Bogenbau/ Materialien/ Klebstoffe

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Klebstoffe haben unterschiedliche Eigenschaften und deshalb auch unterschiedliche Einsatzgebiete. Sie werden beurteilt nach:

  • Spaltenfüllbarkeit. Lösungsmittel- oder wasserbasierte Klebstoffe verlieren beim Trocknen einen Teil ihres Volumens durch die Verdunstung. Klebstoffe, die durch chemische Reaktionen härten (wie Zweikomponentenkleber) behalten ihr Volumen. Dies ist wichtig zum Beispiel bei Pfeilspitzen, wo oft Hohlräume entstehen zwischen Holz und Spitze, oder beim Füllen von Längsrissen am Bogen.
  • Temperaturbeständigkeit. Gewisse Klebstoffe werden bei Minustemperaturen brüchig oder im Sommer weich. Durch starkes Erhitzen über der Flamme können Kleber ausserdem normalerweise wieder gelöst (und Spitzen von kaputten Pfeilen entfernt und wiederverwendet) werden.
  • Festigkeit. Man unterscheidet zwischen
    • Adhäsion (Haftung des Klebstoffes am Material, das verklebt wird, zum Beispiel Holz oder Horn, und
    • Kohäsion, der Festigkeit des Klebstoffes selbst.
  • Wasserlöslichkeit. Weissleime bzw. Holzleime – als Leime werden nur wasserbasierte Klebstoffe bezeichnet – bleiben auch nach dem Trocknen wasserlöslich; Sie enthalten PVA, Polyvinylacetat. Wasserlösliche Kaltleime werden im Bogenbau in der Regel nicht verwendet. Anders ist dies bei den Glutinleimen (Warmleime).

Natürlich gibt es noch diverse weitere Unterschiede, die aber schlussendlich für den Bogenbau nicht mehr von grosser Bedeutung sind.

Einige Leime, darunter zum Beispiel Zweikomponentenleime, bleiben nach dem Aushärten elastisch und können nicht mit Scheifpapier nachbearbeitet werden. Glutinleime sind schleifbar.