Über optische Täuschungen und Fälschungen von UFO-Bildern

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Dieses Buch steht im Regal Kunst.

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Einleitung[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Fotos zu fälschen. Besonders beliebt scheint das Fälschen von UFO-Fotos zu sein. Manche Techniken benötigen spezielle Kameras oder auch irgendeinen fliegenden Gegenstand. Welche Technik angewandt wird, hängt davon ab, ob ein UFO am Taghimmel oder ein UFO am Nachthimmel abgebildet werden soll.

Sicht[Bearbeiten]

Das menschliche Auge
Optische Täuschung: Alle waagrechten Linien sind exakt parallel
Pareidolia: Das „Gesicht vom Mars“. Später Aufnahmen von anderen Winkeln hatten diese Illusion nicht.

Dieses Kapitel beschreibt die Grundlagen der menschlichen Sicht und typische Phänomene, die im Zusammenhang mit Sicht auftreten. Besonderes Augenmerk soll hierbei gelegt werden auf Phänomene, die im Zusammenhang mit UFO-Sichtungen/Aufnahmen eine Rolle spielen können. So kann z. B. ein fehlgedeuteter und fotografierter Punkt am Himmel eine beeindruckende UFO-Sichtung darstellen.

Im wesentlichen besteht das Sichtsystem des Menschen aus dem Auge mit der Netzhaut und dem visuellen Kortex im Hinterkopf, die durch den Sehnerv verbunden sind. Dieser Abschnitt ist bewusst kurz gehalten und soll nur die wichtigsten Informationen zusammenfassen.

Auge
Entspricht in seinem wesentlichen Aufbau einer Kamera, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Es besitzt eine lichtundurchlässige Umhüllung, eine Blende (die Iris, der Teil, der die "Augenfarbe" zeigt), eine Linse, die mit Muskeln fokussiert werden kann, einen transparenten Strahlgang und eine lichtempfindliche Bildebene. Die Blende (Iris) ist nicht völlig lichtundurchlässig, sie besitzt schmale radiale Lücken, die der Grund dafür sind, dass man punktförmige Lichtquellen als "Sterne" wahrnimmt. Im Strahlgang ("Glaskörper") treiben manchmal kleine Gewebefetzen umher, die gelegentlich hinter der Linse schwimmen und Wahrnehmungen verursachen können, die nicht eingeordnet werden können.
Optische Täuschungen
Optische Täuschungen sind Trugwahrnehmungen, die im visuellen Cortex entstehen. Die hier beschriebenen sind im Vergleich zu den bekannten eher subtil, jedoch für UFO-Sichtungen manchmal unerlässlich.
Pareidolia
Griechisch "para" = "neben", "eidolon" = "bild". In uneindeutigen Situationen (rauschen) tendiert das Sichtsystem dazu, bekannte Bilder, insbesondere Gesichter, wahrzunehmen. Pareidolia ist nur schwer von echten Wahrnehmungen zu unterscheiden.
Autokinese
Helle, kleine Objekte vor uneindeutigen Hintergründen, die lange angestarrt werden, scheinen sich nach einiger Zeit zu bewegen. Der Grund hierfür sind die natürlichen Ruckbewegungen des Auges ("Sakkaden"), die wir nicht bewusst wahrnehmen.

Fotografie[Bearbeiten]

Aufbau einer Fotokamera
„Lens flares“ verursacht durch die Sonne
Bild zur Demonstration der Chromatischen Aberration
Detail 1: kein Farbsaum an radialer Struktur
Detail 2: komplementärer Farbsaum an komplementärem Kontrast

Dieses Kapitel soll einige Grundlagen der Fotografie erklären, die zumeist sowohl auf digitale als auch auf Filmfotografie zutreffen. Zuerst wird der Aufbau einer Kamera erörtert. Eine Kamera besteht aus folgenden Teilen. Je nach Zweck und Modell der Kamera können einzelne Teile hinzugefügt werden:

  1. Lichtundurchlässiges Gehäuse
  2. Linse
  3. Blende
  4. Lichtempfindliche Fläche (Mattscheibe, Film oder Chip) / Bildebene
  5. Bildachse
  6. Objekt
  7. Abbildung des Objektes
Gehäuse
Das Gehäuse einer Kamera ist meist aus Metall oder Kunststoff gefertigt und muss lichtundurchlässig sein, damit das Bild ohne Störungen aufgenommen werden kann. Die Lichtundurchlässigkeit wird bei Filmkameras durch passgenaue Fertigung gewährleistet, die sicherstellt, dass kein Licht durch die Filmklappe eindringt, und dass der eigentliche Strahlengang (durch Linse und Blende) während der meisten Zeit verdeckt ist.
Linse
Linsen bestehen aus einem stark lichtbrechenden Material (in der Regel Glas), das in besonderer Weise geschliffen wird, so dass Licht, das von einem Punkt ausgeht, auf einen Punkt auf der anderen Seite gebündelt wird. Im Falle eines (gedachten) unendlich weit entfernten Ursprungspunktes (in der Realität: z. B. die Sonne) ist dieser andere Punkt ein Brennpunkt der Linse. Licht von Punkten näher an der Linse wird auf Punkte näher an der Linse gebündelt. Dies erklärt, warum zur Erzeugung eines scharfen Bildes die Linse in die richtige Position gebracht werden muss (Fokus): Licht, das von Punkten des fotografierten Objekts ausgeht, soll in der fest angebrachten Bildebene gebündelt werden. Die allermeisten Linsen bilden Objekte nahe der optischen Achse heller ab als weit davon entfernte.
In echten Kameras werden aus verschiedenen Gründen Kombinationen mehrerer Linsen eingesetzt, im wesentlichen verhalten diese sich jedoch wie eine einzelne Linse.
Blende
Die Blende befindet sich in der Nähe der Linse und erfüllt zwei wesentliche Funktionen: zuerst kann man, durch meist stufenweises Öffnen und Schließen, die Lichtmenge regeln, die auf die Bildebene trifft. Da die Blende sich sehr nah bei der Linse befindet, wird hierbei keinesfalls die Blendenöffnung auf die Bildebene abgebildet, sondern das gesamte Bild von einer Helligkeitsänderung betroffen. Eine weitere Auswirkung ist, dass eine kleine Blendenöffnung eine höhere Schärfentiefe hat: der Entfernungsbereich, in dem Objekte scharf abgebildet werden, wächst mit kleinerer Blendenöffnung.
Bildebene
Nachdem nun in der Bildebene ein scharfes Bild erzeugt wurde, kann dieses mittels lichtempfindlicher Materialien aufgenommen werden. Bei Filmkameras wird hierzu ein Filmstreifen in der Bildebene geführt, und für kurze Zeit enthüllt (Belichtung). Hierzu sind meist zusätzliche Vorkehrungen erforderlich, etwa eine weitere Blende, die sowohl vollständig geschlossen werden, als auch für genau definierte Zeit geöffnet werden kann.
Im Fall der digitalen Kameras werden lichtempfindliche Chips verwendet. Über diesen wird zugleich eine Sucherfunktion realisiert, so dass die Anbringung einer Belichtungsblende zunächst unsinnig erscheint. Es stellt sich jedoch heraus, dass mit einer solchen zweiten Blende die Bildqualität erhöht werden kann.
Gehäuse
Das eigentliche Gehäuse der Kamera kann, z.B. weil es beschädigt wurde, lichtdurchlässig werden. Das bedeutet für eine Filmkamera meist einen Totalverlust, da der Film ja dauernd offen in der Bildebene liegt, und so von einfallendem Licht belichtet wird, und Bilder darauf zerstört werden.
Ebenfalls in diese Kategorie eingeordnet wird ein Problem, das auftritt, sobald eine helle Lichtquelle nahe dem fotografierten Objekt steht. Deren Licht kann im inneren des Objektivs reflektiert werden und so ungewollt ein Bild der Lichtquelle (oder gar des inneren des Objektivs) in die Bildebene abbilden ("Lens Flares").
Bildebene
Neben einer fehlerhaften Ausrichtung der Bildebene, die Unschärfen und Verzerrungen bewirkt, kommen hier Eigenheiten des Bildspeichers zum Tragen.
Film
In der analogen Fotografie bestehen Filme aus Zelluloid, in das kleine Körnchen Silberjodid eingebracht werden. Silberjodid wird während der Belichtung stellenweise in Silber und Jod aufgeteilt. Durch die Entwicklung werden nun Körnchen, die belichtet wurden, in einem katalytischen Vorgang weiter geschwärzt. Nach einiger Zeit würde das gesamte Bild schwarz, so dass die Entwicklung durch ein "Stoppbad" abgebrochen werden muss. Danach muss noch vorhandenes Silberjodid deaktiviert werden, das Bild wird "Fixiert".
Der Entwicklungsvorgang wird durch die Grenzen der Körnchen aufgehalten, so dass die Lichtempfindlichkeit eines Films direkt von der Korngröße abhängt. Große Körner bedeuten hohe Lichtempfindlichkeit.
Wenn ein Film stark vergrößert wird, treten diese Körner hervor und scheinen Details zu zeigen, die nicht wirklich da sind. Weiterhin können einzelne Körnchen trotz Belichtung und Entwicklung hell bleiben und einen sogenannten "Stern" bilden.
In der digitalen Fotografie werden die Bilder durch CCD-Sensoren aufgezeichnet.
Blende
Die Form der Blendenöffnung (das sog. "Bokeh") hat keinen Einfluss auf die scharfe Abbildung, so dass hier relativ viele verschiedene Formen anzutreffen sind. Diese Form kann in besonderen Situationen auf die Bildebene abgebildet werden, etwa wie oben, beim Lens-Flare, oder bei der unscharfen Abbildung.
Chromatische Aberration
Linsen sind prinzipiell nicht perfekt, da sie Licht unterschiedlicher Wellenlänge (Farbe) unterschiedlich stark brechen. Dieser Effekt bewirkt Farbsäume, die radial zum Bildmittelpunkt laufen (und somit an Strukturen entstehen, die tangential zu Kreisen um diesen liegen).
Außerdem bilden reale Linsen nur Geraden, die durch den Bildmittelpunkt laufen, auf Geraden ab, alle anderen Geraden werden etwas verkrümmt (besonders bei Weitwinkelobjektiven). Eindeutig als (jedoch nicht vermeidbaren) Defekt einzuordnen ist, dass die Linsenachse nie perfekt an der optischen Achse ausgerichtet werden kann. Im Extremfall bewirkt dies Verzerrungen und Unschärfen.
Weiterhin zerkratzen Linsen im Laufe der Zeit, was einen Verlust an geordnet abgebildeten Licht bewirkt, und somit das Bild stört in anderen Worten: Das Bild wird partiell unschärfer. Defekte und Imperfektionen der Linse können kaum mit UFOs verwechselt werden, sind aber Eigenschaften, die bei einer genauen Untersuchung von Bildern unweigerlich hervortreten.

Kameras sind keinesfalls perfekt, sondern weisen Eigenheiten auf, deren Vorhandensein Prinzip-bedingt ist oder einen Defekt darstellt. Aufnahmen, auf denen die Auswirkungen solcher Eigenheiten zu sehen waren, werden oft für "echte" Aufnahmen von UFOs, Geistern und so weiter ausgegeben.

Möglichkeiten der Fälschung von UFO-Bildern[Bearbeiten]

UFO am Taghimmel[Bearbeiten]

Ein UFO aus Pappe

Man schneidet ein kleines ellipsenförmiges Gebilde aus Pappe aus und klebt dies auf eine Fensterscheibe. Anschließend fotografiert man aus dem Fenster mit auf unendlich eingestellter Kamera aus dem Fenster.

Hochwerfen von Radkappen[Bearbeiten]

Es ist auch möglich UFO-Fotos zu fälschen, in dem man durch die Luft geworfene Radkappen, Teller oder ähnliche Gegenstände fotografiert. Allerdings sind gute Resultate Übungs- und Glückssache.

UFO am Nachthimmel[Bearbeiten]

Reflexion auf Fensterglas

Mit einer Kamera, die Doppelbelichtungen zulässt, gibt es viele Möglichkeiten. Man fotografiert unscharf und überbelichtet den Mond oder mit starker Unterbelichtung eine geeignete Lampe und macht dann auf das Bild ein zweites Bild zum Beispiel von einer nächtlichen Landschaft. Hierbei ist zu achten, dass das "UFO" auch am Himmel steht.

UFOs am Computer entwerfen[Bearbeiten]

Ein „UFO“

Will man UFOs am Computer entwerfen, wäre etwa an das freie 3D-Modellierungs- und Animationsprogramm Blender zu denken.

Sonstiges[Bearbeiten]

Alternativ kann man natürlich auch warten, bis ein echtes UFO vorbeifliegt, und dieses dann abfotografieren! ;)