Heimwerkerhandbuch/ Tapezieren/ Raufasertapete

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Die Rauhfasertapete ist die am weitesten verbreitete Tapete in Deutschland. Sie ist sehr preiswert und lässt sich relativ einfach verarbeiten. Die Rauhfaser besteht in der Regel aus drei Schichten: einer etwas stärkeren Unterschicht auf der später der Kleister aufgetragen wird, eine aus kleinen Holzspähnen (in verschiedenen Stärken erhältlich) bestehenden Mittelschicht und einer etwas dünneren, geringfügig helleren Oberschicht, die später mit Farbe gestrichen wird.

Raufasertapete

Beim Tapezieren geht man wie folgt vor:

Benötigtes Werkzeug[Bearbeiten]

  • Nahtroller
  • Tapezierbürste
  • Tapeziertisch
  • Kleistermaschine oder Bürste zum Einkleistern
  • Tapetenschere und Cuttermesser
  • Metermaß
  • Farbrolle mit Teleskopstab
  • Pistole für Acrylkartuschen
  • Haushaltleiter
  • Kleine Bohrmaschine oder Schrauber mit Rührer
  • Heizkörperpinsel
  • Wasserwaage
  • Bleistift

Material[Bearbeiten]

Wandbeschaffenheit[Bearbeiten]

Zunächst muss der Untergrund frei von alten Tapeten sein (siehe Tapeten entfernen), ebenso müssen sämtliche Unebenheiten und Löcher entfernt sein (spachteln). Die Wände und Decken sind meist mit Gipsputz versehen, oder bestehen aus Beton. Beides sind stark saugende Untergründe und müssen vorbehandelt werden. Dazu wird mit der Farbrolle Tiefengrund oder Kleister aufgetragen. In seltenen Fällen ist der Untergrund bereits gestrichen. Dann muss die Tragfähigkeit getestet werden. Dazu nimmt man ein Cuttermesser oder eine Stielspachtel und ritzt die Testfläche an. Splittert dabei die Farbe merkbar ab, so ist sie nicht mehr tragfähig und muss abgeschliffen werden. Ist der Untergrund mit Lack bestrichen oder nimmt keine Feuchtigkeit auf, so ist mit Makulatur oder Spezialgrundierung vorzubehandeln.

Tapezieren[Bearbeiten]

Vorarbeiten[Bearbeiten]

Vor Beginn des eigentlichen Tapezierens nimmt man die Wasserwaage mit deren Hilfe man an der größten Wand mit dem Bleistift einen vertikalen Strich zieht, ausgehend von der linken Ecke im Abstand von etwa 30-40 cm. An dieser Linie wird die erste Bahn rechts angepasst. Danach wird die Höhe der Wand gemessen (In Wohnräumen allgemein ca 250 cm). Zur gemessenen Höhe mindestens 10cm hinzugeben. Kontrolliere, ob sämtliche abstehenden Tapetenreste entfernt und alle Löcher verspachtelt sind.

Grundieren[Bearbeiten]

Saugende Untergründe wie Gips und Beton sind vorab zu grundieren. Hierzu nimmt man entweder handelüblichen Tiefengrund oder Tapetenkleister. Dieser wird am besten mit kurzfaserigen Farbrollen aufgetragen und trocknen gelassen. In seltenen Fällen gibt es wasserabweisende Untergründe, für die eine Spezialbehandlung erforderlich ist.

Tapeten vorbereiten[Bearbeiten]

Die Tapeten werden nun auf dem Tapeziertisch auf die entsprechende Länge, rechtwinkelig zugeschnitten. Die Bahnen danach vollflächig mit reichlich Kleister (Kleistermaschine ggfs. einstellen) auf der dafür vorgesehenen Seite (bei der Rauhfaser die etwas dunklere) einkleistern. Die bekleisterten Bahnen dann von einem Ende zu einem Drittel der Bahnlänge deckend zusammenklappen (mit der Hand darüberstreichen, damit Kontakt entsteht) die restlichen 2 Drittel ebenso hälftig falten und die gesamte Bahn zu einem handlichen Teil zusammenlegen. 5-10 Minuten an einem anderen Ort liegenlassen.

Tapeten anbringen[Bearbeiten]

Nachdem die Tapeten ausreichend Zeit zum Einweichen hatten, jetzt von der Decke ab rechts von der vorab gezogenen Linie bündig anpassen. Mit der Hand die Tapete verziehen und mit der Tapezierbürste die Flächen glätten. Große Blasen ausbürsten (kleinere sind nach dem Trocknen nicht mehr vorhanden). Tapete dann an den Enden oben und an den Seiten mit dem Nahtroller kräftig nachrollen. Mit den weiteren Bahnen so wie vorher beschrieben verfahren und darauf achten, daß die Stösse bündig sind und nicht überlappen! Nicht über Zimmer-Innenecken tapezieren, da dort sonst Hohlräume entstehen und durch die niemals völlig im Lot befindlichen Ecken die Tapetenbahnen eine immer schiefer werdende Ausrichtung erhalten. Statt dessen Tapete wie gehabt anbringen und in den Ecken abschneiden. Überstehende Tapete an Decke und Boden abschneiden. Der Fachmann reißt die Rauhfaser ausschließlich (d.h. mit Hilfe einer großen Flächenspachtel die noch nasse Tapete abreißen). Man sieht dann nach dem Überstreichen keine Schnitte mehr und hat einen erheblichen Zeitvorteil.

Nacharbeiten[Bearbeiten]

Wenn der Raum fertig tapeziert ist, nunmehr alle Eckenanschlüsse mit Acryl ausspritzen. Dazu die Kartusche in die dazugehörende Pistole geben und einen durchgehenden Streifen in die Ecken spritzen. Mit dem nassem Finger nachziehen und ggfs. mit einem genässten Heizkörperpinsel nachbearbeiten.

Wichtig[Bearbeiten]

Während des Tapezierens und der Trocknungsphase Fenster unbedingt geschlossen halten, da sonst die Nahtstellen sich öffnen und die Tapete stellenweise keine Haftung erhält.


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