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Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 4

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Rechtschreibung und Aussprache


Rechtschreibung

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Phonemische Schriftsystem

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Ungarisch hat für (fast) jeden Laut einen eigenen Buchstaben (gelegentlich auch Digraphen = Doppelbuchstaben).
Oder im Fachchinesisch:
Phonem (Laut; die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit des Lautsystems einer Sprache)
Sprachen, die für fast jedes Phonem einen eigenen Buchstaben haben, nennt man in der Linguistik „phonemisch orthographierte Sprachen“ oder „weitgehend phonemische Schriftsysteme“.
Graphem (Buchstabe, Schriftzeichen; die kleinsten bedeutungsunterscheidenden grafischen Einheiten des Schriftsystems)
Ungarisch hat eine „Phonemische Orthographie“ („flache Orthographie / transparente Orthographie“). Ein Graphem entspricht relativ stabil einem Phonem. Die Schreibung folgt also eng der Aussprache.
Kurz: Ungarisch wird so gesprochen wie es geschrieben wird.
Die Schreibweise von Wörtern ausländischen Ursprungs wird absolut an die ungarische Schreibweise angepasst. Das Wort wird so geschrieben, wie es die Ungarn aussprechen - ohne Beibehaltung der ursprünglichen fremden Schreibweise.
Wer Englisch oder Französisch gelernt hat kann ein Lied davon singen. Das sind „Nicht-phonemische Orthographien“. Ein Buchstabe kann mehrere Laute repräsentieren, viele Ausnahmen, oft historisch bedingt. („tiefe Orthographie / historische Schriftsysteme“).
Von wegen das Wort kommt aus dem Französischen oder Griechischen und wird deshalb so geschrieben wie im Ursprungsland. Nichts da! jetzt ist das Wort ungarisch und wird absolut ungarisch geschrieben.
Ungarisch wird geschrieben wie es gesprochen wird, eins zu eins. Nur 3 kleine Ausnahmen bei alten ungarischen Namen, die hier aber nicht interessieren. - Kein stummes „e“ am Wortende wie im Französischen, kein „th“ in Theater weil es aus dem Griechischen kommt wo es mit „theta“ geschrieben wird, keine zweideutigen Schreibweisen wie im Englischen:
englische Beispiel: there, IPA [ðɛː] - dort; their, IPA [ðɛː] - ihr
[bæd] bad - schlecht; [bæt] bat - Fledermaus; [bɛd] bed - Bett; [bɛt] bet - wetten
guide - Anführer
Bei Photo (ungarisch: fotó; fénykép) wird keine Rücksicht auf die historische Schreibweise genommen.
ungarische Beispiele:
Fauteuil (französisch; österreichisch, altmodisch-deutsch), Ungarisch: fotel - Sessel
Vietnám, IPA [ˈvijɛtnaːm] - Betonung auf der 1. Silbe, und weil der Ungar das „a“ in diesem Fall dehnt, wird es durch ein langes „á“ in der ungarischen Schreibung markiert. Basta!
Im Ungarischen hat fast jeder Laut hat einen eindeutigen Buchstaben (cs, dzs, gy, ly, ny, sz, ty, zs gelten als ein Graphem).

„ly“

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Im Ungarischen hat fast jeder Laut hat einen eindeutigen Buchstaben.
Die Ausnahme ist der Digraph „ly“. Dieser wird wie ein normales, einfaches „j“ ausgesprochen. Deshalb schreiben viele ungarische Schulkinder diese Wörter falsch. Sie schreiben „j“ statt „ly“, so wie sie es täglich hören und sprechen.
boly [boj] - Knäuel
folyó - Fluss

folyik - fließen

golyó - Kugel

hályog – Star (Augenkrankheit)
hely - Ort, Platz

helyes - richtig

ilyen - solch, so ein (dort)

lyuk [juk] - Loch
mély - tief

melyik - welcher (aus einer Auswahl)
milyen - welch; was für ein
moly - Motte
olyan - solch, so ein (dort)
súly - Gewicht


Vor 200 Jahren unterschieden „ly“ und „j“ noch einen Lautunterschied – heute werden beide wie [j] gesprochen.
Bis ins 17. Jahrhundert (Ende der ungarischen Renaissance) wurde „ly“ als palataler lateraler Laut gesprochen – ähnlich dem spanischen „ll“ früher: [ʎ]. Dagegen war „j“ ein reiner Gleitlaut [j].
Spanisch: llave – Schlüssel; llegar – ankommen; llamar – rufen; lluvia – Regen
Im 17.–18. Jahrhundert bagann die Verschmelzung von „ly“ und „j“. In vielen Dialekten verschwand der laterale Laut [ʎ] allmählich. „ly“ und „j“ begannen gleich ausgesprochen zu werden → [j].
Im 19. Jahrhundert war im Sprachgebrauch der Lautunterschied nur noch in wenigen ländlichen Dialekten zu hören. Die ungarische Orthographienorm (etwa ab 1832/1840) übernahm „ly“ weiterhin als orthographisches Zeichen, obwohl es praktisch nicht mehr als eigener Laut existierte.
Heute wird im gesamten Standardungarischen „ly“ und „j“ gleich gesprochen → [j]
gulyás - Gulasch-Suppe (Achtung: pörkölt - Gulasch)

Substantive mit kurzem „-u“ am Wortende

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In der Ungarischen Sprache gibt es die Tendenz, dass die Unterschiede zwischen langem „ú“ und kurzem „u“ allmählich verschwimmen.
So ist bei Substantiven, die auf „-u“ enden, nicht immer deutlich zu hören, ob es ein langes oder kurzes „-u“ ist.
Hier hilft die Regel, dass Substantive - bis auf 6 Ausnahmen - immer auf ein langes „-ú“ enden
Beispiele:
borjú - Kalb
hattyú - Schwan
interjú - Interview
háború - Krieg
fiú - Sohn
gyapjú - Wolle
tanú - Zeuge
szivattyú - Pumpe
aszú - Eiswein
bosszú - Rache
bú - Traurigkeit
búcsú - Abschied
forgattyú - Kurbel
gyanú - Verdacht
varjú - Krähe


Dieses Wissen erspart dem Anfänger Rückfragen, ob er gerade ein langes oder kurzes „-u“ gehört hat - beispielsweise bei Diktaten.
Nun die 6 Ausnahmen, die auf ein kurzes „-u“ enden und in jedem Lehrbuch stehen:
1.) áru - Ware, Artikel
2.) falu - Dorf
3.) kapu - Tor
4.) hamu - Asche
5.) anyu - Mama (umgangssprachlich) - (anya - Mutter)
6.) apu - Papa (umgangssprachlich) - (apa - Vater)
In Wirklichkeit gibt es aber noch eine Reihe weiterer Substantive, die auf kurzes „-u“ enden. Hier die komplette Liste:
  1. alku - Verhandlung, Feilschen, Handeln, Handel, Feilbietung
  2. anyu - Mama (umgangssprachlich) - (anya - Mutter)
  3. apu - Papa (umgangssprachlich) - (apa - Vater)
  4. áru - Ware, Artikel
  5. bábu - Puppe, Marionette, Spielfigur (z. B. Schach)
  6. daru - Kran
  7. emu - Emu
  8. falu - Dorf
  9. gnu - das Gnu
  10. guru - Guru
  11. gyalu - Hobel
  12. hamu - Asche
  13. kapu - Tor
  14. kenu - Kanu
  15. lapu - Pestwurz (Petasites)
  16. ragu - Ragout
  17. saru - Sandale - (= szandál- Sandale)
  18. satu - Schraubstock
  19. szaru - Hornsubstanz, Keratin, (szaruhártya - Hornhaut) - (szarv - Horn; Afrika szarva - Horn von Afrika) - (kürt - Horn [Musikinstrument])- (Achtung! - szar = Scheiße)
  20. tabu - Tabu
  21. vaku - Blitzlicht
  22. vudu - Voodoo
  23. zsalu - Jalousie, Fensterladen, Verschalung
  24. zsaru - Polizist (= Bulle) (umgangssprachlich)

„ä“

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Es gibt im Ungarischen KEIN „ä“, obwohl man es ständig hört. Die Ungarn sprechen das kurze „e“ fast wie ein „ä“ aus. Das hört man gut, wenn Ungarn deutsch sprechen, das gibt so einen fast wienerisch klingenden Dialekt.
Das klingt dann etwa so (im folgenden Text wurde „e“ durch „ä“ ersetzt):
Ungarn bestäht aus 19 Komitatän und där Hauptstadt Budapäst. Im Wästen, an Östärreich gränzänd, liegän die Komitatä Győr-Moson-Sopron und Vas, die landschaftlich besondärs durch ihrä Voralpänhügel gäkännzeichnät sind. Ätwas weitär im Ostän, beim Plattensää, liegän die Komitatä Veszprém, Somogy und Fejér. Diesä Gägänd ist vor alläm wägen däs Bakonygebirgäs bäkannt.
„Regenbogen“ sprechen die Ungarn gerne als „Regäänbogään“.
Wer also eine schöne ungarische Aussprache anstrebt, der sollte das beim Ungarisch-Sprechen nachmachen: das „e“ wie „ä“ aussprechen.

„ö“ und „ü“

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Es gibt kein „ä“, aber es gibt ein „ö“ und ein „ü“.
Das Ungarische quillt über vor den Umlauten „ö“ und „ü“.
Beispiel:
Örülök a különböző görög és török üdülőknek. - Ich freue mich über die verschiedenen griechischen und türkischen Urlauber.


Und wenn die Punkte über „ö“ bzw. „ü“ längere Striche sind - also „ő“ bzw. „ű“ - dann werden diese Buchstaben lang ausgesprochen. Diese Striche haben also eine Verlängerung der Buchstaben zur Folge - so ähnlich, wie in der deutschen Rechtschreibung ein langes „ie“ oder ein „Dehnungs-h“.
Die Selbstlaute (Vokale) „a, e, i, o, u“ gibt es auch alle in der gedehnten Variante mit Strich - „á, é, í, ó, ú“. Sie werden dann lang ausgesprochen.
Bei Handschriften verrutschen die Striche über den Buchstaben oft etwas nach rechts, so dass sie hinter dem Buchstaben stehen und eher einem Apostroph ähneln. Das sieht man besonders bei Großbuchstaben, so werden diese durch das draufgesetze „Akzentzeichen“ nicht übermäßig hoch, da der Strich nicht nur hinter dem Großbuchstaben steht, sondern auch einen Millimeter tiefer.
Im Spanischen markiert ein „Akzent“ (Strich) über einem Buchstaben, dass dieser betont wird - NICHT aber im Ungarischen.

Aussprache

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Betonung

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Fun fact: Betont wird eigentlich nicht ein Buchstabe, sondern eine Silbe. Deshalb wird im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA) der Strich für die Betonung auch nicht auf einen Buchstaben gesetzt, sondern vor die zu betonende Silbe. Beispiel: "anfangen, IPA: [ˈanˌfaŋən].


Ungarische Wörter werden konsequent auf der ersten Silbe betont. Auch wenn sie aus anderen Sprachen übernommen wurden.
Beispiel:
Deutsch: Berlin, IPA [bɛr'li:n]
Ungarisch: Berlin, IPA: [ˈbɛrlin]
In Ungarisch-Wörterbüchern ist die Aussprache ganz selten angegeben und die Betonung wird nie ausgewiesen, da es KEINE Ausnahme von der Betonung gilt: immer auf der ersten Silbe betonen.
Hat die erste Silbe einen kurzen vokal und die zweite Silbe einen lange Vokal, dann könnte man versucht sein diese Silbe zu betonen. Das wäre aber falsch.
edény (IPA:[ˈɛdeːɲ]) - Gefäß
Der Hauptakzent liegt immer auf der ersten Silbe. Nebenakzente fallen auf die ungeraden Silben - also: 3., 5., 7. ... silbe.

Keine Auslautverhärtung

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Die deutsche Angewohnheit am Wortende aus „d“ als „t“ auszusprechen (wie in „Bad“, „Hund“, „Rad“, „schwieg“, „Hemd“), ohne dass sich das im Schriftbild widerspiegelt, gibt es im Ungarischen nicht.
Im Deutschen haben wir auch (regional verschieden ausgeprägt) eine Auslautverhärtung von „g“ zu „k“ (wie in „Sieg“, "Betrag" - IPA [bəˈtʁaːk], „Erfolg“, „Betrug“)
Ebenso wir im Deutschen ein „b“ im Auslaut gern als „p“ gesprochen (Korb, Sieb, lieb, Dieb)
Im Ungarischen gibt es KEINE Auslautverhärtung.
Im Ungarischen ist ein „d“ am Wortende auch ganz deutlich als ein zartes „d“ zu hören.
föld - Land (Gegend), köd - Nebel, kód - Code, szakad - reißen


Auslautverhärtung im Deutschen (besonders in Norddeutschland) (die Aussprache des letzten Buchstabens ist abweichend von der Schreibweise)
b ➔ p (Lob; Dieb, Grab, gelb, ob)
d ➔ t (Rad, Bad, Hund, Lied, Kind)
g ➔ k (Tag, Weg, Berg, Krieg, Sarg)


Ungarische Wörter bei denen der letzte Buchstabe deutlich ausgesprochen werden muss, um eine Verwechslung zu vermeiden:
fog - Zahn; fok - Grad
lob – flackert (von lobog); lop – er/sie stiehlt
rág – (er) kaut; rák – Krebs (Tier / Krankheit)
rúd – Stange; rút – hässlich


fog - Zahn

Keine Diphtonge

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Den deutschen Diphthong „eu“ gibt es so nicht im Ungarischen. Beispiele: Eule (IPA: [ˈɔɪ̯lə]), Euter (IPA: [ˈɔɪ̯tɐ]), Euro (IPA: [ˈɔɪ̯ʁo]).
Treffen im Ungarischen „e“ und „u“ aufeinander und stehen hintereinander als „eu“, dann neigt die deutsche Zunge fälschlicherweise zum Diphthong. Aber wird sollten uns am deutschen „Museum“ (IPA: [muˈzeːʊm]) orientieren, denn dort wird „e“ und „u“ auch getrennt gesprochen.
Auf wenn Ungarn hoch den Forint (HUF) als Währung hat, so kennt man dort den „euró“ (IPA: [ˈɛuroː]; [ehuhroh]) - das klingt für deutsche Ohren grauenhaft, ist aber nun mal ungarisch.
Auch bei „pályaudvár“ (Bahnhof) hüte man sich vor dem für deutsche Augen scheinbaren Diphtong „au“, denn es gibt KEINE Diphtonge im Ungarischen. Noch dazu ist „pályaudvár“ zusammengesetzt aus „pálya“ (Bahn) und „udvár“ (Hof). Es muss also klingen wie [pályah-udvár]. Man hört also keinen Diphthong wie bei „Aua!“.

Das größte Problem - das kurze „a“ und das lange „á“

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rövid a - kurzes a
hoszú á - langes a


Um bei der Aussprache des ungarischen „a“ deutlich zu markieren, dass es nicht wie das übliche „deutsche“ „a“ ausgesprochen wird, markieren es einige Lehrbücher mit einem separaten Buchstaben „å“ - (z.B. in Ginter Károly und Tarnói László: Ungarisch für Ausländer. Magyar nyelvkönyv Budapest 1986, 5. Aufl.)
Beispiel: az asztal - der Tisch - Aussprache: åz åstål (dieses „å“ wird fast wie ein „o“ ausgesprochen - wie englisch: Washington, what, was) „å“
Die Sache ist kompliziert: Wir haben im Deutschen keinen korrekten Lautwert für dieses ungarische kurze „a“. Und auch das lange "á" fallt dem deutschen Muttersprachler schwer.
Falls es jemanden tröstet: Der Ungar kann nur schwer ein normales, deutsches „a“ aussprechen. Das macht sehr stark diesen typischen Akzent aus, den man bei Ungarn hört, wenn sie deutsch sprechen.
Das ungarische kurze „a“ sollte man fast wie ein „o“ aussprechen. Höchstens wie ein leises vernuscheltes deutsches „a“, bei dem man fast nicht den Mund öffnet. Für den Anfang sollte man das kurze ungarische „a“ wie ein vernuscheltes „o“ oder „a“ aussprechen oder am bestens wie irgendetwas dazwischen „a-o“ (natürlich nicht „a“ und „o“ hintereinander).
Der Unterschied zwischen kurzem „a“ und das langem „á“ besteht nicht nur in der Länge der Aussprache (wie bei e - é; i - í; o - ó und u - ú), sondern vor allem darin, dass das kurze „a“ zum „o“ tendiert und das lange „á“ schneidend klingt und mit weit geöffnetem Mund gesprochen wird. Dazu spannt der Ungar kurz einen Muskel ganz hinten im Gaumensegel an, den wir in Deutschland nur für eine Sekunde für die Halsuntersuchung beim HNO-Arzt anspannen um uns ein verröcheltes „Ahhh“ rauszupressen, während ein Holzspatel unsere Zunge runterdrückt.
Beispiele:
magyar - ungarisch, IPA [ˈmɒ.ɟɒr] -


Das lange ungarische „á“ ist genauso tricky. Es macht diesen typischen Sound der ungarischen Sprache aus, wenn man ungarische Muttersprachler ungarisch sprechen hört. Manche bezeichnen es fast als "schneidend".
Diese lange ungarische „á“ wird ganz deutlich artikuliert. Dazu wird der Mund deutlich und weit geöffnet. Es kommt dabei zu einer kurzzeitigen, starken Anspannung des Gaumensegels.
Manchmal wird zur Aussprache das „a“ in „wach“ herangezogen. Der Ungar würde aber „wách“ noch viel schneidender aussprechen, und er würde auch einen deutlichen Unterschied machen, wenn er in deutschen Texten „wach“ liest - was er eher als „woch“ aussprechen würde.
Wenn es beim HNO-Arzt heißt: „Bitte 'Aaaa' sagen!“, dann will er nicht nur ein „Aaaa“ hören, sondern mit der damit verbundenen Anspannung des Gaumensegels die Gelegenheit bekommen tiefen in den Rachen schauen zu können. Dazu muss man ein ziemlich lautes, angespanntes, langezogenes „Ahhh“ rauspressen, was so ganz anders klingt, als das „ah“ im Alltag. So ein schneidendes „á“ brauchen wir im Ungarischen. Und es muss gar nicht so extrem langgezogen ausgesprochen werden, sondern nur schön „schneidend“ und deutlich artikuliert.
Wenn man von Ungarn ungarische Wörter diktiert bekommt, dann hört man auch als Deutscher diesen Unterschied relativ schnell sehr deutlich - was noch nicht heißt, dass man das selber auch so gut aussprechen kann.
Beispiele:
április - April -
bárány - Lamm - File:Hu-bárány.ogg]]
ág - Ast -
ár - Preis (Kosten) -
áll - Kinn, stehen
dal - Lied, Gesang, Song -
dán - dänisch, Däne -
hát - Rücken -
ház - Haus -
nap - Tag, Sonne -
lát - sehen -
rág - kauen, nagen -
rák - Krebs -
van - sein/haben -
zab - Hafer -
vág - schneiden, hacken -
vak - blind, der Blinde
rab - Gefangener, Häftling
vám - Zoll, Zollamt
zár - Türschloss, Sperre, abschließen
áru - Ware
zaj - Geräusch
láz - Fieber
láb - Bein
tea - Tee


lap - Blatt, Karte -
láp - Moor, Sumpf -


vad - Wild, wild -
vád - Anklage, Klage -


vaj - Butter -
váj - aushöhlen, ausschneiden -


kar - Arm -
kár - Schaden -


mar - brennen, beißen, ätzen -
már - schon -


tar - kahl, glatzköpfig -
tár - Lager, Sammlung, Magazin (Patronen) -


tálal - servieren, anrichten
talál - finden, antreffen -


agy - Gehirn -
ágy - Bett -


bájos - charmant, anmutig, reizend
bajos - schwerlich, misslich, prekär, schwierig, kaum


ágyas - "bettreich" (z.B. ein Schlafsaal mit vielen Betten; kein geläufiges Wort) -
ágyás - Beet (Garten) -


Wechseln sich in einem Wort langes und kurzes „a“ ab, dann ist das auch erst mal schwierig, besonders wenn es sich mehrmals abwechselt.
Beispiel: talál - finden

Der Digraph „gy“

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„gy“ wird wie „dy“ ausgesprochen - z.B. wie in „Adjeu“, IPA [aˈdjøː]
Auf Ungarisch könnte man „Adjeu“ (rein hypothetisch) so schreiben: Agyő (NICHT vergessen, dass die Betonung aber automatisch auf der ersten Silbe liegen müsste)
Aber viele Deutsche machen aus „gy“ in der ungarischen Aussprache ein „tsch“ - was FALSCH ist.
megy, IPA [ˈmɛɟ] - gehen (das klingt dann aus einem deutschen Mund anfangs oft wie „metsch“ - IPA [matʃ]) - Für „tsch“ haben die Ungarn den Digraphen „cs“ (dazu mehr weiter unten) - „gy“ ≠ „cs“
Bei der Aussprache von „gy“ bleibt die Zunge hinter der unteren Zahnreihe. Die Zunge wird von innen an die unteren Fronzähne gepresst. Sie liegt dabei flach und breit auf dem Mundboden, damit sie niemand sehen kann.
megy, IPA [ˈmɛɟ] - gehen, fahren

agy, IPA [ˈɒɟ] - Gehirn

ágy, IPA [ˈaːɟ] - Bett

hogy - dass

hegy - Berg

gyertya - Kerze

gyönyörű - herrlich, bildschön

Győr - (Stadt in Nordwest-Ungarn)

Der Digraph „ny“ - noch LEER

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nyíl - Pfeil (Geschoss; Symbol)
néhány - einige
nyugat - Westen

Der Digraph „cs“ - noch LEER

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macska - Katze

„ck“ ist KEIN Digraph

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das ungarische "c" wird wie das deutsche "z" ausgesprochen (Ziege, Zucker, Zeh) - es hat nicht mit dem deutschen "ck" zu tun (wie in Zacken, Bäcker oder kleckern)
kocka - Würfel - (in deutscher Schreibweise sprich: kozka)
fickó - Kerl, Bursche - (in deutscher Schreibweise sprich: fizko)
palack - Flasche
kalicka - Käfig (auch: ketrec, kalitka)
kuckó - Grotte
mackó - Pelz


arckép - Porträt (arc = Gesicht; kép = Bild)


Konsonantenverdoppelungen - noch LEER

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Eine Konsonantenverdoppelung bedeutet nicht wie im Deutschen, dass der Buchstabe davor doppelt so lang ausgesprochen wird (z. B. Zicke).
csökkent - verringern



Konsonantenverdoppelungen bei der Vergangenheitsform (múlt idő)

Verdoppelung bei Digraphen - noch LEER

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Es gilt das gleiche, wie für alle Konsonantenverdoppelungen:
meggy - Sauerkirsche


Konsonantenverdoppelung bei Lautassimilation - noch LEER

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„val/vel“
szív - Herz; szívvel - mit Herz
Lokativ:
„ra/re“
arra
erre
„on/en“
„ról/ről“
„ba/be“
„ban/ben“
„ból/bŐl“
„hoz/hez“
„nál/nél“
„tól/től“



„va/ve“
„vá/vé“


Konjugation einiger Verben:


Imperativ:

„r“

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Das „r“ wird mit der Zungenspitze gerollt.
ss