Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 3
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- Vokalharmonie - magánhangzó-harmónia
- magánhangzó - Vokal (wörtlich: Selbstlaut)
- hang - laut, Ton, Stimme
- magán - privat, (sich-...)
- harmónia - Harmonie
- mássalhangzó - Konsonant (wörtlich: Mitlaut)
- Die Vokalharmonie im Ungarischen ist ein zentrales Merkmal der Sprache und beeinflusst insbesondere die Wahl von Suffixen. Sie basiert auf dem Unterschied zwischen dunklen und hellen Vokalen.
- Dabei passt man die Suffixe an die Vokale des Wortstamms an.
- Diese Harmonie spielt eine zentrale Rolle bei der Bildung von Pluralformen, bei der Konjugation von Verben, bei den Kasusendungen und Possessivsuffixen und bei den zahlreichen anderen Suffixen.
- In der Sprachwissenschaft wird für „Vokalharmonie“ manchmal auch der Ausdruck „hangrendi illeszkedés“ verwendet, was wörtlich „klangreihenmäßige Anpassung“ bedeutet – dieser Begriff betont die lautliche Anpassung der Endungen an die Vokalart des Stamms. Wobei „magánhangzó-harmónia“ geläufiger ist.
- Alle Suffixe richten sich nach dieser Vokalharmonie-Regel. Die Suffixe kommen gewöhnlich im Doppelpack: eine Version für die Wörter mit dunklen Vokalen und eine zweite Version für die Wörter mit hellen Vokalen.
- Die Grundregel ist, dass Worte mit dunklen Vokalen dunkle Endungen, Worte mit hohen Vokalen entsprechende hohe Endungen bekommen.
- Worte mit gemischten Vokalen (genauer: Wort die sowohl dunkle als auch helle Vokale enthalten) bekommen dunkle Endungen.
dunkle Vokale, helle Vokale
[Bearbeiten]- Unterschieden wird zwischen zwei Gruppen von Vokalen: den dunklen Vokalen und den hellen Vokalen.
- dunkle Vokale sind: „a“, „o“ und „u“. Ebenso die dazugehörigen langen Versionen „á“, „ó“ und „ú“.
- Helle Vokale sind: die restlichen Vokale und ihre dazugehörigen langen Versionen, also:
- Helle Vokale sind: „e“ und „i“ sowie „é“ und „í“. Ebenso die Umlaute und ihre dazugehörigen langen Versionen, also: „ö“ und „ü“ sowie „ő“ und „ű“.
- Das ungarische Alphabet hat kein „ä“.
- Dunkle Vokale im Wort (im Wortstamm) erfordern auch Suffixe mit dunklen Vokalen.
- Helle Vokale im Wort (im Wortstamm) erfordern auch Suffixe mit hellen Vokalen.
- Beispiele:
- „-ban/-ben“ (Suffix) - „in“
- „-ban“ (dunkles Suffix) - „in“
- „-ben“ (helles Suffix) - „in“
- város - Stadt - („á“ und „o“ sind dunkel; deshalb verlangen sie auch nach Suffixen mit dunklen Vokalen)
- városban - in der Stadt
- szekrény - Schrank („e“ und „é“ sind hell; deshalb verlangen sie auch nach Suffixen mit hellen Vokalen)
- szekrényben - im Schrank
- „-ok/-ek“ (Suffix) - Suffix für die Pluralbildung (weitere Pluralsuffixe sind: „-ak“ und „-k“)
- „-ok“ (dunkles Suffix) - für die Pluralbildung
- „-ek“ (helles Suffix) - für die Pluralbildung
- város - Stadt
- városok - Städte
- szekrény - Schrank
- szekrények - Schränke
- „-val/-vel“ (Suffix) - „mit“
- autó - Auto
- autóval - mit (dem) Auto
- zene - Musik
- zenevel - mit Musik
- „-ba/-be“ (Suffix) - „in (hinein)“
- „-ban“ (dunkles Suffix) - „in (hinein)“
- „-ben“ (helles Suffix) - „in (hinein)“
- kar - Arm
- karba - in den Arm
- kéz - Hand
- kézbe - in die Hand
- Beispiel:
- autó - Auto
- könyv - Buch
- labda - Ball
- asztal - Tisch
- szék - Stuhl
- lámpa - Lampe
- repülőtér - Flugplatz
- rendörség - Polizei
- nap - Tag, Sonne
- Magyarország
- város - Stadt
- fej - Kopf
- test - Körper
- név - Name
- szelet - Scheibe, Stück
- darab - Stück
- kerek - Rad
- fül - Ohr
- szív - Herz
- szem - Auge
Verben im Infinitiv
[Bearbeiten]- gyakorol – üben (3. Person Einzahl), so wird es in Wörterbüchern angegeben
- gyakorolni – üben (Infinitiv)
- Die Infinitivendung „‑ni“ ist grammatisch fest und nicht von der Vokalharmonie betroffen.
- Sie passt sich nicht an den Stamm an – sie ist immer gleich, unabhängig davon, ob der Stamm helle oder dunkle Vokale enthält.
- In der Vokalharmonie zählt die Infinitivendung „‑ni“ nicht mit, da sie ein grammatischer Zusatz ist und nicht zum Wortstamm gehört.
- Die Vokalharmonie richtet sich also nur nach dem Stamm „gyakorol“, und der besteht ausschließlich aus tiefen Vokalen.
- gyakorol/ni - üben
- mesél/ni – erzählen
- olvas/ni - lesen
- hoz/ni - bringen
dunkle und helle Vokale gemischt
[Bearbeiten]- Die meisten „original ungarischen Wörter“, die also keine Fremdwörter oder Lehnwörter aus jüngere Zeit sind, enthalten nur dunkle oder nur helle Vokale.
- Beispiele.
- újság - Zeitung
- magyar - ungarisch
- kapu - Tor
- macska - Katze
- dolgozni – arbeiten
- magyarázni – erklären
- gyakorolni – üben
- szöveg - Text
- füzet - Heft
- ember - Mensch
- szeretet - Liebe
- testvér - Geschwister
- zöldség - Gemüse
- fizetni – bezahlen
- beszélni – sprechen
- segíteni – helfen
- In einigen Wörtern tauchen sowohl dunkle als auch helle Vokale auf. Aus dem Ural (vor 2000 Jahren) hat die ungarische Sprache ins heutige Ungarn (vor 1000 Jahren) fast keine Wörter mitgebracht, die gleichzeitig hohe und tiefe Vokale enthielten. Fremde Spracheinflüsse haben aber auch verstärkt zu gemischtvokalischen Wörtern geführt.
- Substantive, die sowohl dunkle als auch helle vokale enthalten („gemischtvokalisch“) werden zur Gruppe der dunklen Vokale gerechnet und erhalten die entsprechenden dunklen Suffixe.
- kiván - wünschen
- vizsga - Prüfung
- Istvan - Stefan
- villamos – Straßenbahn
- sétálni – spazieren gehen
- kirándulni – wandern, einen Ausflug machen
dunkle/hohen Vokale, tiefe/hohe Vokale, hintere/vordere Vokale, back/front vowels
[Bearbeiten]
- In der ungarische Grammatik bezeichnet man die dunklen und hohen Vokale ungarisch:
- mély (tiefe Vokale) = dunkle Vokale: a, á, o, ó, u, ú
- magas (hohe Vokale) = helle Vokale: é, é, i, í, ö, ő, ü, ű
- Diese Bezeichnung findet man auch in einigen deutschsprachigen Ungarisch-Lehrbüchern: tiefe/hohe Vokale.
- In Wirklichkeit ist mit mély (tief) und magas (hoch) nicht die Tonhöhe gemeint, aber wen interessiert das wirklich.
- In englischsprachigen Ungarisch-Lehrbüchern wird statt von hellen und dunklen vokalen durchgehend von
- hintere und vordere Vokalen gesprochen (back vowels; front vowels). Das bezieht sich dann auf die Lage der Zunge (genauer: die horizontale Lage der Zunge) bei der Aussprache und nicht auf den Klang der Vokale.
- hintere Vokale (back vowels): a, á, o, ó, u, ú
- vordere Vokale (front vowels):é, é, i, í, ö, ő, ü, ű
- Die vorderen Vokale werden nochmals unterteilt in gerundete vokale (front rounded vowels): ö, ő, ü, ű
- sowie nicht gerundete Vokale (front rounded vowels): é, é, i, í
- Phonetisch exakt und fachsprachlich eindeutig ist:
- hintere Vokale (englisch: back vowels)
- vordere Vokale (englisch: front vowels
- Das Vokabular für die beiden Gruppen der Vokalharmonie bezieht sich also einmal auf die (metaphorische) Artikulationshöhe und ein andermal auf die Zungenlage:
- dunkle Vokale = mély = tiefe Vokale = hintere Vokale = back vowels: a, á, o, ó, u, ú
- helle Vokale = magas = hohe Vokale = vordere Vokale = front vowels: e, é, i, í, ö, ő, ü, ű
- siehe auch unten den Abschnitt Sonderstellung des „i“ und „í“
Liste der Suffixe
[Bearbeiten]- Die meisten Suffixe haben je eine Version für die tiefvokalischen Wörter und eine zweite Version für die hochvokalischen Wörter.
- Es gibt aber auch Suffixe, die nur eine Version haben und für beide Vokalgruppen in identischer Form verwendet werden.
- Und dann gibt es noch einige Suffixe, die drei Formen haben
- Die Vokale der
- ersten Gruppe a, á, o, ó, u, ú nennt man tief (rund)
- der zweiten Gruppe (e, é, i, í) nennt man hoch-unrund
- der dritten Gruppe (ö, ő, ü, ű) nennt man hoch-rund (labial), bzw. helle gerundete Vokale (oder: labiale Variante)
Einförmige Suffixe
[Bearbeiten]- Einige wenige Suffixe habe nur eine Version und werden immer in der gleichen Form an tiefvokalischen Wörter und an hochvokalischen Wörter angehängt.
- Suffixe mit einer einzigen Version (egy alakú toldalék) - einförmiges (invariantes) Suffixe sind:
- „‑ig“ - bis (Terminativ) - Beispiele: hétig - bis sieben; estig - bis abends; Budapestig - bis Budapest
- „‑ért“- wegen (Kausalis/Finalis) - Beispiele: házért - wegen des Hauses; emberért - wegen des Menschen
- „‑ként“ - in der Eigenschaft als; in der Funktion von; in Form von („als“, „-weise“, „-mäßig“, „-artig“) (Essiv) - Beispiele: barátként - als Freund; diákként - als Schüler
Zweiförmige Suffixe ???
[Bearbeiten]- Die allergrößte Gruppe der Suffixe hat zwei Varianten: tief/hoch
???
zweigruppig
zwei Versionen
kétalakú toldalék
Zweigruppige Suffixe sind Endungen, die sich in ihrer Form der Vokalharmonie des Wortstamms anpassen – sie erscheinen in einer tiefen oder in einer hohen Variante (z. B. ‑ban / ‑ben).“
Dreiförmige Suffixe
[Bearbeiten]- Dreigliedrige Suffixe haben zusätzlich noch eine labiale Variante. (labium - die Lippe; labial - „Lippen-“)
- Suffixe mit drei unterschiedlichen Version (háromalakú toldalék) - - unterteilt die Sprachtheorie in „tief“ – „hoch“ – „vorder-labial“
- Für Zwecke des Sprachunterrichts lernen wir aber nur, dass es
- dunkle Vokale
- und helle Vokale gibt.
- Wobei bei der Gruppe mit den hellen Vokalen noch eine Gruppe mit Umlauten im Wortstamm unterschieden wird. Das ist die dritte Gruppe.
- Diese 3. Gruppe enthält die Lippen-Vokale (labial): ö, ő, ü, ű. Bei der Aussprache dieser Vokale (am besten gleich ausprobieren) spitzt sich die Lippe zum Küsschen geben. Diese Vokale werden hauptsächlich mit den Lippen gebildet.
- Wohingegen bei der zweiten Gruppe der Vokale (e, é, i, í) sich die Lippe eher breit zieht - zum Breitmaulfrosch.
- Um sich nun den Übergang der Lippenform vom „ö“ (im Wortstamm) zum „e“ (im Suffix) zu ersparen, verwendet man auch ein Suffix mit „ö“ (statt ein Suffix mit „e“).
- dreiförmige Suffixe sind:
- „-on / -en / -ön“ - auf bzw. an (Position) (Lokalkasus: Superessiv) - Beispiele: széken - auf dem Stuhl; asztalon - auf dem Tisch; könyvön - auf dem Buch; fán - auf dem Baum; (hier noch zusätzlich ein 4. Suffix, wenn der Wortstamm bereits auf einen Vokal endet: „-n“: fá - Baum; fán - auf dem Baum bzw. am Baum)
- „‑hoz / ‑hez / ‑höz“ - hin (in die Nähe) (Lokalkasus: Allativ) - Beispiele: házhoz - zum Haus hin; emberhez - zum Menschen hin; tükörhöz - zum Spiegel hin
- tető
- szülő
- gyümölcs
- ABER: zöldség
- fül
Komposita und Vokalharmonie
[Bearbeiten]- Bei zusammengesetzten Substantiven zählt nur das letzte Teilwort für die Vokalharmonie.
- Beispiele:
- útlevél (út-levél) - Reisepass
- út - Straße, Reise - dunkle Vokale
- levél - Brief - helle Vokale
- ALSO: útlevél - wird als hellvokalisch gewertet
- csokoládékrém (csokoládé-krém) - Schokoladencreme
- csokoládé - Schokolade - dunkle Vokale (weil dunkle und helle Vokale gemischt)
- krém - Creme - heller Vokal
- ALSO: csokoládékrém - wird als hellvokalisch gewertet
- Budapest (Buda-Pest) - das waren zwei getrennte Städte auf beiden Seiten der Donau. Heute sagt man üblicherweise in Ungarn meist nur „Pest“, wenn man „Budapest“ meint. Es handelt sich also um ein zusammengesetztes Wort.
- Buda - (deutsch historisch: Ofen) ist der westlich der Donau, am rechten Flussufer liegende Stadtteil - dunkle Vokale
- Pest - eine der zwei Urstädte Budapests; heute der östliche der Donau liegende Stadtteil - heller Vokal
- ALSO: Budapest - wird als hellvokalisch gewertet - wenn der letzte Wortteil auch als eigenständiges Wort verwendet werden kann, dann ist er bestimmend für die Vokalharmonie
- Lengyelország (Lengyel-ország) - Polen
- lengyel - polnisch, Pole - helle Vokale
- ország - Land - dunkle Vokale - wenn der letzte Wortteil auch als eigenständiges Wort verwendet werden kann, dann ist er bestimmend für die Vokalharmonie
- ALSO: Lengyelország - wird als dunkelvokalisch gewertet
- repülőgép – Flugzeug
- rendőrség – Polizei
- tanterem – Klassenraum
- számítógép – Computer
Vorsilben und Vokalharmonie ???
[Bearbeiten]- Vorsilben/Präfixe (Präverbien) wie z. B. „ki‑“ (rein-), „be‑“ (raus-), „fel‑“ (hoch-), „le‑“ (runter-) usw. sind von der Vokalharmonie nicht betroffen, weil sie nicht flektiert werden und feste Bestandteile des Wortes sind. Von „ki‑“, „be‑“, „fel‑“, „le‑“ usw. gibt es keine zweite Version mit dunklen Vokalen.
- Die Vokalharmonie betrifft nur Suffixe.
- Ist „kipróbál“ gemischtvokalisch? - Nein!
- Präfixe (Präverbien) zählen nicht zur Vokalharmonie des Stamms. In diesem Fall zählt also „ki‑“ nicht zum Wortstamm. Es bleibt also nur das dunkle „próbál“ für die Eingruppierung (hell/dunkel/gemischt)
- Die Vokalharmonie richtet sich ausschließlich nach dem Verbstamm, nicht nach vorangestellten Vorsilben (Präfixen).
- próbál - probieren
- kipróbál - ausprobieren, erproben
- Analog gilt das auch für Substantive: Die Vokalharmonie richtet sich ausschließlich nach dem Wortstamm, nicht nach vorangestellten Vorsilben (Präfixen).
- Egal ob es sich bei den „Vorsilben“ um Präverbien oder Ableitungsvorsilben handelt.
- Diese nicht flektierbaren Vorsilben zählen nicht zum Wortstamm. Insbesondere wenn sie dunkel sind ändern sie nicht die Eingruppierung des hellen Wortstammes.
- Beispiele:
- „ál-“ - „Pseudo-“, „Schein-“
- „al-“ - „Unter-", „Nieder-“
- „ős-“ - „Ur-“, "Ahnen-“, „Vorfahre“
- „elő-“ - „vor-“, „vorherige“
- Verwirrung können aber nur die wenigen Vorsilben mit dunklen Vokalen stiften, falls diese fälschlicherweise als Teil des Wortstammes gesehen werden. Nur diese können einen hellen Wortstammt dann zu einem anscheinend gemischtvokalischem Wort machen.
- Kein Problem machen helle Vorsilben wie z. B. „elő-“ - „vor-“, da sie nicht die Eingruppierung Richtung hell „verfälschen“ können
- előadás - Vorstellung - (hier ist „adás“ - Sendung“ der Stamm) - also dunkel - Plural: előadások
- előképző - Vorsilbe, Präfix - (hier ist „képző“ - Suffix“ der Stamm) - also hell - Plural: előképzők (Vokalharmonie ist hier egal)
- előkép - Prototyp, (hier ist „kép“ - Bild“ der Stamm) - also hell - Plural: előképek
- előérzet - Vorahnung, (hier ist „érzet“ - Empfindung“ der Stamm) - also hell - Akkusativ: előérzetet
- elővigyázat - Vorsicht, (hier ist „vigyázat“ - Vorsicht“ der Stamm) - also dunkel - Akkusativ: elővigyázatot
- előítélet - Vorurteil, (hier ist „ítélet“ - Urteil“ der Stamm) - also hell - Plural: előítéletek
- előkészül - vorbereiten, (hier ist „készül“ - vorbereiten“ der Stamm) - also hell - (én előkészülök - ich bereite vor)
- Bei Vorsilben mit dunklen Vokalen ist Vorsicht geboten. Werden diese fälschlicherweise zum Wortstamm hinzugerechnet, dann kann ein heller Wortstamm fälschlich als gemischtvokalisch/ dunkel mit einem dunklen Suffix versehen werden.
- „ál-“ - „Pseudo-“, „Schein-“, unecht - Da „ál-“ nicht flektiert wird, ist es nicht Teil der Vokalharmonie.
- álbarát - Scheinfreund, falscher Freund - (dunkel - weil „barát“ dunkel ist)
- álmosoly - falsche Lächeln - dunkel
- álindok - Scheingrund, Vorwand - („indok“ - Anlass) - dunkel
- álorvos - Pseudoarzt, falscher Arzt - dunkel
- ABER:
- álnév - Pseudoname, Pseudonym - hell (wegen: név - Name) - Plural: álnevek (zusätzlich Vokalverkürzung)
- álítélet - Scheinurteil - hell (wegen: ítélet - Urteil) - Plural: álítéletek
- álgyőzelem - Scheinsieg - hell (wegen: győzelem - Sieg) - Plural: álgyőzelmek (zusätzlich Vokalausfall)
- áldöntés - Scheidentscheidung, Scheinlösung - hell (wegen: döntés - Entscheidung) - Plural: áldöntések
- „ál-“ wirkt auf der Bedeutungsebene, nicht auf die grammatische Struktur, und beeinflusst nicht die Vokalharmonie der Suffixe – diese richtet sich wie immer nur nach dem Stamm des Substantivs/Verbs/Adjektivs.
- ABER:
- „al-“ - „Unter-", „Nieder-“
- Alföld - Tiefland, Tiefebene - hell (wegen: föld - Land, Erde, Boden) - Akkusativ: Alföldet ??? Alföldön ???
- alépítmény – Unterbau - Plural: alépítmények
- alrend – Unterordnung - Plural: alrendek
- alvilág – Unterwelt - Plural: alvilágok
- „ős-“ - „Ur-“, "Ahnen-“, „Vorfahre“
- ősanyag - Urstoff, Urmaterie - Plural: ősanyagok
- őskép - Urbild - Plural: ősképek
- őseredet - Urursprung - Plural: őseredetek
- ősellenség - Erzfeind - Plural: ősellenségek
- ősérzelem - Urgefühl - Plural: ősérzelmek
- ősleves - Ursuppe
- őslakó - Ureinwohner
- őskor - Urzeit - Plural: őskor
- őserdő - Urwald - Plural: őserdők
- ősember - Urmensch- Plural: ősemberek
- „alap-“ - „Grund-“ - (der zweite Wortteil bestimmt die Vokalharmonie ???)
- alapszabály – Grundregel - Plural: alapszabályok
- alapfok – Grundstufe (z. B. in der Grammatik: „alapfokú melléknév“ = Positiv) - Plural: alapfokok
- alapkő – Grundstein - Plural: alapkövek
- alapmű – Grundlagenwerk (Standardwerk) - Plural: alapművek
- alapelv – Grundprinzip - Plural: alapelvek
- alapvetés – Grundlegung (auch: Grundannahme) - Plural: alapvetések
- alapkamat – Grundzins (Basiszinssatz) - Plural: alapkamatok
- alapképzés – Grundausbildung - Plural: alapképzések
- alapító – Gründer (wörtlich: „der den Grund legt“) - Plural: alapítók
- alapítás – Gründung (z. B. eines Vereins) - Plural: alapítások
- Vorsilben/Präfixe (Ableitungsmorpheme und grammatikalische Präverbien) werden bei der Vokalharmonie ignoriert (entscheidend ist nur der Wortstamm).
- Vorsilben/Präfixe beeinflussen NICHT die Wahl der Plural- oder Kasusendungen, da die Vokalharmonie ausschließlich vom flektierten Hauptstamm abhängt.
- „ál-“ - „Pseudo-“, „Schein-“
- „al-“ - „Unter-", „Nieder-“
- „ős-“ - „Ur-“, "Ahnen-“, „Vorfahre“
- „alap-“ - „grundlegend-“, „vorherige“
- „ki-“ - „raus-“
- „be-“ - „rein-“
- „bele-“ - „total rein-“
- „le-“ - „runter-“
- „fel-“ - „hoch-“
- „vissza-“ - „zurück-“
- „tovább-“ - „weiter-“
- „ide-“ - „hierher-“
- „oda-“ - „dorthin-“
- „szét-“ - „auseinander-“
- „össze-“ - „zusammen-“
- „oda-“ - „dorthin-“
- „végig-“ - „entlang-“, „der Reihe nach“
- „össze-“ - „zusammen-“
- „oda-“ - „dorthin-“
- „el-“ - „weg-“
- „rá-“ - „auf-“ (räumlich, zielgerichtet)
- „át-“ - „über-“, „hinüber-“
- „meg-“ - „voll-“, „be-“, „er-“ (resultativ)
- „elő-“ - „vor-“, „vorherige“
- „túl-“ - „über-“, „zu viel“, „hinausgehen“
Konjugation und Vokalharmonie
[Bearbeiten]- Bei der Konjugation der Verben ist diese Vokalharmonie der labialen Vokale (ö, ő, ü, ű) viel häufiger anzutreffen als bei den Suffixen:
- köszönöm
- ül
- repül
- jön
- főz
- töröl
- Die 1. Person Sg. (unbestimmte Konjugation) endet auf:
- „‑ok“, wenn der Stamm tief vokalisch ist (z. B. dolgozok)
- „‑ek“, wenn der Stamm hell (nicht labial) ist (z. B. beszélek)
- „‑ök“, wenn der Stamm hell und labial ist, also den Vokal ö, ő, ü, ű enthält. (Die Endung ‑ök ist also die labiale [vordere-gerundete] Variante!)
- Die folgenden Verben enthalten im Stamm mindestens einen vorderen, gerundeten Vokal (ö, ő, ü, ű), daher nehmen sie in „E/1“ (ungarisch für: 1. Person Singular) (unbestimmte Konjugation) die labiale Konjugationsendung „‑ök“
- fürdeni - baden; E/1: fürdök
- köhögni - husten; E/1: köhögök
- köszönni - grüßen/danken; E/1: köszönök
- tüsszenteni - niesen; E/1: tüsszentök
- üdülni - urlauben; E/1: üdülök
- törni - brechen; E/1: török
- fűteni - heizen; E/1: fűtök
- sütni - backen; E/1: sütök
- műteni - operieren; E/1: műtök
- önteni - gießen; E/1: öntök
- ölni - töten; E/1: ölök
- ütni - schlagen; E/1: ütök
- körözni - kreisen / ausschreiben; E/1: körözök
- őrülni - verrückt werden; E/1: őrülök
- körülnézni - sich umsehen; E/1: körülnézök
- dörzsölni - reiben; E/1: dörzsölök
- Neben der 1. Person Singular (E/1), wo es die drei Varianten „‑ok / ‑ek / ‑ök“ gibt, kommt dieses dreifache Vokalharmonie‑Verhalten im Präsens (unbestimmte Konjugation) nur noch in der 2. Person Plural (ungarisch: T/2) vor.
- Also:
- „‑tok“ bei dunklen Stämmen
- „‑tek“ bei hellen ungerundeten Stämmen
- „‑tök“ bei hellen, labialen Stämmen (mit ö, ü, ő, ű)
- fürdeni – baden; E/1: fürdök – T/2: fürdtök
- köhögni – husten; E/1: köhögök – T/2: köhögtök
- köszönni – grüßen/danken; E/1: köszönök – T/2: köszöntök
- tüsszenteni – niesen; E/1: tüsszentök – T/2: tüsszenttök
- üdülni – urlauben; E/1: üdülök – T/2: üdültök
- törni – brechen; E/1: török – T/2: törtök
- fűteni – heizen; E/1: fűtök – T/2: fűtötök
- sütni – backen; E/1: sütök – T/2: sütötök
- műteni – operieren; E/1: műtök – T/2: műtötök
- önteni – gießen; E/1: öntök – T/2: öntötök
- ölni – töten; E/1: ölök – T/2: öltök
- ütni – schlagen; E/1: ütök – T/2: üttök
- körözni – kreisen / ausschreiben; E/1: körözök – T/2: köröztök
- őrülni – verrückt werden; E/1: őrülök – T/2: őrültök
- körülnézni – sich umsehen; E/1: körülnézök – T/2: körülnéztök
- dörzsölni – reiben; E/1: dörzsölök – T/2: dörzsöltök
?? Adjektive
- őröl - mahlen
- örök - ewig
Pluralformen und Vokalharmonie ???
[Bearbeiten]- Die regulären Pluralformen im Ungarischen sind:
- „–ok“ → nach dunklen Vokalen (a, á, o, ó, u, ú); seltener „–ak“
- „–ek“ → nach hellen ungerundeten Vokalen (e, é, i, í)
- „–ök“ → nach hellen gerundeten Vokalen (ö, ő, ü, ű)
- "-ak" (einsilbige Wort - bis auf „madar“)
- madár - Vogel - Plural: madarak
- láb - Bein - Plural: labak
- hal - Fisch - Plural: halak
- hát - Rücken - Plural: hátak
- toll - Stift - Plural: tollak
- ujj - finger - Plural: ujjak
- ház - Haus - Plural: házak
- száj - Mund - Plural: szájak
- híd - Brücke - Plural: hidak (Ausnahme: hier zählt das Wort trotz "í" als dunkel)
- út - Straße, Reise, Fahrt - Plural: utak
- Beispiele:
- tükör - Spiegel; (Plural: tükrök)
- gyűrű - Ring; (Plural: gyűrűk)
- könyök - Ellenbogen; (Plural: könyök)
- török - Türke; (Plural: törökök)
- görök - Grieche; (Plural: görökök)
- köd - Nebel; (Plural: ködök)
- kör - Kreis; (Plural: körök)
- könny - Träne (Plural: könnyek)
- szemöldök - Augenbraue (Plural: szemöldök
- köldök - Bauchnabel; (Plural: köldökök)
- lábköröm - Fußnagel; (Plural: lábkörömök)
- gyöngy - Perle; (Plural: gyöngyök)
- füst - Rauchwolken, Rauchschwaden, Rauch; (Plural: füstök)
- görcs - Krampf; (Plural: görcsök)
- dög - Biest, Töle, luder; (Plural: dögök)
- ököl - Faust; (Plural: öklök; zusätzlich entfällt im Wortstamm das zweite „ö“)
- öböl - Bucht, Golf; (Plural: öblök; zusätzlich entfällt im Wortstamm das zweite „ö“)
- bűn - Sünde, Schuld; (Plural: bűnök)
- ABER: zwei Versionen möglich
- kölyök - Junges (Tierbaby); (Plural: kölykök/kölykek)
- ABER:
- szög - Nagel (aus Metall); (Plural: szögek)
- könyv - Buch; (Plural: könyvek)
- föld - Erdboden, Erde, Land, Grund; (Plural: földek)
- pörkölt - Gulasch; (Plural: pörköltet)
- Substantive mit Stammwechsel:
- öv - Gürtel; (Plural: övek)
- cső - Rohr; (Plural: csövek)
- szó - Wort; (Plural: szavak)
- tó - See; (Plural: tavak)
- kő - Stein; (Plural: kövek)
- fű - Gras; (Plural: füvek)
- ló - Pferd; (Plural: lovak Pferd)
- mű - Werk, Arbeit, Fabrik; (Plural: művet)
- nyúl - hase; (Plural: nyulak Hase)
- borjú - Kalb; (Plural: borjak Kalb)
- varjú - Krähe; (Plural: varjak Krähe)
- daru - Kranich; (Plural: darvak) - ABER: daru - Kran; (Plural: daruk)
- falu - Dorf; (dieser Plural hat 2 Versionen: falvak; faluk)
Lokativ und Vokalharmonie
[Bearbeiten]- Substantive mit Superessiv auf „-ön“
- Der Superessiv (→ „auf / über etwas“) hat die Form
- „-on“
- „-en“
- „-ön“
- Beispiele - Superessiv mit Endung „-ön“:
- Superessiv („auf“)
- nyelőcső nyelőcsövön auf der Speiseröhre
- kör körön im Kreis / auf dem Kreis
- tükör tükrön auf dem Spiegel
- szőnyeg szőnyegen (→ „-en“!) auf dem Teppich (nicht -ön)
- gyűrű gyűrűn auf dem Ring (nicht -ön!)
- könyök könyökön auf dem Ellbogen
- köz közön inmitten / unter (den Leuten)
- öv övön auf dem Gürtel
- cső csövön im Rohr / durch das Rohr
- köröm körmön auf dem Fingernagel
- törzs törzsön auf dem Stamm (z. B. Baum, Körper)
⸻
„-ön“ wird bei vorderen, gerundeten Vokalen (ö, ő, ü, ű) verwendet
Possessivsuffixe und Vokalharmonie
[Bearbeiten]- ház- Haus; házam - mein Haus
- autó- Auto; autóm - mein Auto
- tükör- Spiegel; tükröm - mein Spiegel (Vokalausfall)
- Zahlwort:
- öt - fünf; ötödik - fünfter
Sonderstellung des kurzen „i“ und des langen „í“ und des langen "é"
[Bearbeiten]| dunkel/tief | a | á | - | - | o | ó | u | ú |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| hell/hoch | e | é | i | í | ö | ő | ü | ű |
- Die Vokale „i“ und „í“ sind hell, verhalten sich jedoch in der Vokalharmonie nicht ganz konsistent.
- Die Vokale „i“ und „í“ haben eine Sonderstellung. Sie sind zwar hoch, aber wenn sie in der letzten Silbe eines „tiefen“ Wortes stehen, bleibt die Endung in der Regel tief.
- Einige Worte mit dem Vokal „i“ bzw. „í“ nehmen dunkle Suffix, obwohl der einzige Vokal „i“ ist – was eigentlich hell ist.
- Beispiel:
- híd - Brücke - (Plural: hidak; zusätzlich wird aus „í“ ein „i“)
- férfi - Mann - (Plural: férfiak)
- nyíl - Pfeil - (Plural: nyilak; zusätzlich wird aus „í“ ein „i“)
- íj - Bogen - (Plural: íjak)
- szíj - Riemen, Gurt - (Plural: szíjak)
- síp - Pfeife, Orgelpfeife - (Plural: sípok)
- zsír - Fett, Schmalz - (Plural: zsírok) (zsírban - in Fett)
- díj - Gebühr, Prämie, Preis - (Plural: díjak)
- sír - Grab - (Plural: sírok)
- sír - weinen - (sírok - ich weine) (sírunk - wir weinen)
- iszik - trinken - (iszom - ich trinke) (isznak - sie trinken)
- hív - rufen - (hívok - ich rufe) (hívtok - ihr ruft)
- ír - schreiben - (írok - ich schreibe) (írunk - wir schreiben)
- szid - schimpfen, beschimpfen, ausschimpfen - (szidok - ich schimpfe) (szidunk - wir schimpfen)
- vív - fechten - (vívok - ich fechte) (vívunk - wir fechten)
- bízik - vertrauen, trauen, glauben - (bízok - ich vertraue) (bízunk - wir vertrauen)
- bír - ertragen - (bírok - ich ertrage) (bírunk - wir ertragen)
- nyír - scheren - (nyírok - ich schere) (nyírunk - wir scheren)
- Auch das „é“ kann in einige Wörtern eine solche Sonderstellung einnehmen:
- Beispiel:
- cél - Ziel, Zweck - (Plural: célok)
- hély - Schale, Rinde - (Plural: hélyak)
- derék - Taille - (Plural: derekak; ; zusätzlich verkürzt das „é“ zu „e“)
- Diese abweichende Vokalharmonie tritt dann bei allen Suffixen auf, die an das Wort angehängt werden.
- Die allermeisten „Ausnahmen“ sind einsilbig
- Bei Fremdwörtern oder neueren Entlehnungen entscheidet meistens der letzte Vokal, doch nach „i“ bzw. „í“ kann die Wahl schwanken. Das soll hier aber nicht weiter vertieft werden.
- Beispiel:
- parlament - Parlament - (Plural: parlamentek)
- film - Film - (Plural: filmek; ABER umgangssprachlich: filmok)
Beispiel: „ez“ und „az“
[Bearbeiten]- Interessant ist, dass sich die Vokalharmonie auch bei den Variationen von „hier“ und „dort“ durchzieht.
- itt - hier
- ez - das (hier)
- ilyen - solch/es (hier)
- ilyenkor - zu dieser Zeit; in solchen Momenten (Es wird verwendet, wenn man sich auf die aktuelle oder eine bestimmte Zeit bezieht, die gerade relevant ist.)
- ide - hierher; an diesem Ort (hier)
- innen von hier; von diesem Ort
- ott - dort
- az - jendes (dort)
- olyan - solch7es (dort)
- olyankor - zu jener Zeit; in solchen Fällen (Es wird verwendet, um sich auf eine andere, nicht unbedingt aktuelle Zeit oder Situation zu beziehen, oft mit einer allgemeineren oder hypothetischen Bedeutung.
- oda - dorthin; an jenem Ort
- onnan - von dort; von jenem Ort
Phonetik
[Bearbeiten]- Jenseits des Sprachunterrichtes, in den akademischen Sphären der Phonetik, wird das mit den tiefen, hellen und gemischtvokalischen Wörtern in Wirklichkeit viel komplizierter abgehandelt. Aber für den praktische Spracherwerb ist das uninteressant.
- Unter Linguisten wird die theoretische Einordnung von „e, é, i und í“ im Rahmen der Vokalharmonie heiß diskutiert, insbesondere über ihre „Mittelstellung“ in manchen kurzen Wörtern.
- In Sprachlehrbüchern werden diese Vokale, wenn sie in gemischtvokalischen Wörtern auftreten, den dunklen vokalen zugeordnet. Die nicht so zahlreichen Abweichungen von dieser Regel werden dann als Ausnahmen deklariert - siehe oben den Abschnitt Sonderstellung des „i“ und „í“