Westslawische Gedenktage: 25. Dezember

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Seitentitel: Geschichte der westslawischen Orthodoxie/ Die Frühzeit der westslawischen Orthodoxie/ 25. Dezember

Feste[Bearbeiten]

  • Orthodoxer Liturgischer Kalender: Gedächtnis der Anbetung der Hirten in Bethlehem und der Huldigung der Weisen Melchior, Caspar und Balthasar
  • Anbetung der Weisen: MELCHIOR, CASPAR und BALTHASAR (25. Dezember in der Orthpedia)
  • Orthodoxer Liturgischer Kalender: Gedächtnis der Anbetung der Hirten in Bethlehem und der Huldigung der Weisen Melchior, Caspar und Balthasar
  • Gedenken der Schafhirten in Bethlehem (25. Dezember in der Orthpedia)

Heilige[Bearbeiten]

  • Orthodoxer Liturgischer Kalender: kein Eintrag

Mönch Jonas und Gefährten[Bearbeiten]

  • Martyrium des Mönches JONAS und der 50 Mönche und 65 Laien mit ihm im Kloster des Hl. Tryphon von Pecenga durch die Schweden 1590 (25. Dezember in der Orthpedia)
  • Martyrium des Mönches Jona und der 50 Mönche und 65 Laien mit ihm im Kloster des hl. Tryphon von Pecenga durch die Schweden 1590 Nikolaj Velimirović: Der Prolog von Ochrid. Verlag Johannes A. Wolf, Apelern 2009, ISBN 978-3-937912-04-2, S. 839.
  • Massaker an Jonah, Mönch, Märtyrer, und weitere 50 Mönche, Märtyrer, und 65 Märtyrer im Kloster St. Tryphon von Pechenga, getötet durch die Schweden (1590) 25. Dezember im Ökumenischen Heiligenlexikon
  • Massacre of Monk-martyr Jonah, and with him 50 monks and 65 laymen, martyrs at St. Tryphon of Pechenga Monastery, by the Swedes (1589) - 25. Dezember im OrtodoxWiki

Konstantin der Jude[Bearbeiten]

  • Konstantin der Jude 25. Dezember im Ökumenischen Heiligenlexikon

Märtyrerpriester Michael[Bearbeiten]

  • Michael, Priester, Märtyrer († 1930) 25. Dezember im Ökumenischen Heiligenlexikon
  • New Hieromartyr Michael, Priest (1930). - 25. Dezember im OrtodoxWiki

Adalsind[Bearbeiten]

  • Saint Adalsindis, a nun at Hamay-les-Marchiennes Abbey, near Arras in France (ca.715) 25. Dezember im OrtodoxWiki
  • Name bedeutet: aus edlem Geschlecht (althochdt.) - † 688 in Marchiennes in Frankreich - Adalsind, die Tochter von Adalbald und Richtrudis, wurde nach dem Tod des Vaters um 646 Nonne im Doppelkloster Marchiennes, das ihre Eltern gestiftet hatten und das ihre Mutter leitete. Joachim Schäfer: Artikel Adalsind, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon - https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Adalsind.htm, abgerufen am 25. 12. 2019

vgl. w:en:Adalsinda

vgl. Richtrudis

Adalsind trat nach dem Tod ihres Vaters um 646 in das von ihrer Mutter gestiftete und als Äbtissin geleitete Kloster ein

Der zwoelfte May. ... Zu Marschienn (Marchiennes) im franzoesisch Flandern der hl. Riktrudis, welche ihre heiligen Kinder, Maurontus, Klotesinde, Eusebia und Adalsinde an Froemmigkeit noch uebertraf. Nachdem ihr Ehegemahl von einigen, denen ihre heilige Ehe zuwider war, ermordet worden, suchte sie der König umsonst zu der zweyten Heirath zu bereden. Sie stiftete sich vielmehr ersagtes Kloster, nahm da den Weihel, und ließ sich von dem h. Amand zur Aebtissinn einsegen, nur so lange, bis sie sich aus ihren Schuelerinnen eine waehlen konnte, die wegen ihrer Heiligkeit dem Amte gewachsen waere. Sie aber schritt von einer Tugend zur andern, so daß unter allen Klosterfrauen keine dem Fasten und Abbruch mehr ergeben, keine strenger auf sich war, als sie. Nachdem sie nun die Abtey einer andern ueberlassen, verschied sie eine Zeit hernach im Jahre 687. Mab. Act. SS. T. II. p. 904. Kirchenkalender aller Heiligen, welche unter der Regel des h. Benediktus gelebet haben, Gesammelt von einem Benediktiner des Klosters zum heil. Kreuze in Donauwerd. Erster Theil. Mit Gutheißen des augsburgischen Ordinariats. Im Verlage desselben Klosters. 1786.

vgl. w:en:Adalbard Adalbald: Sohn der Gerberga, Tochter des magister militum Richomer und Gertrude von Hamage († 649), welche einen Konvent in Hamage bei Douai gründete.

Adalbald hatte zwei Brüder, Sigefrid, Graf von Ponthieu, und Archenald, Leiter des Palastes von Chlodwig II., Sohn von Dagobert, mit dem sie verwandt waren - wohl über seine Mutter Gerberga und ihre mutmaßliche Schwester Bertrude (oder vielleicht Haldetrude, Clothars erste Frau)

ein Enkel von Gertrud von Ostrevant (auch: Gertrud von Hamage)


Zwischen dem 18. Oktober 629 und dem 8. April 630 starb Chlothar II., König der neustrischen Franken, ab 584 und Alleinherrscher seit seinem Sieg 613 über Brunichild (Brunhild), der Regentin von Burgund. Damit war er der erste "König aller Franken" seit dem Tod seines Großvaters Chlothar I. im Jahre Dezember 561 (nach anderer Meinung: 560).

Im übergeordneten Interesse der Reichseinheit (nach anderer Meinung: in seinem Eigeninteresse) überging Chlothars ältester Sohn Dagobert I. die nach fränkischem Recht übliche Erbteilung mit seinem Halbbruder Charibert II., der von der Hofgeschichtsschreibung abwertend und abfällig als einfältig (simplex) beschrieben wurde. Eine Minderheit neustrischer Adliger um Dagoberts Schwager Brodulf, über ein halbes Jahrhundert an eine zersplitterte Königsmacht gewöhnt und durch das Edictum Chlotharii im Verhältnis zur Zentralgewalt gestärkt, wollte sich mit einem starkem Königtum nicht abfinden und zwang den König, die Thronansprüche Chariberts wenigstens gegen ein Unterkönigreich als Hausmeier in Aquitanien abzutreten.

Doch noch 630 ließ Dagobert den einflussreichen Bruder seiner Frau Gomatrud während seiner Reichsumfahrt unterwegs nach Aquitanien während eines Aufenthaltes im burgundischen Saint-Jean-de-Losne von seinen Vertrauten beseitigen. Beteiligt waren die Duces w:de:AmalgarAmalgar (des Pagus Attoriensis) und Arnebert (von Neustroburgund) sowie der Patricius Willibad (oberster Heerführer Burgunds). Charibert starb bereits sehr jung zwei Jahre später im Jahre 632, kurz darauf auch sein Sohn. Es wird vermutet, dass sowohl Charibert als auch sein Sohn Chilperich ebenfalls im Auftrag Dagoberts beseitigt wurden.

Die burgundischen Pagi im 9. Jahrhundert. Der Pagus Attoriensis in oranger Farbe als Atuyer.
Die Quelle der Bèze in Bèze
Die Abtei Bèze 1690
Die Abtei Bèze heute

Als Buße für die Ermordung des Königsschwager Brodulf stiftete noch im Jahr 630 der Dux des Pagus Attoriensis, Amalgar, gemeinsam mit seiner Ehefrau Aquilina auf Eigengut der Familie die Familienabtei Saint-Pierre in Bèze und das Frauenkloster Saint-Martin in Brégille (heute zu Besançon).

Das Frauenkloster Saint-Martin war dem fränkischen Reichsheiligen Martin von Tours geweiht. Hier setzten Amalgar und Aquilina ihre Tochter, die heilige Adalsind, als Äbtissin ein. Dieses Kloster in Brégille wurden sehr reich mit Grundbesitz ausgestattet.

Die Klostergründung in Bèze erfolgte in unmittelbarer Nähe des uralten keltischen Quellheiligtums Besu, nach der römischen Eroberung Fons Besua genannt. Amalgar war zeittypisch davon überzeugt, dass die öffentliche Buße (medicamenta paenitentiae) die göttliche Vergebung selbst schwerster Sünden möglich machen würde. Diese These wurde insbesondere vom heiligen Kolumban gepredigt.

Amalgar und Aquilina, die Tochter von Waldelenus (Dux von Transjuranien), waren die Eltern der heiligen Adalsind, ihres ältesten Bruders Adalrich und ihres zweitältester Bruder Waldelenus, der - schon früh für den geistlichen Stand bestimmt - Gründerabt von Bèze wurde. Da dieser seine Ausbildung und seine priesterlichen Weihen im kolumbanischen Kloster Luxeuil erhalten hatte, führte er auch im Kloster Bèze auch die Regula Columbani ein und baute es zum sakralen Familienzentrum und der Grablege der Attoarierherzöge aus. Die Regel Columbans war erst 627 von der vierten Synode von Mâcon vom Vorwurf der Häresie befreit und anerkannt worden. 610 war der Ire Kolumban von König Theuderich II. aus dem Frankenreich nach Italien vertrieben worden.

643 starb Amalgar, neuer Attoarierherzog wurde sein ältester Sohn Adalrich.

655 wurde im Kloster Saint-Pierre eine Schola Monastica (Klosterschule) gegründet, eine der frühesten im Frankenreich.

658 versuchte Adalrich, die reichen Schenkungen seiner Eltern an das Frauenklosters Saint-Martin in Brégille wieder rückgängig zu machen, indem er seine Schwester Adalsind anwies, dieses Kloster der Familieabtei in Bèze als Schenkung zu überschrieben. Diese Besitzübertragung führte allerdings zur gewaltsamen Vertreibung der Nonnen aus Brégille durch den dort ansässigen Adel unter Führung des Dux von Transjuranien, Adalrichs Onkel Chramnelenus. Der nun heimatlose Frauenkonvent fand Aufnahme in der Abtei von Bèze, die daraufhin Doppelkloster wurde.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen um die klösterlichen Besitztümer zwischen den burgundischen Adelssippen gipfelten 663 in der Absetzung Adalrichs als Dux des Pagus Attoriensis durch den neustrischen und burgundischen König Chlothar III. und der Übertragung der Herzogswürde auf den Burgunden Sichelm. Adalrich verschwand damit aus den Geschichtsquellen. Spätestens 665 aber wurde Adalrichs Sohn Eticho vom König im Amt des Vaters als Attoarierdux bestätigt, ein Neffe der heiligen Adalsind.

Als Chlothar III. nach dem 10. März im Jahre 673 starb, gehörte Eticho zu den Unterstützern des austrasischen Königs Childerich II. als "König aller Franken". Dieser regierte dann auch tatsächlich und letztmalig als eigenständiger merowingischer König über das gesamte Frankenreich. Für seine Unterstützung wurde Eticho noch 673 vom König als Dux des Elsasses eingesetzt.

Doch bereits im Herbst 675 fiel Childerich II. infolge von gewaltsamen Streitigkeiten zwischen der neustrischen und der austrasischen Partei am Königshof zusammen mit seiner schwangeren Ehefrau und seinem Sohn Dagobert einem Mordkomplott zum Opfer.

Adalsinds Neffe Herzog Eticho versuchte daraufhin, zusammen mit einer Adelsgruppe um den neustrischen Hausmeier Ebroin einen irgendwo aufgegriffenen Jungen als austrasischen Marionettenkönig Chlodwig (III.) zu installieren. Diesmal ging Etichos Kalkül allerdings nicht auf. Der neustrische König ging als Sieger hervor, und Eticho wurde am 4. September 676 wegen seiner Verbindungen zu den Austrasiern seines burgundischen Besitzes enthoben. Die herzöglichen Güter fielen dabei der Familienabtei Saint-Pierre in Bèze zu, dem Doppelkloster, in welchem Adalsind Äbtissin war.

Auf Austrasien beschränkt, zog sich Eticho auf seinen Herzogssitz im Elsass zurück und erkannte Dagobert II. als König an. Als Herzog wollte er das Delsberger Becken (Delémont im heutigen Schweizer Kanton Jura) unterwerfen, indem er wehrlose Arme bestahl und Klöster beraubte, und ließ dabei den vermittelnden Abt Germanus von Granfelden aus dem Kloster Moutier-Grandval im Berner Jura und dessen Begleiter Randoald erschlagen.

Da Eticho zeittypisch wie auch sein Großvater davon überzeugt war, dass die öffentliche Buße (medicamenta paenitentiae) eine göttliche Vergebung selbst schwerster Sünden möglich machen würde, suchte er ganz in Familientradition mit einer Klostergründung die Morde aus der Welt zu schaffen.

Eticho unterstützte zunächst im Anschluß an die Morde das elsässische Kloster Ebersmünster. Dieses war erst 667 vom heiligen Deodatus, dem irischen Apostel der Vogesen, mit Reliquien des heiligen Mauritius aus der Abtei Saint-Maurice mit Hilfe des Königs Chilperich II. gegründet worden. In einem Diplom vom 9. Februar 984 vermacht Eticho, von Theuderich III. bestätigt, dem Kloster umfangreiche Güter.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Berswinda gründete Eticho in den 680er Jahren in der Hohenburg auf dem Odilienberg ein Frauenkloster, in welcher er seine Tochter, die heilige w:de:Odilia, als Äbtissin einsetzte. Die heilige Adalsind unterstützte ihre Großnichte Odilie mit der Entsendung von Nonnen aus dem Doppelkloster Bèze beim Klosteraufbau. Der Odilienberg mit dem Kloster Hohenburg ist heute der bedeutendste Wallfahrtsort im Elsass.

Die heilige Adalsind verstarb im sehr hohen Alter von über 95 Jahren im Jahre 715 (nach anderer Meinung bereits 688).

Ereignisse[Bearbeiten]