Gitarre: einfache add9-Akkorde

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Die nächste Reihe von Akkorden wird hier nicht vollständig ausgeführt. Es gibt noch einige mehr Varianten als die hier gezeigten. So werden die Moll-add9 Akkorde hier nicht extra aufgeführt. Es ist auch gar nicht nötig, jede einzelne Variante zu kennen. Sobald man heraus hat, wie ein add9er Akkord gebildet wird, kann man sich die Akkorde auch selbst herleiten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wie bildet man Add9-Akkorde?

Man braucht für einen 9er-Akkord nur vom Grundton aus neun Töne weiter zählen und man hat den Ton, der noch zu dem Akkord mit hinzukommt. Aber anstelle neun Töne abzuzählen springen wir gleich im Gedanken acht Töne weiter und landen auf der Oktave, die genau so heißt wie der Grundton. Von der Oktave aus brauchen wir nur einen Ton weiterzuzählen und man landet auf dem entsprechenden Optionston. Ein Optionston ist ein Ton, den man zusätzlich zu einem Dur- oder Moll-Akkkord spielen kann, aber nicht unbedingt spielen muss.

Abzählhilfe
Image:Crd Bund 0-4.svg

Anders ausgedrückt: Wenn man die Grundtöne der einzelnen Akkorde kennt, braucht man nur zwei Bünde weiter zu gehen, und man hat den neunten Ton.

Image:Crd Cadd9 032030.svg Image:Crd Eadd9 022102.svg Image:Crd Fadd9 x03213.svg

Beim A9 funktioniert die einfache Regel nicht. Trotzdem ist dieser einfach zu greifen. Nach dem A kommt das H, und das erreicht man am einfachsten, wenn man die H-Saite leer lässt bzw. den Ringfinger des A-Dur anhebt.

Image:Crd Aadd9 002200.svg

[Bearbeiten] Wie klingen Add9-Akkorde

Dur-Add9 Akkorde können auch sehr gut mal alleine stehen bleiben. Sie drängen zwar weiter, doch geben sie keine Richtung vor. Sie haben also nicht so sehr das Bestreben aufgelöst werden zu müssen. Manchmal kann man sie als eine simple Verzierung einsetzen, oder ein anderes mal als Unterstreichung der gerade gesungenen Melodie.

Beispiel
C9 Yester- C day... (Beatles)

[Bearbeiten] Add9 ist Add2 ?

Wenn der zusätzliche Ton etwas tiefer ist, und noch mehr Akkordtöne oben drüber kommen, dann nennt man diesen Akkord eher add2 als Add9. Wenn man es ganz genau nimmt, so nimmt man dann Add2, wenn der zusätzliche Ton weniger als eine Oktave vom tiefsten Grundton (Bass) entfernt ist. Wenn er weiter als eine Oktave vom Grundton entfernt ist, dann nennt man diesen Add9. Doch wie schon bei den add4- bzw. add11-Akkorden sind die Gitarrenspieler bzw. die Liedbuchautoren dabei etwas inkonsequent.

Image:Crd Gadd2 3x0203.svg

Auch von den 2er- (bzw. 9er)-Akkorden gibt es eine Sus-Variante. Allerdings darf bei diesen Sus-Akkorden nie die Ziffer 2 bzw. 9 fehlen, denn sonst wäre es ein Sus4. Aber wie bei allen Sus-Akkorden fehlt die Terz, die Auskunft gibt, ob der Akkord ein Dur- oder Moll-Akkord ist.

Image:Crd Dsus2 x00230.svg Image:Crd Csus2 x3001x.svg

Klanglich unterscheiden sich die Sus2-Akkorde von den Sus4-Akkorden. Sus4-Akkorde haben ein stärkeres Bestreben aufgelöst zu werden, als Sus2-Akkorde. So kann ein Sus4-Akkord eher den Eindruck erwecken, dass die Melodie noch ein wenig weiterrollt, bevor sie dann zum Stillstand kommt, während ein Sus2-Akkord eher etwas ausbremsendes an sich hat. Doch dieses sind ganz subjektive Hörempfindungen, die jeder für sich selbst einmal ausprobieren kann.

Beispiel

Akkordfolge Dsus4 - D - Dsus2 - D [1]

[Bearbeiten] 2er bzw. 9er sind meist unproblematisch bei Dur-Akkorden

Bei Sus2 oder Add2-Akkorden muss man nicht so genau aufpassen, ob der zusätzliche Ton auch zur gerade gespielten Tonleiter passt. Bei einfachen Dur-Akkorden kann man den 2er bzw. den 9er-Ton problemlos einsetzen. Warum funktioniert das?


Beispiel

Der Ton "A", welcher als Optionston in dem Akkord G-add9 vorkommt, kommt ebenfalls in der Tonart C-Dur vor (G ist dort die Dominante).

C D E F (G) A (H) C (D) E F G (A) 

Ebenso kommt ein "A" in der Tonart G-Dur selbst vor (G ist dort die Tonika).

(G) A (H) C (D) E F# G (A) 

Und weiterhin kommt ein "A" auch in der Tonart D-Dur vor (G ist dort die Subdominante).

D E F# (G) A (H) C# (D) E F# G (A)

In allen drei Dur-Tonarten kommt ein G-Dur-Akkord vor, und in allen drei Tonarten kann man problemlos ein "A" spielen. Daher muss man bei 2er bzw. add9er-Akkorden in Dur nicht aufpassen wie beim Sus4-Akkord.

[Bearbeiten] 2er bzw. 9er sind problematisch bei Moll-Akkorden

Aufpassen muss man nur bei den Moll-Akkorden. Als Beispiel möchte ich den Em/add9 wählen. Also ein Em-Akkord, bei dem noch zusätzlich der Ton F# als Optionston mit erklinget. (Wo man den F# greifen muss, kann man beim Griffbild sehen.)

Der Akkord Em kommt in der Tonart C-Dur, G-Dur und D-Dur vor, aber der Ton F# kommt nur in der Tonart G-Dur und D-Dur vor. Zu der Tonart C-Dur gehört aber ein F und kein F#. Also kann man (von ein paar Außnamen mal abgesehen) üblicherweise keinen Em/add9 in der Tonart C-Dur spielen.

[Bearbeiten] 2er bzw. 9er sind problematisch bei der Dominante in Moll

Leider gibt es noch eine Ausnahme: Wenn man einen Em bei der Tonart A-Moll verwendet (Akkorde: Am Dm Em Am) kann man ebenfalls kein Em9 verwenden, da auch dort kein F#, sondern ein F verwendet wird. [2]

[Bearbeiten] Zusammenfassung

Bei Dur-Akkorden ist die 2 bzw. 9 meist problemlos als Optionston einsetzbar. Nur bei Moll-Akkorden und Molltonarten muss man ein wenig aufpassen, ob man die Sekunde (2) oder die None (9) einfügen kann.


ACHTUNG: Dieser Artikel bedarf dringend einer Überarbeitung oder Erweiterung. Wenn du Lust hast, beteilige dich daran!
Es werden noch passende Liedbeispiele gesucht.

Fußnoten
  1. Für das recht bekannte Beispiel Summer of '69 von Bryan Adams wird leider noch ein Barré-Akkord (Hm) benötigt. Das Intro mit der Akkordfolge D2 D D4 D D2 D - A2 A A4 A A2 A könnte man schon einmal üben. Weitere Beispiele auf der nächsten Seite.
  2. Besonderheiten bei Molltonarten:
    Wie wir schon öfter gehört haben, kann der Em-Akkord in der Moll-Tonart auch zu einem Dur-Akkord werden (Akkorde: Am Dm E7 Am). Bei Dur-Akkorden wurde ja gesagt, das man normalerweise den 9er-Intervall problemlos einsetzen kann. Der E7 hat als Dominante der Moll-Tonart aber noch nicht ganz seine Wurzeln vergessen und behält den Ton F der ursprünglichen A-Moll-Tonleiter bei. Also wird dort, wo bei einer Dur-Dominante einer Molltonart (z.B. Am Dm E(7) Am) eher ein Em/add9b gespielt, also ein E-Dur-Akkord mit einem zusätzlichen F und kein Em/add9 mit zusätzlichem F#. Wer genaueres dazu wissen möchte, der mache sich mit dem melodischen und harmonischen Moll und dort mit den Intervallen der Moll-Dominante vertraut.
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