Geschichte Europas/ Einführung

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Einführung[Bearbeiten]

Es ist das Ziel dieses Buches dem Leser einen breiten historischen Überblick von der Zeit des Hochmittelalters bis zur heutigen Zeit zu geben. Also ungefähr die Zeit von 1000 bis 2000 n. Chr. Diese Zeit ist natürlich eine willkürlich gewählte Periode, aber keine unbrauchbare. Während im frühen Mittelalter ein Rückgang der Stadtbevölkerung in Europa stattfand, kam es im elften Jahrhundert zu einer Verschmelzung vieler Staaten und einem Zuwachs deren militärischer Macht. Das elfte Jahrhundert ist ein sinnvoller Startpunkt, da es den historischen Hintergrund zur europäischen Überlegenheit in der modernen Welt wiedergibt.

Problematischer ist die Frage über den geografischen Bereich, da Europa kein geografisch abgetrennter Kontinent ist, haben europäische Kulturen auch über die Grenzen Europas hinaus großen Einfluss. Die mittelalterlichen Bauern von Italien und Spanien handelten viel häufiger mit den nahen nordafrikanischen Ländern als mit europäischen Ländern wie Deutschland und England. Große Teile Osteuropas wie Russland erhielten großen kulturellen Einfluss von asiatischen Kulturen und sind historisch mehr mit diesen verbunden als mit dem restlichen Europa.

Ein bedeutendes Problem ist folglich die poröse Natur der geografischen Grenzen Europas. Im Süden sind die mediterranen Länder Europas nur eine kurze Seereise von der Nordafrikanischen Häfen entfernt. Im Südosten ist Europa durch nichts mehr als einen schmalen Kanal, dem Bosporus, von Asien getrennt. Die meist bedeutenden Kulturen dieser Region, das Byzantinische Reich und die Osmanen, waren auf dem Gebiet zwischen dem modernen Griechenland und der Türkei verbreitet. Der Osten Europas grenzt an Asien und wird nur vom Uralgebirge getrennt. Nur im Westen Europas stellt der Atlantik eine klare geografische Barriere da.

Die Reaktion auf dieses Problem ist Europa willkürlich als eine abgegrenzte Einheit zu betrachten. Es ist notwendig, in jeder Geschichte, ein Ziel zu definieren und Europa als eine Einheit zu betrachten ist ein Weg dieses Ziel zu erreichen. Vorausgesetzt, dass jeder sich in Gedanken behält, dass das Problem der europäischen Geografie nicht das des ganzen Kontinents ist. Die ein wenig willkürlichen geografischen Grenzen Europas beeinträchtigen nicht den Versuch die Geschichte der einzelnen Regionen innerhalb des Kontinents zu untersuchen.

Historisches Weltbild[Bearbeiten]

Geschichte wird häufig als erzählerische Begriff gesehen, als eine Geschichte bezüglich der Tätigkeiten unserer gemeinsamen Vorfahren. Im Allgemeinem ist es wahr, dass Geschichte eine Art des Erzählens ist. Jedoch im Gegensatz zum Erzählen, beruht Geschichte auf reale Ereignisse und ebenso ist sie geprägt von einigen Regeln und Richtlinien.

Die wichtigsten dieser Regeln bestimmen, wie Historiker die Quellmaterialien lesen. Bevor ein Historiker überzeugt sagen kann, dass ein Ereignis stattgefunden hat, benötigt er oder sie einen Beleg. Viele dieser Belege sind Formen von Dokumentationen, wie etwa schriftliche Aufzeichnungen, welche von vergangenen Generationen im Alltag verfasst worden sind. Es kommt sehr selten vor, dass diese Dokumente für den Bedarf zukünftiger Generationen geschrieben worden sind. Daher ist es für Historiker wichtig zu verstehen, weshalb ein Dokument geschaffen worden ist.

Es gibt einige Kriterien dafür:

  • Was bewegte diese Person zur Handlung?
  • Was war die damalige Haltung der Gesellschaft zu dieser Zeit bezüglich dieses Themas?
  • Wie stark wurde dieses Ereignis von früheren beeinflusst?
  • Was geschah bei ähnlichen Ereignissen und wie endeten diese?
  • War dieses Ereignis für die Zukunft von Bedeutung?
  • Warum fand dieses Ereignis zum damaligen Zeitpunkt statt und nicht früher oder später?
  • Wie wurde das Ereignis oder die Person von der damaligen Gesellschaft beeinflusst? Dies beinhaltet den Einfluss der Kirche, der Wirtschaft, der Regierung, der Geographie und der Bildung dieser Person, ebenso wie die allgemeine Bildung der Gesellschaft, Technologie, Kultur und Tradition und den Stand der Person in der Gesellschaft.

Folgender Punkte sollten auch immer beachtet werden:

  • Die Bedeutung des Autors der Quelle
  • Die Bedeutung des Datums der Quelle
  • Die Bedeutung der beabsichtigten Zielgruppe der Quelle
  • Die Bedeutung des Zwecks der Quelle
  • Die Bedeutung worauf die Quelle sich bezog
  • Die Bedeutung die Grenzen der Quelle

Die Verwendung dieser Fragen ermöglicht ein besseres Verständnis der geschichtlichen Ereignisse und schafft eine bessere Grundlage für ein übersichtlicheres Fachwissen, als einfaches auswendiglernen.

Der Fall des römischen Reiches[Bearbeiten]

Konstantin I, der erste christliche römische Kaiser

Es ist normal vom „Fall“ des römischen Reiches zu sprechen, aber oftmals ist diese Beschreibung zu einfach und kann irreführend sein. In der Tat, der von Augustus und seinen Nachfolgern regierte zentralisierte Staat verschwand aus der Geschichte, jedoch die Städte und Dörfer, Gesetze und Bräuche und vor allem die Sprache, welche Rom in weite Teile Europas verbreitet hatte, verblieben und wurden zur Grundlage für die zukünftige Europäische Gesellschaft.

Die spätere Periode des römischen Reiches war gefüllt mit gesellschaftlichen und politischen Unruhen. Viele dieser Unruhen trugen zum Fall des westlichen römischen Reiches bei. Zu Beginn des fünften Jahrhunderts war das westliche römischen Reich den mehr oder weniger regelmäßigen Angriffen der Barbaren ausgesetzt. Die westlichen Regionen verloren den Herrschersitz unter der Herrschaft von Konstantin. Konstantin wählte aufgrund der Angriffe der Barbaren und der Tatsache, dass Rom immer mehr verfiel, als neues Zentrum des östlichen Reiches Byzanz (heute Istanbul in der Türkei, wurde früher auch Konstantinopel genannt).

Der politische und wirtschaftliche Zusammenbruch war zu dieser Zeit weit fortgeschritten. Besonders der Zerfall des Zentrum Roms brachte neue Bedeutung in die römischen Provinzen. Überall im römischen Reich fingen nicht-italienische Einwohner, dessen Vorfahren Rom als die Achse der Welt angenommen hatten, an mehr Aufmerksamkeit ihren lokalen Persönlichkeiten zu schenken. Wie zum Beispiel die Gallier, die Spanier, die Briten oder die Nordafrikaner. Barbarenstämme welche durch die römischen Grenzen einfielen, trugen der Bildung paralleler Gesellschaften bei, welche sich langsam in die bestehenden römischen Bevölkerung mischten. Dieser Prozess dauerte zwei bis drei Jahrhunderte und ergab einen weitgehenden Wandel im Aufbau der europäischen Gesellschaften innerhalb der alten römischen Reichsgrenzen. Der griechisch sprechende östliche Teil sah Byzanz als sein Zentrum an und diese Trennung des römischen Reiches blieb dauerhaft in Europa während den späteren Jahrhunderte.

Die bedeutendste Handlung Konstantins als Herrscher war der Übertritt ins Christentum am Sterbebett. Obwohl das Reich nach Konstantinopel übersiedelt ist, verblieb das neu gegründete Papsttum in Rom unter dem heiligen Petrus,welcher symbolisch der erste Papst war. Bis zu einem gewissen Ausmaß wurde die päpstliche Macht gleichbedeutend mit der des westlichen Reiches. Das weltliche Zentrum des westlichen Reiches war Ravenna. Die verarmte Führung und die Belastung der Angriffe führten zur Eroberung Roms in 410 durch die Westgoten. Das westliche Reich selbst fiel 476 bei Ravenna. Das übrig gebliebene östliche Reich wurde nun Byzantinisches Reich, nach seiner Hauptstadt Byzanz, genannt. Italien war nicht mehr ein vereinter Staat bis zur Wiedervereinigung Italiens während des 19. Jahrhunderts.

Vereinigung der Barbaren[Bearbeiten]

Als die römische Macht verebbte, zogen Barbarenstämme von außerhalb der alten römischen Grenzen hinein um dieses Machtvakuum zu füllen. Westgoten schufen ein neues Königreich auf der Iberischen Halbinsel, während Vandalen sich in Nordafrika niederließen. Im römischen Britannien, welches angelsächsische Krieger angeworben hatte um die Attacken anderer Barbaren abzuwehren, ließen sich Angelsachsen nieder. Das nach-römische Italien selbst kam unter die Herrschaft der Ostgoten, dessen einflussreichster König, Theoderich, vom römischen Senat als der neue Herrscher akzeptiert wurde. Theoderich hatte gute Beziehungen mit dem christlichen Papst, aber er behielt seinen Herrschaftssitz bei Ravenna in Norditalien. Süditalien und Sizilien blieben für einige weitere Jahrhunderte unter der Herrschaft des byzantinischen Reiches.

Die Provinz Gallien, die am meisten florierende weströmische Provinz, kam in den Besitz der Franken. Die römisch-gallische Gesellschaft und deren Führer akzeptierten schlussendlich die Herrschaft der Franken, da sie sich auf deren Krieger für die Sicherheit und die geschaffenen Verbindungen durch Heiraten mit fränkischen Familien verließen. Das neue fränkischen Königreich umfasste große Teile des heutigen Deutschlands und Nordfrankreich und seine Macht innerhalb dieser Region wurde durch die Siege über die Westgoten und andere barbarische Rivalen klar errungen.

Die Merowinger Dynastie, benannt nach dem König Merowech, waren die ersten Herrscher des fränkischen Königreiches. Der erfahrenste und mächtigste Herrscher, Chlodwig, trat 496 zum katholischen Glauben über aufgrund seines Versprechens für den Sieg in einer Schlacht. Kurz vor Chlodwigs Tod, teilte er sein Reich unter seinen vielen Söhnen auf. Manche, wie Chilperich, waren wahnsinnig und nicht gewillt Land oder Macht für eine Wiedervereinigung des Königreiches aufzugeben. Die Schicksal der Merowinger verebbte und sie wurden bedeutungslos.

Krönung von Karl dem Großen

Der Aufstieg einer neuen regierenden Macht, die Karolinger Dynastie, war das Resultat der Ausweitung der Macht der Majordomus oder den „Verwaltern des Hauses“. Könige der Merowinger gaben ihren Majordomus sehr viel Macht um ihre Ländereien zu verwalten. Einige von ihnen verwendeten diese Macht um die Gebiete um ihre Ländereien zu kontrollieren. Pippin II war einer der Ersten, welcher seine Macht so weit ausdehnte, dass er beinahe ganz Gallien kontrollierte. Sein Sohn, auch ein Majordomus, Karl Martell, gewann die Schlacht von Tours gegen die eindringenden islamischen Armeen, er wehrte den muslimischen Einfluss von Europa ab. Martell bedeutet „der Hammer“ und bezieht sich auf die Wahl seiner Waffe.

Martells Sohn, Pippin III (der Kleine), der den Papst um Unterstützung ersuchte, beherrschte die Merowinger „Marionetten“. Der Papst gab Pippin die Erlaubnis die Merowinger zu stürzen um die fränkische Unterstützung den päpstlichen Staaten zu sichern und diese vor dem Einfall der Lombarden zu schützen. Pippin wurde ernannt als König von Gottes Gnaden, dabei schaffte er die mächtige Bedingung für den Europäischen Absolutismus, indem er argumentierte, dass es Gottes Wille war ihn zum König zu ernennen .

(Sowoh Pippin II und Pippin III waren als Pippin der Jüngere bekannt und Pippin I als der Ältere. Jedoch war Pippin III auch als Pippin der Kleine bekannt, daher wird dieser Name hier verwendet.)

Pippin der Kleine war der Gründer der Karolinger Dynastie, welche den Höhepunkt unter Karl dem Großen hatte. Karl der Große war auch der Erste gekrönte heilig römische Kaiser und Beschützer der Katholischen Kirche. Karl der Große, dessen Reich fast das gesamte heutige Deutschland und Frankreich umfasste, schaffte soetwas wie eine Wiedergeburt der gebildeten Gesellschaft im fränkischen Königreich. Karl der Große schuf Klöster in denen Mönche die Bibel in eigenen Schreibräumen abschrieben. Für Frauen waren Klöster einer der wenigen Wege, wo es ihnen erlaubt war sich weiter zu bilden und etwas anderes zu tun als Kinder zu kriegen und auf den Feldern zu arbeiten.

Die Söhne Karl des Großen folgten den germanischen Traditionen und teilten während dem 9. Jahrhundert nach seinem Tod sein Reich unter sich auf. Das Ost- und Westfrankenreich tauchte auf, später bekannt als Heiliges römisches Reich. Währen dieser Zeit wurden westeuropäische besiedelte Regionen durch häufiger werdende Angriffe der Wikinger und anderer unabhängiger Banden von Dänemark und Skandinavien heimgesucht. Diese glaubten an die Götter wie Odin und Thor und griffen vor allem wohlhabende christliche Städte und Kirchen an. Die Wikingerangriffe wurden fortgesetzt bis Norwegen und Schweden widerwillig das Christentum im 11. und 12. Jahrhundert akzeptierten. Während dieser Zeit tauchten in England, Irland, und der französische Normandie wohlhabende Siedlungen der Wikinger auf, was wichtige geschichtliche Folgen hatte.

Spanien wurde 711 rasch von Muslimischen Eindringlingen erobert. Ein großes muslimisches Reich, bekannt als Kalifat von Córdoba, blühte auf. In den nördlichen Bergen, verharrten kleine christliche Königreiche, Galazien, Asturien, Navarra und Aragon. Die Grenze mit dem fränkischen Königreich, damals spanische Mark genannt und später Fürstentums Katalonien, beinhaltete Barcelona seit 801. Die Muslime verloren 1492 ihr Spanisches Königreich, Granada, als Fernando, der König von Aragon, Isabel, die Königin von Kastilien heiratete. Diese Vereinigung hielt die innenpolitischen Grenzen und unterschiedlichen Nationalitäten, die Gesetze und Institutionen der eines jeden alten Königreichs bis zum 18. Jahrhundert zusammen. Navarra wurde 1515 angefügt und trotzdem erhält es seine eigenen Gesetzte wie das Baskenland. Italien begann sich in kleinere Königreiche aufzuspalten. Jedoch das Papsttum war weiterhin in der Lage auf große Teile Europas Einfluss zu nehmen.

Osteuropa, welches dünn besiedelt und mehr von den römischen Grenzen abgeschnitten war, erfuhr einige Eroberungen und Migrationen während dem 6. bis 10. Jahrhundert. Von ihrem Heimatland im südlichen Russland breiteten sich slawische Völker westwärts und weckten germanische Migrationen aus. Sie siedelten im Balkan, Böhmen, Polen und Ostdeutschland und teilten ihre Loyalität unter den römischen Nachfolgern auf. Polnische und Tschechische Könige übernahmen das Christentum während serbische und russische Könige die griechisch Byzantinischen Bräuche akzeptierten. Die Magyaren, ein Stamm von berittenen Kriegern ethnisch mit den Hunnen verwandt, betraten Europa über die russischen Steppen im 9. Jahrhundert. Sie kämpften einige Kriege mit den Deutschen Eroberern und siedelten möglicherweise als christliches Königreich. Die Völker der Baltischen Region, wie die Letten und die Preußen blieben bis ins Mittelalter nahezu unberührt vom Christentum.

Großbritannien war geteilt in verschiedene Königreiche nach dem Angelsächsischen Einfall bis zu der Periode der dänischen Angriffe. König Alfred vereinigte einen Großteil Englands in ein Königreich im späten 9. Jahrhundert. Im Jahr 1066 startete William der Eroberer eine normannische Invasion gegen England mit der Schlacht von Hastings. Die französische Kontrolle England während dieser Zeit zeigt sich durch die formellen Vokabeln im Englisch, die aus dem Französischen stammen.

1215 zwangen die Briten König John die „Magna Carta“ zu unterzeichnen. König Jahn war besonders tyrannisch. Er missbrauchte seine Vasallen, tötete seinen Neffen Arthur im Kindesalter und brachte den Zorn der Kirche gegen das Land indem er der Kirche Messen, Hochzeiten und Begräbnisse verbat. Seine Vasallen vereinten sich gegen ihn. Während er jagen war umzingelten diese ihn und gaben ihm die Wahl, zu unterzeichnen oder zu sterben. Die „Magna Carta“ ermöglichte das britische Parlament, dabei verringert es den Einfluss der Monarchen.

In Russland formte sich ein Königreich in Kiew welches slawische Volker und skandinavische Elemente vereinigt.

Die Schlacht bei Hastings, Teppich von Bayeux
Eine Seite aus dem Codex Suprasliensis, eine kyrillische Abschrift

Romanik und Gotik[Bearbeiten]

Die romanische und gotische Kunst war am offensichtlichsten vertreten in der Architektur von Kirchen und in den von Hand illustrierten und geschriebenen Büchern. Romanische Kirchen haben üblicherweise einen flache Decke aus Holz oder Schildbögen die mit einem Rundbogen endeten. Die letztgenannte Form war beständiger gegen Feuer. Romanische Kirchen hatten allgemein weniger hohe Decken als gotische Kirchen und verwendetet viel weniger buntes Fensterglas, da diese beiden Merkmale der Gotik Sterbewerke voraussetzen. Romanische Kirchen, wie der Name schon kennzeichnet, versuchen den Baustil des römischen Imperiums nachzuahmen.

Romanik romanisches Kirchenschiff von St. Sernin

In der folgenden Epoche, der Gotik, änderte sich die Bauweise der Kirchen. Um immer größere Kirchen, mit immer mehr und größeren Buntglasfenster zu errichten, waren neue Bauelemente nötig. Dies führte zu Sterbewerken, welche verwendet wurden um die Kirchen von der Seite zu stützen, Kreuzrippengewölbe und Spitzbögen. Außerdem wurden die Säulen entlang des Kirchenschiffes immer schmäler gebaut.

Gotik gotisches Kirchenschiff der Notre Dame in Laon

Die Buchmalerei war eine besonders beliebt in der romanischen und gotischen Kunst. Dabei wurden Abschriften der Bibel in Schreibsälen von Mönchen sehr zeitaufwändig verziert und illustriert. Diese Verzierungen beinhalten sehr häufig regionale Elemente. Das Book of Kells, ein irische Abschrift, hat einen sehr arabischen Stil, welcher häfig in der irisch heidnischen Kunst war.

Merry and bold is now that Emperour,
Cordres he holds, the walls are tumbled down,
His catapults have battered town and tow'r.
Great good treasure his knights have placed in pound,
Silver and gold and many a jewelled gown.
In that city there is no pagan now
But he been slain, or takes the Christian vow.
(Ausschnitt aus dem Rolandslied über den Sieg Karl des Großen)
Seite aus dem Book of Kells

Gedichte und Musik wurden weiterverbreitet durch eine Gruppe von wandernder Musiker, die Minnesänger. Diese verbreiteten Nachrichten durch ganz Europa indem sie diese durch ihre Geschichten und Lieder verbreiteten. Einer dieser bekannten Lieder ist das Rolandslied. Dieses basiert auf dem Angriff auf die Nachhut der Armee Karl des Großen durch die Basken. Beowulf ist ein weiteres berühmtes Gedicht. Es ist das längste germanische episches Heldengedicht und erzählt die Geschichte des Helden Beowulf, welcher gigantische Monster vernichtet.

Päpstliche Macht im Mittelalter[Bearbeiten]

Das Papsttum war in vielerlei Hinsicht die mächtigste Einrichtung im mittelalterlichen Europa und der Papst wurde dadurch der mächtigste Mann in Europa. Seine Macht bekam er mit seiner Wahl und behielt sie sein Leben lang. Viele Päpste wollten ihre Macht vergrößern und verwendetet viele Methoden um dies zu erreichen. Die Kreuzzüge, ein Krieg gegen die islamische Ausbreitung im heiligen Land, war teilweise ein Versuch eine päpstliche Armee zu erstellen, die den Befehlen des Papstes gehorchte.

Dies muss im Zusammenhang bezüglich der Natur der päpstlichen Macht gesehen werden. Königliche Macht leitete sich vom Besitz an Land ab, was wesentlich für die Aushebung von Ritterarmeen war. Das Papsttum verwaltete weniger direkte Eigentümer und die Tatsache, dass diese Eigentümer nicht vererbt werden konnten, machte diese Angelegenheit noch komplizierter. Das hieß, dass ein sterbender Papst seine Familie nur bereichern konnte indem er kirchliches Eigentum spendete, was folglich das Eigentum des päpstlichen Hofs schrumpfen lies, anstatt es zu vergrößern. Deshalb musste der Papst sich auf andere Formen der Machtausübung festlegen und seine spiritueller Einfluss war immer eine gute Alternative zu direkter Kontrolle eines Gebietes.

Der Päpste versuchten auch durch verschiedene politischen Mittel Europa zu kontrollieren. Sie drängten viele Könige ab indem sie Bischöfe wichtige weltliche Positionen besetzten ließen. Als Antwort wählten Könige ihre eigenen Bischöfe in religiöse Positionen. Dieser Vorgang wurde Investiturstreit genannt. Der Kaiser Heinrich IV verkaufte viele Diözesen um Papst Gregor VII zu stürzen. Als Antwort exkommuniziert Papst Gregor VII ihn und sprach damit Heinrichs Vasallen von ihm frei. Heinrich versuchte sein Königreich zusammen zuhalten, aber im Angesicht der verärgerten Bevölkerung, die um ihre Seelen fürchteten, war er gezwungen das alpine Kloster Canossa aufzusuchen (Gang nach Canossa) und den Papst um Vergebung bitten. Heinrich musste drei Tage lang Barfuß im Schnee außerhalb der Mauern stehen bis Gregor VII nachgab und in freisprach. Jahrelang ging der Investiturstreit zwischen den Päpsten und dem heiligen römischen Reich weiter bis Papst Calixt II und der heilig römische Kaiser Heinrich V das Wormser Konkordat schufen. Dieses Konkordat gab dem Papst die Befugnis Bischöfe in religiöse Ämter zu setzten um dem Kaiser die Befugnis Bischöfe weltliche Ämter zu verleihen. Der Investiturstreit wurde daher mit dem Wormser Konkordat beendet.

Religiöse geistige Bewegungen waren überwiegend vom Mönchstum geleiten. Viele Klöster wurden in ganz Europa gegründet, und neue Orden wurden geschaffen um religiöse Ziele zu erreichen. Der Benediktinerorden war der Erste, welcher den Weg bestimmte wie Orden funktionieren sollten. Der Benediktinerorden folgte sehr speziellen Ritualen. Zwischen diesen Ritualen waren präzise Zeiten für Gebete. Es wird angenommen dass dies zur Entwicklung der Uhr beitrug, da diese ungefähr zur gleichen Zeit wie das vierten Laterankonzil erfunden worden war. Das vierte Laterankonzil bestimmte Regeln für Anbetung für alle Mönchsorden. Diese Regeln waren stark nach den Regeln der Zisterzienser gerichtet und vereinigten alle Mönchsorden in einen "Orden", aber es wurden ihnen aber trotzdem ihre eigene regionalen Gebräuche erlaubt. Mönche entwickelten nicht nur die geistige Politik des Mittelalters, aber halfen auch Städte indem sie ihnen in Notlagen Essen anboten.

Die Gesellschaft im Mittelalter[Bearbeiten]

Dreifelderwirtschaft während des Mittelalters

Gilden, welche bestimmten, wer in einem bestimmten Berufszweig arbeiten durfte und wer nicht, waren wohl die erste Form von Universitäten. Zwischen ihnen waren die Universitäten von Salamanca, Paris und Bologna. Die geläufige Form der Bildung bestand damals aus der philosophischen Beschäftigung mit der Bibel und Aristoteles. Erst die Renaissance brachte den Humanismus und die Geisteswissenschaften.

In Städte begannen, sich Gilden und Geschäfte zu formen. Städte waren Handelszentren und viele der bekannten europäischen mittelalterlichen Städte waren Hafenstädte. Innerhalb dieser Städte begannen Geld und Kapitalismus zu gedeihen. Im Norden wurden die Gulden eine mächtige, fast universelle Währung. Europäer öffneten auch die lange untätigen Handelsrouten nach China und dem mittleren Osten.

Fortschritte in der Landwirtschaft entstanden auch. Felder wurden mit Zugtieren und großen Pflügen bearbeitet. Europäer begannen auch Äcker brach liegen zu lassen, um Nährstoffen Zeit zu geben sich zu regenerieren. Dies führte zur Dreifederwirtschaft. Das Feudalismus-System und die Grundherrschaft wuchsen mit den neuen Landwirtschaftsmethoden. Feudalismus organisierte die Gesellschaft in eine Pyramidenform, mit Herrschern an der Spitze und ihren Vasallen unter ihnen. Ein Vasalle bekam Land und musste dessen Besitzer als Herrscher akzeptieren, um beschützt zu werden. Grundherrschaft, das wirtschaftliche Ende des Feudalismus, war eine bessere Möglichkeit, große Grundstücke zu verwalten. Vasallen bewirtschafteten das erhaltene Land und tauschten das Getreide mit ihren Herrschern für Schutz, Zugang zu Lagern, Mühlen und Öfen, um Brot aus dem Getreide zu Backen. Dadurch wurde ausreichend Nahrung gesichert. Jedoch war das Mehl der mittelalterlichen Mühlen sehr grob und hart. Wasservorräte waren oft verschmutzt, also wurde Getreide oft für die Bierherstellung verwendet. Daher war neben Wasser Bier das häufigste Getränk in Nordeuropa, während Wein das beliebteste Getränke im südlichen Europa war.