Das Mirakel des Heiligen Kreuzes zu Elspe: Geschichte des Kreuzes

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Das Mirakel des Heiligen Kreuzes zu Elspe [[{{{3}}}|{{{4}}}]]


Geschichte des Mirakelkreuzes[Bearbeiten]

Die Geschichte des Mirakelkreuzes ist von Pfarrer Dr. Brill treffend beschrieben worden, so dass sich hierzu weitere Bemerkungen erübrigen. Hier hat sich ein kompetenter Geschichtsschreiber und Pfarrer ausreichend mit dem Thema befasst, so dass die nachfolgenden Zeilen von Ihm übernommen wurden. Laut Pfarrchronik , so schreibt Pfarrer Dr. Brill, hat der damalige Pfarrer Kayser folgendes erwähnt:

  • „In einem Briefe von 1450 geschieht Meldung von dem so genannten noch darin vorhandenen hl. Kreutze als einem mirakolosem Bilde. War dieses Kreutz nun schon um jene Zeit in der Volkssage ein Wunderbild, so folgt natürlich , dass es schon damals sehr alt sein musste, denn erst in langen Zeitperioden kann das Natürliche in einen heiligen Mythus sich hüllen, das Zeichen in das Bezeichnete Übergehen, die Idee mit dem Symbole identifiziert werden.

Es ist nun wohl möglich, dass das Bild älter als die Kirche sei. Die Sage lässt sogar durch dergleichen Bilder oft Kirchen entstehen.“

  • Diese letztere Annahme des Pfarrers Kayser von einem wo möglich höherem Alter des Kreuzes als der Kirche vermögen wir allerdings nicht zu teilen.
  • Die von Ihm bezeichnete Urkunde aus dem Jahre 1450 liegt leider nicht mehr vor. Auf diese beruft sich ebenfalls Pfarrer Joh. Plencker im Jahre 1749.

Er sagt über das Kreuz : Von dem heiligen Chreutz in der Kirchen zu reden ist besonders davon zu beobachten, dass selbiges jederzeit heilig gehalten undt besondere Ehr dem selben von menschen gedenken offerirt worden, die unablösliche Rhenten zu dessen Ehr vile geschenkt sein. Der Ursprung dieses heiligen Chreutzes ist nicht befundtlich. Ferner hält auch er es für möglich, dass durch das Kreuz der Kirchenbau veranlasst worden sei. Aus vielen Gründen werde es für wunderbar erklärt, Schon wenn man in Betracht ziehe die langen Zeiten, in denen es zu Ehren des Leidens Christ „ in beständiger gewonheit viele hundertmahl Umb die Kirche getragen worden.“

  • Dann berichtet er von seinem Vorgänger : „ Johanes Rötger Plencker thuet meldung von einem Kindt so stock blindt gewesen, das Gesicht dadurch wieder erhalten habe; dergleichen mehrere wunderthaten, so geschehen, aber nicht annotiret worden.

Damit nuhn gahr keine superstitiones ( Aberglauben) bey dem Chreutz tragen umb die Kirch untersleichen können, wird das Volk baldt ambone (von der Kanzel) baldt in Catechesi (Christenlehre) därüber Erinnert.

  • In dem Spezialrezess des Generalvikars von Sierstorpff vom 28. September 1737 verurteilt er das bei seiner Visitation in Elspe festgestellte unverhältnismässig häufige Umtragen des Kreuzes um die Kirche privatim vom weiblichem Geschlechte. Er bezeichnet dieses als abergläubisch und verbietet es weiterhin unter schwerer Strafe.

Auch bei der Visitation 1750 wird wieder, mit Berufung auf frühere Gelegenheiten, vor abergläubischem Kult mit dem „angebliche Wundertätigen Kreutze“ gewarnt.

  • Pfarrer Plencker spricht auch, was wir an anderer gehöriger Stelle bringen werden, von der besonderen Aufgabe und Sorge der beiden Kirchenprovisoren um das Heilige Kreuz.

Wundererzählungen von Kreuzen sind sehr häufig aus alter Zeit. Das kann nicht überraschen, da das Kreuz des Erlösers das heiligste Zeichen des Christentums ist und auch das Unterpfand der göttlichen Macht und Gnade. Es war Anfang und Ende des Christenlebens und beherrschte alles Fühlen und Denken so sehr, dass sich jedem Tun und Geschehen als Siegel aufdrückte.

  • Weiter schreibt Dr. Brill :

Das Heilige Kreuz von Elspe tritt nicht erst durch die verlorenen Urkunde von 1450 ins Licht, sondern schon in der ältesten des Pfarrarchivs, die Elspe selbst betrifft, vom Jahre 1426. In ihr verkaufen „ Cord von Langenstroit de aulde Patze sin elike vrouwe und Cord und Hinrik ere sone „ihre „kotenstede mit erer tobeheringe gelegen to Meggen deme hiligen cruce to Elspe ind synem testementen halff ind de anderen helfte Nolleke Vyscher van Meggen“.

  • Von da ab bringt fast jede Urkunde ein Ehrenbekenntnis zu dem Heiligen Kreuz.

Man nennt es neben der Kirche, gleichzeitig mit Gott oder dem Kirchenpatron und den Heiligen. Es steht für die Kirche und für die Pfarrei. Ihm werden Werte vermacht oder verkauft. Statt Vormünder der Kirche sagt man einfach Vormünder des Kreuzes von den Kirchenpflegern. So heißt es z. B.

    • to des hiligen cruces behoiff to Elspe, gode to eren und dem hiligen Crutze,
    • 1439 deme hyllygen Cruce und unseren leyven frowen und deme guden hern sente Jarcob, 1449 vormundere des hilligen Cruces und kercken to Elspe,
    • 1457 to dem cruzen ind altare to Elspe in der kerken,
    • 1463 Hedenrich Bose nu tor tyt kerkenmester des hylligen cruces

usw.

  • Das Heilige Kreuz, welches sich wohl auf dem Kreuzaltar befand, war sicherlich durch liebevolle Zier geehrt. Neben dem Ewigen Lichte, welches vor dem Heiligen Sakramente brannte und von dem öfter die Rede ist, wird wird auch ein solches vor dem Kreuze erwähnt.
  • Im Jahre 1509 geben nämlich „ Rötger Droeste von Hallerbracht im kerspel van Elspe und Pfigge elycke huesfrowe alle jaer teyn schyllynge geldes erffycher jerlycher und ewyger gulde und renthe den vormundern der kercken to Elspe to eyme ewigem geluchte vor dat hylge cruce in der kercken to Elspe“, in und aus ihrem Hof und Gute zu Halberbracht.
  • Nicht ganz so deutlich, ob es sich um eine besondere Lampe vor dem Kreuze handelt, lautet ein Verkaufsbrief aus noch früherer Zeit: Im Jahre 1467 nämlich verkauft Godert Vogt von Elspe aus seinem Gute zu Halberbracht, allem Anscheine nach dasselbe wie oben, eine Geldrente „den kerckenmestern to Elspe to geluchte des hilliegen Cruces und der hilligen kercken“.