Benutzer:Bodhi-Baum/Todo

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Shogi[Bearbeiten]

Grundstellung des Shogi

Shogi ist die japanische Variante des Schach. Es wird auf einem 9x9 Felder großen Brett von zwei Spielern gespielt[1]. Jeder Spieler hat insgesamt 20 Figuren, die auf den ersten drei Reihen verteilt werden. Obwohl es auch im Shogi prinzipiell "schwarz" und "weiß" gibt, sind die Steine einfarbig. Die Zugehörigkeit zu einer Partei wird durch die Richtung, in der sie auf dem Brett liegen, dargestellt. Ein wesentlicher Unterschied zu westlichem Schach liegt darin, dass geschlagene Steine nicht weg sind sondern wieder eingesetzt werden können[2]. Zudem besteht die Möglichkeit Steine, wenn sie eine der letzten drei Reihen erreichen, zu befördern und ihnen somit mehr Zugmöglichkeiten zu verschaffen. Auch im Shogi ist das Ziel des Spieles den König matt zu setzen.

Geschichte des Shogi[Bearbeiten]

Einige Historiker gehen im Moment davon aus, dass ein Shogivorläufer über China die japanischen Inseln etwa im 6. oder 7. Jahrhundert erreichte. Es gibt jedoch auch Indizien dafür, dass Shogi eine ganz und gar japanische Geschichte hat.[3]

Die ältesten bislang gefundenen Steine datieren etwa aus dem 11. Jahrhundert und haben auch bereits die typisch fünfeckige Form. Die ersten schriftlichen Zeugnisse stammen von Fujiwara Jukinari, einem Kaligraphen am kaiserlichen Hof während der Heian-Periode (794-1185). In seiner Monografie beschreibt er die Beschriftung der einzelnen Steine. Es ist wahrscheinlich, dass es zu dieser Zeit die Möglichkeit der Wiedereinsetzung geschlagener Steine noch nicht gab. Vermutlich im 16. Jahrhundert wurde diese Möglichkeit umgesetzt, die sich aufgrund der Gleichfarbigkeit der Steine anbot und auch die Eigenart wiederspiegelt, dass bei Kämpfen in der Shogun-Zeit gefangen genommene gegnerische Kämpfer in den eigenen Reihen weiter kämpfen konnten.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts kehrte in Japan eine lange Zeit der inneren Ruhe ein, die auch Shogi zu einer neuen Blüte verhalf. Shogun Toyotomi Hideyoshi veranstaltete Ende des 16. Jahrhunderts ein erstes Go-Turnier, welches der buddhistische Mönch Hon’inbô Sansa (1559-1623) gewann. Sansa war auch einer der besten Shogispieler seiner Zeit. Er erhielt vom Tag seines Turniergewinnes an ein festes jährliches Gehalt und kann somit als erster professioneller Shogispieler angesehen werden. Die älteste bis heute überlieferte Shogi-Partie fand im Jahr 1607 zwischen Hon’inbô Sansa und Ôhashi Sôkei I. statt. Allein bis 1612 haben beide wahrscheinlich etwa 70 Partien gegeneinander gespielt. Es stellte sich heraus, dass Ôhashi Sôkei I. der bessere der beiden Spieler war. Letzterer erhielt im Jahr 1612 als erster den Titel Meijin und übernahm die Leitung des nun eigenständigen Shogi-Amtes. Die grundsätzlich noch heute geltenden Regeln des Shogi wurden erstmals 1636 in dem Buch Shogi Zushiki (illustriertes Shogi) von Ohashi Soko, dem Sohn des Ôhashi Sôkei I, herausgegeben.

Shogi heute[Bearbeiten]

Shogi wird hauptsächlich in Japan gespielt. Es gibt dort ca. 12 Millionen aktive Spieler. Das entspricht etwa zehn Prozent der Einwohner Japans. Als der derzeit stärkste Spieler gilt Yoshiharu Habu (geb. 1970). Habu hat bislang (08.2016) 95 Titel gewonnen, darunter im Jahr 1996 sämtliche sieben japanischen großen Wettbewerbe gleichzeitig.

Auch in Europa wird Shogi immer beliebter. Im europäischen Shogi-Verband FESA sind 19 Landesverbände mit rund 1100 aktiven Spielern organisiert. Aus Polen kommt zudem mit Karolina Styczynska die erste nichtjapanische Spielerin, die es im Jahr 2017 geschafft hat, den 2. Kyu, und damit die Zugehörigkeit zum japanischen Profi-Verband Japan Shogi Association, verliehen zu bekommen. Mittlerweile wurde ihr, vier Jahre nach der Verleihung des 3. Kyu sogar der 1. Dan verliehen. Überhaupt kann man sagen, dass besonders die weiblichen Shogi-Profis, die erst seit rund vierzig Jahren organisiert sind, in der doch relativ kurzen Zeit ihres Bestehens schon immense Errungenschaften vorweisen können.

Online spielen[Bearbeiten]

Wer nun Shogi gerne besser kennenlernen möchte wird aufgrund der Tatsache, dass es in Deutschland kein flächendeckendes Netz von Vereinen gibt auf das Internet zurückgreifen müssen. Hier gibt es aber sehr gute Adressen, bei denen man erste Erfahrungen sammeln und auch durchaus auf internationale und speziell japanische Gegner treffen kann:

Shogi am Computer spielen[Bearbeiten]

Es gibt eine Vielzahl an Shogi-Spielen aus Japan, die für die unterschiedlichsten Computer-Architekturen und Spielekonsolen entwickelt wurden. Hier eine solche Übersicht zu bringen würde bei weitem den Rahmen sprengen, zumal die meisten aufgrund des japanischen Layouts für deutsche Benutzer nahezu nicht verwendbar sein werden.

Erfreulicher Weise gibt es auch einige aktuelle Programme, die ein deutsch- oder englischsprachiges Interface haben und teilweise auch noch weiter entwickelt werden:

Linux[Bearbeiten]

  • Gnushogi
  • Shogi Browser Q japanisch
  • Shogidokoro − läuft problemlos unter Wine
  • Shogivar
  • Tagua
  • Xshogi

Windows[Bearbeiten]

  • BCMGames deutsch
  • Shogi Browser Q japanisch
  • ShogiGUI deutsch
  • Shogidokoro englisch

Android[Bearbeiten]

Gerade für mobile Geräte gibt es eine nahezu unüberschaubare Zahl an Anwendungen mit japanischem Layout. Ausnahmen bietet hier:

  • ShogiDroid, das auch in englisch verfügbar ist. Das Programm kann über Google-Play oder direkt von hier heruntergeladen werden.
  • 81dojo, das auch in englisch verfügbar ist.

Literatur[Bearbeiten]

Das Literaturangebot zu Shogi in japanischer Sprache ist immens - diese soll hier jedoch nicht im Fokus stehen. Zum Glück gibt es aber auch einige Literatur in deutscher und englischer Sprache, die ich hier gerne aufführe:

Deutsch[Bearbeiten]

  • Stephan Michels: Shogi - Schach der Samurai − Einführung in das faszinierende japanische Schach, 2014, ISBN:978-3-981-67330-2

Englisch[Bearbeiten]

  • Suzuki, Chōyō: Japanese chess (shōgi); the science and art of war or struggle philosophically treated. Chinese chess (chong-kie) and i-go, 1905 Download
  • Tony Hosking: The art of Shogi, 1997, ISBN: 0953108902

Das drei Mal pro Jahr erscheinende International Shogi Magazine kann hier abgerufen werden und informiert über Neuigkeiten aus der Shogi-Welt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Neben dieser heute am weitesten verbreiteten Variante gibt es noch eine Vielzahl weiterer Spielarten, auf die hier jedoch vorerst nicht eingegangen wird.
  2. Eine Art Äquivalent im westlichen Schach sind die Varianten Crazyhouse und Shogun Chess.
  3. Von dieser Annahme geht etwa Koichi Masukawa aus, da Shogi ansonsten viel mehr Übereinstimmungen mit dem chinesischen Schach Xiangqi haben müsste. Dies ist jedoch hier nicht der Fall. Vergleicht man jedoch Xiangi mit dem koreanischen Schach Jianggi, so sind die Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Spielen sofort sichtbar.