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Die Bewerbung zum Design- und Kunststudium

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Dieses Buch steht im Regal Kunst.

Die Bewerbung zum Design- und Kunststudium

In diesem Buch gibt es Tipps und Tricks zur Bewerbung an Design- und Kunst-Fachhochschulen, -Hochschulen und -Universitäten.

Der erste Teil des Buchs (↓ Die Bewerbungsmappe) beschäftigt sich mit der Erstellung einer Mappe für die Bewerbung, im zweiten wird auf die Eignungsprüfung eingegangen (↓ Die Eignungsprüfung), im dritten Teil finden sich sonstige relevante Themen, wie Praktika und Literaturempfehlungen (↓ Sonstiges zur Bewerbung).


Hinweise für eine Autorenbeteiligung Eine Beteiligung zur gezielten Erstellung dieses Lehrbuchs ist ausdrücklich erwünscht. Eine andere Textform als die eines Lehrbuchs wird im Interesse der Wikibooks und der Erwartungen der Leser nicht angestrebt. Auf der Diskussionseite gibt es bald detailliertere Hinweise für eine Autorenbeteiligung und konstruktive Vorschläge für ein einheitliches Vorgehen bei der Erstellung des Textes.

50% fertig „Die Bewerbung zum Design- und Kunststudium“ ist nach Einschätzung seiner Autoren zu 50 % fertig

Vorwort[Bearbeiten]

Wenn du plötzlich feststellst, dass du doch gerne irgendwas mit Design oder Kunst studieren möchtest, wirst du recht schnell merken, dass du dir einen Studienplatz mit einer Mappe und einer Prüfung erkämpfen musst. Und weil es dahin gehend viele Unklarheiten gibt, möchte dieses Buch versuchen, ein paar allgemeine Antworten zu geben. Allgemein deshalb, weil es einfach kein Patentrezept gibt. Jede (Fach-/Kunst-)Hochschule ist anders, jeder Prüfungsausschuss ist anders.

Manche Fragen sind teils nur hochschulspezifisch zu beantworten. Grundsätzlich gilt:

  • die Website der Hochschule besuchen
  • die Mappenberatung/Tag der offenen Tür der Hochschule besuchen
  • die Studienberatung der Hochschule anrufen
  • sich auf dem Campus umhören, Asta/Fachschaften/etc. aufsuchen und Fragen stellen

Warum ein solcher Bewerbungsprozess?[Bearbeiten]

Die länderspezifischen Hochschulgesetzgebungen sehen die jeweiligen Zulassungsbestimmungen zum Studium vor. Es ist allgemein anerkannt, dass die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung (also das Abi) nur sehr begrenzt Auskunft über die Studierfähigkeit in künstlerischen Fächern gibt. Daher ist seit jeher die Feststellung der künstlerischen Eignung Zulassungsvoraussetzung.

Wo kann man sich bewerben?[Bearbeiten]

Eine Übersicht von Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten gibt es unter anderem hier

Wie anfangen?[Bearbeiten]

Ganz egal wie, Hauptsache anfangen!

Die Antwort klingt einfach, ist sie aber nicht. Die Angst vorm leeren Blatt ist so alt, wie die erste bemalte Höhlenwand.

Hier ein paar vielleicht hilfreiche Tipps gegen Blockade und Kreativlosigkeit:

  • geh mit offenen Augen durch die Stadt
  • geh ins Theater
  • lies Bücher/Zeitungen/Plakate/Flyer
  • wenn du in der Woche keine Zeit hast, dann halt dir das Wochenende frei
  • merke dir Kleinigkeiten
  • kritzle auf alles was du finden kannst, führe ein Skizzenbuch
  • schaffe dir einen sauberen und ordentlichen Arbeitsplatz
  • arbeite bis du umfällst
  • besuche einen Zeichenkurs

Zweifel?[Bearbeiten]

Wenn du noch nichts hast, dann solltest du dich fragen, warum du überhaupt Design studieren möchtest. Ist diese Frage beantwortbar, wunderbar, nutze dies als Motivation Werke zu erstellen. Falls es (noch?) keine Antwort gibt, nimm Dir falls möglich Zeit, sie beantworten zu können. Als Möglichkeiten zur Anwortfindung kommen diverse Möglichkeiten in Frage z. B. ein freiwilliges soziales Jahr, »Work-and-Travel«, eine fachspezifische Ausbildung vorab (gestaltendes Handwerk, wie Maler und Lackierer, Tischlerin oder Goldschmied/gestaltende Berufe, wie Mediengestalterin/weiter gefasst kreative Berufe, wie Modellbauer/etc.),…

Eine Ausbildung vorab ermöglicht auch direkt einen Plan B, falls die Studien nicht so voran kommen, wie das gewünscht ist. Vgl. auch den Abschnitt Praktikum unten.

Die Bewerbungsmappe[Bearbeiten]

Die Bewerbungsmappe ist üblicherweise der erste Schritt auf dem Weg zum kreativen Studium. Einzig der stark gestaltende aber gelegentlich den Ingenieurwissenschaften zugeordnete Studiengang Architektur verzichtet häufig darauf (vgl.  Architekturstudium#Zugangsvoraussetzungen). Je nach Hochschule gibt es Anforderungen an die Mappe, z. B. bei Größe, Gewicht oder Farben. Es ist sinnvoll sich als erstes darüber zu informieren. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass Mappen selbst wieder abgeholt werden müssen, wenn eine Mappenbeurteilung vorüber ist.

Was soll und kann in eine Mappe?[Bearbeiten]

Das hängt ganz von dir ab. Deine Mappe ist dein Aushängeschild und die Professoren werden dich danach beurteilen. Sie wollen wissen, ob du zeichnen kannst oder ob du lieber mit dem Computer arbeitest, wer du bist und was du machst. Und Sie wollen den Gedanken hinter den Werken erfassen können und Besonderheiten sehen. Bilder, Fotos, Collagen, Websites, Skizzen, Comics, Bücher, (Karten-)Spiele − alles ist möglich.

Es ist sinnvoll sich bei Studenten umzuhören, welche Professoren im Prüfungskomitee sind und was sie gerne sehen. Außerdem bieten einige (Fach-)Hochschulen eine öffentliche Ausstellung von angenommenen Mappen.

Digitale Arbeiten sind sinnvoll, sollten die Mappe aber nicht dominieren. Vor allem da viele Professoren lieber Handgemachtes sehen. Des Weiteren gilt wie immer: Qualität statt Quantität!

Selbst-Treue bei der Mappenarbeit ist außerordentlich wichtig. Man sieht sehr oft Bewerber, die nur das machen, was angeblich verlangt wird. Krampfhafte Wortspiele, Still-Leben ohne Bezug etc. Das Resultat fällt dann entsprechend aus! Man sieht es einer Arbeit an, ob Spaß und Intention (eine Absicht/Zweck) dabei war oder nicht. Eine Mappenarbeit oder Thema sollte aus eigenem Interesse kommen und man sollte voll dahinter stehen. Um das zu gewährleisten muss man ja erst von der eigenen Idee überzeugt sein. Und das geschieht nur, wenn man eine eigene Interpretation und einen eigenen Umsetzungswillen darin verspürt. Das ist Selbst-Treue! Und das sollte man konsequent durchziehen, damit man es auch der Mappe ansieht. Es geht nicht um richtig oder falsch. Es geht um das, was du selber für richtig erachtest. Es ist deine Aufgabe zu unterscheiden, ob diese oder jene Arbeit für deine Mappe geeignet ist.

Zeichne alles was du siehst, deine Hand, Muttis Blumen, dein Haus, deinen Hund/Meerschweinchen/Katze, dein Treppenhaus, deinen Bruder, deine Freunde, deine Lehrer, den Himmel. Nicht alles davon wird für die Mappe geeignet sein, vgl. dazu die Klischeeliste unten. Wenn du gern fotografierst, dann mach Fotos von allem was dich interessiert, aber nicht einzeln, sondern in Serie.

Zeig, dass du ein Thema auf die vielfältigste Art und Weise bearbeiten kannst.

Und das Wichtigste: Es ist egal, wie gut du zeichnen oder fotografieren kannst. Also sei anders, nicht verkrampft anders, sondern gestalte deine Arbeiten so, dass sie witzig sind, dass sie zum Nachdenken anregen, dass sie Erstaunen auslösen. Fall auf, in dem du interessante Details dazu nimmst oder indem du ein Thema mal von einer ganz anderen Seite beleuchtest.

Worum geht es in der Mappe?[Bearbeiten]

Worum es in erster Linie geht, ist deine Fähigkeit, sich mit einer Sache eindringlicher zu beschäftigen. Zu recherchieren, zu analysieren, es auseinandernehmen zu können, zu interpretieren, assoziieren, neu zusammenzusetzen und das Wichtigste: eine für dich relevante Aussage visuell durch deine Arbeiten kommunizieren zu können. Komplexität zu pointieren – das macht u. a. Kommunikationsdesign aus.

Im Detail geht es um folgendes:

  • Wie gehst du konzeptionell an ein Thema heran?
  • Wie nimmst du es auseinander?
  • Aus welchen Perspektiven beleuchtest du das Thema?
  • Wie baust du eine Serie daraus?
  • Welche Ideen hast du dazu und was ist deine individuelle Sichtweise auf das Thema?
  • Was interessiert dich daran genau?
  • Was fällt dir auf?
  • Was siehst du was andere nicht sehen und wie machst du das für andere sichtbar?
  • Wie kommunizierst du deine Arbeiten, Sichtweisen etc. Wie bereitest du das Visuell auf?

Es ist wichtig wie du denkst, konzeptionierst und an Gestaltungsaufgaben heran gehst. Gern gesehen sind Entwicklungsprozesse einer Arbeit und Sichtweisen auf einen Sachverhalt. Die Professoren wollen sehen, ob du dich an einem Thema festbeißen kannst, um das ganze durchzukauen.

Das erklärt dann auch, warum Skizzenbücher, experimentelle Serien oder Studien gut ankommen.

Es geht nicht um praxisnahe Arbeiten. Es geht nicht ums Zeichnen an sich oder um tolles Handwerk. Sondern dein Gedanke dahinter und wie du da 'ran gegangen bist. Warum du das so gemacht hast, wie du da hingekommen bist und dass du dir etwas dabei gedacht hast. Und nicht einfach nur: »och, das find ich ganz cool, das find ich schön, das ist doch süß, ist das nicht schick?«. Kurz: Konzeptionelle Kreativität.

Das verstehen die Profs unter gestalterischer Begabung. Und all das ist völlig medienunabhängig.

Einschub: Ein Beispielthema mit Bearbeitungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

»Deutschland im Frühling«

geht gar nicht
Frühlingslandschaft mit fröhlichen Pärchen
schon eher
Ein Pärchen das – von Pollen benebelt – den Rausch seines Lebens hat
auch Ok
»Frühlingserwachen« illustrieren
besser
Menschen, wie sie Abends-rechts-einschlafen und Früh-lin(g)s-erwachen

Besser meiden[Bearbeiten]

  • Bilder die Bildunterschriften benötigen lässt man besser weg. Design bedeutet auch mit Bildern zu kommunizieren. Bilder, die das ohne Text nicht können, sind hierfür eher ungeeignet.
  • Nicht von Fotos abzeichnen; jeder Professor merkt das sofort. Wenn man nicht so gut zeichnen kann, dann lieber erstmal skizzenhaft anfangen und sich dann steigern. Versuchen, einen eigenen Stil zum Ausdruck zu bringen (krakelig, zittrig, brutal, kantig, beschwingt,…)

Klischeeliste[Bearbeiten]

Hier sind Dinge aufgelistet, die Dozentinnen und Dozenten sehr oft sehen und deren sie unter Umständen überdrüssig sind. Das ist keine Verbotsliste aber die Umsetzung muss schon etwas bieten, damit sie überzeugt. Der Hauptpunkt ist die zu vermeidende »Beliebigkeit«. Warst/Bist du jahrelang Raucher oder hast gar einen Angehörigen an die Zigaretten verloren, ist gegen eine Zigarettenschachtel als Zielobjekt und eine dazu erstellte Serie nichts einzuwenden. Eine einzelne gezeichnete Zigarettenschachtel hingegen wirkt beliebig, so fachlich perfekt sie auch in Gestaltung, Strichführung und Farbwirkung sein mag.

  • Bezugsfreiheit und Beliebigkeit
    • Stillleben (vgl. oben) – Bspw. Zigarettenschachtel, Feuerzeug, Turnschuhe, Totenköpfe, Ananas, Grapefruits, Bananen,…
    • »Belanglosigkeiten« bei Objekt oder Thema – Bspw. Herzchen, Blut, Frieden,…
    • »beliebige« Architektur – Bspw. Bauernhof, Plattenbauten, Fachwerkhäuser,…
    • »beliebige Lebewesen« – Bspw, Pferde, Wolpertinger, Obdachlose, Haustiere,…
    • »Schulkritzeleien« – Fan-Art, Fantasy,…
  • das Leben/Krieg/»Mediale-Hypes« z. B. amerikanische Präsidenten/die Menschheit ist sch… (wenn man sich an solch ein Thema wagt, dann muss es Witz und/oder Ironie haben, ein Statement alleine reicht oft nicht)
  • Zeichnungen und Fotografien von Gliederpuppen (»Ikea-Holzmännchen«)
  • die erstbeste Idee – der rote Faden (für Kontinuität), ausgequetschte Gehirne (für Anstrengung), Glühbirnen (für Ideen), Regenbogenfarben (für das Spektrum der Kreativität), Marionetten (für Abhängigkeit oder Manipulation), Stühle, Obstschalen, Lampen und Uhren (für Produkte, die man aus einer Form herstellt), Alphabete (für Typographie), verschiedene Stofffetzen (für unterschiedliche Materialien)
  • Anime, Mangas,…

Zum letzten Punkt wiederholt die Erklärung zum Thema »Beliebigkeit«: Ein »Nachzeichnen« von Mangas ist nicht gut, das Zeigen einer eigenen Serie, die sich an die Gesetzmäßigkeiten des Mangas hält, kann hingegen sehr wohl sinnvoll sein.

Praktische Umsetzungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Grundsätzlich gilt es wie oben beschrieben Klischees und Beliebigkeit zu vermeiden. Im folgenden werden Themen mit Vorschlägen behandelt. Empfehlenswerte Literatur ist ggf. in den jeweiligen Abschnitten angegeben. Bringe dich gerne in diesem Wikibuch ein und ergänze Ideen, Erfahrungen und auch weitere Themen.

Stillleben[Bearbeiten]

Klischee: Vatis Blumen, Muttis Zigarettenschachtel, eine Obstschale

Wenn du Onkel Erwins Blumen malst, dann geht es nicht nur darum, dass du die Blumen detailgetreu nachmalst, sondern sie auch richtig ins Bild setzt. Das kann bedeuten, dass du sie anschneidest und Details zeigst oder sie »spannungsvoll« im Bild stehen (vgl.  Bildgestaltung). Man sollte z. B. die Vase nicht auf den unteren Rand stellen oder die Blumen unter den oberen Rand quetschen.

Eine durchgezeichnete Randskizze (ein voll gefülltes Blatt oder auch eine Skizze ohne Anheben des Stiftes) von Details zeigt, dass du dich wirklich mit den Formen auseinander gesetzt hast. Möglichkeiten:

  • Zeichne die vertrockneten Blumen deiner Mutter, ggf. über mehrere Tage/Wochen
  • deinen Schreibtisch (leer, aufgeräumt, chaotisch, mit Schreibtischskizze auf dem Schreibtisch)

Selbstportrait[Bearbeiten]

Klischee: Das Portraitfoto aus Kumpels Knipse abzeichnen

Der Mappenklassiker schlechthin. Auch hier die Klischeevermeidung: Achte nicht nur auf das Aussehen. Hebe Details hervor, codiere Stimmungen in Farben, achte auf eine gute  Bildgestaltung. Du zeigst dem Professor, wer du wirklich bist. Nicht nur dein Aussehen, sondern auch dein Innerstes.

Buchempfehlung: Die Lehrbücher von » Gottfried Bammes«

Tiere[Bearbeiten]

Klischee: Dein Haustier im Häuschen/Deckchen/Körbchen

Wenn du Tiere malst, dann geht es einerseits um richtige Proportionen, andererseits darum, dass die Tiere etwas ausdrücken. Versuch das aufs Papier zu bringen.

Möglichkeiten der Klischeevermeidung:

  • Zeichne nur das Skelett deiner Ratte
  • nur ihr Fell

Architekturzeichung[Bearbeiten]

Klischee: Das Haus in dem du wohnst/deine Schule/eine Kirche

Möglichkeiten:

  • zeichne dein Zimmer vor und nach dem Aufräumen
  • dein Treppenhaus/Treppenhäuser
  • den Blick aus deinem Fenster

Überlege einmal selbst, wie Du hier Alleinstellungsmerkmale erzeugen kannst und Klischees vermeidest.

Typografie[Bearbeiten]

Typografie ist ein sehr schwieriges Thema. Wenn man sich nicht sehr gut auskennt, kann man in beliebige Fallen tappen. Generell sollte man in diesem Fall lieber in jeder Hinsicht darauf verzichten. Das versteht auch jeder Professor.

Folgendes sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch, grundsätzlich kann Folgendes als »buchstäblich verboten« angenommen werden:

  • Worte in Regenbogenschrift
  • 3D-Word-Art aus dem gleichnamigen Microsoftprodukt
  • Comic Sans MS, Brooklyn Kid und andere Systemschriften

Tipps:

  • Typo nur sparsam einsetzen, am Besten nur eine Schriftart
  • keine Unterstreichungen, Schatten oder Umrisslinien, Hervorhebungen lieber durch kursiv und fett
  • Die Buttons für kursiven und fetten Druck machen häufig keine »echte« Fettschrift und keinen »echten« Kursivdruck, sie fügen einfach eine Kontur hinzu bzw. verzerren die Schrift; deshalb muss darauf geachtet werden, dass man eine Schrift benutzt, die eine Italic(kursiv) bzw. Bold(fett)-Variante hat

Möglichkeiten wenn gewünscht:

  • sich nur mit einem Buchstaben/nur einer Schriftart beschäftigen
  • einfach mal einen Buchstaben auf ein A2 Blatt malen
  • alle Buchstaben des Alphabets in der Natur/Stadt suchen, fotografieren und anordnen

Buchempfehlung: »Erste Hilfe in Typografie: Ratgeber für Gestaltung mit Schrift Taschenbuch – von  Hans Peter Willberg (Autor)«

Link: http://zvisionwelt.files.wordpress.com/2012/01/typokurz.pdf – Einige wichtige typografische Regeln

Tipps zur Arbeitsweise[Bearbeiten]

  • Arbeite nicht in einzelnen Artworks sondern in Serien.
  • Suche dir ein konkretes Thema.
  • Setze dich mit dem Thema konzeptionell und methodisch auseinander.
  • Arbeite systematisch: Entwickle Varianten und gehe Schritt für Schritt vor. Dokumentiere dabei deine Entwicklungen in Skizzenbüchern oder als Arbeiten in der Mappe.
  • Besuche Mappenberatungen und rede mit Profs (über deine Mappe und worauf es ankommt).
  • Besuche einen Aktzeichenkurs wenn du dich für das Zeichnen von Menschen und Tieren interessierst.
  • Arbeite mehr an Studien und weniger in Artworks.

Weitere FAQs zur Mappe[Bearbeiten]

Soll ich meine Mappe unter ein Thema stellen?[Bearbeiten]

Oft wird gesagt, dass man sich für die Mappe ein Thema suchen soll und alle Arbeiten entsprechend dieses Themas erstellt. Es ist bestimmt nicht falsch, aber es ist verdammt schwer. Über den Daumen gepeilt, ist es nur jede zehnte Arbeit wert, dass sie in die Mappe kommt und 200 Arbeiten zu einem Thema sind der Horror. Wer geringeren Ausschuss hat, der sollte sich ein Konzept machen und dieses durchziehen. Allen anderen sei empfohlen, sich lieber an verschiedenen und abwechslungsreichen Techniken und Themen zu probieren, Dinge die eure Stärken zeigen und die vor allem Spaß machen.

Soll ich meine Arbeiten signieren?[Bearbeiten]

Es reicht aus, Namen und Datum auf die Rückseite der Arbeit zu schreiben. Eine übertriebene Signatur kann vom Bild ablenken und einen zu selbstsicheren Eindruck machen (»ich bin schon Künstler«).

Warum soll man nicht von Fotos abmalen?[Bearbeiten]

Ein Foto ist immer nur eine Momentaufnahme. Eine Zeichnung soll aber einen Menschen oder eine Landschaft nicht mit all den momentanen Details zeigen, sondern die Charakteristika.

Außerdem lernt man beim Abmalen von Fotos nicht das, auf was es eigentlich an kommt: Perspektivische Verzerrung, Abstraktion und Proportionen richtig einzuschätzen.

ACHTUNG: niemand verbietet dir nach einem Motiv zu malen und davon zur Recherche ein (oder besser mehrere) Foto(s) zu machen. Gerne auch aus verschiedenen Perspektiven oder bei Einbruch der Dunkelheit um zuhaus im Zimmer Wirkungen nachvollziehen zu können.

Ich hab im Urlaub ein paar hübsche Fotos gemacht, dürfen die in die Mappe?[Bearbeiten]

»Hübsche Fotos« kann heutzutage fast jeder produzieren. Es kommt – vor allem beim Kommunikationsdesign – auf die Aussage an. Schnappschüsse sind grundsätzlich eher ungeeignet. Optimal, um gegen das Schnappschussvorurteil zu argumentieren, sind Serien, sie zeigen Konstanz und Vielseitigkeit.

Wie soll ich die Arbeiten ordnen?[Bearbeiten]

Die Arbeiten sollten in Serien/thematisch und nach Arbeitsweise und Materialien geordnet werden. Im Idealfall sollte eine Mappe mit einem Höhepunkt beginnen, einer Arbeit oder einer Serie von Arbeiten, von welchen du selbst aus technischen oder qualitativen Gründen sehr überzeugt bist. Anschließend folgen die 'schwächeren' Werke, Arbeiten bei denen du vielleicht andere Begabungen zur Schau stellen willst, welche jedoch nicht zu deinen größten Stärken zählen (Zum Beispiel jemand der sich auf Portraits spezialisiert hat, aber auch ein paar gute architektonische Werke besitzt). Zu guter Letzt sollte wieder ein Höhepunkt die Mappe krönen, damit der letzte gute Eindruck bleibt.

Dürfen Leinwände in die Mappe?[Bearbeiten]

Eigentlich sollte alles was dicker als 0,5 cm ist, abfotografiert und ausgedruckt werden. Da Werke auf Leinwand dadurch leider sehr oft an Reiz verlieren, besteht des Weiteren die Möglichkeit, sie von ihrem Holzrahmen zu lösen (heißt: Die Tackernadeln zum Beispiel mit Hilfe eines Schraubenziehers zu entfernen) und dann die Leinwand so hinein zulegen oder noch einmal auf Pappe aufziehen. Achtung: Ggf. auf Gewichtsbegrenzungen achten!

Soll ich meine Skizzen mit in die Mappe legen?[Bearbeiten]

Die Prüfer interessiert oft die Entwicklung einer Idee mehr, als die fertige Arbeit. Das ist es auch, worauf die Prüfer Wert legen:

  • Wie denkt der Bewerber?
  • Wie kommt er an seine Ideen?
  • Was unterscheidet ihn von anderen?

Daher kann es durchaus vorteilhaft sein, wenn du deine Skizzen sammelst, bindest (bzw. gleich nur in einem Skizzenbuch arbeitest) und diese der Mappe als eigenständige Arbeit beilegst.

Brauche ich ein Inhaltsverzeichnis?[Bearbeiten]

An manchen Hochschulen ist ein Inhaltsverzeichnis anzufertigen.

Wenn es nicht ausdrücklich erwünscht ist, brauchst du dir diesen Aufwand eigentlich nicht machen, denn die Mappen werden im Akkord durchgesehen und da stellt sich sicherlich keiner der Professoren hin und gleicht alles mit dem Inhaltsverzeichnis ab, bzw. wird es keinen interessieren, mit welcher Technik dieses oder jenes Blatt gemacht ist, welchen Namen es trägt oder was du dir Tolles dabei gedacht hast. Und danach sind die Arbeiten sowieso oft komplett durcheinander geschmissen.

Möchtest du dich mehrmals bewerben und änderst zwischenzeitlich die Reihenfolge oder fügst neue Arbeiten hinzu, musst du das Inhaltsverzeichnis lästigerweise neu machen.

Wie lang dauert so eine Mappe?[Bearbeiten]

Es gibt Leute, die haben ein Jahr lang sieben Tage die Woche an ihrer Mappe gearbeitet, und Leute, die ihre Mappe innerhalb einer Woche zusammen schustern. Beides kann zum Erfolg führen. Wieviel Zeit du für die Mappe brauchst, wirst du selbst herausfinden müssen. Je nachdem, wieviel du zusätzlich zu tun hast (Job, Schule, Ausbildung,…) und wie schnell und effektiv du arbeitest, kann es länger oder kürzer dauern, von einer Woche bis hin zu ein/zwei Jahren. Wichtig ist aber, sich früh Gedanken zu einem Thema oder einzelnen Arbeiten zu machen. Die besten Ideen kommen im Alltag – ein Notizblock für Skizzen oder ähnliches ist ein guter Begleiter in der Vorbereitung.

Ich habe ein Praktikum/Ausbildung/Job gemacht und möchte nun Arbeiten davon hineinlegen. Darf ich?[Bearbeiten]

Klar darfst du, aber bedenke, ob die Idee und Umsetzung 100% deine sind, ob dir der Chef/Kunde reingepfuscht hat und ob die Arbeit deine Mappe wirklich so viel besser macht. Achte auch darauf, ob ggf. Rechte Deines Arbeitgebers berührt werden, hier hilft eine Nachfrage beim Vorgesetzten.

Was mach ich mit Computerarbeiten?[Bearbeiten]

Manche Hochschulen schauen sich auch CDs an. Das ist aber immer mit zusätzlichem Aufwand verbunden, oft muss die Kommission dafür den Raum wechseln und häufig gibt es technische Probleme (= schlechte Stimmung), da es sehr schwer ist, plattformunabhängige Präsentationen vorzubereiten. CDs besser nur bei Filmen oder Animationen einreichen, zweidimensionale Arbeiten lieber ausdrucken und evt. aufziehen. Wenn es aussagekräftige Skizzen, Storyboards und Vorüberlegungen gibt, kannst du diese dazu packen.

Tipps:

  • Eine Vektorisierung eines Fotos mit Illustrator/Freehand ist noch lange keine Illustration.
  • Von Standard-Photoshop-Tutorials sollte man nur dann Gebrauch machen, wenn eine Aussage damit besser rübergebracht werden kann und nicht nur um des Effektes willen.
  • Um ein Plakat mit einer Illustration zu machen, muss man es nicht einscannen und mit Text versehen. Es kann ausreichen, wenn man einfach eine Folie darüber legt und darauf den Text gestaltet.

Das Objekt »Mappe«[Bearbeiten]

Was für eine Mappe soll ich kaufen?[Bearbeiten]

Klassischerweise werden schwarze Plastik- oder Pappmappen verwendet. Ledermappen und Ringmappen mit Folien sind sehr teuer. Vor allem Ringmappen sollten gemieden werden, da die Arbeiten beim Durchsehen normalerweise ausgebreitet werden. Sind diese in Folien und eingeheftet, kann das für Unmut sorgen. Selber machen ist auch eine Möglichkeit und man kann eine individuellere Form wählen, hat aber einen hohen »EsgehtindieHose«-Faktor. Vor allem für Bewerber im Fach Industrie-/Produkt-Design kann eine selbstgemachte Mappe eine Arbeit für sich darstellen: Sie fällt so schon im Stapel der Mappen auf, ohne dass sie je angesehen wurde. Natürlich sollte sie, wie die Arbeiten in der Mappe, handwerklich gut gemacht sein und nur soviel versprechen, wie ihr Inhalt auch halten kann, sonst bleibt sie eher negativ in Erinnerung.

Buchempfehlungen:

  • »Schachtel, Mappe, Bucheinband« von Franz Zeier
  • »Schachteln und Mappen perfekt selbst gemacht« von Vasco Kintzel.

In der Natur der Sache liegt es aber auch, dass eine Mappe verdreckt und kaputt geht. Manchmal bekommen die Professoren die Mappe auch gar nicht zu Gesicht, wenn die Arbeiten von Studenten ausgebreitet werden und die Mappe beiseite gelegt wird.

Letzte Anmerkung zum Thema: Es gibt Gerüchte, dass rosa A3-Herlitzmappen und andere 08/15-Hefter gleich zur Seite gelegt werden ;).

Wie groß soll die Mappe sein?[Bearbeiten]

Normalerweise findet man die Mindest- und Maximalgröße auf der Webseite der Hochschule, an der man sich bewerben möchte.

Das häufigste Format bei Bewerbungsmappen sind A2 bis A1.

Eine Möglichkeit: eine A1-(Übergröße)-Mappe mit A2 Arbeiten die auf A1-Pappen aufgezogen sind.

Soll ich da einfach alles reinlegen? – Arbeiten aufziehen[Bearbeiten]

Kannst du, aber besser wäre es, jede Arbeit auf ein einheitliches Papier oder Karton des Maximalformats der Mappe aufzuziehen. Doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel: Je nach der Hochschule oder Prüfungskommission kann das auch als ablenkendes Element gesehen werden. Also im Zweifelsfall mit Studenten vor Ort sprechen.

Warum?

Die Professoren und Mitarbeiter sehen die Mappen im Akkord durch, alles wird herausgenommen und auf Tischen ausgebreitet oder einfach nur durchgeblättert. Da macht es sich gut, wenn die Blätter erstens geschützt und zweitens verstärkt sind. Außerdem gibt es dem Bild einen (zusammenhängenden) Rahmen und blendet alles Störende im Umfeld aus.

Welche Farbe sollte das Papier oder der Karton haben?

Natürlich hängt das Gelingen einer Bewerbung nicht unbedingt von der Farbe der Pappen ab und sicherlich kann es hier und da eine, von den Arbeiten abhängige, besser passende Farbe geben. Am besten macht sich jedoch weiß.

Aber hier die allgemeinen 4 Möglichkeiten:

  • Weiß: verdreckt sehr schnell (vor allem ungünstig wenn man sich mehrmals bewirbt)
  • Schwarz: Ist an einigen (Fach)Hochschulen nicht gern gesehen.
  • Bunt: Hauptsache nicht zu grell.
  • Pappengrau: Wirkt nicht zu aufgesetzt und Dreck, wie zum Beispiel Bleistiftschlieren, fällt nicht so sehr auf.

Die Farbe sollte komplett durch die Mappe durchgezogen werden, es sei denn man möchte eine eventuelle Serie hervorheben.

Welche Dicke?

Zu dünnes Papier biegt sich durch und flattert in der Mappe, zu dicke Pappen machen die Mappe unheimlich schwer.

Als Dicke hat sich 300-g-Papier bis 0,5 mm Karton bereits bewährt.

Einige Hochschulen schreiben ein Höchstgewicht von bis zu 2 kg für die Mappe vor. Die Vorgaben werden schnell überschritten und sollten deshalb im Auge behalten werden. Bewerbungsmappen für diese Hochschulen müssen eventuell im Format reduziert werden. 20 Pappen Fotokarton der Größe 50 x 70 cm mit 300 g/m² wiegen bereits 2,1 kg, bei DIN A1 Übergröße (105 x 75 cm) wiegen 20 Pappen mit 300 g/m² rund 4,7 kg.

Wo kaufen?[Bearbeiten]

Am besten kauft man alles im Internet, weil es dort meist am günstigsten ist. Du solltest aber unbedingt vorher mal eine ähnliche Pappe im Zeichenbedarf anschauen und wiegen, sonst gibt es eine böse Überraschung, wenn die gesamte Mappe hinterher 20 Kilo hat.

Eine Alternative ist ein Fachgeschäft für Künstlerbedarf, wo du auch häufig gut beraten wirst, da die Verkäufer oft schon Erfahrung mit Studienbewerbern und den Ansprüchen der Hochschulen haben.

Wie ziehe ich die Arbeiten auf?[Bearbeiten]

Arbeit auf der Pappe horizontal mittig ausrichten und vertikal ein wenig über der Mitte (optische Mitte). Mit Gewichten (z. B. Tassen) fixieren und dann unter die obere Kante 4 bis 5 Punkte mit Fixogum (wieder ablösbarer Kleber) setzen, kurz antrocknen lassen und dann das Papier wieder auflegen und Gewichte auf die Klebestellen setzen. Nach dem Trocknen lässt sich überstehendes Fixogum leicht wegradieren. Die Arbeiten nur oben festzukleben hat zwei Vorteile, erstens lassen sich die Arbeiten viel leichter ablösen und zweitens kann sich nichts verziehen, weil das aufgezogene Papier freihängt.

Eine andere Möglichkeit ist der leider recht teure »3M SprayMount Sprühkleber«. Hierbei legt man die Arbeit auf die Pappe und zeichnet die Ecken an. Danach legt man die Arbeit auf eine Zeitung und sprüht mit 30 cm Abstand 1 bis 2 mal über die komplette Rückseite der Arbeit. Dann auf die Pappe auflegen und sich von Ecke zu Ecke vorarbeiten und die Arbeit ausrichten. Die Arbeit ist dann komplett fixiert, lässt sich aber schwerer ablösen. Achtung: Den Sprühkleber nur bei guter Lüftung verwenden.

Eine komfortable und vor allem kostengünstige Alternative zu den oben genannten Fixierverfahren sind die beidseitig klebenden »Foto-Ecken«. Von hinten auf die Fotos/Zeichnungen aufkleben, lose auf den Untergrund auflegen, ausrichten und durch Druck (am besten mit einem Tuch) fixieren.

Das Passepartout

Sind Arbeiten kleiner als die größte Arbeit, will man nur einen bestimmten Ausschnitt zeigen oder ist der Rand nicht so sauber, dann sollte man dafür ein Passepartout zuschneiden. Vor allem kleinere Arbeiten fallen dann nicht aus dem Rahmen. Vorgangsweise: dickeres Blatt (lieber kein Passepartout-Karton, ist zu dick) in der Größe der größten Arbeit nehmen und zu passepartoutierende Arbeit darauf legen.

  • horizontal zentrieren
  • vertikal zentrieren und ein Stück nach oben
  • danach anzeichnen
  • Blatt wegnehmen
  • überall 0,5 cm nach innen anzeichnen
  • mit dem Cutter ausschneiden
  • dann Passepartout zentriert auf Pappe kleben (nur oben festkleben)
  • dann Bild darunter legen und auch nur an der oberen Kante festkleben

Materialien (Einkaufsliste)

  • Pappen (soviele wie Arbeiten + 2 extra, man weiß ja nie)
  • Cutter
  • Schneideunterlage: Schneidematte, Linoleumfußboden, ein großes Brett oder eine dicke Pappe
  • Stahl- oder Alulineal
  • Fixogum/Rubbercement/Sprühkleber
  • Radiergummi

Die Mappe zeigen[Bearbeiten]

Mutti findet eh immer alles gut. Deshalb:

  • ein paar kritische Freunde aufsuchen.
  • zur Mappenberatung gehen oder einen Termin mit einem Professor ausmachen. Rruhig auch mit mehreren Professoren einer Hochschule sprechen, da die Meinungen der Professoren sehr unterschiedlich auf ein und dieselbe Mappe ausfallen können. Jeder hat was anderes zu ergänzen und kritisieren. Hier kann es vorteilhaft sein, wenn die Mappe noch nicht finalisiert ist. So kann hinterher leicht umgestaltet werden.
  • einen Studenten der jeweiligen Fachrichtung fragen.
  • Internetforen mit hohem Gestalteranteil (http://www.precore.net, http://www.supertopic.de)

Kritik tut weh, aber sie schmerzt hundertmal weniger, als am ersten Tag seine Mappe wieder mit nach Hause zu nehmen. Wer keine Kritik verträgt, sollte es vielleicht in einem anderen Beruf versuchen!

Die Eignungsprüfung[Bearbeiten]

Tipps zur Eignungsprüfung[Bearbeiten]

  • Man sollte die Nachrichten verfolgen und ein wenig Zeitung lesen, damit man während der Eignungsprüfung keine Probleme mit tagesaktuellen Themen hat.
  • Mit offenen Augen durch die Welt gehen. Manchmal kommen irritierende Fragen, ob dem Prüfling auf dem Weg vom Bahnhof etc. etwas aufgefallen ist.
  • Man sollte einige Designer, Architekten und Künstler kennen, aber nicht nur ihren Namen sondern auch ihre Arbeiten.
  • Welche Ausstellungen, Filme, Bücher werden gerade diskutiert?
  • Es lohnt sich immer die Grundregeln der Rhetorik zu beachten (Ausreden lassen, Blickkontakt, schnelle gut überlegte Antworten)

Welche Aufgaben könnten mich erwarten?[Bearbeiten]

  • Zeichnen Sie eine Wiese!
  • Zeichnen sie einen geöffneten Kühlschrank samt Inhalt aus der Erinnerung!
  • Wie bekommen sie die vorletzte Essiggurke aus dem Glas, ohne Zuhilfenahme von Gabel, Löffel oder Finger. In kurzen Sätzen schildern und phasenweise zeichnerisch darstellen.

siehe auch Prüfungen auf precore.net

Was für Fragen erwarten mich im Gespräch?[Bearbeiten]

Das kann je nach Hochschule, Professor, deinem Lebenslauf, deiner Studienwunschbegründung, deiner Mappe, deiner Hausaufgabe, deiner Studienrichtung und deiner Eignungsprüfung variieren. Man kann sich aber sicher sein, dass auf deine Aussagen eingegangen wird und viel hinterfragt wird. Halbwissen oder Opportunismus sind hier sehr gefährlich. Im Folgenden ein paar häufige Beispiele für Gesprächs-Fragen.

Fragen nach der Intention:[Bearbeiten]

  • Warum wollen sie Xyz-design/Kunst/Architektur studieren?
  • Warum gerade (Fach)Hochschule Xyz? Was führt sie nach Xyz?
  • Warum glauben Sie, zu den wenigen zu gehören, die es schaffen, zum Studium zugelassen zu werden?
  • Welche Künstler inspirieren/beeindrucken Sie?
  • Haben Sie sich noch an anderen Hochschulen beworben? Wenn ja, wo? Warum gerade diese anderen Hochschulen noch? Was ist da anders im Vergleich zu hier?
  • Haben Sie sich andere Hochschulen angeschaut?
  • Warum haben Sie sich nicht noch woanders beworben? (wenn man sich nirgendwo sonst beworben hat oder einen bestimmten Schwerpunkt favorisiert, für den Hochschule XY bekannt ist)

Fragen zur Mappe:[Bearbeiten]

  • Wenn du dich für eine Arbeit in deiner Mappe entscheiden müsstest, was wäre für dich dann die beste Arbeit?
  • Warum hast du gerade diese Typo (Vergleich Abschnitt ↑ Typografie) für diese Arbeit gewählt und warum ist dies und jenes so angeordnet?
  • Wenn du viel mit Fotos gearbeitet hast, wirst du höchstwahrscheinlich gefragt, welche Fotografen du kennst.
  • Wenn du viel mit Piktogrammen arbeitest, wirst du nach Grafikdesignern gefragt, die sich mit Piktogrammen auseinandergesetzt haben etc.

Vorinformation[Bearbeiten]

  • Haben Sie eine Vorstellung davon, was es heißt als Designer zu arbeiten und zu (über)leben?
  • Welche Berufe verbergen sich hinter ihrer Studienrichtung?
  • Welche Ausstellung haben Sie zuletzt besucht?
  • Welche Ausstellung möchten Sie demnächst gerne besuchen?
  • Welche Museen/Ausstellungen gibt es in Ihrer Umgebung?
  • Wie haben Sie sich vorbereitet?
  • Wie haben Sie sich über die Hochschule XYZ informiert?
  • Waren Sie bei der Mappenberatung?
  • Wie würden Sie die Hochschule beschreiben?
  • Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? (evtl. Antwort: ich lese keine Bücher...)

Fragen zum Fachwissen:[Bearbeiten]

  • Welche Grafikdesigner/Illustratoren/Modedesigner kennen sie?
  • Was ist der Unterschied zwischen Design und Kunst?
  • Welche Designmagazine kennen Sie?
  • Haben Sie einen Lieblingsdesigner? Oder welchen Designer finden Sie gut?

Sonstige Fragen[Bearbeiten]

  • Warum würden sie jemandem abraten Kommunikationsdesign/Industriedesign/… zu studieren?
  • Was würden Sie jemandem sagen, der keine Comics mag?
  • Was machen Sie, wenn es nicht klappt?
  • Haben Sie das T-Shirt (was Sie anhaben) selbst angefertigt?
  • Warum sollen wir gerade Sie nehmen?
  • Wo sehen Sie sich in der Zukunft?
  • Wofür würden Sie gerne werben? (im Bereich KD/ GD...)
  • Wie ist es Ihnen bisher in der Prüfung ergangen?
  • Welche Hobbys haben Sie?
  • Warum haben Sie sich nicht in Berlin beworben? (oder in einer anderen größeren Stadt, wenn man sich in einer kleinen Stadt beworben hat)
  • Fragen zum Lebenslauf
  • Was ist Gestaltung für Sie?
  • Was könnte man im Bereich XY mit Design anfangen?
  • Wie sind Sie auf die Hochschule aufmerksam geworden?

Sonstiges zur Eignungsprüfung[Bearbeiten]

Wenn man sich in einer Mappe intensiv mit einem bestimmten Sachverhalt, Objekt oder Thema auseinandergesetzt hat, sollte man sich auch solides Hintergrundwissen über das aneignen, womit man sich beschäftigt hat. (Wie ist das Objekt aufgebaut? Wie wird es hergestellt? etc.) Eigne dir soviel Wissen über die Konzepte deiner Arbeiten an wie möglich. Die Prüfer suchen oft bewusst nach Lücken in Konzepten, um zu sehen, ob man sich vorher wirklich über den Sachverhalt informiert hat. Biete den Prüfern keine Angriffsfläche! Je besser du vorbereitet bist, desto souveräner wird dann auch deine Präsi.(Manchmal hilft es auch, sich vorzustellen, dass man vor einem Haufen Nichtskönner sitzt.)

Nervosität ist ganz normal aber ein bisschen Zittern sollte einen nicht daran hindern, das Richtige zu sagen und in gewisser Weise trotzdem die Contenance zu behalten.

Wenn man bei Vorträgen oder ähnlichem immer nervös ist, stottert und nach richtigen Worten sucht, dann sollte man soviele Beratungen bei (Fach)Hochschulen wie möglich aufsuchen und dort seine Mappe präsentieren. Denn je öfter man seine Mappe zeigt, desto souveräner wird man.

Sonstiges zur Bewerbung[Bearbeiten]

Sind die Bücher »Mythos Mappe«, »Mythos Eignungsprüfung« und »Mythos Mappe machen« empfehlenswert?[Bearbeiten]

»Mythos Mappe« ist sicherlich ein ganz nettes Buch, aber mit 38€ nicht sonderlich billig. Vor allem, da die darin enthaltenen Mappen von zweifelhaftem Nutzen sind und einen nicht sonderlich weiter bringen. Sie lassen maximal einen Vergleich zu, wie weit man schon ist. Des Weiteren sollte einem klar sein, dass viele andere Bewerber und auch die Professoren diese Bücher kennen. Als Inspirationsquelle sind sie also nicht zu gebrauchen.

Schon interessanter sind die darin enthaltenen Erfahrungsberichte von Studenten. Am besten: im Buchladen einfach mal anlesen!

Wo liegt der Unterschied zwischen einer Fach-, einer Hochschule und einer Uni?[Bearbeiten]

Um an einer Fachhochschule zu studieren, benötigst du mindestens die Fachhochschulreife, für Hochschule und Universität das Abitur. Der Unterschied zwischen Universität und Hochschule ist ausschließlich das Bildungsangebot. Universitäten müssen breiter ausbilden als Hochschulen.

Es gibt das (begründete und auch erlebte) Vorurteil, dass Fachhochschulen verschult und praxisorientiert sind (sein können), dass Hochschulen und Universitäten hingegen freier seien und ein höheres Engagement der Studenten vorausgesetzt wird. In jedem Fall solltest Du Dich im Vorfeld gut über das Studiensystem an der jeweiligen Hochschule informieren und entscheiden, was besser zu Dir passt.

Der Erwerb von praktischem Wissen hat an Fachhochschule meist Priorität, der Studienverlauf ist oft geregelter. Aber auch an den freier oder projektorientierter arbeitenden (Kunst-)Hochschulen werden viele Kooperationsprojekte mit Unternehmen und Institutionen abgeschlossen. Die Erfahrung, unter Zeitdruck Kundenansprüchen gerecht zu werden, noch während der Studienzeit zu machen ist Gold wert. Und dabei kommen freie Projekte keinesfalls zu kurz.

Kann ich auch ohne Abitur studieren?[Bearbeiten]

Hast du weder eine Fachhochschulreife noch eine allgmeine Hochschulreife (also Abitur), kann man in manchen Bundesländern auch über eine besondere künstlerische Eignungsprüfung zugelassen werden. Gesetzliche Grundlage am Beispiel Niedersachsen ist der Paragraph 18 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes. Eine gute Beratung an der Hochschule, Studienberatungen und/oder sonstigen Berufsberatungen ist hier dringend angeraten.

Ggf. ermöglichen auch Ausbildungen oder begleitende Kurse den Erwerb der Fachhochschulreife parallel zur Ausbildung. Dies ist aber mit einer erheblichen Mehrarbeit auch nach Feierabend verbunden. Nach der Ausbildung ist auch eine Weiterbildung zum Beispiel zum staatlich geprüften Gestalter möglich. Auch diese Weiterbildung beinhaltet üblicherweise die Fachhochschulreife.

Praktikum[Bearbeiten]

Warum soll ich ein Praktikum machen?[Bearbeiten]

Ein Praktikum zeigt dir den möglichen Arbeitsalltag deines späteren Berufes. Du kannst sehen, ob du mit dem Stress, mit der Arbeitsumgebung, mit den Kunden, mit der Arbeitsweise und mit dem Arbeitsalltag klarkommst, beziehungsweise ob es wirklich so spannend ist, wie du es dir vorgestellt hast.

Wo soll ich Praktikum machen?[Bearbeiten]

Das hängt stark von der Studienrichtung ab. Im Zweifelsfall an der (Fach)Hochschule/Uni erkundigen. Eventuell ist ein Praktikum sogar Voraussetzung.

Möglichkeiten (kein Anspruch auf Vollständigkeit, gerne ergänzen)

  • Kommunikationsdesign/Visuelle Kommunikation/MMVR:
    • Designbüros/Grafikbüros
    • Werbeagenturen
    • Druckereien
    • TV- und Videoproduktionsbetriebe (interessant vor allem für Production-Design)
  • Modedesign:
    • Schneiderei
    • Modedesigner
  • Industriedesign (siehe auch Kommunikationsdesign):
    • 3D-Büros
    • Tischler
    • Metallbauer/Schlosser
  • Innenarchitektur:
    • Innenarchitekturbüros
    • Tischler
    • Restaurator

Links[Bearbeiten]

Mappen und Foren[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Autor(en)[Bearbeiten]

Benutzer:Christoph Knoth (bedankt sich bei Rouven für einige Ergänzungen, Rita für den Passepartout-link, Anne fürs Rechtschreibfehler kontrollieren und Alexander Leu für viele zusätzliche Passagen und Verbesserungen)