Innere Medizin kk: Levomepromazin

Aus Wikibooks
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zur Übersicht

Das Wichtigste[Bearbeiten]

  •  Levomepromazin (Neurocil) ist eine Alternative zu Benzodiazepinen als stark wirksames Sedativum.
  • Es wirkt stark sedierend. Besonders wenn Benzos nicht mehr wirken oder aus anderen Gründen vermieden werden sollen, kann man es versuchen.
  • Levomepromazin ist atemdepressiv, allerdings wohl nicht ganz so stark wie Benzos. Klinisch kommt es nach iv Gabe eher zu einer Hyperventilation.
  • Es ist als Tablette, oral und intramuskulär verfügbar.
  • Die intravenöse Gabe ist offiziell nicht zugelassen, wird allerdings trotzdem durchgeführt und gut vertragen.
  • Mehr als 2 Ampullen iv sollte man wegen der Atemdepression und der langen Wirkdauer nicht geben.
  • Eine Intensivüberwachung ist bei intravenöser und höherdosierter oraler Gabe notwendig.

Wirkstoff[Bearbeiten]

Neurocil ist  Levomepromazin .

Darreichungsformen[Bearbeiten]

  • Neurocil® 25 mg, Filmtabletten
  • Neurocil® 100 mg, Filmtabletten
  • Neurocil® Tropfen, 40 mg/ml, Tropfen zum Einnehmen, Lösung
  • Neurocil® Ampullen, 25 mg/ml, Injektionslösung

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Tropfen[Bearbeiten]

1ml Tropfen Neurocil enthält 40 mg Levomepromazin entsprechend 44.44 mg Levomepromazin hydrochlorid

  • 1 ml entsprechen 40 Tropfen
  • Hilfsstoffe
    • Zuckercouleur
    • Orangen-Essenz
    • Vanille-Essenz
    • Ascorbinsäure
    • Wasser, gereinigtes
    • Saccharose
    • wasserfreie Zitronensäure
    • Ethanol 96% (V/V)
    • Glycerol 85%

Tabletten[Bearbeiten]

25 mg[Bearbeiten]

  • Neurocil® 25 mg 1 Filmtablette enthält:33,8 mg Levomepromazinmaleat, entspr.25 mg Levomepromazin.
  • Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:
    • 46,95 mg Lactose-Monohydrat

100 mg[Bearbeiten]

  • Neurocil® 100 mg 1 Filmtablette enthält: 135,2 mg Levomepromazinmaleat, entspr.100 mg Levomepromazin.

Ampullen[Bearbeiten]

  • 1 Ampulle (= 1 ml Injektionslösung) enthält: 28 mg Levomepromazinhydrochlorid, entspr. 25 mg Levomepromazin.
  • Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:
    • 6,5 mg Natriumchlorid
    • Sulfit , riecht nach Schwefel

Wirkungsweise[Bearbeiten]

Es wirkt stark sedierend. In niedriger Dosis (10 bis 50 mg) wirkt Levomepromazin gut zur Dämpfung von Panik- und Wutattacken, die mit schizoaffektiver Problematik einhergehen.

Indikation[Bearbeiten]

  • Akuttherapie bei agitierten Psychosen und psychomotorischen Erregungszuständen
  • Psychosen des schizophrenen Formenkreises.
  • Therapieversagen von Benzos

Art der Anwendung Dosierung[Bearbeiten]

  • Tablette, Tropfen, Ampulle (iv,im)

oral[Bearbeiten]

Es werden meist Tropfen angewendet 5 - 10 - 20 Tropfen

  • am besten abendliche Gabe

iv[Bearbeiten]

Kurzinfusion:

  • 1 Ampulle Levomepromazinum 25 mg auf 50 ml Nacl 0,9 % in ca 3 - 6 h intravenös infundieren.
    • Immer unter Überwachung der Atmung !

Im Notfall 1/2 Ampulle langsam iv , aber nur unter ständiger Überwachung. Diese iv Gabe wird vom Hersteller nicht empfohlen und ist off-label use, hat sich aber in der Praxis bei akuten aggressiven Verwirrtheitszuständen bewährt.

Die intravenöse Injektion bleibt auf Ausnahmefälle beschränkt. Der Inhalt einer Ampulle wird mit physiologischer Kochsalzlösung auf 10 ml verdünnt und ganz langsam i. v. injiziert.

Subkutane, paravenöse und intraarterielle Injektionen sind zu vermeiden, da Gewebsschäden bis zum Totalverlust der betreffenden Extremität eintreten können.

Dosierung[Bearbeiten]

  • Einzeldosis 25 mg , maximal 50 mg

Offiziell werden 25 mg (= 1 Ampulle) tief intramuskulär injiziert. Besser scheint aus klinischer Gabe die langsame fraktionierte intravenöse Gabe Bei gleichzeitiger Gabe von Hypnotika (z.B. Benzos, Propofol ) oder Opiaten potenziert sich der atemdepressive Effekt und die Dosis der Sedativa muss reduziert werden.

In der Psychosetherapie

  • zu Beginn täglich 75-100 mg (3-4 Ampullen zu 25 mg)
  • dann langsam steigern bis zur individuell erforderlichen Dosis,
    • in der Regel 150-250 mg.
  • baldige orale Gabe anstreben

Subcutane Gaben und versehentliche paravenöse Gaben sind wegen gewebstoxischer Effekte und der Ausbildung von Gewebsnekrosen unbedingt zu vermeiden

  • 10 Tropfen Neurocil entsprechen 10 mg Levomepromazin.
  • 1 ml entsprechen 40 Tropfen entsprechen 40 mg Levomepromazin.

Vorsichtsmaßnahmen für die Verwendung[Bearbeiten]

Gegenanzeigen[Bearbeiten]

  • Überempfindlichkeit gegen Levomepromazin, Phenothiazine oder Thioxanthene oder einen der sonstigen Bestandteile.
    • Auf Grund des Gehaltes an Sulfit dürfen Nozinan-Ampullen nicht bei Asthmatikern mit Sulfit-Überempfindlichkeit angewendet werden.
  • 1. Trimenon der Schwangerschaft
  • akute Alkohol-, Schlafmittel-, Analgetika- oder Psychopharmakaintoxikation,
  • Risiko der Entstehung eines Engwinkelglaukoms,
  • Agranulozytose (auch in der Anamnese)
  • Porphyrie,
  • Kreislaufkollaps, Kreislaufschock
  • Koma,
  • Kombination mit MAO-Hemmern,
  • Behandlung mit dopaminergen Agonisten
    • Amantadin, Apomorphin, Bromocriptin,
    • Cabergolin, Entacapon, Lisurid,
    • Pergolid, Piribedil, Pramipexol, Quinagolid,Ropinirol
  • Arzneimittel, die „Torsade de Pointes“ auslösen können (z.B. Sultoprid)
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
    • bisher keine dokumentierten Erfahrungen

Nebenwirkungen[Bearbeiten]

Wechselwirkungen[Bearbeiten]

Packungsgröße[Bearbeiten]

Verfallsdatum und Lagerung[Bearbeiten]

Kosten[Bearbeiten]

Fälle[Bearbeiten]

Fall 1[Bearbeiten]

Firma[Bearbeiten]

  • Aventis Pharma AG

Fragen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]