Die akustischen Jahre in der Musikproduktion/ Aufnahme- und Wiedergabetechniken

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Aufnahme[Bearbeiten]

Aufnahmesession in den Edison Tonstudios gelegen in New York vom März des Jahres 1916. Vokalist Jacques Urlus. Dirigent Cesare Sodero.

Kurz nach der Erfindung des Phonographen und dessen Kommerzialisierung gegen Ende der 1880er Jahre kristallisierte sich das Entstehen eines weitläufig bedeutenden Musikmarktes für professionell aufgenommene Tonträger in den Vereinigten Staaten heraus. Die zwecks Nachfragabdeckung des Marktes zur Anwendung kommenden Aufnahme- und Wiedergabetechniken bassierten hierbei im Wesentlichen auf den akustischen und mechanischen Prinzipien, welche zur damaligen Zeit Bekanntheit erlangt hatten.

Hieraus resultierend konnte bei der Aufnahme von musikalischen Beiträgen die Lautstärke nur in der Weise variiert werden, dass die vor dem Aufnahmetrichter vortragenden Solisten lauter oder leiser sangen beziehungsweise spielten. Eine weitere häufig genutzte Methode zur Pegelkontrolle bestand darin, die positionelle Nähe zu dem Aufnahmehorn, welches den abgegeben Schall sammelte, zu variieren. Ebenso bestand die Möglichkeit der Optimierung des Aufnahmepegels mittels Anwendung reglementierender instrumentaler Spielweisen der beteiligten Musikinstrumente oder der Verwendung von situativ angepassten Gesangstechniken bei stimmlich geprägten Aufnahmen.

Bezogen auf die praktische Anwendung konnte dies bedeuten, dass der Sänger am nächsten zum aufnehmenden Horn positioniert wurde, die Begleitinstrumente, je nach deren Typus, ihn dabei umgebend. Holzbläser näher als Blechbläser, deren gemeinschaftliche Wirkung bei reinen instrumentalen Passagen des einzuspielenden Stückes mittels eines beiseite Tretens des Gesangssolisten die nötige Unterstützung fand. Instrumente die eine Gefahr der Übersteuerung des Aufnahmesystems in sich bargen, wie Trommeln oder Perkussions, fanden sich dementgegen oftmals im hinteren Teil des Tonstudios wieder, oder wurden gänzlich ausgeschlossen. Die dynamische Steuerung der Aufnahme erfolgte individuell durch die beteiligten Musiker je nach Anforderung durch körperliche Bewegungen zum Horn hin oder von diesem weg. So war es durchaus üblich, dass ein beteiligter Musiker den Solisten, hierbei an der Schulter berührend, je nach Notwendigkeit bei lauten Tönen weg vom Aufnahmetrichter führte, oder ihn bei gedämpften sowie tiefen Tonlagen an jenen heranleitete.

Wiedergabe[Bearbeiten]

Die gleichen Einschränkungen galten auch für jene Gerätschaften auf denen die zur Wiedergabe bestimmten in Masse hergestellten Tonträger abgespielte werden konnten. Jene Apparate wurden bis 1888, bevor Edison den ersten elektrisch getriebenen Phonographen erfand und versuchte jenes Gerät ab 1890 als Diktiermaschine am Markt zu etablieren, mit Handkurbeln betrieben, technisch nachfolgend mittels Feder gespanntem Motor. Der Vorgang der Wiedergabe selbst fußte dabei, ebenfalls wie bei der Aufnahme, ausschließlich auf mechanische und akustische Techniken, die dem Grunde nach den umgekehrten Ablauf der Aufnahmeentstehung widerspiegelten.