Bürgerwissen Deutschland/ Deutschland und die Deutschen/ Bevölkerung

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Hintergrund: Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland - jetzt und in Zukunft[Bearbeiten]

Darstellung der Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Geburten und Sterbefälle 1946-2004

In Zusammenhang mit der politischen Debatte um die Aufrechterhaltung der Sozialversicherungen ist in Deutschland häufig von der demographischen Entwicklung oder dem demographischen Wandel die Rede. Damit ist die prognostizierte Veränderung der Gesellschaft gemeint, die von drei entscheidenden Merkmalen geprägt ist:

  1. Zunehmende Lebenserwartung der Menschen: "Wir leben vier Jahre länger als unsere Eltern, unsere Kinder vier Jahre länger als wir", sagt Axel Börsch-Supan, Direktor des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und demographischer Wandel. Dies sei ein einmaliger Alterungsprozess, der in Kombination mit der in Deutschland vorherrschenden niedrigen Geburtenrate eine enorme Herausforderung für unser Sozialsystem, unsere gesamte Infrastruktur und vor allem für unsere Wirtschaft darstelle.
  2. Niedrige Geburtenrate: Mit im Schnitt 1,36 Geburten pro Frau (2005) ist Deutschland in der Disziplin „niedrigste Geburtenrate“ – fast gleichauf mit Italien und Spanien. Zur Zeit sinkt diese Rate weiter: Im Jahr 2005 gab es ca. 676000 neue Geburten lt. (Offenbach-Post/dpa-Meldung vom 29.03.2006, wohl ursprünglich zurückgehend auch auf das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, welches jetzt, zwei Jahre nach seiner Studie "Deutschland 2020" eine Auswertung zur demographischen und wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit Deutschlands veröffentlicht hat). In der Bundesrepublik wurden 2004 705.622 Kinder lebend geboren.

(Zitat Anfang): "In nur zwei Jahren ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau um 0,7 Prozent auf 1,36 gefallen"... "Dieser Rückgang mag gering erscheinen, er ist aber, wenn er sich so über Jahre fortsetzt, dramatisch." (Zitat Ende): Klingholz ist Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, das Zitat stammt aus einem ZDF-Interview.

Die Zahl der Geburten geht in den westdeutschen Bundesländern seit Ende der 60er Jahre zurück (sog. Pillenknick), in der DDR blieben die Geburtenzahlen bis zu deren Ende auf einem hohen Niveau. Seit der Wiedervereinigung ist in Ostdeutschland jedoch ein Einbruch der Geburtenzahlen auf bis zu 25% des Vorwendeniveaus festzustellen. Die Zahl der Gestorbenen liegt relativ konstant bei 800.000 bis 900.000 pro Jahr, im Jahr 2004 waren es 818.271. Aus der Differenz von Geburten- und Sterbezahlen ergibt sich die natürliche Bevölkerungsentwicklung. In Deutschland (DDR und alte Bundesrepublik addiert) liegt die Zahl der Sterbefälle seit 1972 höher als die der Geborenen („Sterbeüberschuss“), die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist daher negativ. Dies begründet sich aber in erster Linie durch den Geburtenrückgang. So bleiben heutzutage über 1/3 aller Männer und Frauen ihr Leben lang ohne Nachwuchs (vgl. Kinderlosigkeit). Die Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen prognostiziert einen langfristigen Anstieg der deutschen Geburtenziffer auf 1,85 im Jahre 2050. Dies ist jedoch umstritten. Außenwanderung: Für die zukünftige Bevölkerungszahl und die Altersstruktur ist der Wanderungssaldo, d.h. die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen, von Bedeutung. Der Wanderungssaldo war in den letzten 50 Jahren überwiegend positiv und betrug im Jahresdurchschnitt knapp 200.000 Personen. Davon waren drei Viertel Ausländerinnen und Ausländer. Das Statistische Bundesamt ging (2003) davon aus, dass die Zahl der Zuwanderungen langfristig sinken wird, zumal Zuwanderung aus Osteuropa im großen Maßstab nicht mehr stattfinden wird.

Überalterung der Gesellschaft[Bearbeiten]

Bevölkerungs-Pyramide Deutschland 2050

Die ersten beiden Merkmale stützen die Befürchtung einer Überalterung der Gesellschaft. Auch die aktuellen Daten des statistischen Bundesamtes unten bestätigen eine Abnahme der Bevölkerung. Über die Genauigkeit von Bevölkerungsprognosen gehen die Meinungen auseinander. In der zehnten koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung prognostizierte das Statistische Bundesamt 2003, dass bis zum Jahre 2050 noch zwischen 67 und 81 Millionen Menschen leben werden. Diese Berechnungen basieren jedoch auf der Annahme einer gleich bleibend niedrigen Geburtenziffer von damals noch 1,4 und unterschiedlichen Zuwanderungszahlen. Es ist allerdings tendenziell davon auszugehn, dass die Zahl der Gesamtbevölkerung in Deutschland sinken wird und der prozentuale Anteil älterer Menschen steigen wird. Allein die Größenordnungen sind - wie bei jeder Prognose - fraglich. Diese voraussichtlichen Änderungen bedürfen einer Steuerung vor allem von Seiten des Bundes, was z.B. Reformen des Sozialstaates oder der Familienpolitik betrifft.

Aktuelle Bevölkerungszahlen[Bearbeiten]

Aktuell schrumpft die Bevölkerung in Deutschland tatsächlich. Es leben ca. 82,5 Millionen Menschen in Deutschland. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 231 Einwohnern je km² (Stand April 2005).

Eine genauere Darstellung der Bevölkerungsentwicklung zeigt in den letzten vier Jahren folgenden Verlauf:

Jahr Einwohner
2002 82.536.700
2003 82.531.700
2004 82.500.800
2005 82.460.000

Andererseits: Hätten sich die geburtenstarken Jahrgänge der sechziger Jahre konstant fortgesetzt, so wären in Deutschland zusätzlich etwa 20 Millionen mehr Kinder geboren worden.

Hintergrundartikel: Bevölkerungspyramide,Demografie, Demografie Deutschlands, Deutschland, Statistisches Bundesamt

Kinderfeindlichkeit in Deutschland als politisches und gesellschaftliches Problem[Bearbeiten]

Die Antrittsrede des Bundespräsidenten Horst Köhler[Bearbeiten]

In der Ansprache, die Horst Köhler vor der Bundesversammlung direkt nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 23.05.2004 gehalten hat, hat er schon auf die Kinderfeindlichkeit in Deutschland hingewiesen und hier zu einem Wertewandel gegenüber der Einstellung zu Kindern aufgerufen (die Rede sei hier auszugsweise zitiert, Zitat Anfang):

"... Deutschland - ein Land der Ideen: Das ist für mich zuerst und vor allem ein Land für Kinder.

Wie kommt es, daß wir in Deutschland immer weniger Kinder haben? Glauben wir nicht mehr an unsere Zukunft? Kinder bedeuten Neugier, Kreativität und Zuversicht. Kinder sind Brücken in die Welt von morgen. Wir müssen uns alle anstrengen, eine familien- und kinderfreundliche Gesellschaft zu werden.

Dazu brauchen wir konkrete Antworten auf bestimmte Fragen, zum Beispiel: Wie schaffen wir es, Elternarbeit anzuerkennen? Wie kann es gelingen, Familie und Beruf besser zu vereinbaren? Was sind uns Kinder wert? Wir müssen auf diese Fragen konkrete Antworten finden...". (Zitat Ende)

Will man also das Übel der Staatsverschuldung und der fehlenden Renten an der Wurzel packen, so ist hier in erster Linie die Kinderfeindlichkeit der Deutschen zu hinterfragen und in eine andere Richtung zu lenken. Also sei hier hinterfragt:

Ursachen für die Kinderfeindlichkeit bzw. die mangelnde Geburtenrate[Bearbeiten]

Für die mangelnde Geburtenrate in Deutschland gibt es unterschiedliche Wirkungen, die sowohl medizinisch-technologischer Natur, als auch rechtlicher oder wirtschaftlicher Natur sind. Außerdem herrscht in Deutschland eine latente Kinderfeindlichkeit, die sich etwa in der Sperrung für Kinder von Schwimmbädern oder sonstigen privaten Institutionen auswirkt und sicherlich auch als Folge eines ungebremsten Egoismusses interpretiert werden kann.

Im Projektbericht 2005/2006 der aktuellen Bevölkerungs-Umfrage Perspektive Deutschland wird darauf hingewiesen, daß Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Familie weit auseinander klaffen (Quelle: http://www.perspektive-deutschland.de/files/presse_2006/pd5-Projektbericht.pdf, Kap. 1.6., S. 24 ff.). Es wird darauf hingewiesen, daß fast 90 Prozent der jungen Deutschen Kinder haben wollen. Während der Wunsch nach Kindern mit 1,9 Kinder pro Familie (bei Akademikern 1,8 pro Familie) schon fast die Regenerationsquote (bei 2,1 Kindern) trifft, ist in der Gruppe der 40- bis 45-Jährigen der Kinderanteil insb. bei den Akademikerinnen (1,3 Kinder) besonders niedrig.

Gründe für den ausbleibenden Kindernachwuchs sind bei der jungen Gruppe ohne Kinder insb. die "Zufriedenheit ohne Kinder", bei der jungen Gruppe mit Kindern insb. die hohen Kosten, die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten und die beruflichen Nachteile.

Wirtschaftliche Not und hohe Kosten des Kinderkriegens[Bearbeiten]

Die Tatsache, daß bei den Akademikerinnen der Kindernachwuchs besonders gering ist, spricht wohl im Umkehrschluß dafür, daß Kinderkriegen heutzutage mit dem sozialen Abstieg verbunden ist. Ein Beispiel hierfür ist auch die Tatsache, daß 97 Prozent der Abtreibungen statistisch gesehen nach der sogenannten Beratungsregelung, d.h. in der Regel aus sozialen Gründen erfolgen (Quelle: Offenbach Post vom 29.03.2006). Nach den Aussagen der Perspektive Deutschland zufolge sind auch zwei Drittel der Deutschen für eine stärkere staatliche Förderung der Familien. Staatliche Steuerungsmöglichkeiten sind jedoch begrenzt: Das von der Bundesregierung beschlossene Elterngeld hat laut Perspektive Deutschland jedoch hauptsächlich Wirkung bei den Akademikern. Bei einfacheren Familien scheint der Einfluss auf die Kindsentscheidung geringer zu sein.

Diskriminierung von kinderfreundlichen Männern und Frauen und berufliche Nachteile[Bearbeiten]

Die Diskriminierung von kinderfreundlichen Männern und Frauen hat folgende Ursachen: Bei den im Beruf stehenden Frauen wirken sich die Gesetze zum Mutterschutz eher negativ aus: Der Mißbrauch dieser Gesetze - Beispiel: eine Frau wird neu eingestellt, erklärt dem mittelständischen Unternehmer am zweiten Tag ihre Schwangerschaft und muß von diesem dann zwei Jahre lang durchgefüttert werden - führt bei den gerade die meisten Arbeitsplätze tragenden Unternehmern des Mittelstandes zu einer "Gar-Nicht-Einstellung" von Müttern.

Generell haben Mütter und Väter natürlich andere Sorgen, die sich auf den Unternehmensalltag auswirken. Eine Mutter, die wegen ihres kranken Kindes zuhause bleibt, lastet ihren Kollegen und Kolleginnen zusätzliche Arbeit auf. Im Zeitalter der globalen Einsparungen und des globalen Wettbewerbs hat in den mit Arbeit überlasteten Unternehmen niemand mehr Verständnis für fehlende Väter und Mütter. Ursache hierfür sind im wesentlichen die hohen Lohnnebenkosten, die die Unternehmen zwingen, ihre Personaldecke gering zu halten. Auch hier geht die staatliche Politik fehl. Die aktuellen Beispiele zeigen es: so wird z.B. von der erwarteten Gesundheitsreform von den Experten einhellig nicht erwartet, daß sie tatsächlich in der Lage ist, die Gesundheitskosten zu senken (Stand: November 2006).

Weitere Diskriminierungen von Müttern sind z.B. die Journalistenreaktionen auf das neueste Buch von Eva Herman. Anstatt den Kurswechsel weg vom reinen Karrieredenken zu begrüssen, wird diese Frau persönlich für ihren Kurswechsel angegriffen. Das ist natürlich das völlig falsche Signal.

Auch die Diskriminierung von Vätern ist weit verbreitet. So besteht immer noch ein gewisser Zwang am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft, sich nicht um Kinder kümmern zu müssen. Vaterurlaub nehmende Väter werden von ihren Kollegen am Arbeitsplatz allzu oft noch als "Weichei" etc. kritisiert und angegriffen.

Kriminalisierung von kinderfreundlichen Männern und Frauen. Wer in Deutschland Steuern zahlt bekommt Kindergeld ? Gelogen. Ein Vater der seine Kinder in Thailand auf eine Schule schickt bekommt das Kindergeld gestrichen und muss in den Knast, wegen "Steuerhinterziehung". Andere werden kriminalisiert und zahlen lieber das Kindergeld zurück. Die Steuern werden so gestaltet, dass unverheiratete mit zwei Kindern die im EU - Ausland leben als "single" besteuert werden.

Zuwenig Betreuungsmöglichkeiten und Kindergartenplätze[Bearbeiten]

Gemäß der Initiative Perspektive Deutschland wird von den meisten Bürgern ein Ausbau der Betreuungsinfrastruktur gewünscht. Besonders stark wird hier der Ausbau der Kinderkrippenplätze gefordert. Bei den älteren Kindern und Jugendlichen wird die Erweiterung der Kinderbetreuung in Ganztagsschulen sowie die Erweiterung der Freizeitangebote für Jugendliche als besonders erforderlich angesehen (siehe ebenda, S. 25). Hier sind nicht nur die bundesstaatlichen, sondern insbesondere die lokalen Politiker, aber auch nichtstaatliche Organisationen, z.B. die Kirchen mit ihren Kindergartenplätzen, gefordert und müssten deshalb auch mehr allgemein unterstützt werden.

Fortschritte in der Empfängnisverhütung und Freigabe von Abtreibungen[Bearbeiten]

In wieweit die medizinische Fortschritte in der Empfängnisverhütung (siehe dazu die Hintergrundartikel: Pillenknick, Antibabypille Empfängnisverhütung) zu der heutigen Misere beigetragen haben, darf durchaus auch diskutiert werden. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, wies darauf hin, daß es ohne Schwangerschaftsabbrüche 2005 in Deutschland mehr als 800 000 zusätzliche Geburten gegeben hätte (Quelle: Offenbach Post vom 29.03.2006). In seiner Gesamtheit sind also die Schwangerschaftsabbrüche verheerend für die Gesellschaftsentwicklung.

Emanzipation und weibliche Selbstbestimmung contra Kinder, Küche, Kirche[Bearbeiten]

Die Emanzipationsbewegung hat durchaus ihre Berechtigung. Noch immer gibt es im beruflichen Leben Diskriminierung von Frauen, die für die gleiche Arbeit ein im Vergleich zu Männern niedrigeres Gehalt erhalten. Das Grundrecht auf freie Selbstentfaltung der Persönlichkeit steht allen zu, auch Frauen. Somit haben Frauen auch das Recht, ein arbeitendes Leben zu führen, und sie müssen sich nicht zwangsläufig für ein Dasein als Hausfrau (das sogenannte "Kinder, Küche, Kirche"-Lebensmodell) entscheiden.

Andererseits wird als einer der Gründe der in Deutschland deutlich längeren Lebenserwartung von Frauen die Tatsache (?) angesehen, daß viele Frauen nicht arbeiteten, sondern als Hausfrauen zuhause nicht den gleichen Streß hatten wie die arbeitende männliche Bevölkerung. Somit haben beide Lebensmodelle ihre Berechtigung.

In Deutschland gibt es auch viele Zwischenformen dieser Lebensmodelle, z.B. Teilzeitarbeitsmodelle, in denen insbesondere die Frauen etwa halbtags arbeiten und sich am anderen halben Tag um Erziehung bzw. Haushalt kümmern.

Es gibt durchaus ernstzunehmende Gruppen in der deutschen Gesellschaft, etwa im konservativen Umfeld, welche den überwiegend arbeitenden und emanzipierten Frauen vorwerfen, sie würden sich a) zuwenig um ihre Kinder kümmern oder b) sich sogar ganz gegen Partner bzw. später dann gegen Kinder entscheiden. Entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen, die eine höhere Kinderaffinität bei Hausfrauen nachweisen, sind dem Autor aber z. Zt. nicht bekannt.

Die These, die Emanzipation führe zwangsläufig zu mehr Kinderfeindlichkeit, kann deshalb momentan nicht bestätigt werden, auch wenn sie vielleicht auf den ersten Blick schlüssig erscheinen mag:

Es kann nämlich auch gerade umgekehrt sein: Gerade die Entscheidung für ein Kind kann durchaus auch zu einem höheren Verantwortungsbewußtsein und somit zur Aufnahme von Arbeit führen ...

Dem Direktor des Berlin-Instituts, Klingholz, folgend, ist aber die ungleiche Behandlung von Mann und Frau ein entscheidender Faktor für die geringe Geburtenrate. Je geringer die geschlechtlichen Unterschiede in den jeweiligen Staaten seien, desto mehr Kinder würden geboren. Beispiele, die Klingholz nannte, sind Frankreich und die skandinavischen Länder.

Außerdem gibt es in den Ländern, in denen die jungen Männer sehr spät das Elternhaus verlassen, wenig Kinder:

(Zitat Anfang:) "Länger als die Deutschen bleiben nur noch junge Griechen, Italiener und Spanier im Hotel Mama hängen." (Zitat Ende) (Klingholz)

Die Emanzipationsbewegung steht nach Ansicht des Autors nicht in direktem Zusammenhang mit der mangelnden Kinderquote. Den Frauen bringt die Gleichstellung mehr Rechte, aber eben einfach auch mehr Pflichten für die Gesellschaft, und damit sollte eben auch mehr Verantwortungsbewußtsein einhergehen. Daß dieses noch nicht da ist, zeigt die oben in der Perspektive Deutschland erwähnte "hohe Zufriedenheit ohne Kinder" der dort erwähnten Kinderlosen.

Gesellschaft der Egoisten?[Bearbeiten]

Es ist also ein individuelles Problem. Aber nicht nur ein weibliches. Auch der Vertrauensverlust und der Werteverlust scheint hier ein Problem zu sein. Die Interpretationen und die Breite der Werte sind größer geworden. Eine gemeinsame Vertrauensbasis, die eine Kindserziehung ermöglicht, zu finden, wird deshalb schwieriger. Es dauert auch deshalb länger, bis Paare zueinander finden und sich dann womöglich für ein Kind entscheiden. Somit scheint das Schäuble-Zitat von der "Gesellschaft der Egoisten" und dem dahinter liegenden Wertewandel bzw. dem Werteverlust doch nicht ganz abwegig zu sein. Aber die Egoistinnen sind eben nicht nur im weiblichen Bereich zu finden (siehe vorheriges Kapitel zur Emanzipation), die Zahl der vor ihrer Verantwortung flüchtenden Väter ist - mindestens - genau so groß. Auch werden noch zuwenig Männer in ihrer Verantwortung herangezogen und der Staat tritt noch zu oft für alleingelassene Mütter ein, ohne die entsprechenden Väter entsprechend zu verfolgen. Das ist momentan noch ein sehr großes ungelöstes Problem, aber bei den meisten Politikern ist hier nicht einmal auch nur der Hauch eines Problembewußtseins in dieser Richtung zu erkennen. Generell muß man sich auch die Frage gefallen lassen: Sind die jetzigen Generationen einfach insgesamt bequemer geworden?

Lösungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Privater Umgang[Bearbeiten]

Nur ein Aufbrauch zu mehr "Altruismus" und der Wunsch nach der Dreikindfamilie als Standard sind wohl langfristig in der Lage, auch die Einstellung zu Kindern in diesem Lande zu ändern. Auf dem Arbeitsplatz brauchen wir wieder mehr Verständnis für Väter und Mütter.

Nichtstaatlicher Umgang[Bearbeiten]

Insbesondere die klassischen privaten Träger der Jugendvorsorge, seien es die Kirchen mit ihren Kindergärten und Jugendgruppen (Pfadfinder, Ministranten, Kirchenjugend) oder die Sportvereine oder die im helfenden Bereich tätigen Jugendorganisationen (Jugendfeuerwehr, Jugendrotkreuz etc.) brauchen einen stärkeren gesellschaftlichen Konsens und stärkere sowohl gesellschaftliche als auch finanzielle Unterstützung.

Staatliche Möglichkeiten[Bearbeiten]

Schulen und Kindergarten werden landespolitisch, auf Kreisebene oder kommunal betrieben. Hier sind die Regionalpolitiker gefordert. Auf der Bundespolitikebene gibt es nur die Möglichkeit, per Gießkanne zu arbeiten. In Anbetracht der vielen erheblich negativen Wirkungen der hohen Staatsverschuldung scheint es aber erst einmal angesagt zu sein, die Finanzlage des Staats und der Kassen wieder in Ordnung zu bringen und damit die Lohnnebenkosten zu senken. Mit der Steuer- und Beitragssenkung wird dann auch der - die meisten Arbeitsplätze tragenden - mittelständischen Wirtschaft die Möglichkeit eröffnet, wieder größeres Verständnis für die jungen Väter und Mütter zu zeigen. Außerdem wirkt eine Senkung der Lohnnebenkosten direkt in den einzelnen Lohnklassen und gegen die Jugendarbeitslosigkeit, so daß sich die jungen Menschen in Zukunft wieder mehr Kinder leisten können.

Zusammenfassung Frage 1 (Lehrbuch Einbürgerungstest Hessen)[Bearbeiten]

Hiermit wird der Bezug zum Lehrbuch Einbürgerungstest Hessen hergestellt:

Frage 1. Wie viele Einwohner hat Deutschland?

Antwort: Ca. 82 Millionen.
Hinweis des Buchverantwortlichen: Natürlich ändert sich die Bevölkerungszahl minütlich. Das kann keiner genau verfolgen. Man könnte deshalb vielleicht auch antworten, wie bei User BigBerta auf der Homepage gesehen, daß man eben einen bestimmten Stand angibt:
Antwort: 82.501.000 am 31.12.04
(Quelle: http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoe_pmtab.php)
Wenn hier eine genaue Zahl mit einem Stand aus den letzten drei Jahren kommt, sollte man diese auch als korrekt gelten lassen. Stände siehe weiter oben im Kapitel "Aktuelle Bevölkerungszahlen".

Weitere Quellen:[Bearbeiten]

  • Statistisches Bundesamt für die Bevölkerungszahlen
  • [1] ZDF-Artikel zum Thema, die Klingholz-Zitate stammen aus dieser Quelle.
  • [2] für die Rede des Bundespräsidenten