Anorganische Chemie für Schüler/ Erste Grundlagen

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Was ist Chemie? - Eine Experimentalwissenschaft

Der Chemie-Nobelpreisträger  Linus Pauling (1954) soll einmal gesagt haben:
Linus Pauling
„Chemie ist die Wissenschaft von den Stoffen, von ihren Eigenschaften und den Umwandlungen, durch die neue Stoffe entstehen.“
Quelle: unbekannt

Betrachtet man zum Beispiel verschiedene Gegenstände, wie Kunststoffbecher, Arzneimittel, Glas, Metalllöffel, Gebäck, Papier, so kommt man schnell zu dem Schluss, dass es Tausende verschiedener Werkstoffe geben muss.

Dabei muss man aber aufpassen, dass man nicht die Eigenschaften der Stoffe betrachtet, die sie nur aufgrund einer bestimmten Form haben: aus Eisen gibt es das scharfe Messer, die elastische Feder, den spitzen Nagel.

Aber was hat das alles mit Chemie zu tun? Das folgende Schema zeigt eine Übersicht über die Bedeutung der Chemie im Alltag.

Mindmap Was ist Chemie?
Chemie beschäftigt sich mit den Eigenschaften aller Stoffe und den Möglichkeiten sie umzuwandeln. Eisen rostet, Gestein verwittert, Holz verrottet, Papier brennt usw.

Zum Verständnis dieser Vorgänge, auch um sie nutzen zu können, führt man Experimente durch.

→ Stoffe vergehen - andere Stoffe entstehen.
→ dazu muss die Chemie Experimente durchführen.

Vorgehensweise beim Experimentieren

Zu Beginn geht man von einer Fragestellung aus, anschließend entwickelt man dazu ein Experiment, um die Frage richtig beantworten zu können. Dann musst Du die Beobachtung, die Du während des Experimentes gemacht hast, aufschreiben und untersuchen, was die Gründe für Deine Beobachtungen sein könnten. Später leitest Du für das Gesehene eine logische Schlussfolgerung ab, welche im besten Fall einen allgemeinen Sachverhalt erklärt oder beschreibt.

Danach stellst Du Dir eventuell zu der vorausgegangenen Fragestellung eine neue, genauere Frage, die Du mit Hilfe eines Experimentes beantworten möchtest, um genauere Werte zu erhalten.

Kurz: Fragestellung/Problemstellung → Experiment → Beobachtung → Schlussfolgerung (→ neue Frage / genauere Frage)

Laborordnung

  1. Schüler dürfen den ................. nur in Begleitung des Fachlehrers betreten.
  2. Mäntel, Jacken und Kleider dürfen nicht auf dem ....................... liegen Brandgefahr"
  3. Kleidung mit weiten Ärmeln, Halstücher und Schals sowie lange Haare sind ......................, vor allem wenn eine .......................... in der Nähe ist.
  4. Gasgeruch sowie Beschädigungen an Gas- oder elektrischen Steckdosen sowie an Geräten oder anderen Gefahrstellen sind dem Lehrer sofort zu melden.
  5. Das Experiment wird vom Lehrer erst .................. , dabei wird zugehört, dann fragt der Lehrer, ob es noch Fragen gibt, erst danach darf man Aufstehen und mit dem Experimentieren anfangen.
  6. Die Experimentieranleitungen stets genau beachten. Sie dienen Deiner ........................ . Wenn ein Schüler nicht zuhört, kann er aus ..................................... nicht am Experiment teilnehmen
  7. Zu Beginn des Experimentes kontrollieren alle Schüler, ob die .............................. verschlossen sind.
  8. Bei allen Versuchen wird die ........................... getragen.
  9. Während des Experimentes und auch danach wird am .............. geblieben und aufgepasst. Umherlaufende Schüler stören die anderen und den Lehrer. Außerdem blockieren sie die ...............................
  10. ................................und das Essen im Chemieraum sind zu Deinem Schutz verboten
  11. Halte niemals Dein ...................... über die Öffnung von Gefäßen!
  12. Halte die Öffnung von ................................... stets fern von Mitschülern
  13. Wische alle Flüssigkeitsreste gut und gewissenhaft ab!
  14. Niemals Chemikalien mischen, ohne vorher den Lehrer zu fragen. Es können unvorhergesehene ............................ stattfinden große Gefahr!
  15. Gieße Flüssigkeiten so aus den Flaschen, dass keine Tropfen am Gefäß herunter laufen (.........................)
  16. Nach Versuchsende wird in der Regel erst ........................und ......................... (Reagenzgläser mit der Bürste!). Das heißt nicht, dass die Stunde beendet ist. Danach wird immer der Versuch ausgewertet.
  17. Chemikalienreste werden nur nach den Anweisungen des Lehrers ...................
  18. Damit alle Freude an den Experimenten haben, reinige alle von Dir benutzten ........................... gründlich
  19. Nicht alle Flüssigkeiten dürfen im ........................... entsorgt werden. Das gilt besonders für Säuren! Sie schädigen die Rohre. Auch feste Abfälle gehören nicht in das Waschbecken, hierfür ist der .................. da!
  20. Am Ende der Stunde werden die ............................ vom Lehrer "abgenommen", dann wird aufgestuhlt und erst dann ist die Stunde beendet.
  21. Bei Unfällen das "Notaus" betätigen, den Raum verlassen und im Sekretariat nachfragen, was zu tun ist. Bei Bedarf, erste Hilfe leisten. Bei Feuer die vorgeschriebenen ................................ benutzen.

FÜHRE NICHT SELBSTSTÄNDIG VERSUCHE MIT GEFÄHRLICHEN STOFFEN DURCH!!!
DU KÖNNTEST DEN KURZEN KNALL EIN LEBEN LANG BEREUEN.

Laborordnung (Lösungsblatt)

  1. Schüler dürfen den Chemie-Fachraum nur in Begleitung des Fachlehrers betreten.
  2. Mäntel, Jacken und Kleider dürfen nicht auf dem Tisch liegen Brandgefahr!
  3. Kleidung mit weiten Ärmeln, Halstücher und Schals sowie lange Haare sind gefährlich, vor allem wenn eine Flamme in der Nähe ist.
  4. Gasgeruch sowie Beschädigungen an Gas- oder elektrischen Steckdosen sowie an Geräten oder anderen Gefahrstellen sind dem Lehrer sofort zu melden.
  5. Das Experiment wird vom Lehrer erst erklärt, dabei wird zugehört, dann fragt der Lehrer, ob es noch Fragen gibt, erst dann darf man Aufstehen und mit dem Experimentieren anfangen.
  6. Die Experimentieranleitungen stets genau beachten. Sie dienen Deiner Sicherheit. Wenn ein Schüler nicht zuhört, kann er aus Sicherheitsgründen nicht am Experiment teilnehmen
  7. Zu Beginn des Experimentes kontrollieren alle Schüler, ob die Gashähne verschlossen sind.
  8. Bei allen Versuchen wird die Schutzbrille getragen.
  9. Während des Experimentes und auch danach wird am Tisch geblieben und aufgepasst. Umherlaufende Schüler stören die anderen und den Lehrer. Außerdem blockieren sie die Fluchtwege.
  10. Geschmacksproben und das Essen im Chemieraum sind zu Deinem Schutz verboten.
  11. Halte niemals Dein Gesicht über die Öffnung von Gefäßen!
  12. Halte die Öffnung von Reagenzgläsern stets fern von Mitschülern.
  13. Wische alle Flüssigkeitsreste gut und gewissenhaft ab!
  14. Niemals Chemikalien mischen, ohne vorher den Lehrer zu fragen. Es können unvorhergesehene Reaktionen stattfinden große Gefahr!
  15. Gieße Flüssigkeiten so aus den Flaschen, dass keine Tropfen am Gefäß herunter laufen (Barkeeperdreh)
  16. Nach Versuchsende wird in der Regel erst aufgeräumt und abgewaschen (Reagenzgläser mit der Bürste!). Das heißt nicht, dass die Stunde beendet ist. Danach wird immer der Versuch ausgewertet.
  17. Chemikalienreste werden nur nach den Anweisungen des Lehrers entsorgt.
  18. Damit alle Freude an den Experimenten haben, reinige alle von Dir benutzten Gegenstände gründlich.
  19. Nicht alle Flüssigkeiten dürfen im Waschbecken entsorgt werden. Das gilt besonders für Säuren! Sie schädigen die Rohre. Auch feste Abfälle gehören nicht in das Waschbecken, hierfür ist der Mülleimer da!
  20. Am Ende der Stunde werden die Arbeitsplätze vom Lehrer „abgenommen“, dann wird aufgestuhlt und erst dann ist die Stunde beendet.
  21. Bei großer Gefahr oder Unfällen das „Notaus“ betätigen, den Raum verlassen und im Sekretariat nachfragen, was zu tun ist. Bei Bedarf, erste Hilfe leisten. Bei Feuer die vorgeschriebenen Fluchtwege benutzen


FÜHRE NICHT SELBSTSTÄNDIG VERSUCHE MIT GEFÄHRLICHEN STOFFEN DURCH!!!
DU KÖNNTEST DEN KURZEN KNALL EIN LEBEN LANG BEREUEN.

Wesentliche Eigenschaften von Stoffen

Wenn man einzelne Stoffe genau im Experiment untersucht, stellt man fest, dass sie sich oft in mehreren Punkten unterscheiden.

Diese Tabelle beschreibt die Eigenschaften der Stoffe. Im Experiment verändern sie sich allerdings. Z. B. durch Verbrennen oder Auflösen in Wasser können sich die Eigenschaften verändern.

Eigenschaften Kohlenstoff Eisen Schwefel Zucker
Farbe: schwarz silbrig, glänzend zitronengelb weiß
Zustand: Feststoff Feststoff pulvriger Feststoff pulvriger, kristallartiger Feststoff
Geruch: kein Geruch kein Geruch kein Geruch kein Geruch
Sonstiges: nicht magnetisch magnetisch nicht magnetisch nicht magnetisch
Graphit leitet den elektrischen Strom leitet den elektrischen Strom leitet den elektrischen Strom nicht leitet den elektrischen Strom nicht
wasserunlöslich wasserunlöslich wasserunlöslich wasserlöslich
spröder Feststoff dehnbar / biegsam spröder Feststoff spröder Feststoff
Stoffe können wir an ihren Eigenschaften erkennen.

Solche Eigenschaften sind:

Farbe, Geruch, Geschmack, Löslichkeit, Brennbarkeit, Leitfähigkeit, Dichte und viele andere.

Damit die Stoffe voneinander unterschieden werden können, müssen sie durch nachprüfbare Eigenschaften exakt beschrieben werden. Zwei verschiedene Stoffe können nicht in allen Eigenschaften gleich sein.

Einige Eigenschaften scheinen sich auch zu ändern. So kann z. B. Wasser in drei verschiedenen Aggregatzuständen auftreten: Eis, Wasser, Wasserdampf.

Gold und Silber

Die Vorgänger der heutigen Chemiker hießen im Mittelalter Alchimisten. Die Alchimie war von der Idee der künstlichen Umwandlung von unedlen Metallen zu Gold getrieben. Viele Herrscher ließen Alchimisten für sich arbeiten und hofften, durch die Entdeckung des „Steins der Weisen“ Gold herstellen zu können. Abgesehen von ein paar Zaubertricks gelang das allerdings niemandem. Gold kann nicht einfach so hergestellt werden. Mancher Alchimist bezahlte für diesen Misserfolg mit dem Leben.

In diesem Versuch wirst Du lernen, wie man Gold und Silber herstellen und reich werden kann.

Außerdem lernst Du hier, wie man ein Versuchsprotokoll erstellt. Die grün getippten Wörter sollten in jedem Deiner zukünftigen Protokolle auftauchen, die blauen können zusätzlich ein Protokoll bereichern.

Versuch 1 – „Silber“ herstellen

Geräte 2 Bechergläser, Uhrglas, Bunsenbrenner, Stativtischchen

Chemikalien Kupfermünze, Natronlauge, Zinkstaub, Wasser

Versuchsdurchführung Einige blanke Kupfermünzen werden in ein Becherglas gelegt und mit konzentrierter Natronlauge übergossen. Man fügt dann eine winzige Menge Zinkstaub hinzu und schließt das Becherglas mit einem Uhrglas. Dann erhitzt man alles mit kleiner Bunsenbrennerflamme etwa 5 Minuten lang und bringt das Gemisch zum Sieden. (Vorsicht: Lauge spritzt und ätzt ⇒ unbedingt eine Schutzbrille aufsetzen)

Nach einigen Minuten wird die Flamme abgestellt und man gießt die erkaltete Lösung in ein anderes Gefäß ab, so dass die Münzen im ersten Becherglas bleiben. Die Münzen werden nun abgespült und anschließend mit einem Tuch poliert und genau beobachtet.

Zeichnung vom Versuchsaufbau:

Versuchsaufbau Herstellung Verzinken
Beobachtung Schlussfolgerung
die Lauge kocht und brodelt Nicht nur Wasser kann kochen, auch andere Flüssigkeiten kochen. Chemiker nennen diesen Vorgang auch „sieden“.
die Münze färbt sich silbrig Das Zinkpulver setzt sich auf der Münze fest und färbt sie silbrig. Die Natronlauge hat dabei die Aufgabe, Schmutz und Fett auf der Münze zu lösen, damit sich möglichst überall das Zinkpulver festsetzen kann.

Zusatzinfo zur Verzinkung

Das Verzinken wird fast überall eingesetzt, wo mit reinem Eisen gearbeitet wird. Da Eisen rostet, möchte man es vor Wasser und Sauerstoff schützen, so dass es nicht rosten kann. Diesen Schutz bietet z. B. eine Zinkschicht. Mögliche Einsatzbereiche sind z. B. das Verzinken von Autoblechen, Brückenpfeilern, Geländern, Zäunen, Werkzeugen usw.

Versuch 2 – „Gold“ herstellen

Geräte: Tiegelzange und Bunsenbrenner

Durchführung

Die Münzen aus V1 werden sehr kurz in die rauschende Brennerflamme gehalten und gewendet, bis sich ihre Farbe ändert.

Versuchsaufbau

Versuchsaufbau der Herstellung von Messing


Beobachtung Schlussfolgerung
Die Münze wird „vergoldet“ Zink und Kupfer verschmelzen miteinander. Es ist ein neuer Stoff entstanden. Es hat sich Messing gebildet.


Zusatzinformationen

 Messing ist eine Legierung (Metallmischung) aus Kupfer und Zink. Es ist schon seit dem dritten Jahrtausend v. Chr. bekannt. Seither wurden daraus hauptsächlich Gefäße, Schmuck und Kunstgegenstände hergestellt.

Auch heute wird Messing wegen seiner goldähnlichen Farbe für Verzierungen und Beschläge verwendet. Viele Blechblasinstrumente und Teile von Holzblasinstrumenten werden aus Messing gefertigt. Man nutzt auch seine gute elektrische Leitfähigkeit und seine Stabilität aus. So sind z. B. oft Antennen und Hohlleiter aus Messing gefertigt. Häufig wird es auch wegen seiner guten Beständigkeit gegen Rost für Badezimmerarmaturen eingesetzt.

Eigenschaften

  • rötlich glänzendes Metall (je nach Mischungsverhältnis variiert die Farbe von goldorange (bei hohem Kupferanteil) bis hellgelb)
  • härter als reines Kupfer
  • schmilzt bei ca. 900–925 Grad Celsius (hängt von der Mischung ab)
  • Dichte: ca. 8,3 g/cm³
  • unmagnetisch

Messing weist Ähnlichkeiten mit  Bronze auf. Bronze ist eine Kupfer-Zinn-Legierung. Bei chemischen Versuchen passiert eine ganze Menge, aber was genau unterscheidet sie eigentlich von physikalischen Versuchen? Untersuche im Unterricht verschiedene Alltagsgegenstände und versuche dann, sie zu entzünden. Der Pfeil → bedeutet übrigens „daraus folgt“.


Versuch Beobachtung
Schlussfolgerung
Erhitzen von Ausgangsstoff Endstoff Sonstiges
Magnesiumband
  • silbrig glänzender Feststoff
  • biegsam
  • weißer Feststoff
  • spröde
weißer Rauch und hell gleißende Flamme Stoff hat sich verändert
→ Chemie
Kerzenstummel
  • rot
  • fest
  • wachsartig
keine Veränderung schmilzt Physik
Rübenzucker
  • weiß
  • kristallin
  • schwarze feste Masse
  • brennbarer weißlicher Rauch
  • brenzliger Geruch
  • enorme Volumenvergrößerung
Veränderung
→ Chemie
Kupfer
  • metallisch glänzend
  • rotbrauner Feststoff
  • biegsam
  • schwarzer Feststoff
  • spröde
kurzzeitig grüne Flamme Veränderung
→ Chemie
Magnesium
  • metallisch glänzend
  • silbriger Feststoff
  • biegsam
  • weißer Feststoff
  • spröde
  • weißer Rauch
  • starkes Aufglühen
Veränderung
→ Chemie
Zink
  • metallisch glänzend
  • silbriger Feststoff
  • biegsam
  • metallisch glänzend
  • silbriger Feststoff
  • biegsam
  Physik
Die Physik befasst sich mit Zuständen und Zustandsänderungen. Die Chemie befasst sich mit Stoffen und Stoffänderungen.


Eine chemische Reaktion ist gekennzeichnet durch eine Stoffumwandlung und einen Energieumsatz.

Beobachte und zeichne die Kerzenflamme mit ihren verschiedenen Temperaturzonen. Damit Du weißt, welche Zone die heißeste ist, führe anschließend folgende Versuche durch:

1. Versuch: Streichholz auf Dochthöhe

2. Versuch: Zwei Streichhölzer

Versuchsaufbau Kerzenflammen-Temperatur


Zeichne nun die heißeste Stelle ein und dann die Temperaturunterschiede in Deine Zeichnung ein. Kannst Du die Unterschiede erklären?


Im Flammenkern............................................................................................................................................... ...........................................................................................................................................................................

Im Flammenmantel............................................................................................................................................ ...........................................................................................................................................................................

Im Flammensaum ............................................................................................................................................. ...........................................................................................................................................................................

3. Versuch: Springende Flamme:

Lösche die Kerzenflamme und nähere Dich mit brennendem Streichholz. Was passiert?

........................................................................................................................................................................... ........................................................................................................................................................................... ........................................................................................................................................................................... ...........................................................................................................................................................................

Aufgaben

  1. Woraus besteht der Kern der Flamme?
  2. Welcher Vorgang läuft im äußersten Bereich der Flamme (Saum) ab?
Versuchsaufbau Warum brennt eine Kerze?


Die Kerzenflamme hat ihre heißeste Stelle an ihrer Spitze, da dort die optimale Mischung aus Brennstoff und Sauerstoff vorliegt.

Der Kern wird von Luft abgeschirmt, deshalb kann hier keine Luft zu treten, und der Wachsdampf kann nicht optimal verbrennen.

Im Mantel wird das verdampfte Wachs durch die Hitze zersetzt, es entstehen Rußteilchen und brennbare Gase. Allerdings ist der Mantel noch geringfügig durch den Saum abgeschirmt.

Im Saum können Rußteilchen und Gase optimal verbrennen.

Bunsenbrenner


Im inneren Flammenkegel ist die Flamme am heißesten, da dort die optimale Mischung von Erdgas und Sauerstoff vorliegt
optimale Verbrennung

Merke: Für jede Verbrennung werden Sauerstoff und ein Brennstoff benötigt. Bei optimaler Mischung beider Stoffe ist die Verbrennung heiß und rußfrei.

Was brennt eigentlich an der Kerze - Wachs oder Docht? Mache doch mal den Versuch und entzünde ein Stück Wachs oder einen Wollfaden. Welcher von beiden brennt wie die Kerze?

Versuch Beobachtung Schlussfolgerung
Verbrennen des Dochtes Docht glimmt, brennt aber nicht Docht alleine brennt nicht
Versuche ein Wachsstück an Kerze zu entzünden Wachs schmilzt, brennt nicht festes Wachs brennt nicht
Kerze am Docht anzünden lässt sich entzünden Wachsgase brennen
Nur durch Zusammenwirken von Wachs und Docht kann die Kerze brennen

Beweis durch Annähern eines Streichholzes an eine gerade erloschene Kerze!

→ Entzündung, obwohl der Docht nicht berührt wird.

V: Wir befestigen ein engmaschiges Kupferdrahtnetz, welches horizontal zwischen zwei Stativen befestigt ist, über einem Bunsenbrenner und entzünden die Flamme jedoch oberhalb des Netzes.

B: Ist das Netz groß und feinmaschig genug, brennt das Gas nur oberhalb. Benutzt man für diesen Versuch ein weitmaschiges Netz, kann man beobachten, dass, nachdem das Netz zu glühen beginnt, die Flamme auch nach unten durchschlägt.

S: Das Kupfer leitet die Wärme ab und das Gas unterhalb des Netzes kommt so nicht auf die nötige Temperatur, um sich zu entzünden.
Je nach verwendetem Netz wird dieses so heiß, dass auch unterhalb die Zündtemperatur erreicht wird.

Der Versuch lässt sich auch ergänzen, indem man das Netz nicht fixiert, sondern es an einem Halter befestigt und diesen in die Hand nimmt (Schutzhandschuhe nicht vergessen). Bewegt man das Netz leicht nach unten auf die Flamme zu, so wird sie aus demselben Grund wie bereits beschrieben "gestaucht". Problem der Naturwissenschaftler: Wie kann man die Masse von Stoffen miteinander vergleichen, wenn zwei Körper nie die gleiche Form haben?

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Wie kann man zwei Körper unterschiedlicher Form hinsichtlich ihres Gewichtes vergleichen? Eigentlich gar nicht! Man muss das Volumen mit in Betracht ziehen, sonst könnte man meinen, Kohle sei schwerer als Blei, nur weil man ein großes Stück Kohlenstoff mit einem kleinen Bleiwürfel vergleicht

Lösung: Wir berechnen das Volumen eines Körpers mit ein, indem wir die Masse durch das Volumen teilen. Man erhält so die Dichte. Die Dichte ist eine Stoffeigenschaft.

Jedes Element hat eine andere Dichte. Man spricht deshalb auch von der spezifischen Dichte

Bestimmung der Dichte von Aluminium in drei Schritten

Zur Bestimmung der Dichte muss man die Masse und das Volumen eines Körpers bestimmen:

1. Bestimmung der Masse eines Aluminiumwürfels:

Waage: 2,7 g


2. Bestimmung des Volumens (zwei Wege sind möglich):

Weg 1: Bestimmung des Volumens durch Messen der Kantenlänge: 1 cm3
Weg 2: Bestimmung des Volumens durch Wasserverdrängung: 1 ml, das entspricht 1 cm3


3. Berechnung der Dichte:


→ Die Dichte von Al beträgt 2,7 g/cm3


Die Dichte (Formelzeichen: ρ (griechisch: rho)), ist das Verhältnis der Masse m eines Körpers zu seinem Volumen V. Die Dichte ist eine Stoffeigenschaft.


Die SI-Einheit der Dichte ist kg/dm3. Oft sieht man die Dichte noch in g/cm3.


Manchmal wird die Dichte auch als spezifisches Gewicht ausgedrückt.

Aufgaben

  1. Wie kann man die Dichte berechnen?
  2. Wie kann man die mittlere Dichte eines Körpers bestimmen? Schlage ein Experiment vor (Tipp: Badewanne)
  3. Betrachte die Dichtetabelle. Aus welchen Materialien würdest Du umweltfreundlichere Autos bauen? Warum?
  4. Stoffe dehnen sich beim Erwärmen aus. Hat das einen Einfluss auf die Dichte?

Dichtetabelle

Diese Tabelle gibt die Dichte einiger Stoffe und Elemente bei Normaldruck an.

Stoff Dichte in g/cm3 Stoff Dichte in g/cm3
Osmium 22,6 Schwefel 2,1
Platin 21,5 Phosphor 1,8
Gold 19,3 Magnesium 1,8
Uran 18,7 Meerwasser 1,025
Quecksilber 13,6 Wasser 0,99
Blei 11,3 Eis 0,91
Silber 10,5 Kalium 0,86
Kupfer 8,9 Alkohol 0,79
Eisen 7,8 Benzin 0,68
Zinn 7,3 Sauerstoff 0,0013
Zink 7,1 Stickstoff 0,0012
Chrom 6,9 Luft 0,0012
Kohlenstoff 3,5 Neon 0,00084
Aluminium 2,7 Helium 0,00017
Silizium 2,3    
  1. Wie unterscheidet sich Chemie von anderen Naturwissenschaften?
  2. Nenne mind. 10 Punkte der Laborordnung, die Deinem Schutz dienen.
  3. Was brennt nun eigentlich, wenn du eine Kerze angezündet hast? Beschreibe, welche Aufgabe der Docht bei der Kerze hat.
  4. Die folgenden Sätze beschreiben, was beim Anzünden einer Kerze geschieht. Leider sind sie durcheinander geraten. Wie muss die richtige Reihenfolge lauten?
    a) Am Docht befindet sich festes Wachs. Es brennt nicht.
    b) Der Wachsdampf entzündet sich und beginnt zu brennen.
    c) Das flüssige Wachs steigt im Docht nach oben (ähnlich wie Tinte im Löschpapier).
    d) Der Wachsdampf erreicht seine Entzündungstemperatur.
    e) Wenn man eine Streichholzflamme an den Docht hält, wird das Wachs erhitzt und schmilzt.
    f) Das Wachs beginnt zu sieden und verdampft.
  5. Nenne Eigenschaften der folgenden Elemente: Eisen, Schwefel, Kupfer, Zink, Kohlenstoff, Magnesium.
  6. Beschreibe, wie man Metalle verzinken kann und beschreibe dann, wie man Messing herstellt.
  7. Was muss man beachten, um sich vor Natronlauge zu schützen?
  8. Nenne Kennzeichen von chemischen Reaktionen.
  9. Vergleiche die Flammen von Brenner und Kerze. Nenne verschiedene Eigenschaften und die Gründe dafür.
  10. Wiederhole die Regeln zum Bestimmen der Dichte.
  11. Wie ist die Einheit der Dichte? Gib sie bei allen Rechnungen mit an!
  12. Wie viel cm3 entsprechen einem 1ml Wasser?
  13. Wie schwer ist ein Kupferwürfel mit dem Volumen von 1,55 ml? Wie schwer ist ein vergleichbarer Bleiwürfel?
  14. Um welchen Faktor ist das Schwermetall Blei schwerer als das Leichtmetall Aluminium?
  15. Wie kann man die mittlere Dichte Deines Körpers bestimmen? Schlage ein Experiment vor (Tipp: Badewanne).
  16. Aus welchen Materialien würdest Du umweltfreundlichere Autos bauen? Warum?