Geschichte des römischen Weltreiches/ Punische Kriege

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Punische Kriege[Bearbeiten]

Der Weg zur Auseinandersetzung zwischen Karthago und Rom[Bearbeiten]

Der hegemoniale Kampf im westlichen Mittelmeer besteht nicht nur aus dem Konflikt zwischen Karthago und Rom. Dass dieses schlussendlich der Hauptkonflikt ist, erklärt sich aus den drei Kriegen, welche beide austrugen. Doch wie war es zu diesem Konflikt gekommen? Im Vorfeld der Auseinandersetzung zwischen der phönizischen Kolonie Karthago und der Stadt Rom lag eine Zeit von gegenseitiger Interessensabgrenzung. So waren im dritten vorchristlichen Jahrhundert die Griechen auf Sizilien (Syrakus) die Hauptgegner von Karthago, da sie der Ausdehnung des Herrschaftsbereichs im Wege standen. Um sich abzusichern, schlossen die Punier sogar Verträge mit den Etruskern. Nach der Abschaffung der etruskischen Monarchie bemühte sich Karthago um Verträge mit Rom. Der erste dieser für Rom Prestige einbringende Vertrag wurde 503 v. u. Z. geschlossen.

Durch diesen Vertrag hoffte man in Karthago Rom zu binden, da man dort dem Aufstiegs Roms nicht tatenlos zusehen wollte. Dieser Vertrag, welcher 120 Jahre hielt, schuf gute Beziehungen zwischen beiden Staaten. Während dieser Zeit änderten sich die wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten im westlichen Mittelmeer (Karthagos Hauptfeind war immer noch Syrakus, während Rom nun mit den Kelten zu kämpfen hatte) entscheidend, so dass im Jahre 348 v. u. Z. zwischen beiden Mächten ein neuer Vertrag ausgehandelt wurde. Dieser neue Vertrag war zwar eine Erneuerung des alten, doch kamen für Karthago neue Vertragspartner (Tyros und Utica) hinzu. Es erfolgte eine Interessensabgrenzung und beide schlossen ein Bündnis gegen Syrakus.

Zirka 40 Jahre später hatte Karthago Syrakus besiegt und Rom die Vormachtstellung in Italien errungen. Nun wurde es wieder notwendig einen Vertrag abzuschließen. Diesmal war es ein politisches Abkommen, in dem vereinbart wurde, dass Rom Sizilien und Karthago Italien fernblieb. Hier schon zeichnete sich ein Interessenkonflikt ab: Die griechische Pufferzone in Süditalien. Rom und Karthago wurden immer mehr zu Kontrahenten. Im Jahre 278 v. u. Z. schloss man einen letzten Vertrag. Pyrrhus war in Süditalien eingefallen. Tarent und Syrakus sandten sowohl an Rom als auch an Karthago einen Hilferuf. Dadurch kamen beide Mächte noch einmal zusammen. Bei der gegen Pyrrhus gerichteten Aktion hatte Karthago Oberbefehl über die Flotte. Die bis dahin existierende Pufferzone ging durch die Eroberung beider verloren und der Konflikt trat offensichtlich zu Tage (um 266 v. u. Z.).

Erster Punischer Krieg[Bearbeiten]

Nachdem Magna Graecia unter römische Kontrolle gelangt war, stießen die Interessensphären Roms und Karthagos an der Straße von Messina aneinander. Karthago war allerdings nicht an Italien interessiert. Es wollte seine Besitztümer wahren und verbat sich die Einmischung der Römer auf Sizilien. Rom hatte sich, auf seine Kraft als Landmacht stützend, durch die Eroberung Süditaliens saturiert. Gleichzeitig übernahm man durch die eroberten Griechenstädte deren Karthago feindliche Stimmung. Es fehlte nur noch ein Auslöser für einen Kampf zwischen beiden: Den lieferte der seit ca. 20 Jahren bestehende Gegensatz zwischen Syrakus und Messana, welches kurz vor der Eroberung der Archimedesstadt stand. Hier nun intervenierte Karthago und unterhielt darauf hin eine Armee in der Stadt der Marmertiner.

Messana wollte seinerseits in das Bundesgenossensystem der Römer aufgenommen werden, und rief deshalb Rom zu Hilfe. Das Gesuch aus dem Süden löste im römischen Senat eine heftige Debatte aus. Zwar forcierte die Kriegspartei unter App. Claudius Caudex den Krieg mit Karthago, (»Roms Zukunft liegt im Süden.«) doch die Scheu vor einem Vertragsbruch verhinderte den Ausbruch. Im Senat bildete sich der Gegensatz zwischen der alten (Optimaten) und der neuen Aristokratie (Popularen). Nun wandte sich Caudex an die Vollversammlung. Diese folgte seinem Vorstoß und beschloss Messana mit zwei Legionen zu Hilfe zu kommen. Nachdem die Straße von Messana überschritten worden war, erzwang man den Abzug der Karthager.

Das Ultimatum der Punier ließ nicht lange auf sich warten. Doch Rom ignorierte dies und musste nun mit ansehen, dass Messana von der karthagischen Flotte belagert wurde. Zwar wurde versucht den Frieden zu retten, es kam aber zu keiner Einigung. Caudex eroberte zuerst das Gebiet der Marmertiner, danach Syrakus, welches sich ergab. Und nachdem man auch auf karthagisches Gebiet ausgegriffen hatte, kam es kaum noch zu entscheidenden Siegen. Die Römer erkannten, dass sie Karthago nicht nur mit Landkämpfen besiegen konnten. So entschloss man sich eine Flotte zu bauen. Als Modell diente eine gekaperte karthagische Quinquereme, ein massiv gebautes Kriegsschiff. Auf deren Grundlage schuf man die erste römische Flotte, welche mit dem Seesieg von Mylae (260 v. u. Z.) einen gebührenden Einstand feierte. Dieser Erfolg veranlasste Rom nun die karthagische Machtposition auf Sardinien und Korsika in Frage zu stellen, indem man dort römische Schiffe kreuzen ließ (259 v. u. Z.).

Drei Jahre später landen die Römer in Afrika. Im gleichen Jahr unterliegt Karthago erneut in einer Seeschlacht bei den Ägadischen Inseln. Damit einher geht die Festsetzung römischer Truppen am Kap Gon und die Unterwerfung einiger Städte im Osten Karthagos. Trotz dieser Erfolge scheiterte sowohl die Gewinnung der Numidier (als Verbündete) als auch der endgültige Sieg. Dies lag wohl auch an der unverhofft an die Karthager herangetretenen griechischen Söldner unter Xanthippos. Gemeinsam schlagen sie 252 v. u. Z. im Tal des Bagradas Rom, welches sich auf den eigentlichen Kriegsschauplatz (Sizilien) zurückzog.

Nach den Niederlagen übernahm 249 v. u. Z. Hamilkar Barkas in Karthago die militärische Führung. Um 245 v. u. Z. zeichnete sich ein Friedensschluss ab, da beide Seiten kriegsmüde waren. Doch sollte es noch einmal eine Schlacht und ein paar Jahre dauern bis der Krieg beendet war. Rom wollte mit seiner 243 v. u. Z. aufgestellten Flotte die Entscheidung erzwingen. Man gewann erneut bei den Ägadischen Inseln und nahm karthagische Städte (z. B. Lilybaeum) ein. Zwar konnte man Karthago von Sizilien vertreiben, es auf zehn Jahre Konstributionen verpflichten und die Machtposition zu Gunsten Roms verschieben, doch blieb Karthago auch weiterhin ein Machtfaktor.

Rom und Karthago zwischen den ersten beiden Punischen Kriegen[Bearbeiten]

Karthago hatte für den Ersten Punischen Krieg Söldnertruppen angeworben, welche nun nicht mehr bezahlt werden konnten. Dadurch kam es zu einem Söldneraufstand, der auch auf andere Bevölkerungsschichten übergriff. Hamilkar Barkas unternahm einige Angriffe auf Numidien. Dieses rief Rom zu Hilfe. Die Römer nutzten die politische Situation Karthagos aus und besetzte Sardinien und Korsika (238 v. u. Z.). Karthago konnte keinen Krieg führen und fügte sich so dem Vertragsbruch. Die Provinzen Sizilien (außer Syrakus), Sardinien und Korsika wurden nicht in das bestehende Drei-Säulen-System der herrschenden Ordnung eingefügt. Es wurde ein praetor provinciae eingesetzt – der Anfang der Provinzialverwaltung.

Rom unterwarf im Norden Italiens die Kelten, nahm sich ab 230 v. u. Z. dem Problem der Piraterie (Illyricum) an und errichtete ein Protektorat auf dem Balkan. In Karthago war die Lage weitaus schwieriger. Es wurde ein Ersatz für Sizilien gesucht. Alle politischen Parteien waren für die Aufrechterhaltung des Status quo, doch war man sich über die weiteren außenpolitischen Aktivitäten außerhalb der römischen Interessensphäre uneinig. Hier trat der Gegensatz zwischen Armee und alter Aristokratie hervor. Viele Kaufleute unterstützten die Armee unter Führung von Hamilkar Barkas.

Die Barkiden forcierten die Besiedlung der Iberischen Halbinsel (um Gades). Ab 237 v. u. Z. begann die Unterwerfung, erleichtert durch die Zersplitterung der Völker in Stämme, die dem straff organisierten Heer kaum Gegenwehr leisten konnten. Zwar wurde dieses Gebiet mehr der Machtbereich der Barkiden, als der Ersatz für Sizilien, doch gelang es ihnen durch politische und militärische Erfolge die politischen Gegner mundtot zu machen. Hamilkar war ständig um den Frieden mit Rom bemüht und sicherte durch den Erzabbau die pünktliche Bezahlung der Reputationen.

Durch die Politik Karthagos kam es zu Unstimmigkeiten mit Massalia. Massalia bat Rom um Hilfe, welches eine Gesandtschaft nach Spanien schickte, um die Meinungsverschiedenheit zu beseitigen. Nach Hamilkars Tod übernahm Hasdrubal, welcher in die Familie der Barkiden eingeheiratet hatte, durch Wahl der Armee die militärische Führung. Er gründete die Hauptstadt Spaniens: Carthago Nova. Im Jahre 226 v. u. Z. wurde der Ebrovertrag abgeschlossen. In diesem wurde die karthagische Einflusssphäre abgesichert, gleichzeitig durfte Karthago den Ebro nicht nach Norden hin überqueren. Nach Hasdrubals Tod übernahm Hannibal die Macht und setzte die Expansionspolitik seiner Vorgänger fort. Im Laufe der Zeit war die spanische Kolonie größer als das karthagische Mutterland. Um 220 v. u. Z. spitze sich der bis dahin vergessene Dualismus wieder zu, der wenig später im Zweiten Punischen Krieg enden sollte.

Hannibal ante portas! – Der Zweite Punische Krieg[Bearbeiten]

Ab 221 v. u. Z. wurde die Expansionspolitik Hannibals aggressiver. Besonders brüskiert davon war Saguntum, welches einen Freundschaftsvertrag mit Rom abgeschlossen hatte. Eine römische Gesandtschaft sollte die Spannungen beilegen, aber sie verschärfte sie nur. Daraufhin spitzte sich der Konflikt, der in der Belagerung und Zerstörung Saguntums gipfelte, zu. Rom stellte den Puniern ein Ultimatum. Es kam zum Krieg – hauptsächliche Ursache war die antirömische Einstellung Hannibals, aber auch der Eindruck Roms, dass die Grenze der Interessensphären, welche durch den Ebrovertrag (226 v. u. Z.) geschützt war, verletzt worden war.

Rom stürzte sich in einen Krieg, dessen Dimensionen es unterschätzte. Man nahm an, dass der Kriegsschauplatz wie im Ersten Punischen Krieg karthagisches Gebiet sei, und entsandte zwei Legionen nach Spanien. Diese wurden von Hannibal vernichtet. Hannibal seinerseits überraschte den Gegner, indem er ihn nicht über See angriff, sondern über die Alpen marschierte. Neben dem Effekt war auch der Aufstieg des Heeres zur gleichberechtigten Teilstreitkraft neben der Flotte dafür verantwortlich, dass man über Land angriff.

Im Juli 218 v. u. Z. überschritt er die Alpen und erreichte die Rhône im August, an der er auch auf die Römer traf (P. Cornelius Scipio). Der Alpenübergang erfolgte im September desselben Jahres. Der Punier kam zwar nur mit der Hälfte seines Heeres in Norditalien an, konnte aber seine Streitkräfte durch die zu ihm übergetretenen Kelten wieder verstärken. Hannibal richtete seine Politik auf die Aufspaltung des Bundesgenossensystems und auf die Isolierung Roms aus. Die Römer zogen sich in ihre norditalienischen Festungen (Cremona, Piacenza) zurück. Nun folgte es Schlag auf Schlag. Noch im gleichen Jahr schlug Hannibal die Römer am Ticinus. Durch die Niederlage des P. Cornelius Scipio mussten die Römer einsehen, dass Hannibal Italien zum Kriegsschauplatz machte. Dies gab Rom die Möglichkeit propagandistisch tätig zu werden (Befreiung der Italiker). Aber dies war erst der Anfang. Im folgenden Jahr schlug Hannibal die Römer am Trasimenischen See, was die Ausrufung des Notstandes in Rom zur Folge hatte. Q. Fabius Maximus »Cunctator« (Zögerer) wurde zum Diktator ernannt. Hannibal zog an der Adria entlang, vermied es aber gen Rom zu marschieren. Nachdem die Diktatur beendet war, suchte Rom den offenen Schlagabtausch, welcher durch Fabius Maximus nicht zu Stande kam, da er die ausgehobenen Legionen nicht gleich wieder verlieren wollte.

Die Konsuln L. Aemilias Paullus und C. Terentius Varro zogen nach Apulien um das karthagische Herr zu besiegen. Bei Cannae (216 v. u. Z.) musste Rom dann die größtmögliche Niederlage einstecken. Mit seiner Umfassungstaktik besiegte der Punier die letzten 21 Legionen. Rom war schutzlos! Da Hannibal hoffte, dass das Bundesgenossensystem nun auseinanderfiel, zog er nicht nach Rom. Gleichzeitig begann eine Hinhaltetaktik, die darauf abzielte, den Karthagern den Nachschubweg abzuschneiden. 215 v. u. Z. trat Makedonien auf die Seite Karthagos in den Krieg ein. Fortschritte wurden aber nicht erzielt, da der Staat in innergriechische Streitigkeiten verwickelt war. Mit dem Fall von Syrakus 212 v.Chr. wurde der Versorgungsweg beseitigt.

Spanien war bis dato nur Nebenschauplatz. Hier war der Kriegsverlauf sehr wechselhaft. Erst als P. Cornelius Scipio Africanus die militärische Führung übernahm, wendete sich das Blatt – um 206 v. u. Z. war Spanien erobert. Danach gewann Rom die Oberhand. Hannibal war in Bedrängnis. Auch ein Entsatzheer unter Hasdrubal konnte die Lage nicht verbessern. Nachdem sich der Senat für Africanus entschieden hatte, ging dieser 204 v. u. Z. zur Belagerung Karthagos über. Ein Hilferuf aus Karthago zwang Hannibal ein Jahr später zur Einschiffung. 202 v. u. Z. erzwangen die Römer die Entscheidung. Bei Zama schlägt Scipio Africanus Hannibal mit dessen eigener Umfassungstaktik. Ein Jahr später diktierte Rom den Frieden. Karthago wurde auf Afrika beschränkt (Verzicht auf Sardinien, Korsika, Sizilien und Spanien). Rom untersagte jede Kriegführung. Bis auf zehn Schiffe wurde die gesamte karthagische Flotte eingestampft. Alle Elefanten wurden aus dem Kriegsdienst verbannt. Der afrikanische König Massinisa wurde Verbündeter Roms und Aufseher über Karthago. Auch bestimmte Rom Karthagos Außenpolitik. Trotz dieser Restriktionen ist Rom noch zu einer Geste fähig: Alle Kriegsgefangenen werden ohne Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Nach dem Zweiten Punischen Krieg entwickelte sich das Imperium Romanum zu einer multikulturellen Gemeinschaft.

Der Untergang Karthagos[Bearbeiten]

Nach der Niederlage im Zweiten Punischen Krieg war die Macht der Barkiden innerhalb des karthagischen Reiches nicht gebrochen. Hannibal zog sich von seinen Feldherrenposten zurück und ging in die Politik. Dort war er mit massiven politischen Problemen konfrontiert. (Reparationszahlungen, Massinisa von Numidien) Seine Beliebtheit beim punischen Adel sank soweit, dass dieser ihn bei Rom anschwärzte. Doch war er an dieser Entwicklung nicht unbeteiligt. Denn schließlich schmiedete er ein Komplott mit Antiochos III. von Syrien gegen Rom. Bald hatte er das gesamte Vertrauen seitens des Adels verloren. Deshalb verließ er 195 v. u. Z. Afrika in Richtung Syrien, wo er antirömische Politik betrieb. Er wurde in der seleukidschen Flotte Heerführer und führte Krieg gegen Rhodos. Später verließ er Syrien und ging nach Bithynien. Auch dort wurde er abermals als Heerführer eingestellt und führte Krieg gegen Pergamon. Die Römer, wahrscheinlich verfolgt von der Vorstellung Hannibal könnte ein zweites Mal in Italien einfallen und dann erfolgreicher sein, forderten seine Herausgabe. Dieser kam Hannibal 183 v. u. Z. durch Selbsttötung (Gift) zuvor.

Um 190 v. u. Z. setzt durch Aufblühen des Handels eine Erholung des karthagischen Staatswesens ein. Das ging soweit, dass Karthago bereit war, seine gesamte Kriegsschuld auf einmal zurückzuzahlen. Dies lehnte Rom ab, wohl wissend, dass Karthago so von Rom abhängig blieb. Karthago erfüllte auch seine Bündnispflicht gegen die Seleukiden und steuerte der römischen Flotte sechs Schiffe bei. Was Karthago besonders zu schaffen machte, war die ständig, latent von Numidien ausgehende Gefahr. Traten Grenzstreitigkeiten auf, rief das Rom auf den Plan, welches meistens für Numidien stimmte. Durch die Expansionspolitik Massinissas von Numidien spaltete sich die politische Schicht Karthagos in Rom freundlich, Rom feindlich und in Verständigungswillige.

Nach erneuten Plünderungen Massinisas auf karthagischen Gebiet, schlug Karthago zurück. Diese Verletzung des Friedens von 201 v. u. Z. sah Rom als casus belli. Jetzt wandelte sich auch die Außenpolitik Roms. Kolonien mussten Rom direkt unterstehen anstatt ein Partner im Bündnissystem zu sein. Der römische Senat beschloss 150 v. u. Z. die Zerschlagung des karthagischen Reiches. Einer der glühensten Fürsprecher war Cato d. Ä. (»Ceterum censeo Carthaginesem esse delendam - Im übrigen bin ich dafür, dass Karthago zerstört werden muss!«). Die Scipionen hingegen befürworteten die bisherige Lösung. Im Senat setzten sich die »Radikalen« durch.

Ein Jahr später setzte sich eine römische Kriegsflotte in Richtung Karthago in Bewegung. Karthago versuchte alles um die Auseinandersetzung zu verhindern. Deswegen ging man auf alle Forderungen der Römer ein - bis auf die Herausgabe Karthagos. Das Jahr 149 v. u. Z. war der Beginn einer dreijährigen Belagerung Karthagos. Danach begann 146 v. u. Z. die sechstägige Eroberung der Stadt unter P. Cornelius Scipio Aemilianus. Von geschätzten 500.000 Einwohnern ergaben sich 50.000 den Römern. Sie wurden in die Sklaverei verkauft. Rom ließ die Stadt nach deren Eroberung schleifen und auf dessen Grund und Boden Salz ausstreuen um die Gegend unfruchtbar zu machen. Das karthagische Gebiet wurde die römische Provinz »africa prokonsularis« und spielte im Römischen Reich nur noch eine untergeordnete Rolle.