[Bearbeiten] Dritter Hauptsatz der Thermodynamik
Nach
Nernst gilt am absoluten Nullpunkt (T = 0 Grad Kelvin) für einen reinen kristallinen Stoff:
S = 0 Joule/Kelvin
Max Planck hat dies noch genauer formuliert:


Wobei kB die
Boltzmannkonstante ist und g die
Entartung des
Grundzustandes.
Ist der Grundzustand des Systems nicht entartet, so gilt g = 1 und damit S0=0. Die Entropie eines Systems verschwindet somit, wenn die Temperatur gegen null geht.
[Bearbeiten] Clausiusformel
dS = dQrev / T
- dS = Entropiezunahme
- dQ = Wärmezufuhr
- T = Temperatur in Grad Kelvin
Der Index „rev“ berücksichtigt, daß dies in voller Strenge nur für reversible Prozesse gilt.
Die Entropiefunktion des augenblicklichen Zustands eines Systems ist die Wärmemenge, die bei einer reversiblen Zustandsänderung aufgenommen oder abgegeben wurde, dividiert durch die Aufnahme- oder Abgabetemperatur.
[Bearbeiten] Boltzmannformel
S = k * ln W
im Original bei Herrn Boltzmann S = k * ln Omega
- Boltzmann-Konstante kB = 1,380 6503·10-23 Joule / Kelvin
- W entspricht der Zahl der möglichen Mikrozustände die mit einem Makrozustand verknüpft sind.
- W erreicht ein Maximum, wenn alle Mikrozustände gleich verteilt sind.
Siehe auch
Ludwig Boltzmann
[Bearbeiten] Clausiusformel für ideale Gase
Für ideale Gase gilt:
dS = (n *Cv * dT + (n * R*T) / V * dV) / T
oder
S = n*R * ( 3/2 * ln(T) + ln(V/N) + Co)
Variablenbezeichnungen
- h
- Enthalpie
- H
- molare Enthalpie
- u
- innere Energie
- U
- molare innere Energie
- q
- einem System zugeführte Wärmemenge
- Q
- einem System zugeführte molare Wärmemenge
- s
- Entropie
- S
- molare Entropie
- c
- Wärmekapazität (konstante Größe als Index)
- C
- molare Wärmekapazität (konstante Größe als Index)
- V
- Volumen
- VM
- molares Volumen
- n
- Stoffmenge
- p
- Druck
- R
- Gaskonstante (R = 8.31451 JK-1mol-1)
- T
- absolute Temperatur
- w
- an einem System verrichtete Arbeit
[Bearbeiten] Mischungsentropie zweier idealer Gase gleichen Drucks und gleicher Temperatur
Reale Mischung:
Zwei Gase liegen zunächst räumlich getrennt und in jeweils der Hälfte des Endvolumens vor. Die beiden Behälter der Größe V/2 berühren einander, sind aber durch eine Wand getrennt. Dann wird die Wand entfernt und man lässt die
adiabatische Mischung der beiden Gase zu. Dann kommt es nicht nur zu einer Mischung der Gase, sondern auch zu einer Volumenausdehnung des einen Gases in das Volumen des jeweils anderen Gases.
[Bearbeiten] Entropie schwarzer Löcher Bekensteinformel
Ssl = Pi/2*c^3*Kb/(G*h)*Osl
- Ssl = Entropie eines
schwarzen Loches - Pi = Kreiszahl = 3,14...
- c = Lichtgeschwindigkeit
- Kb = Boltzmann Konstante
- G = Gravitationskonstante
- h = Plancksches Wirkungsquantum
- Osl = Oberfläche des Schwarzenloches (Horizont)
Die Formel stammt von
Jacob Bekenstein und wurde von ihm 1973 veröffentlicht. Quelle: J. D. Bekenstein, "Black holes and entropy", Phys. Rev. D 7:2333-2346 (1973).
[Bearbeiten] Tabellen und Diagramme
Wegen seiner großen Bedeutung für die Energiewirtschaft zählt Wasserdampf zu den am besten erforschten Stoffen innerhalb der Thermodynamik. Seine physikalischen Eigenschaften wurden durch Messungen und Berechnungen bestimmt und in umfangreichen Tabellenwerken, den so genannten Wasserdampftafeln, erfasst. In diesen Tabellen und Diagrammen finden sich sehr genaue Beziehungen zwischen der Temperatur und der Entropie des Wasserdampfes.
Siehe:
Tabelle mit chemischen Potenzialen und molaren Entropien Siehe:
[Bearbeiten] Schmelzwärme
Übernommen aus Wikipedia
Die spezifische Schmelzwärme bzw. spezifische Schmelzenergie bezeichnet die Menge Energie, die zum Schmelzen eines Stoffes benötigt wird, bezogen entweder auf die Stoffmenge (Einheit: Joule/mol) oder auf die Masse (Einheit Joule/Kilogramm). Wenn man den dazugehörigen Schmelzpunkt kennt, dann ist es einfach die spezifische Schmelzentropie zu berechnen.
Stoff Schmelzwärme (kJ/kg) Aluminium 398 Antimon 163 Bismut 55 Blei 25 Chrom 314 Eis 333,7 Eisen 268 Gold 63 Kadmium 54 Kalium 63 Cobalt 260 Kohlendioxid 180 Kupfer 205 Magnesium 373 Mangan 264 Natrium 113 Nickel 301 Phosphor 21 Platin 100 Quecksilber 11,3 Sauerstoff 13 Schwefel (monoklin) 38 Silber 105 Silicium 142 Wachs 176 Wasser 334 Wasserstoff 59 Wolfram 193 Zink 100 Zinn 59
[Bearbeiten] Extremwerte
Die Entropie eines reinen Stoffes in einer perfekten kristallisierten Form geht am absoluten Nullpunkt der Temperatur (- 273 Grad Celsius) gegen Null. Dabei kann der absolute Nullpunkt nie erreicht, sondern nur angenähert werden.
Die Entropie eines Wasserstoffgases z. B. bei 1000 Grad ist wie hoch?
Die Entropie im Urknall war wahrscheinlich sehr niedrig. Wie hoch?
Die Entropie des jetzigen Universums ist schätzungsweise wie hoch?
Die Entropie beim Wärmetod des Universums wird schätzungsweise wie hoch sein?
Entropiezuwachs und Energieverlust der Sonne
Energieaufnahme und -abgabe und Entropieaufnahme und Entropieabgabe der Erde
Die Entropie eines sicheren Ereignisses H = 0
Die Entropie eines unmöglichen Ereignisses H = 0
Die Entropie eines idealen Münzwurfes H = 1
Die Entropie einer fiktiven Lottoziehung 1 aus 1 Million Möglichkeiten H = 19,931568569324
Negative Werte der statistischen Entropie gibt es per Definition nicht.