Information: Wo

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Wo steckt Information?[Bearbeiten]

Fangen wir mit der Erklärung des Begriffes Information zunächst mit leicht einsehbaren Aussagen aus dem heutigen Alltagsleben an.

Information im praktischen Alltag[Bearbeiten]

In einer Zeitung steckt Information

Information steckt in der Verwendung der Sprache, in der Schrift, in Büchern, auf Tonbändern, auf Disketten, in Zeitungen, im Rundfunk, im Fernsehen, in gemalten Bildern, in Fotos, in Verkehrszeichen, in der Farbe, in der Form, in der Temperatur, in der Mimik, in der Telefonleitung, im Funkverkehr, im Erbgut, in den Nervenströmen, im Geschmack, im Geruch und in vielem anderen.

Dabei ist ein wichtiger Aspekt, von wem und unter welchen Voraussetzungen die jeweilige Information betrachtet wird. Information ist nicht immer objektiv. Verschiedene Betrachter können ein und dieselbe Information sehr unterschiedlich interpretieren. Mein Videorecorder kann mit dem Film nichts anfangen: dazu bedarf es eines Bewusstseins. Erst ein Beobachter kann einer Gegebenheit Sinn verleihen und sie damit zur Information machen. Sinn hat sie für ihn, wenn sie etwas ermöglicht: Ein Kochrezept macht ein bestimmtes Gericht möglich. Und anschließend ist die Information, die im Resultat steckt, das auf dem Teller liegt, für jeden unterschiedlich: Der Geschmack einer Speise wird stark vom subjektiven Hungergefühl beeinflusst. Auch der Spruch: "Jede Medaille hat zwei Seiten". Es kommt nur darauf an, welche man sieht - oder sehen möchte? Vor allem kommt es darauf an, DASS man sieht: wenn man tot ist, muss man sich über dreckiges Geschirr und seinen Informationsgehalt "wasch mich ab!" keine Gedanken mehr machen. Information ist also nicht irgendwo "da draußen". Ein Buch enthält erst eine Information, wenn es ein mit dem gesamten Umfeld vertrauter Mensch liest. Wichtig ist die Differenz von aktuell Gegebenem und dem, was durch die Information möglich wird (Beispiel "Geheimtipp"): in dieser Differenz von Aktualität und Potentialität steckt ihr Sinn.

Steckt in einem Stein Information?[Bearbeiten]

Steckt in einem Stein Information?

Auch ein Stein kann Information tragen: in seiner Herkunft, in seiner chemischen Zusammensetzung, in Größe, Gewicht, Temperatur, in Form, Oberfläche, Farbe etc.

Informationsträger[Bearbeiten]

Informationsträger im weiteren Sinn sind Dinge, die nur über sich selber Auskunft geben. Dazu zählen beispielsweise Steine.

Informationsträger im engeren Sinne sind Dinge, die zur Übertragung oder Speicherung von Information genutzt werden können. So kann man beispielsweise mehrere kleine Steine zum Abzählen benutzen.

Was kann als Informationsträger dienen?

Schallwellen, elektromagnetische Wellen, Lichtwellen, Schrift, Materiestruktur und Stoffkonzentrationen sind Beispiele für Informationsträger.


Zum Thema Informationsträger existiert ein zentrales Dogma der Informationstheorie und dieses lautet: Information ohne Informationsträger gibt es nicht.

Vielleicht kommt dieses Dogma mit der postulierten Existenz von Infonen noch einmal auf den Prüfstand.

Die Gretchenfrage der Informationstheorie lautet also: Gibt es Beispiele für reine, nackte Information ohne Informationsträger? Kann man diese Frage mit Ja beantworten, dann wäre auch die Existenz eines reinen Geistwesens denkbar. Bislang ist sie zu verneinen.

Welche Anforderungen sind an Informationsträger zu stellen?[Bearbeiten]

Sie müssen abgelesen werden können. Sie müssen zuverlässig sein. Sie müssen Bestand haben. Sie dürfen nicht überschreibbar sein. Sie müssen überschreibbar sein.

In den zwei letzten Anforderungen scheint ein Widerspruch zu stecken. Dieser Widerspruch löst sich aber auf, wenn man weiß, wozu man einen Informationsträger benutzen will. Braucht man ihn als immer wieder zu benutzende Arbeitsumgebung, dann muss er löschbar sein. Braucht man ihn, um ein Dokument zu bewahren, dann sollte er nicht löschbar sein.

Beispiele für löschbare und neu beschreibbare Informationsträger: Schiefertafel, Musikkassetten, RAM.

Beispiele für nicht neu beschreibbare Informationsträger: in Stein gehauene Schrift, Schallplatte, CD, ROM.

Die Begriffe RAM und ROM kommen aus der Computertechnik und heißen

Random Access Memory = RAM = beliebig beschreibbarer und löschbarer Arbeitsspeicher,

Read Only Memory = ROM = nur lesbarer Speicher.

Ein großes Problem ist mittlerweile das Altern von Informationsträgern geworden. Nicht nur Bücher, auch digitale Speichermedien sind einem Alterungsprozess unterworfen. Durch diesen Prozess kann es zu einer Zerstörung von wichtigen Informationen kommen.

Dieselbe Information auf verschiedenen Informationsträgern[Bearbeiten]

Dieselbe Information kann auf völlig verschiedenen Informationsträgern transportiert oder gespeichert werden.

Konzentrierte Information in einem Fahrplan

Ein Beispiel:

  • Aus einem Eisenbahnfahrplan wird eine Information gelesen.
    • Die Information steckt in den gedruckten Buchstaben des Fahrplans.
  • Über das reflektierte Licht wird die Information zum Auge übertragen:
    • Die Information steckt in den elektromagnetischen Lichtwellen.
  • Über die Augen wird diese Information aufgenommen.
    • Information in Sinneszellen der Augen und in den Nerven Zellen der Sehbahn.
  • Die abgelesene Uhrzeit soll einem anderen Menschen übers Telefon mitgeteilt werden.
    • Information wird auf die Muskelzellen des Kehlkopfes übertragen.
  • Die Information wird mittels Schallwellen weitergeleitet.
    • Die Information steckt in den Luftschwingungen.
  • Das gesprochene Wort wird in einem Telefonhörer in elektrische Signale umgewandelt.
    • Die Information steckt in den elektromagnetischen Schwingungen.
  • Im Telefonhörer des Empfängers wird die Information wieder in Schallwellen umgewandelt.
    • Die Information steckt in den Luftschwingungen.
  • Die Schallwellen aus dem Telefonhörer werden vom Trommelfell auf die Gehörknöchelchen weitergegeben.
    • Die Information steckt in den mechanischen Bewegungen der Gehörknöchelchen.
  • Von den Gehörknöchelchen wird die Information auf das Wasser der Gehörschnecke übertragen.
    • Die Information steckt in den Wasserwellen.
  • Von der Gehörschnecke wird die Information auf die Haarzellen übertragen.
    • Die Information steckt in den Ausschlägen verschiedener Haarzellen.
  • Von den Haarzellen geht es weiter über die Nervenzellen der Gehörbahn ins Gehirn.
    • Die Information steckt in den Entladungen der Nervenzellen und den chemischen Überträgerstoffen der Synapsen.
  • Vom Gehirn wird die Information zu Hand weitergeleitet und auf ein Papier aufgeschrieben.
    • Die Information steht auf dem Papier:
  • "Ich komme morgen Abend mit dem Zug um 18 Uhr 32 bei dir an!"