Benutzerin:Gabriele Hornsteiner/Wimathebaustelle
Wir wollen nun bestimmte Eigenschaften von Funktionen kennenlernen. Ihre Kenntnis erleichtert einem häufig die praktische Verwendung von Funktionen.
Monotonie
[Bearbeiten]Haben wir eine Funktion vorliegen, deren Werte klar mit wachsendem x steigen? Oder fallen die Werte? Geht es mal rauf, mal runter? Solche Informationen können beispielsweise wichtig sein bei der Gewinnschätzung einer geplanten Unternehmensgründung.Oder bei der Reduktion der Zahl von Bakterien im Zuge einer Behandlung mit Antibiotika. Oder für die Verkaufsentwicklung eines neu auf den Markt gebrachten Produktes. Bei Abschätzung letzterer wird beispielsweise häufig die Logistische Funktion eingesetzt. Unklar ist häufig das Verhalten von Wählern. Mal steigen im Lauf der Zeit die Stimmen für eine Partei, mal fallen sie. Man unterscheidet im Wesentlichen
- Mit steigendem x steigt auch y.
- Mit steigendem x steigen die Werte y oder bleiben auch mal konstant.
- Mit steigendem x fällt y.
- Mit steigendem x fallen die Werte y oder bleiben auch mal konstant.
- Mal steigt der Funktionswert y mit wachsendem x, mal fällt er.
Die Monotonie bezieht sich auf das Steigungsverhalten einer Funktion.
Definition der Monotonie
- f(x) ist in einem Intervall I von D streng monoton steigend, wenn für alle x2 > x1 auch f(x2) > f(x1) (x1, x2 ∈ I) ist.
- Die Funktion ist dann injektiv und steigend. Ihre erste Ableitung ist im gesamten Intervall I positiv.
- f(x) ist in einem Intervall I von D monoton steigend, wenn für alle x2 >x 1 f(x2) ≥ f(x1) (x1, x2 ∈ I) ist.
- Die Funktion ist dann nicht injektiv und nichtfallend.
- f(x) ist in einem Intervall I von D streng monoton fallend, wenn für alle x2 > x1 f(x2) < f(x1) (x1, x2 ∈ I) ist.
- Die Funktion ist dann injektiv und fallend. Ihre erste Ableitung ist im gesamten Intervall I negativ.
- f(x) ist in einem Intervall I von D monoton fallend, wenn für alle x2 > x1 f(x2) ≤ f(x1) (x1, x2 ∈ I) ist.
- Ist die Funktion nicht injektiv und nichtsteigend, nennt man sie monoton fallend.
Was ist Steigung?
[Bearbeiten]Beispiel:
Die Studentin Paula beteiligt sich jedes Jahr an der Gestaltung des heimatlichen Bürgerfestes. Sie betreibt einen Bierstand, für den sie 6 € Standgebühr zahlt. 1 l Bier kostet Paula 2 €, sonstige Ausgaben fallen nicht an.
Ihre Kostenfunktion ist also , wobei x die Menge des ausgeschenktes Bieres in Litern bedeutet.
Wir fragen nun: Wie ändert sich die Kostenfunktion y, wenn x um eine Einheit steigt, beispielsweise um einen Liter? Wenn x um eine Einheit steigt, steigt y um 2 Einheiten, hier Euros. Wir wollen eine Formel für diese Steigung herleiten und beginnen mit der Steigung 2:
Die Steigung ist überall konstant. Dagegen:
Nun wollen wir ein weiteres Beispiel für Steigungen ansehen:
Ertragsfunktion:
In einem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut wird der Ertrag einer robusten Weizensorte untersucht, die vor allem in Entwicklungsländern angebaut werden soll. Es werden mehrere Versuchsfelder angegelegt und mit verschiedenen Düngergaben versorgt. Beobachtet wird der Ertrag y (Gramm) eines Feldes in Abhängigkeit von Mineraldüngergaben x (Gramm).
Es stellt sich die Ertragsfunktion heraus. Die Funktionsgraphik ist in Abb ... gegeben. Wir sehen zunächst, dass die Nullstellen der Funktion 0 und 400 sind. Die folgende Tabelle führt einige ausgewählte Wertepaare (x,y) auf. Stützwerte
x | 0 50 100 150 200 250 300 350 400 y | 0 175 300 375 400 375 300 175 0
Untersuchung des Steigungsverhaltens von y:
Bereich 0 ≤ x ≤ 200:
x steigt von 0 auf 100 Einheiten (E), also um 100 E, dann steigt y von 0 auf 300 E, also um 300 E. x steigt von 100 auf 200 E, also um 100 E, dann steigt y von 300 auf 400 E, also um 100 E.
D.h., bis x = 200 ist die Änderung von y positiv, aber sie nimmt ab.
Bereich 200 ≤ x ≤ 400:
x steigt von 200 auf 300 E, also um 100 E, dann fällt y von 400 auf 300 E, also um 100 E. x steigt von 300 auf 400 E, also um 100 E, dann fällt y von 300 auf 0 E, also um 300 E.
Begriff der Steigung:
x steigt von 0 auf 100, also um 100, dann steigt y von 0 auf 300, also um 300.
Durchschnittliche Änderung von y im Bereich 0 ≤ x ≤ 100, wenn x um eine Einheit steigt:
- = Differenzenquotient, denn es handelt sich um einen Quotienten, der sich aus Differenzen zusammensetzt.
Steigt y im Bereich 0 ≤ x ≤ 100 durchschnittlich um 3 Einheiten, wenn x um eine Einheit steigt, dann müsste, wenn x um 50 Einheiten steigt, y um Einheiten steigen. Dieses Ergebnis ist aber ungenau, denn in Wirklichkeit steigt y um 175 Einheiten, wie wir der Tabelle mit den Stützwerten entnehmen können.
Würde man die x-Intervalle kleiner wählen, wären die y-Intervalle und damit die durchschnittlichen Änderungen genauer. Am genauesten wird die berechnete Änderung, wenn das Intervall von x unendlich klein wird, also gegen 0 geht. Es ergibt sich dann als
Grenzwert des Differenzenquotienten der Differentialquotient ("d-y nach d-x").
Grafische Interpretation:
Die Sekante mit der Steigung } wandert an den Rand der Kurve, bis sie die Kurve im Punkt eben noch berührt (Tangente). Die Steigung der Tangente in diesem Punkt ist der Grenzwert des Diffenzenquotienten. Man bezeichnet diesen Differentialquotienten allgemein als Steigung von in .
Bei Funktionen (die also als Gleichung ausgedrückt werden können), ist die Steigung für alle i. d. R. ebenfalls eine Funktion. Der Differentialquotient von ) ergibt sich für dieses Beispiel als , d.h. wenn die Düngergabe x um eine unendlich kleine Einheit steigt, steigt der Ertrag um unendlich kleine Einheiten. Diese Änderung von y nennt man den Grenzertrag der Ertragsfunktion y.
Es ergeben sich für verschiedene Werte von x die Grenzerträge
Grenzertrag | |
---|---|
Wie lange wird Dünger zugegeben? So lange bei einer Einheit zusätzlichem Dünger der Ertrag steigt, also falls bzw. ist.
Allgemeine Erläuterungen zum Differentialquotienten:
[Bearbeiten]Existiert für eine Funktion an der Stelle der Grenzwert des Differenzenquotienten , heißt an der Stelle differenzierbar. Der Grenzwert selbst wird als Steigung, (erste) Ableitung oder Differentialquotient von an der Stelle bezeichnet. Man schreibt dafür
- oder oder oder
Beispiel:
Werden nicht ein bestimmter Wert betrachtet, sondern die gesamte Funktion ), ergibt sich für eine Funktion der ersten Ableitung. Man bezeichnet diese Funktion dann als
- oder oder oder
Eine Funktion ist nur dann an einer Stelle differenzierbar, wenn ihr links- und rechtsseitiger Grenzwert des Differenzenquotienten existieren. Stetige Funktionen können nichtdifferenzierbar sein! Z.B. an Knicken haben linke und rechte Tangente der Funktion verschiedene Richtungen. Es gilt aber umgekehrt: Differenzierbare Funktionen sind auch stetig.
Steht die Tangente in einer Funktion senkrecht zur Abszisse, ist die Steigung unendlich, es existiert kein Grenzwert des Differentialquotienten.
f(x) wird differenzierbar genannt, wenn es für alle differenzierbar ist. Ist die Ableitungsfunktion stetig für den gesamten Definitionsbereich, nennt man ) stetig differenzierbar.
Wird ein geschlossenes Intervall des Definitionsbereichs betrachtet, ist in den Randpunkten des Intervalls nicht differenzierbar. Man kann allerdings einen einseitigen Differentialquotient in Betracht ziehen.
Die Bestimmung des Differentialquotienten ist oft mühsam, aber für viele Funktionen gibt es Regeln für die Berechnung der Ableitung.
Differentiationsregeln
[Bearbeiten]Allgemeine Rechenregeln:
) | (a const.) | Faktorregel | |
Summenregel | |||
Produktregel | |||
Quotientenregel | |||
und , also | Kettenregel |
Funktionen und ihre erste Ableitung
y = c , c konstant y' = 0
y = xn y' = nxn-1 Potenzregel
y = y' = -
y = y' = -
y = y' = -
y = y' = -
y = y' = -
y = y' = -
y = ln x y' =
y = ln f(x) y' =
y = ex y' = ex
y = ax y' = ax ln a (wegen ax = (elna)x = exlna)
y = ef(x) y' = f'(x) ef(x)
y = af(x) y' = f'(x) af(x) ln a
y = sin x y' = cos x
y = cos x y' = - sin x
y = tan x y' =
y = cot x y' = -
Beispiele für Differentiation
Potenzregel
f(x) = x3
p(t) = t2001
f(x) =
f(x) =
f(x) = xln2
Faktorregel
f(x) = lnx
f(x) = 5x20
Summenregel
f(x) = 4x7 - x + 1
g(x) = axn + bxn-1 + c
Produktregel
g(z) = z7×lnz
f(x) = 2x2×ex Quotientenregel
f(x) =
f(t) =
Kettenregel
y = lnx4
y = (x2+ex)100
Höhere Ableitungen
Die erste Ableitung einer Funktion kann wiederum differenzierbar sein. Man erhält dann von f(x) die zweite Ableitung y = f(x) = . Falls y differenzierbar ist, erhält man die dritte Ableitung y',... vierte Ableitung y(4) = f(4)(x) = , usw.
Kann eine Funktion n-mal differenziert werden, nennt man sie n-mal differenzierbar. 3.4.3 Anwendung der Differentiation
Beispiel:
Funktion y =
Stützwerte:
x -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4
y
Dy
y‘
Bereich: x<0 x=0 Bereich x>0
Beispiel:
Funktion z =
Stützwerte:
x -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4
z
Dz
z‘ Bereich: z<0 z=0 Bereich z>0
Beispiel:
f(x) = x3 - 12x2 + 48x - 61
f‘(x) =
f‘‘(x) =
f‘‘‘(x) = Beispiel einer abschnittsweise definierten Funktion:
f(x) = 6.3.3.1 Analyse von Funktionen
Monotonie:
Ist in einem stetig differenzierbaren Intervall I einer Funktion f(x) die erste Ableitung
y' > 0 , ist f(x) für I streng monoton steigend.
y' < 0 , ist f(x) für I streng monoton fallend.
y' ≥ 0 , ist f(x) für I monoton steigend.
y' ≤ 0 , ist f(x) für I monoton fallend.
Extrema:
Meist gilt:
f(x) hat in x0 ein Maximum, falls f'(x0) = 0 Ù f(x0) < 0 ist.
f(x) hat in x0 ein Minimum, falls f'(x0) = 0 Ù f(x0) > 0 ist.
Allgemein gilt:
f(x) sei in x0ÎD mindestens n-mal differenzierbar.
f(x) hat in x0 ein Maximum, falls f(n-1)(x0) = 0 Ù f(n)(x0) < 0 Ù n gerade ist.
f(x) hat in x0 ein Minimum, falls f(n-1)(x0) = 0 Ù f(n)(x0) > 0 Ù n gerade ist.
Absolute Extrema:
f(x) hat in x0 ein absolutes Maximum, falls f(x) < f(x0) für alle xÎD.
f(x) hat in x0 ein absolutes Minimum, falls f(x) > f(x0) für alle xÎD.
Alle anderen Extrema im Innern des Definitionsbereichs von f sind relative Extrema.
Ein Punkt am Rand eines Definitionsbereichs kann nur ein absolutes Extremum sein.
Randextrema werden eigens untersucht.
Siehe auch Abschnitt
Wendepunkte:
Meist gilt:
f(x) hat in x0 einen Wendepunkt, falls f(x0) = 0 Ù f'(x0) ≠ 0 ist.
Ist zusätzlich f'(x0) = 0, hat f(x) in x0 einen Sattelpunkt.
Allgemein gilt:
f(x) sei in x0ÎD mindestens n-mal differenzierbar.
f(x) hat in x0 einen Wendepunkt, falls f(n-1)(x0) = 0 Ù f(n)(x0) ≠ 0 Ù n ungerade ist. Beispiel:
Ertragsgesetzliche Produktionsfunktion:
Output x, Produktionsfaktor r : x = f(r);
x = -0,5r3 + 1,5r2 + 0,075r für r ≥ 0.
x' =
x =
Stützwerte
Input
Output
Grenzertrag
x
0,0
0,000
0,075
3,0
0,1
0,022
0,360
2,7
0,2
0,071
0,615
2,4
0,3
0,144
0,840
2,1
0,4
0,238
1,035
1,8
0,5
0,350
1,200
1,5
0,6
0,477
1,335
1,2
0,7
0,616
1,440
0,9
0,8
0,764
1,515
0,6
0,9
0,918
1,560
0,3
1,0
1,075
1,575
0,0
1,1
1,232
1,560
-0,3
1,2
1,386
1,515
-0,6
1,3
1,534
1,440
-0,9
1,4
1,673
1,335
-1,2
1,5
1,800
1,200
-1,5
1,6
1,912
1,035
-1,8
1,7
2,006
0,840
-2,1
1,8
2,079
0,615
-2,4
1,9
2,128
0,360
-2,7
2,0
2,150
0,075
-3,0
2,1
2,142
-0,240
-3,3
2,2
2,101
-0,585
-3,6
2,3
2,024
-0,960
-3,9
2,4
1,908
-1,365
-4,2
2,5
1,750
-1,800
-4,5
2,6
1,547
-2,265
-4,8
2,7
1,296
-2,760
-5,1
2,8
0,994
-3,285
-5,4
2,9
0,638
-3,840
-5,7
3,0
0,225
-4,425
-6,0
3,1
-0,248
-5,040
-6,3
Nullstellen: Extrema:
Das Maximum ist das Optimum oder auch Sättigungspunkt. Mehr Input führt zu fallendem Output und ist daher unsinnig.
Wendepunkte:
Wendepunkt als Übergang von zunehmenden zu abnehmenden Ertragszuwächsen:
Schwelle des Ertragsgetzes.
Beispiel: y =
y' =
y =
Analyse der Funktion:
Polynom mit
also ist f beschränkt.
Nullstellen von f(x):
Grafische Näherung:
x1 ≈ x2 ≈ x3 ≈ x4 ≈
Extrema:
Bestimmung der relativen Extrema: y' = 0 und y > 0 : Minimum
und y < 0 : Maximum
Nullstellen von y': - - x + = 0. Grafische Ermittlung der drei Nullstellen von y':
x1 ≈ x2 ≈ x3 ≈
x1: f( ) ≈
x2: f( ) ≈
x3: f( ) ≈ Wendepunkte:
y = 0, also - - 1 = 0, also
y(x4) = y(x5) =
6.3.3.2 Ökonomische Anwendung
Betrachtet wird eine Unternehmung, die ein Gut herstellt. Das Ziel der Produktion ist die Gewinnmaximierung.
Man unterscheidet
1. Polypolistische Anbieter
Viele Anbieter teilen sich den Markt. Sie müssen als Verkaufspreis ihres Gutes den Gleichgewichtspreis p akzeptieren. Ihr Umsatz ist
Der Gewinn läßt sich dann als
bestimmen.
Es werden meist drei typische Kostenfunktionen unterschieden: a) Die ertragsgesetzliche Kostenfunktion.
Gewinnmaximum: b) Die neoklassische Kostenfunktion
c) Die lineare Kostenfunktion
2. Der monopolistische Anbieter
hier mit ertragsgesetzlicher Kostenfunktion
Er kann den Preis für das Gut festsetzen. Die Nachfrager reagieren mit der Veränderung ihrer Nachfrage. Der Monopolist steht also statt eines festen Marktpreises einer (i.a.) fallenden Preis-Absatz-Funktion gegenüber:
Nachfragefunktion oder Preis-Absatz-Funktion:
Umkehrfunktion:
Der Umsatz bestimmt sich dann als
Durchschnittskosten:
Anstelle der Gesamtkosten werden auch die Durchschnittskosten
betrachtet. Für diese Analyse zerlegt man zweckmäßigerweise die Kostenfunktion in fixe und variable Kosten, also
so daß sich auch für die Stückkostenfunktion
ergibt. Es gilt: Der Schnittpunkt der Stückkostenfunktion mit der Grenzkostenfunktion gibt das Stückkostenminimum:
Beispiel
Eine Unternehmumg produziert gefriergetrocknete Eisblöcke mit der Kostenfunktion K(x) = x3 -12x2 + 60x + 98. Das Unternehmen ist polypolistisch, d.h. es bieten soviele Produzenten Eisblöcke an, daß sie den Preis nicht beeinflussen können. Der Marktpreis ist p = 60 Zasteros.
Im polypolistischen Angebotsmodell ist die Erlösfunktion E(x) = px und die Gewinnfunktion
G(x) =E(x) - K(x).
Es ist
G(x) =
Analyse der Kostenfunktion:
Hohe Kosten durch zu geringe Auslastung, dann Verbesserung der Kostensituation, schließlich erhöhte Kosten durch Überauslastung.
Die Grenzkosten oder marginalen Kosten sind
Extremwerte:
Wendepunkte: Analyse der Gewinnfunktion:
Positiver Bereich:
Nullstellen: (näherungsweise)
untere Gewinnschwelle, obere Gewinngrenze
Maximaler Gewinn:
Grenzerlös = Grenzkosten, d.h. solang der Erlös stärker zunimmt als die Kosten, ist die Produktion rentabel.
Welche Art Extrema?
Neues Zeuch