Das Mirakel des Heiligen Kreuzes zu Elspe: Zusammenstellung der Fassungen am Mirakelkreuz

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Das Mirakel des Heiligen Kreuzes zu Elspe [[{{{3}}}|{{{4}}}]]

Zusammenstellung der Fassungen am Mirakelkreuz[Bearbeiten]

Zusammenstellung der Fassungen nach dem Restaurierungsbericht von Günther Röttger, ausführender Restaurator in der Werkstatt des westf. Amtes für Denkmalpflege, um den Zustand des Kreuzes bei jeder Fassung übersichtlich darzustellen. Hierbei ist die 1. Fassung die Jüngste, die 7. Fassung die Älteste.

1.Fassung[Bearbeiten]

Fassung 1 sind einfache Übermalungen mit braunroter (1) und einer weissen Farbe(2). Das Kruzifix ist in einem relativ gutem Zustand. Die letzte Fassung ist sehr verschmutzt und weist äusserst minderwertige Qualität auf. Im Mittelteil des Längsbalkens, wo der Korpus das Kreuz bedeckt, fehlen die Übermalungen von 1. Hieraus ist zu schliessen dass bei der jüngeren Neufassung der Korpus vom Kreuz gelöst wurde. Die Vorderseite des Kreuzes bedeckt ein braunroter Mattölfarbabstrich. Ein weisses länglich geschwungenes INRI Schild ist am oberen Ende des Kreuzes angebracht und wurde wahrscheinlich bei der letzten Bemalung des Kruzifixes hinzugefügt. Die Rückseite ist nach der Ursprünglichen schwarz und rot bemalt. Deutlich heben sich mehrere Fassungsfragmente unter dem Letztanstrich ab. Durch die Arme und das rechte Bein sind Schrauben zur Befestigung eingesenkt.

Das Kreuz ist an allen vier Enden reduziert, am oberen Ende sind zwei kleine Rechtecke herausgesägt, am unteren ist es U-förmig , vermutlich zum Einsenken in einen Altartisch, beschnitten.

Von der ursprünglichen Fassung scheint mehr erhalten zu sein als auf dem Korpus. Starke Russ- und Schmutzspuren haften auf den von den Armen bedeckten Partien der Fassungen 1. Die Rückseite des Kreuzes ist schwarz und rot bemalt. Fassung 1 fehlt.

Bei dieser Fassung ist das Kreuz an allen vier Enden reduziert worden, und zwei kleinere Ausschnitte wurden am oberen Ende des Längsbalkens eingesägt. Das beweist das Fassung No.2 eine Grundierschicht von No. 1ist, da auf ihr keine Schmutzreste auflagen. Dabei wurde das Kreuz einheitlich weiss grundiert, der Korpus neu ausgerichtet und aufgeschraubt, und das Kreuz rot angestrichen. Die ursprüngliche Aufhängung der Arme wurde verändert. Dagegen blieb die Halterung des Suppedaneums bestehen. Die Rückseite des Kreuzes ist schwarz und rot bemalt. Fassung 2 und 3 fehlen

2. Fassung[Bearbeiten]

Grundierung von Fassung 1

3. Fassung[Bearbeiten]

No. 3 ist dagegen schon künstlerisch etwas mehr ausgestaltet. Auf eine mit weiss ausgemischte grüne Farbe, die das ganze Kreuz bedeckt, ist ein dunkelgrünes Mittelkreuz aufgemalt, das an der Abschlusskante der Unterseite mit einem weissen und an der Oberseite mit einem schwarzen Strich umrandet ist. Ein weiterer weisser, pastos, aufgesetzter Strich umläuft die obere Hälfte des Kreuzes. Die Mulden sind gelb vorgelegt und vergoldet (Mixtionvergoldung). Die darunter liegende Überfassung ist in den Einzelheiten ähnlich der Aufgedeckten. Über dem Rot liegt eine dichtere Kruppluck ähnliche Lasur, auf die eine weisse Borde aufgemalt ist, die wiederum an die grün ausgemalten Mulden anstösst und sie mit einem weissen Kreis umranden. Das Mittelkreuz ist dunkelgrün überstrichen, und zu der Oberseite ist das angrenzende Rot nach Weiss auslasiert, um ein Höhenlicht zu markieren. Die jetzt aufgedeckte Fassung war so gut erhalten (60%) dass nicht das Risiko eingegangen wurde, die noch Darunter liegende freizulegen. Auch waren für die Rekonstruktion und die Retusche genügend Anhaltspunkte gegeben. Ein ca. 1mm starker Kreidegrund überdeckt die Frontseite des Kreuzes. Das stark leuchtende Rot (Zinnober) ist orangefarbig untermalt (Zinnober oder Mennige), und in kürzeren Abständen sind Sterne aufschabloniert. Abb.( )

Eine mit pastos aufgesetzte, schwarzen Strichen umrandete Goldborde umläuft das Kreuz. In der Mitte der versilberten Mulden ist ein schwarzer Farbtropfen eingemalt. Gold und Silber sind puderartig und in Leim aufgetragen (Wahrscheinlich Muschelgold und –silber ).

In einer grünspanähnlichen Farbe ist das Mittelkreuz aufgemalt und mit einem dunkleren bräunlichen Grün überlasiert (Wahrscheinlich Kuferresinat). An drei Stellen hat Hitzeeinwirkung die Fassung teilweise zerstört, was auf verkohlte Brandnarben auf der Unterseite des Querbalkens und am linken unteren Ende des Längsbalken zurückzuführen ist. (Abb. Photo des freigelegten Kreuzes) Es ist anzunehmen, dass Kerzen, die das Kreuz flankierten, diesen Schaden herbeigeführt haben. Starke Russ- und Schmutzspuren haften auf den von den Armen bedeckten Partien der Fassungen 3 Im Mittelteil des Längsbalkens, wo der Korpus das Kreuz bedeckt, fehlen die Übermalungen von 3. Hieraus ist zu schliessen dass bei der jüngeren Neufassung der Korpus vom Kreuz gelöst wurde. Die Rückseite des Kreuzes ist schwarz und rot bemalt. Fassung 3 fehlen

4. Fassung[Bearbeiten]

Im Mittelteil des Längsbalkens, wo der Korpus das Kreuz bedeckt, fehlen die Übermalungen von 4. Hieraus ist zu schliessen dass bei der jüngeren Neufassung der Korpus vom Kreuz gelöst wurde. Die Rückseite des Kreuzes ist schwarz und rot bemalt. No. 4 ist dünn lasierend darüber gestrichen.

5. Fassung[Bearbeiten]

Die Freilegung erfolgte gleichfalls auf Fassung No. 5. Starke Russ- und Schmutzspuren haften auf den von den Armen bedeckten Partien der Fassungen 5. Im oberen Teil des Querbalkens fehlt ein handgrosses Stück der Fassung No. 5, deckt aber die darunter liegende Fassung No. 6 auf. Das Mittelkreuz, in einem warmen dunkeln Grün, ist etwas schmaler. Die umspannende Goldborde fehlt, dagegen sind die Mulden versilbert, grün gelüstert und schwarz eingerahmt. Die verschiedenen Grüns der Fassungen 5, 6 und 7 sind deutlich auf dem Nietenkopf zu erkennen. Bei Fassung No. 5 sind die Eisenbänder teilweise mit groben Leinen abgeklebt worden. Bei Fassung No. 5 sind die Nutennähte mit Sackleinen überklebt worden. Rot ist ein Zinnober wie auf der Fronseite. Schwarz, wahrscheinlich Beinschwarz. Darunter liegen auf dünnen Kreidegrund die Fassungen 6 und 7, ebenfalls in der Farbgebung und Technik wie No. 5

6. Fassung[Bearbeiten]

Im oberen Teil des Querbalkens ... deckt aber die darunter liegende Fassung No. 6 auf. Die verschiedenen Grüns der Fassungen 6 und 7 sind deutlich auf dem Nietenkopf zu erkennen. Rückseite :Darunter liegen auf dünnen Kreidegrund die Fassungen 6 und 7, ebenfalls in der Farbgebung und Technik wie No. 5

7. Fassung Originalfassung[Bearbeiten]

Von der Originalfassung und – schnitzung konnten einige wesentliche Merkmale festgestellt werden. Die Kreuzbalken sind im Nutverfahren miteinander verbunden und durch eine Niete im Scheitelpunkt verankert. (Durchmesser des Nietenkopfes 2,5cm, Stärke 0,6cm) Zwei Eisenbänder überspannen den Querbalken und sind mit je 7 handgeschmiedeten Nägeln auf dem Holz befestigt. (Vergleiche die Kreuzverankerung des Triumpfkreuzes im Westfälischen Landesmuseum) (Länge der Eisenbänder links und rechts 27,5 cm, Breite zwischen 2,8 und 3 cm und 2,6cm und 3 cm) Zwischen den Mulden sind in dichter Reihenfolge ovale Kerben eingeschnitzt. (Abb. Zustandsphoto und Aufnahme des freigelegten Kreuzes) Die Fassung ist folgendermassen aufgebaut: 0,4mm starker Kreidegrund, die Eisenbänder sind ausgespart. Eine bräunliche Leimlösche liegt über der gesamten Grundierung. Die Mulden sind mit Goldstreifen miteinander verbunden. Polimentgold, weisser Bolus. Mulden Polimentsilber, stark oxidiert. Ein Zinnoberrot umschliesst die Goldborden mit Mulden und das aufgemalte grüne Mittelkreuz. Als Bindemittel dürfte Kaseintempera Verwendung gefunden haben. Die Eisenbänder sind mit einem schellackähnlichen farblosen Lack abisoliert worden. Durch starke Rosteinwirkung haben sich die Farben an dieser Stelle verändert (bräunlich). Das Grün der Fassungen 7 ist deutlich auf dem Nietenkopf zu erkennen. Die Rückseite des Kreuzes ist schwarz und rot bemalt. Darunter liegen auf dünnen Kreidegrund die Fassungen 7, ebenfalls in der Farbgebung und Technik wie No. 5