Geschichte der Menschheit: Weltregionen seit 1900

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Australien und Ozeanien[Bearbeiten]

Australien[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wurde Melbourne. Hier eröffnete am 9. Mai 1901 das erste Parlament des Landes. Am 26. September 1907 erhielt der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien. 1911 wurde das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne blieb aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die einerseits zur Massenimmigration aus Europa und nach Aufgabe der White Australia policy auch aus Asien und anderen Erdteilen führte. So kam es in kurzer Zeit zu starken demografischen Veränderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung. 1986 gab Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezüglich der australischen Verfassung ab. Am 6. November 1999 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und blieb somit formal eine konstitutionelle Monarchie unter Elizabeth II..

Im Herbst 2007 wurde Kevin Rudd Premierminister einer Labour-Regierung. Er setzte auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit den pazifischen Nachbarn und entschuldigte sich erstmals offiziell bei den Aborigines für das ihnen durch weiße Australier zugefügte Unrecht.[1]

Ozeanien[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil Ozeaniens von Japan besetzt, und es kam zu einer Reihe von Seeschlachten zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan. Nach dem Krieg entließen die USA ihre Kolonien unter Vorbehalt von politischen Interventionsrechten und militärischen Privilegien (z.B. Erbauung und Erhaltung von Militärstützpunkten) in Eigenverwaltung. Später werden andere Inselstaaten zu ähnlichen Konditionen vom British Commonwealth und den französischen Überseedepartements unabhängig. Dabei kam es nur selten zu militärischen Auseinandersetzungen.

Afrika[Bearbeiten]

Als in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts die europäische Wirtschaft wieder in Schwung kam, wurde in den Kolonialländern zum ersten Mal über die Entlassung der afrikanischen Kolonien in die Unabhängigkeit debattiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage der Rentabilität der Kolonien für die Mutterländer. Der Entschluss zur Dekolonisation kam primär aus volkswirtschaftlichen Gründen, denn die Mutterländer konnten ihre Kolonien nicht mehr finanzieren. Doch sahen sie sich außerdem von aufstrebenden Nationalbewegungen in den Kolonien immer mehr bedroht. Daher ging man etwa ab 1950 daran, die Staaten in die Unabhängigkeit zu entlassen. Soziale Träger der Entkolonialisierung waren meist lokale Eliten, die untere Funktionen in der Kolonialverwaltung besetzten und durch fehlende Aufstiegschancen frustriert waren. 1960 wurden besonders viele Staaten unabhängig, daher spricht man von 1960 auch als vom afrikanischen Jahr.

Bei der Machtübergabe waren die ehemaligen Kolonialherren immer darauf bedacht, Regierungen zu fördern bzw. zu installieren, die ihnen genehm waren, denn bei allem Interesse an Demokratisierung Afrikas fürchtete man den Verlust des Einflusses. Wirtschaftlich wird das Afrika südlich der Sahara immer mehr marginalisiert. Der Kampf gegen Aids kam aufgrund innerafrikanischer Fehler (Thabo Mbeki) und fehlender internationaler Unterstützung nicht voran.[2]

Asien[Bearbeiten]

China[Bearbeiten]

Die Republik China erwies sich als sehr instabil. Die Ministerpräsidenten wechselten bis zu fünfmal im Jahr, je nach dem, welcher General der ehemaligen Pekingarmee gerade die Macht hatte. Außerdem erwuchs ihr 1921 mit der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas ein neuer Gegner. Doch nach dem Tode Sun Yatsens gelang es seinem Anhänger Chiang Kai-shek 1926 die Warlords zu besiegen. 1927 wandte er sich dann gegen die Kommunisten. Diese zogen sich auf das Land zurück und so konnte er 1928 das Land offiziell wieder einen. Doch war die Republik Sun Yatsens während der Kämpfe einer Militärdiktatur immer ähnlicher geworden. 1937 griffen die Japaner China an und konnten innerhalb eines Jahres die chinesischen Armeen in die Flucht schlagen. Ihre Kräfte reichten aber nicht zur vollständigen Besetzung des Landes aus, so dass sie trotz 19 Millionen chinesischen Kriegsopfern und mancher japanischer Kriegsverbrechen bis zu ihrer Kapitulation am 14. August 1945 das Land nicht kontrollieren konnten.

Der im Kampf gegen Japan ruhende Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalisten flammte danach erneut auf. 1949 besiegten die Mannschaften Mao Zedongs endgültig die Kuomintang unter Chiang Kai-shek. Die Nationalisten flohen auf das erst kürzlich von Japan zurückgewonnene Taiwan, wo die Republik bis heute fortbesteht. Auf dem Festland wurde die Volksrepublik China gegründet. Im Versuch, schnell die Industrie- und Landwirtschaftsproduktion zu verbessern, wurde von Mao Zedong 1958 ein neues Wirtschaftsprogramm, der sogenannte Große Sprung nach vorn verkündet. Diese Politik der Bildung von Volkskommunen und tausender Minibetriebe auf dem Lande endete in einer Hungersnot, die 30 Millionen Tote kostete.

1966 inszenierte Mao Zedong unter Einsatz von Roten Garden die Kulturrevolution, die das Land ein Jahrzehnt lang ins Chaos stürzte. Außenpolitisch war die Volksrepublik isoliert, doch 1971 entdeckten die USA im kommunistischen China einen potentiellen Verbündeten gegen Moskau und widersetzten sich nicht mehr dessen Aufnahme in die UNO. Nach dem Tod Mao Zedongs (1976) erhielt der von Mao entmachtete Deng Xiaoping 1977 seine Ämter zurück und steuerte sein Land auf einen Kurs zur "sozialistischen Marktwirtschaft" (Sonderwirtschaftszonen). Chinas Wirtschaft gehört seitdem zu den am schnellsten wachsenden der Welt[3] Wegen der dabei entstehenden sozialen Ungerechtigkeiten und deshalb entstehenden Unruhen (vgl. Tian'anmen-Massaker, 1989) trat Ministerpräsident Wen Jiabao auf dem Volkskongress 2004 für eine Trendwende zur Verminderung der sozialen Spannungen und zur Berücksichtigung ökologischer Aspekte ein.

Nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg zog sich die Kuomintang auf die Insel Taiwan zurück. Aus Rücksicht auf Pekings Ein-China-Politik brachen die USA 1978 ihre offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab, doch unterstützen sie weiterhin seine Selbständigkeit. Im Zuge einer Demokratisierung fanden 1992 erstmals freie Parlamentswahlen und 1996 direkte Präsidentschaftswahlen statt. 2001 verlor die Kuomintang die Parlamentswahlen und ging in die Opposition. Im Mai 2005 besuchte mit Oppositionsführer Lien Chan (Kuomintang) erstmals ein führender Politiker der Republik China die Volksrepublik.

Indien[Bearbeiten]

Das Kaiserreich Indien in Personalunion mit Großbritannien umfasste das heutige Indien, Pakistan, und Bangladesch und bestand bis 1947. Von 1866 bis 1937 gehörte auch Birma dazu. Eine Unabhängigkeitsbewegung gab es, seit 1885 Hindus und Moslems den Indischen Nationalkongress (INC) gegründet hatten. 1906 wurde wegen des Übergewichts der Hindus im INC die Muslimliga gegründet. Doch sie arbeitete bei den Forderungen nach indischer Unabhängigkeit mit dem INC zusammen. Die britische Regierung gestand 1917 einen Übergang zur Selbstregierung zu und Indien wirkte auch offiziell bei der Gründung des Völkerbundes mit.

Unter der Führung Mahatma Gandhis (1869–1948) kam es in der Zwischenkriegszeit zum passiven Widerstand gegen die britische Herrschaft. Gandhi bemühte sich dabei um die politische Einheit zwischen Hindus und Muslimen.

1947 wurde Indien unabhängig, doch es wurde nach dem Mountbattenplan in die überwiegend von Hindus bewohnte Indische Union, den moslemischen Staat Pakistan im Industal und der Gangesmündung und einen kleinen buddhistischen Staat Sikkim geteilt.[4] Regierungschef der Indischen Union wurde Jawaharlal Nehru, er war zuvor ein wichtiger Führer im Freiheitskampf. Über die Zuordnung der Provinz Kaschmir kam es rasch zum Konflikt, der zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg führte. Dieser endete 1949 mit der De-facto-Zweiteilung Kaschmirs unter Vermittlung der Vereinten Nationen. 1949 löste sich die Indische Union auch nominell von der britischen Krone. Erster Präsident der Republik wurde Rajendra Prasad. von (1950–1962), am 26. Januar 1950 trat die erste indische Verfassung in Kraft. Das Königreich Sikkim schloss mit Indien einen Vertrag, wonach Indien die Verantwortung für Verteidigung, Außenpolitik und andere Angelegenheiten übernahm. Schließlich schloss es sich 1965 ganz an Indien an. 1954 gab Frankreich die letzten unter seiner Herrschaft stehenden Gebiete zurück.

Indien gewährte 1959 dem tibetischen Dalai Lama politisches Asyl. Dieser bildete in Dharmshala (Himachal Pradesh) eine tibetische Exilregierung. 1961 annektierte Indien die portugiesischen Kolonien auf der indischen Halbinsel, insbesonderee Goa. Im Indisch-Chinesischen Krieg von 1962 verlor Indien im Norden und Nordosten kleinere Gebiete an die Volksrepublik China.[5]

Nach Nehrus Tod 1964 wurde nach einer zweijährigen Zwischenphase 1966 seine Tochter Indira Gandhi zur Premierministerin. Die zweite Hälfte ihrer ersten Regierungszeit war von Unruhen und Separationsbewegungen einzelner Landesteile geprägt, so dass sie Mitte der siebziger Jahre den Notstand ausrief. Um ihren Kurs vom Volk absegnen zu lassen, rief sie 1977 Wahlen aus und wurde abgewählt. Nach drei turbulenten Jahren konnte sie 1980 ein triumphales Comeback feiern. Doch 1982 rebellierten Mitglieder der Religion der Sikhs in Amritsar und forderten einen unabhängigen Sikh-Staat im Punjab. Als der Konflikt weiter eskalierte, ließ Indira Gandhi im Juni 1984 den Goldenen Tempel in Amritsar stürmen. Aus Rache dafür wurde sie am 31. Oktober 1984 von einem ihrer Sikh-Leibgardisten ermordet.

Unter ihrem Sohn Rajiv Gandhi, der ihr problemlos im Amt nachfolgte, wurden in Indien Liberalisierungen in der Wirtschaft eingeführt. Doch verlor er Ende November 1989 wegen Korruptionsvorwürfen die Macht. Trotz des relativ guten Abschneidens der Kongresspartei bei der Wahl 1989 bildete sich eine Koalition gegen eine von der Kongresspartei geführte Regierung. Es folgten erst kurzlebige Koalitionsregierungen unter verschiedenen Premierministern, ehe 1991 P. V. Narasimha Rao die Regierung stabilisieren konnte und bis 1996 konsequent wirtschaftliche Reformen durchsetzte. Bei einer Wahlkampfrede zu Regionalwahlen in Südindien wurde Rajiv Gandhi 1991 von separatistischen Rebellen aus Sri Lanka (Tamil Tigers) durch einen Sprengstoffanschlag getötet.

Im Jahre 1997 übernahm mit K. R. Narayanan erstmals ein Kastenloser als Staatspräsident das höchste Amt im Staate. Nach einer Phase von Unruhen konnte Atal Behari Vajpayee 1998 wieder eine stabile Regierung bilden, die die Wahlen von 1999 klar gewann. Schon 1998 ließ er Atombombentests durchführen.[6] Doch die Lage der ärmeren Inder blieb weitgehend unverändert. Die sich auftuende Schere zwischen Arm und Reich verhalf 2004 der oppositionellen Kongresspartei unter Sonia Gandhi, der Ehefrau des 1991 ermordeten Premierministers Rajiv Gandhi, zum Sieg. Aufgrund ihrer italienischen Herkunft stieß sie jedoch auf Widerstand und verzichtete auf das Amt als Regierungschefin. Neuer Ministerpräsident wurde am 22. Mai 2004 der 1932 geborene Manmohan Singh – ein Angehöriger der Sikh-Religion.

Indonesien[Bearbeiten]

Schon früh entstanden Unabhängigkeitsbewegungen: 1912 die Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“), 1926 die Kommunistische Partei (PKI), 1927 die von Sukarno gegründete Partai Nasional Indonesia. Die Befreiung von den Kolonialherrschaft der Niederlande brachte allerdings erst die japanische Besatzung 1942-1945, die allerdings ihrerseits von Kriegsverbrechen begleitet war.

Am 17. August 1945 riefen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname: Indonesia). Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckte sich zunächst auf die Inseln Java, Madura und einen Teil Sumatras. Die übrigen Inseln wurden meist von den Niederländern kontrolliert. Im Indonesischen Unabhängigkeitskrieg (1947/48) eroberten die Niederlande zwar fast das gesamte Gebiet, kämpften aber weiterhin gegen eine indonesische Guerilla und verloren vor allem die Sympathie der Weltöffentlichkeit. Unter amerikanischem Druck mussten die Niederlande im August 1949 (abermals) Verhandlungen mit der Republik Indonesien aufnehmen. Am 27. Dezember 1949 wurde in Amsterdam die Übergabe der Souveränität unterzeichnet, der niederländische Teil von Neuguinea West-Papua blieb jedoch vorläufig unter niederländischer Verwaltung. 1962/63 mussten die Niederländer schrittweise auch ihren letzten Kolonialbesitz ihres ehemaligen Inselreiches übertragen, West-Papua oder West-Irian (New Yorker Abkommen, 1. Mai 1963).

Die Unabhängigkeit war Indonesien nur unter der Bedingung zugestanden worden, dass Indonesien eine Föderation aus mehreren Teilstaaten (negara) sein sollte. Doch 1950 wandelte Sukarno die Republik in einen Einheitsstaat um. Bis 1955 wurde auch die Republik Maluku Selatan erobert. Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provozierte 1965 einen angeblich kommunistischen Umsturzversuch (G30S/PKI). Dieser scheiterte an einem Gegenputsch rechtsgerichteter Armeeangehöriger, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen getötet wurden, vor allem tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und Chinesen (Völkermord an den Chinesen Indonesiens). 1966 erzwang der Militär Suharto von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung und machte sich 1968 zum Staatspräsidenten. 1969 wurde West-Papua (Irian Barat) durch einen manipulierten Volksentscheid indonesische Provinz und erhielt den Namen „Irian Jaya“.

Als indonesische Truppen 1975 Teile von Timor besetzten, rief die „Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Osttimor“ (FRETILIN) die Unabhängigkeit der bisherigen Kolonie Portugiesisch-Timor aus. Bei der folgenden indonesischen Invasion wurden 60.000 Menschen getötet (10 % der Bevölkerung) und Osttimor 1976 dem indonesischen Staatsverband eingegliedert.[7][8]

Im Zuge der Asienkrise von 1997 verzeichnete die Indonesische Rupiah einen starken Wertverlust, und die indonesische Regierung musste sich für Hilfen des IMF zu erheblichen Kürzungen staatlicher Subventionen verpflichten. Die Preise für Waren wie Benzin und Reis, und Gebühren für öffentliche Service wie Bildung verteuerten sich dramatisch. Verschlimmert wurde die Situation von der weitverbreiteten Korruption im Land. Deshalb kam es zu Unruhen.[9] Daher trat Präsident Suharto 1998 zurück, und Bacharuddin Jusuf Habibie, bis dahin Vize-Präsident, wurde Staatspräsident. Immer wieder kam es zu Unruhen und Terroranschlägen. 2001 wurde dann Megawati Sukarnoputri, Tochter des Staatsgründers Sukarno und Mitglied der PDI-P, Staatspräsidentin. 2002 kam es zu einem islamistischen Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali, bei dem es 202 Tote und mehr als 300 Verletzte gab.

2003 konnte die Provinz Aceh (Atjeh) auf Sumatra nur durch 40.000 Soldaten an einer Unabhängigkeitserklärung gehindert werden. Am 5. Juli 2004 kam es zu den ersten direkten Präsidentschaftswahlen, bei denen der frühere General Susilo Bambang Yudhoyono, Günder der Demokratischen Partei, in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin siegte.

Amerika[Bearbeiten]

Nordamerika[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Kanadas im 20. Jh., Geschichte der USA im 20. Jh., Geschichte Mexikos im 20. Jh.

Die Geschichte Nordamerikas wurde im 20. Jahrhundert primär von der Politik der USA geprägt, die freilich schon im Zusammenhang in groben Zügen angesprochen wurde.

Lateinamerika[Bearbeiten]

Mittelamerika

Auch im 20. Jahrhundert betrachteten die USA Karibik und Mittelamerika so sehr als ihr unmittelbares Interessengebiet, dass sie sich dort sehr häufig - meist militärisch - einmischten: in Nicaragua (1909-10, 1912-25, 1926-33), in Honduras (1905, 1907, 1911-13, 1917, 1919, 1924-29), in Kuba (1901-03, 1906-09, 1912, 1917-19, 1921-23, 1933, 1961), in Panama (1901, 1902, 1903, 1908, 1912-14, 1917-18, 1921, 1964, 1989-90), in der Dominikanischen Republik (1903-05, 1907, 1914, 1916-24, 1965-66), in Haiti (1914, 1915-35, 1944, 1994-95, 2004), Costa Rica (1919), in Guatemala (1920, 1954), in Grenada (1983).

Aufgrund der inneren Geschichte sind wegen der Revolution ab 1953 Kuba, wegen der Entwicklung ab 1979 Nicaragua und ab 1981 auch Honduras von besonderem Interesse.

Südamerika Nach Erlangung der Unabhängigkeit wurden nach und nach Demokratien aufgebaut. Doch nach dem 2. Weltkrieg wurden mehr und mehr demokratische Regierungen durch Militärdiktaturen beseitigt. Seit 1990 sind alle Länder Südamerikas demokratisch regiert.

Anmerlungen[Bearbeiten]

  1. Am 13.2.2008 entschuldigte sich der australische Premier bei den Mitgliedern der „stolen Generations“ für das Unrecht, das den Aborigines vom australischen Staat getan worden ist. (Spiegel online vom 13.2.2008, abgerufen am 30.12.2008)
  2. "Die AIDS-Epidemie.Status-Bericht: Dezember 2005", UNAIDS, 2005 (PDF), abgerufen 11.1.2009
  3. Aufgrund des Bodenverwaltungsgesetzes von 1986 und weil Mitte der 1980er Jahre auch nicht-staatliche Unternehmen in der Industrie zugelassen wurden, konnten allerdings Privatleute durch Bestechung mit Immobilien große Wertsteigerungen realisieren und Regierungsbeamte durch Rent-Seeking große Anteile an ehemaligen Staatsbetrieben kostenlos erwerben. Ein sehr informatives Beispiel legt Qinglian He in China in der Modernisierungsfalle, Hamburger Edition 2006, S.59-63 vor. Noch weit größere Gewinne machte Gu Chujun durch den Erwerb von Staatsfirmen in der Zeit von 2001 bis 2004 (ebenda, S.64-65). Zu Gewinnen aufgrund des Bodenverwaltungsgesetzes und die dadurch ermöglichte Einhegungsbewegung vgl. S.76-90
  4. Mit dem Beschluss des britischen Parlaments vom 18. Juli 1947, Indien und Pakistan als Dominions in die Unabhängigkeit zu entlassen, wurden die indischen Fürstenstaaten, die bislang unter britischem Protektorat gestanden hatten, voll souverän. Die Fürsten konnten entscheiden, ob und welchem der neuen Staaten sie sich anschließen wollten. Bis zum 17. August erklärten alle bis auf drei (Hyderabad, Junagadh und Kaschmir) ihren Beitrittswillen und übertrugen die Zuständigkeit für Äußeres, Verteidigung und Kommunikation, für die bisher die britische Schutzmacht – bzw. der Vizekönig – zuständig gewesen war, an die neuen Staaten. Die kleineren Fürstenstaaten schlossen sich zu Föderationen zusammen. Fast alle Fürstenstaaten erklärten im Laufe des Jahres 1949 formell den vollen Anschluss an Indien oder Pakistan. 1956 wurden ehemalige britische Provinzen und ehemalige Fürstenstaaten gleichgestellt und die Fürsten abgesetzt. Sie erhielten zum Ausgleich Apanagen, die jedoch 1971 abgeschafft wurden.
  5. Von da ab fühlte China sich Indien überlegen. "Mehr als deutlich wurde dies, als China 1979 in Vietnam einfiel und Deng Xiaoping dies kommentierte, indem er sagte, dass man jetzt diesem Land eine Lehre erteile, wie man es 1962 mit Indien getan habe." (D. Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, München 2008, S.66)
  6. "Die indische Atombombe ist [...] ein Argument und nicht eine Waffe, die man wirklich anwenden will. Sie ist ausschließlich von zivilen Institutionen entwickelt worden; das Militär wurde absichtlich nicht damit befasst." (D. Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, München 2008, S.76) Unter den getesteten Bomben befand sich auch eine Wasserstoffbombe. (Rothermund, S.84)
  7. "All dies geschah während der siebziger und achtziger Jahre mit Wissen oder gar ausdrücklicher Zustimmung der verschiedenen US-Regierungen." Barack Obama: Hoffnung wagen. Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream, München 2007, S.353
  8. Mit den Völkermorden an den Osttimoresen, an den Papuas in West-Neuguinea und an der chinesischen Minderheit sowie dem Massenmord an Kommunisten wurde Indonesien in den Worten des Historikers Gunnar Heinsohn zu „einer der führenden Demozid-Nationen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“.(Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde. Reinbek 1998, S. 184 f.)
  9. Die staatliche indonesische Menschenrechtskommission Komnas HAM zog später folgende Bilanz: 1188 Todesopfer, 101 Verletzte sowie 40 Einkaufszentren, 2479 Geschäfte und 1604 Häuser, die geplündert und niedergebrannt wurden. 1119 Autos, 1026 Wohnungen und 382 Büros wurden demoliert oder angezündet.