Geschichte der Menschheit: Altes Ägypten

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Die Pyramiden von Gizeh von Süden gesehen; im Vordergrund die drei kleinen Königinnenpyramiden, dahinter die Pyramide des Mykerinos, in der Mitte die des Chephren und rechts die des Cheops („Große Pyramide“)

Die ägyptische Hochkultur begann mit der Prädynastischen Zeit. In dieser Zeit wuchsen Oberägypten und das heutige Unterägypten zusammen und entwickelten die Ägyptische Hieroglyphen. In der frühdynastischen Epoche stieß der Thinitenkönig Aha von Ober- nach Unterägypten vor und leitete die Reichseinigung ein. Er ließ eine zentrale Verwaltung in der neuen Hauptstadt Memphis errichten. Am Ende der ersten Dynastie 2780 v. Chr. hatten sich Abydos, Hierakonpolis, Buto und Sais als geistige Zentren Ägyptens entwickelt.

Der Pyramidenkomplex von Gizeh

Im Alten Reich ab 2707 v. Chr. begann der Bau der Pyramiden. Die erste, eine Stufenpyramide, ließ der Pharao Djoser erbauen. Er ließ sich unter der Pyramide beisetzen. Pharao Snofru, der um 2650 v.Chr. regierte, erweiterte das Reich nach Westen und Süden und ließ drei monumentale Pyramiden errichten, darunter wohl auch die Rote Pyramide in Daschur bei Sakkara.

Querschnitt durch die Cheops-Pyramide:
1. ursprünglicher Eingang
2. heutiger Eingang – Durchbruch von Al-Ma'mun
3. Verbindungsgang zwischen ab- und aufsteigendem Gang
4. absteigender Gang
5. unvollendete unterirdische Kammer
6. aufsteigender Gang
7. Königinnenkammer mit „Luftschächten“
8. horizontaler Gang
9. Große Galerie
10. Königskammer mit „Luftschächten“
11. Kammer mit Fallgittern
12. Brunnen- oder Serviceschacht mit „Grotte“

Die Regenten Cheops, Chefren und Mykerinos errichteten die Pyramiden von Gizeh. Sie entstanden etwa zwischen 2620 bis 2500 v. Chr. in der 4. Dynastie. Sie wurden auf einem rund 1000 mal 2000 m großen Kalksteinplateau errichtet, wobei neben dem Bau der Pyramiden auch Nebenpyramiden, Tempelanlagen, Gräberfelder und Arbeiterdörfer entstanden. Dabei kamen noch keine Fuhrwerke mit Rädern zum Einsatz, da die Ägypter zu dieser Zeit das Rad noch nicht kannten.

Die größte und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Cheops. Er regierte etwa um 2620 bis 2580 (2604 bis 2581) v. Chr. Die Cheops-Pyramide[1] war ursprünglich 146,6 m hoch. Damit war sie fast 4000 Jahre lang das höchste Bauwerk der Welt[2] Sie wurde aus rund 3 Millionen Steinblöcken errichtet, deren durchschnittliches Gewicht je bei 2,5 t liegt, und war komplett mit Kalksteinblöcken verkleidet. Im Inneren befindet sich die Große Galerie, 8,5 m hoch und 47 m lang. Am Ende der Galerie befindet sich die Königsgrabkammer. In ihr stehen die Reste eines Granitsarkophages.

Des Weiteren existiert die sogenannte Königinnenkammer und die unterirdische erste Grabkammer. An der Ostseite der Pyramide befinden sich die Überreste des Totentempels und des Aufweges. Der Taltempel ist unter der modernen Stadt begraben. Südöstlich des Totentempels befinden sich die Pyramidenanlagen für die Königinnen.

In der 4. Dynastie wurde auch die älteste heute noch erhaltene Talsperre (Sadd-el-Kafara) gebaut. Der Sonnengott Re (auch: Ra) wurde in dieser Zeit zur wichtigsten Gottheit Ägyptens. Das Alte Reich zerfiel möglicherweise ausgelöst durch einen asiatischen Einfall im Delta oder eine Hungersnot.

Im Mittleren Reich förderte Amenemhet I. den Kult um Amun, stieß bis nach Nubien vor und entwickelte Handelsbeziehungen zu Phönizien. Mit dem Eindringen der Hyksos 1648 v. Chr. zerfiel das Mittlere Reich.

Im Neuen Reich (1550 v. Chr. bis 1070 v. Chr.) erreichte Ägypten seine größte Machtstellung. Es dehnte seinen Einflussbereich auf die Inseln Kreta, Zypern und die Kykladen aus und erreichte die politische Kontrolle von Napata in Nubien bis zum Euphrat.

Amenophis IV. (Echnaton) (etwa 1397-1380 v. Chr.) wählte die von ihm neu erbaute Stadt Achet-Aton als Regierungssitz und führte die Verehrung Atons als einzigen Gottes ein.

Unter Tutanchamun wurde der Atonkult wieder durch dir Verehrung der traditionellen Götter ersetzt. Sein Grab enthielt die spektakulärsten Grabfunde Ägyptens. Ramses II. bekämfte erfolgreich die Hethiter. Doch unter der 19. Dynastie zerfiel um 1186 v. Chr. auch das neue Reich.

Assyrer und Perser sowie makedonische Griechen besetzten das Land. In der 25. Dynastie herrschen sogar die verachteten Nubier oder Kuschiter über den Nilstaat. Alexander der Große begründete dann die griechische Herrschaft. Nach seinem Tode machte Ptolemaios I. Alexandria zur neuen Hauptstadt. Nach der Schlacht bei Actium, 31 v. Chr., wurde Ägypten römische Provinz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]
  1. Oft wird sie mit der Chephren-Pyramide, der zweitgrößten ägyptischen Pyramide, verwechselt. Die Chephren-Pyramide ist die mittlere der drei Pyramiden von Gizeh und wirkt größer als die des Cheops, da sie auf einem höheren Felsen errichtet wurde und deshalb ca. 10 m höher steht, aber knapp 3 m niedriger in ihrer Ursprungsgröße ist.
  2. Sie wurde erst im 14. Jahrhundert von der Kathedrale von Lincoln übertroffen. Heute ist sie, weil Steine abgetragen wurden, nur noch 138,75 m hoch.