Das Mirakel des Heiligen Kreuzes zu Elspe: Altersbestimmung des Kreuzes

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Das Mirakel des Heiligen Kreuzes zu Elspe [[{{{3}}}|{{{4}}}]]


Altersbestimmung[Bearbeiten]

Eine Altersbestimmung anhand der astronomischen Winkel ist nur schwer möglich, da die Erdachse sich in den letzten tausend Jahren nur unwesentlich verändert hat. (s. hierzu nachstehende Tabelle) Im Fehlerbereich von nur ± 0,1° beträgt die Zeitspanne immerhin 1600 Jahre. Es musste nach einer anderen Möglichkeit der Altersbestimmung gesucht werden.

Etwaige Deklinationen der Sonne[Bearbeiten]

(nach einer Tabelle der Sternwarte Recklinghausen)

Jahr d (SSW) d (Lug) d (HTNG) d (Sam) d(WSW) d (Imbolc) d (FTNG) d(Belta)
-1600 23,9 17,4 0,9 -16,3 -23,9 -16,4 0,2 16,5
-1400 23,9 17,3 0,9 -16,3 -23,9 -16,3 0,3 16,5
-1200 23,8 17,3 0,9 -16,2 -23,8 -16,3 0,3 16,5
-1000 23,8 17,3 0,9 -16,2 -23,8 -16,3 0,4 16,6
-800 23,8 17,2 0,9 -16,2 -23,8 -16,2 0,4 16,6
-600 23,8 17,2 0,9 -16,2 -23,8 -16,2 0,5 16,6
-400 23,7 17,2 0,9 -16,1 -23,7 -16,2 0,5 16,6
-200 23,7 17,1 0,9 -16,1 -23,7 -16,2 0,6 16,7
0 23,7 17,1 0,9 -16,1 -23,7 -16,1 0,6 16,7
400 23,6 17,0 0,9 -16,1 -23,6 -16,1 0,7 16,7
800 23,6 16,9 0,8 -16,0 -23,6 -16,0 0,7 16,8
1000 23,6 16,9 0,8 -16,0 -23,6 -16,0 0,8 16,8
1200 23,5 16,8 0,8 -16,0 -23,5 -16,0 0,8 16,8
1400 23,5 16,8 0,8 -16,0 -23,5 -16,0 0,8 16,8
1600 23,5 16,7 0,7 -16,0 -23,5 -16,0 0,8 16,8
1800 23,5 16,7 0,7 -16,0 -23,5 -15,9 0,8 16,8
2000 23,4 16,6 0,7 -16,0 -23,4 -15,9 0,8 16,8


Anhand dieser Tabelle kann man erkennen, welche Veränderungen die Erdachse innerhalb der letzten 3600 Jahre hatte.

Altersbestimmung des Mirakelkreuzes[Bearbeiten]

Das Kreuz mit dem Korpus ist nach dem Restaurierungsbericht des Landeskonservators Günter Röttger aus Münster auf das Jahr 1130nChr. datiert. Nimmt man jedoch die vorgenannten Aufzeichnungen und Berechnungen Zugrunde, kommt die Vermutung auf, das die Kreuzbalken erheblich älter als der Korpus ist. Bei der Aufzeichnung der Mittagshöhen und der Deklinationswinkel sind kaum störende Einflüsse in der Atmosphäre vorhanden, so dass diese sehr genau aufgezeichnet werden konnten. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt hoch am Himmel.

Ein Nachweis durch das Zusammenspiel folgender Faktoren ist deutlich erkennbar.

  • 1. die passenden Mittagshöhen
  • 2. der Nachweis des örtlichen Breitengrades von Elspe
  • 3. die dazugehörigen Deklinationswinkel
  • 4. die aufgezeichneten Sonnenaufgangspeilungen
  • 5. die aufgezeichneten Sonnenuntergangspeilungen
  • Sicherlich sind bei den Aufzeichnungen einige Ungenauigkeiten möglich. Diese Ungenauigkeiten sind für den eigentlichen Nachweis des Sonnenkalenders ohne Bedeutung..
  • Die Aufzeichnungen und Berechnungen decken sich in allen Punkten.
  • Exakte Datierungen der Kreuzbalken sind nur mit wissenschaftlichen Methoden möglich, die ich mir an dieser Stelle nicht anmaßen möchte.
  • Bei meiner Untersuchung ist nur die Tatsache wichtig, das es sich hier um ein Sonnenkalender handelt.
  • Die Deklinationswerte zwischen Sommersonnenwende +23,75° und Wintersonnenwende –23,75° sowie die Mittagshöhen lassen vermuten, dass das Kreuz ursprünglich nicht nur als Adachtskreuz konstruiert wurde, daher kommt auch hier die Vermutung auf, dass das Kreuz als astronomisches Gerät an dieser Stelle konstruiert wurde.
  • Einmalig ist auch die Geschichte des Mirakelkreuzes im Bezug auf die Bruderschaft des Heiligen Kreuzes zu Elspe sowie anderer Urkunden und Überlieferungen.
  • Der Besitz des Kreuzes ist seit langer Zeit für Elspe nachweisbar, und lässt für die Konstruktion und die Benutzung auch kaum einen anderen Ort zu.
  • Leider sind bei der Restaurierung des Kreuzes die eingeschnitzten Kerben zwischen den Mulden verschlossen worden, so das diese Verzierungen nicht mehr erkennbar sind.
  • Des weiteren ist in dem Restaurierungsbericht von drei Stellen ( bei Mulde 28-27, 14-15 und 3-4) mit jeweils 21 kleinen eingeschnitzten Mulden die Rede.
  • Diese Mulden sind in der beiliegenden Skizze zum Restaurierungsbericht zwar eingezeichnet, jedoch von der Skizze nicht mehr maßstäblich in die Zeichnungen übertragbar.
  • Lediglich auf einem Detailfoto bei den Fassungsübersichten bei Mulde 28-27 kann man diese erkennen.
  • Diese Mulden könnten ggf. weitere Hinweise für Beobachtungen des Mondes oder der Sterne sein.
  • Vielleicht sind die aufschablonierten goldenen Sterne zwischen den Mulden noch ein Hinweis auf Vorgenanntes.
  • Weitere Untersuchungen in diese Richtungen bleiben allerdings Spekulation, da ohne genaue Vermessung der kleinen Mulden hierzu keine Berechnungen möglich sind.
  • Eine Rekonstruktion der eingeschnitzten Kerben, welche nur noch teilweise vorhanden waren, ist nicht erwünscht gewesen, da das Kreuz als Andachtsgegenstand dienen sollte.