Bahn: Zitate

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Bahnstrecke von Nizza nach Ventimiglia, atemberaubend.

 Jessica Durlacher, Das Gewissen Meer und Zug paßten genau. Das Rattern des Bummelzugs zwischen Ventimiglia und Nizza bildete die richtige Dissonanz zu der mächtigen Ruhe des festlich glitzernden Mittelmeers. Sei es auch nur, weil dieses prachtvolle Meer mit seinen verschwiegenen Buchten, in denen hier und dort weiße Prachtbauten zwischen den Bougainvilleen standen, durch die Fenster des Bähnleins so gut zu sehen war. Man stelle sich vor, daß man Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit in Nizza an dieser Aussicht entlangführe. Sehr schöne Bahnstrecke, sehr gutes Buch

Fitzgerald ,  Zärtlich ist die Nacht Im Gegensatz zu amerikanischen Zügen, die ganz vertieft in ihr eigenes heftiges Schicksal waren und voll Verachtung gegen Leute aus einer anderen, weniger raschen und atemlosen Welt, war dieser Zug ein Bestandteil der Landschaft, die er durchfuhr. Sein Atem wirbelte Staub von den Palmenblättern, die Asche vereinigte sich mit dem trockenen Dung in den Gärten. Rosemary war überzeugt, sie könne sich aus dem Fenster lehnen und mit der Hand Blumen pflücken.


Vom Orient-Reisenden  Alexander William Kinglake stammt aus dem Jahr 1844 folgendes Zitat

In den europäisierten Ländern ist heutzutage die Fahrt von einem Ort zum andern ein so kurzfristiger Vorgang, beansprucht nur einen so geringen Teil der Zeit, die dem Reisenden zur Verfügung steht, daß sich dieser auf die Fahrt gar nicht einstellen kann, solange die Räder sich drehen. Er ist sich bloß eines vorübergehenden Zustands bewußt; seine Gedanken sind noch mit dem Fahrtziel beschäftigt, und ehe er eine der Fahrt entsprechende Einstellung entwickeln könnte, ist er schon behaglich in seinem Hotel untergekommen.

Kritisch zum Thema Bahnfahren äußert sich  William Morris:

O, diese Bäume! Alles war wie in einem Land, das uns ein liebliches Gedicht oder eine liebliche Romanze ausmalt. Wie schön ließen sich die Windungen des Tals ein weites Stück dem Ufer der Eure entlang nachziehen, von Bergen umkränzt - Aber wir mußten, um nach Rouen zu gelangen, das Tal verlassen und in einen häßlichen, teuflischen, lauten, kreischenden Eisenbahnzug steigen, der sich einen Dreck um Berg oder Tal, Pappel oder Linde, Klatschrose oder Kornblume, Distel oder Wicke schert.

 Paul Theraux Das Ankommen war bedeutungslos: Allein die Fahrt war wichtig.

Natürlich, ich war nicht in Europa. Hier hingen keine Fahrpläne aus, Auskünfte waren kaum zu erhalten, und wenn, dann nur am Bahnhof selbst, wenn ich ihn finden konnte. Die Unsicherheit war erst am Reisetag selbst auszuräumen. Immer wieder ging ich zu einem Fahrkartenschalter, nannte mein Reiseziel, und immer wieder zeigte der Kartenverkäufer so etwas wie ungläubige Überraschung, als sei ich dem von ihm gehüteten Geheimnis durch eine hinterhältige List auf die Spur gekommen. In der Tat kam mir dies alles wie ein mühsames Spiel vor, bei dem ich etwas suchen mußte, das sich mir oft entzog: Die Abfahrtszeit zu ermitteln, den Bahnhof zu finden, die Fahrkarte zu kaufen, den Zug zu besteigen und einen Platz zu belegen - all dies wurde schließlich Selbstzweck. Auf solche Weise erwirbt der Patagonienreisende schließlich gelassene Beharrlichkeit. Zwar wird ihm - als Eisenbahnpassagier - kein mystisches Naturerlebnis in der Einsamkeit zuteil wie seinen Vorläufern Hudson und Darwin, aber zum Ende der Reise schließt auch bei ihm ein Prozeß der Bewußtseinsbildung ab. Aus The Old Patagonian Express: By Train through the Americas. London: Hamilton, 1979