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Haltung von Süßwassergarnelen: Das Aquarium

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Ein Aquarium mit Gelben Garnelen (Yellow Fire), links im Bild ein Hamburger Mattenfilter

Die richtige Größe

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Grundsätzlich gilt: Je größer das Aquarium ist, umso stabiler ist es im ökologischen Sinne. Das bedeutet, dass es bei kleinen Aquarien schneller zu Algenbefall oder kritischen Wasserwerten kommt. Für Aquaristik-Einsteiger sind daher Becken mit einer Mindestgröße von 54l (60x30x30cm) zu empfehlen. Kleinere Becken benötigen mehr Erfahrung und Fingerspitzengefühl, sie sind deshalb eher etwas für fortgeschrittene Aquarianer.
Die richtige Beckengröße hängt natürlich auch vom Besatz ab. Manchmal werden Faustregeln wie "Eine Garnele pro Liter Wasser" angeführt. Diese sind aber mit Vorsicht zu genießen, da sie nur einen sehr groben Richtwert geben können. Immerhin gibt es zwischen den verschiedenen Garnelenarten auch wesentliche Größenunterschiede. Und gerade bei vermehrungsfreudigen Arten kann es durch Massenvermehrung schnell dazu kommen, dass auch in einem relativ kleinem Becken hunderte von Garnelen leben, was bei häufigen Wasserwechseln und guter Filterung auch noch kein Problem darstellen muss.

Das Becken einfahren

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Hat man sich für ein Becken und im Idealfall für den späteren Besatz entschieden, müssen sich nach dem Einrichten des Aquariums erst einmal nützliche (nitrifizierende) Bakterien im Aquarium und vor allem im Filter ansiedeln.Diese Bakterien wandeln, das durch Abbauprozesse im Wasser entstehende Ammonium, in einem ersten Schritt in Nitrit und anschließend in vergleichsweise ungefährliches Nitrat um.
Auch können frisch eingesetzte Pflanzen unerwünschte Pflanzenschutzmittel- oder Düngerreste abgeben, die oft von Wirbellosen nicht gut vertragen werden.
Daher gilt für unerfahrene Aquarianer eine Einfahrzeit von mindestens 2 besser 4 Wochen. In dieser Zeit sollte das leere Aquarium ab und an sparsam gefüttert werden, um die Bildung der Bakterien in Gang zu bringen. Ebenso kann das Aquarienwasser, oder gezielt das Filtermaterial mit einer Bakterienkultur (Fachhandel) angeimpft werden. Eine ebenfalls sehr gute Möglichkeit, sein neues AQ "einzufahren" besteht darin, sich von einem Freund/Bekannten etwas "schmutziges" (eingefahrenes) Filtermaterial "auszuborgen" und dieses im AQ-Wasser auszuwaschen. Die dabei entstehende Trübung des Wassers verschwindet relativ schnell und die "Einfahrzeit" kann unter Umständen verkürzt werden.
Zusätzlich kann man nach ca. einer Woche auch anspruchslose Schnecken wie Posthornschnecken, Turmdeckelschnecken oder Blasenschnecken einsetzten, falls diese nicht eh schon als blinde Passagiere mit den Pflanzen in das Aquarium gelangt sind. Die Ausscheidungen der Schnecken regen ebenfalls das Wachstum der Mikroorganismen im Aquarium an. Außerdem können die Schnecken in gewissen Grenzen auch als Bioindikator fungieren, denn wenn nicht einmal anspruchslose Schnecken im Aquarium überleben, sollte erst einmal davon abgesehen werden Garnelen hinein zu setzten. Was aber nicht heißen soll, dass nur weil Schnecken in einem Aquarium überleben, Garnelen dies auch tun werden.
Außerdem ist es ratsam während der Einfahrzeit das Wasser regelmäßig mit einem handelsüblichen Tröpfchen-Test auf vorhandenes Nitrit testen. Erst wenn dieses nicht mehr nachweisbar ist, kann man mit dem eigentlichen Besatz des Beckens beginnen. Hierbei sollte aber nicht sofort mit einem Maximum an Tieren eingesetzt werden, da dies das labile Gleichgewicht in einen frisch eingefahrenen Aquarium gefährden würde. Besser ist es zum Beispiel erst ein mal 10 Garnelen von einer Art ein zusetzten und dann ein paar Wochen später geeignete Fische oder eine zweite Garnelenart. Je nachdem wie der geplante Besatz aussieht, sollte also den Besatz in Etappen erfolgen, die jeweils ein paar Wochen auseinander liegen.

Aquarientechnik

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Filtersysteme

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Filter dienen im Aquarium zum einen dazu, kleine Schwebeteilchen aus dem Wasser zu ziehen. Zum anderen sorgen Bakterien im Filtermaterial dafür, das bestimmte Stoffe im Wasser abgebaut werden und sich ein ökologisches Gleichgewicht einstellt. Im Filter kommen verschiedene Filtermaterialien zum Einsatz, wie feine Filtermatte, Vlies oder Filterwatte.

Grundsätzlich wird zwischen biologischem, mechanischem und speziellem Filter unterschieden.

Beim biologischem Filter werden gelöste Stoffe durch Bakterien verarbeitet und so dem Nährstoffkreislauf im Aquarium zugeführt. Bei der mechanischen Filterung werden vor allem Schwebstoffe aus dem Wasser entfernt. Bei speziellen Filtermedien wird mit dem Filtermedium versucht bestimmte Werte zu ändern. Die meisten Filter arbeiten mit biologischer und mechanischer Filterung, wobei je nach Art unterschiedlich gut in den jeweiligen Kategorien gefiltert wird. Ein Hamburger Mattenfilter zum Beispiel arbeitet fast ausschliesslich biologisch und muss fast nie gereinigt werden um die Schwebstoffe heraus zu spülen. Ein Innenfilter nimmt weit mehr Schwebstoffe auf und ist nach kurzer Zeit "dicht" und muss gereinigt werden, wodurch allerdings viele der schadstoffabbauenden Bakterien vernichtet werden.

Spezielle Filtermedien befinden sich zu meist in Kombination mit einem mechanischen oder biologischen Filtermedium.
Beispiele wären:

  • Aktivkohle: Entfernt Giftstoffe und Medikamentenrückstände.
  • Torf: Säuert das Wasser an und gibt Gerbstoffe ab.
  • Aktiver Soil: Entzieht dem Wasser Härte und senkt den PH-Wert.

Techniken der Wasserbewegung

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Luftheber
Bei einem Luftheber handelt es sich um ein senkrecht angebrachtes (Plastik-) Rohr in L-Form von ca. 16-25 mm Durchmesser an dessen unterem Ende die durch eine Membranpumpe erzeugte Luft eingeleitet wird. Die aufsteigenden Luftblasen erzeugen dabei einen Sog, welcher das Wasser sozusagen mitreißt. Am oberen Ende (welches waagerecht zur Wasseroberfläche weist) verlässt das Wasser und auch die Luft das Rohr. Dabei können u.U. sehr unangenehme "Blubber"- Geräusche entstehen. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, den Auslass des Lufthebers etwa auf Höhe des Wasserspiegels zu positionieren um diese Geräusche etwas einzudämmen. Der Luftheber ist ebenfalls "garnelenfreundlich", denn selbst wenn sich Garnelennachwuchs durch das Filtermedium "verirren" sollte, gibt es keine schnell rotierende Kreiselpumpe, welche ihm gefährlich werden könnte. Er würde einfach wieder zurück ins Aquarium gespült.

Der entscheidende Nachteil des Lufthebers ist die Lautstärke. Während Kreiselpumpen meist völlig geräuschlos arbeiten (höchstens ein fast nicht hörbares Resonanz-Brummen von sich geben), ist das Blubbern der Luftblasen deutlich zu hören und kann besonders Nachts beim Schlafen stören. Der Vorteil ist, dass mehrere Aquarien mit einer Membranpumpe (entsprechender Leistung) betrieben werden können. Die Gesamtkosten für die Ausstattung mehrerer Aquarien sinkt somit.

Luftheber kommen daher gerne in Zuchtanlagen und Hobbyräumen mit vielen Aquarien zum Einsatz, welche üblicherweise nicht gleichzeitig Schlafraum sind.

Eine durchaus erwähnenswerte Weiterentwicklung der "normalen" Luftheber sind jene nach tschechischer Bauart, sogenannte Tschechische Luftheber (TLH). Auf Grund ihrer Konstruktion haben sie bei vergleichbaren Ausgangswerten einen entscheidend höheren Wirkungsgrad. Auch sagt man ihnen nach, nicht so sehr zu "blubbern", wie ihre "normalen" Verwandten.

Kreiselpumpe

Kreiselpumpen haben gegenüber dem Luftheber den Vorteil, dass sie in der Regel weitaus leiser sind. In der Aquaristik haben sich Springbrunnenpumpen bewährt. Ein Nachteil ist, dass solch eine Pumpe durch ihre Ansaugschlitze Garnelennachwuchs einziehen kann und zerhackt. Hinter einem Mattenfilter ist diese Gefahr bei einer feineren Filtermatte minimal, bei einem als Strömungspumpe eingesetzten Gerät natürlich weit aus höher. Abhilfe schafft hier ein feines Netz (z. B. Damenstrumpf), der über den Wassereinlass platziert wird. Natürlich muss dieser Schutz regelmäßig gereinigt werden.
Die Einlässe von Außenfiltern können auch mittels Filterpatronen aus feinem Filterschwamm gesichert werden, die einfach über das Ansaugrohr gezogen werden.

Innenfilter

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Innenfilter

"Normale" Innenfilter werden im Handel meist mit kleineren Komplettaquarien angeboten. Sie beinhalten eine kleine Kreiselpumpe, die das Wasser durch eine Filterpatrone ansaugt. Diese Patrone muss (je nach Verschmutzung, spätestens aber, wenn die Leistung des Filters erheblich nachlässt) herausgenommen und gereinigt werden.

Neben den klassischen, motorbetriebenen Innenfiltern gibt es noch einige Sonderformen, die gerade bei Garnelenhaltern sehr beliebt sind, da sie als "garnelensicher" gelten und somit keine Gefahr für die Garnelen und deren Nachwuchs darstellen. Diese Sonderformen werden im Folgenden näher beschrieben.

Hamburger Mattenfilter

Hamburger Mattenfilter, Schema

Der Hamburger Mattenfilter (HMF) stellt neben dem Lufthebefilter wahrscheinlich die "garnelenfreundlichste" Variante von Innenfiltern dar. Das Prinzip ist eine Filtermatte, die sich innerhalb des Aquariums befindet.Gängige Bauformen des HMF sind flächig, vor einer Seitenscheibe angebrachter HMF und in einer Ecke installierte Eck-HMF. Sehr verbreitet sind HMF in Form von "Viertel-Kreisen", welche in einer (hinteren) Ecke des Aquariums platziert werden (siehe Abbildung). Sie schließen mit den Glaswänden ab und erzeugen so einen Raum, in dem sich eine Pumpe und andere Technikgeräte (z.B. Heizung) befinden. Die Pumpe (Luftheber oder Kreiselpumpe) befördert das Wasser durch ein kleines Loch hinaus ins Aquarium. Dadurch fließt Aquarienwasser in den HMF nach und strömt dabei durch die Filtermatte.

Durch seine große "bioaktive" Oberfläche filtert der HMF das Aquarienwasser besonders effizient. Seine Filterfläche liegt zudem frei im Aquarium, so dass Garnelen dort nach Nahrung suchen können. Außerdem sind HMF sehr wartungsarm. Mitunter können sie Jahre im Aquarium funktionieren, ohne auch nur einmal gereinigt worden zu sein.

Bei der Neueinrichtung eines HMF ist auf die richtige Dimensionierung zu achten. Entscheidend für die Filterwirkung ist nämlich die Durchströmgeschwindigkeit und die Anzahl der Umwälzungen des Beckeninhalts pro Stunde. Man sollte die Pumpenleistung so wählen, dass der komplette Beckeninhalt ungefähr zweimal pro Stunde durch den Filter gepumpt wird. Mattengröße und Pumpenleistung sind so aufeinander abzustimmen, dass sich eine Durchströmung von 5-10cm/Minute ergibt. Berechnungstools und weitere Informationen gibt es z.B. auf der Seite www.deters-ing.de.


Schwammfilter
Der Schwammfilter ist ein seit Dekaden erprobter, sehr einfacher aber effektiver Filtertyp. Ein Filterschwamm der mit einem Rohr zu einem Luftheber verbunden ist, wird meist direkt im Becken platziert und durch diesen wird das Wasser gezogen. Für Garnelen sind diese in der Regel sehr gut geeignet da sie zusätzlich zum Filtern auch einen Weidegrund für die Garnelen darstellen die den Bakterienrasen abfressen. Ein weiterer Vorteil ist der günstige Preis, einfache Modelle sind schon für unter fünf Euro erhältlich.

Bodenfilter

Bodenfilter

Beim Bodenfilter wird das Bodensubstrat als biologischer Filter genutzt. Mittels Filterplatten die Unter dem Bodengrund sind entsteht ein Hohlraum über der Aquarienscheibe über den das Wasser wieder hoch ins Aquarium transportiert wird, um dann wieder langsam durch den Bodengrund zu sickern. Besonders bei sehr feinem Bodengrund besteht die Gefahr der sogenannten Kanalbildung, bei der das Wasser nur durch einige Kanäle fließt, weil der Bodengrund bis auf diese Ausnahmen zugesetzt ist. Da meist nur das Steigrohr und gegebenenfalls die Pumpe zu sehen sind, fällt ein Bodenfilter kaum auf. Besonders beliebt sind Bodenfilter in Becken mit aktivem Bodengrund ("Soil") der genutzt wird um anspruchsvolle und empfindlichen Bienengarnelen zu halten.

Außenfilter

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Leider belegt ein Innenfilter auch einiges an Platz innerhalb des Aquariums, als Alternative können auch Außenfilter genutzt werden. Diese befinden sich, wie der Name schon sagt, außerhalb des Aquariums. Sie sind in der Regel über Schläuche mit dem Aquarium verbunden und können so auch beispielsweise in einem Schrank unter dem Aquarium untergebracht werden. Der Vorteil gegenüber Innen- und Rucksackfiltern liegt hierbei bei dem deutlich größeren Filtervolumen. Nachteil ist ein erhöhtes Risiko eines Wasserschadens.
Eine Sonderform unter den Außenfiltern sind Rucksackfilter, diese werden an das Aquarium angehängt und nur der Ansaugstutzen ragt ins Aquarium. Allerdings ist der Einsatz bei AQ mit geschlossener Abdeckung (wie die meisten Komplett-Sets) nicht oder nur nach entsprechender "Modifizierung" des Deckels möglich. Ein weiterer Nachteil von Rucksackfiltern ist das relativ geringe Filtervolumen.

Filterreinigung

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Erst, wenn durch den Filter fast kein Wasser mehr durchkommt, sollte man ihn reinigen. “Dichte” Filtermatten kann man unter dem Wasserhahn bei Aquarientemperatur auswaschen, oder in einem Eimer mit Aquarienwasser. Die Reinigung sollte nicht mit heißem Wasser geschehen und auch nicht zu gründlich sein, da die Bakterien erhalten bleiben sollen. Reinigungszusätze dürfen nicht verwendet werden, klares Wasser reicht völlig aus. Während der Einfahrzeit sollte der Filter so selten wie möglich saubergemacht werden, am besten gar nicht.[1] [Anmerkung 1]
Es ist ungünstig gleichzeitig den Boden und den Filter eines Aquariums zu reinigen, da hierdurch das Mikroklima im Aquarium stark beeinträchtigt wird.

Filtermaterialien

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Schaumstoff: Schaumstoff lässt sich in verschiedenen Porengrößen (ppi) leicht im Handel bekommen, ist wasserneutral und bietet eine große Oberfläche für Bakterien
Tonröhren: Tönröhrchen werden in der Regel für die biologische Filterung genutzt.
Filterwatte: Filterwatte wird meistens in Aussen oder Innenfiltern verwendet um als Vorstufe Schwebstoffe zu entfernen.
Aktiver Soil: Dieser Bodengrund besteht aus gebranntem Ton und zeichnet sich dadurch aus, dass er die Wasserchemie beeinflusst. Ähnlich wie Ionenaustauscherharze bindet er Härtebildner und senkt den pH-Wert. Lässt die Wirkung nach, muss er getauscht werden.

Sand: Wird in Bodenfiltern und Fließbettfiltern eingesetzt und hat eine große Oberfläche.

Beleuchtung

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Bei der Beleuchtung werden häufig Leuchtstoffröhren eingesetzt. Die Verbreitung von Quecksilberdampflampen, auch „HQL-Lampen“ genannt, nimmt heute ab, da Halogenmetalldampflampen, auch „HQI-Brenner oder die moderneren HCI-Brenner“ genannt, bei gleicher Leistung eine höhere Lichtausbeute und wesentlich bessere Lichtqualität bieten. Für Becken über 50 cm Höhe sind HQI-Brenner empfohlen, da die Lichtstärke mit zunehmender Tiefe schnell abnimmt. Einen besonderen Reiz versprühen diese beiden letzteren Leuchtmittel durch ihren punktförmigen Lichtaustritt (anders, als bei der langgestreckten Leuchtstoffröhre). Dies führt insbesondere bei einer stärkeren Oberflächenbewegung des Wassers zur sogenannten Kaustik, wie man sie vom Tauchen kennt.

Speziell auf die Aquaristik abgestimmte Leuchtstoffröhren ermöglichen die Simulation verschiedener Lichtverhältnisse (z. B. natürliches Tageslicht, Tropensonne, Beleuchtung mit erhöhtem Blauanteil zur Simulation einer Meereswassertiefe). Durch die Auswahl der Beleuchtungs-Spektralfarben wird sowohl das Wachstum von Wasserpflanzen (erwünscht) und Algen (meist unerwünscht) beeinflusst. Röhren mit erhöhtem Rot- und Blauanteil werden gezielt zur Verstärkung der Sichtbarkeit der roten, orangen und blauen Farbtöne von Fischen und Korallen eingesetzt, fördern aber auch das Algenwachstum. Am häufigsten werden Beleuchtungen mit Vollspektrum eingesetzt, die dem Sonnenlicht ähnliche Farbverhältnisse schaffen. Der Einsatz von elektronischen Beleuchtungssteuerungen ermöglicht die zeitgesteuerte Einstellung verschiedener Lichtstimmungen (Farbe, Helligkeit) und Simulation von Sonnenauf- und -untergängen. Im Regelfall ist aber die Steuerung der Beleuchtung über eine einfache Zeitschaltuhr ausreichend. Wenn Fische gehalten werden, ist lediglich ein Tag-Nacht-Wechsel notwendig. Wasserpflanzen benötigen eine Beleuchtungsdauer von 8 bis 12 Stunden, die durch eine Beleuchtungspause unterbrochen werden kann.

Die Aquarienbeleuchtung wird häufig in die Aquarienabdeckung integriert. Sie muss den dort herrschenden Feuchtraumbedingungen widerstehen und eine Gefährdung durch elektrischen Stromschlag bei Arbeiten am Aquarium ausschließen. Um unnötige und erhebliche Energieverluste durch Verdunstung zu vermeiden, sollte in jedem Fall eine Aquarienabdeckung verwendet werden.

Aus ästhetischen Gesichtspunkten, aber auch zur Beobachtung des Verhaltens nachtaktiver Tiere setzen sich zunehmend Moonlight-Beleuchtungen durch, die nach Abschaltung der Hauptbeleuchtung ein schwaches bläuliches Mondlicht simulieren. Diese Effektbeleuchtungen werden mit LEDs oder Kaltkathodenröhren geringer Leistung realisiert. Die Wirkung auf das nächtliche Verhalten der Fische ist umstritten. Einerseits ist eine absolute Finsternis unnatürlich und kann Stress bei den Tieren auslösen, andererseits kann zu helles „Mondlicht“ verhindern, dass die Tiere zur Ruhe kommen. Vereinzelt wird von verbessertem Laichverhalten unter Moonlight-Beleuchtung berichtet.

Mittlerweile können LED-Röhren die T5- und T8-Leuchtstoffröhren teilweise ersetzen. Wasserpflanzen benötigen für ihre Photosynthese zwar das gesamte Lichtspektrum, verwerten aber bevorzugt den roten (um 700 nm) und in geringerem Maße den blauen (um 450 nm) Spektralbereich. Weiße Leuchtdioden emittieren auch in diesem Spektralbereich. Durch Einsatz von LED-Röhren kann der Beleuchtungsenergiebedarf um ca. 30% gegenüber der Leuchtstoffröhre gesenkt werden.[2]
Vorsicht ist gegenüber Leuchten geboten die keine Lichtstärke angegeben haben. Manche LED-Leuchtmittel haben nur 30 Lumen pro Watt, ein Wert der selbst von vielen T8-Röhren mit je nach Modell bis zu 60 Lumen pro Watt weit überschritten werden kann und noch dazu bei günstigerem Preis.
90-100 Lumen pro Watt sind derzeit im preislich noch erschwinglichen Bereich möglich und sollten nicht unterschritten werden wenn jemand Energie sparen möchte. Ansonsten können T5-Röhren mit elektronischem Vorschaltgerät durchaus als Alternative durch ihren geringeren Grundpreis heran gezogen werden.

Heizung

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Bei der Frage, welche Heizung für das Aquarium geeignet ist, muss man zunächst einige Vorüberlegungen anstellen. Zuerst stellt sich die Frage, ob unsere Garnelen überhaupt ein Warmwasserbecken brauchen. Viele Garnelen kommen aus gemäßigten Breitengraden und können auch bei Zimmertemperatur gut gehalten werden. Befinden sich Mitbewohner im Becken die erhöhte Temperaturen benötigen, so kann man natürlich innerhalb gewisser Grenzen das Becken aufheizen. Eine verkürzte Lebensdauer der Garenlen, aufgrund des durch die höhere Temperatur beschleunigten Stoffwechsels, muss dann aber in Kauf genommen werden.

Dann stellt sich die Frage, welche Wassertemperatur erreicht werden soll. Das hängt natürlich von den Garnelenarten ab, die man im Aquarium halten möchte. Gehen wir davon aus, dass die gewünschte Wassertemperatur 26°C beträgt, so ergibt sich die benötigte Heizleistung zu ca

  • 0.5 Watt pro Liter Wasser, bei 20°C Umgebungstemperatur. (Geheizter Raum)
  • 1 Watt pro Liter Wasser, bei 10°C Umgebungstemperatur. (Ungeheizter Raum)

Es folgt ein Überblick über die verschiedenen Bauformen von Aquarienheizungen:

Heizstab

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Ein Heizstab

Vorteile:

  • relativ kostengünstig
  • besitzen meistens einen eingebauten Regler
  • lassen sich leicht hinter einem HMF verbergen

Nachteile:

  • sollte bei größeren Wasserwechseln und dadurch folgendem Herausragen des Heizstabes aus der Wasseroberfläche ausgeschaltet werden, da es sonst zu einer Überhitzung und somit Schädigung des Heizers kommen kann
  • möglicherweise Beeinträchtigung der Optik
  • Tiere können sich verbrennen

Kabelheizer

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Kabelheizer sind wasserdichte Heizdrähte, die in Schlangenlinienform im Bodengrund verlegt werden.

Vorteile:

  • Durchflutung des Bodengrundes durch aufsteigendes warmes Wasser, und somit Vermeidung von Fäulnis.
  • Gutes Pflanzenwachstum

Nachteile:

  • relativ teuer
  • meistens ungeregelt, oder mit externem Regler
  • bei Defekt muss das ganze Becken leer gemacht werden

Heizmatte

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Eine Heizmatte ist eine von Heizdrähten durchzogene Kunststoffmatte, die unter das Aquarium gelegt wird. Ihre Vor- und Nachteile entsprechen etwa der des Kabelheizers, allerdings ist sie aufgrund von stärkeren Wärmeverlusten an die Umgebung bei weitem nicht so effizient, wie ein innerhalb des Aquariums verlegter Kabelheizer. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Bodenplatte platzen kann, was bei Aquarien zu nicht unerheblichen Schäden führen kann. Aufgrund dessen werden Heizmatten überwiegend nur für Terrarien verwendet.


Kühlung

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Vor allem in den Sommermonaten ist es manchmal nötig ein Becken zu kühlen. Besonders die Bienengarnelen vertragen keine zu hohen Temperaturen. Durch die höhere Wassertemperatur kann das Wasser nicht mehr so viel Sauerstoff binden, und die Tiere bekommen nicht mehr genug. Die Beckenbewohner versuchen in dem Falle das meist sauerstoffreichere Wasser der oberen Schichten zu erreichen. Oft verlassen die Garnelen sogar das Becken und hocken oben an der Scheibe halb oder ganz an der Luft, nur von einer dünnen Wasserschicht befeuchtet.

Kommt es soweit ist Handeln angesagt!

Kurzfristige Linderung:

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Oxidatoren

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Oxidatoren senken nicht die Wassertemperatur, sondern erhöhen den Sauerstoffgehalt anderweitig. Da die maximal gelöste Menge des Sauerstoffs im Wasser von dessen Temperatur abhängt, kann Wasser nur bis zu diesem Maximum Sauerstoff lösen. Oxidatoren spalten Wasserstoffperoxid (H2O2) katalytisch in Wasser (H2O) und atomaren Sauerstoff (O). Der atomare Sauerstoff kann Schadstoffe oxidieren oder mit sich selbst zu molekularem Sauerstoff (O2) reagieren, der den Sauerstoffgehalt des Wassers erhöht und somit für die Atmung zur Verfügung steht.

Ausschalten der Beleuchtung

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Vom Becken kann zumindest kurzfristig die Beleuchtung ausgeschaltet werden, um die Wärmebildung zu reduzieren.

Beutel mit Eis / Eiswasser

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Beutel mit Eis oder Eiswasser werden geschlossen ins Aquarium gelegt und senken die Temperatur direkt.

Bewegung in die Wasseroberfläche bringen:

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  • Filterauslass auf die Wasseroberfläche plätschern lassen
  • Membranpumpe mit Sprudelstein einbringen

Dauerhafte Linderung

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Elektrische Lüfter

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Ein elektrischer Lüfter bläst permanent über die Wasseroberfläche und sorgt so, für eine erhöhte Verdunstung und somit Kühlung. Vorteile:

  • wartungsarm wenn mit Temperaturregler ausgestattet
  • genau

Nachteile: Wenn nicht selbst gebaut, relativ hoher Anschaffungspreis

Techniklose Aquarien

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Techniklose Aquarien werden ohne Filter, Heizung oder sonstige der oben beschriebenen Gerätschaften betrieben. Teilweise wird auch noch von einem techniklosen Aquarium gesprochen, wenn das Aquarium lediglich beleuchtet wird. Ein (Garnelen-)Aquarium ohne Heizung zu betreiben, stellt im Prinzip kein Problem dar, da viele der gängigen Zwerggarnelenarten aus eher gemäßigten Breiten stammen und auch niedrige Temperaturen vertragen.
Wesentlich schwieriger ist es, ein Aquarium ohne Filter zu betreiben. Denn in filterlosen Becken muss der gesamte Schadstoffabbau von den Organismen im Becken bewältigt werden. Oft kommen techniklose Becken nicht ohne häufige Wasserwechsel aus, durch die versucht wird, den fehlenden Filter zu ersetzen.
Zur Haltung von Garnelen oder auch Fischen sind derartige Aquarien nur bedingt geeignet. Wer mit dem Gedanken spielt, ein technikloses Aquarium zu betreiben, sollte sich im Klaren darüber sein, dass solche Becken viel Fingerspitzengefühl erfordern und nichts für Anfänger sind. Alles was in einem "normalen" Aquarium von der Technik im Lot gehalten wird, muss der Aquarianer selbst regeln.
In Aquarien ohne Technik sind viel geringere Besatzdichten einzuhalten, als in gut gefilterten Becken. Im Vergleich zu herkömmlichen Aquarien sind sie die wahren "Miniökosysteme".

Einrichtung

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Pflanzen

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Die Bepflanzung eines Wirbellosen-Aquariums unterscheidet sich nicht groß von der eines Beckens, welches mit Fischen besetzt werden soll. Jedoch sind auch hier einige Punkte zu beachten, um den zukünftigen Bewohnern ein schönes Zuhause zu bieten.

Wie beim Fisch-Aquarium ist auf ein ausgewogenes Verhältnis von schnell und langsam wachsenden Pflanzen zu achten. Bei der Ersteinrichtung sollte der Anteil der schnell wachsenden Pflanzen größer sein als der der langsam wachsenden Pflanzen. Da bei der Neueinrichtung noch keine natürlichen Bakterienkulturen vorhanden sind, gibt es zunächst einen Überschuss an Nährstoffen. Diese werden durch die schnell wachsenden Pflanzen aufgenommen und somit werden Probleme wie ein “Umkippen“ des Wasser oder vermehrtes Algenwachstum verhindert. Nachdem das Becken eingefahren ist und alle Pflanzen gut angewachsen sind, kann der Anteil der schnell wüchsigen Pflanzen reduziert werden.

Als besonders gute Rückzugsmöglichkeit für Junggarnelen empfehlen sich verschiedene Moosarten. Auch ältere Tiere bevorzugen es, wenn genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sind und sie nach der Häutung einen sicheren Platz vorfinden. Beim Einsatz von Moos im Aquarium ist zu bedenken, dass dieses nur sehr langsam wächst und nur wenig Nährstoffe aufnimmt. Aquarien, die zu Beginn nur mit Moosen eingerichtet werden, können also unter einer vermehrten Algenbildung leiden.

Unbedingt zu beachten ist beim Neukauf von Pflanzen, dass diese ausreichend gewässert werden. Aquarienpflanzen werden sehr oft mit großen Mengen von Dünger und Pestiziden behandelt, um schnell und frei von Schädlingen zu wachsen. Aus diesem Grund ist es ausdrücklich zu empfehlen, die Pflanzen in einem Gefäß über mehrere Tage zu wässern. Das Wasser, in dem die Pflanzen liegen, sollte anfangs mehrmals am Tag gewechselt werden und im weiteren Verlauf täglich. Somit werden schädliche Stoffe an das Wasser abgegeben und können nicht in das Aquarium gelangen. Um ebenfalls unerwünschten Bewohnern wie z. B. Planarien vorzubeugen, können die Pflanzen in Mineralwasser mit Kohlensäure gelegt werden.

Die Pflanzen werden im Handel häufig mit bestimmten Techniken zusammengehalten bzw. groß gezogen. Dinge wie Steinwolle, Plastiktöpfe oder mit Blei ummantelter Schaumstoff müssen vor der Einbringung in das Aquarium von den Pflanzen entfernt werden.

Tipp: Die Steinwolle lässt sich am besten unter fließendem Wasser mittels einer Pinzette entfernen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Wahl der Bepflanzung liegt in deren Bedürfnissen. Allgemein lässt sich sagen, dass besonders farbintensive Pflanzen auch höhere Ansprüche an ihre Umgebung stellen. Hiermit sind Anforderungen an das Licht, das Wasser und Nährstoffe gemeint.

Licht

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Früher wurde als für die meisten Pflanzen ausreichend eine Leistung der Beleuchtung von 0,4 Watt pro Liter Wasser angegeben. Um die Stärke der Beleuchtung zu errechnen, bediente man sich folgender Formel: . Diese Formel bezog sich allerdings auf Leuchtstoffröhren und ist inzwischen auch bei diesen veraltet, da je nach Modell Unterschiede von bis zu 100 % zu anderen Leuchtmitteln bestehen.

Bei zu schwacher Beleuchtung beginnen lichthungrige Pflanzen zu verkümmern. Symptome können zum Beispiel löchrige Blätter sein. Manche Pflanzen bevorzugen eher ein schattiges Plätzchen, manche erfordern sogar Starklichtbecken.

Es gibt auch einzelne Pflanzenarten, die lediglich in weichem Wasser gedeihen. Auch dies sollte beim Kauf beachtet werden.

Düngung der Pflanzen
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Bestimmte Wasserpflanzen benötigen sehr viele Nährstoffe, um ihre ganze Schönheit zu entfalten. Dies kann nur durch den Einsatz von Düngern erreicht werden. Allerdings kann zu viel Dünger das Algenwachstum erheblich beschleunigen, wenn durch den Dünger plötzlich zuviele ungebundene Nährstoffe im Wasser sind. Außerdem muss speziell bei Wirbellosen darauf geachtet werden, dass diese den Dünger auch vertragen, da Wirbellose anders auf den Dünger reagieren als Fische (z.B. sind sie deutlich empfindlicher gegenüber manchen Metallen wie z.B. Kupfer).

Den Dünger gibt es in verschiedenen Formaten, wie z.B.:

  • Düngerkugeln
  • Düngerbodengrund der unter den eigentlichen Beckengrund eingebracht wird
  • Flüssigdünger
  • CO2-Düngung

Die einzelnen Systeme bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile sowie Risiken. Wem es in erster Linie um die Haltung von Garnelen und nicht so sehr um gärtnerische Tätigkeiten im Unterwasser-Dschungel geht, der kann auch getrost auf jegliche Düngung verzichten. Es gibt genügend Pflanzen, die auch ohne zusätzliche Düngung gut wachsen. Der Verzicht auf Dünger bietet den großen Vorteil, dass jegliches Risiko, den Garnelen mit falschem oder falsch angewendetem Dünger zu schaden, gleich null ist.

Kohlendioxid CO2
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Kohlendioxid ist ein Stoffwechselprodukt der meisten Lebewesen. Es einsteht wenn Tiere zur Energiegewinnung organische Verbindungen wie beispielsweise Zucker unter Zuhilfenahme von Sauerstoff verstoffwechseln. Bei der Photosynthese der Pflanzen wird unter Lichteinfluss aus CO2 und Wasser wiederum Zucker und Sauerstoff gebildet.

Es ist möglich, den CO2 Gehalt des Wassers mit CO2-Anlagen zu kontrollieren. Für die Garnelenhaltung ist die Versorgung des Wassers mit CO2 aber nicht relevant. Für Garnelen ist es sogar besser, wenn man mit einem Sprudelstein oder durch starke Bewegung der Oberfläche möglichst viel Sauerstoff in das Wasser einbringt und Kohlendioxid austreibt. Der pH-Wert lässt sich auch über andere Wege, teilweise sogar zuverlässiger, beeinflussen.

Im Bezug auf die reine Garnelenhaltung, ohne gärtnerische Ansprüche, ist eine fehlende CO2-Anlage eine ausgeschlossene Fehlerquelle.

Anlagen
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Gerade wenn auf üppiges Pflanzenwachstum Wert gelegt wird, ist eine ausreichende Versorgung der Pflanzen mit Kohlendioxid erforderlich. Deshalb haben in den letzten Jahren CO2-Anlagen immer größere Verbreitung gefunden. Diese CO2-Anlagen dienen der gezielten Versorgung der Pflanzen mit dem von ihnen benötigten Kohlendioxid. Als Nebeneffekt senken sie in weichem Wasser den pH-Wert, da das eingebrachte CO2 mit dem Wasser zu Kohlensäure reagiert, die leicht saure Eigenschaften hat. In hartem Wasser mit hohem Kalkgehalt ist dieser Effekt nicht so stark, weil Kalk durch die Reaktion mit Kohlensäure eine puffernde Wirkung auf den pH-Wert hat.

Will man dennoch das Aquarium mit zusätzlichem CO2 versorgen, muss man bedenken, dass nachts die Pflanzen kein CO2 verbrauchen, sondern selber Kohlendioxid ans Wasser abgeben. Daher sollten CO2-Anlagen über eine Nachtabschaltung verfügen. In zu großen Konzentrationen wirkt CO2 erstickend auf Tiere. Wenn man ohne Sinn und Verstand Kohlendioxid ins Wasser pumpt, kann man die Bewohner damit sogar töten. Gerade Anfänger sollten sich daher möglichst genau über die Anwendung von CO2-Anlagen informieren, bevor sie solch ein Gerät an das Aquarium anschließen.

Düngung mit Bio CO2 Anlagen
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Diese Anlagen erzeugen den wichtigen Pflanzennährstoff auf biologische Weise: Zucker wird durch Hefepilze vergoren, als Stoffwechselprodukt entsteht dabei unter anderem CO2. Es ist möglich, solche Anlagen im Fachgeschäft zu kaufen. Im Internet findet man aber auch zig Bastelanleitungen, um sich das ganze selbst zu bauen. Auch die Nährlösung kann man mit einfachen Hausmitteln selbst herstellen.

Diese Anlagen eignen sich vor allem für kleine Aquarien. Da es sich um einen biologischen Prozess handelt, ist die Produktion auch recht unregelmäßig. Die ersten Stunden entsteht kein CO2, nach einigen Tagen entsteht sehr viel CO2, danach nimmt die Produktion ab bis schließlich nach ein paar Wochen der Zucker vollkommen vergoren ist. Dem gegenüber steht der unschlagbare Preis, der simple Aufbau sowie die Tatsache, dass solche Anlagen für kleine Aquarien tatsächlich ausreichen.

Ein sehr simpler Aufbau (siehe dazu auch die Grafik nebenan) sieht folgendermaßen aus:

  • Gärflasche: In dieser befindet sich die Gärlösung, also im einfachsten Fall Zucker, Wasser und Hefe
  • Blasenzähler: Das Gas aus der Gärflasche blubbert in den Blasenzähler, hier ist es möglich zu zählen, wieviele Blasen pro Minute entstehen
  • Flipper und Paffrathsche Rinne: Diese befinden sich im Aquarium und sorgen dafür, dass sich das CO2 im Wasser löst

Es gibt natürlich noch viele Möglichkeiten, die Anlage zu verbessern und z.B. mit Rückschlagventil oder Waschflasche auszustatten.

Düngung mit Gasflaschen
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Hierbei gibt es die Möglichkeit, entweder wiederbefüllbare Flaschen oder Einwegflaschen zu verwenden. Auch die Regelung ist deutlich einfacher als bei Bio CO2 Anlagen.

Laub im Aquarium

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Herbstlaub
Red Bees beim Abweiden eines Blattes

Laub oder besser Herbstlaub wird in Garnelenaquarien gerne eingesetzt. Die Blätter erfüllen folgende Funktionen:

  • Sie sind dekorativ:

In der Natur fallen auch Blätter in Gewässer aller Art und Größe. Wie Wurzeln und Steine können sie die Aquarienlandschaft beleben. Und erzeugen einen natürlichen Eindruck.

  • Sie dienen als Versteck:

Garnelen ziehen sich gerne mal zurück. Ein paar Blätter können da schon eine zusätzliche stressfreie Zone bilden.

  • Sie ergänzen die Ernährung:

Die Laubblätter werden von Mikroorganismen besiedelt, welche die Blätter zersetzen. Garnelen fressen anfangs hauptsächlich diese Mikroorganismen sowie anderen Aufwuchs (Algen). Wenn das Blatt dann komplett eingeweicht ist, fressen Garnelen aber auch das Blatt selbst, übrig bleibt zum Schluss nur noch das Blattgerippe.

  • Manche Laubsorten verändern geringfügig die Wasserchemie:

Dies liegt daran dass manche Laubsorten Huminsäuren enthalten und diese an das Wasser abgeben. Huminsäure kann die Karbonathärte abbauen.Eine Wirkung, die in der Aquaristik schon länger durch den Einsatz von Torf oder Erlenzäpfchen genutzt wird. In weichem Wasser wirkt sich das stärker aus als in hartem Wasser. In hartem Wasser ist er Effekt weniger stark, da in hartem Wasser einfach zu viele Minimale sind, als das sie allein von der eher schwachen Huminsäure zerstört werden könnten.

  • Sie wirken geringfügig gegen Bakterien und Pilze:

In Garnelenbecken nicht unwichtig, da hier die Verwendung z.B. kupferhaltiger Mittel tödlich wäre.

Verwendet werden vorwiegend getrocknete, saubere, chemie- und schimmelfreie Blätter von Seemandelbaum, Walnuss, Buche und Eiche. Seemandelbaumblätter sollten vor dem Trocknen schon verfärbt sein, Walnussblätter werden grün getrocknet aber auch, wie Eiche und Buche als braune Herbstblätter verwendet. Die Blätter können im Becken verbleiben, bis nur noch das Blattgerippe übrig sind.

Erlenzapfen

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Erlenzapfen

Erlenzapfen senken den pH-Wert in dem sie Huminsäuren abgeben. Dabei trübt sich das Wasser bräunlich wie schwarzer Tee. Gleichzeitig kann die Karbonathärte (KH) und die Gesamthärte (GH) sinken während der Leitwert leicht ansteigt. Aquarianer und auch viele Garnelenhalter benutzen Erlenzäpfchen oft, um Verpilzungen von Gelegen sowie bakteriellen Erkrankungen vorzubeugen und das Wasser leicht anzusäuern. Auch mögen einige Tiere dunkleres weniger durchsichtiges Wasser.

Garnelen werden Erlenzäpfchen eher als einen Platz ansehen, an dem sie nach Futter suchen, da die meisten Arten in einem weiten pH-Bereich um den Neutralpunkt (ph=7,0) anzutreffen sind.

Dekoration

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Als Dekoration eignen sich im Grunde alle Dinge, welche keine giftigen Stoffe an das Wasser abgeben. Da das Aquarium ja meistens "natürlich" aussehen soll, empfiehlt es sich, bei der Dekoration auch auf "natürliche" Dinge zurück zu greifen. Das können z.B. Moorkien- oder Mangrovenwurzeln sein, welche gerade am Anfang nicht unerhebliche Mengen an Huminsäure an das Wasser abgeben. Das ist aber im Grunde sogar recht nützlich, einzig die damit verbundene "Braun-Färbung" des Wassers wird von manchen Aquarienfreunden als störend empfunden. Um dies zu vermeiden oder wenigstens etwas einzugrenzen, kann man neue Wurzeln vor dem Einbringen in das Becken ausreichend wässern. Dabei ist evtl. mehrmals das Wasser zu wechseln. Auf den Wurzeln siedeln sich innerhalb kurzer Zeit Bakterien an, welche von den Garnelen begeistert "abgeweidet" werden. Auch kann man auf die Wurzeln verschiedene Moose aufbinden, z.B. mit Nylonschnur oder einem Haarnetz. Mit der Zeit wachsen die Moose auf den Wurzeln fest, was sehr natürlich aussieht.

Viele Steinarten (z.B. Kiesel, Schiefer, Lava...) können ebenfalls hervorragend zu Dekorationszwecken verwendet werden. Allerdings sollten sie keine metallischen Einschlüsse haben oder lösliche Stoffe wie Kalk enthalten, die sich auf die Wasserchemie auswirken können.

Allerlei "Plastik-Kitsch" (Schlösser, Piratenschiffe, Totenschädel, ...) schadet zwar (zumindest nach derzeitigem Kenntnisstand) nicht unbedingt den Aquarienbewohnern, sollte aber für Aquarien geeignet sein, damit keine Weichmacher und Giftstoffe ins Wasser gelangen. Wenn nun doch unbedingt dieser eine besondere Dekorationsgegenstand aus dem Spielzeugladen ins Becken soll, bietet der Handel für Süß und Meerwasser geeignet Epoxydharze an, mit denen die Oberflächen versiegelt werden können. Den Tieren ist es wahrscheinlich egal, ob sie sich in einer versunkenen Burg oder einem porösen Lavastein verstecken. Allenfalls sollte bei sich mit Luftperlen öffnenden Schatztruhen und Krokodilmäulern beachtet werden, dass diese beim auf- und zuklappen das eine oder andere Tier einklemmen oder gar zerquetschen können.

Nicht empfehlenswerte Dekorationsgegenstände

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Bestimmte Einrichtungsgegenstände haben schon häufiger zu Problemen geführt bzw. werden verdächtigt, das ein oder andere Garnelensterben verursacht zu haben. Es folgt eine kurze Übersicht, die aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Mopani-Wurzeln

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Sie stehen unter Verdacht, teilweise für Garnelen giftige Stoffe an das Wasser abzugeben. Anscheinend werden sie im Herkunftsland mit Schwermetallen oder Insektiziden kontaminiert, die durch Sandstrahlen des Holzes kommen. Dies muss aber nicht der Fall sein. Man kann auch Glück haben und eine Mopani-Wurzel erwischen, die den Garnelen nicht schadet. Wer sich nicht auf sein Glück verlassen will, sollte lieber auf diese Wurzeln verzichten.

Bambus

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geschnittene Bambusstangen

Manche Bambusarten enthalten giftige Blausäure. Bambus wird auch oft mit Insektiziden behandelt. Manchmal zersetzt er sich recht schnell im Aquarium und belastet so das Wasser. Deshalb ist Bambus nur bedingt für Aquarien geeignet. Es gibt aber auch Imitate aus Kunststoff oder Keramik die man benutzen kann um den selben optischen Efekt zu erreichen.

Halbedelsteine, Schmucksteine, Mineralien

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verschiedene Schmucksteine

Viele "Halbedelsteine" und Quarze sind völlig unbedenklich, andere enthalten Verbindungen, die sich im Wasser lösen können und die Garnelen dann vergiften. Ohne mineralogische Vorkenntnisse ist es für den Laien leider oft sehr schwer, die gefährlichen von den ungefährlichen Steinen zu unterscheiden. Bei schönen bunten Steinen sollte man daher immer Vorsicht walten lassen. Wenn man den Namen des Steins bzw. Minerals kennt, reicht oft ein kurzes Nachfragen in einem einschlägigen Internet-Forum, um Gewissheit zu erhalten. Absolut Tabu sind alle Arten von Erzen, da diese mit Sicherheit Schwermetalle an das Wasser abgeben.

Kalkgestein

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Kalkhaltige Gesteine sind für Garnelenauqarien ungeeignet da viele Garnelenarten weiches, leicht saures Wasser bevorzugen. Unter diesen Bedingungen löst sich Kalk aus den Steinen was dazu führt, dass das Wasser aufgehärtet wird und der pH-Wert ansteigt. Besonders oft wird in Zoogeschäften sogenanntes Lochgestein angeboten, das ebenfalls sehr kalkhaltig ist[3]. Diese Steine sind zwar prinzipiell aquariengeeignet. Bei den Wasserwerten, wie sie in vielen Garnelenaquarien angestrebt werden aber kontraproduktiv.
Ob ein Stein kalkhaltig ist, lässt sich relativ einfach feststellen, indem man etwas Säure (z.B. Essigessenz oder Batteriesäure fürs Auto) auf den Stein tröpfelt. Wenn es zum Schäumen kommt ist der Stein kalkhaltig und sollte nicht unbedingt in Aquarien für Weichwasser liebende Garnelen wie Reed Bees gelegt werden.

Souvenirs aus dem Meer oder vom See

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Oft sieht man in Aquarien Dinge wie Korallenstücke oder Meeresmuscheln liegen. Ob diese Art der Dekoration zu einem Süßwasseraquarium passt, sei hier mal dahin gestellt. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Allerdings neigen diese Dinge auch dazu Kalk und andere Salze an das Wasser abzugeben. Da aber viele Garnelenarten eher weiches Wasser bevorzugen das teilweise auch aufwändig hergestellt werden muss, sind Korallen und Schneckenhäuser im Garnelenaquarium kontraproduktiv. Es sei auch angemerkt, dass viele Korallen und Meeresschnecken streng geschützt sind. Auch wenn man sie nur am Strand gefunden hat, kann es bei der Einfuhr großen Ärger mit dem Zoll geben.

Gegenstande aus Süßgewässern (Seen, Teiche Flüsse etc.) bieten immer die Gefahr, dass man sich damit ungebetene Gäste wie Planarien, Libellenlarven oder ähnliches einschleppt, auf Wurzeln und Steine aus dem Badesee sollte man daher lieber verzichten oder sie vorher trocknen und zu behandeln.

Einzelnachweise

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  1. Anfänger-FAQ www.crustahunter.com (abgerufen am 16.Februar 2012)
  2. Übernommen aus de.wikipedia.org/Aquarium abgerufen am 05.02.2012
  3. Hans J. Mayland - Süßwasser-Aquarium 1995, Bassermann

Anmerkungen

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  1. Der Ausgangstext dieses Abschnittes wurde freundlicher weise zur Verfügung gestellt von Ulli Bauer