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Haltung von Süßwassergarnelen: Haltungsformen

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Haltungsformen

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Sie spielen also wirklich mit dem Gedanken, sich Garnelen zu halten - eigentlich nicht weiter verwunderlich. Die Frage ist jetzt nur: in welcher Form halte ich mir die Garnelen? Vielleicht haben Sie ja auch schon ein Becken und möchten, aus welchen Gründen auch immer, auf ein weiteres Becken verzichten (wobei man als Aquarianer wohl nie genügend Becken haben kann - lediglich zu wenig Platz, Geld oder Zeit)? Im folgenden möchten wir also nun einen Blick auf die möglichen Haltungsarten legen:

  1. Das Artenbecken - Nur Garnelen einer Art
  2. Das Garnelenbecken - Garnelen verschiedener Arten
  3. Das Gesellschaftsbecken - Hier finden sich Garnelen zusammen mit anderen größeren Aquarienbewohnern (z.B. Fische oder Krebse)
    1. Die Garnele als Reinigungskraft - Wenn die Garnele nur als Mittel zum Zweck genutzt wird
  4. Das Zuchtbecken - Becken, die speziell auf die Nachzucht von Garnelen ausgelegt sind

Die Einrichtung eines Beckens wird in einem separaten Kapitel behandelt.

Artenbecken

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Artenbecken mit Red-Fire-Garnelen (5 sichtbar, aber kleines Suchspiel)

Im Artenbecken finden sich nur Garnelen einer bestimmten Art, diese Haltungsform ist für die Nachzucht oder den Erhalt des Erstbesatzes wahrscheinlich die Günstigste. Durch das Ausbleiben von Fressfeinden, Futterkonkurrenten oder Stressoren vermehren sich die Garnelen in aller Regel ganz gut, wenn die äußeren Rahmenbedingung stimmen. Des Weiteren bleibt hier die typische Färbung eines Stamms erhalten (mehr dazu unter Garnelenbecken).

Garnelenbecken

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Garnelenbecken mit Yellow-Fire- und Amano-Garnelen (nicht sichtbar)

In einem Garnelenbecken befinden sich nicht nur eine, sondern mehrere unterschiedliche Garnelenarten. Dies ist, zumindest bei den Süßwasserzwerggarnelen, in der Regel problemlos möglich, ohne dass es zu Streitereien kommt (entsprechendes Platz- und Rückzugsangebot vorausgesetzt). Dies entspricht oft dem Wunsch nach farblicher Abwechslung im Becken. Man muss hierbei aber aufpassen, dass sich die verschiedenen Arten im Becken nicht untereinander kreuzen können (siehe Kreuzungstabelle im Kapitel Zucht), ansonsten ist es über kurz oder lang sehr wahrscheinlich, dass man bräunliche Garnelen bekommt. Bei Arten, die sich nicht untereinander kreuzen können, ist dieses Risiko nicht gegeben, allerdings kann es sein, dass sich früher oder später eine der beiden Arten gegen die Andere durchsetzt, wenn diese z.B. schwieriger in der Vermehrung ist.

Gesellschaftsbecken

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Gesellschaftsbecken mit Diskusen und Neons, leider ohne Garnelen

Man kann Garnelen auch mit Fischen und anderen Aquarienbewohnern wie z.B. Krebsen halten. Hier ist jedoch ein besonderes Feingefühl erforderlich, damit alle Tiere gesund und friedlich zusammen leben können. Um absehbaren Frust von vornherein zu vermeiden sollten man beachten das Garnelen zwar nicht ausschließlich, aber doch viel Zeit am Boden verbringen. Es wäre daher eine schlechte Idee die Garnelen zu Fischen zu setzen die sich nur in Bodennähe aufhalten, das bringt dann nur unnötigen Stress für beide. Um die Chancen für den Nachwuchs zu erhöhen sollte es ausreichend Versteckmöglichkeiten, z.B. in der Form von Bodenpflanzen, Blättern oder Höhlen geben. Auch schadet es nicht, sich vorher über die Fressgewohnheiten verschiedener Fischarten zu informieren, es ist schade und ärgerlich, wenn plötzlich alle Garnelen zu (teurem) Fischfutter geworden sind.

Garnele als Reinigungskraft

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Ernährt sich gerne von Algen: Amano-Garnele

Hat Ihr Krankenhaus auch Aquarien? Schauen Sie mal rein. Sehr häufig finden sich in solchen "öffentlichen" Aquarien nämlich auch gewisse Garnelenarten. Dies liegt daran, dass die Garnelen, zumindest manche unter ihnen, einen sehr guten Ruf als Reinigungskolonne haben. Deshalb werden sie manchmal auch ganz speziell als "Beiwerk" für das Beckenklima gehalten, ohne dass die Garnele im Vordergrund stehen würde.


Wie bei allen Vorurteilen sollten wir die Sache zuerst skeptisch betrachten und uns fragen: stimmt das denn wirklich?

Nun, es stimmt, dass Garnelen omnivore Lebewesen (d.h. Allesfresser) sind und daher auch Algen, Aas und altes Blattlaub verwerten und so das Klima im Becken aufwerten. Allerdings machen ein paar Garnelen aus einem verwahrlosten Becken auch kein glänzendes Nobelbecken. Es gibt also eine Arbeitsteilung, die Garnelen kümmern sich um die kleinen Reinigungsaufgaben, der Halter/die Halterin um die Großen.


Als besonders zuverlässiger Algenfresser unter den Zwerggarnelen hat sich die Amanogarnele hervorgetan. Sie ist ein bisschen größer als die meisten anderen Zwerggarnelen und vermehrt sich im Aquarium selbst praktisch nicht (näheres dazu unter Zucht). Für ein ohnehin gewartetes Becken also sicherlich eine angenehme Bereicherung, allerdings kein Allheilmittel!

Zuchtbecken

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Junge White-Leg-Garnele (Penaeus vannamei) frisst ein Sojapellet, in einem nicht eingerichteten Aufzuchtbecken

Das Zuchtbecken sei hier nochmal als Sonderform des Artenbeckens erwähnt. Es ist meist Teil einer mehr oder weniger großen Zuchtanlage und ist nur eine Zwischenstation (Andernfalls handelt es sich wohl eher um ein klassisches Artenbecken). Die Zuchtbecken sind in aller Regel eher spärlich eingerichtet, zum einen erleichtert es den Überblick über den Bestand des Beckens und zum anderen natürlich das Einfangen von Jung- oder Muttertieren. Da die Jungtiere winzig klein sind (ca. 1-2mm) ist hier bei der Beckeneinrichtung speziell darauf zu achten, dass die kleinen Tiere nicht getötet werden. De Facto haben sich in diesen Becken Lufthebefilter durchgesetzt, da diese keine beweglichen Teile haben, die den Tieren gefährlich werden könnten. Auf Zuchtbecken wird im Kapitel Zucht näher eingegangen.