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Chirurgie: UC - Verletzungen der oberen Extremität

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proximale Humerusfraktur

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  • Die Einteilung der proximalen Humerus-Fraktur erfolgt in der Klassifikation nach Neer
  • Physiologie und Anatomie:
    • Fraktur des alten Menschen (>70; w>m = 2:1)
    • meist subkapital gelegen in Höhe des Collum chirugicum
    • Ursache ist meist ein indirektes Trauma mit Sturz auf die ausgestreckte Hand oder den Ellenbogen
    • Manchmal auch sekundär durch Metastasen bedingt
  • Klinik:
    • Schmerzhafte Bewegungseinschrenkung
    • Druckschmerz über dem Oberarm
    • Evtl. Bluterguss in der Axilla, an der lateralen Thoraxwand oder medial am Oberarm
  • Diagnostik:
    • Röntgen in 2 Ebenen und transskapulläre Aufnahme
  • DD: eventuell nur Schultergelenks-Luxation
  • Therapie:
  • bei eingestaucheter, wenig dislozierter Fraktur im Collum chirurgicum keine Repositon, Gilchrist Verband über 8 Tage , danach funktionelle Behandlung mit Pendelbewegungen und zunehmend aktiven Bewegungen für 6 Wochen.
    • OP-Indikationen:
      • Dislokation des Tuberculum majus
      • Dislokation mit mehreren Fragmenten
      • Einklemmung der Bizepssehne
      • Luxierter Humeruskopf
      • Frakturen bei Kindern (bei diesen aber immer mit Desault-Verband und Gips)

Humerusschaft-Fraktur

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  • Cave: die Humerusschaft-Fraktur kommt besonders häufig im Rahmen von pathologischen Frakturen vor.
  • Klinik
    • Druck- und Bewegungsschmerz
    • Schonhaltung (Pat. hält u. unterstüzt den Arm am Ellenbogen mit der anderen Hand

Evt. neurologische Ausfallzeichen einer N. radialis Läsion (Fallhand, Sensibilitätsstörungen im zughörigen Dermatom am dorsalen Unterarm und Handrücken, an Finger 1-3)

  • Diagnostik
    • Röntgen in 2 Ebenen mit angrenzenden Gelenken
  • Diagnostik: DMS! (N.radialis)
  • Therapie: Desault-Verband für 3 Wochen, OP-Indikation ist gestellt bei einer Läsion des N. radialis und bei offenen Frakturen (Marknagel)

Distale Humerus-Fraktur

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  • Cave: bei den distalen Humerus-Frakturen muss noch mehr als bei anderen Frakturen auf eine Beteiligung von Nerven und Gefäßen geachtet werden!
  • Ätiologie
    • Indirektes Trauma: Sturz auf den gestreckten Arm führt zur Extensionsfraktur
    • Direktes Trauma: Sturz oder Schlag auf den Ellenbogen führt zur Flexionsfrakturk
  • Einteilung nach Müller
    • Gruppe A: Extraartikuläre supra- oder perkondyläre Fx
    • Gruppe B: Intraartikuläre unikondyläre Fraktur der Condylus humeri radialis oder ulnaris
    • Gruppe C: Intraartikuläre bikondyläre Fraktur = Y-förmiger Gelenkbruch, Gelenktrümmerfraktur
  • Klinik:
    • Schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Ellenbogengelenks
    • Rasche Schwellung
    • Starkes Blutungshämatom bei Verletzung der A. radialis
    • Nervenbeteiligung des N.medianus, N. ulnaris, N. radialis möglich
  • Diagnostik:
    • Röntgen: anterior-posterior und 2 zusätzliche Ebenen um 45 Grad versetzt.
  • Therapie: konservativ bei unkomplizierten und extraartikulären Frakturen und Biegungsbrüchen mit Oberarmgips für 4 Wochen. Operativ unbedingt nötig bei Fraktur des Condylus radialis, Unikondyläre = Schraubenosteosynthese, Bikondylär: Plattenosteosynthese mit Zugschraube zur Trochlea und Oberarmgips, beim Kind: Spickdrähte

Ellenbogen-Gelenk-Luxation

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  • Cave: Überdehnung des N. ulnaris
  • Therapie: 2 Wochen Oberarm-Gips in 90°-Stellung

Olecranon-Abriss / Trümmer-Fraktur

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  • Therapie: Schraube/Platte

Radiusköpfchen-Fraktur

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  • Diagnostik: Radiusköpfchen-Zielaufnahme
  • Therapie: hier gibt es sehr viele therapeutische Möglichkeiten, bis zur Radiusköpfchen-Entfernung beim Erwachsenen

Chassaignac-Verletzung

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  • Definition: Subluxation des Radiusköpfchens innerhalb des das Lig. anulare
  • Therapie: Reposition

Unterarmschaft-Fraktur

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  • Bei den Unterarmschaftfrakturen gibt es zwei besondere Verletzungsarten die ausgesprochen prüfungsrelevant sind:
    • Monteggia-Fraktur: Ulnarschaft-Fraktur mit Luxation des Radiusköpfchens
    • Galeazzi-Fraktur: Radiusschaftfraktur mit Luxation der distalen Ulna
  • Therapie:
    • Erstmaßnahme: dorsale Oberarmgipsschiene nach vorsichtiger Reposition.
    • Fast immer Plattenosteosynthese (DCP/LCDCP) am Unfalltag.
    • Nur konservativ bei: kindlichen Frakturen; Infraktionen; unverschobene, isolierte Frakturen ohne Luxation; hohes OP-Risiko.
    • Bei Kindern sind aufgrund der Wachstumsreserven stärkere Fehlstellungen als bei Erwachsenen tolerabel.
  • Diagnostik: lange Aufnahmen des Unterarms in 2 Ebenen, immer proximales und distales Radioulnargelenk mit röntgen!
  • Da der Nervus ulnaris zwischen dem M. flexor digitorum profundus und dem M flexor carpi ulnaris verläuft ist eine Verletzung unwahrscheinlich, prinzipiell aber möglich.
    • Symptome: Krallenhand und Sensibilitätsstörungen (Hand und distaler UA ulnarseitig, Kleinfinger ist Autonomiegebiet)

Distale Radius-Fraktur

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  • Häufigste Fraktur des Erwachsenen, für die Beschreibung gibt es fünf verschiedene teils sehr komplizierte Eigennamen wie z.B. die Metaphysären Biegungsfrakturen: Colles-Fraktur (häufig! Extensionstyp) oder die Smith-Fraktur (Flexionstyp)
  • Cave: Kompression des N. medianus durch Hämatombildung und Frakturbruchstücke
  • Diagnostik: Röntgen in 2 Ebenen, neurologische Untersuchung (N.medianus)!
  • Therapie: eventuell Reposition nötig, evtl. Fixateur externe, bei Kindern: konservativ

Frakturen und Bandläsionen des Handgelenks

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  • Frakturen der Fingerglieder:
    • Symptomatik: Fehlstellung oder Verkürzung des verletzten Fingers.
    • Therapie: Endgelenke: Schienung für 3-4 Wochen, Mittel-/Grundgelenke: Intrinsic-Plus-Stellung

Frakturen der Mittelhand

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  • Bennet-Fraktur: Intraartikuläre Luxationsfraktur der Basis des ersten Mittelhandknochens.
  • Rolandofraktur: Y-förmiger Trümmerbruch der ersten Mittelhandknochen.
  • Symptomatik: Hämatome und Schwellungen
  • Therapie:
    • Bennet-Fraktur (Basis des 1. Mittelhandstrahles): Repostition & Stabilisierung durch 2 Kirschner-Drähte (nicht konservativ!)
    • Rolandofraktur (Y- förmiger Ausbruch der Basis des ersten Strahls): T-Plattenosteosynthese
    • Ansonsten je nach Abkippung Langfingerschiene oder intramedulläre Spickung mit Kirschner-Drähten.
    • Also: Die meisten Gelenkfrakturen der Hand werden nicht konservativ behandelt, in der Regel werden Gelenkfrakturen nie konservativ behandelt!
  • Intrinsic-Plus-Stellung:
    • 20-30° Extension im Handgelenk
    • 10-15° Ulnardeviation
    • 90° Grundgelenke gebeugt
    • Mittel- und Endgelenke gestreckt

Mittelhand-Fraktur

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  • Bennet & Rolando

Scaphoid-Fraktur

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  • Diagnostik: Tabatieren-Druckschmerz