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Die Kunst, glücklich zu leben/ Die Suche

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Die Suche nach dem Glück

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Wo ist der Weg zum Glück?

Nils war vom Anfang seines Lebens an auf der Suche nach dem großen Glück. Er suchte das Glück in Liebesbeziehungen, in der beruflichen Karriere und in schönen Reisen.

Als er dreißig Jahre alt war, ergab sich eine gute Gelegenheit sein Wissen zu vertiefen. Er stand am Ende des juristischen Referendariats. Die schriftlichen Arbeiten des Examens waren abgeschlossen. Jetzt musste er drei Monate warten, bis die Prüfer die Arbeiten durchgesehen und bewertet hatten. Diese drei Monate hatte er frei. Er überlegte sich, was er mit seiner vielen Freizeit anfangen sollte.

Nils erinnerte sich an seine bislang erfolglose Suche nach dem dauerhaften Glück. Er kam auf die Idee, alle Bücher zum Thema Glück systematisch durchzulesen. Vielleicht konnten ihm die Glücksbücher bei seiner persönlichen Suche weiterhelfen?

Er durchforstete die Bibliotheken nach wissenschaftlicher Glücksliteratur. Er sah die gesamte Literatur zum Stichwort „Glück“ durch. Er kaufte sich alle Bücher, die ihm bei seiner Suche hilfreich zu sein schienen. Insgesamt kaufte er sich etwa zwanzig Bücher. Dann zog er sich in sein Studierzimmer zurück und las sie alle nacheinander durch.

Zuerst verwirrte ihn die Vielfalt der Ansichten über das Glück. Aber nach etwa zwei Monaten sah er die Dinge klarer. Er erkannte, welche Autoren sich auf dem Holzweg befanden und welche ein Gespür für den echten Glücksweg hatten.

Die meisten Autoren tappten bei ihrer Glückssuche völlig im Dunkeln. Sie hatten in Wirklichkeit nichts begriffen. Das merkte Nils, als er ihre Ergebnisse mit seinen eigenen Erfahrungen verglich und gründlich über ihre Ansichten nachdachte.

Einige Autoren hatten jedoch einen Blick für den wahren Glücksweg. Sie betrachteten die Menschen, die in ihrem Leben glücklich sind. Und stellten fest, dass diese Menschen sich im Wesentlichen durch zwei besondere Eigenschaften auszeichnen: durch ihre Positivität und durch ihre Bescheidenheit. Die besonders Glücklichen unter den Menschen dachten erstens positiv und besaßen zweitens eine bescheidene Wesensart.

Dass positives Denken zum inneren Glück beiträgt, leuchtet jedem vernünftigen Menschen ohne weiteres ein. Wer positiv denkt, erzeugt in seiner Psyche positive Gefühle. Das wird auch durch die aktuelle Glücksforschung bestätigt. Sie fordert alle Menschen auf: Denkt positiv!

Aber was hat es mit der Eigenschaft „Bescheidenheit“ auf sich? Diese Eigenschaft ist in der heutigen Zeit sehr in Vergessenheit geraten. Wir leben in einer Ego-Gesellschaft. Bescheidenheit wird hier eher als Untugend angesehen. Unbescheidenheit ist die große Lebensidee. Je mehr man will, desto mehr kriegt man.

Das Problem der heutigen Lehre von der Unbescheidenheit besteht darin, dass das Ziel des Lebens am falschen Ort lokalisiert wird. Als Ziel des Lebens wird das größtmögliche äußere Glück gesehen. Die heutigen Konsumpropheten suggerieren, dass äußeres Glück automatisch auch innerlich glücklich macht. Das ist eine Irrlehre, die durch die Realität eindeutig widerlegt wird.

Insbesondere funktioniert dieser Weg nicht langfristig. Mag das äußere Glück so groß sein, wie es will. Nach einiger Zeit hat sich die Psyche daran gewöhnt und nimmt es kaum noch als etwas Besonderes wahr. Selbst großer äußerer Reichtum macht nach einiger Zeit nicht mehr wirklich auf einer tiefen Ebene glücklich.

Auch an einen attraktiven Partner und an regelmäßigen guten Sex gewöhnt man sich. Da hat man jahrzehntelang nach dem Traumprinzen gesucht oder für seinen materiellen Reichtum gearbeitet. Und dann verflüchtigt sich innerlich alles äußere Glück. Die heutige Glücksforschung hat festgestellt, dass eine ausreichende materielle Lebensgrundlage für das innere Glück wichtig ist. Aber danach wächst das innere Glück nicht mehr durch weitere äußere Güter, sondern durch seelische Faktoren.

Das Streben nach äußerem Reichtum, beruflichem Erfolg und einem Traumpartner entpuppt sich immer nach einiger Zeit als ein großer Glücksirrtum. Jeder Mensch fällt einige Zeit nach äußeren Glücksereignissen auf sein psychisches Glücksniveau zurück. Wer in seinem Leben dauerhaft auf einer tiefen Ebene glücklich sein will, muss im Schwerpunkt sein inneres Glück entwickeln. Er muss seine inneren Verspannungen abbauen und Eigenschaften wie innerer Frieden, Liebe und Positivität pflegen.

Das richtige Ziel des Lebens ist das möglichst große innere Glück. Wir müssen unbescheiden auf dem Weg des inneren Glücks sein. Wir müssen nach innerer Erleuchtung streben. Aber wir müssen bescheiden auf dem Weg des äußeren Glücks sein. Äußerlich sollten wir uns eher durch geringe Ansprüche auszeichnen. Die meisten Menschen verwechseln diese beiden Dinge.

Im Yoga wird nicht so sehr das positive Denken, sondern noch mehr der innere Frieden als die Basis des inneren Glücks angesehen. Wer innerlich entspannt ist, denkt automatisch positiv. Das ist die Hauptrichtung des Yoga. Wer das innere Glück vom positiven Denken her erzwingen will, der verspannt sich dadurch leicht. Er wird nur oberflächlich positiv.

Wie gelangt man am besten in die große innere Entspannung, aus der heraus das innere Glück entsteht? Der beste Glücksweg besteht aus einer Vielzahl von Techniken, die alle im richtigen Moment und jeweils im richtigen Verhältnis praktiziert werden müssen.

Eine wichtige Technik ist das Üben der Bescheidenheit in äußeren Dingen. Wir nehmen das Leben an wie es ist. Und wir verspannen uns nicht durch große äußere Wünsche. Wir trainieren psychisch die Genügsamkeit und können dadurch leichter unseren inneren Frieden bewahren.

Hier zeigt sich die Bedeutung der Bescheidenheit. Wer bei äußeren Dingen eine bescheidene Grundhaltung pflegt, bleibt leichter dauerhaft im inneren Glück. Er lebt entspannter, was sich förderlich auf sein inneres Glück auswirkt. So erklärt sich die Tatsache, dass die Glücksbuchautoren bei den dauerhaft glücklichen Menschen eine überwiegend bescheidene Wesensart beobachten konnten.

Nachdem Nils diese Dinge begriffen hatte, brauchte er noch einen zu ihm passenden Weg des konkreten Übens. Wie konnte er persönlich effektiv das positive Denken, die innere Bescheidenheit und das dauerhafte Glücklichsein üben? Gab es einen Weg, auf dem ein normaler westlicher Mensch das innere Glück verwirklichen kann?

Diesen Weg fand Nils bei dem griechischen Philosophen Epikur. Später kamen noch Buddha und der chinesische Weise Laotse hinzu. Das waren seine drei ersten Meister. Alle drei waren sehr wissenschaftlich orientiert. Sie stellten praktische Regeln für das Üben des inneren Glücks auf, ohne sich in metaphysischen Spekulationen zu verlieren.

Nils war von seiner Ausbildung her ein wissenschaftlich denkender Mensch. Er brauchte einen wissenschaftlich orientierten Weg, um sich auf das große Abenteuer der Spiritualität einlassen zu können.

Epikur gab Nils die Vision vom Ziel des inneren Glücks. Epikur hatte als erster westlicher Philosoph die große Bedeutung des inneren Glücks klar erkannt. Als Weg dahin lehrte er vor allem das positive Denken. Wer beständig das positive Denken übt, lebt wie ein Gott (Buddha) unter den Menschen.

Ein großer Jubel entstand in Nils. Ein Gefühl endloser Dankbarkeit gegenüber Epikur breitete sich in seinem Herzen aus. Epikur hatte ihm das Auge der Weisheit geöffnet. Epikur hatte ihm den Weg gezeigt, den er begreifen, annehmen und gehen konnte.

Nach Epikur entwickelte sich sein spiritueller Weg Schritt für Schritt fast von alleine. Ist das richtige Ziel im Leben einem Menschen erst einmal klar, findet er im Laufe der Zeit auch den Weg dorthin. Je mehr er darüber nachdenkt, umso deutlicher wird ihm sein persönlicher Weg des inneren Glücks. Man muss nur seinem inneren Gespür und seiner Vernunft folgen. Man muss nur die Gegebenheiten seines Lebens optimal spirituell nutzen. Dann erreicht jeder Mensch zu der für ihn richtigen Zeit das spirituelle Ziel.

Das ist die Erfahrung, die Nils auf seinem spirituellen Weg gemacht hat. Vielleicht gibt es eine geheimnisvolle Energie, die jeden Menschen auf dem spirituellen Weg führt. Wenn ein Mensch das spirituelle Ziel wirklich erreichen will. Das ist der Kernpunkt des spirituellen Weges. Erst muss sich der Mensch klar entscheiden.

Dann kann seine innere Weisheit ihn optimal auf dem zu ihm passenden Weg zum Ziel bringen. Dann wird er aus seinem Unterbewusstsein heraus beständig klug geführt. Fehler erweisen sich als wichtige Lernerfahrungen. Leid bringt einen Menschen immer wieder zu sich selbst. Auf Verspannungslösungen folgen spirituelle Durchbrüche. Ausdauer wird belohnt. Gnade entwickelt sich dann, wenn man es kaum erwartet hat. Und plötzlich ist man im Licht. Man spürt Frieden, Liebe und Glück in sich.

Nils forschte systematisch weiter. Er suchte in allen Religionen, spirituellen Wegen und psychologischen Systemen nach guten Techniken für seinen Glücksweg. Er probierte aus, was gut funktionierte. Er übernahm alles, was für ihn hilfreich war. Er erkannte, dass es nur eine Wahrheit gibt. Diese Wahrheit kann man Gott, Erleuchtung, Leben im Licht, spirituelle Selbstverwirklichung oder inneres Glück nennen. Alle spirituellen Systeme zielen auf diese eine Wahrheit. Sie unterscheiden sich nur in den Methoden und Wegen. Nils wurde zu einem Anhänger der Einheit aller Religionen und des individuellen Weges eines jeden Menschen.

Positives Denken

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Denke positiv. Sieh das Schöne im Leben.

Die psychologische Lerntheorie geht davon aus, dass positive Gedanken gelernt werden können. Ein Sportler trainiert einige Wochen oder Monate ein äußeres Verhalten. Er übt bestimmte Verhaltensweisen ein und nach einiger Zeit beherrscht er sie.

Gedanken können wir als das innere Verhalten eines Menschen verstehen. Wenn wir bewusst längere Zeit ein positives geistiges Verhalten gezielt einüben, dann gewöhnt sich unser Geist an das positive Denken. Er reagiert auf bestimmte äußere Situationen automatisch mit positiven Gedanken.

Wie lernt man positive Gedanken? Der Lernweg besteht aus vier Schritten. Als erstes brauchen wir ein positives Gedankensystem, das zu uns passt. So eine positive Lebenslehre ist die Glücksphilosophie. Die Glücksphilosophie lehrt, das innere Glück zum Zentrum des Lebens zu machen. Die Essenz der Glücksphilosophie sind die fünf Eigenschaften Weisheit, Frieden, Liebe, Selbstdisziplin und Lebensfreude. Diese fünf Eigenschaften üben wir jeden Tag.

Der zweite Schritt ist es, positive Gedanken systematisch einzuüben. Am besten besinnen wir uns jeden Morgen auf die fünf positiven Eigenschaften. Wir stellen uns auf jeden Tag positiv ein. Wir stehen mit einem positiven Gedanken auf. Wir bewahren den Gedanken tagsüber. Und abends denken wir noch einmal über den Tag nach und überlegen, was wir am nächsten Tag besser machen können.

Wir spüren in unsere negativen Gefühle (Angst, Wut, Trauer, Sucht) hinein. Welcher negative Gedanke ist damit verbunden? Mit welchem positiven Gedanken können wir ihn überwinden? Welcher Gedanke bringt uns heute in ein positives Lebensgefühl?

Hilfreiche positive Sätze sind: „Ich lebe als Sieger. Ich erreiche meine Ziele. Ich gehe mit Ausdauer meinen Weg. Ich lebe in der Wahrheit, Richtigkeit und Weisheit. Weisheit ist es, positiv zu denken und innerlich glücklich zu sein. Weisheit ist es, als spiritueller Mensch (Glücksphilosoph, Glücksmensch, Buddha, Yogi) zu leben. Weisheit ist es sein Leben so zu organisieren, dass man seine Gesundheit bewahrt und in seinem inneren Glück wächst.“

Wir üben die fünf Eigenschaften Frieden, Liebe, Weisheit, innere Kraft und Lebensfreude so, dass sie uns gut tun. Wir sehen uns jeden Tag genau an und überlegen uns, welche positive Strategie für diesen konkreten Tag am besten geeignet ist. Wir legen unsere Ziele fest und machen einen positiven Tagesplan. So wachsen wir jeden Tag ein kleines Stück weiter ins Licht.

Der dritte Schritt besteht darin, den ganzen Tag über konsequent die Gedanken zu beobachten und alle negativen Gedanken sofort zu stoppen. Wenn wir einen negativen Gedanken erkennen, schieben wir ihn sofort weg. Wir überlegen, welcher Gedanke jetzt richtig ist. Wir entwickeln einen positiven Gedanken und setzen ihn an die Stelle des negativen Gedankens. Wenn wir das langfristig machen, werden unsere negativen Gedanken immer weniger und unsere positiven Gedanken immer mehr.

Die ständige Gedankenbeobachtung ist die Essenz des positiven Denkens. Oft reicht schon die ständige Beobachtung aus, um unsere negativen Gedanken im Laufe der Zeit immer mehr zu überwinden. Wir sind uns unserer negativen Gedanken bewusst und haben sie dadurch schon wesentlich ihrer Macht beraubt.

Manchmal müssen wir aber auch kraftvoll intervenieren. Und gerade am Anfang unseres Weges sollten wir längere Zeit relativ streng mit unseren Gedanken sein. Wenn unsere inneren Kinder erst einmal gut erzogen sind, können wir ihnen später etwas mehr Freiheit geben.

Der vierte Schritt besteht in der Stabilisierung des positiven Denkens. Es ist nicht einfach den ganzen Tag seine negativen Gedanken zu kontrollieren. Wir brauchen starke Helfer, damit wir langfristig auf unserem Weg des inneren Glücks bleiben.

Solche Helfer sind das tägliche Gebet zu einem erleuchteten Meister, das tägliche Lesen in einem spirituellen Buch, die tägliche Meditation, die Yoga-Übungen und das Spazierengehen. Wir können einmal in der Woche zu einer Yoga-, Meditations-, Gesangs- oder Positiv-Denken-Gruppe gehen. Und mindestens einmal im Jahr sollten wir eine größere Veranstaltung besuchen.

Sehr gut ist es, mehrere Helfer über den ganzen Tag zu verteilen. Wir können zum Beispiel morgens vor dem Aufstehen einen positiven Tagesvorsatz fassen. Dann machen wir einige Yoga-Übungen. Wir lesen einige Seiten in einem positiven Buch. Abends haben wir dann unsere Gruppe, machen etwas Sport oder eine längere Meditation.

Wir schaffen uns kreativ unser System der täglichen Glücks-Übungen. Wir bauen so viele Übungen in für uns richtigen Abständen in den Tag, dass wir uns beständig auf dem Weg des Positiven halten. Wir bleiben mit Ausdauer auf unserem Weg der Weisheit und des Glücks. Wenn wir einmal vom Weg abfallen, stehen wir am nächsten Tag sofort wieder auf.

Wir gehen mit den drei großen Fragen durch unser Leben: Welcher positive Gedanke hilft mir jetzt am besten? Wie lange muss ich ihn denken? Welche unterstützenden Techniken brauche ich? Unterstützende Techniken sind Yoga, Meditation, Spazierengehen, Musik hören oder machen, lesen, mit anderen Menschen sprechen und etwas Schönes machen (Fernsehen, malen, essen, kreativ arbeiten).

In besonders schwierigen Situationen hilft der ständige Wechsel von liegen (Meditation, Musik hören), lesen (Gebet, Mantra, Singen), gehen (Yoga, Sport) und arbeiten (anderen Menschen etwas Gutes tun, Briefe schreiben, kreativer Karma-Yoga). Wann brauche ich welche Tätigkeit auf welche Art wie lange? Wir praktizieren so lange liegen, lesen, gehen und arbeiten (Gutes tun) ohne Pause nacheinander im Wechsel, bis sich unsere negativen Emotionen (Angst, Wut, Trauer, Sucht) beruhigt haben.

Fragen und Antworten zum Glück

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Lebe als Philosoph.

1. Wie seht ihr die Philosophen?

Yogi Nils: Philosophen sind wichtig. Jeder sollte ein Philosoph sein. Das Zentrum der Philosophie ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Wer ohne diese Frage durch das Leben geht, lebt auf der Stufe eines Tieres. Ein Mensch wird man erst durch das philosophische Denken. Gesegnet ist, wer durch das philosophische Nachdenken seinen Lebenssinn findet. Er kann strategisch klug leben und ein erfülltes Leben erhalten.


2. Ist Glück für euch ein wichtiges Lebensziel?

Dana: Mir ist es wichtig, glücklich zu sein. Ich kenne die Orte und Situationen, die mich glücklich machen. Ich freue mich über jeden Tag, an dem ich glücklich bin. Zum Glücklichsein brauche ich auch gar nicht so viel: eine äussere Umgebung, die mir genug Raum bietet für ein paar Hobbys, einen kleinen Garten, ein Minimum an monatlichen Einnahmen (die zum Leben ausreichen, es darf auch ein einfaches Leben sein) und nicht viel Stress von aussen. Meine Familie, Internet, ein paar Musikinstrumente und meine Bücher. Das sind die wichtigsten Dinge, die ich brauche, um gesund und glücklich zu sein.

Professor: Es gibt verschiedene Glücksphilosophien. Neben Epikur (und Demokrit) zum Beispiel die von Aristoteles, anderen Tugendethikern und auch der Utilitarismus geht von der Glücksmaximierung aus. Nicht zu vergessen die Hedonisten.

Bei der Frage, was der Sinn des Lebens ist, verweisen einige Philosophen auf das Glück (übrigens im Sinne der Glückseligkeit, nicht in Sinne von Glück und Pech). Bei allen anderen Zielen, die man sich stelle, könne nach dem „Warum“ gefragt werden. Die Eudaimonie hingegen ist nicht hinterfragbar.

Als Faustregel ist das m. E. auch keine schlechte Philosophie, wenn man sich klarmacht, was zu diesem Glück alles erforderlich ist und was nicht. Es bedeutet auch, dass man sich sein vorhandenes Glück immer wieder deutlich macht.

Aber ich denke, dass der Mensch nicht ausschließlich auf seine Glücksmaximierung ausgerichtet ist. Es gibt Ziele, Werte und Verhaltensweisen, die von der Glückstheorie nicht erfasst werden. Die Geschwister Scholl haben nicht nach dem Glücksprinzip gehandelt. Viele Idealisten verzichten auf persönliches Glück zugunsten von Dingen, die ihnen wichtiger sind.

Yogi Nils: Das Problem löst sich, wenn man die Erleuchtung in das Zentrum der Glücksphilosophie stellt. Zur Erleuchtung kommt man nur durch das Egoopfer. Das Egoopfer ist auf dem Weg der Ruhe und auf dem Weg der umfassenden Liebe möglich. Gott ist in der Stille (im inneren Frieden) und in der Liebe zu finden. Das kosmische Bewusstsein (Erleuchtungsbewusstsein) entsteht, wenn die Gedanken völlig zur Ruhe kommen oder wenn sie sich mit allen Wesen verbinden (mit Freunden und Feinden).

Die Egoverspannung löst sich auf, wenn wir das Leben so annehmen, wie es ist. Wir gehen durch das Dunkel des Leidens, der Trauer und der Nichtswerdung und erwachen im inneren Glück. Dann können wir trotz allen Leidens das Licht (das Positive) in der Welt sehen. Wir leben geborgen in Gott und das Leid des Lebens kann uns nicht wirklich etwas anhaben. Das Glück kommt aus uns selbst heraus und macht uns unabhängig von den äußeren Umständen des Lebens.

Die Geschwister Scholl (Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus) haben ein kosmisches Liebesopfer erbracht. Sie haben das Glück ihrer Mitmenschen wichtiger als ihr eigenes Glück genommen. Sie haben sich mit dem Glück ihrer Mitwesen identifiziert und dadurch den großen Schritt ins kosmische Bewusstsein gemacht. Das Glück der Idealisten besteht aus einer positiven Vision und dem Weg dorthin.

Das Opfer der Geschwister Scholl ist für ihr inneres Glück selbst durch ihren körperlichen Tod nicht sinnlos, wenn wir davon ausgehen, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Die Seele erntet im Jenseits und im nächsten Leben die Früchte ihres Egoopfers. Sie wird innerlich heil (ein Heiliger, Buddha), erlangt das Paradiesbewusstsein (Erleuchtungsbewusstsein) und lebt dann dauerhaft im Licht (in Gott).

Erleuchtung ist auch ohne das Leben nach dem Tod ein sinnvolles Ziel. Mit der Jenseitslehre bekommt sie eine sehr große Bedeutung. Epikur glaubte eher nicht an ein Leben nach dem Tod. Hier irrte er. Aber er vertrat den Weg der Erleuchtung (Ruhe und Gedankenarbeit) und den Weg der umfassenden Liebe: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Seligkeit.“


3. Wie pflegt ihr euer inneres Glück?

Sternenfrau: Mein inneres Glück ist mir wichtig. Denn geht es der Seele gut, geht es auch dem Körper gut. Geht es dem Körper und der Seele gut, geht es dem ganzen Menschen gut. Ist ein Mensch in sich glücklich, kann er auch glückliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen haben. Ja, wie pflege ich mein Glück … ich versuche positiv zu denken.

Yogi Nils: Glücklich wird man durch den fünffachen Weg der Gesundheit. Gesunde Ernährung, Schadstoffe vermeiden (Alkohol, Rauchen, Drogen), regelmäßig etwas Sport (Gehen, Yoga, Radfahren), ausreichende Entspannung (Meditation) und positives Denken (beständige Gedankenbeobachtung).


4. Wie lernt man/frau positives Denken?

Yogi Nils: Positives Denken führt zu positiven Gefühlen. Positive Gefühle machen den Körper gesund und die Seele glücklich. Leider ist das positive Denken nicht einfach in einer eher negativ eingestellten Welt. Was ist eure Technik positiv durch das Leben zu gehen?

Frau: Es geht einem selber dann besser, wenn man anderen etwas Gutes tut.

Sternenfrau: Mein positives Denken besteht darin zu denken: „Kopf hoch, nicht unterkriegen lassen.“

Sven: Du solltest KEINE NACHRICHTEN im Fernsehen ansehen. Ich muss jeden Tag gegen meine negativen Gedanken ankämpfen.

Jenny: In allem steckt etwas Gutes. Man muss es nur finden bzw. erkennen können.

Mann: Alles nicht so ernst nehmen. Nach dem Regen kommt der Sonnenschein. Es gibt immer auch eine positive Seite bei allen Geschehnissen.

Monika: Abwertende Gedanken stoppen. Sage dir ganz bewusst „Stopp – so nicht!“, wenn sich abwertende Gedanken in dir breit machen wollen. Ersetze negative Gedanken auf der Stelle durch neue, aufmunternde Gedanken, die deinem Tun förderlich sind.

Sich positiv „programmieren“. Dabei helfen positive Merksätze wie „Das werde ich schaffen“. Wiederhole diese Selbstermutigungen mehrmals täglich.

Denk dir einen schönen positiven Gedanken aus, der sich gut für dich anfühlt! Dann setze dich 5 Minuten in Ruhe hin und denke während der ganzen Zeit immer wieder diesen Gedanken. Spüre das schöne Gefühl dabei in dir. Wenn du abschweifst von dem guten Gedanken, lass es geschehen und bring dich wieder zurück. Mit etwas Übung wird positives Denken immer leichter für dich.

Helga: Nach dem Tode meines Mannes habe ich über 1 Jahr lang regelmäßig „autogenes Training“ gemacht . Seitdem gelingt es mir, positiv zu denken. Das war bei mir nicht immer so. Mit dem positiven Denken lebt es sich leichter und erfreulicher.

David: Man sollte in sich selbst ruhen. Höre auf dich selbst und lass dich nicht von anderen negativ beeinflussen.

Rick: Meditiere und orientiere dich an Buddha oder einem anderen positiven Vorbild.

Mathilde: Das müsstest du doch im Griff haben, lieber Yogi. Meine Methoden:

  1. Alles liegt in Gottes Hand. Gott liebt mich und ich muss keine Angst haben.
  2. Was ich nicht ändern kann, akzeptiere ich!!! Das hilft sehr.
  3. Eine eigene Meinung haben. Sich entscheiden was richtig und falsch ist.
  4. Ab und zu auch einmal erkannt Richtiges weiter sagen.
  5. Nicht ärgern! Nicht ärgern lassen.

Dana: Mir hat immer die Bibel und die Religion geholfen. Sie haben mich mein Leben lang begleitet und geprägt. Ausserdem solche Sprüche wie:

  • es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
  • Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen
  • Gott bürdet niemandem mehr auf, als er tragen kann

Ich habe immer versucht mein Leben so zu gestalten, dass ich dabei glücklich bin. Ich habe mich bemüht, im Einklang mit mir selbst und mit meiner inneren Führung zu handeln und zu leben. Wahrscheinlich habe ich in meinem Leben zu viel Negatives erfahren. Irgendwo bin ich aber ein zähes Stehaufmännchen mit einem sehr starken Überlebenswillen.

Sabrina: Man kann zum Beispiel jeden Abend zirka 10 Sachen aufzuschreiben, die schön waren. Die erste Zeit wird es schwer fallen, aber nach und nach werden dir immer mehr Sachen auffallen die am Tag gut gelaufen sind beziehungsweise schön waren. So fängst du an auch die kleinen positiven Dinge zu sehen und denkst auch positiver.


5. Frage: Was denkst du über Karma?

Yogi Nils: Ich verstehe Karma als Ursache-Wirkung-Prinzip. Wer positive Samen setzt, erhält eine positive Frucht. Positives Verhalten erzeugt positive Charaktermuster im Geist. Ein positiver Charakter aus den Eigenschaften Weisheit, Liebe und Gelassenheit macht einen Menschen glücklich. Dieses Gesetz gilt bereits in diesem Leben. Wer an ein Leben nach dem Tod glaubt, für den hat es eine noch größere Bedeutung.


6. Frage: Was für Antworten gibt es auf den Nihilismus?

Erklärung: Der Nihilismus ist eine Geisteshaltung, die alles in Frage stellt und grundsätzlich verneint. Für die Nihilisten gibt es keinen erkennbaren Lebenssinn, keine Moral, keine Ethik und ihr absolutes Lieblingswort ist NEIN. Diese Geisteshaltung wird in jüngster Zeit gerne von Jugendlichen aufgegriffen, die – von der Perspektivlosigkeit ihres Lebens frustriert – alle gesellschaftlichen Werte, Normen und Anforderungen rigoros ablehnen.

Schüler: Ich glaube nicht daran, dass nach dem Tod noch etwas kommt. Wenn nach dem Tod aber nichts kommt, stellt sich mir die Frage, weshalb es wichtig sein sollte, wie man sein Leben lebt.

Professor: Warum ist das Verfolgen von Zielen, das moralische Handeln oder das Streben nach Glück abhängig von der Unendlichkeit der Welt? Warum folgt aus dem irgendwann erfolgenden Untergang der Menschheit, dass man einen Ertrinkenden nicht retten sollte?

Engelsflügel: Wenn Du an nichts Metaphysisches glaubst, dann mach’s doch einfach wie die Tiere. Die sind damit beschäftigt sich des Lebens zu freuen, ihre Gene weiterzugeben und ihre Nahrungskette zu sichern. Im Ernst: Der Mensch hat doch die Möglichkeiten sich seinen individuellen und persönlichen Sinn selbst zu schaffen. Das Leben bietet genug schöne, aufregende und wundervolle Dinge.

Yogi Nils: Die Ursache des Nihilismus sind Verspannungen im Körper und im Geist des Nihilisten. Sie sind durch schwierige äußere Lebensumstände (lieblose Kindheit, Leistungsdruck in der Schule, Verletzungen in einer Beziehung) verursacht, können aber durch spezielle Übungen (Yoga, Meditation, positives Denken) und notfalls durch eine Psychotherapie wieder abgebaut werden.

Ich habe in meinem Leben großes Leid und großes Glück erfahren. Das größte Glück habe ich in der Erleuchtung erfahren. Der Kosmos hat dem Menschen die Fähigkeit zur Weisheit gegeben. Ich kann deshalb sagen, dass ich das Leid in meinem Leben so weit wie möglich vermeiden und das Glück so weit wie möglich verwirklichen möchte. Wer intensiv das Leid und das Glück im Leben gespürt hat, der kennt seine Lebensaufgabe. Er weiß, dass es den Weg des richtigen Lebens gibt.


7. Frage: Wann ist ein Leben als „erfülltes Leben“ zu bezeichnen?

Yogi Nils: Ein erfülltes Leben ist ein als sinnvoll empfundenes Leben. Es ist mit Sinn gefüllt. Welchen Sinn ein Mensch seinem Leben gibt, hängt von seinem Bewusstseinszustand ab. Ein Mensch kann Erfüllung in seinem Beruf, in seiner Familie oder in einem schönen Hobby finden.

Ein Yogi strebt nach Erleuchtung und füllt sein Leben mit spirituellen Übungen. Er erfährt sein Leben dann als erfüllt, wenn er durch seine Übungen ausgefüllt ist, für eine glückliche Welt arbeitet und in der Gnade des Kosmos lebt.


8. Frage: Wie finde ich einen Sinn im Leben?

Yogi Nils: Die höchste Erfüllung im Leben bringt der Doppelweg aus Liebe zu Gott (spirituelles Üben, inneres Glück) und Liebe zu allen Mitwesen (Gutes tun). Das ist die Essenz des Christentums, des Buddhismus, des Yoga und der Glücksphilosophie (Epikur). Die Umsetzung ist meistens nicht so leicht. Finde deinen persönlichen Weg. Betrachte genau deine Fähigkeiten, deine Lebenssituation und die Welt um dich herum. Dann weißt du, was du zu tun hast.

Zen-Frau: Hör auf zu denken, und geh in die Stille. Ich spreche von der tiefen Stille, ganz tief in Dir. Dort findest Du das ICH BIN, und das ist verantwortlich für Deinen Lebenssinn. Wenn Du die Anbindung an diese innere Stille verlierst, verlierst Du Deinen Lebenssinn und jagst nur unsinnigen Dingen hinterher, um diese Lücke auszufüllen.

Optimist: Lenke deinen Blick auf das Positive. Führe ein Glückstagebuch. Schreibe jeden Tag 3 Sachen auf, die dich gefreut haben (auch kleine Dinge!!) – nach 2 bis 4 Wochen sieht man, dass jeder Tag auch Schönes hatte.

Christin: Indem man es lernt, auch mal „Danke“ zu sagen!


9. Frage: Was ist Gott?

Yogi Nils: Gott ist ein Bewusstseinszustand, den man in der Erleuchtung erfährt. Man spürt das Licht (Glück, Frieden, Liebe, Wahrheit, Kraft) in sich und sieht das Licht in der Welt. Man lebt in Gott. Je weiter sich ein Mensch spirituell entwickelt, desto mehr nimmt er an den Eigenschaften Gottes teil (Liebe, Frieden, Glück, Kraft, Allgegenwart). Allgegenwart bedeutet, geistig und gefühlsmäßig mit seinen Mitwesen verbunden zu sein. Buddha lehrte deshalb die vier Eigenschaften umfassende Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gelassenheit (Gleichmut, innere Ruhe). Er konnte nach seiner Aussage in alle Bereiche des Kosmos blicken. Große erleuchtete Meister besitzen die kosmische Schau und können überall geistig anwesend sein. Diese Dinge sind wissenschaftlich noch kaum erforscht. Man spürt es aber als Yogi und kann es materiell nachprüfen (zum Beispiel durch Fragen).


10. Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Yogi Nils: Zu 99 % JA. Es gibt viele Indizien, die für ein Weiterleben der Seele nach dem Tod sprechen (siehe SpiritualWiki/ Leben nach dem Tod). Das Hauptargument für mich ist, dass ich meine früheren Leben kenne. Wenn es frühere Leben gibt, gibt es auch ein Jenseits und zukünftige Leben. Zweifel habe ich manchmal auch. Eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Es können immer neue Argumente und Fakten auftauchen. Als Wissenschaftler bin ich grundsätzlich offen für alle Möglichkeiten. Aber nach meinem jetzigen Wissensstand gibt es ein Leben nach dem Tod. Ich richte mein Leben danach aus. Ich lebe so, dass es mir auch nach dem Tod gut geht. Das Bewusstsein vor dem Tod ist grundsätzlich gleich dem Bewusstsein nach dem Tod. Wenn wir in unserem Leben auf der Erde die Eigenschaften Liebe, Frieden und Glück entwickeln, werden wir auch nach dem Tod diese Eigenschaften haben. Wenn wir auf der Erde ein Paradiesbewusstsein entwickeln (positiv denken), werden wir auch nach dem Tod unseren Seinsbereich als Paradies erfahren. Wenn wir regelmäßig spirituelle Übungen machen, werden wir auch beim und nach dem Tod unsere Seele damit ins Licht bringen und im Licht halten können.

Sokrates und Epikur

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Ruhe und positives Denken bewirken inneres Glück. Epikur in der Meditation

Grundsätzlich sind der Weg des äußeren Glücks und der Weg des inneren Glücks Gegensätze. Sie folgen entgegengesetzten Lebensprinzipien.

Auf dem Weg des äußeren Glücks werden Anhaftungsstrukturen im Geist aufgebaut. Es entstehen Verspannungen und man wird innerlich unglücklich. Der Weg des äußeren Glücks bewirkt langfristig ein Wachstum ins innere Unglück. Man ist nie richtig innerlich zufrieden und versucht immer extremer den Weg des äußeren Glücks zu gehen. Bis man sein Scheitern erkennt.

Auf dem Weg des inneren Glücks löst man alle inneren Verspannungen auf. Man baut systematisch die Anhaftungstendenzen im Geist ab. Ist der Geist von seinen Ängsten (Anhaftung an Leidsituationen) und Süchten (Anhaftung an äußere Genüsse) befreit, entsteht innerer Frieden. Man gelangt in ein kosmisches Bewusstsein. Es entwickelt sich ein dauerhaftes inneres Glück. Man ist zufrieden mit sich und seinem Leben. Man hat alle äußeren Dinge auf einer tiefen Ebene losgelassen und dadurch sein wahres Selbst verwirklicht.

Für den Weg des äußeren Glücks braucht man viel Egoismus, Kampfgeist und Aktivität (Leistungsprinzip). Für den Weg des inneren Glücks braucht man viel Weisheit, Ruhe, Liebe und spirituelles Üben.

Ein Erleuchteter ist glücklicher als ein Nichterleuchteter. Das innere Glück ist tausendmal größer als das äußere Glück. Aber es ist auch viel schwerer zu erlangen. Um dorthin zu kommen, gibt es verschiedene Wege.

Es gibt den Weg des extremen Verzichts auf äußere Genüsse. Auf diesem Weg kann der Geist gut seine Genussanhaftungen auflösen. Wer langfristig keine Beziehungen lebt, vergisst, dass es Beziehungen (Männer, Frauen) gibt. Wer keine schönen Dinge isst (Fleisch, Süßigkeiten), vermisst sie irgendwann nicht mehr.

Aber er kann sich innerlich auf diesem Weg verhärten. Er kann sein Herz gegenüber dem Leben zu sehr verschließen. Er kann das Schöne zu sehr verdrängen und sich dadurch innerlich verspannen. Und wer kann diesen Weg langfristig gehen? Es besteht immer die Gefahr des großen Rückfalls.

Deshalb gibt es den mittleren spirituellen Weg. Auf diesem Weg konzentriert man sich auf das innere Glück, aber man lebt auch die äußeren Genüsse. Wenn man die Genüsse im richtigen Maß lebt und Suchttendenzen vermeidet, kann man auch auf dem mittleren Weg das innere Glück verwirklichen.

Die griechische Philosophie ist die Wiege der westlichen Wissenschaft. Und das Zentrum der griechischen Philosophie ist  Sokrates. Sokrates war ein erleuchteter Meister. Es gibt viele Tatsachenberichte von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er konnte stundenlang in Meditation fallen, im Winter barfuss gehen und unglaublich viel Alkohol trinken, ohne jemals betrunken zu sein. Er lebte in strenger Führung durch seine innere Stimme.

Wir können Sokrates als den geistigen Vater der heutigen wissenschaftsbetonten Zeit ansehen. Er lebte von 469 bis 399 vor Christus in Athen. Sokrates war ein Anhänger der Vernunft. Er beschäftigte sich intensiv mit der Frage nach der Wahrheit. Was ist wahr und was ist falsch? Was ist der Weg des wahren Lebens? Sokrates gab keine fertigen Antworten. Er überließ es jedem seiner Schüler selbst, seinen eigenen Weg der Wahrheit zu finden. Sokrates war ein Lehrer des individuellen spirituellen Weges.

Drei Dinge gab Sokrates seinen Schülern mit auf den Weg: 1. Die Seele ist wichtiger als der Körper. 2. Das höchste Ziel des Menschen besteht darin, dass seine Seele gut ist. 3. Um eine gute (glückliche) Seele zu erhalten, muss man die vier Tugenden Weisheit, Mäßigung, Tapferkeit und Gerechtigkeit pflegen.

Sokrates hatte drei Hauptschüler: Platon, Antisthenes und Aristippos. Man kann sie mit den Begriffen Karma-Yogi (Gutes tun), Hatha-Yogi (spirituell üben) und Bhogi (Genussmensch) etikettieren. Sie verkörperten die drei Haupteigenschaften von Sokrates. Nur dass Sokrates alle drei Wege auf einmal ging.

 Platon war der Karma-Yogi. Er überlegte, wie man einen guten Staat aufbauen kann. Er schlug vor die Führung den Weisen zu übertragen. Man könnte es heute so ausdrücken, dass die Wissenschaft im Zentrum der positiven Organisation eines Staates stehen soll.

 Antisthenes lebte als Hatha-Yogi. Er predigte den Weg der Askese und der Bedürfnislosigkeit. Er praktizierte den Weg des extremen Verzichts.

Den Gegensatz zu Antisthenes bildete  Aristippos. Aristippos meinte, dass das Glück in der maximalen Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse liege. Er begründete den Hedonismus. Er war das schwarze Schaf von Sokrates. Er ging den Genussweg von Sokrates, ohne seine Erleuchtung zu verwirklichen. Er zeigte den Menschen, wie man es nicht machen soll. Und natürlich folgen die meisten Menschen heutzutage Aristippos.

Alle drei Wege zu einer Synthese vereinigte  Epikur. Er ist der Grundmeister des mittleren spirituellen Weges. Auf Bildern wird er sehr abgeklärt dargestellt. Der Wirklichkeit näher kommt es wahrscheinlich, sich ihn als lachenden Buddha vorzustellen. Epikur lebte von 341 bis 270 vor Christus in der Nähe von Athen mit seinen Freunden auf einem schönen Grundstück, das ihm ein reicher Anhänger geschenkt hatte. Er lehrte die Kunst des glücklichen Lebens.

Ein Leben wird nach Epikur dann glücklich, wenn man alle Dinge im richtigen Maß lebt. Man sollte im richtigen Maß arbeiten, im richtigen Maß ruhen und im richtigen Maß das Schöne genießen. Jeder Mensch sollte das für ihn persönlich genau richtige Maß an den äußeren Dingen des Lebens finden. Er sollte seinen Genug-Punkt kennen. Wer seinen Genug-Punkt nicht kennt, hat nach Epikur grundsätzlich niemals genug. Er kommt nie bei inneren Frieden, bei der großen Zufriedenheit mit sich und seinem Leben an.

Epikuräer werden in der westlichen Philosophie oft mit den Hedonisten, den Anhängern der Genussphilosophie von Aristippos, verwechselt. Beides sind aber völlig verschiedene philosophische Wege. Ein Epikuräer verkörpert einen gemäßigten Weg des inneren Glücks und ein Hedonist den Weg des extremen äußeren Glücks. Epikuräertum ist Weisheit und Hedonismus ist Unweisheit.

Als zweites empfahl Epikur das positive Denken. Ein Leben wird dann glücklich, wenn man sich beständig im positiven Denken übt. Epikur nannte es „philosophieren“. Ein Mensch sollte jeden Tag philosophieren. Er sollte über den Sinn des Lebens nachdenken, sich immer wieder auf seine positiven Ziele besinnen und sich mit positiven Leitsätzen stärken. Er sollte es vermeiden, sich zu viele Sorgen zu machen und sich im negativen Denken zu verstricken.

Am besten kann man die Sorgen mit Freunden vertreiben. Epikur riet seinen Anhängern sich mindestens einmal im Monat zu treffen, gemeinsam zu feiern und sich mit positiven Gedanken zu gegenseitig zu unterstützen.

Als Drittes lehrte Epikur die Ruhe. Das innere Glück entsteht aus der inneren Ruhe. Wenn die Gedanken zur Ruhe kommen, entfaltet sich die Glücksenergie in einem Menschen. Epikur empfahl es, in der Ruhe und aus der Ruhe heraus zu leben. Dann lebt man wie ein Gott (Buddha) unter seinen unweisen Mitmenschen, denen der Weise aber auch hilft: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Glückseligkeit.“

Der große Glückstest

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Liebe dich so, wie du bist.

1. Bewerte mit 1 (gering entwickelt) bis 10 (gut entwickelt) Punkten:

  • deinen Optimismus
  • dein Selbstvertrauen
  • deine Kontaktfreude
  • deine Aktivität
  • deine Lebensfreude
  • deine Klarheit
  • deine Gelassenheit
  • Mein Leben hat einen übergeordneten Sinn.
  • Ich kann mich mit positiven Gedanken stärken.
  • deine Ausdauer

Ergebnis: Zähle deine Punkte zusammen.

  • 70 bis 100 Punkte. Du bist ein Glücksmensch. Weiter so.
  • 10 bis 30 Punkte. Du bist ein armes Schwein. Stärke deine positiven Eigenschaften. Trainiere jeden Tag konsequent.
  • 31 bis 69 Punkte. Dein Glück ist ausbaufähig. Finde deinen Glücksweg und gehe ihn jeden Tag konsequent.


2. Bewerte mit 1 bis 10 Punkten:

  • deine Weisheit (Lebensklugheit)
  • deine umfassende Liebe (Hilfsbereitschaft)
  • deinen inneren Frieden (innere Ruhe)
  • deine Selbstdisziplin (innere Konsequenz)
  • deine Lebensfreude (Fähigkeit zum Genuss des Lebens)

Ergebnis: Zähle deine Punkte zusammen.

  • 40 bis 50 Punkte. Du bist ein Glücksmensch. Weiter so.
  • 10 bis 20 Punkte. Du bist ein armes Schwein. Stärke deine positiven Eigenschaften. Trainiere jeden Tag konsequent.
  • 21 bis 39 Punkte. Dein Glück ist ausbaufähig. Finde deinen spirituellen Weg und gehe ihn jeden Tag konsequent.


3. Was denkst du über dein Leben? Wie zufrieden bist du mit deinem Leben im großen und ganzen?

  • sehr zufrieden
  • zufrieden
  • wechselhaft
  • etwas unzufrieden
  • sehr unzufrieden

Was sagt dir dein Ergebnis? Was sind deine Ziele für die Zukunft? Welcher Gedanke hilft dir? „Mein positiver Satz ist …“


4. Welcher Typ bist du?

  • Perfektionist (Damit ich zufrieden bin, muss alles perfekt sein)
  • Helfer (Ich lebe im Schwerpunkt für meine Familie, meine Freunde, eine glückliche Welt)
  • Betroffene (Ich fühle mich leicht als Opfer äußerer Umstände)
  • Beobachter (Ich beobachte die Dinge lieber, als mich zu engagieren)
  • Held (Ich kämpfe mutig für meine Ziele und überwinde meine Ängste)
  • Liebende (Ich bevorzuge es, in der Energie der Liebe zu fließen)
  • Krieger (Ich liebe es zu kämpfen. Probleme sind Herausforderungen für mich)
  • Meister/Meisterin (Ich liebe es, schwierige Situationen zu meistern)
  • Weiser (Ich lebe jede Eigenschaft im richtigen Maß und im richtigen Moment)
  • Optimist (Ich blicke grundsätzlich positiv in die Zukunft)


5. Was sind deine negativen Eigenschaften?

  • Zorn (Ich werde leicht wütend)
  • Stolz (Ich bin manchmal etwas überheblich)
  • Neid (Ich bin manchmal neidisch/eifersüchtig auf andere Menschen)
  • Habsucht (Ich will hauptsächlich haben. Ich habe das Gefühl, nie satt zu werden)
  • Festhalten (Ich kann schlecht loslassen)
  • Unmäßigkeit (Ich finde schlecht mein Maß in äußeren Dingen)
  • Unehrlichkeit (Ich verwende oft kleine Lügen)
  • Angst (Ich bin leicht ängstlich)
  • Faulheit (Ich bin gerne faul)
  • Unweisheit (Ich kann schlecht das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden)


6. Welche positiven Sätze tun dir gut?

  • Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind.
  • Ich lasse meine falschen Wünsche los.
  • Ich verändere mich mühelos.
  • Ich äußere meine Bedürfnisse.
  • Ich bin ehrlich.
  • Ich öffne mich Anregungen anderer Menschen.
  • Ich stehe mit beiden Beinen im Leben.
  • Ich blicke durch.
  • Ich bin stark.
  • Ich erreiche meine Ziele.
  • Ich wünsche mir eine glückliche Welt.
  • Ich habe Mitgefühl mit den leidenden Wesen auf der Erde.
  • Ich erlaube mir, glücklich zu leben.
  • Ich lebe aus der Ruhe (Gelassenheit) heraus.
  • Ich kann das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden.
  • Ich lebe im Wesentlichen (Spiritualität, Gott, Glück).
  • Ich akzeptiere mich, wie ich bin.
  • Ich habe alles, was ich brauche.
  • Ich bin locker.
  • Ich bin zufrieden mit mir und meinem Leben.


7. Passion Test (nach Janet und Chris Attwood): Erstelle eine Liste der zehn wichtigsten Dinge, die dir ein Leben voller Freude, Leidenschaft und Erfüllung bescheren würden. Beginne jeden Satz mit den Worten: „In meinem idealen Leben …“, und sage dann, was du bist, tust oder hast. Was tust du? Wo bist du? Mit wem bist du zusammen? Wie fühlst du dich? Du musst jetzt nicht wissen, wie du deine Ziele erreichst, sondern nur, was du gerne erreichen würdest.


8. Wähle von den zehn Dingen die für dich am wichtigsten aus. „Am wichtigsten ist mir …“


9. Auf welchem Weg kannst du deine Ziele erreichen? „Mein Siegerweg ist …“


10. Welcher positive Satz gibt dir Kraft für deinen Weg? „Mein heutiger positiver Satz ist … (mit Optimismus voran!!)“

Erste Schritte ins Glück

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Der erste Schritt: Lache.

1. Denke über den Weg des inneren und äußeren Glücks nach. Die Glücksforschung hat herausgefunden, dass das Glück zu 90 % von innen kommt und nur zu 10 % durch äußere Dinge (Partner, Geld, Karriere) entsteht.

2. Beschäftige dich mit der Erleuchtung. Erleuchtung ist das größte auf der Erde erreichbare Glück. Finde deinen persönlichen spirituellen Weg. Verankere dich in einem höheren Prinzip wie Wahrheit, Weisheit, Liebe. Finde die spirituellen Übungen, mit denen du zum inneren Frieden gelangst und dein inneres Glück erwecken kannst.

3. Mache einen guten Plan für dein Leben. Im Yoga gibt es die Lehre von den vier Phasen eines erfüllten Leben: Lernen in der Kindheit, arbeiten als Erwachsener, eine gute Beziehung (Familie) und die Selbstverwirklichung (Erleuchtung) im Alter. Wenn du erleuchtet bist, bist du auf einem hohen Niveau glücklich. Du kennst die Übungen, mit denen du die Krisen des Lebens meistern und im inneren Glück wachsen kannst. Du lebst dauerhaft in der Liebe, im Frieden, in der Einheit und im Glück. Du bist unabhängig von äußerem Reichtum und von anderen Menschen. Du brauchst nur wenige äußere Dinge, um glücklich zu sein.

4. Denke über das Leben nach. Was sind deine Ziele? Was willst du in deinem Leben erreichen? Investiere deine Lebensenergie als Philosoph in ein gesundes Leben, in das innere Glück und in die Arbeit für eine glückliche Welt. „Meine Ziele sind …“

5. Lebe als Glücksphilosoph. Du kannst den schnellen Weg zur Erleuchtung wie Antisthenes (als ein Yogi leben) gehen, den mittleren spirituellen Weg wie Epikur praktizieren (im Schwerpunkt spirituell leben) oder dem Weg der Unweisheit wie Aristippus folgen (viel äußeres Vergnügen und langfristig wenig inneres Glück). „Mein Weg ist …“

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