Mathematik: Algebra: Körper
Aus Wikibooks
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Grundlagen
[Bearbeiten] Körper
Definition: Eine Menge K mit zwei Verknüpfungen
heißt Körper im Zeichen
, wenn folgendes gilt:
- (K1) (K, + ) ist eine kommutative Gruppe
- (K2)
ist ebenfalls eine abelsche Gruppe - (K3) Es gelten die Distributivgesetze, also ist für
und 
Dabei werden die neutralen Elemente von (K, + ) mit 0 und von
mit 1 bezeichnet. Das zu
inverse Element wird mit a - 1 oder mit 1 / a bezeichnet. Für
schreibt man a / b = ab − 1 = b − 1a. Das inverse Element zu
ist - a.
Kurz gesagt: Ein Körper ist ein kommutativer Ring mit Einselement, in dem jedes von 0 verschiedene Element ein multiplikatives Inverses besitzt.
Beispiele:
- Die rationalen, reellen und komplexen Zahlen
bilden jeweils einen Körper.
ist kein Körper, da z.B. 2 kein multiplikatives Inverses besitzt
ist ein Körper. Allgemeiner ist
genau dann ein Körper, wenn p Primzahl ist.
Aus dieser Definition lassen sich weitere Eigenschaften eines Körpers herleiten.
Ein Körper ist nullteilerfrei, denn aus ab = 0 und
folgt durch Multiplikation mit a - 1, dass b = 0.
Definition: Sei K ein Körper. Existiert eine die kleinste natürliche Zahl n, für die gilt
, so heißt char(K)=n die Charakteristik von K. Gibt es keine solche Zahl, so setzt man char(K)=0.
[Bearbeiten] Vektorräume
Definition: Eine Menge V mit zwei Verknüpfungen
heißt Vektorraum über dem Körper K, falls gilt:
- (V1) (V, + ) ist eine abelsche Gruppe
- (V2) (ab)v = a(bv) für alle

- (V3) (a + b)v = av + bv für alle

- (V4) a(v + w) = av + aw für alle

Die Elemente von K werden in diesem Zusammenhang als Skalare bezeichnet, die Verknüpfung
heißt Skalarmultiplikation.
Beispiele:
- Die Menge Kn der n-Tupel bildet einen Vektorraum über K. Hierbei ist die Addition komponentenweise definiert und die Skalarmultiplikation durch
.
- Der Polynomring K[X] ist ein Vektorraum über K.
Definition: Erzeugendensystem, linear-unabhängig, Basis
Satz: Je zwei Basen eines Vektorraums haben die gleiche Elementanzahl.
Definition: Dimension
[Bearbeiten] Körpererweiterungen
Definition: Eine Teilmenge K eines Körpers L heißt Teilkörper von L, wenn K mit der Addition und Multiplikation von L selbst ein Körper ist.
Definition: Sei L ein Körper, K ein Teilkörper von L. Dann heißt L Erweiterungskörper von K und der Zusammenhang L/K wird als Körpererweiterung bezeichnet.
Beispiel:
ist eine Körpererweiterung.
Definition: Sei L/K eine Körpererweiterung,
eine Menge von Elementen. Dann bezeichnet K(M) den kleinsten Teilkörper von L, der alle Elemente aus M enthält, genannt die durch Adjunktion von M erzeugte Körpererweiterung von K.
Definition: Eine Körpererweiterung heißt endlich erzeugbar, wenn M endlich ist. Man schreibt dann mit
für die Körpererweiterung 
Definition: Eine Körpererweiterung heißt einfach, wenn sie von einem Element erzeugt werden kann.
Definition: Sei L/K eine Körpererweiterung. Dann heißt die Dimension von L als K-Vektorraum Grad der Körperweiterung von L über K. Körpererweiterungen mit endlichem Grad heißen ferner endlich (nicht zu verwechseln mit endlich erzeugt).
Definition: Sei L/K eine Körpererweiterung. Ein Element
heißt algebraisch über K, wenn es Nullstelle eines normierten Polynoms mit Koeffizienten aus K ist. Anderenfalls nennt man l transzendent über K. Sind alle
algebraisch über K, so spricht man von einer algebraischen Körpererweiterung.
Beispiele:
- Die Körpererweiterung
ist algebraisch und vom Grad 2. - Die Körpererweiterung
ist nicht algebraisch und eine unendliche Körpererweiterung.
Satz: Es gilt K(a)=K[a] genau dann, wenn a algebraisch über K ist.

