Barfußwandern: Agglo-Wanderung 1

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Allgemein[Bearbeiten]

Eine Wanderung muss man nicht unbedingt in den Bergen oder weit draussen in der Natur machen. Auch in der Agglomeration einer Grossstadt wie in diesem Fall Zürich, können wunderbare Barfusswanderungen gemacht werden.

Eine Wanderung welche ich schon des Öfteren unternommen habe, ist jene vom Bahnhof Altstetten zum Bahnhof Wettingen entlang der Limmat. Diese Barfusswanderung ist nur etwas für Fortgeschrittene. Nebst geteerten Fusswegen und Gehsteigen in den Dörfern oder Städten hat man es auch vor allem entlang der Limmat mit Naturwegen und teils gekiesten Teilstrecken zu tun. Gekieste Wege können aber fast immer in Grasabschnitten umgangen werden. Für diese Wanderung braucht man rund 4-5 Stunden.

Kloster Fahr[Bearbeiten]

Der erste Streckenabschnitt vom Bahnhof Altstetten entlang der Bahnlinie wird auf geteerten Wegen zurück gelegt. Dieser Wegabschnitt ist eher trist. Erst nachdem man die Limmat erreicht hat, wird es etwas angenehmer. Dieser erste Limmat-Abschnitt teilt man auf der anderen Seite mit der Autobahn A1. Auch diese Wegstrecke gehört nicht zu den schönen Abschnitten.

Spannen wird es jedoch beim Kloster Fahr (2). Der Weg folgt zuerst entlang eines idyllischen Baches auf einem Wiesenweg. In der Benediktinerinnengemeinschaft Kloster Fahr leben 30 Frauen, die ihr Leben nach dem Evangelium und den Weisungen des heiligen Benedikt gestalten, Frauen auch, die den Glauben leben und das Leben lieben.

Die Frauen suchen Gott in der Liturgie, im persönlichen Gebet und bei den vielfältigen Aufgaben in der Klostergemeinschaft.

Das Kloster Fahr gehört seit seiner Gründung im Jahre 1130 zum Kloster Einsiedeln – Fahr und Einsiedeln bilden ein Doppelkloster. Der Abt von Einsiedeln ist seit jeher auch Abt des Klosters Fahr. Das Kloster gehört als Enklave zum Kanton Aargau, obschon es auf dem Kantonsgebiet Zürich liegt. Beim Kloster hat es auch ein schönes Restaurant, welches zur Einkehr einlädt. Die Speisen sind um einiges Besser als die Funktionalität der Homepage des Klosters. Bei schönem Wetter kann es gut sein, dass die 700 Plätze in der Gartenwirtschaft belegt sind. Die Preise liegen zwischen 20 und 30 Franken für ein Essen.

Ruine Glanzenberg[Bearbeiten]

Oberhalb des Klosters macht man auf einer Strasse eine 180 Grad Wende mittels eines kleinen Anstieges. Nach einigen Metern ist man auf der Anhöhe angekommen. Dort biegt man auf eine Naturstrasse ein, welcher man wieder Richtung Limmat folgt. Ein kleines Waldstück verbirgt einige Meter neben dem Weg (Abzweigung beachten) die Ruinen von Burg Glanzenberg (3). Von der Burg sind noch die mächtige Wall- und Grabenanlage sowie der konservierte Rest einer langen Stützmauer sichtbar.

Ausgegrabene und teilweise konservierte Reste der Befestigung der ehemaligen Stadt Glanzenberg, rund 500 Meter südlich der Burgruine zwischen Hardwald, Autobahnbrücke und Limmat gelegen, erreicht man in einigen Minuten. Eine Fussgängerbrücke führt zum Rand des Hardwaldes. Dort zweigt in südwestlicher Richtung ein Fussweg ab, der zur im Gehölz verborgenen Ruine führt. Man findet überall grössere Mauerreste der Befestigungen.

Um 1250 gründeten die Regensberger Burg und Städtchen Glanzenberg ennet der Limmat bei Dietikon. Geplant war der Bau einer Brücke über die Limmat um den Nord - Südverkehr, sowie den Verkehr auf dem Fluss zu kontrollieren und somit den Zürchern den Handel abzuschneiden. Mit Hilfe von Graf Rudolf von Habsburg, dem späteren König Rudolf I von Habsburg - Oesterreich zerstörten die Zürcher wahrscheinlich im Jahre 1267 Burg und Städtchen Glanzenberg. Der Niedergang der Regensberger begann und war nicht mehr aufzuhalten.

Nach einer kürzeren oder längeren Besichtigung der Ruinen geht man weiter und zweigt beim 9-Loch-Golfplatz über das Brücklein eines Weihers ab. Ein kleiner, aber feiner Golfplatz. Wer bei Sonnenschein und warmen Temperaturen dort vorbei kommt, kann sich an der Freiluftbar einen Drink genehmigen, oder etwas feines vom Grill geniessen.

Entlang der Limmat[Bearbeiten]

Danach wandert man einige Minuten entlang der Hauptstrasse bis man wieder die Limmat erreicht hat. Dort zweigt von vor dem Fluss auf dem Weglein rechts ab. Man folgt der Limmat und kreuzt ein grösseres Naturschutzgebiet (Kieswege). Im Sommer sieht man hier viele Vögel ihre Brut aufziehen.

Man wandert und wandert immer weiter der Limmat entlang. Die Wege sind meistens Naturböden. Bei Punkt (5) angekommen, hat man zu seiner Rechten eine kleine Insel. Dort lässt es sich im Sommer sehr gut Baden, grillieren, Federball spielen etc. Wir nennen dieses Insel Bonita-Insel, weil dort früher eine Teigwarenfabrik (Bonita) ihrem Geschäft nachging.

Nach der Insel führt ein Teersträsschen nach Würenlos. Der Hauptkern von Würenlos lassen wir aber rechts liegen und queren nur einige Wohnquartiere. Schon bald gelangen wir zurück zur Limmat, indem wir ein kurzes Waldstück queren. In diesem Waldstück liegt für mich das beste Wegstück. Meistens ist es dort sehr feucht, da man linkerhand einem Bach und rechterhand einer Anhöhe folgt. Die Sonne kommt dort nur selten hin. Wer Matsch an den Füssen mag, wird es dort geniessen. Bald erreichen wir wieder die Autobahn und die wohl beste Autobahnraststätte der Schweiz. Wer Shopping mag oder mal eine etwas andere Raststätte anschauen möchte, wird hier auf seine Kosten kommen. Ich lasse diese aber links liegen und gehe weiter, wieder in den Wald hinein. Auf einer Waldstrasse folge ich der Autobahn auf meiner linken Seite. Hier lässt es sich ebenfalls sehr gut gehen. Ich folge der Waldstrasse solange, bis ich zu einer Teerstrasse komme. Bei dieser zweige ich links ab und folge ihr bis zu einer Garten-Siedlung. Dort versuchen dutzende Hobby-Gärtner, die grössten Tomaten und die längsten Gurken zu züchten...

Das Ziel[Bearbeiten]

Weiter dem Weg entlang geht es bald etwas aufwärts. Jedoch nur so viel, dass wir die Autobahn auf einer Brücke überqueren können. Nach der Brücke geht es links auf dem Strässchen weiter. Wir folgen ihm und kommen nach einem Bahnübergang auf eine etwas breitere Quartierstrasse. Dort zweigen wir links in diese Strasse ein und folgen dieser bis zum Bahnhof Wettingen (8). Und schon ist diese gegensätzliche Wanderung zu ende. Wir hatten Stadt, Autos, Bahn, Wald, Wiesen, Ruinen, Wasser....so ist das Limmattal.


Kloster Wettingen[Bearbeiten]

Wem das Kloter Fahr gefallen hat, sollte sich demnach auch noch für den Besuch des Kloster Wettingen aufmachen. Dieses Kloster liegt gleich unterhalb des Bahnhofes und bietet als Spezialität einen wunderbaren Klostergarten an, in welchem alte Gemüsesorten gezüchtet werden.

Wanderkarte[Bearbeiten]

Datei:Agglo1.jpg
Wanderkarte aus der Vogelperspektive

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