Gotisch/ E

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[Bearbeiten] Der Fragsesatz

Die Frage kann im Gotischen auf drei Wegen ausgedrückt werden:

  1. ohne Anzeige, kann also nur aus dem Kontext erschlossen werden.
  2. durch Interrogativpronomina und Adverbien. Falls sich die Frage auf etwas bereits erwähntes bezieht, tritt an den Satzanfang das Wort an "denn".
  3. durch -u, das an das erste Wort des Satzes angehängt wird.

Die negative Frage kann ebenso mit drei Konstruktionen angezeigt werden:

  1. ohne Anzeige, nur mit der Negation ni: ni fraþjiþ, þatei... "Merkt ihr (denn) nicht, dass..."
  2. Wenn man eine bejahende Antwort vorraussetzt, wird ni durch niu ersetzt: niu þata ist sa timrja? "Ist das denn nicht der Zimmermann ?"
  3. Wenn man eine verneinende Antwort erwartet, setzt man ibai.


Die Antwort erfolgt in der Regel im ganzen Satz; nur selten wird ja "Ja" benutzt.

[Bearbeiten] Die indirekte Rede und der Akkusativ mit Infinitiv

Die indirekte Rede wird in der Regel wie im Deutschen mit þatei "dass" eingeleitet. Daneben gibt es noch den sogenannten Akkusativ mit Infinitiv:

"Ik qiþa þatei þu gaggis" = "Ich sage, dass du gehst"

wird zu

"Ik qiþa þuk gaggan" = wörtlich: "Ich sage dich gehen", richtig: "Ich sage, dass du gehst."

Manchmal kann der Infinitiv auch durch den Akkusativ des PPA ersetzt werden.

Wenn der vorangegangene Satz einer indirekten Rede negativ ist, im Optativ steht oder eine Frage, die Unsicherheit enthält, ist, steht die indirekte Rede im Optativ. Ebenfalls im Optativ stehen indirekte Fragen.

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