Kliment von Ochrid

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Seitentitel: Geschichte der westslawischen Orthodoxie/ Die Frühzeit der westslawischen Orthodoxie/ Kliment von Ochrid

vgl. Artikel Kliment von Ohrid in der deutschsprachigen Wikipedia

vgl. Artikel Kliment von Ochrid in der Orthpedia

Quellen[Bearbeiten]

  • zwei Hauptquellen zum Leben des hl. Kliment von Ochrid:
    • Theophylakt von Ohrid (Erzbischof 1084 - 1107): житие на Климент (Leben des Kliment), es ist länger, ausführlicher und detailreicher
    • Demetrios Chomatenos (Erzbischof 1216 - 1236): Кратко житие на Климент Охридски (Das kurze Leben des Kliment), auch als Ochrid-Legende bekannt

Leben[Bearbeiten]

  • geboren um 840 in Makedonien, wahrscheinlich gebürtiger Slawe
  • frühzeitig Jünger des hl. Method, der in ihm den Eifer für die Missionierung in der slawischen Muttersprache weckte
  • kam mit Method und Kyrill nach Mähren
    • Nachdem sie dieses Willkommensgeschenk erhalten hatten, erfanden sie [Kyrill und Method] das slawische Alphabet, um die von Gott inspirierten Schriften vom Griechischen ins Bulgarische zu übersetzen und sicherzustellen, dass das göttliche Wissen an diejenigen weitergegeben wurde, die als ihre Schüler befähigt waren. Viele tranken aus dieser Quelle, und die gewählten und führenden Persönlichkeiten dieser Erleuchter des Volkes waren Gorazd, Kliment, Naum, Angelarios und Sava. Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), II 7
  • nach Methods Tod 885 hinderte dessen fränkischer Erzfeind Wiching seine Jünger daran, Methods Werk in Mähren fortzusetzen und den orthodoxen Glauben zu verbreiten
  • um die falsche fränkische Lehre des Filioque durchzusetzen, wurden viele inhaftiert und mißhandelt und dann als Sklaven verkauft, verbannt oder vertrieben
  • diese Verfolgungen dienten der Unterdrückung der slawischen Liturgie in ganz Mitteleuropa

885 erklärte der Erzbischof Method auf seinem Totenbett Gorazd zu seinem Nachfolger als Leiter der von ihm gegründeten Akademie und als Erzbischof. Dies wurde jedoch vom Papst nicht anerkannt und die Großmährische Kirche wurde dem ausgesprochenen Gegner des Slawischen Wiching, Bischof von Nitra, übergeben. Er bliebt zwar formal nur ein Bischof der slowakischen Hauptstadt Nitra und wurde nicht zum Erzbischof geweiht, wurde aber zum regierenden Metropoliten ernannt, was ausreichte, um die Schule zu zerschlagen, 886? seinen Hauptkonkurrenten Gorazd als Ketzer einzusperren und viele der Schüler Methods zu richten, selbst so prominente wie Clement und Naum. Andere wurden einfach abgeschlachtet, verdrängt oder versklavt. Insgesamt wurden 200 Geistliche verfolgt: Priester, Diakone und Hypodiakone. Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), VI 23

  • Gorazd und Clement sprachen öffentlich gegen das Filioque und erklärten zweimal die griechische Trinitätslehre: einmal für den fränkischen Klerus und das zweite Mal kurz für Svatopluk I., aber die Spannungen zwischen den Anhängern der Wichings und den Anhängern von Clemens und Gorazd nahmen eher noch zu
  • Swjatopolks Versuche, als Schiedsrichter aufzutreten, scheiterten auch an dessen Analphabetismus Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), X 32
  • daraufhin begannen die staatliche Verfolgung aller Schüler des Method, von etwa zweihundert Priestern und Diakonen - einige wurden in die Sklaverei verkauft, andere aus ihren Häusern vertrieben und geschlagen, während andere inhaftiert wurden
    • Wenn jemand nicht nach dem Bekenntnis der Franken glaubt, wird er ihnen verraten, damit sie mit ihm machen, was sie wollen. Svatopluk I. nach Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XI 33
    • Es war wirklich wie ein Waldbrand im Wind. Die Franken zwangen die Schüler des Methodius, sich einer falschen Lehre anzuschließen, und sie verteidigten den Glauben der Väter. Die ersteren waren zu allem bereit, die letzteren zu allem. Die Franken haben etliche unmenschlich grausam behandelt, andere ausgeraubt, und andere, die jenseits des Alters von David waren, nackt durch die Drehkreuze [Räder] gezogen. Sie, die des Schicksals und der Wut Judas würdig waren, verkauften die jüngeren Priester und Diakone an die Juden. Denn wie er Christus verkaufte, verkauften sie auch die Diener Christi, oder vielmehr seine Freunde, wie er sie selbst nennt , an die immer währenden Leiden (Hebräer 3: 8; Hesekiel 2,3). 15) und ich würde es wagen, sie als Gesalbte zu bezeichnen. Sie waren überhaupt nicht klein, weil der Altarstab [die Geistlichkeit] allein aus zweihundert Leuten bestand, wie wir sagten. Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XI 34
  • Theophylact gibt die Namen von fünf der Gefangenen an (XII 35) [(II 7) statt Laurentios (Lawrence) dann Sava (Sabas)]
  • die Protagonisten der slawischen Aufklärung wurden von dem und aus dem westlichen Klerus vertrieben und an die verschiedensten Orte verstreut
  • Gorazd entkam nach Polen, Kliment, Naum, Angelarios und Sabas flohen nach Bulgarien
  • Nach einem kurzen Aufenthalt im Gefängnis wurden Kliment und seine Gefährten von einer für Svatoplok I. zuständigen fränkischen Armeeeinheit zum Ewigen Exil verurteilt und in die Donauregionen eskortiert
  • Kliment und seine Gefährten hatten sich in dieser Situation "nach Bulgarien gesehnt, an Bulgarien gedacht und gehofft, dass Bulgarien bereit ist, ihnen Frieden zu geben"[1]
    • Die Bekenner Christi, die wussten, dass der Herr den Verfolgten befahl, aus einer solchen Stadt in eine andere zu fliehen (Mt 10,23), sehnten sich nach Bulgarien, dachten an Bulgarien und hofften, dass Bulgarien bereit war, ihnen Frieden zu geben. Aber sie würden es nicht erreichen können, wenn sie ihren Weg nicht verstecken würden. Sie versuchten, vor jedem Auge unbemerkt zu bleiben, Nahrungsmittel- und Kleidungsentzug zu ertragen und alle Arten von Katastrophen zu erdulden. Daher mussten sie sich auch nicht vor Trennung fürchten und sich in verschiedene Länder zerstreuen, und zwar nach Gottes Willen, damit mehr Länder in der Region das Evangelium annehmen konnten. Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XIV 43: Abfahrt nach Bulgarien.
  • Zusammen mit Naum und Angelarios erreichte Kliment die Donau und überquerte sie auf einem provisorischen Floß aus drei Bäume, verbunden mit Lindenblättern.
    • Clement nahm Naum und Angelarius mit und machte sich auf den Weg zur Donau. Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XVI 43
    • Sie fliehen vor der Flut der Ketzereien und werden durch göttliche Andeutungen durch Bäume gerettet. Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XVI 47
  • Im Winter 885-886 erreichten die drei Belgrad, das sich zu dieser Zeit in bulgarischem Besitz befand.
  • Gouverneur von Belgrad war seinerzeit Boritakan, ein Anhänger von Prinz Boris. Boritakan begrüßte sie sehr herzlich und sandte sie an Prinz Boris weiter, der sich lange nach solchen aufgeklärten und gebildeten Menschen gesehnt hatte. Als sie bei Boris ankamen, wurden sie mit großer Ehre empfangen. Die Zeit an Boris Hof war sehr fruchtbar und bildete die Grundlage für die spätere Erfolgsgeschichte der Schriftkultur im Ersten Bulgarischen Reich.
  • Wärend dieser Zeit nahmen die beiden Bojaren Eschach und Czeslaw die drei Schüler von Kyrill und Method von Saloniki in ihren Häusern auf
    • Deshalb ging einer der Bulgaren namens Eschach im Rang eines Sampsis zum Prinzen und bat ihn, den heilige Kliment und den heiligen Naum in seinem Haus empfangen zu dürfen. Er gab bereitwillig seine Zustimmung, weil sein Bittsteller sehr liebenswürdig war, sagte aber: "Nehmen Sie die Lehrer mit allem gebührenden Respekt auf, während wir sie umfassend auf das vorbereiten, was zu tun ist." Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XVI 50
    • Das Haus von Czeslaw wurde mit dem Besuch des Angelarios beleuchtet, weil der Prinz und sein Hofstaat erfreut waren, als er bat, diesen Lehrer zu empfangen. Aber Czeslaw konnte sich lange Zeit nicht an seiner Gegenwart erfreuen. Angelarius von Adrian lebte einige Zeit gern mit ihm, übergab dann aber seine Seele in die Hände des heiligen Engels. Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XVI 51
  • Aus kirchlichen und wie auch politische Überlegungen schickte Boris Kliment als Lehrer und Mentor für die örtliche Bevölkerung nach Kutmichevitsa und ernannte gleichzeitig den Adligen Dometa zum Gouverneur dieses Gebietes, welcher ihm gehorsam dienen sollte - Boris gab ihm den Befehl, den Lehrer mit aller Kraft in seiner edlen pädagogischen und christianisierenden Mission zu unterstützen und Boris befahl Dometa, drei Gebäude an Clemens zu übergeben, die sich durch Luxus auszeichneten, um sie für Schulen zu nutzen - das Zentrum des Gebiets befand sich in der Stadt Devol im heutigen Südalbanien -
    • Boris gab allen Bewohnern dieses Landes den Befehl, "den Heiligen mit Ehrfurcht anzunehmen, ihm reichlich und großzügig zu geben und ihn mit Geschenken und durch sichtbare Dinge zu ehren" ... Boris selbst schenkte dem Kliment drei Häuser in Devol, die sich durch ihren Luxus auszeichneten. Er gab ihm auch Rastplätze um Ohrid und Glavinitsa Theophylakt von Ohrid: житие на Климент (Leben des Kliment), XVII 53[2][3][4]
  • Angelarios starb kurz nach der Ankunft, und Naum blieb an Boris Hof
  • Als Wladimir Rassate starb und Simeon I. den Thron bestieg, wurde Naum als Lehrer nach Kutmichevitsa geschickt.
  • Als Bischof kümmerte sich Kliment um den Klerus und das Volk, predigte denjenigen, die noch nicht zum Christentum konvertiert waren, eröffnete Schulen, bildete neue Lehrer und Priester aus und schrieb Bücher
  • Kliment beschränkte sich aber nicht nur auf spirituelle und erleuchtende Tätigkeiten, sondern sorgte auch für den materiellen Wohlstand des gesamten Volkes - so holte er zum Beispiel Obstbäume aus Griechenland und verpflanzte sie in seinem Verantwortungsbereich
  • Kliment schlief kaum und arbeitete Tag und Nacht zum Wohle der Menschen und besaß alle positiven Eigenschaften eines Geistlichen. So stieg die Zahl seiner Jünger auf über 3500, viele von ihnen wurden Lehrer und Geistliche
  • Zuweilen arbeite Kliment für zwei: so unterrichtete er beim Bücher schreiben gleichzeitig noch Kinder.


Ochrid war nicht sein Bischofssitz, sondern der Ort der Verehrung seiner Reliquien. Erst unter Zar Samuel (980 bis 1014), der Ochrid zu seiner Hauptstadt machte, wurde die Stadt zum Bistum erhoben. Als das Gebiet des Bulgarenreichs, das ab dem 8. Jh. auf byzantinischem Boden entstanden war, um 1019 von den Byzantinern zurückerobert wurde, kam Ochrid wieder unter die Jurisdiktion des Patriarchats von Konstantinopel und entwickelte sich unter ihren griechischen Erzbischöfen zu einem blühenden Zentrum byzantinischer Zivilisation. Synaxarion, S. 638, Anm. 2.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche. In 2 Bänden. Gestützt auf die 6-bändige Ausgabe des Hl. Klosters Simonos Petra. Zweiter Band. März bis August. Kloster des Hl. Johannes des Vorläufers, Chania (Kreta) 2006, ISBN 960-88698-0-3, S. 638 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Александър Милев: Гръцките жития на Климент Охридски. София, Българска академия на науките, 1966.
  2. Kutmichevitsa und Kotoki sind geografische Begriffe, die nur im Leben von Kliment Ohridski verwendet werden. Balaschev glaubt, dass Kutmichevitsa ein großflächiges Gebiet ist, da es 12 Diözesen hat. Er betrachtet das Wort Gemeinde des Lebens als Diözese und nennt sogar die Namen dieser Diözesen. Für ihn befindet sich Kutmichevitsa auf einem Gebiet, das Kotoki gleicht. Tunitski glaubt, dass Kutmichevitsa eine große Fläche einnimmt, die dem dritten Teil des Fürstentums Boris entspricht. Nach Zlatarski und aufgrund der in den beiden Clemens-Leben (Ohrid, Glavinitsa und Devol) genannten geografischen Daten deckte Kutmichevitsa das Land vom Ohridsee im Westen im Bereich des Flusses ab, Devol und Shkumba das Land stromaufwärts und stromabwärts und zwischen den Flusseinzugsgebieten, Samen und Voyus den Unterlauf an die Adriaküste. Kutmichevitsa ist kleiner als Kotokie, und Boris hat es getrennt und Clement gegeben. Kutmichevitsa und Kotokie befanden sich im südwestlichen Teil des damaligen bulgarischen Staates. Kutmichevitsa deckte hauptsächlich das Ohrid-Tal ab.
  3. "Die Stadt Devol befand sich am gleichnamigen Fluss, wo der Fluss Devol seinen Lauf von Nordwesten nach Südwesten änderte und sich insbesondere dem Fluss Shkumba in der Nähe des Dorfes Gostima näherte, bei den nördlichen Ausläufern des Tomirit-Platzes, wo sich heute noch große Ruinen befinden. Snegarov hingegen glaubt, dass die Stadt Devol höchstwahrscheinlich in der Nähe von Korcha und Moskopopol, unweit des Malik-Sees lag.
  4. Tatsächlich ist Glavnica eine wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes, das auch vom Substantiv gebildet wird. Als V. Grigorovich 1845 Ohrid und seine Umgebung besuchte, gab es drei Siedlungen mit diesem Namen. Ihm zufolge befindet sich die im Leben des Kliment erwähnte Siedlung auf der Straße von Elbasan nach Duraco (V. Grigorovich, "Anforderungen an die glorreichen Apostel", ZHMNPr, 1847, 53, S. 26; das gleiche, "Reise ...", S. 104 ff.). Laut Tunitski kann zweifellos angenommen werden, dass sich diese Stadt im Südwesten Mazedoniens oder im Süden Albaniens befand ("Clemens, Bischof von Slowenien", S. 179). Nach Angaben der Stadt Zlatarski liegt Glavinica im Süden Albaniens, unweit des Flusses Gianitza, und nach Angaben von Snegarov - in der Nähe von Avlon ("Bulgarian High School Master ...", S. 273).