Klartraum: Einleitung

Aus Wikibooks
Wechseln zu: Navigation, Suche

 

- Inhaltsverzeichnis -

Einleitung | Traumerinnerung | Techniken | Verwendung | Weiterführende Literatur und Links | Glossar | Autoren

 

Willkommen in der Welt des Träumens![Bearbeiten]

Nun hast du die erste Seite dieses Buches aufgeschlagen. Als Erstes wird dir etwas über das Träumen allgemein erzählt und dann über das Klarträumen. Es ist wichtig, das Grundwissen zu haben, um sich dann tiefer mit dem Thema beschäftigen zu können. Dir sollte klar werden, ob du nun wirklich klarträumen oder nur etwas über das Thema lesen möchtest. Klarträumen macht viel Spaß, und die Autoren glauben, dass auch du wahrscheinlich Gefallen am Klarträumen finden wirst. Wir können dich aufmuntern: Jeder, der sich mit diesem Thema ernsthaft auseinander gesetzt hatte, kam auch zu einem ersten Klartraum. Die Chancen für dich stehen also gut. Viel Spaß beim Lesen dieses Buches! Aber sei vorsichtig, das Klarträumen kann anstrengend sein. Manchmal ist dein Schlaf auch nicht erholsam. Also sei wachsam!

Über das Träumen[Bearbeiten]

Wieso träumen wir? Was bedeuten Träume?

Der Traum ist eine Art von meist unbewusster geistiger Tätigkeit, deren biologischer Sinn noch nicht voll verstanden wurde. Sowohl Menschen als auch höhere Tiere träumen. Ohne Träume scheint die psychische und körperliche Gesundheit zu leiden. Man nimmt an, dass das Träumen eine Funktion des Gedächtnisses ist.

Die meisten Träume bleiben unbewusst. Beim Aufwachen kann jedoch der letzte Trauminhalt ins Bewusstsein dringen. Der Traum wird meistens während des Schlafes erlebt, manchmal auch im Wachzustand als Wachtraum bzw. Tagtraum. In einer überwiegenden Zahl der Fälle ist der Träumer nicht in der Lage, zwischen Traum und Realität zu unterscheiden. Er akzeptiert den Traum als Realität, gleich wie absurd sich die einzelnen Traumelemente darstellen. Es ist jedoch möglich, sich während des Traumes bewusst zu werden, dass es sich um einen Traum handelt; dieser Zustand wird Klartraum oder auch luzider Traum genannt.

Der Traum setzt sich über Grenzen von Zeit, Ort und Naturgesetzen hinweg; er ermöglicht die Begegnung mit Verstorbenen, Welt- und Zeitreisen, verleiht Tieren Sprache und dem Träumenden besondere Kräfte. Dabei findet der Traum nach Ansicht der meisten Menschen ausschließlich im Geiste des Träumers statt. Einige Menschen gehen allerdings davon aus, dass Träume eine eigene Realität besitzen.

Kleine Kinder träumen meist von Spielen oder Tieren und sind dabei sehr aktiv. Bei Mädchen sind Kontaktaufnahme und „Happy End“ häufiger als bei Jungen, die eher von unangenehmen, konfliktbehafteten Themen träumen. Bei Heranwachsenden nehmen bizarre Züge in den Träumen zu.

Während des Einschlafens verliert man zunächst die Kontrolle über den Gedankenablauf, dann entschwindet die Raum-Zeit-Orientierung, schließlich treten Traumbilder auf, die normalerweise als wirkliches Geschehen empfunden werden. Träume kommen in allen Phasen des Schlafes (Einschlafen, Aufwachen, REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf) vor. Allerdings berichten Probanden am häufigsten von lebhaften Träumen, wenn sie direkt aus dem REM-Schlaf geweckt werden. Erwacht man hingegen aus dem Tiefschlaf, mangelt es an Orientierung und am Erinnerungsvermögen. Die Erinnerung an die Traumgeschehnisse verblasst nach dem Erwachen üblicherweise binnen etwa 5–10 Minuten, sofern sie nicht durch eine Aufzeichnung festgehalten werden oder der Träumer sich den Inhalt bewusst macht.

Der Traum ist ein biologisch sinnvoller Vorgang, der zur Unterstützung der Funktionalität des Nervensystems wesentlich beiträgt. Eine ebenso große Bedeutung des Traumes erkennt man heute auch für die Aufrechterhaltung der emotionalen Ausgeglichenheit und allgemein der psychischen Gesundheit. In vielen Kulturen nahm man an, dass die Seele im Schlaf den Körper verlässt. Seit der Neuzeit wird der Trauminhalt als Teil der Seele aufgefasst. Das Traumerleben kann für Wachtätigkeiten nützlich sein, daher kommt auch der sprichwörtliche Ausdruck, „ein Problem zu überschlafen“. Außerdem eignen sich Träume sehr gut dazu, über sich selbst, seinen Körper, seine Begierden, seine Gefühle, seine Erinnerungen und sein intuitives Wissen mehr zu erfahren (Traumdeutung). Das Erkennen von Zusammenhängen und wiederkehrenden Traumelementen wird durch die Aufzeichnung in einem Traumtagebuch erleichtert.

(Quelle: Wikipedia)

Mehr Informationen über die Bedeutung von Träumen findest du im Kapitel Traumerinnerung.

Ich träume sowieso nie!

Doch, tatsächlich träumst du – du kannst dich aber an keinen einzigen Traum erinnern. Im Kapitel Traumerinnerung kannst du herausfinden, wie man sich seine Träume wieder ins Gedächtnis rufen kann.

Über das Klarträumen[Bearbeiten]

Klarträumen ist im Wesentlichen, einen Traum zu haben und sich dabei bewusst zu sein, dass man träumt. Wenn man sich in einem Klartraum befindet, hat man mehr Kontrolle über seinen Traum – es ist so, als wäre man der Regisseur eines eigenen Films. Klarträume wurden durch folgenden Versuch von Stephen LaBerge wissenschaftlich belegt: Er verwendete ein Gerät, um die Augenbewegungen während des Schlafes aufzuzeichnen (diese sind exakt die gleichen wie die Augenbewegungen im Traum). Durch vorher ausgemachte Augenbewegungen konnte der Klarträumer mit der „wachen Welt“ in Kontakt treten und so den Forschern mitteilen, dass er bei vollem Bewusstsein träumte. Für weitere Informationen zu diesem oder anderen Experimenten, ist sein Buch „Exploring the World of Lucid Dreaming“ (ISBN im Kapitel Weiterführende Literatur) empfehlenswert.

Hier sind einige der Gründe, luzid träumen zu wollen:

  • Einfach zum Spaß! In einem Klartraum frei zu schweben, ist ein erheiterndes Gefühl. Luzide Träume sind allgemein stärker und lebendiger als nicht-luzide Träume. Man kann sie benutzen, um sich nach einem anstrengenden Tag zu entspannen.
  • Sich in ein Tier zu verwandeln oder Superkräfte zu besitzen, ist ein einmaliges Erlebnis, das anders nicht zu erreichen ist.
  • Man kann Sex haben, mit wem man will … selbst Hollywoodstars werden willig.
  • Ein großer Teil des Trainings fürs Klarträumen besteht in der – für viele wünschenswerten – Verbesserung der Traumerinnerung.
  • Wenn du besonders an Träumen interessiert bist – entweder spirituell oder als Psychologe – kann das Klarträumen bei Untersuchungen in dieser Richtung helfen.
  • Wer Schriftsteller ist oder, z. B., eine Welt für ein Computerspiel entwirft, dem kann Klarträumen helfen, zu visualisieren, was man erschaffen will. Man könnte seine Charaktere beispielsweise fragen, wie sie über bestimmte Dinge denken oder was sie denken, was als nächstes geschehen könnte.
  • Einige Leute komponieren sogar Musik in ihren luziden Träumen.
  • Für das Trainieren und Verbessern von Bewegungsabläufen, beispielsweise für eine Sportart, können Klarträume hilfreich sein.
  • Klarträume können realistisch genug sein, um für eine Ansprache oder einen Auftritt zu proben.
  • Man kann vergangene Träume und Erfahrungen erneut erleben.
  • Klarträume können bei Trauminterpretationen oder bei der Kommunikation mit dem Unterbewusstsein helfen.

Häufige Fragen und Probleme und die Antworten dazu[Bearbeiten]

Nun kommen wir zu weiteren Fragen, die du jetzt wahrscheinlich noch hast. Hier sind häufige Fragen mit den dazugehörigen Antworten für dich aufgelistet. Damit du schnell zum passenden Thema findest, sind die Antworten nicht in einem längeren Text versteckt, sondern es werden Teilüberschriften verwendet.

Ich kann meine Träume nicht kontrollieren.

Das kommt eigentlich nicht sehr oft vor, höchstens in Albträumen. Meist gaukelt einem das Gedächtnis vor, man hätte keine Kontrolle. Hat man in seinem Klartraum einen Körper, wird man ihn fast immer kontrollieren können. Speziellere Fähigkeiten könnten einem allerdings unter Umständen verwehrt bleiben, obgleich die meisten Menschen im Klartraum kein Problem mit hohen Sprüngen oder dem Fliegen haben.

Allerdings können Teile des Gehirns beim Träumen weniger aktiv sein, was zu unlogischen Schlussfolgerungen führen kann und manchmal zu Entscheidungen, die man später bereut. Beispielsweise entscheidet man sich, einen Klartraum weiterzuführen, obwohl man weiß, dass später nur die Hälfte davon im Gedächtnis bleiben wird. Wacht man schließlich auf, wünscht man sich, den Traum abgebrochen zu haben. Ein anderes Beispiel: Jemand träumte, er säße neben Mutter Theresa und wunderte sich darüber, dass sie noch lebte. Aber sie saß „direkt lebendig“ neben ihm, also „schloss“ er daraus, dass dies kein Traum sein könne.

Ist das Klarträumen mit paranormalen Phänomenen verbunden?

Es gibt verschiedene Ansichten darüber. Einige Leute behaupten, sie hätten ihre Träume gemeinsam mit anderen erlebt oder Vorsehungen gehabt.

Wie lange dauert es, bis man das Klarträumen beherrscht?

Das hängt stark von der Person und den Umständen ab. Manche Menschen haben luzide Träume kurz nachdem sie davon – meist zufällig – erfahren haben, während es bei anderen Monate dauern kann. Wenn man nicht genug schläft oder nach der Arbeit zu erschöpft ist, um die Techniken anzuwenden, kann es sehr lange dauern, besonders dann, wenn man denkt, dass es lange dauern wird. Es hängt auch davon ab, wie sehr man sich bemüht. Trotz alledem ist jeder in der Lage, klarzuträumen.

Ich glaube, ich träume ohnehin luzid. Kann das vorkommen?

Es kommt ziemlich selten vor, dass man regelmäßig Klarträume hat, obwohl die meisten Menschen gelegentlich den ein oder anderen erleben. Wenn du die Häufigkeit deiner Klarträume erhöhen möchtest, solltest du weiterlesen; ansonsten kannst du direkt zum Kapitel Verwendung springen um dir einige Ideen für deine Klarträume zu holen.

Ich hatte einen Traum – und woran erkenne ich nun, dass er luzid war?

Hauptsächlich ist ein Klartraum dadurch gekennzeichnet, dass man irgendwann währenddessen weiß, dass man träumt. Auch wenn man für eine Sekunde luzid träumt und dann wieder zurückfällt, ist es technisch gesehen ein Klartraum. Das kann allerdings auch ein wenig irreführend sein. Manchmal träumt man davon, dass man einschläft und einen Klartraum hat. Man denkt dann oft, dass man demnächst einen richtigen Klartraum haben wird, weil man viel über Klarträume nachdenkt. Folgende Übersicht kann helfen:

Merkmale eines Klartraums Merkmale eines Normaltraums
  • Man macht einen Realitätscheck (siehe Kapitel „Techniken“), der negativ ausfällt.
  • Man sagt Traumcharakteren, dass man träumt, oder behandelt sie, als ob man träumt.
  • Der Traum lässt sich stabilisieren (siehe Stabilisierung von Träumen)
  • Versuche zu fliegen oder durch einen Spiegel zu laufen, direkt nachdem man bemerkt hat, dass man klar träumt, gelingen.
  • Man erlebt ein Gefühl des freien Falls.
  • Man erwacht, nachdem man festgestellt hat, dass man träumt.
  • Man träumt, dass man träumt.
  • Man behandelt Traumcharaktere wie reale Personen.
  • Man erinnert sich ungewöhnlich schwach an den Traum, nachdem er (scheinbar) luzid wurde.
  • Unlogische Teile des Traums werden nicht als solche erkannt.

Ähnliche Techniken[Bearbeiten]

Ich beherrsche Astralprojektion, sollte ich das Klarträumen lernen?

Unter Umständen nicht. Wenn du oft eine „Traumwelt“ besuchst, nachdem du deinen Körper verlassen hast, ist dies gleichzusetzen mit dem Einleiten von Klarträumen im Wachzustand. Man sollte im Auge behalten, dass viele Menschen glauben, „Astralprojektion“ oder „außerkörperliche Erfahrungen“ seien eigentlich Klarträume. Ob diese Phänomene nun real oder nur kreativer Inhalt des Traums sind: das Klarträumen wird die Abwechslung deiner Erfahrungen erweitern.

Ich beherrsche Selbsthypnose, sollte ich das Klarträumen lernen?

Auch hierbei eher nicht. Wenn du oft eine „Traumwelt“ besuchst, ist das im Grunde ein Einleiten von Klarträumen im Wachzustand.

Wenn diese Methoden sich so ähneln, warum sollte man dann gerade das Klarträumen lernen und nicht Selbsthypnose oder astrale Projektion?

Hier sind einige Gründe:

  • Klarträumen ist etwas, das jeder versteht, und wovon nicht wenige bereits gehört haben. Selbsthypnose ist nicht vollständig erforscht, und keine einzige Theorie über astrale Projektion wird von deren Anwendern akzeptiert.
  • Einige Leute haben negative Assoziationen beim Wort Hypnose. Obwohl diese Mythen aus Büchern und Filmen entspringen, bleiben einige ängstlich gegenüber Hypnose.
  • Im Gegensatz zu Selbsthypnose gibt es zum Klarträumen viel kostenloses Material (z. B. dieses Buch hier).
  • Wer bereit ist Geld auszugeben, kann sich Hilfsmittel fürs Klarträumen beschaffen. Für gewöhnlich sind dies Geräte, die ein Licht- oder Geräuschsignal abgeben, kurz nachdem die REM-Phase erkannt worden ist. Hypnose-Tonbänder zielen eher auf Selbstverbesserung ab, und man kann nicht entscheiden, was man in Trance tut.
  • Wenn man nicht an paranormale Phänomene glaubt, ist es einfacher, Bücher über das Klarträumen oder Selbsthypnose zu lesen als über Astralprojektion.
  • Man würde ohnehin schlafen, also braucht man keine zusätzliche Zeit zum Aufwachen einzuplanen.

 

- Inhaltsverzeichnis -

Einleitung | Traumerinnerung | Techniken | Verwendung | Weiterführende Literatur und Links | Glossar | Autoren