Benutzer:Shadowsith94/ Spielwiese

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Vietnambuch


Vorwort[Bearbeiten]

Der Vietnamkrieg ist wohl der blutigste Konflikt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis heute werden in zahlreichen Dokumentationen und Reportagen die Ursprünge, der Kriegsverlauf und die Auswirkungen auf die amerikanische Politik und Gesellschaft ergründet. Dabei wird aber häufig vergessen, welche Menschen und Institutionen es erst ermöglicht haben diesen komplexen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Republik Nordvietnam auch für die Nachwelt zu erhalten und durch couragiertes Verhalten als Mahnmal für alle noch folgenden modernen Kriege darzustellen.

In diesem Buch wird vor allem darauf Wert gelegt, wie und mit welchen Hilfsmitteln die Medien vom Krieg der USA in Vietnam berichteten, wie die Antikriegsbewegung entstand und zu ihrem Höhepunkt gelangte und wie beide Seiten in den politischen Entscheidungsprozess der USA während dieses Stellvertreterkrieges eingriffen. Zuletzt wird noch die medial-gesellschaftliche Aufarbeitung des US-Traumas Vietnamkrieg ab Ende der 1970er Jahre, am Beispiel zweier Filme mit unterschiedlichen Schwerpunkten, dargestellt. Der eigentliche Kriegsverlauf wird nicht weiter behandelt und nur wichtige Ereignisse im Zusammenhang mit dieser Arbeit erwähnt.

Definition Vietnamkrieg[Bearbeiten]

Der Begriff Vietnamkrieg bezieht sich in erster Hinsicht auf die bewaffnete Auseinandersetzung der US-Streitkräfte gegen die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams und den Streifkräften Nordvietnams ab dem Tonkin-Zwischenfall am 02.-04.08.1964[1] bis zur Einnahme Saigons am 01.06.1975 durch Nordvietnam.[2]

„[Indem] er an den Indochinakrieg (1946-1954) anschloss und sich auf ganz Indochina erstreckte, wird er auch Zweiter Indochinakrieg genannt. Wegen der direkt und indirekt beteiligten Supermächte gilt er als Stellvertreterkrieg im Kontext des Kalten Krieges“.[2]

Die Rolle der Medien[Bearbeiten]

Kriegsberichterstattung[Bearbeiten]

Im Vietnamkrieg unterlagen die amerikanischen Reporter keiner Zensur. Dem kam hinzu, dass über die Kriegsjahre hinweg hochqualifizierte, mit Preisen ausgezeichnete, Journalisten in Vietnam gearbeitet haben. Es ist davon auszugehen, dass die neuen Freiheiten der Reporter und der Einsatz der unten genannten TV-Medien einer der Gründe waren, wieso der Vietnamkrieg in den USA spätestens ab 1968 zunehmend kritisch gesehen wurde.[3] „Durch die Vielzahl von Journalisten gab es natürlich auch einige, die genügend Geschichten aufdeckten, die ungünstig für die amerikanische Regierung war[en].“[4] Die wohl wichtigste Errungenschaft der Medien in diesem Konflikt bleibt jedoch zweifellos die Aufklärung der, durch US-Soldaten verursachten, Kriegsverbrechen. Als wohl bekanntestes Beispiel kann das Massaker von My Lai (Abbildung 1) genannt werden. „Mehr als 500 vietnamesische Zivilisten wurden innerhalb weniger Stunden auf grausame Weise getötet. [Es] wurde von den Beteiligten […] lange erfolgreich vertuscht.“[5] Erst die exzessiven Recherchen des Journalisten Seymour M. Hersh konnten die Verbrechen eineinhalb Jahre nach dem Vorfall aufklären. Die Reaktion in den Medien war danach verheerend, die Zweifel am Krieg noch größer.[6]

Printmedien[Bearbeiten]

Die Berichterstattung in den Zeitungen und Zeitschriften kann nicht vereinheitlicht gesehen werden, da die einzelnen Zeitungen einen jeweils anderen Leserkreis bedienten. Dabei „schlug man z.B. in der ,New York Timesʻ und in der ,Newsweekʻ viel kritischere Töne an als etwa in der ,Daily Newsʻ oder dem ,Readers Digestʻ“[7]. Ohne Zensur und die relativ freie Bewegungsfreiheit im Krisengebiet konnten die Printmedien leicht und ausführlich über das Geschehen in Vietnam berichten. Am meisten wirkten jedoch die veröffentlichen Bildern mit ihrer psychologisch-emotionalen Wirkung auf den Leser ein. In diesem Zusammenhang können zwei Fotografien genannt werden, "die während des Vietnamkriegs um die Welt gingen".[8] Die öffentliche Ermordung eines Vietcong-Soldaten durch den Saigoner Polizeichef (Abbildung 2) von Associated Press Fotografen Eddie Adams und The Terror of War[9] (Abbildung 3) vom Vietnamesen Nick Út, welches ein von einem Napalm-Angriff fliehendes Mädchen zeigt. Jedoch waren natürlich auch die eigenen Soldaten im Fokus. So publizierte das Magazin Life die Bilder von 200 getöteten amerikanischen Soldaten, „die in nur einer Woche ihr Leben lassen mussten.“[8]
Der Krieg war zwar ab 1964 ein alltägliches Thema, jedoch intensivierte sich die Berichterstattung der Printmedien mit der Tết-Offensive[10] im Jahre 1968 und wurde ein zeitungsübergreifender Punkt auf den Titelseiten.[11]Ein weiteres wichtiges Ereignis in den Zeitungen war die Veröffentlichung der Pentagon Papers 1971 durch die New York Times. Dadurch erfuhr die Öffentlichkeit, dass die US-Regierung im Bezug auf den Vietnamkonflikt jahrelang falsche Fakten berichtete.[12]

Fernsehen[Bearbeiten]

Noch wichtiger als die Printmedien war im Vietnamkonflikt das Medium Fernsehen. Die Frage, warum Television die schriftlichen Quellen ablöste kann in mehreren Schritten begründet werden. Zum einen war der Fernseher in den späten 1950er bis Anfang der 60er Jahre zum neuesten Massenmedium in den Industrienationen geworden.[13]Gleichzeitig war der Vietnamkrieg der erste größere Konflikt über den Fernsehsender berichten konnten. Zwar wurde in den vorläufigen Kriegen im 20. Jahrhundert bereits Krieg im Medium Film gespeichert, jedoch konnten diese Berichterstattungen fast ausschließlich in Kinos gezeigt werden. In den 60er Jahren gab es in etwa 100 Millionen Fernsehaperate und brachte den Krieg somit ins Wohnzimmer.[14] Die tatsächlichen Gewaltdarstellungen mussten jedoch in die späte Nachtsendezeit verschoben werden.[15] Die freie Berichterstattung vom Gräuel und der Brutalität des Krieges durch die Ausstrahlung im US-Fernsehen war eine neue Situation, sowohl für alle Reporter als auch für die Zuschauer in der Heimat. Auch übernahm das Fernsehen eine sehr wichtige Informationsrolle, denn in speziellen Sendungen wurde der Krieg anhand von Karten und Expertengesprächen ausführlich erklärt.[16] Im Kontrast zu den Printmedien waren die Fernsehberichte fast ausschließlich positiv im Hinsicht auf die Lage in Vietnam und es wurden auch teilweise Gefechte für die Sender in den USA nachgespielt. Auch hier läutete erst die Tết-Offensive eine Wende ein. Dabei wurden nicht nur die Zuschauer sondern auch die Journalisten in den Studios einem Schock ausgesetzt. CBS[17]-Nachrichtensprecher Walther Cronkite erwähnte in diesem Zusammenhang, dass er dachte, dass sein Land den Krieg gewinnen würde. Auch wenn das mediale Interesse während Tết den Höhepunkt erreichte, wurden auch die Stimmen in Fernsehberichten zunehmend kritischer gegenüber dem Konflikt.[18]

Die Antikriegsbewegung[Bearbeiten]

Vorläufer der Antikriegsbewegung lassen sich bis in die späten 1950er Jahre anhand der gegenkulturellen Jugendbewegung wiederfinden. Während in den 50ern unter den Hipstern noch mehr die Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß und Demokratie im Vordergrund waren, hat die in den 60ern folgende Hippiekultur den Fokus deutlich stärker auf eine Friedensbewegung gelegt.[19]

Entstehung bis Höhepunkt[Bearbeiten]

Die Antikriegsbewegung entstand im Zusammenhang mit der Erweiterung des Bombenkrieges[20] im Frühjahr 1965 an US-amerikanischen Universitäten. Die ersten größeren Proteste fanden in diesem Zusammenhang in der University of California in Berkeley mit mehr als 20.000 Studenten in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai und mit einer insgesamten Dauer von 36 Stunden statt. Am 28. November des gleichen Jahres wurde der größte Protestmarsch ( Abbildung ) auf Washington D.C. seit dem Zweiten Weltkrieg mit mehren zehntausend Unterstützern organisiert. Jedoch waren in dieser Zeit noch die meisten Amerikaner für den Krieg.[21]

Erst im Jahre 1967, als immer mehr US-Soldaten nach Vietnam entsandt wurden und auch die Zahl der Gefallenen stieg, wurden die Proteste stärker. Vor allem die gleichzeitigen Demonstrationen am 15. April in San Francisco mit 50.000 und in New York mit 100.000 Menschen sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert. Dabei wurde auf Schildern Slogans wie „‚Stop bombing‘“[22] „,Hey, Hey L.B.J.[23], how many kids did you kill today?ʻ“[22] oder „,Hell, we won't goʻ“[22] die Politik und teilweise auch die Gesellschaft für ihre Haltung zum Vietnamkrieg scharf kritisiert. Auch berühmte Personen der Bürgerrechtler Martin Luther King jr. und seine Frau Coretta Scott King, nahmen an den Kundgebungen in New York und San Francisco teil.[24] Mit dem Schock der Tết-Offensive (s. o.) Frühjahr 1968 bekam die Antikriegsbewegung zum einen weniger Gegenwind aus der US-Bevölkerung, zum anderen hatten sie damit den Beweis, dass der Krieg in Vietnam nicht zu gewinnen sei. Nach dem Versagen der Armee in Vietnam war Präsident Johnson einem hohen Druck, sowohl medial als auch durch die innenpolitisch angespannte Lage wegen der erstarkten Antikriegsbewegung, ausgesetzt. Dies führte zu seinem Entschluss, nach sechsjähriger Amtszeit keine weitere Präsidentschaftskandidatur in Erwägung zu setzten.[25]

Nachdem Johnsons Bombenkrieg im Oktober 1968, kurz vor den Präsidentschaftswahlen, eingestellt wurde kam die Protestbewegung ins Stocken, weil die Aufhebung der Bombenangriffe ein elementarer Bestandteil der Forderungen gewesen war. Unter dem neu gewählten Präsidenten, der Republikaner Richard Nixon, folgte statt des versprochenen Abzugs aus Vietnam eine aggressivere Politik, auch im Bezug auf ganz Indochina. Die Verzögerungspolitik sowie die verstärken Interventionen in Laos und Kambodscha ließen den Willen der Kriegsgegner wieder erstarken und führten bereits im Herbst 1969 zu den größten Kundgebungen der Antikriegsgeschichte weltweit mit über einer Millionen Teilnehmern. Das von den Veranstaltern genannte Peace Moratorium wurde an über 40 Standorten in den USA durchgeführt, jedoch waren die Washington Moratorium Days mit über 250.000 Aktivisten das Zentrum der Demonstranten (Abbildung 6)[26]. Die Republikanische Regierung versuchte diese sowie alle folgenden Demonstrationen der Friedensbewegung mit harter Hand und Polizeigewalt klein zu halten, was aber auch eine Radikalisierung von Teilen der Friedensaktivisten mit sich führte. Als Nixon mit der Vietnamisierung[27] des Krieges begann und „indem er immer mehr Soldaten aus Vietnam abzog“[28] war dies einer der letzten großen Erfolge der Kriegsgegner.

Gesellschaftliche Beteiligung[Bearbeiten]

Zuerst sollte betont werden, dass die aktive Antikriegsbewegung nur einen Bruchteil der amerikanischen Bevölkerung während des Konflikts repräsentierte. Da die ersten größeren Proteste gegen den Krieg in Fernost an Universitäten ihren Ursprung an kann man annehmen, dass die Antikriegsbewegung eine hauptsächlich von Studenten und Intellektuellen organisierte Gruppierung war. Dies stimmt aber nur zum Teil. Zwar war diese Gruppe junger, gebildeter, Menschen ein wichtiger Grundpfeiler, aber weiter waren viele Pazifisten, Liberale, Arbeiter, Religöse und große Teile des aktiven linken Spektrums der politisch aktiven Menschen Teil der Bewegung. Das Groß der Amerikaner haben aber der schweigenden Mehrheit angehört, die dennoch durch Meinungsumfragen der Medien passiv Einfluss auf die Regierung nahmen.[29] Teilweise hatten auch die zur selben Zeit erstarkte Bürgerrechtsbewegung unter dem Menschenrechtler Martin Luther King jr. und Veteranen aus dem Vietnamkrieg ihren Anteil zu den Kriegsprotesten beigetragen.[30]

Der, durch viele Gruppierungen komplexe, Widerstand konnte durch seine außerordentliche Toleranz und dezentrale Organisation auch leicht neue Mitglieder für sich gewinnen. Das war auch der Hauptgrund, weshalb die Protestveranstaltungen anhand ihrer Größe geschichtlich immer noch einzigartig sind. Und so groß die Vielfalt der Mitglieder war, so unterschiedlicher sind auch deren Beweggründe gewesen. Dabei „lehnten die einen den Krieg aus moralischen Gründen ab, andere“[31] kritisierten das politische System und weitere waren dagegen, weil sie selbst oder Angehörige in den Einsatz in Vietnam mussten beziehungsweise gewesen sind.[32] „Die Offenheit allerdings auch Radikale an, was […] von Nachteil war, da sich die Medien häufig auf extreme Ereignisse oder Personen in ihrer Berichterstattung beschränkten und die Bewegung […] in ein falsches Licht rückte.“[32] Zuletzt sind auch diejenigen erwähnenswert, die auch in den Vietnamkrieg eingezogen werden sollten, jedoch durch ihre Flucht nach Kanada dem Einzug in die US-Armee entgangen sind. Die Zahlen sprechen hier für eine passive Form des Protests.[30]

Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King jr.[Bearbeiten]

Ein noch heutiger Streitpunkt unter Historikern ist die Rolle der Bürgerrechtsbewegung als Teil der Vietnam-Antikriegsbewegung. Fakt ist jedoch, dass ,auch wenn es Unstimmigkeiten innerhalb der größtenteils aus Afroamerikanern bestehenden Organisation geben hat, Martin Luther King ( Abbildung ) ab 1967 eine Kooperation mit den Kriegsgegnern anstrebte.[33] Ein Argument hierfür war die starke Ungleichbehandlung der Männer die zum Kriegsdienst berufen wurden. Während sich die reiche Oberschicht, die hauptsächlich aus Weißen bestand, dem Einzug durch hohe Geldzahlungen entgehen konnten traf es die Unterschicht, darunter viele Schwarze, umso härter ( Abbildung ). Unter den gefallenen US-Soldaten waren somit auch viele Afroamerikaner, worin Luther die Ungerechtigkeit erkannte. Jedoch kam ihm auch viel Kritik aus den eigenen Reihen entgegen. Zum einen Befürworteten auch weiter viele Afroamerikaner den Krieg und zum anderen, da man befürchtete, dass King Präsident Johnson so stark verärgern könnte, dass die Bemühung für mehr Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung zunichte gemacht werden könnte.[34] Als Friedensnobelpreisträger von 1964 sah sich Martin Luther aber in der Pflicht, sein Engagement auch auf den Vietnamkrieg auszuweiten. Dabei kritisierte er den massiven Bombenkrieg gegen Nordvietnam, die immer stärker werdende soziale Ungerechtigkeit und sinkenden Sozialhilfen in der Heimat, welche durch die hohen Kosten des Vietnamkriegs weiter abnahmen, und dass die USA ein undemokratisches Regime in Südvietnam unterstützte. Der Bürgerrechtler sah in dem Indochina-Konflikt „einen Ausdruck des weißen Rassismus“[35] und plante im Jahr 1968 noch einen Marsch der Armen gegen Johnsons Vietnampolitik nach Wahsington „ähnlich dem Marsch des Jahres 1963 mit der berühmten Rede ,Ich habe einen Traum.ʻ“[35] King konnte dieses Projekt jedoch durch seine vorzeigte Ermordung am 4. April 1968 nicht mehr realisieren. Die Friedensbewegung verlor mit ihm einen ihrer populärsten Mitglieder.[36]

Vietnamkriegsveteranen[Bearbeiten]

Nicht nur die Bürgerrechtsbewegung, sondern auch die US-Soldaten die ihren Dienst in Vietnam abgeleistet hatten waren ein wichtiger, wenn nicht sogar ein fundamentaler Bestandteil der Antikriegsbewegung. „Nach 365 Tagen Dienst in Vietnam, wo viele bereits am Sinn des Krieges gezweifelt hatten, kamen sie zurück in eine Gesellschaft, in der das Leben mit einigen Ausnahmen wie gewöhnlich weiterging, wo der Krieg immer unpopulären wurde und es für sie keine Siegesparade gab.“[37] Durch die bereits 1967 ins Leben gerufene „,Vietnam Veterans Against the Warʻ (VVAW)“[37] organisierten sich die Veteranen unter John Kerry[27] ( Abbildung ) gegen ihren eigenen Krieg ( Abbildung ). Sie zeigten, dass das Massaker von My Lai kein Einzelfall gewesen war und dass sie in einem sinnlosen, von der Öffentlichkeit teilweise kaum war genommenen, Krieg gedient hatten. Die größte Kundgebung der VVAW war im April 1971 in Washington mit 500.000 Unterstützern und einer Anhörung vor dem außenpolitischen Senatsausschuss. Dabei bleibt die symbolische Geste unvergessen, in welcher die ehemaligen Soldaten ihre Orden, als Zeichen ihres Protestes, von ihren Uniformen rissen und weg warfen. Die Polizei ging hier einmal mehr brutal gegen die Demonstrierenden vor, setzte Tränengas und Knüppel ein und verhaftete 1500 von ihnen.[38] „Einer der Demonstranten war Daniel Ellsberg, der in seiner Entscheidung bestärkt wurde, die von ihm heimlich kopierten ,Pentagon Papers' zu veröffentlichen.“[37]

Als Kerry bei dieser Kundgebung vor dem US-Senatausschuss zu Wort gekommen ist hatte er gesagt, die Proteste sind seine letzte Mission „, damit wir, wenn in dreißig Jahren unsere Kameraden ohne Beine, ohne Arm, ohne Gesicht die Straße herunterkommen und ein kleiner Junge die Frage stellt, warum das alles, wir sagen können „Vietnam“, und damit nicht schlimme furchtbare, unerträgliche Erinnerungen meinen, sondern einen Ort, wo Amerika endlich eine Kehrtwendung gemacht hat und Soldaten wie wir dabei geholfen haben.'“[39]
Einer der bekanntesten Veteranen nach Kerry, die nach ihrem Einsatz in den aktiven Widerstand gegen den Krieg gingen, ist Ron Kovic ( Abbildung ). Dessen Autobiographie wurde 1989 verfilmt und wird weiter unten noch genauer betrachtet.

Politischer Wirkungsbereich[Bearbeiten]

Beweis der Schuld der Amerikanischen Regierung am Krieg[Bearbeiten]

Die indirekte Zusammenarbeit der Antikriegsbewegung und der Medien führte schon zur Zeit des Vietnamkrieges zur Aufklärung der fast alleinigen Kriegsschuld der USA. In diesem Zusammenhang lässt sich auch besser erklären, warum die Regierung der Vereinigten Staaten ein solch großes Interesse daran lag die innenpolitische Opposition gering zu halten und Kriegsverbrechen zu vertuschen. Dies wurde erst mit der Veröffentlichung der Pentagon Papers deutlich, welches einem Realkrimi wie der Enthüllung des aktuellen NSA Spionageskandals durch den Whistleblower Edward Snowden gleichkam. Die Papiere enthielten alle US-Entscheidungen von 1945 bis 1967 die im Zusammenhang mit Vietnam getroffen wurden. Dabei wurde deutlich, „dass der Krieg vor langer Hand vorbereitet worden war.“ [40] Die damalige Schlüsselfigur der Beweisführung war Daniel Ellsberg (Abbildung 12), der „damals Mitarbeiter der US-Denkfabrik Rand Corporation [war], die Zugang zu den [Pentagon-Papieren] hatte“. [41] Ellsberg wohnte zu dieser Zeit in Washington und kam deshalb auch des öfteren in Kontakt mit Mitgliedern der Friedensproteste, die an der Mall genannten großen Grünfläche im Zentrum der Stadt ihre Demonstrationen veranstalteten. Mit Anhalten des Krieges bekam auch er langsam Zweifel an der Politik seiner Regierung und kam an den Washington Moratorium Days, nun bereits im engen Kontakt zu Friedensaktivisten, zum Entschluss, dass der Inhalt der Dokumente, die ab 1945 geplante US-Intervenierung in Vietnam, an die Öffentlichkeit musste. Ab 1969 hatte Ellsberg die Dokumente in mühevoller Kleinstarbeit gesammelt um keinen Verdacht zu schöpfen und konnte sie schlussendlich 1971 einem Reporter der New York Times zuschieben. Diese sowie die Washington Post veröffentlichten danach Schritt für Schritt die wichtigen Abschnitte der Papiere (Abbildung 13), was zu einem großen Skandal für die US-Regierung heran wuchs. Auch konnten sich die beiden Zeitungen und Ellsberg gegen eine Klage der Regierung Nixon wehren. Diese versuchte mit allen Mitteln die Enthüllungen zu verhindern und die Publizisten zu zensieren. Die Klage wegen Geheimnisverrat ist aber vom obersten Bundesgerichtshof der Vereinigten Staaten abgewiesen worden und stärkte die Rechte von Presse und Whistleblowern maßgeblich für die nächsten Jahrzehnte. [42]

Beeinflussung von politischen Entscheidungen[Bearbeiten]

Durch die starke Präsenz der Medien und der Gegendemonstrationen wurde die amerikanische Politik während eines Krieges in keiner Weise so stark beeinflusst, wie von 1964 bis 1973. Dies lässt sich leicht an den beiden US-Präsidenten im Vietnamkonflikt darstellen. Der Erste, Präsident Johnson, war ein Politiker, der für mehr soziale Gerechtigkeit stand und als Friedensbringer stehen wollte. Gleichzeitig befahl er die massive Ausweitung des Krieges in Südostasien mit über 600.000 Soldaten im Jahre 1968. Als die Stimmung im Frühjahr desselben Jahres nach Tết im Inland kippte war auch Johnsons ehrgeiziges Ziel Vietnam zu befrieden gescheitert. Das mediale Lauffeuer ließ die US-Bürger nachdenken und erstmals gab es mehr Kriegsgegner als Befürworter. Die Antikriegsbewegung gewann dadurch an Nährboden und konnte noch weitere und größere Veranstaltungen abhalten. Auch Johnson begriff die Tragweite des Scheiterns seiner Außenpolitik und verkündete „im Fernsehen seinen Verzicht auf eine neue Kandidatur für das Präsidentenamt.“[43]
Die eigene Bilanz seiner Präsidentschaft hat Johnson anschließend folgendermaßen erörtert:
„‚Von Anfang an wusste ich, dass man mich kreuzigen würde – so oder so. Würde ich jene Frau verlassen, die ich wirklich geliebt habe – die Great Society[44] […] – um zu jener Hure auf der anderen Seite der Welt zu gehen – der Krieg in Vietnam –, dann würde ich alles zu Hause verlieren. Hätte ich den Krieg aufgegeben und Südvietnam den Kommunisten überlassen, dann wäre ich als Feigling und mein Land als appeaser [dt. Beschwichtiger] dagestanden und es wäre unmöglich gewesen, für irgendjemanden irgendwo sonst etwas zu erreichen.‘“[25]

Der Zweite, Präsident Nixon, hatte die Präsidentenwahl 1968 vor allem mit den Wahlversprechen gewonnen, den Vietnamkrieg zu beenden. Da er dieses Wahlversprechen am Anfang seiner Amtsperiode nicht hielt, den Krieg auch auf Laos und Kambodscha ausweitete und später auch Hanoi bombardieren ließ entfachte auch er eine neue Welle heftiger Demonstrationen.[45] Der als Hardliner bekannte Republikaner hasste die Antikriegsbewegung und kritische Medienberichterstattung und ließ vor allem gegen die Protestaktionen gewaltbereite Polizisten aufmarschieren. Dies zeigte sich in den Tragödien an der Kent State University (Ohio) (Abbildung 15) und am Jackson State College (Mississippi). „Am 4. Mai protestierten 2000 Studenten friedlich gegen die Anwesenheit der Nationalgarde, die trotzdem das Feuer eröffnete, vier Studenten tötete und neun weitere verwundete. Zwei Tage später wurden zwei Studenten, die am Jackson State College […] protestiert hatten ebenfalls erschossen.“[46] Neben der sich immer weiter verschlechternden militärischen Lage und den Kriegskosten war es vor allem der anhaltende innenpolitische Druck der ihn dazu nötigte die Friedensverhandlungen mit Nordvietnam erfolgreich zu beenden.

Die Beziehung der Medien und Antikriegsbewegung[Bearbeiten]

Trotz der vielen Erfolge die beide Seiten, Medien und Antikriegsbewegung, während dem Vietnamkrieg erreicht haben dürfen diese in keinster Weise vereinheitlicht werden. Während die Medien den Vietnamkrieg meist sachlich und bis Tết auch positiv darstellen war die Antikriegsbewegung von Anfang an strikt gegen den Krieg. Gleichzeitig hat das neue Medium Fernseher den Krieg näher an die Menschen im Heimatland gebracht und auch die Präsens der Kriegsgegner durch Berichte und Reportagen verstärkt. Es muss aber auch gesagt werden, dass das Verhältnis zwischen den sachlichen Medien und der polarisierenden Demonstranten nicht immer das Beste gewesen ist. Oft taten sich die Medien schwer, vor allem durch die fehlende Nähe, positives Aspekte der Friedensproteste hervor zu heben und gleichzeitig gab es seitens der Kriegsgegner oft den Vorwurf, dass vor allem das Fernsehen der Regierung zu nahe stünde. Direkte Kooperationen zwischen Friedensbewegung und den Medien, wie es im Fall der Pentagon Papers gelang, sind die Ausnahme gewesen. In der Summe kann die Wechselwirkung zwischen Medien und Antikriegsbewegung als die stärkste innenpolitische Auswirkung im Vietnamkrieg gesehen werden.

Vietnam im Film[Bearbeiten]

Das Trauma, dass der Vietnamkrieg in der US-amerikanischen Gesellschaft hinterlassen hatte wurde Anfang der siebziger Jahre auch von den großen Filmstudios in Hollywood, Los Angeles, in zahlreichen Filmen adaptiert und die klassische Periode der Vietnamkriegsfilme hielt bis Mitte der 90er Jahre an. Interessant ist die Tatsache, dass anders als im Vergleich zu amerikanischen Filmen über den Zweiten Weltkrieg oder den Korea Krieg, positive oder gar heroische Werke im Bezug auf den Konflikt nur spärlich zu finden sind. Vielmehr wurden in der New Hollywood Ära[47] die negativen Aspekte des Krieges deutlich stärker in den Vordergrund gehoben, was man als eine der moralischen Sternstunden in der amerikanischen Filmgeschichte betrachten kann. Die Drehbuchautoren und Regisseure versuchten gezielt in zahlreichen Produktionen dem Krieg im Allgemeinen, natürlich verkörpert durch Vietnam, kritisch und mahnend gegenüber stehen. Dabei wurden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.[48] Während in Full Metal Jacket und Platoon hauptsächlich die prekäre Lage der US-Soldaten im Vordergrund steht[49] sind es in Apocalypse Now Redux und Die Verdammten des Krieges der Irrsinn des Imperialismus, des Krieges und die Kriegsverbrechen. [50] In Geboren am 4. Juli wird vor allem die Situation die Vietnamkriegsveteranen und die gespannte politische Situation in der Heimat verdeutlicht.[51] Im Folgenden werden die dafür ausgewählten Werke Apocalypse Now Redux sowie Geboren am 4. Juli als Aufarbeitung des Kriegs in Vietnam und in der Heimat behandelt.

Apocalypse Now Redux: kritische Auseinandersetzung[Bearbeiten]

Geboren am 4. Juli: gesellschaftliche Entwicklungen[Bearbeiten]

Fazit[Bearbeiten]

Der Fall Vietnam bleibt in der Geschichte der Vereinigten Staaten einzigartig. Niemals zur und auch in keinem Konflikt danach war das medial-gesellschaftliche Interesse so stark wie in diesem Stellvertreterkrieg. Sowohl die Medien als auch die Friedensaktivisten spielten eine entscheidende Rolle um den von der US-Regierung angezettelten Konflikt zu einem desaströsen Ende zu bringen. Auf die Frage ob alleine die Medien und die Antikriegsbewegung zu einem Ende des Krieges führten kann man klar mit nein Antworten. Zwar war der innenpolitische Druck vor allem in Johnsons letzten und in Nixons ersten Präsidentenjahren immens, aber man darf andere Faktoren niemals aus den Augen lassen. Die immensen Kosten für den Krieg ließen nur ein Militärisches Abenteuer auf Zeit zu. Dazu kam, dass in Vietnam, anders als in Korea, weder die Bevölkerung kooperierte und keine klaren Frontlinien verliefen. All dies nutzte Nordvietnam bzw. der Vietcong für sich und führten einen nie dagewesenen Guerillakrieg gegen die amerikanischen Streitkräfte. Am Ende lässt sich das Ende des Vietnamkrieges auf die Summe aus jahrzehntelangen politischen Fehlentscheidungen, militärischen Missmanagement, explodierenden Kriegskosten und ab der Tet-Offensive die ablehnende Haltung der US-Bevölkerung zurückzuführen. Nur im letzten Punkt hatten die Medien und die Friedensaktivisten tatsächlich Macht. Die ausführliche Berichterstattung und die engagierte Friedensbewegung hatten jedoch nicht nur auf die Supermacht USA Folgen. Auch in anderen westlichen Verbündeten, vor allem in der Bundesrepublik Deutschland, hatte dies einen starken Einfluss. So entwickelte sich aus der Studentischen Antikriegsbewegung gegen den Vietnamkrieg in Deutschland die 68er Bewegung. [52] Nach dem der Konflikt auf ganzer Linie sowohl militärisch, ideologisch und politisch gescheitert war, wurde von nationalistischen Amerikanern eine Art Dolchstoßlegende[53] erfunden. In dieser wird bis heute behauptet, dass die Medien und die Antikriegsbewegung Schuld an der Niederlage in Vietnam haben.

Die filmische Aufarbeitung des Vietnamkonflikts ist bemerkenswert. Kein Krieg zuvor und keiner danach wurde von den Filmstudios in Hollywood so kritisch betrachtet wie der Krieg in Vietnam. Der Antikriegsfilm bekam so nach Titeln wie Im Westen nichts Neues eine Renaissance. Anders als in früheren Werken, welche sich hauptsächlich auf die Grausamkeit der Kriege konzentrierten wurde auch mehr Wert auf die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe gelegt und diese auch zur Kritisierung des Konflikts verwendet. Vietnam ist aber auch mehr als nur Geschichte. Dieser Krieg zeigt eindringlich, in welchem Ausmaß in einer Demokratie Proteste durchgeführt werden können, wenn nur genügend engagierte Menschen sich zusammenschließen. Auf das aktuelle politische Geschehen bezogen kann man nur wehmütig feststellen, dass man seit dem Vietnamkrieg nie wieder solche Demonstrationen bewirken konnte, welche bei wichtigen politischen Entscheidungen tatsächlich Gehör bei den zuständigen Politikern geschaffen haben.

Anmerkungsverzeichnis[Bearbeiten]

  1. (Vgl.) Wikipedia: Tonkin-Zwischenfall [w:Tonkin-Zwischenfall]]
  2. 2,0 2,1 (Vgl.) Wikipedia: Vietnamkrieg [[w:Vietnamkrieg|]]
  3. (Vgl.) Deutschlandradio Kultur: Journalisten im Krieg [1]
  4. Krumm, Wolfgang: US-Medien und Vietnamkrieg, Hamburg 2014 S. 11
  5. Klein, Lars: Die Vietnam-Generation der Kriegsberichterstatter, Göttingen 2011
  6. (Vgl.) Klein, S. 198ff
  7. Krumm, S. 10
  8. 8,0 8,1 Krumm, S. 11
  9. (Vgl.) Wikipedia, The Terror of War
  10. Anm. d. Verf: Die Tết-Offensive war eine Großoffensive der Republik Nordvietnam zwischen dem 30.01 und 25.02 des Jahres 1968, die für die Amerikaner völlig überaschend am vietnamesischen Neujahresfest Tết stattfand.
  11. (Vgl.) Klein, S. 194-201
  12. (Vgl.) Krumm, S. 12
  13. (Vgl.) Wikipedia, Geschichte des Fernsehens
  14. (Vgl.) Krumm, S. 13
  15. (Vgl.) Wikipedia, Kriegsberichterstattung
  16. (Vgl.) Klein, S. 177
  17. Anm. d. Verf.: CBS steht für Columbia Broadcasting System, US-Amerikanisches Rundfunkunternehmen
  18. (Vgl.) Krumm, S. 14-15
  19. (Vgl.) Wikipedia, Hippie
  20. Anm. d. Verf: Zwischen 1965 und 1969 wurde Nordvietnam einem massiven Bombardement in der US-Operation Rolling Thunder massiv bombardiert. Dabei wurden sowohl die später international geächteten Cluster-Streubomben sowie Napalm-Brandbomben in hohen Mengen abgeworfen. Militärisch waren die Luftangriffe zwar wenig wirksam, führten aber zu großem Leid unter der Zivilbevölkerung, was sich wegen zahlreicher Blindgänger auch Jahrzehnte nach dem Krieg bemerkbar machte.
  21. (Vgl.) Steininger, Rolf: Der Vietnamkrieg, Frankfurt a. M., 2004, 4. Auflage Juni 2011, S.94
  22. 22,0 22,1 22,2 Steininger, S. 95
  23. Anm. d. Verf.: LBJ steht für Lyndon B. Johnson, 36. Präsident der USA (1963 - 1969)
  24. Benedict, Hans-Jürgen: Vom Protest zum Widerstand - Die Vietnamkriegs-Opposition in den USA und in der BRD, in: Friedensanalysen Für Theorie und Praxis 4 Schwerpunkt: Friedensbewgung, S. 79 – 106, Frankfurt a. M., 1977, S.84
  25. 25,0 25,1 (Vgl.) Steininger S.36 Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Steininger36“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  26. British Broadcast Corporation News: On this day, 15. October 1969: Millions march in US Vietnam Moratorium, auf BBC News
  27. 27,0 27,1 Anm. d. Verf: Die Vietnamisierung des Krieges bezeichnete das Abgeben von Kompetenzen und Aufgaben der Kriegsführung von der US-Armee an die Truppen Südvietnams. Dies wurde jedoch aus innen- und außenpolitischen Gründen zu schnell durchgeführt, sodass der Erfolg Südvietnams nach Abzug der US-Truppen bereits in Kriegszeiten als fragwürdig angesehen wurde. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Anmerkung5“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  28. Klein, S. 213
  29. Vgl. Benedict, S. 80-82
  30. 30,0 30,1 (Vgl.) Steininger, S. 98-100
  31. Stumpf, Sven: Die Friedensbewegung zur Zeit des Vietnamkriegs, Mainz 2006
  32. 32,0 32,1 Vgl. Stumpf, S. 3
  33. (Vgl.) Lipp, Karlheinz: Martin Luther King, ein Gegner des Vietnamkriegs, in: Friedensinitiativen in der Geschichte, Aufsätze Unterrichtsmaterialien Service, Herbholzheim 2002
  34. (Vgl.) Steininger, S. 98-99
  35. 35,0 35,1 Lipp, S. 184
  36. (Vgl.) Lipp, S. 184
  37. 37,0 37,1 37,2 Steininger S. 100
  38. (Vgl.) Steininger S. 100
  39. Steininger S. 100-101
  40. Zeit Online: Vietnamkrieg, Die Enthüllung der Pentagon-Papiere hat die Presse gestärkt, auf Zeit Onine
  41. Zeit Online
  42. (Vgl.) Zeit Online
  43. Steininger, S. 36f
  44. Anm. d. Verf: Great Society bezeichnet die gleichen Chancen für alle Amerikaner, Krieg gegen Armut und ein verbessertes Schulwesen
  45. (Vgl.) Steininger, S. 40
  46. Steininger, S. 99
  47. Anm. d. Verf: New Hollywood bezeichnet erfolgreiche Filmproduktionen ab 1967 bis Ende der 70er Jahre, die sich über das klassische Studiosystem hinwegsetzten und fast alle eine gesellschaftskritische Grundhaltung besitzten.
  48. Vgl. Reinecke, Stefan: Hollywood goes Vietnam, Marburg, 1993, S. 7-15
  49. (Vgl.) Reinecke, S. 103-130
  50. (Vgl.) Reinecke, S. 35-55
  51. (Vgl.) S. 131-139
  52. (Vgl.) Benedict, S. 99-104
  53. Anm. d. Verf: Die Dolchstoßlegende ist eine erfundene Falschaussage von deutschen Nationalisten und Militaristen nach dem verlorenen Ersten Weltkkrieg. Diese beinhaltet, dass nicht die militärische Situation Deutschland zum Kriegsverlierer machte, sondern die sich neu formenden demokratischen Strukturen der Weimarer Republik zur Kapitulation mit der Entente führte.

Literaturverzeichnis für Vietnam Buch[Bearbeiten]

Sachliteratur[Bearbeiten]

  • Klein, Lars: Die Vietnam-Generation der Kriegsberichterstatter, Göttingen 2011
  • Krumm, Wolfgang: US-Medien und Vietnamkrieg, Hamburg 2014
  • Reinecke, Stefan: Hollywood goes Vietnam, Marburg, 1993
  • Steininger, Rolf: Der Vietnamkrieg, Frankfurt a. M., 2004, 4. Auflage Juni 2011
  • Stumpf, Sven: Die Friedensbewegung zur Zeit des Vietnamkriegs, Mainz 2006

Aufsätze aus Sammelbänden, Zeitschriften und Zeitungen[Bearbeiten]

  • Benedict, Hans-Jürgen: Vom Protest zum Widerstand - Die Vietnamkriegs-Opposition in den USA und in der BRD, in: Friedensanalysen Für Theorie und Praxis 4 Schwerpunkt: Friedensbewgung, S. 79 – 106, Frankfurt a. M., 1977
  • Lipp, Karlheinz: Martin Luther King, ein Gegner des Vietnamkriegs, in: Friedensinitiativen in der Geschichte, Aufsätze Unterrichtsmaterialien Service, Herbholzheim 2002

Informationen aus dem Internet[Bearbeiten]

  • British Broadcast Corporation News: On this day, 15. October 1969: Millions march in US Vietnam Moratorium, auf BBC News
  • Film-Lexikon: Apocalypse Now, auf [2]
  • Moldenhauer, Benjamin: Am Ende waren alle verrückt, Dreh von "Apocalpyse Now", auf Spiegel Online [3]
  • Stänner, Paul: Journalisten im Krieg, auf Deutschland Radio Kultur [4]
  • Diverse Wikipedia Artikel (platzfüller)
  • Zeit Online: Vietnamkrieg, Die Enthüllung der Pentagon-Papiere hat die Presse gestärkt, auf Zeit Onine

Filme[Bearbeiten]

  • Coppola, Francis Ford: Apocalypse Now Redux, USA, 1979
  • Stone, Oliver: Born on the Fourth July, USA, 1989

Linux für Umsteiger[Bearbeiten]

Vorwort[Bearbeiten]

Viele Menschen denken bei Linux gleich an ein Betriebssystem, dass unhandlich, nicht sehr benutzerfreundlich und ohne Kenntnisse mit einer Konsole nicht sehr komfortabel zu nutzen ist. Dabei sind das Vorurteile, die noch aus den Anfangsjahren bis Mitte der 2000er Jahre stammen, als Linux als Desktop-Betriebssystem tatsächlich technisch hinter Windows gewesen ist.
Im Laufe der '10er Jahre des 21. Jahrhunderts hat Linux, objektiv betrachtet, bereits schon lange sein Image als schlechtes OS begraben und ist bei richtiger Handhabung auch viel komfortabler und sicherer als Windows.

Für wen ist dieses Buch bestimmt?[Bearbeiten]

Dieses Buch richtet sich hauptsächlich an Nutzer des Windows-Betriebssystems aber ist auch genauso für MacOS-Nutzer anwendbar. Man bedarf dabei keinerlei Vorwissen von Linux und muss bei Windows auch kein Experte gewesen sein. Alles Relevante von Installation bis Handhabung der grafischen Oberfläche wird innerhalb dieses Buchs so einfach wie möglich erklärt, oder enthält weitere Verlinkungen zu genauen Erklärungen.

Warum Linux? Was spricht gegen Windows?[Bearbeiten]

Warum ausgerechnet Linux? Was macht Linux so besonders? Diese Fragen werden sich nun wohl viele von Ihnen stellen.
Linux ist ein Open Source Projekt. Das heißt: Jeder der die nötigen Fähigkeiten hat kann bei Linux mitarbeiten. Dabei muss man verstehen, dass Linux nicht einfach ein Gesamtprojekt ist sondern es viele verschiedene Distributionen (Abspaltungen) gibt die historisch gewachsen sind. Das Merkmal welches jede Linux-Distribution gemeinsam hat ist jedoch der Linux-Kernel, das Herzstück des Betriebssystems.

Windows ist dagegen ein kommerzielles Produkt, dass heutzutage hauptsächlich durch seine überwältigende Marktdurchdringung präsent ist. Der wichtigste Vorteil von Windows ist, dass fast jeder Windows nutzt und viele Programmierer auch nur für Windows Programme geschrieben haben. Dieser Trend gerät mittlerweile langsam ins Wanken, weil plattformübergreifende Programmierung mehr Vorteile sowohl für kostenlose als auch kommerzielle Programme erbringt. Weiterhin hat der mobile Markt eine große Niederlage für Microsoft bedeutet. Windows Mobile konnte sich nicht auf dem Markt gegenüber dem kostenlosen Android, einem Linuxderivat, und iOS von Apple durchsetzen. Zudem ist im Serverbereich Windows nicht so bedeutend wie Linux, welches dort wesentlich performanter, sicherer und wartungsfreundlicher ist. Auch der Großteil der heutigen Superrechner arbeitet mit Linux.


Für Linux im allgemeinen sind folgende Vorteile gegenüber Windows zu nennen:

  • Kostenlos verfügbar
    • Ein PC/Laptop mit vorinstalliertem Windows 10 kostet rund 100€ mehr wegen den Lizenzgebühren
  • Mehr Sicherheit gegenüber Schadsoftware (Viren, Maleware, Spyware)
  • Es wird kein Virenschutz benötigt
  • Privatsphäre (Windows sendet sehr gerne "anonyme" Nutzerdaten an die Dateizentrale --> auf die u.a. die NSA Zugriff hat)
  • Hohe Kompatibilität zu Windowsprogrammen <-> Windows hat keinerlei Kompatibilität zu Linux (siehe Programmliste)
  • Wählbarkeit der grafischen Oberfläche mit der man am besten zurecht kommt
  • Wesentlich besseres Updatemanagement
  • Linux hat ein intelligentes Verwaltungsmanagement in dem Datenmüll automatisch entsorgt wird
    • Bei Windows wird der Computer ohne regelmäßige Wartung schon nach einem Jahr deutlich langsamer

Siehe dazu auch:

Ein paar Begriffe aus der Linux-Welt[Bearbeiten]

Um Linux besser verstehen zu können ist es auch wichtig ein paar Begrifflichkeiten zu kennen, die oft im Zusammenhang mit Linux fallen. Es ist nicht wichtig alle technischen Raffinessen hinter diesen Begriffen zu verstehen, sondern sich nur ein Bild davon machen zu können.

  • (Linux-)Kernel: Der Betriebssystemkern in dem die Ablauf- und Dateiorganisation festgelegt ist, alle weiteren Softwarebestandteile bauen auf dem Kernel auf. Jedes Betriebssystem besitzt einen Kernel, im Gegensatz zu Windows ist der Linux-Kernel aber monolithisch.
    • monolithisch: Es bedeutet, dass Treiber und Laufzeitkomponenten für externe Geräte (Maus, Tastatur) bereits fest im Linux-Kernel verankert sind und nicht wie bei Windows erst nachinstalliert werden müssen. Daraus ergibt sich bei Linux der Vorteil des plug-and-plays also einstecken und es funktioniert sofort.
  • Distribution: Ein Komplettpaket abgestimmter Software rund um den Linux-Kernel.
    • Beispiele: Debian, Ubuntu, OpenSUSE, Fedora, Linux Mint usw.
  • Derivat/Fork: Ein Ableger einer Distribution. Es unterscheidet sich meist nicht sehr wesentlich von der Hauptdistribution (meistens durch die grafische Oberfläche, einige Bibliotheken)
    • Beispiel Ubuntu: Kubuntu, UbuntuMATE, Lubuntu usw.
  • Paketverwaltung: Anders als bei Windows, in dem man mühsam alle Programme und Laufzeitbiliothken (.NET, DirectX) aus dem Internet suchen muss, ist bei Linux alles in speziellen Paketverwaltungen auf Servern rund um die Welt gespeichert. Konsolenbefehle oder "Appstores" ermöglichen es, die Programme und Biblotheken herunterzuladen. Eine Paketverwaltung bietet einen deutlich besseren Schutz vor Viren als Programme von externen Internetanbietern.
  • Fremdquellen: Es sind Programme/Bibliotheken die nicht in der offiziellen Paketverwaltung vorhanden sind.
    • Fast alle Programme bei Windows sind übrigens Fremdquellen.
  • Bibliothek: Eine Programmbibliothek beinhaltet Algorithmen, Vereinfachungen etc. für die Programmierung. Viele Programme laufen nur unter Mitinstallation der passenden Bibliotheken, was die Paketverwaltung aber automatisch durchführt.
  • Binaries/Ausführbare Dateien: Was man bei Windows als .exe Format kennt, gibt es bei Linux mehrere Dateiformate die das gleiche Ziel haben.
  • Shell: Die Shell (Hülle/Außenhaut) ist die Schnittstelle zwischen Benutzer und PC, kommt in Form einer Konsole und einer grafischen Oberfläche vor.

Warum Kubuntu oder Zorin OS?[Bearbeiten]

Kubuntu ist ein Derivat (Ableger) der bekannten Linux-Distribution Ubuntu. Im Vergleich dazu nutzt Kubuntu aber die grafische Oberfläche KDE (K Desktop Enviroment), die in der aktuellen Version (Plasma 5) sehr stark an Windows 7 und 8.1 erinnert, was als Umsteiger von Windows ein großer Vorteil ist. Aus den von mir gemachten Erfahrungen findet man sich bei KDE, im Vergleich zu GNOME oder Unity wesentlich schneller zurecht, da altbekannte Konzepte von Windows übernommen wurden. KDE entwickelt sich jedoch seit der Version 5 schnell weiter und hat bereits ein unverkennbares eigenes Design entwickelt, welches sich stark von den Windowskonzepten unterscheidet ohne für Anfänger unvertraut zu wirken

ZorinOS ist eine Abspaltung von Ubuntu. Es gehört also nicht mehr zu den Ubuntu-Derivaten sondern ist ein auf Ubuntu basierter Fork, der die Hauptkomponenten von Ubuntu nutzt, jedoch nicht zum eigentlichen Ubuntu-Projekt/Familie gehört. Anders als Kubuntu orientiert sich die grafische Oberfläche mehr am Vorbild Windows 10. Zorin ist im Vergleich zu KDE noch eine sehr junge Oberfläche.

Installation[Bearbeiten]

Die Installationsdateien[Bearbeiten]

Diese finden Sie für:

  • Kubuntu unter: kubuntu.org
    • Wählen Sie für Kubuntu bitte die Version 16.04 LTS Version aus, welche ab Veröffentlichung vier Jahre Updates bereitstellt.
  • ZorinOS unter: zorinos.com

Es wird empfohlen in beiden fällen die 64-Bit Version herunterzuladen.

Üben mit einer Virtuellen Maschine[Bearbeiten]

Bevor Sie sich für einen Umstieg auf Linux oder einen Dualboot mit Linux entscheidet sollten Sie Kubuntu oder ZorinOS zuerst als Preview auf Youtube ansehen, danach wählen welches der beiden Ihnen besser zusagt und dann das Installationsimage (.iso Datei) in VirtualBox einbinden.

Installation Kubuntu[Bearbeiten]

  • Starte Kubuntu von einer DVD oder einem USB-Datenträger (über das BIOS des PCs möglich).
  • Es wird eine grafische Oberfläche erscheinen in der man zwischen Install Kubuntu oder Try Kubuntu wählen kann.
    • Install Kubuntu -> Direkt ins Installationsmenü
    • Try Kubuntu -> Man kann die grafische Oberfläche und Standardprogramme begutachten
      • Es wird oben Links ein Icon mit "Install ZorinOS" angezeigt in welchem man zum Installationsmenü wechseln kann
  • Im nächsten Schritt muss die gewünschte Sprache eingeben (Deutsch)
  • Installation wird Vorbereitet:
    • Empfehlung sowohl "Updates während der Installation" als auch "Installation von Drittanbietersoftware" anklicken
  • Installationsart:
    • Wenn man nur noch Kubuntu möchte -> "Festplatte löschen und Zorin installieren"
    • Wenn man einen Dualboot mit Windows betreiben will bitte "Etwas anderes" wählen
      • Es ist zu beachten, dass ein Teil der Festplatte frei sein muss (Empfehlung: mindestens 50 GB, besser >100GB)
      • Wählen sie den freien Speicher aus und erstellen Sie als erstes "Auslagerungsspeicher (Swap)"
        • Empfehlung: Die Größe des Swaps sollte ungefähr bei der Hälfte des Arbeitsspeichers liegen
      • Für den restlichen freien Speicher wählen sie das Speicherformat EXT4 aus, uns als Einhängepunkt "/"
  • Nun wird Zorin installiert
    • Wählen Sie abschließend noch Ort,
    • Tastaturbelegung (Deutsch, je nach Herkunft) und
    • geben Sie Ihre Benutzerdaten an. Hier ist wichtig das sie, im Gegensatz zu Windows ein Passwort eingeben müssen.
      • Geben Sie ein Passwort an, welches Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen (!,%,/ usw.) enthält.
      • Vergessen Sie Ihr Passwort nie, wenn sie vergesslich sind schreiben sie ihr Passwort in ein, möglichst sicher verwahrtes Notizbuch.
    • Alternativ können Sie hier noch Ihre Persönlichen Daten verschlüsseln (empfohlen)
  • Wenn die Installation abgeschlossen ist drücken Sie bitte auf Neustarten

Installation ZorinOS[Bearbeiten]

Die Installation von ZorinOS ist fast identisch zu der von Kubuntu:

  • Starte ZorinOS von einer DVD oder einem USB-Datenträger (über das BIOS des PCs möglich).
  • Es wird eine grafische Oberfläche erscheinen in der man zwischen Install ZorinOS oder Try ZorinOS wählen kann.
    • Install ZorinOS -> Direkt ins Installationsmenü
    • Try ZorinOS -> Man kann die grafische Oberfläche und Standardprogramme begutachten
      • Es wird oben Links ein Icon mit "Install ZorinOS" angezeigt in welchem man zum Installationsmenü wechseln kann
  • Im nächsten Schritt muss die gewünschte Sprache eingeben (Deutsch)
  • Installation wird Vorbereitet:
    • Empfehlung sowohl "Updates während der Installation" als auch "Installation von Drittanbietersoftware" anklicken
  • Installationsart:
    • Wenn man nur noch ZorinOS möchte -> "Festplatte löschen und Zorin installieren"
    • Wenn man einen Dualboot mit Windows betreiben will bitte "Etwas anderes" wählen
      • Es ist zu beachten, dass ein Teil der Festplatte frei sein muss (Empfehlung: mindestens 50 GB, besser >100GB)
      • Wählen sie den freien Speicher aus und erstellen Sie als erstes "Auslagerungsspeicher (Swap)"
        • Empfehlung: Die Größe des Swaps sollte ungefähr bei der Hälfte des Arbeitsspeichers liegen
      • Für den restlichen freien Speicher wählen sie das Speicherformat EXT4 aus, uns als Einhängepunkt "/"
  • Nun wird Zorin installiert
    • Wählen Sie abschließend noch Ort,
    • Tastaturbelegung (Deutsch, je nach Herkunft) und
    • geben Sie Ihre Benutzerdaten an. Hier ist wichtig das sie, im Gegensatz zu Windows ein Passwort eingeben müssen.
      • Geben Sie ein Passwort an, welches Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen (!,%,/ usw.) enthält.
      • Vergessen Sie Ihr Passwort nie, wenn sie vergesslich sind schreiben sie ihr Passwort in ein, möglichst sicher verwahrtes Notizbuch.
    • Alternativ können Sie hier noch Ihre Persönlichen Daten verschlüsseln (empfohlen)
  • Wenn die Installation abgeschlossen ist drücken Sie bitte auf Neustarten

Erste Schritte[Bearbeiten]

Für Dualbootnutzer[Bearbeiten]

Wenn Sie neugestartet haben werden Sie sich wundern wo auf einmal Ihr Windows geblieben ist und Sie nur noch Linux starten können. Aber keine Sorge, dafür gibt es eine einfache Lösung. Hier müssen


KDE[Bearbeiten]

Zorin UI[Bearbeiten]

Die Konsole[Bearbeiten]

Wichtige Konsolenbefehle[Bearbeiten]

Hilfreiche Programme[Bearbeiten]

Libre Office[Bearbeiten]