Innere Medizin kk: Harnwegsinfekt

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Das Wichtigste[Bearbeiten]

  •  Harnwegsinfekte sind häufig.
  • Bei jungen Menschen treten sie vor allem bei Frauen auf.
  • Beim älteren Mann werden sie durch die Prostatavergrösserung auch häufiger
  • Infektionen der ableitenden Harnwege sind vor allem nach ihrem Schweregrad und nicht nach ihrer genauen örtlichen Lokalisation einzuordnen.
  • Auch eine vermeintlich banale Cystitis kann zu einer schweren Sepsis führen.

Krankheitsnummer ICD Klassifikation[Bearbeiten]

DRG: ICD: N39.0

Definition, englische Bezeichnung und Abkürzungen[Bearbeiten]

Einteilungen[Bearbeiten]

unkompliziert - kompliziert[Bearbeiten]

symptomatisch - asymptomatisch[Bearbeiten]

akut , chronisch rezidivierend, chronisch[Bearbeiten]

rezidivierend: in 6 Monaten zweimal oder während eines Jahres dreimal HWI

harmlos - bedrohlich - mit Urosepsis[Bearbeiten]

oberer - unterer Harnwegsinfekt[Bearbeiten]

  • Oberer
    • Nierenbecken
    • Harnleiter
  • Unterer
    • Harblase
    • Harnröhre

mit Erregernachweis - ohne Erregernachweis[Bearbeiten]

komplizierte Harnwegsinfekte sind zu erwarten bei[Bearbeiten]

  • eingeschränkte Abwehrkräfte bei Immunsuppression
  • bei Diabetes mellitus,
  • bei Männer oder Kinder
  • bei Schwangeren
  • bei älteren Patienten
  • ein instrumenteller Eingriff an den ableitenden Harnwegen vorgenommen wurde
    • Harnblasenkatheter,
    • Zystoskopie
    • Stattgehabte Operation unabhängig davon, wie lange die Operation zurückliegt
    • Sexuelle Manipulationen
  • eine anatomische Besonderheit oder eine Fehlbildung vorliegt zb vesikouretraler Reflux
  • eine neurologische Störungen der Blasenfunktion vorliegt
  • eine Niereninsuffizienz vorliegt

Ätiologie Ursachen Risikofaktoren[Bearbeiten]

Die Ursache von Harnwegsinfekten ist nicht so einfach herauszufinden, wie das oft behauptet wird. Die gehäufte Zahl von Infekten bei der Frau wird durch die kurze Harnröhre erklärt. Dadurch haben es Bakterien leichter in die Blase zu gelangen. Beim Mann kommt es zu einer deutlichen Zunahme der Infekte mit zunehmendem Alter. Wahrscheinlich wird dies durch eine chronischen Blasenentleerungsstörung bei vergrößerter Prostata verursacht. Ob wirklich eine lokale oder generelle Abwehrschwäche für die Infekte bei der Frau verantwortlich ist, ist nicht sicher geklärt.

Erreger[Bearbeiten]

  • Darmkeime
    • E.coli
  • Hautkeime
    • Staphylokokken
    • Streptkokken
  • Keime die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden

Epidemiologie Statistik Kosten[Bearbeiten]

Pathologie Pathophysiologie[Bearbeiten]

Symptome und Klinik[Bearbeiten]

  • hohe Urinkeimzahl ohne Beschwerden
  • Urinstreifen: Bakterien +++, Leukos +++, Nitrit +++
  • Brennen beim Wasserlassen
  • vermehrtes Wasserlassen
  • trüber,stinkender, eingedickter Urin
  • Schmerzen suprapubisch oder im Nierenlager
  • Hohes Fieber und Schüttelfrost
  • hohe Entzündungswerte im Blut CRP, Leukos, PCT
  • positive Blutkultur
  • akutes Nierenversagen im Rahmen des Infektes

Diagnostik[Bearbeiten]

Kriterien[Bearbeiten]

  • Signifikante Leukozyturie (mehr als 8 Leukos pro Gesichtsfeld im zentrifugierten Sediment
    • plus signifikanter Keimzahl (mind. 100.000 Keime/ml)
      • und Therapie
  • Asymptomatische Bakteriurie bei Kindern/Schwangeren mit Antibiose nach Antibiogramm
    • und bei urologischer Ursachenabklärung mit spezifischer Diagnose und Therapie
  • Typische, dokumentierte und nachvollziehbare Klinik und Therapie

Therapie[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

Flüssigkeitsgabe[Bearbeiten]

Die vermehrte Flüssigkeitsgabe hat 2 positive Effekte

  • die Harnwege werden durchgespült
  • eine fieberbedingte Exsikkose wird ausgeglichen.

Sie kann oral und iv erfolgen. Problem ist dabei, dass die Entleerung oft weh tut, und die Entleerung durch die gesteigerte Flüssigkeitsgabe viel häufiger wird.

Mechanische Hindernisse und Fremdkörper beseitigen[Bearbeiten]

  • Bei Blasenentleerungsstörung einen Blasenkatheter legen und die Blase mit 0,9 % NaCl spülen
  • Steine und Gries entfernen
  • vergrösserte Prostata operieren oder medikamentös therapieren.

Wärme[Bearbeiten]

Ein warmes Bad löst verkrampfte Muskeln und wird meistens als sehr hilfreich empfunden.

Schmerzen beseitigen[Bearbeiten]

  • Man nimmt ein Schmerzmittel, welches man auch sonst schon ausprobiert hat, zb Ibuprofen oder Acetylsalizylsäure

Harnröhre und Blase spülen[Bearbeiten]

Wird selten gemacht, ist aber durchaus sinnvoll, vor allem wenn schon ein Blasenkatheter liegt und der Urin trüb ist und stinkt.

Blasenkatheter oder Ureterschiene entfernen oder wechseln[Bearbeiten]

Liegt ein Blasenkatheter oder eine Ureterschiene schon länger, kann er bakteriell besiedelt werden und zu einem Harnwegsinfekt führen.

Antibiose[Bearbeiten]

Antibiotika sollte man nur nehmen, wenn es dringend notwendig ist. Für die Einnahme spricht

  • Hohes Fieber und Schüttelfrost
  • hohe Entzündungswerte im Blut CRP, Leukos, PCT
  • positive Blutkultur
  • akutes Nierenversagen im Rahmen des Infektes

Kein Grund für Antibiotika sind

  • hohe Urinkeimzahl ohne Beschwerden und ohne Entzündungszeichen
  • Brennen beim Wasserlassen ohne sonstige Beschwerden und ohne Entzündungszeichen
  • vermehrtes Wasserlassen ohne sonstige Beschwerden und ohne Entzündungszeichen

Statt eines Antibiotikums sollte man mit Erhöhung der Trinkmenge, Schmerzmittel und lokaler Wärme behandeln.

Oflocaxin, Ciprofloxacin[Bearbeiten]

Gut wirksam bei E.coli und Harnwegsinfekten, iv und oral verfügbar

 Fosfomycin[Bearbeiten]

Gut wirksam bei E.coli, nur iv verfügbar, zb bei Urosepsis

 Imipenem[Bearbeiten]

Gut wirksam bei Urosepsis zb durch E.coli

Nitrofurantoin[Bearbeiten]

Wegen erehblicher Nebenwirkungen nur noch bei speziellen Indikationen und Versagen anderer Antibiotika sinnvoll.

Cotrimoxazol[Bearbeiten]

Auch schon uralt und in 20 % mit Nebenwirkungen behaftet.

Verlauf und Prognose[Bearbeiten]

Fälle[Bearbeiten]

Geschichte der Krankheit[Bearbeiten]

Experten und Krankenhäuser[Bearbeiten]

Selbsthilfegruppen[Bearbeiten]

Fragen und Anmerkungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]